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Welcome (back) to the bright side – iPhone 4s

14 Mai

Es war ein sonniger aber recht kühler Samstag, der 12.05.2012, an dem mir final klar wurde: Ich habe die Nase voll von mangelnder Akkulaufzeit, schlechter E-Mail-Darstellung, knarxenden Gehäusen, überhöhtem Datenverkehr und der täglichen Sichtung von neuen (inoffiziellen) Weiterentwicklungen.

Es war der Tag an dem ich mich entschied: Meine Android-Zeit ist (erneut) vorbei.

Nach 226 (viel zu langen) Tagen Abstinenz vom Apfel habe ich mein niemals wirklich gemochtes HTC Sensation endlich durch ein zeitgemäßes iPhone 4s ersetzt – das Exil ist vorbei. Endlich.

Der angebissene Apfel ist zurück - endlich!

Man mag mich jetzt als blinden Apple-Fanboy verschreien .. mir ist es egal. Ebenso wie das etwas zu kleine Display mit dem fast schon nicht mehr zeitgemäß dicken Rahmen. Für diese kleinen Nachteile (zugegeben, es gibt da noch einige mehr .. allen voran der Krampf mal eben neue Musik auf das Ding zu bringen) bekomme ich in Form einer phänomenalen Haptik, einer deutlich besseren Akkulaufzeit, toller Apps (joggen jetzt endlich mit Zombies Run!) und eines coolen iCloud-Konzepts jede Menge Kompensation geboten. Falls ich dann doch mal grübeln sollte, frage ich einfach Siri .. die muntert mich definitiv immer wieder auf (und das tut sie sogar hervorragend über die Freisprecheinrichtung im Auto .. sogar bei geöffnetem Verdeck).

Damit der kleine Barren aus Aluminium und Glas etwas handhabbarer wird, steuerten wir direkt nach der Abholung übrigens den Apple Store in Frankfurt an. Hier gelang es einer sehr freundlichen Bedienung mir recht zügig ein Case zu vermitteln, dass hinsichtlich Beschaffenheit, Gewicht und Dicke quasi perfekt meine Anforderungen erfüllt (Incase Snap Case).

Dünn, haltbar, griffig. Genau was ich gesucht habe..

Manchmal muss man auch emotional sein dürfen .. und heute bin ich einfach nur glücklich, mir diesen lange gehegten Wunsch nun doch endlich erfüllt zu haben.

 
 

Ein Ausflug in die bayerische Natur

05 Mai

Während des draußen friedlich vor sich hin plätschert, möchte ich an dieser Stelle gedanklich gern genau eine Woche zurückspringen – mitten in ein frühsommerliches Wochenende auf wirklich tollen Wanderwegen rund um Garmisch-Partenkirchen.

Nachdem Teichi bereits im Vorfeld auf Outdoor Active eine landschaftlich extrem reizvolle und auch für uns Gelegenheitswanderer nicht zu herausfordernde Strecke herausgesucht hatte, starteten wir pünktlich um 07:30 Uhr gen Garmisch. Unsere Reise wurde jedoch nach wenigen hundert Metern bereits unterbrochen, da stärkendes Futter zum vollkrümeln des (Miet)Wagens eingekauft werden musste ;) Anschließend stoppten wir noch kurz in der Studentenstadt, um einen indischen Arbeitskollegen einzusammeln.

Mit multikultreller Verstärkung begaben wir uns also zügig in Richtung Süd-Westen und sahen die lockenden Berge dabei schnell näher kommen. Ein Blick auf das TomTom bestätigte das, was schon einige Tage zuvor angesagt war: Absolut traumhafte Bedingungen für eine Wanderung durch die bayerische Frühlingsidylle.

Vorschau: Für Details weiter lesen!

Rund 90 Minuten später erreichten wir dann auch planmäßig unser Ziel und fanden einen fast völlig leeren Parkplatz direkt an der Skisprungschanze vor. Trotzdem entschied sich Teichi dazu die 2,50€ Parkgebühren für 12h zu sparen und eine wenig frequentierte Seitenstraße als Stellplatz auszusuchen ;) Schnell waren die erforderlichen Dinge zusammengepackt und dann konnte unsere rund 12km lange Wanderung über den Wamberg, Graseck und die Partnachklamm auch schon starten.

Vorbei ging es – wie schon erwähnt – zunächst an der Skisprungschanze, die fast schon unwirklich in der Landschaft steht. Obgleich wir die Arena in Oberstdorf – mit Hinblick auf die thronende Lage über der Ortschaft – abermals imposanter fanden, kam auch hier Bewunderung für die mutigen Athleten auf. Mit Hilfe der hervorragenden Streckenbeschreibung von Outdoor Active und der Routenverfolgung unseres Garmin Oregons fanden wir schnell die richtigen Pfade in Richtung Wamberg. Nach ca. 1km verließen wir die Ortschaft und die vor uns liegenden Wege wurden gleichzeitig steiler und schmaler.

Auf gut  beschaffenen Trails legten wir die ersten ca. 150 Höhenmeter zurück und brachten unser Blut dabei das erste mal einigermaßen in Wallung ;-) Dabei wurden wir jedoch stets durch den phantastischen Ausblick in Richtung der von der Sonne angestrahlten Berge unter einem Rittersport-Vollmilchblauen Himmel motiviert. In Kombination mit den grünen Wiesen, die größtenteils bereits durch ein Meer von Löwenzahn überzogen wurden, bot sich uns ein wahrlich frühlingshafter Anblick.

Sonne, Berge, Abgeschiedenheit

Kilometer um Kilometer schwand dahin und entgegen unserer Erwartungen waren wir fast völlig allein auf diesen malerischen Pfaden oberhalb von Garmisch. Einziger Wermutstropfen: Der Almauftrieb stand noch bevor, so dass wir auf den saftigen Wiesen (noch) keine Kühe im Wind bewundern konnten ;-)

In unregelmäßigen Abständen – oder wenn es die Beschaffenheit der Wege bzw. deren Neigungswinkel gerad verlangte – stoppten wir und bewunderten immer wieder die tollen und fast schon unwirklichen Impressionen der schneebedeckten Berge bei deutlich über 20°C. Rund um uns herum nur malerische Wiesen, sanfte Hügel und allgegenwärtig das muntere Zwitschern der Vögel – so stellt man sich eine Alpenwanderung vor. Als wir dann zwischendurch auf rund 1000m auch noch auf einige Reste Altschnees stießen (für unseren indischen Begleiter der erste Kontakt mit Schnee überhaupt) war das von Kontrasten geprägte Bild perfekt.

Bergpanorama mit Blick auf Garmisch

Die letzten Kilometer auf dem Weg zur Bergwirtschaft – unser Zwischenziel – fand ich landschaftlich besonders schön. Ein malerischer, gut ausgetretener Weg schlängelte sich durch die Alm und führte uns direkt zum verdienten Radler. Selbiges nahmen wir im kühlenden Schatten glücklich zu uns und lauschten dabei dem beruhigenden Mähen der Bergschafe – “Life could be worse” wie Teichi passenderweise zusammenfasste. Nach rund 1,5h gelang es uns Dani von den Schafen zu trennen und unsere Wanderung wieder zurück in Richtung Garmisch fortzusetzen. Dabei wurde schnell klar, dass die Wege hier deutlich frequentierter waren und von sehr vielen naturbegeisterten Mitmenschen aufgesucht wurden.

Bilderbuchidylle

Pausenimpression sponsored by Teichi

Wirklich beeindruckt war ich von dem in auffälligen gelb gekleideten Wanderer, den wir aus einiger Entfernung als Postmitarbeiter belächelten. Wie sich Augenblicke später herausstellen sollte, hatte er nicht nur ein Posthorn auf seiner Jacke aufgedruckt sondern auch einige Briefe unterm Arm – damit rechnet man nun wirklich nicht (und fragt sich was passiert, wenn hier oben ein LCD-Bildschirm geliefert werden soll).

Nach ca. 8km dachten wir eigentlich den schönsten Part der Wanderung bereits gesehen zu haben und nun auf ähnlichen Pfaden zurück in Richtung Auto zu wandern. Tatsächlich wandelte sich das Bild der Natur aber recht schnell, als wir uns plötzlich der rund 80m tiefen Partnachklamm näherten. Auf kleinen, serpentinenartigen Pfaden kamen wir dem Flüsschen rasch näher und spätestens als wir von einer Brücke aus in die Tiefe schauten, waren wir vollends begeistert.

Zu viert (+1) in der Partnachklamm (auch sponsored by Teichi)

Gemeinsam mit vielen anderen Naturbegeisterten bahnten wir uns den Weg zurück ins Tal, vorbei an einigen kleineren Wasserfällen und stets begleitet vom lautschen Rauschen des Wassers. Unten angekommen landeten wir Mitten im Trubel des üblichen touristischen Ansturms an einem derart perfekten Frühlingstag. Die letzten Kilometer auf dem Rückweg zum Auto verkürzten wir dann durch ein leckeres Eis und erreichten so gestärkt nach rund  5h erneut die Skisprungschanze.

So ging unsere wirklich tolle und absolut machbare Wanderung viel zu schnell zu Ende. Insgesamt lag ein unerwartet beeindruckender Tag mit vielen Impressionen hinter uns, die man als unbedarfter “Fremdling” in deutschen Gefilden gar nicht erwarten würde.

Den Tagesabschluss bildete übrigens – vor dem abendlichen Grillen – wieder mal ein Besuch am Feringasee. Wie gesagt: Life could be worse ;-)

Zum Wohl!

Abschließend noch die GPS-Aufzeichnung unserer Wanderung, bei der wir ca. 600 Höhenmeter überwunden haben:

Elevation Profile

Für weitere Fotos verweise ich diesmal übrigens an Teichi: Klick.

 
 

MINI on Fire: Probefahrt im MINI John Cooper Works Roadster

24 Apr

Augenblicke nachdem der rechte Zeigefinger den zierlichen, fast schon unauffälligen “Start”-Knopf gedrückt hat, vernimmt das Ohr, was das Auge zuvor schon voller Erwartung erfasste: Wir sitzen im stärksten Serien-MINI – dem John Cooper Works Roadster – und dieser macht sich mit einem sehr definierten “WROOM” akustisch bemerkbar.

Kompakt, frech, schnell - der JCW Roadster

Kurz danach fällt die Drehzahl wieder gen Leerlauf; das kleine Monster brabbelt friedlich (aber ganz anders als im 120PS starken “normalen” Cooper) vor sich und wir haben Zeit uns an das Neuland zu gewöhnen.

Der Innenraum unseres Probefahrzeugs ist fein aber nicht zu heftig ausgestattet. Das belederte bzw. teilweise mit Dynamica bespannte Amaturenbrett kennen wir nahezu 1:1 aus unserem MINI, neu sind jedoch die grau hinterlegten Anzeigen (sehr sehr chique), der Always-Open-Timer neben dem Drehzahlmesser (Spielerei), das deutlich höher aufgelöste und nun viel schnellere Navi (richtig klasse) sowie die Interieurleisten in Chili-Red (genial!).

Interieur und Exterieur lassen sich perfekt aufeinander abstimmen - so passt alles zusammen.

Der sonst dunkel gehaltene Innenraum ist hervorragend auf das äußere Erscheinungsbild abgestimmt, welches durch Chili-rote Rennstreifen auf Midnight-Black bestimmt wird. Während die Farbwahl nur begrenzt meinem Geschmack (White Silver metallic ist da viel spannender) entspricht, trifft das serienmäßige John Cooper Works Bodykit selbigen – genau wie die schwarzen Felgen – umso mehr. Einziger Wermutstropfen: Das zur Verfügung gestellte Exemplar verzichtet auf die JCW-Typenbezeichnung .. schade eigentlich, denn Understatement passt eher weniger zu diesem Über-MINI.

Nach einer kurzen Orientierungsphase im rund 1200kg schweren Roadster versinkt die Kupplung recht leicht am Bodenblech, auch der Schaltknauf gleitet weitestgehend widerstandsfrei in die Startposition “1″. Erwartungsvoll kupple ich ein und der Cooper setzt sich ganz brav und absolut intuitiv fahrbar (d.h. vollkommen alltagstauglich) in Bewegung. Die ersten Meter der Hanauer Landstraße sind erfreulicherweise recht frei, so dass ich bereits Augenblicke nach unserem Start auf die Probefahrt eine Gelegenheit erhalte, das 1,6l große Triebwerk nebst Turboaufladung kurz zu fordern. Selbiges reagiert willig aber nicht ruppig und beschleunigt den JCW mit einem spürbaren Tritt ins Kreuz ungewohnt schnell in den verantwortbaren Bereich der innerstädtischen Geschwindigkeitslimits.

Zwei MINI Piloten im frühlingshaften Feierabendverkehr

Bereits nach weniger als 1km geraten wir in allerfeinsten Feierabendverkehr und beschließen spontan das manuelle Stoffverdeck zu Gunsten eines einigermaßen sonnigen Himmels und 13°C zu öffnen. Schnell ist der manuelle Verschluss entriegelt; weitaus anstrengender gestaltet sich da das Zurückschieben des erst 1800km alten Verdecks. Als selbiges endlich in seiner Behausung einrastet und das Windschott ausgeklappt ist, steht fest: Wir brauchen das elektro-hydraulische Verdeck (bis 30 km/h funktional), denn dieser Kraftakt ist eher etwas für Puristen.

Während wir also etwas gelangweilt bis fast schon genervt im Verkehr mitschwimmen, entdeckt Dani ganz plötzlich die meiner Meinung nach spaßigste Taste des John Cooper Works. Der Schriftzug “Sport” erscheint im Display des Drehzahlmessers und in meinem Kopf rufen sich Worte für “Overboost” und “Gaspedalkennlinie” in Erinnerung. Spätestens an der nächsten Ampel wissen wir auch warum, da plötzlich statt 1700 Umdrehungen pro Minute bei ähnlichem Pedalweg ca. 4000 Umdrehungen anliegen. Mit einem gewissen Kreischen beißen sich die 17″ Reifen in den Asphalt und der MINI stürmt nach vorn. Geht man vom Gas, quittiert das Fahrzeug dies zunächst mit einem dezenten Brabbeln (1,6l .. 4 Zylinder .. trotzdem richtig gut anzuhören!) um im Schiebebetrieb dann stets deutlich wahrnehmbar vor sich hin zu Röhren. So unterwegs spürt man zu jedem Augenblick, dass man sich im stärksten Serien MINI befindet, was insbesondere mit geöffnetem Verdeck (geschlossen ist die Wahrnehmung doch deutlich leiser) sehr viel Spaß macht.

Einige Staukilometer später entdecke ich die nächste Spielerei: Den automatischen Heckspoiler mit manueller Steuerungsoption (mittlerweile aus TT, Cayman und Boxster natürlich wohl bekannt). Im MINI ist selbiger jedoch abermals etwas fieser, da man im Rückspiegel sehr deutlich sieht, wenn sich die freche Theke in den Wind stellt. Herausfordernd grinsen mich die zwei Rennstreifen auf schwarzem Grund an und verbauen den Rest der ohnehin schon recht eingeschränkten Sicht nach hinten: Macht nichts.

Der automatische Heckspoiler: Ein Exemplar der frecheren Sorte

Irgendwann (nach rund 50 Minuten unserer zwei stündigen Probefahrt) erreichten wir dann ENDLICH etwas weniger befahrene Straßen. Dabei stellt sich heraus, dass der MINI absolut unaufgeregt aber sehr spaßig zu bewegen ist. Die Leistungsentfaltung ist quasi im gesamten Drehzahlband weitestgehend homogen, was ihn sehr intuitiv fahrbar macht. Im Vergleich zum Boxster / Cayman fehlt mir etwas der Kick und das Kreischen nach oben heraus (mit Hinblick auf die Motorenkonzepte natürlich völlig nachvollziehbar); dafür mag ich das äußerst berechenbare Fahrverhalten des Fahrzeugs.

Noch deutlich mehr als der normale Cooper fühlt man sich wie im Go-Kart, dass begierig nach jeder weiteren Kurve verlangt und aus dieser mindestens so souverän herausbeschleunigt, wie es sie vorher durchfahren hat. Geht man dabei zu optimistisch vor, wird man ganz unspektakulär, und genau wie man es als unbedarfter Mensch erwartet, vom ESP eingebremst. Selbiges geht jedoch weitestgehend dezent vor, so dass ein harter und stark spürbarer Eingriff in der Regel die Seltenheit bleibt. Anders der Sound des Turbos, den man insbesondere beim plötzlichen Lupfen des Gaspedals in Form eines klar wahrnehmen “Pfff” präsentiert bekommt.

Auf den letzten Kilometern mit dem JCW vor dem Fahrerwechsel habe ich ein rundum gutes Gefühl: Der Wagen fährt sich vorhersehbar, rundum harmonisch und uneingeschränkt alltagstauglich (wenn man Alltag nicht als lange Autobahnetappen definiert). Die 211PS sorgen jedoch in Kombination mit dem Sound des Aggregats dafür, dass jeder Kilometer Spaß macht und man “Cabriofeeling at its best” präsentiert bekommt. Die deutlich bessere Zugfreiheit als im Porsche (lockere Kommunikation in Zimmerlautstärke bei 130km/h stets möglich) tragen dazu sicherlich auch einen signifikanten Anteil bei. Meiner Meinung nach ist der John Cooper Works der Held der Landstraße, denn mit Hinblick auf die kompakten Abmessungen und die hervorragende Agilität fühlt man sich hier stets gut gewappnet und überholt das ein oder andere Hindernis mit spielerischer Leichtigkeit.

Der Über-MINI sieht von allen Seiten aus rundum stimmig aus

Nach ca. 40km stoppen wir für einen kleinen Fahrerwechsel und nehmen den MINI dabei auch nochmals von Außen etwas genauer unter die Lupe. Rote Bremssättel, tolles Aerokit, schön anzusehende Abgasanlage .. hier passt soweit alles. Die auch im Cooper S schon vorhandene Öffnung in der Motorhaube passt hervorragend zum frechen Heckspoiler. Etwas schade finde ich die nicht funktionalen Lüftungsöffnungen an den Seitenschwellern – dem Auge schmeicheln sie trotzdem ;-) An dieser Stelle sei auch noch kurz der Kofferraum nebst Durchreiche erwähnt, welcher ebenfalls absolut zu überzeugen weiß. Rund 240l Stauraum sollten für den täglichen Einsatz genügen und lassen sich mit Hinblick auf die recht simple Form hervorragend beladen. Sehr positiv fällt in diesem Kontext neben dem Platz hinter den Sitzen die vergleichsweise große Ladeöffnung auf, die der Konstruktion klassischer Kompaktwagencabrios ala SLK, MINI Cabrio, Audi A3 Cabrio etc um Längen überlegen ist. Hier passt ein Wasserkasten auch ohne größere Verränkungen ganz locker rein. Durch den Verzicht auf die (im Cooper sowieso völlig deplatzierte) Rücksitzbank ergibt sich somit ein hervorragendes Lade- und Staukonzept.

Ausreichende Staukapazität für den Alltag

Nachdem Dani das Steuer ihres (vermutlich) zukünftigen Alltagsbegleiters übernommen hat, habe ich etwas mehr Zeit mich mit den Feinheiten des kleinen Roadsters zu beschäftigen. Da wäre zunächst das stark überarbeitete Navi, welches nach wie vor Mitten im Tacho thront (wo auch sonst). Im Vergleich zu unserem R56 ist die Auflösung wie bereits erwähnt deutlich erhöht wurden und auch die Reaktionszeit wurde signifikant verbessert. Ferner freut sich das Ohr über die nun wahrnehmbare Stille, da die Kartendaten (wie mittlerweile üblich) auf eine eingebaute Festplatte verlagert wurden. Wenn man das Bedienkonzept des MINIs schon gewohnt ist, hangelt man sich in geübter Manier durch die minimal überarbeiteten Menüs, was sicher nicht jedem gefällt, aber durchaus annehmbar ist. Auf den Test der Smartphone-Anbindung nebst Twitter, Facebook, Musik-Streaming via Bluetooth etc. haben wir aus Zeit- und Akkugründen leichter verzichten müssen. In jedem Fall klingen sich die Weiterentwicklungen in diesem Bereich ebenfalls sehr interessant.

Spurassistent, MINI-Fahrzeugsymbol, Überarbeitete Auflösung: Eine schöne Weiterentwicklung

Während Dani uns mit spielerischer Leichtigkeit zurück in Richtung MNI-Niederlassung steuert (und dabei ebenfalls so ihre Erfahrungen mit der Sport-Taste macht ;-) ) teste ich die Einstellungen des Harman und Kardon Soundsystems. Selbiges steht für uns zwar fest auf der Must-Have-Liste, klingt aber insgesamt ein wenig unspektakulär. Da Sound jedoch wie so vieles im Leben hochgradig subjektiv ist, verzichte ich hier auf eine weitere Erörterung und sage einfach: Für den Alltag reicht es aus und kann das Cabriofeeling an der ein oder anderen Stelle sicher positiv unterstützen.

Ein wenig enttäuschend fallen jedoch die Sportsitze auf, was wir bereits im Vorfeld im Ausstellungsraum befürchteten. Der Seitenhalt ist hier gefühlt nur minimal besser als im Seriengestühl und wird dem Anspruch des kurvenräubernden Spaßmobils insbesondere im Rücken- und Schulterbereich nur mangelhaft gerecht. Ein Ausweg könnten hier die Recaro-Sitze sein, welche neben ihrer wirklich genialen Optik möglicherweise auch durch eine deutlich definiertere Sitzposition überzeugen könnten (da man diese Ausstattungsdetail jedoch so gut wie nirgends probesitzen kann, kann diese Frage nicht abschließend geklärt werden). Ob wir die rund 1500€ Aufpreis für unseren MINI später in Kauf nehmen werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt jedenfalls noch nicht abschließend geklärt ;-)

Rund 2km vor dem Autohaus möchte sich Dani dann nochmals der relativ schlechten Rundumsicht (insbesondere beim Schulterblick) versichern, weshalb ich mich hochmotiviert mit dem Dach abmühe. Bei ca. 20km/h muss ich dabei in einer relativ unangenehmen Sitzposition viel Kraft aufbringen, was ich für den Alltag erneut ablehnen würde. Spätestens hier ist sicher: Das Hydraulikverdeck ist Pflicht ;-)

Gegen 18:45 Uhr geht unsere Probefahrt dann (wie so oft) viel zu schnell zu Ende. Das Gesamtfazit ist jedoch mit minimalen Ausnahmen (Seitenhalt der Sitze, manuelles Verdeck) rundum positiv. Der MINI John Cooper Works Roadster bietet genau das, wonach wir suchen: Ein alltagstaugliches Spaßmobil mit Open Air-Feeling. Intuitiv fahrbar, mit einer überzeugenden Dynamik ausgestattet aber dabei trotzdem sozialkompatibel und allwettertauglich.

Der Spaß beginnt spätestens nach dem Öffnen der Tür

Nun beginnt (mal wieder) die quälende Wartezeit bis sich das zeitliche Fenster für die geplante Anschaffung auch tatsächlich öffnet.

 
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Der Gletscher ruft: Skiurlaub im Stubaital – Part 2

13 Feb

Ich lag bereits einige Minuten wach, als der Wecker endlich um 07:00 Uhr den Start in unseren zweiten Skitag verkünden sollte .. und bereits aus dem Schlafzimmerfenster heraus waren die abermals besseren Wetterverhältnisse erkennbar.

Während das “Backrohr” also munter unsere Brötchen bereitete, starteten wir hoch motiviert in den Tag. So zielstrebig gelang es uns dann auch rund eine halbe Stunde früher am Lift zu sein als Freitag, so dass wir einen der vordersten Parkplätze ergattern konnten. Unterwegs genossen wir die Morgensonne, während ich mir bei -20°C ein wenig Sorgen um unser Diesel-Kraftwerk machte ;-)

Auf dem Weg zur Tankstelle ehhh dem Skilift ;)

Obgleich im Tal erneut der gleiche Zustand wie gestern – also eine Schließung des Gipfels wegen starkem Wind – angezeigt war, setzte sich die zur Auffahrt benötigte Schaufeljochbahn kurz vor unserer Ankunft in Bewegung. Genau wie am Vortag stiegen wir also von der Eisgrat-Bahn direkt in die nächste Gondelstrecke in Richtung Gipfel um. An dieser Stelle sei die hervorragende Gondellift-Infrastruktur des Stubaier Gletschers nochmals erwähnt – die Bahnen sind recht modern, freundlich, schnell und bringen einen eigentlich überall hin, wo man will. An verschiedenen Zwischenstationen gibt es (überdachte) Umsteigemöglichkeiten, so das man das Skigebiet problemlos und bequem durchqueren kann.

Blick aus dem Lift

Unmittelbar nach unserer Ankunft an der Bergstation fiel uns auf, dass die “TOP OF TYROL” genannte Aussichtsplattform auf rund 3200m Höhe im Gegensatz zum Vortag geöffnet war. Also stellten wir die Ausrüstung kurz ab und begaben uns kurz entschlossen in Richtung Plateau. Der Weg dorthin bestand aus (zu vielen) Treppenstufen, die zu dem teilweise stark verschneit waren. Als Vorteil dieser Aktion stellte sich neben der Aussicht die Tatsache heraus, dass wir so sehr schnell sehr wach waren ;-) Oben angekommen genossen wir einige Minuten bei mäßigem Wind die Aussicht über den Gletscher, bevor wir uns endlich auf die Piste begeben wollten.

Gaaaanz weit oben

Ausblick vom "TOP OF TYROL"

Entsprechend motiviert schnallten wir also einige Minuten später die Bretter unter und stürzten uns auf einer frisch preparierten Piste in Richtung des nächsten Lifts. Während ich mich ob der Spurenlage freute, dass wir offensichtlich erst die zweiten waren, die an diesem Tag hier lang fuhren, versuchte Dani sich an einem Hochgeschwindigkeitsexperiment. Selbiges deklarierte sich im Nachhinein als “unfreiwillig” – mir gelang es jedenfalls trotz leicht brennender Oberschenkel nicht so recht ihr zu folgen ;-) (okay, einfach nur Schussfahren fand ich für die frische Piste zu schade).

Einen kurzen Sessellift nebst kurzem “Walk” später erreichten wir dann das, was für den Rest des Tages unsere Lieblingsabfahrt werden sollte. Eine äußerst breite, gut präparierte Piste mit der Möglichkeit links und rechts kleinere Tiefschneeausflüge unternehmen zu können. Bedingt durch die Neigung des Hangs und die enorme Kapazität der Autobahn konnten wir hier – auch wenn manchmal etwas mehr los war – intensiv und in allen Geschwindigkeitsbereichen an unserer Technik feilen. Zwischendurch gab es (wie an so vielen Stellen am Stubaier Gletscher) auch eine deutliche Steigung, weshalb wir auf dieser Piste auch unsere Tageshöchstgeschwindigkeiten (vermutlich ca. 70km/h punktuell, im Messzeitraum der GPS-Pulsuhr rund 65km/h) erreichten. Schön war an dieser Abfahrt auch die Tatsache, dass man mit einem sehr bequemen und einigermaßen schnellen 6er-Sessellift wieder auffahren konnte, was uns das ständige Ab- und Anschnallen der Ski ersparte.

Ab nach unten :-)

So genossen wir also den Morgen bei strahlendem Sonnenschein, fuhren eifrig hintereinander her und bewunderten im Lift immer und immer wieder diese vergleichsweise abgeschiedene aber doch sehr beeindruckende Landschaft. Als das Wetter gegen 11:00 Uhr zeitweise minimal schlechter wurde, begaben wir uns erneut rund 200m tiefer auf die bereits am Vortag favorisierte Piste (wie die Streckenaufzeichnung unten zeigt, waren wir an diesem Tag recht unkreativ und mehr auf das Üben bedacht).

Gegen 12:30 Uhr kehrten wir dann erneut ins Marktrestaurant am Eisgrat ein, welches am Samstag jedoch deutlich voller als am Vortag war. Trotzdem gelang es uns einen Platz mit schöner Sicht auf die Gondelbahn und das Tal zu finden und uns für ein paar Minuten niederzulassen. Da Dani jedoch plötzlich die ersten Vorboten einer drohenden Migräne verspürte, entschlossen wir uns zur Rettung der Situation sofort wieder auf die Piste zu gehen (“Ablenkung ist die einzige Chance”). Auf dem Weg nach Draußen statteten wir noch kurz dem Intersport direkt am Eisgrat (also auf 2900m Höhe) einen Besuch ab, welcher überraschend gut ausgestattet ist und sogar ein größeres Sortiment als seine Entsprechung im Tal hat. Die Preise sind übrigens “durchwachsen” – manches ist fair, manches gibt es anderswo deutlich günstiger.

Das Marktrestaurant am Eisgrat & Blick ins Gebirge

Der Nachmittag verlief weitestgehend vergleichbar zum Vormittag – leere Pisten, gute Sicht, zunehmende Geschwindigkeit. So abgelenkt blieb es bei Dani zum Glück bei leichten Kopfschmerzen, so dass wir unseren Skitag nicht verfrüht abbrechen mussten. Gegen 15:30 Uhr senkte sich die Sonne erneut zunehmend hinter die Berge, so dass wir uns mit Hinblick auf unsere schmerzenden Schienbeine (da fehlt halt noch etwas Gewöhnung) und die schlechter werdende Sicht in Richtung Tal begaben. Da wir an diesem Tag jedoch schon ziemlich viele Pistenkilometer abgespult hatten, ging es diesmal ganz relaxed mit der Gondel in Richtung Auto, was jedoch durchaus auch seine guten Seiten hat.

Ende eines tollen zweiten Skitags

Wieder angekommen in der FeWo begaben wir uns auch gleich wieder in die Natur: Es standen noch zwei Geocaches auf dem Plan (wenn man schon mal in Österreich ist..). Ausgerüstet mit unserem Garmin gingen wir also auf die Suche .. und versagten an unserem ersten Anlaufpunkt ganz spontan. Getrieben von Ehrgeiz und ohne Karten zogen wir direkt zur zweiten Station weiter, welche jedoch gar nicht so einfach zu erreichen war. Als verwöhnte “Karten-Cacher” fühlt man sich fast etwas verloren, wenn man plötzlich nur auf eine Richtungs- und Geschwindigkeitsanzeige zurückgreifen kann und mangels Handyempfang auch Google Maps nicht verfügbar ist.

Mit ein wenig bäuerlicher Hilfe fanden wir dann jedoch den richtigen Pfad zu dem sehr gut erreichbaren Cache und konnten diesen mit eiskalten Händen (-18°C und nur die “Spaßhandschuhe” dabei) auch zügig bergen. Auf dem rund 1km langen Rückweg zum Auto gelang Dani im zweiten Anlauf auch der erfolgreiche Zugriff zum im Schnee sehr gut getarnten ersten Cache. Ferner sammelten wir auf dem Weg zum Snowmobil bzw. in der Nähe von dessen Parkplatz auch schnell noch ein paar Lebensmittel der Kategorie “Notwendig” ein. Mit Hinblick auf den Schlusssatz des vorherigen Artikels (Grießbrei und so) erstanden wir für nur 2€ 0,5l österreichischer Milch und für weitere 2€ ein Paket Zucker .. die lokale OMV hat es uns gedankt.

Grießbrei mit echten österreichischen Zutaten

Nun erneut ein paar Zahlen und die Strecke des Tages:

  • Länge gesamt: 74,457km
  • Reine Fahrzeit: 6:40h
  • Überwundene Höhe Bergauf: 8053m
  • Überwundene Höhe Bergab: 8057m
  • Höchstgeschwindigkeit: 64,48 km/h
  • Herzfrequenz Minimal / Maximal / Mittel: 65 / 175 / 122

Elevation Profile
Speed Profile

Der Sonntag begann dann abermals mit dem lästigen Prozess des Zusammensammelns und Packens – trotz sehr guter Wetteraussichten entschieden wir uns mit Hinblick auf die 600km lange Rückreise gegen einen morgendlichen Skitrip. Folglich konnten wir uns beim Aufstehen ein paar Minuten mehr Zeit lassen, bevor wir gegen 09:00 Uhr und begleitet von tollem Sonnenschein erneut Kurs gen Norden setzten.

Fast schon unwirklicher Horizont

Unterwegs bot sich dann ein (vorerst) letztes Mal die Gelegenheit den fast schon unwirklichen Anblick der über allem thronenden Alpen zu genießen, bevor wir diese auf recht leeren Autobahnen verließen bzw. verlassen mussten. Unser Zwischenziel bestand im AUDI Forum Ingolstadt, welches uns von der Abholung des TTs noch gut Erinnerung war. Im Gegensatz zu damals war an diesem Sonntag Mittag (Ankunft: 11:00 Uhr) jedoch recht wenig auf dem Gelände los, einzig das Marktrestaurant war überraschend gut besucht.

Zwischenstopp bei AUDI

Nachdem wir uns also ein paar “Highlights” der Neuwagenausstellung angesehen hatten (insgesamt war ich hier ziemlich enttäuscht), gab es eine kurze Stärkung auf vergleichsweise hohem Niveau, bevor wir die letzten 350km gen Heimat in Angriff nahmen. Wie erwartet verliefen diese in jeder Hinsicht problemlos, so dass wir gegen 15:00 Uhr wieder im Rhein Main Gebiet waren und das tolle Wetter zumindest in Form eines Spaziergangs noch ein wenig genießen konnten.

Damit geht der Bericht über unseren Skiausflug ins Stubaital zu Ende .. die nächsten zwei Wochenenden werden wir (zwangsläufig) eher im Flachland verbringen ;-)

Weitere Fotos gibt es auch diesmal in der Galerie: Klick.

 
 

Der Gletscher ruft: Skiurlaub im Stubaital – Part 1

13 Feb

Nachdem unser Skiequipment nach Oberstdorf “schon” rund 10 Tage repräsentativ in einer nicht übersehbaren Ecke des Wohnzimmer stand, wurde es wirklich mal wieder Zeit für einen Ausflug in den schneesicheren Süden ;-)

Mit Hinblick auf die Wahl unserer Destination könnte man tatsächlich meinen, dass ich Wolfgang Ambros hier schon mehrfach zitierte Skifahrerhymne ein wenig zu oft gehört hätte (“Und Dann Begib I Mi / Ins Stubeital Oder Nach Zell Am See”), doch die Wahl des Gebiets oblag erneut allein Dani ;-) Zunächst war ich von Ihrem Vorschlag auch völlig begeistert (“nur 550km”), solange bis ich feststellen musste, dass Google und TomTom bevorzugt über den Fernpass fahren wollten. Mit Hinblick auf das damit verbundene Risiko und die Tatsache, dass es für unser aktuelles Snowmobil keine Schneeketten gibt, entschlossen wir uns einen kleinen Umweg über München einzuplanen, welcher die Anreise auf dezente 602km verlängerte *hust*

Auch sonst fand dieser Skitrip eher spontan statt, da wir eigentlich ein Wochenende später fahren wollten. Wie wir jedoch unisono von allen befragten Stellen erfahren mussten, sei das Karnevalls / Faschingswochenende die mit einigem Abstand am stärksten frequentierteste Zeit des Jahres, weshalb wir mit nur  vier Tagen Vorlaufzeit unseren Urlaub im Stubaital fixierten.

Obgleich Spontanität ja durchaus spannend ist, bringt sie auch das ein oder andere Problem mit sich. So mussten wir mit einer sehr kurzen Vorlaufzeit feststellen, dass unsere Ausrüstung mit Hinblick auf vorhergesagte -26°C noch einige Lücken aufwies, weshalb wir eiligst noch ein paar Bestellungen tätigten.

An einem kalten Donnerstag Morgen fuhr ich also mit einem vollgepackten Auto erst Dani und danach mich zur Arbeit, um dann den gesamten Tag über mit viel Spannung die Sendungsdaten des dringend benötigten Equipments zu verfolgen. Da es hier wiedersprüchliche Aussagen gab, telefonierten Dani und ich lediglich 6x mit DHL (die sich übrigens ebenfalls nicht sicher waren, ob die Pakete jetzt gerad in der Zustellbasis oder im Wagen liegen würden) und spielten eifrig das “Sie kommen”, “Sie kommen nicht”-Spiel. Um für das Schlimmste vorbereitet zu sein, begab sich Dani in der Mittagspause nach telefonischer Recherche vorbeugend in die Frankfurter Innenstadt und organisierte kurzfristig qualitativ sehr hochwertige Skimasken – Wochenende gerettet!

Um 15:00 Uhr konnte ich dann doch noch die Pakete aus der Packstation abholen (+30km) und anschließend Dani abholen (+30km), welche unsere Abfahrt dann doch noch einige Minuten verzögerte ;) Kurz vor 16 Uhr setzten wir dann endlich Kurs gen Süden .. passenderweise von etwas Schneefall begleitet. Bereits auf den ersten Kilometern war der Verkehr recht dicht, so dass unser Wischwasserbehälter sich schneller leerte als die Restkilometer zum Ziel abnahmen ;)

Bis München kamen wir so mit ca. 110km/h in weitestgehend akzeptabler Geschwindigkeit voran und hörten dabei zur Einstimmung auf den Gletscher Alfred Lansings “635 Tage im Eis” weiter (wir sollten dieses Wochenende noch einige Momente erleben, die es uns leichter machen würden das Gehörte visualisieren zu können). Rund um die bayerischer Hauptstadt nahm der Spaß dann jedoch ein recht abruptes Ende, da der Schnee deutlich zunahm und wir in eine Schneepflug-Phalanx nach der anderen gerieten. Dies führte zwar zu einigermaßen gut geräumten Straßen, drückte die Geschwindigkeit über recht lange Zeit auf anstrengende 50km/h. Mit insgesamt 40 Minuten Verspätung und nervlich etwas angekratzt, erreichten wir gegen 20:40 Uhr die letzte Shell Station vor der Deutsch-Österreichischen Grenze. Diese kam uns vor Ort dann plötzlich sehr bekannt vor, hatten wir doch auf dem Weg zum Schliersee hier bereits getankt. Fix war das Snowmobil nochmals aufgefüllt und auch die erforderliche Vignette für die österreichischen Autobahnen war ebenfalls schnell erworben.

Nach dieser Rast fanden wir uns auf weitestgehend leeren Autobahnen wieder, die jedoch in etwa zum Zustand des Rasthofes entsprachen: Räumdienst? Überbewertet! Dank der geringen Verkehrsdichte kamen wir trotzdem recht gut voran und fuhren kurze Zeit später über die Grenze. Dann passierte etwas, dass ich zu so später Stunde nicht wirklich erwartet hatte und auch nicht wahr haben wollte: Nahezu die gesamte A12 war per dynamischer Beschilderung mit dem schlichten Wort “Glättegefahr” auf 60km/h (!!) limitiert. Während wir uns diesem, mit Hinblick auf die perfekt geräumte Straße nicht recht nachvollziehbaren, Diktat brav unterordneten, wurden wir von gefühlt jedem Österreicher, Tschechen, Polen und Offenbacher überholt, der scheinbar ein liberaleres Verständnis für das Tempolimit hatte. Um diesem monotonen Teil unserer Fahrt ein wenig die Langeweile zu nehmen, begannen wir spontan das lustige Personenraten (“Mann oder Frau?” “Über 50?” “Real?”). Batman, Bill Gates, Heidi das Opposum, Michaela Schaffrath und Ferdinand Porsche später erreichten wir dann auch endlich die avisierte Ausfahrt, an der wir nochmals 2,50€ Mautgebühr entrichten durften (“Privatstraße”).

Während sich die (vermutlich) eindrucksvolle Landschaft um uns herum nur erahnen ließ, waren die vielen Papp-Polizisten am Straßenrand deutlich klarer wahrnehmbar. Gegen 22:10 Uhr bogen wir dann endlich in die Zielstraße ein, die entgegen der sonstigen österreichischen Fahrbahnen in einem recht “spannenden” Zustand war. Die letzten 700m in Richtung unserer Unterkunft waren steil, schneeig und glatt. Das Snowmobil wühlte eifrig mit allen vier Hufen, so dass wir unser Ziel trotzdem weitestgehend problemlos erreichten.

Was dann folgte war ein sehr herzlicher Empfang unserer Gastgeberin und eine schnelle Führung durch die Wohnung. Selbige war erneut sehr modern, hochwertig ausgestattet und bot alles, was das Skifahrerherz begehrt (bequeme Betten, eine Dusche, Skistiefelheizung und WLAN). Trotz allem Komfort empfanden wir diese Ferienwohnung etwas unpersönlicher als in Oberstdorf, strahlte sie doch ein wenig die Atmosphäre eines (guten) Hotels aus.

Diesmal leider keine Fotos vor dem "Einzug" ;-)

Der Abschluss des Tages kam dann mindestens so schnell, wie man es nach rund 700km, einem Arbeitstag und ca. 6h Fahrt erwarten würde.

Hart erkämpft und dringend benötigt

Der Start in unseren ersten Skitag – den Freitag – erfolgte nach einer erholsamen aber doch etwas unruhigen Nacht in Kampl (gehört zu Neustift im Stubaital) ein wenig trödelig. Nach einem ausgiebigen Frühstück schälten wir uns vorsorglich noch in ein paar Lagen Kleidung als sonst, da auf dem Gletscher sportliche -26°C angesagt waren (eine Prognose, die sich als völlig zutreffend herausstellen sollte). Gegen 08:20 Uhr brachen wir also in Richtung Mutterbergalm auf, und fanden erfreulicherweise weitestgehend gute Straßenverhältnisse vor.

Irgendwo dahinten muss das Ziel sein..

Kurz vor 09:00 Uhr erreichten wir folglich bester Laune und bereits in gewohnter “Skigeilheit” den noch sehr leeren Parkplatz der Seilbahn und konnten nach dem obligatorischen Erwerb der Skipässe auch zügig eine leere Gondel in Richtung Gletscher entern. Langsam aber stätig verließen wir das Tal und fuhren bei leichtem Hochnebel in Richtung Mittelstation (2100m). Von dort aus ging es direkt weiter zum Eisgrat (2.900m) und nach einem kurzen Umsteigen auch direkt zur Bergstation Schaufeljoch (3200m) – naive Menschen braucht die Welt. Während das Wetter aus der Gondel nämlich noch recht gut aussah (“Was die nur wollen .. ist doch gar nicht so schlecht?”), schlug uns oben angekommen ein heftiger und vor allem schneidend kalter Wind ins Gesicht. Bei -26°C und über 30km/h Windgeschwindigkeit schmerzte augenblicklich jeder Quadratzentimeter Haut, der ungeschützt mit dieser unwirtlichen Umgebung in Kontakt kam. Auch das Skifahren lief zunächst alles andere als gut, da die Pisten von reichlich Neuschnee bedeckt waren und auf den Ziehwegen das Fahren eher zu einem Wandern mutierte.

Da ganz oben ging's los ;)

Schlechte Sicht, kaum erkennbare Pisten, eisige Verhältnisse .. JETZT fühlten wir uns wie in Lansings Berichten. Trotzdem fanden wir irgendwann eine “rettende” Piste, auf der wir uns langsam wieder Richtung Tal begaben. Rund 200m tiefer sah die Welt schon deutlich besser aus und uns gelangen die ersten Kurven im ca. 5cm hohen Pulverschnee.

Kaum waren wir an der ersten Mittelstation angekommen, bemerkten wir auch die Schließung des oberen Teils des Skigebiets – damit waren dann “nur noch” 77km der sonst 110 Pistenkilometer befahrbar – mit Hinblick auf die recht geringe Besucherzahl kein Problem und definitiv nachvollziehbar. Während das Wetter zügig besser wurde, erkundeten wir eifrig das Skigebiet und seine verschiedenen Abfahrten.

It's cool man!

Obgleich uns die breiten und leeren Pisten sehr gut gefielen, fanden die zahlreichen Plateaus weniger Anklang. Allzu häufig mussten wir längere Strecken mit Hilfe der Skistöcke quasi schiebend überbrücken, was doch sehr auf die Kondition ging. Dieser Fakt nahm uns vor allem am Nachmittag dann auch etwas die Experimentierfreude neue Pisten auszuprobieren, da unser Interesse primär doch dem Fahren und weniger dem Wandern galt.

Finde das neue Accessoire..

Ein wenig ungewohnt waren zudem auch die vielen Gondelbahnen, welche wir deutlich öfter frequentierten als die wenigen Sessellifts. In direkter Konsequenz ergaben sich zwar sehr angenehme Pausen mit der Möglichkeit gefrorene Snickers zu lutschen und Caprisonne “on the rocks” zu genießen (definitiv äußerst empfehlenswert um auch vor dem Einkehrschwung etwas Energie zu tanken), trotzdem nervt das ständig An- und Abschnallen der Ski ein wenig. Nebenbei bemerkt hatte ich auch ein wenig mit der Höhe zu kämpfen, was sich in einer deutlich gesteigerten Atemfrequenz ausdrückte (anders gesagt: Trotz recht geringer Erschöpfung war ich ein wenig kurzatmig).

Gegen 13:00 Uhr entschlossen wir uns dann zu einer rund 60 Minütigen Pause im Martkrestaurant Eisgrat, dass auf rund 2900m mit einer tollen Aussicht sowohl in Richtung Gipfel als auch zum Tal lockt. Schnell fanden wir ein paar schöne Plätze und konnten eine passende Stärkung ergattern.

Futter .. wurde auch Zeit und macht gute Laune

Auch nach dem Mittag setzte sich unser Skivergnügen weitestgehend problemlos fort, bis wir gegen 16:15 Uhr – die Sonne verschwand bereits langsam wieder hinter den Bergen – die 10km “hochalpine” Talabfahrt “Wilde Grub’n” ansteuerten. Auf dem Weg zu dieser mussten wir erneut mehrere hundert Meter mit den Skiern über der Schulter über einen Ziehweg wandern (es hätte zurückblickend sinnvolle Alternativen gegeben), bevor wir uns auf die rote Piste bzw. Route begeben konnten. Diese war zwar stellenweise recht eng und auch vergleichsweise stark frequentiert, bot jedoch ein tolles Panorama auf die Landschaft und das Tal. Auf dem letzten Kilometer kündigte sich die Talstation bereits stimmungsvoll mit den Bässen der Apres Ski Bar an, die bei unserer Ankunft jedoch nur mäßig frequentiert war.

Nachmittagsstimmung auf 3000m

Equipmentversagen im Tal

Auf dem Rückweg zu unserer Ferienwohnung hielten wir dann noch kurz beim einzigen Supermarkt weit und breit, um “nur das Notwendigste” einzukaufen. Dies bestand neben verschiedenen Kleinigkeiten primär aus Toilettenpapier (merke: FeWo nicht gleich Hotel .. eine Erkenntnis, die uns bereits in Oberstdorf kam) und Butter (kann man ja immer mal vergessen). Bei der abendlichen Herstellung stärkender Spaghetti fiel uns dann auf, dass unter Umständen auch noch Salz in die Kategorie “Notwendig” gefallen wäre. Überraschenderweise macht sich ein Mangel desselben beim Endprodukt doch recht bemerkbar, was durch die gesteigerte Verwendung von Ketchup jedoch kompensiert werden konnte ;-)

Während wir in der kuschlig warm geheizten Ferienwohnung (Fußbodenheizung UND Raumbelüftungssystem sind ein Traum) zu “The Voice of Germany” entspannten, schloss ich den Tag mit der verheißungsvollen Frage: “Braucht man für Grießbrei eigentlich Milch?“.

Nach soviel Prosa gibt es jetzt auch noch ein paar Zahlen nebst Trackaufzeichnung unseres Tages (beachte: Liftzeiten bzw. Kilometer sind immer mit dabei):

  • Länge gesamt: 52,96km (verspätet mit der Aufzeichnung begonnen, Akku noch vor der Talabfahrt alle :-( )
  • Reine Fahrzeit: 5:25h
  • Überwundene Höhe Bergauf: 5910m
  • Überwundene Höhe Bergab: 5480m
  • Höchstgeschwindigkeit: 57,75 km/h
  • Herzfrequenz Minimal / Maximal / Mittel: 90 / 176 / 135

Elevation Profile
Speed Profile

Weitere Fotos gibt es wie immer in der Galerie: Klick.

 

Vom Verlust des Glaubens an die Technik

07 Feb

Heute ist es wohl Zeit für einen Beitrag, der mir schon sehr lange durch den Kopf geht .. er handelt von enttäuschenden Erlebnissen mit den von mir sonst so gemochten Technik-Gadgets, welche in den letzten 5 Monaten machen musste.

Dabei ist mir mein derzeitiger Alltagsbegleiter ein ganz besonders großer Dorn im Auge: Mein HTC Sensation. Ein Oberklassesmartphone sollte aus meiner Sicht vor allem eins tun: Den Benutzer bzw. Anwender möglichst intuitiv und zuverlässig im Alltag begleiten. Ferner sollte es Spaß machen und idealerweise auch den Businessalltag erleichtern.

Nur ist das HTC Sensation bekannterweise ein Vertreter des Android-Lagers, dass vieler Orten und von zahlreichen Kollegen als die “bessere Plattform” gepriesen wird. Nun beschäftige ich mich durchaus gern mit konträren Meinungen und lerne auch gern dazu .. trotzdem gibt es einfach mehrere Aspekte des Google-Smartphone-Betriebssystems, die mir noch kein Befürworter dieses Ansatzes schön reden konnte.

Aber halt – man soll ja immer erst mit etwas Positivem anfangen. Daher gehe ich zunächst kurz auf das hervorragend große Display des Sensation ein, dass ich im Vergleich zum iPhone tatsächlich einigermaßen überlegen finde. Sicher, auch die Möglichkeiten Daten mit dem Gerät einfach so via USB als Massenspeicher austauschen zu können ist nett und ich denke es gab noch keinen Tag, an dem ich iTunes vermisst habe.

Ferner ist es in der Theorie sicherlich nachvollziehbar vorteilhaft einen wechselbaren Akku zu haben (in meinem Fall erst recht .. später dazu mehr) und auch der SD-Karten-Slot erscheint sinnvoll (ich versteh zwar in Zeiten von 64GB eingebautem Speicher nicht warum, aber Erweiterbarkeit ist ja per Definition toll). Zu guter Letzt hat das HTC Sensation eine ganz toll hochauflösende Kamera (nutzt einem zwar nichts, da jedes Motiv lange Geschichte ist, bevor das Gerät auslöst) aber die superhelle Doppel-LED hilft bei der nächtlichen Schatzsuche im Wald sehr.

Gut, damit sind die positiven Aspekte wie ich finde ausreichend gewürdigt (vielleicht habe ich noch den Market vergessen, der ja abermals größer als der AppStore ist aber dafür noch viel viel mehr sinnfreie, hässliche, instabile Software enthält) und ich kann vermutlich reinen Gewissens zum “Heulen” übergehen.

Ich werde dabei mit “weichen” Faktoren anfangen, die sich leicht weg diskutieren lassen. Argumente wie “Montagsgerät” oder “Einzelfall” helfen hier sicherlich sehr, wenn man als Android-Freund schnell die Position “Was für ein Depp” beziehen möchte.

Also nun denn, was ich an meinem HTC-Sensation hasse, Part I:

  • Es knarxt wie ein absolutes billiges Nokia-Handy aus den 90er Jahren, wenn ich oben rechts auf das Gehäuse drücke. Mein Problem ist jedoch, dass ich dies beim Betätigen der Sperrtaste recht oft tue .. aber gut, dass ist sicherlich so eine unpassende Eigenart von mir. Das Knarxen können laut Berichten in den Foren dieser Welt zwar ziemlich viele Anwender nachvollziehen, doch angeblich ist es in einer aktualisierten Revision des Geräts beseitigt (meins ist ja erst aus 10/2011 und damit quasi uralt)
  • Die Funktion “Automatische Helligkeit” (zur automatischen, sensorbasierten Steuerung der Helligkeit des Displays) liebt es sich abzuschalten. Das wäre per Definition gar nicht so schlimm .. aber sie verabschiedet sich grundsätzlich damit das Display auf maximale Helligkeit einzustellen. Dies führt zum einen zu einer sagen wir reduzierten Akkulaufzeit und zum anderen dazu, dass mich mein Telefon sehr häufig halb erblinden lässt. Hat auch seine guten Seiten .. man fällt im Kino sofort auf, muss nach dem Aufstehen nicht erst das Licht anschalten, kann das Display als Taschenlampe benutzen .. lauter so nette Dinge. Ich habe bisher noch nicht erforscht und gegoogled unter welchen Bedingungen dieser Bug auftritt (hab ich auch gar keine Lust zu) aber ich kann sagen: Mindestens drei mal pro Tag beglückt mich mein HTC auf diesem Weg. Eine dauerhafte Festlegung der Helligkeit funktioniert übrigens auch nicht; auch dann wechselt das Gerät häufig auf 100% Leuchtkraft

    Volle Kraft voraus..

  • Die Auslöseverzögerung der Kamera ist schlichtweg eine Frechheit. Motiv, Klick, Warten, eine Aufnahme von irgendetwas entsteht. Spontan eine Stimmung einfangen? Niemals! Ich bin mir durchaus bewusst, dass eine Handykamera keine “richtige” Digicam ersetzen kann .. aber wenn die Hersteller schon 8MP Chips verbauen, dann kann ich doch bitte auch eine einigermaßen zeitgemäße Reaktionsgeschwindigkeit erwarten. Das die Fotos ansonsten relativ brauchbar werden, möchte ich auch gar nicht leugnen .. aber die Entstehung dauert halt eine gefühlte Ewigkeit. Auch dies ist ein Punkt, der aus meiner Sicht kaum diskutabel ist .. er tritt bei jedem Sensation auf und lässt das “Ding” sogar im Vergleich zu einem mittlerweile recht alten iPhone 3GS alt aussehen.
  • Die Akkulaufzeit (welche?) ist in meinem Fall eine absolute und nicht zumutbare Frechheit. Warum? Weil das Gerät bei mir im Schnitt weniger als 13h bei geringer Benutzung durchhält .. und das ist einfach so. Ich weiß, dass ich hier mehr oder weniger ein Einzelfall bin; dass es viele glückliche Anwender gibt. Doch wenn ich zwischendurch versuche GPS, Bluetooth, WLAN und UMTS abzuschalten und trotzdem keine Besserung erziele, dann läuft irgendetwas falsch. Auch ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen habe ich (natürlich) erfolglos versucht .. Fazit bleibt: Mein Sensation bringt mich unter gar keinen Umständen durch den Tag. Meine aktuelle Vermutung lautet dahingehend, dass sich ab und an ein Task aufhängt und den Akku dann genüsslich leersaugt. Kann passieren .. aber bitte nicht monatelang. Insgesamt hatte ich noch nie ein Telefon, dass derart oft geladen werden musste und dazu geführt hat, dass das 12V-Ladekabel im Auto mein bester Freund geworden ist..

    So ein halber Tag reicht doch eigentlich auch völlig, oder?

Okay, bis hierhin kann man mir sicher technische Unfähigkeit unterstellen (“dann installier halt mal ein Custom ROM”) oder behaupten, ich sei Apple-verblendet. Trotzdem wäre dies schon der Punkt, an dem ich das Gerät nie im Leben auch nur einem Interessenten empfehlen würde. Aber .. es gibt ja noch 1,2 weitere Dinge, die mich stören:

  • Der absolut Business-untaugliche und stümperhafte eMail-Client. Ja, es ist einfach so .. da Hilft auch keine Diskussion. Was stört mich an dem Ding? Primär eines: Die Ordner-Darstellung. Genau das ist dann der Punkt, an dem sich Diskussion mit jedem Android-Freund entscheidet .. die zentrale Frage: Nutzt du Ordner? Verschachtelte Ordner? Lautet die Antwort “Nö”, dann wird er wohl mit Android-basierten Geräten glücklich sein .. lautet die Antwort schlicht “Ja”, dann habe ich sicherlich einen weiteren Menschen von den Unzulänglichkeiten des offenen Mobilbetriebssystems überzeugt. Bilder sagen mehr als tausend Worte, weshalb ich als Erklärung einfach kurz einen Screenshot meiner Inbox-Struktur anhänge. Zur Erklärung: Während das iPhone diese Ordner-Struktur ähnlich wie der Windows-Explorer (oder Outlook oder Thunderbird) als Baumansicht darstellen würde, verarbeitet der native Android-Client Verschachtelungen durch vollständige Pfade (Inbox\Ebene1\Ebene2\Ebene3) auf. Wenn man nun nicht mit sehr (!) kurzen Ordnernamen arbeitet, hat man (wie ich) recht schnell verloren. Sicherlich liegt auch das an meinen persönlichen Schwächen. Wer jetzt jugendlich naiv den Vorschlag bringt “Nimm doch einen alternativen Client”, dem sei gesagt: Ich hab sämtliche prominenten Alternativen probiert und es gibt aus meiner Sicht aktuell keine, die multiple Exchange-Konten gleichzeitig verwenden kann und dabei keine signifikante Limitation aufweist. Wie hat Apple das nur gemacht…?

    Maildarstellung (Auszug) - Android und Outlook

  • Dem Ordner-Problem des Mail-Clients möchte ich gleich noch eine weitere Schwäche von Android anhängen, die mich primär beim Bearbeiten von Mails stört: Die Möglichkeit auf Links und Telefon-Nummern zu tippen und diese spontan zu öffnen. iPhone-User kennen das .. die Telefonnummer in der Signatur des Geschäftspartners einfach kurz antippen und schon steht das Gespräch. Android-User quälen sich erst aufwändig damit die Nummer zu markieren, sie zu kopieren und dann anschließend im Telefon-Bereich wieder einzufügen. Richtig elegant, oder? Wenn ich korrekt informiert bin, hängt dies mit einem Patent von Apple zusammen .. aber das ist mir schlicht egal!

    Ganz komfortabel anrufen .. oder auch nicht (die Maildarstellung ist insgesamt nicht so toll, aber was soll's)

Eigentlich .. war es das fast schon. Das der Browser manchmal hängt, tabbed browsen nochmals schlechter als beim iPhone funktioniert, Tab to Zoom auch sporadisch keine Lust hat und ich schon vier mal ob eines schlicht ausfallenden Weckers verschlafen habe (jaja, da hat sich Apple auch mehr als blamiert) fällt eher unter “kleinere” Probleme. Auch die Update-Politik (die dazu führt, dass ich nie weiß ob das Ding nochmal eine Aktualisierung bekommt und falls ja: Ist es noch in diesem Jahrzehnt. Gleiches gilt übrigens auch für herstellereigene Erweiterungen wie HTC Sense) finde ich bei Android ebenso schlimm wie die sich ständig verändernde Modellpalette bei HTC (Sensation, Sensation XE, Sensation XL..) aber gut, alles Geschmackssache.

Zusammenfassend ist mein auf Android-basierendes HTC Senstion mit absoluter Sicherheit das schlechteste Gadget, was mir in den letzten 36 Monaten untergekommen ist (da hat mich mein Motorola Milestone auf Android-Basis mehr überzeugt und auf das Windows Phone 7 von Dani könnte ich Lobeshymnen singen). Obgleich hier sicherlich persönliche Präferenzen eine Rolle spielen, gibt es doch verschiedene Fakten, die auch möglichst objektiv betrachtet einfach nur enttäuschend sind.

Okay .. mit dieser leicht negativen Einstellung gegenüber meines aktuellen Smartphones ging ich also durch die Welt, versorgte es konstant mit Spannung und wartete auf die Firmware-Upates von Morgen. Doch dann kam ein Gerät, dass dem Sensation in seiner absolut nicht vorhandenen Vollkommenheit Konkurrenz macht .. und nebenbei gesagt mit ihm auch noch um die 12V Steckdose im Auto buhlt: Mein TomTom Go 1005. Gleich vorweg: TomTom-Freunde können mich bereits ab diesem Punkt als “Depp” abstempeln, habe ich doch das völlig veraltete und sowieso gar nicht mehr auf das TT-Homepage gelistete 1005 und nicht das aktualisierte “damit wird alles gut” 1015. Das die Probleme weitestgehend die selben sind, kann man ja einfach leugnen.

Also nun .. was ist denn so schlimm an dem Ding? Auch hier wieder kurz die (durchaus vorhandenen) guten Seiten zuerst: Großes Display, schnelle Routenberechnung, oftmals überzeugende Live-Services, sehr gute magnetische Halterung). Auch sonst ist das Gerät ja eigentlich okay .. wenn, ja wenn ich nicht ältere TomToms kennen würde. Und genau da kommt der Punkt wo ich als technikaffiner Mensch das Verständnis verliere. In diesem Kontext ein paar provokante Fragen:

  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 erkennen, ob ein Punkt von Interesse (z.B. eine Schule .. oder eine Geschwindigkeitsmessung) in Fahrtrichtung liegt oder eben nicht?
  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 auf Basis eines Lichtsensors von Tag auf Nachtfarben umschalten .. warum geht das heute nur noch Standort- und Uhrzeitbezogen? (echt doof im Tunnel und zudem mit einiger Verzögerung beim morgendlichen Einschalten)
  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 korrekt “abbiegen” sagen anstelle von “abbiggggen” (ist ja nur ein Softwareproblem, dass vor mehreren Monaten durch ein Update kam und immer noch nicht gelöst wurde)
  • Warum gab es schon beim TomTom Go 710 eine weibliche, Text-To-Speech fähige Stimme (Stand heute gibt es bei den aktuellen TT-Geräten nur eine männliche TTS Stimme .. das ist Fakt!)
  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 zuverlässig in den Standby schalten anstatt nach ein paar Stunden abgeschaltet im Auto zu liegen schon einen leeren Akku zu haben?

Das sind Dinge .. die versteh ich einfach nicht (und die haben laut Foren die meisten Benutzer aktueller TomTom-Geräte). Vor allem der letzt genannte Punkt führt zu einer Überlastung meines “Technik ist cool”-Gens. Tatsächlich kommt es nun nämlich zu einem Konflikt zwischen meinem stromsüchtigen und quasi spannungsinkontinenten HTC Sensation und eben dem TomTom-Gerät. Ziemlich blöd, denn das zwingt mich (falls ich nicht mit einem Adapter aufrüsten möchte) zu der schmerzlichen Wahl, welchen meiner Freunde ich am Leben erhalten will. Meistens entscheide ich mich für das TomTom .. denn ein paar Minuten ohne Telefon haben noch nie geschadet ;)

Tja .. soviel zu ein paar Impressionen aus dem Leben eines technikverliebten ITlers, der so manchmal den Glauben an die Moderne verliert. Softwareprobleme sind völlig okay .. wenn neue Geräte aber einen Rückschritt gegenüber der letzten Generation darstellen, fehlt sogar mir das Verständnis.

Edit: Wie der Zufall es will, gibt es tagesaktuell einen Artikel auf SPon über das große tolle Android.

 
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Auf zu neuen Ufern: Ein Skiwochenende in Oberstdorf

30 Jan

Nachdem wir kurz nach dem Jahreswechsel unsere Leidenschaft für das Skifahren entdeckt bzw. wieder entdeckt hatten, durfte der nächste Einsatz der neuen Ausrüstung natürlich nicht lange auf sich warten lassen. So verbrachten wir mehrere Abende damit zu diskutieren, zu suchen und zu überlegen um dann schließlich unseren Kurztrip nach Oberstdorf zu fixieren.

Eine kleine gemütliche (aber sehr neue) Ferienwohnung in Fischen im Allgäu (7km nördlich von Oberstdorf) sollte unser Ziel sein, auf welches wir am Freitag pünktlich gegen 14:00 Uhr Kurs setzten. Zuvor gelang es mir noch kurzfristig das eher unangenehme Einsatzfahrzeug vom Typ Ford SMax durch eine erstarkte Reinkarnation des mittlerweile von mir wirklich gemochten Ford Kugas zu ersetzen – Allrad passt einfach besser zu den Bergen als ein fünfsitziger Van für einen Zweipersonenhaushalt.

Einziger Nachteil des neuen Schneemobils: Es verfügt im Gegensatz zu seinen Vorgängern über kein fest eingebautes Navi. Diese Herausforderung konnte Amazon dankenswerterweise in weniger als 24h lösen, so dass wir bereits auf Höhe des Autobahnkreuzes Walldorf von den Live Services unseres neuen TomToms profitieren und den Stau auf Höhe Karlsruhe proaktiv umfahren konnten. Auf diese Weise lief unsere Anreise über die A6 am recht vertrauten Neckarsulm vorbei relativ angenehm, bevor die letzten 100km auf der A7 dann doch etwas anstrengend wurden. Der bereits den gesamten Tag über präsente Nebel verdichtete sich zunehmend und wurde von einem Regen mit fortwährender Tendenz zu Schnee begleitet. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sank und die letzte Stunde bis zur Ankunft wollte einfach nicht vergehen. Irgendwann (ziemlich genau 6km vor der Ankunft) verließen wir dann die Autobahn bzw. die sehr gut ausgebaute vierstreifige Bundesstraße (echt tolle Infrastruktur!), um uns in eine wildromantische Autoperlenkette entlang der B19 einzureihen.

Wenige Augenblicke später (und nach insgesamt ziemlich genau 4h) erreichten wir dann auch schon unser Ziel und hielten – innovativer Technologie sei Dank – auch sehr zügig den Schlüssel zu unserer Residenz in den Händen. Die Gastgeber haben hier (habe ich bisher noch nie erlebt) eine Art Schlüsselkasten mit PIN-Schutz angebracht, aus dem man nach kurzer telefonischer Instruktion problemlos und ohne Wartezeit den Schlüssel entnehmen kann. Auch in der Ferienwohnung angekommen, setzte sich unser positiver Eindruck konsequent fort: Vorgeheizt, modern, sauber, deutlich größer als erwartet, alles da was man benötigt (sogar ein Geschirrspüler), gratis WLAN-Zugang, Skikeller, liebevolle Details und Dekos .. Herz, was willst du mehr?

50m2 Wohlfühlatmosphäre für zwei

Nach einigen Minuten der Eingewöhnung setzten wir uns mit der Gastgeberin in Kontakt, um bei einem persönlichen Treffen kurz die Klärung der obligatorischen Aspekte vorzunehmen. Wie sich herausstellen sollte, war unsere Gastgeberin nicht nur überaus freundlich, sondern auch durchweg sympathisch, so dass wir uns in ein ungeplant langes Gespräch über Land, Leute, Autos und was sonst noch im Leben zählt verstrickten ;)

Es war bereits gegen 20:30 Uhr, als wir uns erneut ins Auto setzten um ganz prophylaktisch den Weg zum für den morgigen Tag avisierten Skigebiet bzw. Liftparkplatz zu erkunden. Das Wetter zeigte sich erneut von der winterlichen Seite und erwartete uns mit Nebel, Wind und Schneeregen. Trotzdem erreichten wir rund 20 Minuten später über hervorragend geräumte Pisten den Parkplatz und beobachteten kurz die Pistenfahrzeuge, die einige Höhenmeter über uns bereits fleißig ihren Dienst verrichteten. Anschließend testeten wir auf dem riesigen und hervorragend präparierten Areal noch “kurz” die Fahreigenschaften des 4×4 Mini-SUVs bei abgeschaltetem ESP .. genau das richtige nach einer langen Autobahnfahrt :D

Auf der Rückfahrt zur FeWo hielten wir zunächst noch kurz bei einem sehr neuen, sauberen, hellen und absolut freundlichen McDonalds, bevor wir noch schnell einen nahegelegenen Geocache ansteuerten.Dieser zwang uns einer recht steilen und engen Landstraße einige Kilometer zu folgen, bevor wir anschließend “mal eben so” in 2,80m Höhe eine kleine Plastikdose aus einer Baumkrone bergen mussten. Auch wenn ich mir das insgesamt sehr viel leichter vorgestellt habe, war es doch eine lustige sportliche Einlage zum Abend ;) Gegen 22:30 Uhr kehrten wir schließlich in unsere Residenz zurück, wo wir ein sehr positives erstes Feedback von Oberstdorf zogen. Man fühlt sich hier einfach rundum wohl und fast schon ein Stück zu Hause.

Der Samstagmorgen begann dann – natürlich – pünktlich um 07:00 Uhr, schließlich wollten wir möglichst zeitig am Lift sein. Obwohl unsere Augen noch sehr klein waren, setzte sofort die Vorfreude auf das Skifahren ein. Während Dani uns schnell ein paar Brötchen aufbackte, suchte ich die notwendige Motivationsmusik für den Start in den Tag heraus ;)

Thematisch passende Motivation am Morgen

Anschließend folgte das übliche Einpacken in warme Klamotten, bevor wir gegen 08:15 Uhr auf bereits weitestgehend geräumten Straßen in Richtung der Fellhornbahn aufbrachen.

Dressed for success .. oder so ähnlich ;)

Effektvoller Wegweiser

Vor Ort angekommen zeigte sich bereits ein überraschend belebtes Bild – zahlreiche Schneebegeisterte hatten sich bereits an der Talstation der Gondelbahn eingefunden und schälten sich nach und nach in die Skistiefel. Dem Ansturm Auffahrwilliger stand eine kleine Armada von Parkplatzeinweisern gegenüber, was für absolut geordnete Verhältnisse sorgte – so macht das Spaß :) Trotz des omnipräsenten und bereits auf 850 Höhenmetern recht dichten Nebels bestiegen wir also mutig die erstbeste Gondel und fuhren hinauf zum Fellhorn.

Auf ins Unbekannte

Unterwegs nahm die Sicht von Minute zu Minute ab und unsere Fahrt entwickelte sich zu einer Reise ins ungewisse. Oben angekommen fanden wir uns dann auf einem zunächst recht kompakt wirkenden Platteau zusammen mit vielen anderen Desorientierten wieder, die genau wie wir den großformatigen Pistenplan studierten. Etwas irritierend war in diesem Zusammenhang, dass zunächst zwar nahezu alle Lift aber fast keine Piste geöffnet war. Ein wenig Frust machte sich unter den Skisportlern breit und auch wir setzten – nachdem wir auf die Schnelle quasi eine Minimalstrecke identifiziert hatten – etwas verwirrt gen Tal in Bewegung. Dabei stellte sich bereits auf den ersten Metern heraus, dass die rund 60 – 70m Sichtweite für uns Neulinge eine relativ große Herausforderung darstellen sollten. Nach einem kurzen (unfreiwilligen Abstecher) in einen geschlossenen Funpark fanden wir jedoch die avisierte Piste wieder und kamen einige Minuten später sogar an einem (aber nicht dem geplanten) Lift heraus. Optimistisch wie wir waren, enterten wir selbigen einfach und fuhren damit erneut zurück zu unserem Ausgangsort. Dort angekommen waren nun jedoch sämtliche Pisten freigegeben und wir konnten Danis Plan die Kanzelwandbahn zu befahren in die Tat umsetzen.

Keine Sicht? Kein Grund für schlechte Laune!

Dazu war es zunächst nötig in eine weitere Gondelbahn zu steigen, die nun sogar 60 Personen auf einmal transportieren konnte. Erfreulicherweise wurden wir dabei von einem Gondelführer begleitet, der sich sogar die Zeit nahm uns zu begrüßen und kurz die aktuellen Witterungs- und Schneeverhältnisse zu erläutern – cool. Oben angekommen, konnten wir dann tatsächlich wie geplant die Kanzelwandbahn befahren und dieser bis ins Tal folgen – eine durchaus tolle Erfahrung, vor allem als wir irgendwann wieder unter dem Nebelfeld waren.

Mein Equipment war auch da ;-)

Weniger toll war die dann entstehende Wartezeit an der Talstation, da wir nun natürlich genau in die Stoßzeit der “um 10:00 Uhr auch schon am Lift”-Auffahrer kamen. Trotzdem kamen wir irgendwann wieder oben an und setzten unser Skiabenteuer auf unterschiedlichsten Pisten fort. Während der Nebel dazu führte, dass man zwangsläufig mehr aus den Knien heraus fahren muss, konnten wir uns über weitestgehend leere Pisten und ebenfalls nur gering frequentierte Lifte freuen .. es hat also (wie immer) alles auch seine guten Seiten.

Gegen 12:00 Uhr gönnten wir uns dann eine Pause im Panoramarestaurant am Fellhorn. Selbiges ist großzügig dimensioniert, sehr hell, angenehm und gastronomisch wirklich fit – will sagen: Wir mussten nicht lange warten. Das Panorama bestand zum Zeitpunkt unserer Einkehr jedoch (wie erwartet) aus einem recht satten weiß – ideale Bedingungen also für Bildmanipulationen in Photoshop ;) In jedem Fall tat es sehr gut die Skischuhe mal zu öffnen, sich etwas aufzuwärmen und die dicken Klamotten für ein paar Minuten gemeinsam mit dem Helm abzulegen. Nach rund 45 Minuten Erholung begaben wir uns erneut auf die Piste, was zunächst auch sehr gut funktioniert hat.

17,50€ und eine hungrige Dani

Nach dem Essen sieht die Welt doch gleich viel besser aus!

Leider mussten wir nach einigen Abfahrten feststellen, dass sich die Sichtverhältnisse abermals verschlechterten. Es war kaum noch möglich Himmel gegen Schnee abzugrenzen und vor allem auf steileren Abschnitten fühlte man sich ein wenig wie im freien Fall. Obgleich dieses Erlebnis durchaus faszinierend war, schränkte es die gestalterischen Möglichkeiten während der Fahrt doch etwas ein .. die Herausforderung den Berg sicher und sturzfrei ohne Wissen über das, was da vor uns kommen würde, herunterzukommen, war schwierig genug. Trotzdem wandelte sich unser Skitag vom morgendlichen “Fährtensuchen im Schnee” (mit Stopp an jedem Pistenplan) zum nachmittaglichen “Techniktraining” .. insgesamt also eine durchaus positive Weiterentwicklung.

Gegen 16:00 Uhr entschieden wir uns dann langsam zur Talabfahrt gen Auto, was zurückblickend eine durchaus gute Entscheidung war. Obgleich die Lifte noch bis 17:00 Uhr geöffnet hatten, war die ins Tal führende Piste nämlich schon sehr stark frequentiert, so dass wir zwischendurch schon ein wenig Mühe hatten unseren Platz zu finden. Die hohe Anzahl von Wintersportlern in Kombination mit der doch recht vereisten Piste machte die letzten Kilometer relativ herausfordernd, so dass wir doch recht glücklich waren unseren Skitag gegen 16:15 Uhr verletzungsfrei abgeschlossen zu haben.

Dani - erschöpft aber glücklich

Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Ferienwohnung begaben wir uns erneut in Richtung Oberstdorf, nicht ohne Zwischendurch erfolglos einen kleinen Geocache zu suchen (Dunkelheit, Neuschnee und Kälte machen es dem ambitionierten Schatzsucher nach einem langen Skitag nicht unbedingt leichter). Dort angekommen gelang es uns dann nach einigen Minuten der Suche einen anderen Cache zu finden, bevor wir uns die sehr liebevolle gestaltete und atmosphärisch schöne Innenstadt ansahen. Neben vielen thematisch passenden Geschäften gibt es hier alles was das Herz des Urlaubers begehrt – von Gasthäusern über eine Therme bis zum Kino ist alles vorhanden. Überrascht war ich auch über das Gewusel auf den Straßen und den Versuch auf einer Bühne mit Live-Musik sogar etwas Apres-Ski-Feeling zu erzeugen (“Das ist Waaaahnsinn..”).

Nach rund 1h begaben wir uns zurück zum Auto, um noch spontan Kurs in Richtung der bekannten Heini Klopfer Skisprungschanze (bzw. der Erdinger-Arena) zu setzen. Der Anblick dieses bekannten Bauwerks faszinierte uns schon den gesamten Abend über, da selbiges angestrahlt wie ein Wahrzeichen über dem Ort thront. Wie sich herausstellen sollte, wählte unser Navi für die Anreise zur Arena den “Sightseeing”-Pfad, so dass wir nach unserem Stadtrundgang auch gleich noch an einer selbstorganisierten Stadtrundfahrt teilnahmen ;) Am Ziel angekommen waren wir zutiefst beeindruckt von den Dimensionen der Anlage, die man leider nicht ohne weiteres betreten durfte.

Trotzdem schlichen wir eifrig drumherum, und konnten glücklicherweise einige Springer vom Übungsflug von der zweithöchsten Schanze beobachten. Dabei ist es äußerst beeindruckend mit welcher Geschwindigkeit die Athleten durch die Luft segeln, welche lauten “Fluggeräusche” die Ski dabei verursachen und wie prägnant der schlagende Laut bei der Landung ist – insgesamt eine tolle Erfahrung!

Auf dem Rückweg zur FeWo stoppten wir dann erneut kurz bei McDonalds, bevor auch dieser Tag sehr früh zu Ende ging.

Auch der Start in den Sonntag erfolgte in gewohnter Pünktlichkeit, obgleich wir an diesem Morgen ja auch schon wieder aus dem temporären Feriendomizil ausziehen mussten. Danis hervorragender Vorbereitung sei Dank stellte dies jedoch kein allzu großes Problem dar, weshalb wir mit gepackten Koffern und verstautem Equipment bereits gegen 08:20 Uhr erneut in Richtung Oberstdorf aufbrachen. Auf Empfehlung unserer Gastgeberin hin steuerten wir diesmal jedoch die Nebelhornbahn an, welche uns in ein zwar kleineres aber dafür umso höher gelegenes Skigebiet fahren sollte. Vor Ort angekommen gab es erneut Parkplatzeinweiser, obgleich wir diesmal 6€ für ein Tagesparkticket bezahlen mussten *grmpf*. In jedem Fall schnallten wir schnell die Skistiefel unter und stapften munter den Talstation. Dort angekommen mussten wir erneut ein paar Minuten warten, bevor mir einer äußerst imposanten Gondel in Richtung Gipfel gefahren wurden.

Unterwegs wiederholte sich das bereits bekannte Spiel: Der Nebel nahm zu, die Sicht nahm ab. Obgleich man etwas weiter schauen konnte als am Vortag am Fellhorn, waren wir bei der Ankunft an der Mittelstation etwas skeptisch, was am Gipfel auf uns warten würde. Einen Umstieg und ein kurzes Gedränge später setzte sich unsere Fahrt fort; und als auf ca. 1600m das erste mal ein ganz klein wenig Sonne die Gipfel der uns umgebenden Berge anleuchtete, ging ein kollektives “Ahhh” durch die mit 60 Personen vollständig gefüllte Kabine. Nur wenige Augenblicke später durchbrachen wir (für mich sehr unerwartet) auf ca. 1800m die Nebeldecke und sahen uns einem fast schon atemberaubenden Anblick gegenüber. Ein türkiser Himmel thronte über den leuchtenden Bergkuppen, die in jeder Blickrichtung den Horizont bildeten. Wenige Meter unter uns lag eine dichte Nebel / Wolkenschicht, aus der wenige Kuppen herausreichten .. es war ein Bild wie es sich sonst nur beim Fliegen ergibt.

Über dem Nebel .. einer der schönsten Momente des noch neuen 2012

Nachdem wir die Gondel verließen und diese äußerst beeindruckenden Impressionen aufgesaugt hatten, wanderte unser Blick in Richtung der nahegelegenen Pisten. Diese Standen dem Blick ins Tal in kaum etwas nach – frisch preparierte, leere, breite Pisten auf denen vereinzelt etwas pünktlichere Enthusiasten den Hang herunterwedelten, warteten auf uns. Den Hintergrund bildete ein Ritter Sport Vollmilch-blauer Himmel, während die Sonne nach und nach hinter den Berggipfeln hervorstieg. Die ersten Minuten nach der Ankunft auf der Gipfelmulde verbrachten wir mit Staunen, bevor wir irgendwann doch die Ski unterschnallten und in Richtung des Lifts fuhren.

Glücklicher Signalfrosch kurz unter dem Gipfel des Nebelhorns (2.224m)

Selbiger war – wie konnte es anders sein – absolut leer und so fanden wir uns nach einer recht kurzen Fahrt am Ausgangsort für drei verschiedene Pisten (2 rote, 1 blaue), die alle das gleiche Ziel ansteuerten, wieder. Immer wieder übte der Anblick dieses Naturschauspiels soviel Anziehungskraft auf uns aus, dass das Fahren zeitweise in den Hintergrund rückte. Deshalb war es jedoch nicht weniger angenehm .. ganz im Gegenteil, selten rutschten wir so entspannt und befreit die Pisten herunter und das erste Mal in diesem Jahr war das Skifahren 100%ig so, wie es sein soll :D

Dani vor einem 1800m hohen Meer

In den kommenden 2 Stunden fuhren wir abwechselnd die bereits genannten drei Pisten, die sich hervorragend eigneten um die Technik zu üben und zu verbessern. Da die Hänge wirklich ungewöhnlich breit waren, hatte man jede Menge Raum für sich und auch bei einer steigenden Zahl von Wintersportlern fühlte man sich nie bedrängt. Die roten Pisten war dann auch so rot, dass man durchaus gefordert wurde und insbesondere beim Blick ins Tal durchaus ein Kribbeln in der Bauchgegend verspürte.

Gegen 11:00 Uhr nahm die Warteschlange an den Liften zunehmend zu, so dass wir uns zu einer verfrühten Einkehr entschlossen. Dies war zurückblickend recht positiv, da das Restaurant ebenso wie die Sonnenliegestühle noch angenehm leer war, und wir so auf rund 2000m ganz entspannt unser Mittagessen zu uns nehmen konnten. Nachdem Mittag war die Sonne dann stellenweise so warm, dass man sich fast schon Handschuh und Mütze bzw. Helm ausziehen wollte .. für den Nebel am Vortag waren wir also mehr als würdig entschädigt worden.

Panoramablick auf eine Skilandschaft, wie man sie sich vorstellt

Mit Hinblick auf die noch anstehende Heimfahrt und die nicht wenigen Pistenkilometern in den letzten 28h entschlossen wir uns dann gegen 13:30 Uhr zur 7,5km langen Talabfahrt. Während Dani den ersten (schwarzen) Teil der Piste mit der Gondelbahn überbrückte, stürzte ich mich eifrig vom Gipfel auf erneut sehr gut präparierten Pisten ins Tal. Bereits rund 100m nach Beginn der Abfahrt tauchte ich jedoch sehr schnell wieder in den Nebel ein, und fand ähnliche Verhältnisse wie am Vortag vor. Mit der mittlerweile gewonnenen Übung ging die Abfahrt jedoch gut von der Hand (bzw. vom Fuß), so dass ich Dani wenige Minuten später an der Mittelstation der Talabfahrt wiedertraf. Gemeinsam fuhren wir dann die letzten 4km gen Oberstdorf den Berg herunter und genossen ein letztes mal die breiten und fast vollständig leeren Pisten. Unten angekommen folgte dann übrigens noch ein rund 200m langer Fußmarsch, bevor wir uns am Auto angekommen etwas erschöpft aber glücklich in die bereitgelegten Wechselklamotten schälten.

Um 14:00 Uhr und damit rund 34h nach unserer Ankunft im schönen Oberstdorf, begaben wir uns erneut auf den rund 440km langen Rückweg, den wir in nur 3:30h ohne Zwischenfälle hinter uns brachten. Während wir  thematisch passend Alfred Lansings “635 Tage im Eis” lauschten, entnahmen wir der Oberstdorf Broschüre dann übrigens auch noch die Information, dass das Skigebiet “Söllereck” insbesondere bei schlechten Sichtbedingungen empfehlenswert ist, da die Bäume den Nebel hier wohl zurückdrängen. Okay, man muss immer noch Ziele haben ;-) In diesem Sinne: Bis zum nächsten mal, Oberstdorf!

Weitere Eindrücke gibt es erneut drüben in der Galerie – viel Spaß!

 

Januar 2012: Jahresbeginn im Schnee

14 Jan

- “Weu Schifoan is’ des Leiwandste, wos ma si nur vurstö’n ko” -

treffender als mit diesem Zitat von Wolfgang Ambros (aus dem universell verwendbaren und mitsingfreudigem Werk “Schifoan”) kann ich diesen Beitrag eigentlich gar nicht eröffnen.

Wie so oft stellt sich nun natürlich die Frage: Was ist passiert? Nachdem ich vor rund 10 Jahren (oh Gott ist das lang her) das erste Mal auf Carving-Skiern den Berg runter gefahren bin, ist viel Zeit vergangen. Obgleich ich das Skifahren schon damals absolut begeisternd und spaßig fand, sollte nach einem weiteren Trip in die Berge im Folgejahr mit Ausnahme eines Ausflugs in die Skihalle bei Bispingen 2010 eine lange Zeit vergehen, bevor das Thema wieder aktuell werden würde.

Obgleich ich die Begeisterung nie verloren hatte, ergab sich einfach mangels Geld, Zeit und Ausrüstung nie die Möglichkeit. Glücklicherweise gibt es ja aber nun in Form uralter Freundschaften eine Zweitbasis in München (mit gratis Strom und gratis Wasser :P ), welche als idealer Ausgangsort für Kurzurlaube in nahegelegenen Skigebieten zu viert perfekt geeignet ist. So kam es dann also auch, dass wir uns recht früh am zweiten Wochenende des noch sehr jungen 2012 ins Auto setzten um Kurs in Richtung des nur 85km entfernten Skigebiets Schliersee / Spitzingsee zu setzen (an dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass ich mir einen Tag zuvor einen Nerv eingeklemmt hatte und daher eigentlich alles andere als prädestiniert für Sport war). Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt allerdings keineswegs gelöst, sondern primär beherrscht von einer gewissen Anspannung und vielleicht sogar Angst. Schon gegen 09:45 Uhr erreichten wir unser Ziel (und damit nur rund 1:45h zu spät) und durften uns nach dem Erwerb des obligatorischen Tagespasses sogleich in die nicht enden wollende Schlange des lokalen Skiverleihs einreihen. Suboptimal war in diesem Zusammenhang vermutlich die rund 20 Personen starke Gruppe schnee-freudiger Asiaten, die uns rund 2h Wartezeit von Ankunft bis Schneekontakt bescherten.

Eindeutig erkennbare Skepsis..

Irgendwann war es dann aber soweit und wir rutschten ausgerüstet mit (Achtung, Ironie) äußerst bequemen und perfekt sitzenden Skistiefeln nebst preisgünstigen Standardskiern die ersten Hänge herunter. Die ersten Meter schienen noch recht gut zu gehen, doch wie sich in den nächsten Stunden zeigen sollte, hatten wir doch unsere Mühen mit Schleppliften, buckligen Pisten und etwas steileren Passagen. So herausgefordert wollte die Stimmung nicht so ganz wie erwartet im positiven Sinne explodieren ..  aber am Ende des Tages waren allen eigentlichen zwei Dinge klar:

  1. Skifahren macht Spaß .. aber es fehlt noch ein wenig Übung
  2. Ausgeliehenes Equipment bietet viel Raum nach oben.

Idealistisch wie wir denn nun mal alle sind, studierten wir noch am Abend eBay. Was die Skistiefel angeht würde man wohl um eine einmalige, etwas schmerzende Investition nicht herumkommen .. aber bei Skiern kann man bestimmt was machen. Ja .. mit dieser naiven Einstellung ging unser erster Ausflug in den Schnee zu ende.

Die kommende Woche stand dann ganz im Zeichen des Ausrüstungserwerbs. Foren wurden studiert, Anfängerguides gelesen, Testberichte gewälzt und abschlussorientierte Verkäufer in vielen verschiedenen Läden bemüht. Von Tag zu Tag wurde klarer, dass das richtige Equipment zum einen gar nicht so einfach zu erkennen und bekommen war und vor allem der eBay-Gedanke mitten zur Saison eher weniger zielführend sein würde. Nachdem Dani und ich jeder “nur” rund 10 paar verschiedene Skistiefel anhatten und an einem Tag bei vier Händlern waren, war dieses Kapitel zum Glück abgehakt. Damit neigte sich dieser Abschnitt dem Ende und einer neuer tat sich auf: Auswahl und Beschaffung  der richtigen Ski.

Um den geneigten Leser an dieser Stelle nicht zu langweilen sei gesagt: Die Kombination aus Internet, lokalen Fachgeschäften, Hartnäckigkeit und finanzieller Leidensfähigkeit sorgte dafür, dass wir am Freitag morgen um 09:30 Uhr alles zusammen hatten, was eine (erfolgreiche) Wiederholung des letzten Skiwochenendes ermöglichen sollte. Um uns stapelten sich Kartons, aus denen zwei paar Ski (Rossignol Temptation 74 Light, Atomic Vario Carbon), zwei paar Skistiefel (Salomon Quest Access 60w, Head Vector 110), Helme, Handschuhe sowie Skistöcke hervorgingen.

Viel unscheinbarer als man denkt..

Anschließend musste nur noch schnell der Privatskilehrer für 4 Personen für 3h gebucht werden, und schon konnte es erneut in Richtung München gehen, wo uns dankenswerterweise erneut ein bequemes Bett (nebst Cocktails, Strom und Wasser) erwartete. Samstag Morgen sollte dann auch alles besser werden, weshalb wir abermals früher aufstanden und das Frühstück ins Auto verlegten. Dank so diszipliniertem Vorgehen waren wir dann auch (mit Zwischenstopp an der Skischule) sehr früh im Skigebiet, welches in den Morgenstunden noch herrlich leer war. Bereits die ersten Meter auf den eigenen “Brettern” fühlten sich super an und insgesamt war jetzt irgendwie alles besser.

Macht schon mal einen professionellen Eindruck

Von 10:00 bis 13:00 Uhr füllte der Skilehrer dann die noch vorhandenen Lücken hinsichtlich der richtigen Technik zur eleganten Abfahrt und unterstützte uns dabei endlich das richtige Feeling für den Berg zu entwickeln. Obgleich die vorhergesagten 6 Sonnenstunden leider ausblieben und wir auch sonst mit -11°C etwas auf die Probe gestellt wurden, gelang es den äußeren Einflüssen nicht unsere Stimmung zu drücken.

Sieht doch schon viel überzeugter aus, oder?

Einzig während der stärkenden Mittagspause wurde es dann doch etwas kühl, was vermutlich auf fehlenden Jägertee zurückzuführen war ;-)

"Weu so a Tee mocht den Schnee erscht so richtig schee" (W. Ambros, schon wieder)

Gegen 16:00 Uhr und damit rund 8h nach unserer Ankunft im Skigebiet traten wir erschöpft aber auch etwas traurig (schließlich war der Tag im Schnee schon wieder vorbei) den Rückzug an. Die Grundstimmung war dieses mal jedoch deutlich positiver, hatte sich doch die Anzahl der Stürze gefühlt auf 1/10 verringert, während die Pistenkilometer antiproportional zunahmen. Spätestens jetzt war klar: Dies sollte nicht der letzte Ausflug in die Berge dieses Jahr bleiben :)

Ski Bunny :)

Hatte ich erwähnt das wir alle ziemlich erschöpft waren? Mehr Fotos vom Abend gibt es aber nicht ;)

 

 

Das war 2011: Ein Jahr in Bewegung

05 Jan

Da sich hier schon länger nichts mehr bewegt hat, hielt ich es für eine gute Idee diese Phase des Stillstands mit einem Resumé des umso bewegteren Jahres 2011 zu beenden.

Ganz anders als 2012 begann 2011 für uns kalt .. sehr kalt .. und verspätet. Wie kam es dazu? Nun .. wie ich (leider nicht ganz vollständig berichtete) haben wir den Jahreswechsel erneut in Hamburg verbracht – allerdings durchgängig bei Temperaturen deutlich unter dem Nullpunkt und bei jeder Menge Schneematsch. Zurückblickend gab es sogar soviel davon, dass wir den geliebten Porsche zu Hause lassen und auf ein deutlich konventionelleres Fortbewegungsmittel in Form der von mir sonst so ungeliebten Bahn zurückgreifen mussten. Obgleich diese uns (irgendwie .. und vor allem irgendwann) zum Ziel und auch wieder zurück brachte, blieb mir dieser Aspekt unseres Kurzurlaubs doch lebhaft in Erinnerung (“Wir warten noch auf einen Triebwagenführer..”).

Das Jahr begann im kalten Hamburg

Der kalte Aspekt ist damit hinreichend erläutert .. der verspätete jedoch nicht. Dies lag ganz einfach in einer Panne des von mir sonst umso mehr geliebten iPhones begründet, welches spontan zum Jahreswechsel diverse Fehler in der Wecker-App offenbarte – ein Umstand, der sich 2011 (und peinlicherweise auch 2o12) wiederholen sollte. Wie dem auch sei .. damals starteten wir umso hastiger in das neue Jahr .. ein Tempo, dass wir insgesamt beibehalten sollten.

Doch wie so oft begann das neue Jahr in vielerlei Hinsicht eher gediegen und friedlich – sowohl privat als auch beruflich lief alles auf einem angenehmen Niveau vor sich hin. So wirklich Bewegung kam erst im April in unser Leben, da in diesem Monat die heiß ersehnte Porsche-Saison 2011 eröffnet wurde. Das traditionelle “Anblasen” des Porsche Clubs Rhein Main in der Merzenmühle sollte unser Schritt hinein in das Porsche Club sein und zeigte mir von einem Moment auf den anderen, dass gemeinsam mit anderen Enthusiasten durch die Kurven und Landschaften dieser Region zu räubern noch viel schöner ist als allein unterwegs zu sein.

Unsere allererste Ausfahrt mit dem Porsche Club Rhein Main

Dieser Aspekt der automobilen Hingabe hat uns dann gleich so gut gefallen, dass wir fortan so ziemlich jede Möglichkeit wahrnahmen die verschiedenen Porsche Fahrevents und Treffen im Rhein Main Gebiet (und dessen Umland) wahrzunehmen. So waren wir u.a. beim Eltertreff Jahrestreffen am Edersee, haben mit dem Porsche Stammtisch NRW zwei Tage lang den Spessart unsicher gemacht, sind mit Porsche on Tour ins Ohmtal gefahren, haben das Sportwagentreffen in Bad Kissingen besucht, beim pff Deutschlandtreffen als Juror und Orga-Mitglied mitgewirkt, an der Bildersuchfahrt im Herbst mit dem PCRM teilgenommen und quasi als Saisonabschluss die Jubiläumstour von Porsche on Tour (Ziel: PZ Mainz) absolviert (irgendetwas habe ich bestimmt vergessen).

1,2,3, viele

Auch ansonsten waren wir dem Zuffi zu zweit nicht wenig unterwegs – u.a. im Harz, an der Ostsee, in Dänemark und am Edersee. Insgesamt haben wir 2011 ca. 30 000 Porsche Kilometer abgespult (zugegeben, die meisten davon als Daily-Driver).

Da wir schon beim Thema Sport und Zahlen sind: Auch zu Fuß war ich im vergangenen Jahr recht eifrig. Die Laufsaison eröffnete ich bereits am 14.01. und beendete sie erst am 23.11. In der Zwischenzeit habe ich (sehr humane) 555km abgespult (ehrlich!) und dabei 48:14h laufend verbracht. Da ich während dieser Zeit auch mal probeweise das Kalorienzählen begonnen hab (eine sehr erheiternde Beschäftigung .. dämpft die Lebensqualität allerdings ein wenig), habe ich dabei insgesamt rund 5kg abgenommen .. was ich durchaus motivierend finde.

Ansonsten haben wir 2011 auch regelmäßig unseren Lieblingsfamiliensport betrieben: Geocaching. Obgleich wir im vergangenen Jahr insgesamt eher geschwächelt haben, gelang uns durch eine furiose Jahresendrallye dann doch noch überraschend die Komplettierung und ersten Tausenders – am 31.12.2011 gegen 16:00 Uhr. Zuvor hatten wir jeweils 24, 35 und 13 Caches pro Tag gesucht und erfolgreich gefunden, was den Dezember 2011 mit 124 Funden (Caches in 2011 gesamt: 274) zu unserem mit Abstand erfolgreichsten Monat macht. Insgesamt betrachtet waren wir 2010 jedoch produktiver (324 erfolgreiche Bergung). In jedem Fall ist der Ehrgeiz und die Lust momentan wieder entfacht, so dass ich sehr gespannt bin, wie viele Schätze wir im neuen Jahr entdecken werden.

Nach diesen eher zahlengetriebenen Absätzen kurz zurück zu unserem kleinen Dasein an sich: Obgleich wir dieses Jahr (ein Wunder!) nicht umgezogen sind, hat sich (natürlich!) doch etwas verändert: Im August 2011 haben wir relativ überraschend einen Zweitporsche angeschafft, der nach rund 7 Wochen friedlicher Koexistenz zum Erstporsche (aber insgesamt Zweitwagen) befördert wurde. Etwas weniger mysteriös gesprochen haben wir uns nach vielen Monaten des Grübelns und der Überlegung tatsächlich dazu durchgerungen den knackigen Look des Caymans gegen das versteckbare Dach eines Boxsters zu tauschen. Da wir ansonsten sehr zufrieden mit der Ausstattung und den sonstigen Details des Fahrzeugs waren, entspricht unser neuer Roadster tatsächlich weitestgehend den Charakteristika des “alten” Cayman.

Das Foto was mir 2011 am stärksten im Gedächtnis geblieben ist

Am vorletzten gemeinsamen Tag...

Zwillingsbrüder

Zu unserem Glück war der Herbst ja recht mild, so dass wir bis Mitte November noch recht angenehme Touren “oben offen” unternehmen konnten, was das Autofahren doch noch einmal zu einem anderen Erlebnis macht. An dieser Stelle sei allerdings auch angemerkt, dass man (zumindest ich) das Cabrio deutlich entspannter bewegt (Wind, Geräuschkulisse, Intensität der Wahrnehmungen) – mit dem Cayman war ich jedenfalls definitiv artgerechter unterwegs. Achja, mit Mütze, Handschuhen und gutem Willen kann man auch im Dezember bei 3°C und starkem Wind in der Mittagspause offen zu McDonalds fahren .. man muss es nur wollen ;-)

Es gibt kein falsches Wetter..

Wenn wir nicht gerade damit beschäftigt waren zu arbeiten, Auto zu fahren oder Plastikdosen in der Natur zu suchen, haben wir natürlich auch etwas Urlaub gemacht. Dieser fiel 2011 zwar wenig exotisch aus, war aber trotzdem rundum gelungen. Los ging es – wie eingangs erwähnt – im kalten Hamburg, setzte sich über den traditionellen Hochseeangeltripp in Dänemark (diesmal mit Porsche .. ein Highlight) fort und endete so gesehen in einem einwöchigen Spätsommeraufenthalt in Warnemünde (der eifrige Leser wird sich sicherlich an die umfangreiche Berichterstattung erinnern).

Unvergessen sollen in diesem Zusammenhang auch unsere wiederholten Kurztripps nach München (danke, Teichi :-) ) sowie die Spontanbesuche im Karlsruher Raum und am Edersee (wirklich eine tolle Gegend) sein.

Insgesamt könnte man nun zurückblickend sagen: Was will uns der Autor damit sagen? Okay, er ist ein bisschen rumgerannt, ein wenig rumgefahren und Urlaub gab es auch .. und das war’s? Jap, das war es. 2011 war (bis auf ein, zwei wirklich erträgliche Stolpersteine) ein recht entspanntes und wirklich spaßiges Jahr, in dem wir einige sehr tolle Menschen kennengelernt haben.. so kann es gern weitergehen :-)

 
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Teilnahme am Bad Homburger Kurparklauf 2011

11 Okt

Die Oberschenkel brennen etwas, die Beine sind schwer .. was war passiert? Ich bin erstmals und relativ kurz entschlossen beim Bad Homburger Kurparklauf 2011 mitlaufen.

Neben dem Volkslauf (10km) gab es beim recht traditionsreichen, zum 18. Mal stattfindenden Event auf die Möglichkeit am “Jedermannslauf” über 5km teilzunehmen .. aber wenn schon, denn schon. Auf größtenteils asphaltieren Straßen bzw. Wegen galt es also vier Runden im Herzen Bad Homburgs zu drehen, die mit mehr oder minder starken Steigungen bzw. Gefällen gar nicht so einfach waren, wie man es zunächst vermuten würde.

Da ich bis zu letzt nicht 100%ig von der Teilnahme überzeugt war (unsichere Wochenendplanung und unklare Wetterverhältnisse) entschloss ich mich gegen eine Online-Anmeldung, weshalb wir bereits eine halbe Stunde vor dem Start und damit spätestens um 10:00 Uhr vor Ort sein mussten. Das war soweit absolut unproblematisch, als dass wir sowieso schon um 06:45 Uhr wach waren .. wenn Sebastian Vettel schon jüngster Doppelweltmeister wird, will man das ja zumindest aus der Ferne miterleben ;-) Gut 5 Runden vor Schluss brachen wir also auf und steuerten zielsicher die von den Veranstaltern empfohlene Garage der Spielbank an. Da Bad Homburg (zumindest zu diesem Zeitpunkt) noch angenehm leer war, erreichten wir das Ziel zügig und ohne Umwege; freie Kapazitäten waren zudem im Überfluss vorhanden.

Wenige Minuten später fanden wir uns auch schon in der Schlange vor dem Schalter “Nachmeldungen” wieder und zügig war der Anmeldebogen gegen die Startnummer 276 getauscht. Da ich – was öffentliche Events angeht – bisher ja erst 2x am JP Morgan Run teilgenommen hatte und über keinerlei Erfahrungen mit öffentlichen Laufveranstaltungen verfügte, war ich ob der vielen recht professionell wirkenden Teilnehmern doch recht überrascht. Wirkt man beim JPMCC mit einer Laufhose schon beinahe overdressed, waren beim Kurparklauf doch nahezu alle Teilnehmer in entsprechender Ausrüstung vor Ort. So verbrachte ich die letzte halbe Stunde beim Start außer mit Frieren (8°C) auch mit der Überlegung, ob ich wohl als Letzter oder Vorletzter durchs Ziel kommen würde. Dani wirkte meinen aufkeimenden Zweifeln in gewohnt liebevoller Art entgegen, in dem sie sich beiläufig nach der Maximalparkdauer in der Tiefgarage erkundigte ;-)

Irgendwann war es dann so weit und das Gedränge um den Startbereich wurde merklich enger. Allerorts piepsten die Puls- und Stoppuhren, während die Organisatoren ein paar letzte Hinweise (“10km bedeutet VIER mal hier durchlaufen”) gaben. Wenige Augenblicke später unterbrach ein einigermaßen lauter Schuss die sonst recht fetzige Livemusik der Band (Stimmung schadet nie) und 275 Läufer begaben sich auf die 10km lange Strecke. Während die Morgensonne den Kurpark in ein tolles Licht tauchte, versuchte ich einen einigermaßen freien Laufbereich zu finden und suchte – wohlwissend das 10km etwas länger als meine übliche Laufstrecke sind – mein ganz eigenes Lauftempo.

Auf die Plätze, fertig, *Peng*

Wie bei jedem Massenlauf dominierte auf den ersten Kilometern natürlich der Spaß. Es ist (übrigens ganz ähnlich wie bei einer Porscheausfahrt) einfach cool jede Menge Läufer vor einem auf der Strecke zu sehen und bei einem kurzen Schulterblick noch mehr Sportler zu entdecken, die sich wie an einem langen Band gezogen entlang des vorgegebenen Pfades bewegen. Am Wegesrand stehen ab und an interessierte Zuschauer und als völlig unbedarfter Teilnehmer freut man sich in Runde 1 über den bis dahin noch nicht 100%ig klaren Rundenverlauf .. schön. Auf Höhe der Kaiser Friedrich Promenade entdeckte ich dann plötzlich auch Dani am Wegesrand, was mir abermals ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Da war die Welt noch in Ordnung ;-)

Kurz nach diesem Schnappschuss kippte die Stimmung minimal, denn nicht alles war so wirklich optimal. Zum einen rutschte mein (vorher eigentlich extra enger gestellter) Brustgurt permanent in Richtung Erde und konnte nur durch meinen Bauch gestoppt werden (okay, diesmal also keine Pulsauswertung) und zum anderen hatte ich beim ca. 300m langen Bergabstück zwischen Schwedenpfad und Kisseleffstraße zunehmend und wie befürchtet mit Seitenstichen zu kämpfen. Selbige erwischen mich auch beim sonstigen Training vornehmlich bei Abschnitten mit negativem Gefälle und führen (zumindest in meinem Fall) nicht selten zu einer Zwangspause. Okay, es war Runde 1, mir ging es noch richtig gut und die Schmerzen gingen zum Glück sehr schnell wieder vorbei. Schneller als gedacht (rund 11:30min nach dem Start) überquerte ich das erste Mal die Start- und Zielgrade und freute mich ein weiteres mal über die gute Stimmung nebst Anfeuerungsrufen im Kurpark.

Während Dani sich den Bauernmarkt nahe des Kurhauses anschaute, begab ich mich (langsam schon etwas durchgeschwitzt) auf Runde zwei. Auch diese lief soweit sehr gut, wobei die Anzahl der mich Überholenden deutlich geringer als während der ersten 2,5km war. Unerfreulicherweise  kehrten genau beim gleichen Abschnitt wie beim ersten Durchlauf die Seitenstiche zurück .. diesmal jedoch deutlich intensiver als zuvor. Die Schmerzen waren kurzzeitig so heftig, dass ich tatsächlich einen frühzeitigen und schmachhaften Rennabbruch in der Nähe des Steigenbergers in Erwägung zog .. das dann aber nicht mit meinem Ego vereinen konnte. Glücklicherweise ließen die Schmerzen nach einer Veränderung der Atemtechnik einigermaßen nach, so dass ich nach weiteren rund 13 Minuten die zweite Runde absolviert hatte.

Weil es so schön war nochmals ein paar Impressionen vom Start

Bedingt durch diesen kleinen “Defekt” verlor ich jedoch jeglichen Anschluss an meine eigentliche Laufgruppe, was ich zu diesem Zeitpunkt schon etwas frustrierend fand. Runde drei lief ansonsten richtig und machte zunehmend mehr Spaß. Auf den ebenen Abschnitten und solchen mit positiver Steigung fühlte ich mich sehr wohl, versuchte es aber im bereits beschriebenen “Problemsektor” eher ruhiger angehen zu lassen. Während man so unterwegs ist, macht man sich manchmal aber doch Gedanken um die eigene Platzierung. Dies tritt umso stärker in den Vordergrund, wenn man einigermaßen erschöpft aber voller Zuversicht von einer mindestens 30 Jahre älteren Dame überholt wird, die mit Hinblick auf ihren Erschöpfungsgrad noch in der ersten Runde zu seien scheint.

Die vierte und damit letzte Runde war dann an und für sich kein Problem mehr und ich merkte, dass ich – abgesehen von “Vorsichtsmaßnahmen” durchaus optimistischer hätte ins Rennen gehen können. Die letzten 300m legte ich folglich auch im Sprint zurück, den Dani im Rahmen des “Finisherfotos” auch effektvoll eingefangen hat ;-) Das Ziel erreichte ich nach 53:02min gemäß der offiziellen Zeit und damit “nur” (…) 18 Minuten nach dem Erstplatzierten.

Kamerafreundlicher Endspurt

Da ich mich in den durchgeschwitzten Klamotten und mit Hinblick auf die nach wie vor recht kühlen Temperaturen nicht so wirklich wohl fühlte, setzten wir zügig Kurs nach Haus und damit direkt in eine wärmende Dusche.

Nach einer kurzen Pause haben wir uns übrigens abermals in Richtung Bad Homburg begeben, dass jedoch so voll war, wie lange nicht mehr. Nach einer rund 25 Minütigen Parkplatzsuche war uns dann durchaus bewusst, dass Erntedankfest und verkaufsoffener Sonntag bei absolut traumhaftem Wetter doch deutlich mehr Menschen als zunächst erwartet anlockten und unser Plan eines “lockeren Spaziergangs” in der City doch etwas realitätsfern war. Trotzdem wurde irgendwann alles gut, wir fanden einen Parkplatz, mischten uns unters bunte Volk und genossen – so wie viele andere – die schöne Atmosphäre auf der Luisenstraße.

Viel Gewusel in der City

Pünktlich um 20:00 Uhr abends gab es dann übrigens die Ergebnisse, die – für mich ganz persönlich – doch etwas frustrierend ausfielen: Platz 19 von 22 in der Gruppe von 20 – 29 und Platz 174 von 275 Finishern insgesamt. Okay, ich stehe derzeit nicht voll im Training, war mit meiner eigenen Performance ganz zufrieden und habe ja eh nur zum Spaß mitgemacht .. aber insgesamt hatte ich doch gehofft etwas weiter vorn zu landen. Um in meiner Klasse unter die Top 10 zu kommen, hätte ich übrigens insgesamt 10 Minuten schneller laufen müssen .. eine ziemlich heftige Herausforderung.

Insgesamt war die Teilnahme am Kurparklauf eine gute Entscheidung .. das Event war sehr gut organisiert, es herrschte bei Weitem nicht so ein Gedränge wie beim JP Morgan Run und nach den 1okm und dem erfolgreichen Zieleinlauf fühlt man sich einfach toll ;-) Fazit: Nächstes Jahr bestimmt mehr!

Zur Abwechslung gibt es heute mal einen Verweis zur Trainingsanalyse bei Garmin und keine Trackaufzeichnung: Link (bitte beachten: Der Brustgurt ist verrutscht .. die Messwerte für den Puls sind also völlig sinnfrei).

 
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