Time to change: Wechsel auf Google Chrome

Ich selbst habe mich schon immer als Early Adopter gesehen, also als jemanden, der zu einem frühen Zeitpunkt gern neue Technologien annimmt, ausprobiert und sie bei Gefallen in den Alltag integriert. Ausserdem mag ich es, wenn sich bestimmte Dinge, mit denen ich täglich zigfach arbeite, zum positiven verändern.

So war ich auch schon immer jemand, bei dem Eingabegeräte wie Mäuse und Tastaturen das ein ums andere mal getauscht wurden und immer mal etwas Neues auf dem Schreibtisch stand.

Bei Software versuche ich ähnlich innovativ zu sein und so wechselte ich vor einigen (vielen) Jahren von Opera zu Firefox. Firefox? Early Adopter? Ja, auch der Feuerfuchs war mal ein wenig verbreitetes Produkt .. und auf den Zug bin ich damals aufgesprungen. Wenn gleich die Umgewöhnung von Opera etwas gedauert hat, hab ich sie eigentlich nie bereut. Trotzdem schielt man ja immer mal nach links und rechts und so gab es selbstverständlich Tests mit Apples Safari und auch mit Chrome 3. Zum damaligen Zeitpunkt war das alles jedoch alles nicht so ganz befriedigend – spätestens bei der Bookmark-Synchronisation zwischen mehreren Installationen war der Spaß vorbei.

Was mich jetzt wachgerüttelt hat dem Browser aus dem Hause Google nochmals eine Chance zu geben, war ein „pro Chrome“ Artikel der c’t.

Da ein Test ja nicht weh tut, entschloss ich mich kurzer Hand dem Firefox temporär untreu zu werden und den schlanken Chrome zu installieren. Selbiges ging gewohnt schnell und unkompliziert von der Hand und nach einigen Minuten waren mein Browserverlauf, meine Bookmarks, gespeicherten Passwörter (böse, böse..) etc. vom Firefox erfolgreich zu Chrome rüber gehievt. Dann kam auch schon der erste Praxistest: Die Browserumstellung vergessen und einfach arbeiten .. d.h. mit den gewohnten Handgriffen neue Tabs öffnen (STRG + T), geschlossene Tabs wiederherstellen (STRG + SHIFT + T), links mit einem Klick auf die mittlere Maustaste im Hintergrund öffnen usw. Erfreulicherweise verhält sich Chrome hier sehr analog zu den Shortcuts von Firefox, so dass die Umstellung im ersten Moment kaum auffällt.

Bei Firefox bin ich für Personas (also die Möglichkeit den Browser einfach grafisch anpassen zu können) sogar auf den Beta-Zug gesprungen, also wollte ich mich in dieser hinsicht auch bei Chrome nicht verschlechtern. Erfreulicherweise stehen mittlerweile eine ganze Reihe von alternativen Skins für Googles Browser bereit und so ist etwas Anpassbarkeit durchaus gegeben. Okay, bedingt durch das sehr kompakte Benutzerinterface wirken sich die alternativen Designs weniger aus und auch die Auswahl ist nicht mit der für den Firefox zur Verfügung stehenden vergleichbar .. aber es ist ein Anfang und mir gefällt es.

Schmaler als gewohnt aber sehr ansehnlich

Was bereits nach den ersten Minuten mit Chrome auffällt, ist seine immense Geschwindigkeit im Vergleich zum Firefox. Bildersuche bei Google kommt einem vor, als würde man lokale Ordner durchsuchen. Auch sonst geht der Seitenaufbau flott von der Hand und die Surferfahrung fühlt sich einfach etwas „auf Speed“ an. Eine konsulierter Browservergleich von Futuremark bescheinigt Chrome auf meinem System jedoch eher geringe Performancevorteile. Möglicherweise liegt es an der Testsuite, denn der subjektive Geschwindigkeitsvorteil ist enorm.

Futuremark bescheinigt Chrome geringe Vorteile auf meinem System

Apropros Vorteil: Da Chrome für jeden Tab (und jedes Plug-In) einen separaten Prozess verwendet, ist die Stabilität des Google-Browsers signifikant höher als die der Konkurrenz aus dem Hause Mozilla. Wer kennt das nicht – der Firefox mit seinen 15 Tabs hängt, weil eine Seite ihn aus dem Tritt gebracht hat. Gibt es bei Chrome nicht und fühlt sich gut an 😉

Neu in der Version 4 von Chrome und für mich absolut essentiell ist die Möglichkeit, den Basisumfang über Extensions (ähnlich zu Firefox Add-Ons) zu erweitern. Das tollte dabei ist, dass man viele bekannte Gesichter wiedersieht: AdBlock, Xmarks, diverse Gesturetools (um endlich auch wieder Mausgesten zu haben) usw. Ein weiterer riesiger Vorteil im Vergleich zum Feuerfuchs: Erweiterungen können zur Laufzeit installiert, aktiviert und aktualisiert werden. Kein nerviger Browserneustart mehr, weil eines der Plug-Ins mal wieder ein Miniupdate durchgeführt hat.

Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch die Inkompatibilität einiger Greasemonkey-Scripte zur Anpassung / Aufwertung von geocaching.com So funktioniert momentan GCVote nur mit leichten Einschränkungen und GCBBCodes arbeitet leider gar nicht. Hoffentlich ergeben sich hier zeitnah noch Verbesserungen, denn ein wenig fehlen die lieb gewonnenen Erweiterungen dann doch.

Fazit: Ich habe mich dazu entschieden, Chrome zu meinem primären Browser zu machen und auch dabei zu bleiben. Die Performance beim Surfen fühlt sich toll an, einige nervige Angewohnheiten von Firefox sind vergessen und das minimalistische Interface ist Google toll gelungen. Wie immer ist nicht alles perfekt, aber zumindest für eine gewisse Zeit scheint es spannend zu sein, auf dem Chrome-Zug mitzufahren.

Ein ungewohntes Symbol in der Startleiste

Erledigt: Wohnungssuche in Frankfurt

Nach drei Besichtigungstagen in Frankfurt, 22 angesehen Objekten und zuvor mehreren hundert durchforsteten Exponaten im Internet ist es soweit: Wir haben uns für eine Wohnung entschieden 🙂

Um den Zweiflern vorzugreifen: Für geringfügig weniger Wohnraum als bisher zahlen wir in Zukunft in etwa das gleiche wie momentan noch in Weingarten. Wir werden dafür in etwa 20m² Grundfläche „verlieren“, gewinnen aber zwei Tiefgaragenstellplätze hinzu – also kein Kratzen mehr im Winter. Abgesehen davon werden wir in Zukunft über einen kleinen Garten am Haus gebieten, in dem Dani sich austoben kann 😉

[umap id=“63971″ tp=“6″ size=“s“ alignment=“center“]

Noch ein paar nackige Zahlen: Die Distanz ins Büro beträgt in Zukunft 20km (bisher 11km), die Fahrt zu meinen Eltern nimmt 357km in Anspruch (bisher 508km), internettechnisch ist VDSL 50 möglich (bisher DSL 6000). Bad Homburg ist in 5 Minuten zu erreichen und der Taunus liegt quasi vor unserer Tür.

Dafür ziehen wir vom 1. OG ins Erdgeschoss und verlieren den Luxus der Fußbodenheizung – man kann halt nicht alles haben.

Der Umzug wird vermutlich schon um den 15.05. herum erfolgen .. viel Zeit bleibt also nicht mehr.

Vielleicht noch eine Lebenserfahrung zum Schluss: Im Umkreis von ca 10km um den Flughafen ist es tatsächlich so laut wie man vermuten würde 😉 Auch in der Einflugsschneise (Landebereich) ist es nicht wirklich deutlich leiser als im Startbereich. Wir haben uns auch zwei Objekte in Raunheim angesehen und dort kann man wirklich hervorragend Plainspotting betreiben. Während die Flugzeuge mit bereits ausgefahrenem Fahrwerk in geringer Höhe über einen wegdüsen, ist an eine Unterhaltung allerdings nicht mehr wirklich zu denken.

Nachdem wir in letzter Zeit den größten Teil unserer Freizeit bei immobilienscout, immonet und co verbracht haben, geht es jetzt erstmal in die Natur!

Wohnungssuche, viel Arbeit, der Frühling…

Der ein oder andere mag sich vielleicht schon gefragt haben, ob wir uns zum Ende der Probefahrt mit dem Cayman S vielleicht selbst überfahren haben … oder es einen anderen Grund für die lange Stille hier gibt.

Den gibt es tatsächlich und um genau zu sein ist es nicht nur einer, nein es sind gleich mehrere.

Einer der Hauptgründe war eine Geschäftsreise, welche durch den klitzekleinen Vulkanausbruch etwas verlängert wurde. Während meine Planung vorsah „mal eben“ vom Baden Airport aus über Hamburg und Berlin wieder nach Haus zu fliegen, wurde daraus eine ansehnliche Autobahnhatz. Da ich als bekennender Bahnverweigerer die öffentlichen Verkehrsmittel ja bewusst ablehne, war das die einzige Alternative.

Damit das Ganze nicht zu langweilig wird, hatte ich am Montag noch einen anderen Kundentermin, so dass am Abend des Montags 990km auf meinem geistigen Kilometerzähler standen. Die nächsten Tage sollte es so weitergehen und so bewegte ich mich Dan Browns Illuminati und später Meteor erst gen norden, dann gen westen und schließlich wieder auf schnellen Reifen in den Süden. Alles in allem hat das ganze sogar Spaß gemacht, Highlight waren sicher die 150km Synchronflug mit einem weißen Porsche 911 GT3RS (was für ein geiler Sound, wenn der bei 190km/h aufs Gas gestiegen ist). Unsere Wege trennten sich übrigens an einer Tankstelle 😉

[umap id=“63972″ tp=“7″ size=“c“ w=“260px“ h=“440px“ alignment=“center“]

Die zweite Herausforderung dieser Tage besteht darin eine möglichst tolle Wohnung in Frankfurt zu finden. Da man sich ja ungern verschlechtert, haben wir uns mittlerweile an zwei Tagen 14 Objekte angeschaut .. und immerhin eins davon kommt in Frage. Da gut aber nicht zwangsläufig optimal ist, geht es morgen erneut in unsere zukünftige Heimat. Zwischen 09:30 Uhr und 19:30 Uhr werden wir uns 9 weitere Menschenbunker anschauen .. in der Hoffnung etwas tolles zu finden.

Absolutes Highlight war übrigens letzten Samstag eine Besichtigung in einer bekannten Wohngegend in Oberursel. Lasst es mich so sagen: Wenn beim Nachbarn ein roter F360 Challenge Stradale parkt, der Makler im aktuellen 911 Cabriolet (Modell 997, allerdings Baujahr 2009 mit ohne LED-Rückleuchten) vorfährt und das einzige Manko der Wohnung in seinen Augen die hohe Entfernung zum nächsten öffentlichen Golfclub (11km) ist, dann ist man definitiv in einer anderen Liga angekommen 😉 Ohne das ganze irgendwie zu werten: Die Wohnung liegt inklusive Versteuerung nur knapp über unserem Budget, sagt uns vom Ambiente her aber nicht so recht zu (ist halt doch eine andere Welt).

J.P.Morgan: Ich komme!

Ich habe ja hier schon das ein oder andere Mal von meinen sportlichen Ergebnissen erzählt .. und heut ist es mal wieder soweit 😉

Nachdem ich den letzten Tagen ja bedingt durch den Job und die Wohnungssuche relativ wenig Zeit hatte, war ich heut nach sieben langen Tagen der Pause mal wieder unterwegs. Da ich den ganzen Tag über bereits von guter Laune und Frühlingsgefühlen begleitet wurde, bildete die persönliche Einladung des lokalen Porsche Zentrums zur Vorstellung des neuen Cayenne nur den i-Punkt (sowas hat Audi übrigens auch nie hinbekommen..).

Um meine Performance vielleicht noch etwas weiter zu pushen, kam mir auch der Artikel von Spiegel Online ganz recht, der mir eine weitere potentielle Schwachstelle meines Trainings verriet 😉 Ganz egoistisch ließ ich Dani also mit ihrem Training (sie ist jetzt auch unterwegs) allein und griff mir dafür meinen neuen iPod Shuffle. Betankt hatte ich ihn zuvor mit der Musik des Porschefahrens – Motivation kann man durch nichts ersetzen .. ausser durch noch mehr Motivation 😉

Bei schönster Frühlingssonne und mit frisch gewaschenem Kompressionsshirt (man war das heut wieder eng) ging es also los. Nach 18:26 Minuten war mein Sektor 1 (3,77km) beendet und ich hatte es daher endlich geschafft auf diese Distanz eine Zeit unter 5 Minuten/km zu laufen. Hoch motiviert ging es an den Sektor zwei und während der Sauerstoff abnahm und mein Puls sich beschleunigte entdeckte ich immer mehr Parallelen zwischen (Sport)Wagen fahren und Laufen. Zu „Blood is Pumping“ spurtete ich dem wohlverdienten Feierabend entgegen und mein Puls schien perfekt zur Musik zu skalieren.

Am Ende von Sektor zwei gelang es mir auch in diesem meine Performance um 8 Sekunden zu verbessern, was aber trotzdem nur einer enttäuschenden Pace von 5:21min/km entspricht. Ohne groß darüber nachzudenken betrat sich den Moorabschnitt und hoffte einfach nur, meine dort oft so lahmende Zeit etwas zu verbessern. Am Ausgang des Waldes der Blick auf die Pulsuhr: 5:22min/km.

Sektor 1: Super.

Sektor 2: In Ordnung.

Sektor 3: Bisher ganz in okay. Jetzt hieß es alles oder nichts. Ähnlich wie beim Porschefahren schaltete ich einen Gang runter, doch statt des Motors kreischte mein Herz bzw. Kreislauf auf. Nur im Augenwinkel bemerkte ich die versammelte Kleingartenkolonie, welche mich mit Blicken zwischen Mitleid und Anerkennung (oder sowas ähnlichem) verfolgte. ATB motivierte mich mit „Don’t stop“ am Ball zu bleiben und so gab ich trotz Gegenwind Vollgas. Beim Abbiegen auf die Zielgerade (bzw. den letzten Kilometer) zeigte die Pulsuhr 5:11min/km und wie durch Zauberhand wechselte die Musik zu Lord of the Boards von den Guano Apes. Gern hätte ich noch einen Gang runtergeschaltet und noch mehr Gas gegeben .. aber da kam ganz brutal der Drehzahlbegrenzer. Dann passierte, was nicht passieren darf. Beim vorbildlichen Blick über die Schulter (um die Straße zu überqueren) klemmte ich mir das Zwerchfell und wurde sofort mit schlimmen Seitenstichen gestraft. Im Auto wäre irgendeine Warnlampe angegangen, so war es einfach nur der Schmerz der sagte: Idiot..Zeit aufzuhören!

Wild entschlossen mir den Rekord nicht nehmen zu lassen spurtete ich (irgendwie) ins Ziel.

Nach einigen atemlosen Minuten, ganz schlimmen Seitenstichen und einer kühlen Dusche sah das Resultat am PC dann so aus:

Absoluter Rekord: Eine Pace von 5:01min/km auf 8,22km

Wie schon vermutet passte sich mein Puls sehr gut an die BPMs der Musik an – auch nicht wirklich gesund 😉

Irgendwann beweg ich mich auch mal wieder im Sektor vier..

Fazit des Tages: Der J.P.Morgan Run kann kommen .. so schnell wie heut war ich noch nie. Während meine Performance sich sehr gut weiterentwickelt, ist mein Gewichtsverlust eher stagniert .. aber das kann ich bei dem Pulsverlauf wohl auch eher weniger erwarten 😉

Porsche Cayman S in der Praxis

Nach einer sehr erholsamen Nacht weckte mich heut morgen das Prasseln eines sanften Frühlingsregens. Innerlich verfluchte ich kurz die Wetterstation, welche mir eine derartige Entwicklung bereits vorraus sagte, beschloss dann aber das Beste aus dem Tag zu machen.

Nach den üblichen Hygienemaßnahmen schaute ich zunächst nach unserem sportlichen Gast, denn heute stand ja die etwas umfangreichere Probefahrt auf dem Plan. Wie erwartet schmollte der basaltschwarze Cayman vor dem Haus, ziemlich durchnässt aber nicht weniger attraktiv als sonst.

Verheißungsvolle Symbolik an der Front
Genau wie am Heck

Mit derartigen Impressionen frühstückt es sich doch gleich viel besser und nach einer angemessenen Stärkung und dem Packen des notwendigen Gepäcks ging es unserem Testdrive entgegen. Ziel unserer kleinen Runde durch den Schwarzwald sollte die Schwarzatalsperre sein, welche durch ein attraktives Restaurant und einen Bootsverleih lockte. Da Dani von der Idee Wassertreter zu fahren über die Maßen beeindruckt war und mit Hilfe von Google Maps schnell ein abwechslungsreicher Parcours ausgewählt war, schien die Tagesplanung beschlossene Sache.

Nach den ersten 500 Metern dann noch ein Stopp an der Tankstelle – Schnappi möchte schließlich artgerecht gehalten werden.

Er schien mindestens genauso viel Lust auf den Tag zu haben wie wir

Bereits auf den ersten Metern unserer Reise wurden mir schlagartig zwei Dinge bewusst: Zum einen vergisst man den absolut genialen Sound des Fahrzeugs viel zu schnell wieder und zum anderen haben die 265er Reifen hinten relativ schnell ihre liebe Mühe die 320PS auf nassen Asphalt zu bringen. Während der Motor also langsam warm wurde gondelten wir die B3 entlang und Kilometer für Kilometer wurde die Landschaft beeindruckender und die Laune besser.

Leichter Nebel, gute Laune bei Dani und noch viele Kurven auf der geplanten Route

Irgendwann verließen wir dann die viel befahrenen Bundesstraßen und näherten uns dem besten Abschnitt des heutigen Tages: Einer Anreihung zahlreicher Kurven, die insgesamt wenig befahren sind. Was wir dort erlebt haben, lässt sich in Bildern leider nicht festhalten, wird uns aber umso mehr im Gedächtnis bleiben. Begleitet vom Schreien des Sechszylinders und immer die Sicherheit absoluter standfester Bremsen mit perfektem Pedalgefühl im Hinterkopf machte das Kurvenräubern so viel Spaß wie noch nie. Das Umrunden der bergigen Strecken gelingt dem Cayman viel leichtfüßiger als dem allradgetriebenen TT. Mit Hilfe der extrem präzisen und direkten Lenkung kann man das Auto äußerst spurtreu durch die Kurven treiben, die knackige Schaltung hilft einem dabei stets den richtigen Gang zu finden.

Spannend welche soundtechnischen Nuancen einem geboten werden, wenn man bei konstanter Geschwindigkeit einfach mal den zweiten, dritten und vierten Gang durchschaltet. Sollte Ratlosigkeit bezüglich der richtigen Übersetzung herrschen, hilft gern die unauffällige Schaltempfehlungsanzeige. In Form dezenter Dreiecke drängt diese einen dazu Geschwindigkeiten wie 30km/h im vierten Gang zu bewältigen und bei ca. 60km/h den sechsten Gang zu wählen. Freilich, der Cayman klingt dabei angenehm röhrig und potent, besonders viel Agilität hat man beim Befolgen dieser Empfehlungen logischerweise nicht.

Andererseits wird diese nette Spielerei vielleicht verhindern, dass am Ende des Tages einen Durchschnittsverbrauch wie der von uns erlebte auf dem Tacho bzw. PCM angezeigt werden. Dabei muss ich ganz klar sagen: Das war eine Probefahrt, wir sind immer mindestens einen Gang zu niedrig gefahren und haben mit dem Fahrzeug (im Rahmen der StVO – wirklich!) Spaß gehabt. Ich bin überzeugt, dass im Alltagsbetrieb die 10l/100km drin sind und man den Cayman auch „ganz bodenständig“ gut fahren kann.

Nach der Hälfte der Strecke zeigte sich Schnappi ziemlich bedürftig (man beachte in diesem Zusammenhang auch den laufenden Musiktitel)

Nach rund 70km erreichten wir unser Ziel – die Talsperre. Mit jeder Menge Adrenalin im Körper entstiegen wir dem Cayman, welcher offensichtlich auch ziemlich dankbar für die Pause war. Wenn gleich sich die Bremsanlage recht unbeeindruckt von der Kurvenhatz zeigte, entwich dem Aggregat doch jede Menge warme Luft und die Reifen schienen eine Temperatur „im Wohlfühlbereich“ erreicht zu haben. Während der bisherige Teil des Tages super lief, kippte die Gesamtstimmung an der Talsperre etwas. Das „Superior“ Restaurant entsprach so gar nicht unseren Vorstellungen, die Staumauer selbst wird wohl gerade „gewartet“ und der Bootsverleih ist eh erst ab Mitte Mai geöffnet.

Leider fiel unsere Pause daher deutlich kürzer als erwartet aus und wir mussten schneller wieder ins Fahrzeug zurückkehren, als zunächst vermutet. Bei kuschligen 3°C Außentemperatur und molligen 22°C im Porsche stärkten wir uns kurz an Danis M&Ms (weibliche Voraussicht sei Dank) und begaben uns dann auf den Rückweg gen Heimat (mit Umweg über McDonalds).

Rückgriff auf die mitgebrachte Notration

Auf den nächsten Kilometern konnte der Cayman abermals beweisen, was für ein grandioser Kurvenkünstler er ist. Zeitweise probierte ich die Fahrerlebnis dann mittels des Sportmodus des adaptiven Fahrwerks nochmals zu intensivieren – was ziemlich gut funktioniert. Leider fühlt man sich dem Asphalt nicht nur näher (die Karosserie senkt sich um 10mm), man spürt selbigen auch viel deutlicher. Da die von uns selektierten Straßen jedoch nicht alle in einem optimalen Zustand waren, kann die Sporteinstellung des PASM nicht durchgängig empfohlen werden 😉

Kurzer Zwischenstopp am Mehliskopf (mit Restschnee)

Unabhängig vom Fahrwerksmodus bleibt eines immer gleich: Der vorprogrammierte Adrenalinschub, wenn man vor der Kurve anbremst, diese im zweiten durchfährt, danach bis ca. 110km/h beschleunigt (und dabei ein infernalisches Schreien des Motors zu hören bekommt) um mittels knackiger Schaltung in den dritten rauf zu schalten (was der Motor erneut mit einem basslastigen Brummen quittiert). Das ganze lässt sich nur noch steigern, in dem man am Kurvenausgang etwas früher aufs Gas geht, was ziemlich vorhersehbar zu einem leichten Ausbrechen des Hecks führt. Dabei fühlt man sich niemals überfordert, denn das Stabilitätssystm (PSM) greift konsequent und zuverlässig ein, bevor es brenzlig wird. Soviel Gänsehaut hatte ich jedenfalls beim Kurvenräubern definitiv noch nie.

Als das Gelände dann wieder flacher und der Verkehr mehr wurde, spürte ich die Spuren der vergangenen Stunden. Müdigkeit kehrte ein und genau wie Dani kuschelte ich mich tief in die bequemen Sportsitze, schmiegte meinen Kopf an die Kopfstütze (im TT geht das übrigens nicht – da ist selbige äußerst unflexibel) und folgte den Ratschlägen der Schaltempfehlungsanzeige. Letztes Highlight des Tages war dann ein kurzes Stück (tempolimitierte) Autobahn, welches auf Grund der unbeschreiblichen Souveränität des Caymans zur Kür wurde. Mit immer ausreichenden Leistungsreserven gelingt jeder Einfedelungsvorgang und das Fahrzeug bedankt sich artig mit einem aufschreien des Triebwerks im Heck.

Die 150km Kurvenhatz heute lassen sich eigentlich nur wie folgt zusammenfassen: Achterbahnfahren mit Selberlenken – Klingt doof, ist aber so. Die Kurvengeschwindigkeiten sind gigantisch, die Positionierbarkeit des Autos von mir bisher so nie erlebt, der Seitenhalt in den Sitzen perfekt und der Motor spielt dazu zu jedem Zeitpunkt den richtigen Soundtrack. Das so ein Auftritt nicht nur dem Fahrer Spaß macht, mussten wir mitten auf der Schwarzwaldhochstraße feststellen. Nach einigen spannenden Kurvenkombinationen näherten wir uns einer Spitzkehre mit Tempolimit 50km/h. Kurz nachdem ich diese (mehr oder weniger) erreicht hatte, entdeckten wir mehrere Polizisten und Wanderer an einem Parkplatz nahe der Kehre. Ich hätte am liebsten in den Schleichmodus gewechselt, doch anstatt böser Blicke gab es von allen Beteiligten nur ein breites Grinsen und dazu ein herzhaftes Lachen meiner Beifahrerin.

Der Cayman, ein Sympathieträger
Bis zum Horizont...

Ein wenig Statistiken über den Tagesverlauf – ganz frisch aus dem PCM (cooles Feature):

Die Zahlen des Tages - der Ölpreis: steigend

Abschließend die GPS-Aufzeichnung der Tagestour – toll für Technikbegeisterte 😉

GPS-Aufzeichnung unserer Probefahrt [deltazoom=0;gpxelevationcolor=green;gpxspeedchart=show;gpxcheckpointinterval=10;]

Aus einer anderen Welt: Vergleich Porsche Cayman vs. Audi TT

Da ich ja seit einigen Monaten glücklicher Fahrer eines Audi TT quattro bin, erscheint es nahezu zwingend den Porsche Cayman mit selbigem zu vergleichen. Da die Probefahrt mit dem Zuffenhausener Meisterstück nicht ganz grundlos stattfindet, liegt jedoch an diesem Punkt schon nahe, dass der TT für mich offensichtlich nicht alles sein kann.

Doch der Reihe nach: Was erwartet den geneigten Leser in den nächsten Zeilen? Ein emotionaler Vergleich zwischen zwei Fahrzeugen, welche beide (der ein mehr, der anderen weniger) dem Segment „Sportwagen“ zugerechnet werden und für mich ganz persönlich die Beantwortung der Fragestellung: Cayman oder TT? Ich werde dabei subjektive Empfindungen und Eindrücke wiedergeben, die ich in 5 Monaten TT und zwei Tagen Porsche sammeln konnte – man sieht also bereits hier: der Vergleich hinkt etwas. Darüber hinaus wird es keine penible Gegenüberstellung einzelner Features wie beispielsweise des Navis ö.ä. geben.

Vorab vielleicht noch eines: Dieser Beitrag stammt von einem Autoverrückten, der gut 10 Jahre unverbesserlicher Bewunderer des TTs (logischerweise erst das alte Modell, dann das neue) war und der lange Zeit auf die Erfüllung dieses Traums warten musste. Der Audi war bzw. ist für mich also nicht nur irgendein „Gelegenheitsfahrzeug“.

Misanorot vs Basaltschwarz

Da stehen sie also, die beiden Kontrahenten. Beide leben auf großem Fuß (19″), haben nominell nur zwei Sitze (beim TT kommt natürlich die Notbank hinzu), einen geschwindigkeitsabhängingen Heckspoiler und im vorliegenden Fall ein adaptives Fahrwerk (PASM bzw. Magnetic Ride) .. das war’s dann aber auch schon mit Gemeinsamkeiten. Während der TT mit allen vier Hufen scharrt, ist der Cayman ein Hecktriebler. Der TT schiebt sein Aggregat brav vor sich her, beim Cayman schlägt das Herz hinter den Sitzen. An dieser Stelle die ganz freche Frage: Merkt man den Unterschied? Jeder autoerfahrene Liebhaber und Kenner verlangt jetzt wahrscheinlich die Antwort: Sofort und zu 100%. Ich muss jedoch ganz ehrlich sagen: Der TT bekommt seine Kraft sehr gut auf die Straße, der Porsche selbstverständlich ebenso. Zerrende Kräfte in der Lenkung spüre ich beiden nicht und die Kurvengeschwindigkeiten sind ebenfalls bei beiden Fahrzeugen sehr beeindruckend und machen jede Menge Spaß (beim TT jedenfalls spätestens seit er seine Sommerschuhe mit 255er rundum wieder drauf hat).

Zwei ganz unterschiedlicher Fahrzeugfronten im Vergleich

Während das reine Fahrgefühl (zumindest im kurzen Testzeitraum) noch vergleichbar erscheint, ist die Emotionalität des Porsches in keinster Weise mit der des Audi TT zu vergleichen. Das fängt beim Starten (und dem damit verbundenen Aufheulen des Triebwerks) an und setzt sich beim Fahren fort. Im Porsche fühlt man sich einfach viel mehr wie in einem Sportwagen. Der Motor mit seinem kehligen Sound verleitet einen das ein ums andere mal dazu mit dem Gaspedal zu spielen und mal einen Gang niedriger als notwendig zu fahren, sein Fauchen macht Lust auf mehr und die niedrige Sitzposition lässt einen noch mehr eins mit der Straße werden als im TT. Insgesamt fühlt sich der Audi eher an wie ein A3 mit anderer Optik, während der Porsche eindeutig der Kategorie „Sportwagen“ zugehörig sein möchte.

Vielleicht noch ein kurzes Wort zur Sitzhöhe: Diese ist nochmals um einiges niedriger als im TT aber auf gar keinen Fall störend. Die Übersicht ist deutlich besser als hinter der langen Haube des Z4s und die Türen angenehm kürzer als beim Wagen aus Ingolstadt – insgesamt ein sehr angehmes Feeling, welches durch die hervorragenden Sportsitze mit genial weichen Kopfstützen weiter verstärkt wird. Aufallend sind übrigens auch die deutlich größeren Scheiben, welche einen die Landschaft sehr gut beobachten lassen 😉

Riesige Scheiben im Vergleich zum TT

Apropros beobachten der Umwelt: Diese reagiert selbstverständlich auch recht intensiv auf den 987er .. und zwar signifikant mehr als beim Audi. Während der TT sich seine Beachtung das ein ums andere mal verdient, kann der Porsche diese zu jedem Zeitpunkt einfordern – dazu reicht ein kurzer Tritt auf das rechte Pedal. Fahren Audi und Cayman hintereinander her (heut ca. 40km erlebt) bleibt die Aufmerksamkeit immer beim Sportwagen aus Zuffenhausen hängen. Menschen schauen einem nach, Kinder freuen sich einfach, Jugendliche starren nur. Bedingt durch die auffällige Farbe des TTs bin ich so etwas ja bereits ein wenig gewohnt, doch im Vergleich zum Cayman fällt der Audi quasi nicht auf.

Ingolstädter Perfektion und Zuffenhausener Emotion

Nach sovielen Emotionen und subjektiven Eindrücken vielleicht noch ein paar Worte zur Praxistauglichkeit beider Fahrzeuge im Vergleich. Da wir über kein größeres Auto verfügen, ist der TT momentan quasi unser „Lastenesel“. D.h. Familienheimfahrten muss das Auto genauso ermöglichen wie Urlaube. Mit der Zeit lernt man natürlich das Fahrzeug zweckmäßig zu packen und den vorhandenen Laderaum bestmöglich auszunutzen. Beim TT empfiehlt es sich hierbei übrigens zunächst die Rückbank zu beladen, dann den Kofferraum und darüber hinaus ggf. von der hinteren Ladeluke aus die Rücksitzbank weiter zu befüllen. Auf diese Weise haben wir bisher nahezu alles transportieren können, was wir wollten.

Mangels Rücksitzbank verlangt der Cayman hier etwas Umdenken. Das ist jedoch schnell getan, denn der Bugraum bietet mehr als genug Strauraum für vermutlich zwei Trolleys und zwei Laptoptaschen (o.ä.). Über dem Motor bleibt dann genug Platz für flexibles Gepäck, während hinter dem Motor ein weiterer Trolley oder eine große Reisetasche verstaut werden können. Insgesamt ist der zur Verfügung stehende Raum im Porsche vermutlich leichter zu beladen und steht den Kapazitäten im Audi in nichts nach. Praktisch sind übrigens auch die Haken für Jacken etc. hinter den Sitzen.

Wo beim Einen der Motor ist, lagert beim Anderen das Gepäck

An dieser Stelle auch noch ein paar (wenige) Worte zu den Radio-/Navigationssytemen beider Fahrzeuge, die ich aber mangels Erfahrung kaum Vergleichen kann. Das aktuelle RNS-E das Audios (Modelljahr 2010, verbesserte Auflösung, Anzeige von Tempolimits etc.) hat mich in den letzten Monaten eigentlich nie so wirklich im Stich gelassen. Die Navigationsfunktion steht so gut wie immer zur Verfügung (es soll ja Fahrzeuge aus dem Hause Volkswagen geben, wo zunächst mehrere Minuten ein tröstendes „Die Navigation wird aktiviert“ abgewartet werden muss) und die Routenführung ist absolut brauchbar. Die Anzeige der erlaubten Höchstgeschwindigkeit ist ebenso wie die Sprachsynthese sehr praktisch. Weniger toll ist die leichte Verzögerung beim Eingeben von Adressen via MMI-Drehrad (Sprachdialogstörung kompensiert dieses Problem) und die meiner Meinung nach schlechte Einbindung von Verkehrsinfo mittels TMC Pro (ich liebe es erst 10km VOR einem Stau davon zu erfahren). Hier sind mobile Navis wie TomTom oder Navigon bzw. andere Hersteller wie BMW deutlich weiter.

So .. nach dem Audi kurzer Wechsel zum Cayman: Was sofort positiv auffällt, ist die Touchscreen-Bedienung des PCM II. Sämtliche Eingaben gehen extrem schnell von der Hand und man hat nie das Gefühl mit dem Finger „daneben“ getroffen zu haben. Ich war hier absolut überrascht, wie positiv diese Technologie funktioniert. Sehr erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Navidaten auf einer integrierten Festplatte vorgehalten werden. So bleiben nervige Geräusche des Laufwerks (wie beim TT) erspart und selbiges kann zur Musikwiedergabe genutzt werden. Auch das Soundsystem des Porsche (BOSE) überzeugt in vollem Umfang (GAR kein Vergleich zum Audi, auch nicht mit Bose und meiner Meinung auch besser als Bang & Olufsen z.B. im A4) wird aber auf Grund des genialen Motorsounds kaum benötigt.

Nachdem es nach rund 1200 Wörtern so langsam Zeit wird ein Ende zu finden, möchte ich die Eindrücke der beiden Fahrzeuge im Vergleich nochmals ganz kurz zusammenfassen. Der TT ist ein komfortables Langstreckenfahrzeug (andere mögen das nicht so sehen) mit spannender Optik und geringen Bedienkräften. Es macht Spaß ihn im Alltag zu bewegen, im Parkhaus sieht er toll aus und wenn er in der Sonne glänzt, macht er Lust auf mehr. Der Cayman dagegen ist viel purer. Er ist laut (in gewissem Umfang und niemals störend), er ist etwas schwerer zu bedienen (dafür deutlich präzieser) und er ist einfach viel mehr Sportwagen.

Für mich steht fest: Wer jung ist, die Möglichkeit hat beide Fahrzeuge zu erreichen und vor der Wahl steht, wird angesichts technischer Perfektion, unvergleichlich mehr Emotionalität und dem Gefühl soviel mehr unter dem Hintern zu haben als „nur einen Cayman“ kaum Zögern und zum Meisterwerk aus Zuffenhausen greifen, dessen kehliger Motor sogar im Stand, an der Ampel bei Leerlaufdrehzahl flüstert: Gut gemacht, Junge.

Je flacher desto besser?
Emotion schlägt Kompromiss

Eins noch: Während ich den TT immer als weiblich ansehe, könnte man diese Eigenschaft dem Cayman niemals attestieren. Die Geräuschkulisse die dieses Fahrzeug verbreitet, kann nicht von einer Dame stammen 😉

Unvernunft trifft Leidenschaft: Rendevouz mit einem Porsche Cayman S

Vor einigen Wochen habe ich ja bereits von unserer schicksalhaften Fahrt ins Porsche Zentrum nach Karlsruhe und meinen dortigen Gefühlsduselein bezüglich eines gewissen „Einsteigermodells“ berichtet.

Etwas mehr als einen Monat später war es dann soweit: Unser Probefahrtswochenende mit dem Cayman S stand an. Nach einer erholsamen Nacht und einem ruhigen Morgen warfen wir uns in Schale, holten noch schnell das Stativ aus dem Office und steuerten den TT dann Zielsicher gen lokalem Porsche Zentrum. Bei schönstem Sonnenschein strahlte das Misanorot des TTs mit dem Lächeln im Gesichts des Fahrers um die Wette und dank der A5 kamen wir unserem Ziel auch sehr schnell immer näher. Die letzten Kilometer auf der – für mich schon einmal schicksalshaften – Stadttangente von Karlsruhe kam sie dann immer mehr auf .. die Vorfreude, welche – wie so oft – gepaart mit Nervosität auftrat.

Beim Einbiegen auf die Zielgerade wurde ich dann je in die Realität zurückgeholt: Parkplatzmangel beim Porsche Zentrum? Größere Mengen an 911 Turbo Cabrios, GT3s, Boxstern und anderen Erzeugnissen aus dem Hause Porsche okkupierten die meisten der verfügbaren Stellflächen. Wie sich herausstellte, startete vom PZ aus an diesem Tag eine Ausfahrt des Porsche Clubs Südliche Weinstraße – in jedem Fall sehr nett anzusehen! Nachdem uns der Chef des Hauses freundlich begrüßte, ging es direkt zu unserem Verkaufsberater. Dieser war leicht in Eile (aber wie auch schon beim letzten mal äußerst freundlich) und klärte kurz alle Formalitäten zur Probefahrt. Anschließend ging es zum basaltschwarzen Cayman S, der brav vor der Tür wartete.

Was dann folgte war eine drei Minuten Einweisung zum Cayman (ist schließlich auch nur ein Auto) und eine herzliche Verbaschiedung, verbunden mit den besten Wünschen für die folgenden Tage. Während Dani sich zurück zum TT begab, machte ich mich im Schnappi häuslich. Spiegel fix eingestellt, und dann das Navi („PCM“ – Porsche Communication Management) auf Kurs „nach Hause“ programmiert. Dank Touchscreen-Bedienung dauerte dieser Prozess nur wenige Augenblicke und dann war es soweit. Mit links (ungewohnt) drehte ich den Schlüssel nach rechts (wie immer) und hinter mir erwachten die sechs Zylinder des 3,4l Boxer-Motors zum Leben .. Gänsehaut pur. Während Dani mit dem TT vorfuhr und ihre (berechtigten) Probleme hatte sich den Weg zwischen den vielen Luxuswagen zurück auf die öffentliche Straße zu kämpfen, machte ich erste Bekanntschaft mit dem Bediengefühl eines 987ers. Kupplung im Vergleich zum TT: sau schwer. Lenkung im Vergleich zum TT: ziemlich schwer. Bremse im Vergleich zum TT: Sehr definiert, ganz anderes Gefühl.

Auch ich hatte auf Grund der äußerst ungewohnten Sitzposition so meine Schwierigkeiten den „Kleinen“ vom Parkplatz zu manövrieren ohne den Motor peinlicherweise abzuwürgen..aber mit viel Gefühl ging es dann doch.

Sicht des Fahrers nach vorn - gewöhnungsbedürftig

Was dann folgte waren die verschiedensten Ampeln, die ich stur hinter Dani bewältige und mich dabei immer mehr an das Fahrzeug gewöhnte. Irgendwann dann die erste Auffedelung zur Stadttangente, die ich etwas verpasste und daher das erste mal etwas Leistung benötigte. Die Vorstellung von Leistung welche  ich hatte, wich dann jedoch beträchtlich von der Vorstellung des Caymans ab. Nach einem beherzten Tritt auf das Gas schreite der Motor auf, die sechs Zylinder sangen in den schönsten Tönen und ich fand mich schneller deutlich überhalb meiner Wunschgeschwindigkeit wieder, als ich vermutet hätte. Auf der Stadttangente dann ein gewisses Gefühl der Verlorenheit.

Auf dem Tacho trennen 50 und 100 nur rund ein Zentimeter, der Drehzahlmesser mittig, das gesamte Feeling ganz anders als gewohnt. Dort wo beim TT der Tempomat thront, schaltet man im Cayman den Bordcomputer durch – wie hilfreich. Ich lernte also, das ich einen Durchschnittsverbrauch von 10,3l hatte und in 270km wieder zur Tankstelle musste..doch eine Garantie die erlaubten 80km/h nicht zu überschreiten, gab es (mangels Tempomat bzw. Tempostat) leider nicht. Dank digitalem Tacho ging es dann aber irgendwie und spätestens bei der Auffahrt zur A5 war es wieder da: Das metallische Schreien des potenten Aggregats.

Dabei erforderte das Fahren durchaus ein Umdenken. Dort wo es beim TT notwendig ist zu schalten, fängt der Spaß im Cayman gerad erst an. Überhalb von 5000 Umdrehungen kommt zum basslastigen Dröhnen des Motors dann ein gewisses Kreischen und plötzlich ist all das da, was ich beim TT vermisse: Emotion.

Nach rund 19km kamen wir dann zu Hause und nach dem Abstellen des Motors gelang es mir einfach nicht auszusteigen. Ich saß da .. der Motor aus, das Radio aus, im Hintergrund leises Knistern des Endschalldämpfers, die strahlende Sonne auf der Haut (Fenster natürlich offen) und konnte einfach nicht aussteigen. Zu viele Eindrücke, zu viel Begeisterung .. ich wollte und konnte die kleine Fahrgastzelle des Porsches einfach nicht verlassen. Während die Eindrücke beim Fahren eines Audis oder BMWs mittlerweile so gewohnt sind (Haptik, Bedienung, Geräuschkulisse) ist hier alles so neu und einfach anders als in anderen Fahrzeugen. Nichts desto trotz trat Dani irgendwann mit einem extrem breiten Grinsen an meine Tür und riss mich aus meinen Träumen.

Nur vollkommen mangelhafte konnte ich ihr die Erlebnisse der letzten Kilometer beschreiben, doch ich versuchte es so gut es ging. Schnell wurden einige Fotos gemacht, denn es konnte in diesem Moment nur eines geben: Eine Probefahrt für sie.

Der Cayman zu Gast bei Freunden
Ein Anblick, an den wir uns gewöhnen könnten

Rund 15km später hatte ich dann eine Gleichgesinnte, die meine Gefühl teilen konnte. Dani betrachtete den Cayman dann dank ihrer Fraulichkeit etwas anderes als ich. Die Bedienkräfte seien etwas hoch (womit sie natürlich richtig liegt) und die Position auf der Straße lässt sich schlecht einschätzen (was ich genau so sehe). Trotzdem war sie – vor allem auf Grund des Sounds – sehr beeindruckt. Doch Dani fand noch andere tolle Facetten des Caymans – nämlich seine Ladefreudigkeit. Dieses erschien uns ja bereits während der Erstbesichtigung sehr großzügig bemessen und nun hatten wir die Gelegenheit die subjektiven Gefühle in objekte Messungen mit Hilfe unserer Reisetrolleys zu bestätigen.

Testgepäck vor dem Objekt
Das Testgepäck im Bugladeraum
Teile des Testgepäcks in Motornähe (Klappe schließt problemlos!)

Insgesamt erweist sich der 987 also als äußerst ladefreundlich und würde unseren Ansprüchen voll und ganz genügen – super.

Doch der Cayman ist ganz sicher nicht als Transportvehikel konstruriert – viel mehr ist er eine Fahrmaschine. Dem kamen wir bisher nur in begrenztem Umfang nach (eine ausgiebigere Fahrt folgt am Sonntag), konnten aber dennoch schon einige Impressionen sammeln.

Fakt ist: Die Aufmerksamkeit die der TT sich auf Grund der Farbe und des Gesamtauftritts manchmal erhascht, kann der Cayman sich in jedem Moment allein auf Grund seines Sounds abholen. Dazu kommt eine – in meinen Augen – sehr stimmige Optik, die einfach zu einem gelungenen und sehr ansprechenden Gesamtauftritt führt.

Mit an Bord: 19" Felgen und gelochte Bremsscheiben rundum

Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit einigen weiteren Impressionen des Fahrzeugs. Was in den nächsten Stunden bzw. Tagen folgen wird, ist ein Vergleich des Caymans mit dem TT und selbstverständlich ein Fahrbericht. Bis dahin wünsche ich euch ein Wochenende, welches unserem hoffentlich in nichts nachsteht!

Ein Stuttgarter in Baden
Lässt Männerherzen höher schlagen: Cayman S
Sag mal "Ahhh"

Liebe Grüße euer Micha – mitten im Glück!

Sonne, Porsche, gute Laune - was will man(n) mehr?

Vorbereitungen auf den J.P. Morgan Chase Run

Nun sitz‘ ich hier, ich armer Thor und bin so lahm als wie zuvor.

Etwas nachvollziehbarer gesprochen: Ich befinde mich derzeit in der Vorbereitungsphase zum J.P. Morgan Corporate Challenge Run, zu dessen Teilnahme ich freundlich hingerissen wurde 😉 Die Distanz ist dabei mit 5,6km angenehm kurz und deutlich unterhalb meiner normalen Trainingsstrecke.

Während des Osterurlaubs hatte ich dann auch erste Erfolgserlebnisse und hab über 8,3km eine durchschnittliche Pace von 5:18min/km hinbekommen – das war mein persönlicher Rekord und ich war richtig zufrieden mit mir.

Die letzten beiden Tage bin ich jedoch etwas gebeutelt. Während ich den ersten Teil meiner Trainingsrunde in rekordverdächtigen 5:08min/km bzw. 5:07min/km, absolviert hab, fiel ich beim zweiten Part auf für mich sehr untypische 5:50min/km zurück. Auch mein Puls ist signifikant höher als beim Training im Osterurlaub.

Ich scheine ganz eindeutig Empfangsprobleme zu haben...
Runde 1: Top. Runde 2: Looooser!

Dafür kann es meiner Meinung nur zwei Gründe geben:

  1. Es ist zu warm (auf andere schieben ist immer gut .. vor allem, wenn sie immateriel sind)
  2. Ich bin zu schwer (Tagesgewicht: 69,0kg).

Was bleibt zu sagen? Der J.P. Morgan Run ist erst Anfang Juni und ich hab bis dahin vermutlich noch ein bisschen was zu tun. Hoffnungsschimmer sind da bisher eindeutig die ersten 4 Kilometer 😉

Debian Lenny und Broadcom NetXtreme [UPDATE]

Zur Abwechslung (hatten wir ja schon eine Ewigkeit nicht mehr) auch mal wieder etwas Technisches an dieser Stelle.

Ein Kollege bat mich vor einigen Stunden ihm mal eben einer unserer Systeme mit einem Linux neuaufzusetzen. Seine Wahl fiel auf Debian, meine hätte genau so ausgehen.

Also gesagt, getan und schnell das NetInst Minimal Image von den offiziellen Quellen heruntergeladen. Einige Minuten später startete auch schon die Installation und der Gefallen unter Kollegen erschien so gut wie erledigt. Tja, leider nur genau so lange, wie Debian mit der folgenden Meldung das Mittagessen unterbrechen wollte:

"Nein, die Netzwerkkarte mag ich nicht"

Wie man sieht, verweigert Debian in der Version 5 nicht quelloffene Firmwares (wie sie die Broadcom Netzwerkkarte des HP ProLiant DL380G5 benötigt), das Ganze ist hier recht anschaulich nachlesbar und geht auf den Debian Social Contract zurück.

Das Netz eröffnete hier diverse Lösungen vom Verzicht auf die Netzwerkkarte (eher wenig praktisch, wenn man remote arbeiten will), über das Anpassen der Medien bis hin zu dem, was der Installer auch vorschlägt: Liefer die Pakete doch einfach nach. Gesagt getan..ich besorgte das File (.deb), kopierte es auf den USB-Stick und schon mit dem dritten Gerät seiner Art funktionierte das ganze dann. Irgendwie scheinen USB-Sticks und ich heute nicht wirklich auf einer Wellenlänge zu sein.

Nach geglückter Installation startete das System dann durch .. mitten in den nackigen GRUB Bootloader. Nein, nein .. nicht das grafische Menü sondern die minimalistische Kommandozeile. Selbige ließ sich absolut nicht dazu überreden einen Kernel von der primären Platte zu laden. Wie sich später herausstellte, erscheint es sinnvoll den USB-Stick mit der Firmware nach getaner Arbeit und VOR dem Installpart von Grub wieder zu entfernen.

Update: Bei einer neuerlichen Installation hat sich herausgestellt, dass der Installer es auch übel nimmt, wenn der Stick im Rahmen der Partitionierung angesteckt ist. Ich habe ihn – um Seiteneffekte zu vermeiden – zwar entfernt und den Partitionierungsassistenten nochmals laufen lassen, dieser hing dann jedoch im Zustand „Detecting partitions…“ fest.

Auf ein letztes noch: Leider passierte mir während der Installation ein kleiner Fauxpas mit der Subnetzmaske. Kein Problem..ein paar Schritte zurückgegangen, korrigiert und alles lief wie gewünscht. Leider musste ich nach dem Reboot in das neue System signifikante Konnektivitätsprobleme feststellen. Wie ich herausfand, hatte der Debian Installer (eigenartigerweise) die falsche Subnetzmaske in die entsprechenden Konfigfiles eingetragen .. naja, wenigstens wird’s so nicht langweilig 🙂

Kino am Sonntag diesmal schon am Dienstag: From Paris with Love

Da derzeit ja nach einer kurzen Phase mit primär wenig erstrebenswerten Filmen im Kino eine ganze Reihe spannender Streifen angelaufen ist bzw. anläuft, entschieden wir uns mal ganz spontan bereits Dienstags ins Kino zu gehen. Ganz nebenbei ist am Dienstag Kinotag und die Karten kosten nur 5€ / Stück, was ja vielleicht auch ein erfreuliches Argument ist.

Darüber hinaus ist unser Lieblingskino, dass ZKM, am Dienstag weit weniger voll im Vergleich zum Sonntag Abend und Randfaktoren wie Parkplatzsuche und Anstehen im Restaurant fallen deutlich kürzer aus.

Diesmal verschlug es uns also zu „From Paris with Love“ mit John Travolta. Über den Film haben wir uns im Vorfeld wenig informiert .. der Trailer sah halt relativ ansprechend aus. Die ersten Minuten des Streifens fühlt man sich dann tatsächlich sehr stark an den Film „Transporter“ erinnert. Kameraführung, Regisseur und Impressionen führen einfach zwangsläufig dazu, dass man sich an die bekannte und teilweise ja auch recht abgehobene Triologie erinnert fühlt.

Da ich – wie immer – nicht allzu ausführlich über die Story berichten möchte, gibt es jetzt die Zusammenfassung unserer Impressionen des Abends: Sehr leichter Film mit teilweise etwas blutigen Bildern, nahezu keinerlei Schrecksekunden, viele Lacher, ein sehr symphatischer John Travolta und eine im Prinzip ziemlich einfach gestrickte Story. Zeitweise fragt man sich schon, warum Jonathan Rhys Meyers (welcher sozusagen einen Geheimagenten in Ausbildung spielt) gefühlt den halben Film lang mit einer Vase voller Koks durch die Gegend läuft .. aber man nimmt es irgendwann einfach hin.

Zum Ende hin betont der Film dann seine bewusst eher „lockere“ Ausrichtung, und sagt deutlich, dass er nichts für Romantiker oder Fans der großen Liebe sein will .. und zwar gar nicht.

Insgesamt ein kurzweiliger Streifen, den man sich durchaus anschauen kann. Auto-Fans (wie mich) werden die Szenen aus der Verfolgungsjagd mit dem aufreizenden Audi S8 übrigens besonders ansprechen finden 😉