Debian Lenny und Broadcom NetXtreme [UPDATE]

Zur Abwechslung (hatten wir ja schon eine Ewigkeit nicht mehr) auch mal wieder etwas Technisches an dieser Stelle.

Ein Kollege bat mich vor einigen Stunden ihm mal eben einer unserer Systeme mit einem Linux neuaufzusetzen. Seine Wahl fiel auf Debian, meine hätte genau so ausgehen.

Also gesagt, getan und schnell das NetInst Minimal Image von den offiziellen Quellen heruntergeladen. Einige Minuten später startete auch schon die Installation und der Gefallen unter Kollegen erschien so gut wie erledigt. Tja, leider nur genau so lange, wie Debian mit der folgenden Meldung das Mittagessen unterbrechen wollte:

"Nein, die Netzwerkkarte mag ich nicht"

Wie man sieht, verweigert Debian in der Version 5 nicht quelloffene Firmwares (wie sie die Broadcom Netzwerkkarte des HP ProLiant DL380G5 benötigt), das Ganze ist hier recht anschaulich nachlesbar und geht auf den Debian Social Contract zurück.

Das Netz eröffnete hier diverse Lösungen vom Verzicht auf die Netzwerkkarte (eher wenig praktisch, wenn man remote arbeiten will), über das Anpassen der Medien bis hin zu dem, was der Installer auch vorschlägt: Liefer die Pakete doch einfach nach. Gesagt getan..ich besorgte das File (.deb), kopierte es auf den USB-Stick und schon mit dem dritten Gerät seiner Art funktionierte das ganze dann. Irgendwie scheinen USB-Sticks und ich heute nicht wirklich auf einer Wellenlänge zu sein.

Nach geglückter Installation startete das System dann durch .. mitten in den nackigen GRUB Bootloader. Nein, nein .. nicht das grafische Menü sondern die minimalistische Kommandozeile. Selbige ließ sich absolut nicht dazu überreden einen Kernel von der primären Platte zu laden. Wie sich später herausstellte, erscheint es sinnvoll den USB-Stick mit der Firmware nach getaner Arbeit und VOR dem Installpart von Grub wieder zu entfernen.

Update: Bei einer neuerlichen Installation hat sich herausgestellt, dass der Installer es auch übel nimmt, wenn der Stick im Rahmen der Partitionierung angesteckt ist. Ich habe ihn – um Seiteneffekte zu vermeiden – zwar entfernt und den Partitionierungsassistenten nochmals laufen lassen, dieser hing dann jedoch im Zustand „Detecting partitions…“ fest.

Auf ein letztes noch: Leider passierte mir während der Installation ein kleiner Fauxpas mit der Subnetzmaske. Kein Problem..ein paar Schritte zurückgegangen, korrigiert und alles lief wie gewünscht. Leider musste ich nach dem Reboot in das neue System signifikante Konnektivitätsprobleme feststellen. Wie ich herausfand, hatte der Debian Installer (eigenartigerweise) die falsche Subnetzmaske in die entsprechenden Konfigfiles eingetragen .. naja, wenigstens wird’s so nicht langweilig 🙂

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