Unvernunft trifft Leidenschaft: Rendevouz mit einem Porsche Cayman S

Vor einigen Wochen habe ich ja bereits von unserer schicksalhaften Fahrt ins Porsche Zentrum nach Karlsruhe und meinen dortigen Gefühlsduselein bezüglich eines gewissen „Einsteigermodells“ berichtet.

Etwas mehr als einen Monat später war es dann soweit: Unser Probefahrtswochenende mit dem Cayman S stand an. Nach einer erholsamen Nacht und einem ruhigen Morgen warfen wir uns in Schale, holten noch schnell das Stativ aus dem Office und steuerten den TT dann Zielsicher gen lokalem Porsche Zentrum. Bei schönstem Sonnenschein strahlte das Misanorot des TTs mit dem Lächeln im Gesichts des Fahrers um die Wette und dank der A5 kamen wir unserem Ziel auch sehr schnell immer näher. Die letzten Kilometer auf der – für mich schon einmal schicksalshaften – Stadttangente von Karlsruhe kam sie dann immer mehr auf .. die Vorfreude, welche – wie so oft – gepaart mit Nervosität auftrat.

Beim Einbiegen auf die Zielgerade wurde ich dann je in die Realität zurückgeholt: Parkplatzmangel beim Porsche Zentrum? Größere Mengen an 911 Turbo Cabrios, GT3s, Boxstern und anderen Erzeugnissen aus dem Hause Porsche okkupierten die meisten der verfügbaren Stellflächen. Wie sich herausstellte, startete vom PZ aus an diesem Tag eine Ausfahrt des Porsche Clubs Südliche Weinstraße – in jedem Fall sehr nett anzusehen! Nachdem uns der Chef des Hauses freundlich begrüßte, ging es direkt zu unserem Verkaufsberater. Dieser war leicht in Eile (aber wie auch schon beim letzten mal äußerst freundlich) und klärte kurz alle Formalitäten zur Probefahrt. Anschließend ging es zum basaltschwarzen Cayman S, der brav vor der Tür wartete.

Was dann folgte war eine drei Minuten Einweisung zum Cayman (ist schließlich auch nur ein Auto) und eine herzliche Verbaschiedung, verbunden mit den besten Wünschen für die folgenden Tage. Während Dani sich zurück zum TT begab, machte ich mich im Schnappi häuslich. Spiegel fix eingestellt, und dann das Navi („PCM“ – Porsche Communication Management) auf Kurs „nach Hause“ programmiert. Dank Touchscreen-Bedienung dauerte dieser Prozess nur wenige Augenblicke und dann war es soweit. Mit links (ungewohnt) drehte ich den Schlüssel nach rechts (wie immer) und hinter mir erwachten die sechs Zylinder des 3,4l Boxer-Motors zum Leben .. Gänsehaut pur. Während Dani mit dem TT vorfuhr und ihre (berechtigten) Probleme hatte sich den Weg zwischen den vielen Luxuswagen zurück auf die öffentliche Straße zu kämpfen, machte ich erste Bekanntschaft mit dem Bediengefühl eines 987ers. Kupplung im Vergleich zum TT: sau schwer. Lenkung im Vergleich zum TT: ziemlich schwer. Bremse im Vergleich zum TT: Sehr definiert, ganz anderes Gefühl.

Auch ich hatte auf Grund der äußerst ungewohnten Sitzposition so meine Schwierigkeiten den „Kleinen“ vom Parkplatz zu manövrieren ohne den Motor peinlicherweise abzuwürgen..aber mit viel Gefühl ging es dann doch.

Sicht des Fahrers nach vorn - gewöhnungsbedürftig

Was dann folgte waren die verschiedensten Ampeln, die ich stur hinter Dani bewältige und mich dabei immer mehr an das Fahrzeug gewöhnte. Irgendwann dann die erste Auffedelung zur Stadttangente, die ich etwas verpasste und daher das erste mal etwas Leistung benötigte. Die Vorstellung von Leistung welche  ich hatte, wich dann jedoch beträchtlich von der Vorstellung des Caymans ab. Nach einem beherzten Tritt auf das Gas schreite der Motor auf, die sechs Zylinder sangen in den schönsten Tönen und ich fand mich schneller deutlich überhalb meiner Wunschgeschwindigkeit wieder, als ich vermutet hätte. Auf der Stadttangente dann ein gewisses Gefühl der Verlorenheit.

Auf dem Tacho trennen 50 und 100 nur rund ein Zentimeter, der Drehzahlmesser mittig, das gesamte Feeling ganz anders als gewohnt. Dort wo beim TT der Tempomat thront, schaltet man im Cayman den Bordcomputer durch – wie hilfreich. Ich lernte also, das ich einen Durchschnittsverbrauch von 10,3l hatte und in 270km wieder zur Tankstelle musste..doch eine Garantie die erlaubten 80km/h nicht zu überschreiten, gab es (mangels Tempomat bzw. Tempostat) leider nicht. Dank digitalem Tacho ging es dann aber irgendwie und spätestens bei der Auffahrt zur A5 war es wieder da: Das metallische Schreien des potenten Aggregats.

Dabei erforderte das Fahren durchaus ein Umdenken. Dort wo es beim TT notwendig ist zu schalten, fängt der Spaß im Cayman gerad erst an. Überhalb von 5000 Umdrehungen kommt zum basslastigen Dröhnen des Motors dann ein gewisses Kreischen und plötzlich ist all das da, was ich beim TT vermisse: Emotion.

Nach rund 19km kamen wir dann zu Hause und nach dem Abstellen des Motors gelang es mir einfach nicht auszusteigen. Ich saß da .. der Motor aus, das Radio aus, im Hintergrund leises Knistern des Endschalldämpfers, die strahlende Sonne auf der Haut (Fenster natürlich offen) und konnte einfach nicht aussteigen. Zu viele Eindrücke, zu viel Begeisterung .. ich wollte und konnte die kleine Fahrgastzelle des Porsches einfach nicht verlassen. Während die Eindrücke beim Fahren eines Audis oder BMWs mittlerweile so gewohnt sind (Haptik, Bedienung, Geräuschkulisse) ist hier alles so neu und einfach anders als in anderen Fahrzeugen. Nichts desto trotz trat Dani irgendwann mit einem extrem breiten Grinsen an meine Tür und riss mich aus meinen Träumen.

Nur vollkommen mangelhafte konnte ich ihr die Erlebnisse der letzten Kilometer beschreiben, doch ich versuchte es so gut es ging. Schnell wurden einige Fotos gemacht, denn es konnte in diesem Moment nur eines geben: Eine Probefahrt für sie.

Der Cayman zu Gast bei Freunden
Ein Anblick, an den wir uns gewöhnen könnten

Rund 15km später hatte ich dann eine Gleichgesinnte, die meine Gefühl teilen konnte. Dani betrachtete den Cayman dann dank ihrer Fraulichkeit etwas anderes als ich. Die Bedienkräfte seien etwas hoch (womit sie natürlich richtig liegt) und die Position auf der Straße lässt sich schlecht einschätzen (was ich genau so sehe). Trotzdem war sie – vor allem auf Grund des Sounds – sehr beeindruckt. Doch Dani fand noch andere tolle Facetten des Caymans – nämlich seine Ladefreudigkeit. Dieses erschien uns ja bereits während der Erstbesichtigung sehr großzügig bemessen und nun hatten wir die Gelegenheit die subjektiven Gefühle in objekte Messungen mit Hilfe unserer Reisetrolleys zu bestätigen.

Testgepäck vor dem Objekt
Das Testgepäck im Bugladeraum
Teile des Testgepäcks in Motornähe (Klappe schließt problemlos!)

Insgesamt erweist sich der 987 also als äußerst ladefreundlich und würde unseren Ansprüchen voll und ganz genügen – super.

Doch der Cayman ist ganz sicher nicht als Transportvehikel konstruriert – viel mehr ist er eine Fahrmaschine. Dem kamen wir bisher nur in begrenztem Umfang nach (eine ausgiebigere Fahrt folgt am Sonntag), konnten aber dennoch schon einige Impressionen sammeln.

Fakt ist: Die Aufmerksamkeit die der TT sich auf Grund der Farbe und des Gesamtauftritts manchmal erhascht, kann der Cayman sich in jedem Moment allein auf Grund seines Sounds abholen. Dazu kommt eine – in meinen Augen – sehr stimmige Optik, die einfach zu einem gelungenen und sehr ansprechenden Gesamtauftritt führt.

Mit an Bord: 19" Felgen und gelochte Bremsscheiben rundum

Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit einigen weiteren Impressionen des Fahrzeugs. Was in den nächsten Stunden bzw. Tagen folgen wird, ist ein Vergleich des Caymans mit dem TT und selbstverständlich ein Fahrbericht. Bis dahin wünsche ich euch ein Wochenende, welches unserem hoffentlich in nichts nachsteht!

Ein Stuttgarter in Baden
Lässt Männerherzen höher schlagen: Cayman S
Sag mal "Ahhh"

Liebe Grüße euer Micha – mitten im Glück!

Sonne, Porsche, gute Laune - was will man(n) mehr?

Ein Gedanke zu „Unvernunft trifft Leidenschaft: Rendevouz mit einem Porsche Cayman S

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