Time to change: Wechsel auf Google Chrome

Ich selbst habe mich schon immer als Early Adopter gesehen, also als jemanden, der zu einem frühen Zeitpunkt gern neue Technologien annimmt, ausprobiert und sie bei Gefallen in den Alltag integriert. Ausserdem mag ich es, wenn sich bestimmte Dinge, mit denen ich täglich zigfach arbeite, zum positiven verändern.

So war ich auch schon immer jemand, bei dem Eingabegeräte wie Mäuse und Tastaturen das ein ums andere mal getauscht wurden und immer mal etwas Neues auf dem Schreibtisch stand.

Bei Software versuche ich ähnlich innovativ zu sein und so wechselte ich vor einigen (vielen) Jahren von Opera zu Firefox. Firefox? Early Adopter? Ja, auch der Feuerfuchs war mal ein wenig verbreitetes Produkt .. und auf den Zug bin ich damals aufgesprungen. Wenn gleich die Umgewöhnung von Opera etwas gedauert hat, hab ich sie eigentlich nie bereut. Trotzdem schielt man ja immer mal nach links und rechts und so gab es selbstverständlich Tests mit Apples Safari und auch mit Chrome 3. Zum damaligen Zeitpunkt war das alles jedoch alles nicht so ganz befriedigend – spätestens bei der Bookmark-Synchronisation zwischen mehreren Installationen war der Spaß vorbei.

Was mich jetzt wachgerüttelt hat dem Browser aus dem Hause Google nochmals eine Chance zu geben, war ein „pro Chrome“ Artikel der c’t.

Da ein Test ja nicht weh tut, entschloss ich mich kurzer Hand dem Firefox temporär untreu zu werden und den schlanken Chrome zu installieren. Selbiges ging gewohnt schnell und unkompliziert von der Hand und nach einigen Minuten waren mein Browserverlauf, meine Bookmarks, gespeicherten Passwörter (böse, böse..) etc. vom Firefox erfolgreich zu Chrome rüber gehievt. Dann kam auch schon der erste Praxistest: Die Browserumstellung vergessen und einfach arbeiten .. d.h. mit den gewohnten Handgriffen neue Tabs öffnen (STRG + T), geschlossene Tabs wiederherstellen (STRG + SHIFT + T), links mit einem Klick auf die mittlere Maustaste im Hintergrund öffnen usw. Erfreulicherweise verhält sich Chrome hier sehr analog zu den Shortcuts von Firefox, so dass die Umstellung im ersten Moment kaum auffällt.

Bei Firefox bin ich für Personas (also die Möglichkeit den Browser einfach grafisch anpassen zu können) sogar auf den Beta-Zug gesprungen, also wollte ich mich in dieser hinsicht auch bei Chrome nicht verschlechtern. Erfreulicherweise stehen mittlerweile eine ganze Reihe von alternativen Skins für Googles Browser bereit und so ist etwas Anpassbarkeit durchaus gegeben. Okay, bedingt durch das sehr kompakte Benutzerinterface wirken sich die alternativen Designs weniger aus und auch die Auswahl ist nicht mit der für den Firefox zur Verfügung stehenden vergleichbar .. aber es ist ein Anfang und mir gefällt es.

Schmaler als gewohnt aber sehr ansehnlich

Was bereits nach den ersten Minuten mit Chrome auffällt, ist seine immense Geschwindigkeit im Vergleich zum Firefox. Bildersuche bei Google kommt einem vor, als würde man lokale Ordner durchsuchen. Auch sonst geht der Seitenaufbau flott von der Hand und die Surferfahrung fühlt sich einfach etwas „auf Speed“ an. Eine konsulierter Browservergleich von Futuremark bescheinigt Chrome auf meinem System jedoch eher geringe Performancevorteile. Möglicherweise liegt es an der Testsuite, denn der subjektive Geschwindigkeitsvorteil ist enorm.

Futuremark bescheinigt Chrome geringe Vorteile auf meinem System

Apropros Vorteil: Da Chrome für jeden Tab (und jedes Plug-In) einen separaten Prozess verwendet, ist die Stabilität des Google-Browsers signifikant höher als die der Konkurrenz aus dem Hause Mozilla. Wer kennt das nicht – der Firefox mit seinen 15 Tabs hängt, weil eine Seite ihn aus dem Tritt gebracht hat. Gibt es bei Chrome nicht und fühlt sich gut an 😉

Neu in der Version 4 von Chrome und für mich absolut essentiell ist die Möglichkeit, den Basisumfang über Extensions (ähnlich zu Firefox Add-Ons) zu erweitern. Das tollte dabei ist, dass man viele bekannte Gesichter wiedersieht: AdBlock, Xmarks, diverse Gesturetools (um endlich auch wieder Mausgesten zu haben) usw. Ein weiterer riesiger Vorteil im Vergleich zum Feuerfuchs: Erweiterungen können zur Laufzeit installiert, aktiviert und aktualisiert werden. Kein nerviger Browserneustart mehr, weil eines der Plug-Ins mal wieder ein Miniupdate durchgeführt hat.

Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch die Inkompatibilität einiger Greasemonkey-Scripte zur Anpassung / Aufwertung von geocaching.com So funktioniert momentan GCVote nur mit leichten Einschränkungen und GCBBCodes arbeitet leider gar nicht. Hoffentlich ergeben sich hier zeitnah noch Verbesserungen, denn ein wenig fehlen die lieb gewonnenen Erweiterungen dann doch.

Fazit: Ich habe mich dazu entschieden, Chrome zu meinem primären Browser zu machen und auch dabei zu bleiben. Die Performance beim Surfen fühlt sich toll an, einige nervige Angewohnheiten von Firefox sind vergessen und das minimalistische Interface ist Google toll gelungen. Wie immer ist nicht alles perfekt, aber zumindest für eine gewisse Zeit scheint es spannend zu sein, auf dem Chrome-Zug mitzufahren.

Ein ungewohntes Symbol in der Startleiste

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