Mercedes-Benz SLK Testdrive

Ein laues Frühlingswochenende, 800km vor uns, Sonnenstrahlen die zwischen wenigen Wolken die Nasen der Passanten kitzeln .. was liegt da näher als ein Cabrio.

Richtig aggressiv - zumindest aus einigen Blickwinkeln

Leider steht uns momentan keins dauerhaft zur Verfügung, doch glücklicherweise gibt es Europcar und einige interessante Sommeraktionen. So buchten wir uns recht kurz entschlossen (und deshalb dann auch nicht ganz so günstig) einen Mercedes SLK. Nach einigen Tagen der Vorfreude und des dauerhaften Studiums verschiedener Wetterberichte (irgendwer hat immer eine positive Prognose) konnten wir das Fahrzeug also in Bad Homburg abholen. Ernüchterung gleich auf den ersten Blick: Weder die schwarze Außenfarbe noch die 16″ Felgen lassen den kleinen Benz besonders attraktiv wirken. Noch dazu, wenn die Felgen derart langweilig sind. Nunja, ich war noch nie großer Mercedes-Fan, aber das „Oben ohne“-Feeling war halt so am leichtesten realisierbar.

Schnell wurden die Formalitäten erledigt und Minuten später fuhr Dani im kleinen Schwarzen (nur das Fahrzeug..) hinter mir gen Wohnung. Dort verluden wir fix unser Gepäck für das Wochenende und arrangierten uns dabei erstaunlich gut mit dem Kofferraum. Dieser fasst rund 300l, möchte man das Verdeck noch öffnen könnten schrumpft die verbleibende Kapazität auf 200l. Mit ein bisschen gutem Willen können so durchaus zwei Personen für einen kurzen Trip auch mit geöffnetem Dach durch die Lande cruisen.

Da rein?

Cruisen war jedoch noch nie so wirklich meine Stärke und so freute ich mich bereits auf den ersten Metern mit dem Mercedes über nasse Straßen und Heckantrieb. Die Bedienkräfte waren übrigens im von uns gefahrenen Fahrzeug sehr hoch – die Lenkung ging schwer und die Kupplung war ebenfalls ziemlich definiert. Der Leihwagen war übrigens schon rund 12000km alt und verfügte neben dem AirScarf-System auch über das kleine Navi, automatisch abblendende Spiegel (innen und außen), die auch elektrisch anklappten, Tempomat, Multifunktionslenkrad, Parkdistance Control rundum und einen Licht-/Regensensor. Tolle Spielerein wie ein vernünftiges Navi, Xenon, Lordosenstützen oder ein Sportfahrwerk fehlten leider (und wie auch schon erwartet).

Während ich von der Durchzugskraft des kleinen SLK200 und dem Kompressorsound relativ positiv überrascht war, enttäuschte die Straßenlage doch sehr. Das Standardfahrwerk im Kombination mit kleinen 16″ Felgen führte zu einem relativ schwammigen Fahrfeeling, das mich so im Alltag definitiv sehr stören würde. Was ebenfalls auffällt, ist der wahnsinnig enge Innenraum. Unmittelbar links vom Arm kommt die Tür und man stößt ständig unfreiwillig dagegen. Wer jetzt denkt, dass ich lieber über einen Touran, Tiguan oder doch gleich Q7 nachdenken sollte, irrt. Die Platzverhältnisse sowohl im TT als auch im Porsche sind bei ähnlich kompakten Abmessungen einfach deutlich größer und sorgen (zumindest bei mir‘) für mehr Wohlbehagen.

Wie dem auch sei .. die ersten 200km Autobahn waren geschlossen und recht zügig (Unterhaltungen bei mehr als 140km/h sind nicht empfehlenswert) schnell hinter uns gebracht und bald konnten wir uns auf den spannenden Teil unserer Strecke freuen: Den Harz. Bei einem Burger King nahe Göttingen hielten wir und ließen die Sonne nicht nur ins Fahrzeuginnere sondern auch in unsere Herzen 😉

Die Co-Pilotin des Tages: Dani
Pilot in Command: Micha

Dach auf, Jacke an und bei 17°C Außentemperatur ging es kurvigen Straßenverhältnissen entgegen.  Dabei zeigte sich – sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt – das der SLK sehr gutmütig zu fahren ist und wenig überraschendes im Kurvenbetrieb bereit hält. Mit schöner Konstanz kann man in die Kurve gehen, durch das geöffnete Dach die Reifen radieren hören um dann am Scheitelpunkt den Kompressor zur Arbeit zu drängen. Dabei hält einen das ESP zuverlässig von einem zu forschen Fahrstil ab und gibt stets ein Gefühl der Sicherheit. Der Seitenhalt der Sitze könnte dabei jedoch besser sein und um dem 184PS Aggregat Fahrfreude zu entlocken, brauch es wirklich viel Schaltfreude. Dafür fand ich den Motor persönlich recht drehfreudig und zumindest für das reine Cabriofeeling recht ausreichend. Toll ist dabei auch der große Tank (70l), der auch bei etwas erhöhtem Verbrauch (bei uns durchschnittlich 10,5l/100km) genug Reserven für längere Törns in der Sonne bereithält.

Weniger gut hat mir die Anmutung im Innenraum gefallen .. sie ist in meinen Augen gelinde gesagt eine Katastrophe. Jede Menge Plastikkrieg (Freunde des Fahrzeugs mögen einmal an die Drehregler des Radios / Navis greifen und dann reinen Gewissens sagen: Plastik, was will der überhaupt) und absolut plumpe Taster. So finde ich die Knöpfe für Spiegelverstellung Variodach-Mechanismus einfach klobig und die Haptik ist alles andere als mitreißend. Gleiches gilt für die wenig stylishen Außenspiegel (man hat das Gefühl einen der ganz alten SLK zu fahren) ebenso wie für das lieblose Kombiinstrument. Der Bilder sprechen denke ich für sich:

Mucky, die Stubenfliege
Plastik, Plastik und noch mehr Plastik

Natürlich gab es auch weitere tolle Dinge, wie z.B. die Nackenheizung (im ersten Moment ungewohnt aber durchaus praktisch) und die recht kurze Gesamtlänge des Fahrzeugs, welche gepaart mit einer hervorragenden Übersichtlichkeit auftritt. Beim SLK weiss man deutlich besser wo er aufhört als beispielsweise im Audi TT und Porsche Cayman.

Nette Abgasanlage, langweilige Felgen

Was vom Wochenende bleibt sind wirklich viele tolle Kilometer im grünen Harz, mit kurvigen Straßen, lächelnden Fahrern und zugigen Winden (was wohl auch daran lag, dass Europcar so nett war das Windschott nicht mit ins Fahrzeug zu legen). Die drei Tage mit dem SLK waren eine tolle Erfahrung, ließen mich der Marke Mercedes aber nicht wirklich näher kommen, als ich es vorher war. Relativ schönen Fahreigenschaften stehen – zumindest aus meiner persönlichen Sicht – ein eng geschnittener und nicht wirklich hochwertiger Innenraum entgegen. Was man dem Fahrzeug sicherlich zu gute halten muss, ist die vergleichsweise sparsame Europcar Ausstattung, die sicherlich noch Luft nach oben gelassen hätte.

Die von uns gewählte Location für die Testfahrt (der Harz sowie das Harzvorland um Quedlinburg) sind jedoch definitiv eine Empfehlung wert – hier gibt es die eine oder andere sehr idyllische Strecke.

Mitten zwischen Göttingen und Blankenburg: Blick auf den Brocken
Blick zurück: Straßen, wie man sie sich wünscht

Die unendliche Geschichte oder: Wir waren bei „Sex and the City 2“

Es war ein ohnehin langer und nicht wirklich schöner Donnerstag, denn ich war Heuschnupfen bedingt ziemlich geplagt und konnte kaum vernünftig gerade aus denken. Dieser Fakt, gepaart mit einigen Antihistaminika ließen mich glauben, es seien die optimale Bedingungen um Dani einen Wunsch zu erfüllen und „Sex and the City 2“ im Kino zu schauen.

Die Wahl der Location fiel diesmal auf das Kinopolis im Main Taunus Zentrum – eine Empfehlung von Freunden. Die Anreise gestaltet sich über die A5 gewohnt schmerzfrei und Karten kann man sowohl online reservieren wie auch direkt kaufen – sehr nett. Am Ort des Geschehens angekommen stellten wir zunächst erfreut fest, dass das Parkhaus des Kinos ohne Schrank ist .. nur um Augenblicke später Gewissheit in einer Sache zu haben: Das Parkhaus ist nicht nur voll, es ist übervoll. Jenseits aller aufgemalter Buchten standen sich Fahrzeuge die Reifen in den Radkasten und nach zwei vergeblichen Runden des Suchens verließen wir die Garage des Grauens uns suchten uns einfach einen Stellplätze auf dem Gelände des Einkaufszentrums .. es sind ja genug da. Was dann folgte war etwas Shoppen und Zeitvertreiben..irgendwann ging es aber los.

Die Karten holten wir vor Ort am Automaten ab und konnten sogar via EC zahlen – was für ein technischer Fortschritt. Weniger toll war allerdings die Tatsache, dass der Film zwangsläufig mit Pause gezeigt wird. Optimisten würden jetzt sagen: „Super, wie Herr der Ringe .. kann ja nur toll werden!“. Optimisten liegen in diesem Fall definitiv falsch.

Wie dem auch sei .. die Vorführung begann pünktlich 20:30 Uhr und das Klientel kam einem etwas vor wie frisch aus der Leinwand gesprungen .. weiblich, 50+, „Uns gehört immernoch die Welt“-Einstellung. Gut, da gehört es natürlich dazu die Highheels im Saal auszuziehen und sich mit seiner großen Flasche Desperados nebst mitgebrachten Gläsern in Stimmung zu bringen .. er herrschte eine Atmosphäre wie auf einer Tupperware-Party während der Präsentation der neusten Produktserie. Viel Werbung und noch mehr Gelächter später ging es dann los und die Zeit bis zur Pause verging quasi wie im Flug bei der Bahnfahrt (also schön gemächlich und mit jeder Menge Durchhängern). Sogar Dani stellte fest, dass der Film ziemlich in die Länge gezogen wirkt und neben den einigen wirklich amüsanten Stellen jede Menge Füllmaterial eingebaut wurde.

Kein Problem, irgendwie erwartet man ja so etwas – zumindest wenn man als Mann in so einen Film geht. Die Pause dauerte dann auch nur 20 Minuten (gefühlte 50) und das Schnatterlevel erreichte ungekannte Lautstärken .. klasse. Irgendwann gongte es und der Film sollte weitergehen .. tat es auch. Leider hatten sich Bild und Ton in der Pause wohl gestritten und so kam Bild aus der Unterbrechung allein zurück. Einer kurzen Stille im Saal folgten sinnvolle Bemerkungen wie: „Die erste Reihe bitte beschweren gehen!“ und weniger zweckmäßige wie: „Dann müssen wir jetzt eben die Texte sprechen!“. Was Desperados so alles anrichten kann..

Nach fünf Minuten wurde Ton wieder zur Mitarbeit überredet und alles schien gerettet. Denkste .. 15 Minuten später ging mitten im Film das Licht an und ein leicht entnervter Mitarbeiter verkündete, es hätten sich Gäste beschwert und man würde jetzt zurückspulen, was 10 Minuten dauern würde und dann schauen wir ab der Pause erneut. Begeisterungsstürme brachen in mir aus.

23:00 Uhr ging es dann erneut los .. Ton und Bild hatten sich wieder gern und fegten lippensychron über die Leinwand. Schon um 00:05 Uhr (also mehr als 3,5h nach Beginn der Vorstellung) war das monumentale cineastische Erlebnis vorbei und Carrie und Co wieder in New York.

Was bleibt vom Film? Jede Menge Produktplacement, einige tolle Eindrücke aus Abu Dhabi und den schicken Maybachs und ein bezauberndes Kindermädchen (da war er wieder, der Optimist). Ansonsten jedoch zumindest für mich eine innere Unvereinbarkeit der Begriffe „50+“ und „Mädels“. Damit einhergehend auch ein Unverständnis darüber, warum man sich als Publikum derart mit dem Geschehen auf der Leinwand identifizieren muss .. ich hab bei Spider Man ja auch nicht versucht die Wand des Kinosaals hochzuklettern.

Aus männlicher Sicht also ein Film der jede Menge Fragen aufwirft und zumindest für mich einfach zu übertrieben war. Das Kino selbst war aber an sich ganz nett und die Fahrt nach Haus über die A5 ist kurz nach Mitternacht auch empfehlenswert und absolut staufrei.

JP Morgen – So ist es gelaufen…

..zugegeben, die Überschrift ist nicht der Kracher, aber der gestrige Tag / Abend sitzt mir auch noch ziemlich in den Knochen (oder viel mehr in den Waden).

Wie lief er denn nun .. mein erster JP Morgan Run und damit auch meine erste Teilnahme an einem größeren Laufevent? Eigentlich ganz okay .. doch der Reihe nach.

Nachdem der offizielle Start  für 19:30 Uhr geplant war, begaben wir uns um 9-köpfigen, rot gekleideten Team um 18:00 Uhr zur U-Bahn. Mit selbiger ging es dann fünf Stationen in Richtung Stadtmitte und mit jedem Halt gesellten sich mehr sportlich gekleidete Zeitgenossen zu uns. An der neuen Oper angekommen, erwartet uns dann bei absolut stickigen 27°C und äußerst zäher Luft eine partyähnliche Atmosphäre mit unzähligen Läufern und einigen Prominenten. Irgendwo ganz in der Nähe gab es voll Fotos mit Joe Kelly und zu den Beats von „Macarena“ fand sich ein Team nach dem anderen auf den Treppen der Oper ein um ein standesgemäßes Gruppenfoto zu machen.

Nach einigem Erzählen und Aufsaugen der Atmosphäre begaben wir uns dann gegen 19:00 Uhr so ganz langsam in Richtung alternativem Startpunkt.

Armageddon-Feeling auf dem Weg zum Start..

Dort angekommen setzte dann so nach und nach eine zunehmende Kompression ein und der Quotient von Menschen pro Quadratmeter wurde stetig höher. Irgendwann gab es dann ein lautes Klatschen und die Uhr verriet uns: 200m weiter vorn fand wohl gerad der offiziele Start statt.

Es dauerte dann auch nur noch 34 Minuten bis wir uns in kleineren und dann etwas größer werdenden Schritten der Startlinie näherten und irgendwann geschah es: Mit weniger als Spaziergehtempo waren wir auf dem gezeiteten Abschnitt des JP Morgan Runs .. gemeinsam mit über 72 000 anderen Läufern. Nach wenigen Metern wurde mir das Tempo dann doch etwas zu blöd und ich entschloss mich eine Aufholjagd zu starten, die bis zum Schluss nicht enden sollte 😉

Dabei ist man selbstverständlich permanent Teil einer Vorwärtsbewegung und wird mindestens genauso oft überholt, wie man selbst versucht langsamere Teilnehmer zu passieren. Ab und an hatten wir natürlich auch Zeit die tolle Atmosphäre an der Strecke zu genießen und uns am beeindruckenden Bild der riesigen Menschenmassen zu erfreuen, welche sich durch Frankfurt bewegten .. doch die meiste Zeit bestand der Lauf (zumindest für mich ganz persönlich) darin einen gangbaren Weg über Verkehrsinseln, Fußwege und vorbei an Pollern und Pfosten zu finden. Zwischenzeitlich ließ ich mich von anderen Teilnehmer in die irre Leiten und war völlig neben der Strecke – kleine Ausrutscher passieren halt 😉

Mein Team verlor ich übrigens nach rund 500m und hatte das Glück zumindest einen Kollegen gute 500m vor dem Ziel wiederzufinden. Zwischendurch gab es einige beeindruckende Momente und viel Verwunderung über Läufer, denen das Event scheinbar schon nach 300m zu viel wurde. Die letzten 100m vor dem Ziel konnten wir dann leider nur noch im absoluten Schneckentempo zurücklegen .. schade eigentlich.

JP Morgan Verlauf [gpxelevation=hide;gpxspeedchart=hide]

Insgesamt hat der Lauf viel Spaß gemacht und vor allem das Setting hat wirklich begeistert. Sportliche Höchstleistungen waren leider (zumindest mir) nicht möglich und so habe ich den Lauf in 30:30Minuten beendet .. normalerweise hätte ich auf Basis meines regulären Trainings schon unter 28 Minuten laufen sollen. Doch letztendlich geht es beim JP Morgan Run ja um das Teamgefühl und das war definitiv vorhanden.

Drückendes Wetter, schwierige Wegefindung .. keine Idealwerte

Also .. bis zum nächsten Jahr in einer dann wahrscheinlich noch volleren Frankfurter Innenstadt.

P.S.: Das Fahrzeug, was mich auf dem Weg nach Haus noch geschnitten hat und so doch noch zum Kontakt mit der Polizei führte, nahm es mit dem Team-Gedanken wohl nicht so ernst..