Kurzurlaub in Trier

Wenn der Job stressig ist, muss es manchmal etwas Außergewöhnliches sein .. wie zum Beispiel ein Urlaub auf Speed 😉 Unsere Version dieser Idee bestand in zwei Nächten und insgesamt 2 Tagen Trier – also Kultur pur.

Los ging es am Freitag gegen 14:00 Uhr und nach einer nicht ganz so tollen Fahrt erreichten wir rund 2,5h später unsere Heimat für nächsten zwei Nächte: Das nicht mehr ganz frische, äußerlich wenig attraktiv und innen ebenfalls recht lieblose Mercure Hotel. Insgesamt eine annehmbare Behausung, der jedoch ein wenig das Moderne fehlt und in der einfach nicht das Gefühl der „Gastlichkeit“ .. also dem „zu Hause fühlen“ aufkommen will. Wer schon mal in einem wirklich tollen Hotel war, weiß was ich meine.

Das tolle am Mercur ist jedoch seine Lage und so konnten wir nach einer kurzen Pause zum Auspacken sofort in die City starten. Diese befindet sich quasi unmittelbar vor der Tür des Hotels und wartete auch an einem Freitag Abend mit zahlreichen Besuchern und tollen Eindrücken auf uns.

Trierer Innenstadt am Freitag Abend

Nach einem kurzen Bummel durch die Einkaufsmile begaben wir uns gegen 21:00 Uhr zur Erlebnisführung „Der Teufel in Trier“. Diese vermittelte teils im Frankenturm, teils an historischen Plätzen in Trier eine unterhaltsame Geschichte und war ideal um etwas touristische Urlaubsstimmung einzufangen. Im Fackellicht und zusammen mit ca. 30 anderen Interessierten folgten wir unserem „Erzähler“ etwas mehr als 1:15h durch die Innenstadt, um abschließend eine recht aufwändige Aufführung im Frankenturm zu sehen.

Insgesamt ein nettes Erlebnis, dass wir bei einem McSundae auf dem Weg zurück zum Hotel ausklingen ließen.

Der Samstag war dann unser einziger vollwertiger Tag in Trier und verfügte daher über eine ziemlich straffe Agenda. Gleich zu Beginn des Tages (nagut, kurz nach dem Frühstück auf dem Hauptmarkt) besuchten wir die äußerst beeindruckende Multimediashow „Im Reich der Schatten“. Wer nicht glaubt dass sich die Motive auf mehr als 1500 Jahre alten  Säulen bewegen können, dem sei ein Besuch dringend empfohlen. Die insgesamt 45 minütige Vorführung kombiniert eine relativ interessante Geschichte mit historischen Funden und modernster Technik. Selten zog ein Gewitter so realistisch auf, schwammen Fische so lebensecht um einen herum. Hier wird wirklich gezeigt, was heute möglich ist und auch technisch anspruchsvolle Naturen kommen definitiv auf ihre Kosten. Ich fühlte mich zeitweise etwas an ein Holodeck erinnert 😉

Anschließend schauten wir uns dann noch ausgiebig die Exponate des Rheinischen Landesmuseums an und Dani konnte ein weiteres mal neue Freunde finden 😉

Fragt mich nicht warum der Bär dem Schwein die Augen zu hält..

Nach diesem ziemlich modernen Event, ging es mit den eher klassischen Sehenswürdigkeiten der ältesten Stadt Deutschlands weiter.

So trugen uns unsere Füße zunächst in die Kaiserthermen und anschließend in das Amphitheater. Dabei konnten wir uns stets über besten Sonnenschein und 26°C freuen – wirklich tolles Wetter um einen so erlebnisreichen Tag zu verbringen. Insbesondere beim Amphitheater vermisst man zwar einige erklärende Tafeln, kommt jedoch aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn man sich rekonstruierte Fotos vom Originalzustand des Gebäudes und seiner riesigen Dimensionen ansieht. Unbedingt empfehlenswert ist auch der Gang durch die unteren Katakomben .. unbeschreiblich, wie sich die Darbieter der blutigen Schlachten hier vor dem Kampf wartend gefühlt haben müssen.

Die Ruinen der Kaiserthermen vor strahlend blauem Himmel
Das Amphitheater - heute nur noch ein Schatten seiner selbst

Nachdem wir uns diese eher weltlichen Gebäude angesehen hatten, ging es zurück in die Stadt .. genauer gesagt zum Dom und zur Basilika. Da an diesem tollen Samstag jedoch gleich mehrere Trauungen stattfanden, musste wir zunächst noch ein paar Minuten in der Dschungelausstellung der neuen Trier Gallerie verbringen, was jedoch ebenfalls sehr interessant war.

Sowohl Dom als auch Basilika beeindruckten uns durch ihre gigantischen Dimensionen (Höhe der Basilika: 33m) und sind unbedingt einen Besuch wert. Wem nach soviel Ehrfurcht das Bedürfnisse nach etwas eher „blumigen“ aufkommt, dem sei das angrenzende Palastgarten dringend empfohlen. Dieser strahlt eine wirklich tolle Harmonie aus und lädt geradezu zum Entspannen ein.

Beweglicher Springbrunnen im Palastgarten
Blick vom Palastgarten auf die Basilika

Wer denkt so langsam wäre es genug für einen Tag, der irrt. Schließlich ist das Wochenende kurz und diese Stadt viel zu vielseitig für so wenige Stunden. Mit schon recht schmerzenden Füßen begaben wir uns also zum Hotel, holten das Auto aus der Versenkung (Tiefgarage für nur 9,50€ / 24h) und fuhren zum Petrisberg. Dort angekommen vergnügten wir uns ausgiebig mit den dort montierten Klangspielzeugen und dem Wasserspielplatz. Auch die atemberaubende Aussicht in den Sonnenuntergang soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Eigentlich ist ein einziger Abend viel zu kurz um die vielen Facetten des Areals um den Petrisberg auch nur ansatzweise einfangen zu können und so werden wir sicher nochmal wiederkommen!

Dani auf den Spuren von Safri Duo
Ganz klassische Fördertechnik
Und auch ganz moderne Varianten der Wasserbeförderung (die nicht ganz so toll funktionierten)
Am Ende der Kette dann wieder gute alte Baufahrzeuge
Soviel Freude verlangt einfach nach einer Nahaufnahme

Auch nach diesen tollen Erlebnissen und bei einsetzender Dunkelheit sollte der Tag für uns noch nicht beendet sein. Bevor wir unseren Nachtspaziergang durch die Stadt starteten, ließen wir uns erst noch aus einem Kartoffelrestaurant rauswerfen .. Essen gegen 22:00 Uhr sollte man hier vielleicht nicht unbedingt 😉

Der Dom bei Nacht
Auch die Porta wird effektvoll angestrahlt

Danach ging es dann aber wirklich ins Bett .. nur um am nächsten Tag ähnlich weiterzugehen. Leider war uns das Wetter am Sonntag (wie vorhergesagt) nicht mehr ganz so hold und so absolvierten wir die absolut mitreißende, unterhaltsame und dringendst empfehlenswerte Erlebnisführung „Das Geheimnis der Porta Nigra“ in Jacke und mit langen Hosen. Die etwas über 75 Minütige Vorstellung über die Geschichte der Porta und das mit ihr verknüpfte Schicksal des Kriegsgottes Mars hat einfach nur Spaß gemacht und war für mich das persönliche Highlight unseres Kurzrurlaubs. Das mag möglicherweise auch damit zusammenhängen, dass ich als Soldat der römischen Legionen mit lautem Brüllen einen imaginären Stein auf die ebenfalls imaginären Feinde vor dem Tor (tatsächlich standen da ziemlich viele Touristen…) werfen musste und dabei aus vollem Halse von meinen Mitkriegern akutstisch unterstützte wurde.

Nach einem abschließenden Spaziergang entlang der Mosel setzten wir dann Kurs gen Heimat – die insgesamt zwei Tage Druckbetankung voller Impressionen und Emotionen haben einfach ausgereicht und so langsam ihren Tribut von Fuß und Geist gefordert.

Wer Interesse an Kultur und römischer Geschichte hat, dem sei ein Kurzurlaub in Augusta Trevorurm jedenfalls wärmstens empfohlen.

Ein Gedanke zu „Kurzurlaub in Trier

  1. Mein Husten hat mich aus dem Bett getrieben und so bin ich am späten Abend noch in den Genuss dieses wunderschönen Reiseberichtes gekommen…

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