Neues Familienmitglied: Unsere ESXi Whitebox

Nach so vielen Beiträgen über die Natur, Autos und das Leben im Allgemeinen wird es auch mal wieder Zeit für etwas Technisches: Meine neuste „Schöpfung“.
Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit als Wanderheuschrecke Berater ist in letzter Zeit vermehrt erforderlich auch etwas komplexere IT-Landschaften für Testszenarien auf- und nachzubauen.

Dafür eignet sich Virtualisierung prinzipbedingt natürlich sehr .. doch leider geht meinem Notebook spätestens nach dem zweiten XenApp 6 Server ziemlich die Luft aus. Was liegt da näher als einen Baremetalhypervisor ala VMWare ESX(i) einzusetzen. Okay, fehlt nur noch die passende Hardware und etwas Zeit. Nachdem ich verschiedene Alternativen zum Kauf eines passenden Systems (es gibt günstige Markensysteme gebraucht ab ca 250€ die durchaus ESXi fähig sind; alternativ empfiehlt sich ein Lenovo T400..der ist dann auch portabel) eruiert hab, kamen Dani und ich gemeinsam zum folgenschweren Entschluss: Etwas Selbstgebautes soll her. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

  1. Das Basteln macht Spaß
  2. Die Anpassbarkeit an die eigenen Wünsche ist quasi grenzenlos
  3. Bestehende Komponenten ließen sich wiederverwenden

Da mir „herkömmliche“ Rechner schon immer zu langweilig waren, sollte das System etwas ausgefallenes werden .. ein portables SmallFormFactor-System hatte ich im Sinn (hohe Portabilität, geringes Gewicht, Eyecatcher).

So war das Gehäuse tatsächlich die erste Komponente, die  durch einen größeren Zufall in unseren Besitz wechselte. Ein silberner Cube vom Typ Lian Li V350A sollte unser ESX System zukünftig beherbergen .. lecker. Selbiges gab es in Kombination mit einem Motherboard, welches hervorragend in unser Problemkind den HTPC passte. Selbiger bekam also ein neues Board und einen neuen Prozessor, während sein bisheriges Herz zumindest in Form der Hauptplatine (Gigabyte GA MA78GM-UD2H) die Basis für das Virtualisierungssystem bilden sollte.

Nach längeren Überlegungen entschied ich mich zum Kauf eines Phenom II 945 mit 4×3 GHz als „Gehirn“ des Systems sowie einer günstigen (und zweckmäßigen) 500 GB HDD. Acht Gigabyte Arbeitsspeicher sollen zukünftig auch mehreren Maschinen gleichzeitig genügen und die Netzanbindung erfolgt durch eine Intel Pro 1000 Server NIC (die OnBoard Karte des Gigabyte Mainboards ist inkompatibel zu ESX). Da das System auch entsprechend leise sein soll, beschaffte ich zudem einen Scythe Big Shuriken als CPU Lüfter, zwei Scythe Slipstream 800 RPM als Gehäuselüfter und einen 80mm Be quiet USC Lüfter zur Befächelung der Festplatte (zukünftig: Festplatten).

Teile des neuen Systems vor dem Zusammenbau

Die Montage des Sytems dauerte ca. 3h und hat wirklich Spaß gemacht. Wenn gleich das Lian Li Gehäuse umständlich geöffnet werden will (6 Schrauben pro Seitenwand plus Thumbscrews an der Rückseite), ist die Verarbeitung und der Aufbau vorbildlich. Dank ausziehbarem Mainboardschlitten ließen sich alle Komponenten gut und schnell verbauen und trotz größerer Bedenken passt der Big Shuriken hervorragend in das Case. Die meiste Zeit bedurfte übrigens der Umbau aller vormontierten Lüfter, welche in diesem Zusammenhang auch gleich entkoppelt wurden.

Herausnehmbare Lüfterkassette - jezt mit entkoppelten Scythe Slipstream Lüftern

Der interessierte Leser hat eventuell bemerkt, dass als Netzteil ein preisgünstiges 300W Modell von be Quiet (PurePower) ohne Kabelmanagement zum Einsatz kommt. Entgegen erster Befürchtungen kann ich hier positiv vermelden, dass sich die überflüssigen Kabel sehr gut in den (in unserem Fall) leeren 5,25″-Zoll Schächten verstauen lassen. Das Netzteil ist zudem angenehm leise, nervt in den ersten Minuten jedoch durch ein leises Pfeifen – zum Glück verschwindet dieses und man kann es vernachlässigen.

Nach dem ersten Hochfahren zeigte sich sofort: Das System ist so leise wie erhofft und funktionierte sogar auf Anhieb. Einzig den Stecker der Power-LED musste ich mehrmals wandern lassen, bis selbige mich fröhlich blau anstrahlen wollte.

Das Endresultat: Mein neuer ESXi Cube

Die anschließende ESXi 4.1 Installation ging übrigens schnell (7 Minuten) und ohne größere Schwierigkeiten von der Hand. Das erste Testsystem (ein virtualisiertes Windows Server 2008 R2) war in insgesamt 13 Minuten installiert und bekräftig daher zumindest bisher meine Hoffnungen in die Performance des Würfelchens.

Über die weiteren Erfahrungen mit dem System und die Dinge, die ich damit anstellen möchte, werde ich hier sicherlich zu gegebener Zeit berichten.

Homeserver, ESX-System und Drucker in trauter Dreisamkeit

Ein Gedanke zu „Neues Familienmitglied: Unsere ESXi Whitebox

  1. Das hat mich erst mal an frühere Zeiten erinnert.Der Unterschied: Die Technik ist für uns gar nicht mehr nachvollziehbar und die Probleme dafür kaum oder besser gar nicht vorhanden.

    Herzlichen Glückwunsch!!!

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