Anreise nach Hamburg oder: Ein letzter Versuch mit der Bahn [UPDATE2]

Es war eine rein aus Vernunft getroffene Entscheidung, die sich am Ende als purer Wahnsinn herausstellen sollte.

Auf Grund akuter Glatteiswarnung im Raum Hannover / Soltau und damit einhergehenden Berichten über die hervorrangend geräumten Straßen im stolzen Bundesland Niedersachsen entschlossen wir uns den schicken schwarzen Porsche in der Garage zu lassen und unseren Urloaub zum Jahreswechsel mit der Bahn anzutreten.

Die Anreise zum Bahnhof nach Magdeburg sollte dann auch das einzige sein, was problemlos klappen würde. Kaum hatten wir selbigen erreicht begann der zügige und scheinbar nicht endende Abstieg in die erste Klasse der zum Warten verdammten.

Nachdem der Zug, welcher gestern noch als fahrend gekennzeichnet war, sich bei einem Blick in den DB Navigator (iPhone sei Dank) als „ausgefallen“ herausstellte, führte uns der erste Weg zum Bahn „Service Point“.

Dieser wusste zwar weder wie lang der Schienenersatzverkehr benötigen würde noch welche Anschlusszüge zur Verfügung stehen aber druckte uns mal in weiser Voraussicht eine alternative Verbindung über Wittenberge aus. Da diese nur 7 Minuten später fahren sollte, sah zunächst alles gut aus. Einige Minuten später ein erneuter Blick auf den DB Navigator: Halt entfällt.

Nanu .. keine Durchsage aber ein entfallender Zug? Gehen wir doch mal wieder zum Service Point und fragen nach. Da man ja dazu lernt, stellten wir uns diesmal in der Schlange einer anderen Mitarbeitern an. Selbige erklärte uns auch gleich ganz kompetent, dass wir den Zug um 11:03 Uhr als Ersatz für den um 11:08 Uhr hätten nehmen sollen .. und nicht umgekehrt. Fazit: Zug verpasst, Alternative weg, Durchsage erfolgte aus ungeklärten Gründen nicht.

Kein Problem .. schon 13:03 Uhr sollte ja der nächste Zug in unsere Richtung gehen.

Wartende in einer Halle von Wartenden

Während ich gedanklich Suizid für die Entscheidung begehe der Bahn eine weitere Chance gegeben zu haben, treffen wir auf einen offensichtlichen strategischen Partner der Bahn: McDonalds.

Natürlich verfügt die McDonalds Niederlassung in Magdeburg am Bahnhof nicht über so innovative Erfindungen wie WLAN .. aber als moderner Bürger hat mein sein mobiles Internet natürlich dabei. Bei einer großen weißen, mittelheißen Schokolade vertreiben wir uns die 2h Wartezeit in einem Fastfood-Restaurant ohne Toilette und harren der Dinge, die da noch kommen werden.

Um dieses angenehme Kapitel unserer Reise nicht unnötig auszudehnen, erfolgt nun ein Schnellverlauf zum geplanten Abfahrtszeitpunkt unserer Alterative der Alternative.

Während die große Ankunfts- und Abfahrtstafel keine neuen Informationen hat, lebt die Bahn die Zweiklassengesellschaft: Wie auch schon am Service Point wissen die Fahrgäste mit mobiler Internetanbindung mehr als das Service Personal – Vorsprung durch Technik (moment, dass war doch ein anderes Unternehmen..).

Irgendwann ist es dann soweit und eine heilsbringende Ansage macht uns mit der nächsten Innovation der Bahn bekannt – einem Algorithmus zur Vermeidung von Unterkühlung. Während wir also von Gleis 4 nach Gleis 1 müssen, muss Gleis 1 nach Gleis 3 und so weiter – ein kleiner Sprint beweist die transpirationstransportierende Wirkung der teuren Thermounterwäsche.

Am Gleis 1 angekommen fährt dann mit etwas Verspätung tatsächlich unser Transporter ein .. dachten wir zu diesem Zeitpunkt zumindest. Eilig betreten wir die großzügigen Waggons und werden dabei folge eines sehr schönen Dialogs (Lautsprecheinrichtung sei Dank):

„Wir fahren nach Uelzen?“
-„Ja!“
„Hast du auch einen Zugführer mitgebracht?“
-„Nein“
<Stille>
-„Der muss auf irgendeinem anderen Gleis sein.“
<Stille>

„Meine Damen und Herren. Dieser Zug fährt NICHT nach Halle/Saale sondern nach Uelzen. Ich wiederhole, der Zug fährt nicht nach Halle/Saale.“ Merkt ihr was? Die App zum Warmhalten der Gäste greift nicht nur ausserhalb der Züge sondern auch darin.

Eifrig verlassen frustrierte Jugendliche den Zug und während ich schreibe guckt der angeheiterte Mitfahrer einen Tisch weiter motivierend in seine Flasche Bier (ja, er tut es wirklich!).

Die Bahn kommentiert: „Meine Damen und Herren. Die Abfahrt verzögert sich, da wir noch auf einnen Triebfahrzeugführer warten.“.

Ein hoch auf Griechenland, wo Menschen mit diesem Beruf angeblich 5000€ netto monatlich verdienen und daher vermutlich etwas motivierter zu Wege gehen. Rund 2h nach unserer geplanten Abreise denke ich das erste mal das alles gut werden könnte, wenn es denn unter quasi unmöglichen Umständen gelingt den Anschlusszug zu kriegen.

Minuten vergehen, Hoffnungen schwinden, Träume platzen und plötzlich steigen neuen Fahrgäste mit einem Raunen ein „Der hier .. Halle .. Gleis 8.“ Jaja ihr Naivlinge denk ich mir und grinse in meinen Laptop.

Plötzlich erneut ein Knistern und die Bahn App „Gleisrotator“ schlägt wieder zu – diesmal unterstützt vom Programm „Zugführer ohne Lust“: „Meine Damen und Herren. Dieser Zug fährt nach Halle/Saale. Der Zug nach Uelzen fährt heute ab Gleis 8. Ich wiederhole..“.

Hihi .. immer wenn du denkst es geht nicht schlimmer, dann WIRD es schlimmer! Leise fluchtend packe ich meinen Laptop zusammen, der Typ mit der Bierflasche grinst glücklich und wir hetzen Augenblicke später erneut über den Bahnhof.

Am Gleis 8 angekommen (von Gleis 1 so ziemlich der worth case) wartet dort ein Zug .. gemäß seiner Aufschrift der nach Halle/Saale. Wir steigen gemeinsam mit vielen anderen trotzdem ein .. und irgendwann stellt die Bahn sogar fest, dass dieses Gespann wirklich (!) nach Uelzen fährt.

Nochmals 5 Minuten später fährt es sogar los (mit 15 Minuten Verspätung) los .. Halle (Saale) luja!

Nach einigen Minuten kommt dann eine (wirklich freundliche) Schaffnerin vorbei – soviel Frust gibt es natürlich nicht umsonst. Während der Fahrgast neben uns fragt oder die Bahn in Uelzen warten kann („Es geht doch nur um ein paar Minuten“) und das Personal freundlich antwortet: „Wir sind doch noch nicht da. Vor uns fährt eine Regionalbahn und die Verspätung wird ganz sicher noch deutlich länger“ schwinden meine Hoffnungen Hamburg noch im hellen zu sehen.

Plötzlich wendet sich Madame Bahn an uns: „Sie sehen das aber locker.“ Nachdem wir ihr kurz erklärt haben, dass wir bereits vor 2h fahren wollten, gratuliert sie uns selbstlos. Nanu .. sie gratuliert uns? „Der um 11:03 Uhr steht doch immernoch ein paar Kilometer nach Magdeburg. Da haben sich Eisblöcke gelöst und zwei ganz wichtige Kabel beschädigt. Passiert halt manchmal. Da wären Sie nicht rausgekommen!“.

So fahren wir mit dem Regional Express als der Regionalbahn hinterher .. andere stehen ganz. Ihr seht, es kann immer schlimmer kommen.

Randnotiz: Mit dem Auto hätten wir Hamburg mittlerweile vermutlich errreicht.

Mit nur 31 Minuten Verspätung (plus die eigentlich um 2h nach hinten verschobene Abfahrt) erreichen wir den Hundertwasser Bahnhof in Uelzen und erfreuen uns neben der tollen Architektur am regen Austausch mit zahllosen anderen Bahnreisenden. Offensichtlich ist der Bahnknotenpunkt und „Bahnhof des Jahres 2009“ dem heutigen Passagieransturm nicht gewachsen. Nichts desto trotz finden wir einen Weg zu einem einigermaßen ruhigen Warteplätzchen in der Nähe der mit 1€/Benutzung absolut spottbilligen Toilette. Manchmal fragt man sich, wo die teilweise horrenden Ticketpreise hinverschwinden.

Dani im Hundertwasser Bahnhof

Nach einer kurzen Wartezeit von einer Stunden begeben wir uns so langsam zum Gleis. Da unser „Metronom Express“ in Uelzen abfährt, könnte man ja optimistisch von einer pünktlichen Bereitstellung ausgehen. Könnte man .. man könnte es aber auch lassen. So ist der Bahnsteig bereits bei unserer Ankunft mit Horden Transportwilliger gespickt und es werden minütlich mehr. Bei frischen -8°C kann man kondensierte Luft kaum von äußerst dichten Zigarettenqualm unterscheiden – das Prinzip rauchfreier Bahnhof wird hier wie an scheinbar allen anderen Bahnhöfen auch konsequent gelebt.

Der Metronom stellt in einer Hinsicht sogar noch einen weiteren Abstieg dar: Die Bahn Website sowie die Bahn App für das iPhone haben keine aktuellen Fahrplaninformationen. So harrt man also seiner Dinge und weiss nicht, ob der Zug zu spät kommt, auf einem anderen Glas ankommt oder vielleicht ganz entfällt. Mit nur 15 Minuten Verspätung steht das Gefährt dann aber doch bereit. Dank Danis enormen Gespürs für den vermeintlichen Haltepunkt gelingt es uns als einer der ersten zu „boarden“ und einen angenehmen Sitzplatz zu ergattern. Eigenartigerweise verkündet die Ansage parallel dazu das jetzt sowohl die Züge mit der Abfahrtszeit 16:02 Uhr als auch 17:02 Uhr bereitstehen .. das erklärt dann auch, warum es keine Chancen für unseren Anschlusszug gab.

Die letzten Zeilen dieses Abschnitts kommentiert unser Triebwagenführer mit den Worten „Es kommt leider zu weiteren Minuten Verzögerung, da wir wir warten müssen, bis unser Gleis frei ist.“

Gemäß der vorhin getroffenen Aussage „es geht immer schlimmer“ möchte ich mit den Worten des Triebwagenführers schließen: „Meine Damen und Herren. In der Zwischenzeit sind Störungen am Bahnhof Uelzen aufgetreten. Die Weiterfahrt wird sich daher um weitere Minuten verzögern.“.

Um kurz nach 18:00 Uhr erreichen wir ziemlich erschöpft aber grundlegend doch recht glücklich den Hauptbahnhof in Hamburg. Schwer beladen und bereits mit ziemlich langen Armen begeben wir uns Richtung U-Bahn um unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte zu sichten. Dieses erreichen wir nach drei U-Bahn Stationen und 200m Fußweg durch den Schneematsch wohlbehalten. In den ersten Augenblicken überwiegt der Eindruck unserer Nase der sagt „frisch renoviert“ vor dem unserer Augen „recht schick“. Das Hotelzimmer machte also insgesamt einen sehr freundlichen Eindruck, wenn es gleich es sehr kühl war und teilweise nützliche Details wie einen Papierkorb vermissen ließ.

Nach weniger als einer halben Stunde Rast ging es auch schon wieder los – Dani hatte für uns Karten bei einer Krimilesung zum Thema „Dinner for one, Killer for Five“ in der Speicherstadtrösterei gebucht. Dort wartete (wie immer) ein ganz tolles Ambiente auf uns, wenn gleich es wie bereits vom Veranstalter ganz offen kommuniziert recht kühl bzw. zugig war. Eingekuschelt in unsere Winterjacken und bei insgesamt vier heißen Schokoladen erfuhren wir, das Freddy Frinton mit Ian Flemmings und James Bond verbindet – durchaus interessant und sehr unterhaltsam 😉 Die Uhr zeigt kurz nach 22:00 Uhr, als wir durch ein leichtes Schneegestöber und eine sehr kalte Hamburger Nacht zurück in unsere Unterkunft begaben.

Dort angekommen kam mir die finale Dusche des Tages wie ein Eisregen vor und ziemlich frostig, entnervt von der Bahnfahrt und sehr erschöpft ging unser erster Urlaubstag in Hamburg zu ende.

Bring mich an den Horizont – Porsche Cayman im Winter

Es ist ein eigenartiger Prozess, wenn ein Fahrzeug, dass man 300km für eine Probefahrt bewegt hat irgendwann zum täglichen Begleiter wird. Noch etwas eigenartiger ist diese Erfahrung, wenn nach circa drei Wochen bei leicht feuchten Bedingungen der Winter ausbricht und man sich als mehrjähriger Fahrer von Front- und Allradgetriebenen Fahrzeugen plötzlich am Steuer einer „Heckschleuder“ wiederfindet.

So handelt dieser Beitrag von der nicht immer ganz einfachen Gewöhnungsphase vom Cayman an uns .. und uns an den Cayman. Während so triviale Faktoren wie Langstreckentauglichkeit und Platzverhältnisse (wir haben bisher keine Abstriche beim Reisegepäck machen müssen und ich bin auch nie mit Rückenschmerzen aus dem Fahrzeug gestiegen) von Anfang an kein Problem darstellen, manifestiert sich die Wintertauglichkeit ganz plötzlich als größere Herausforderung.

Klar, bei schmierigen Verhältnissen wird das Heck leicht nervös und da man mit dem Hintern ja quasi fast den Asphalt streift, fühlen sich leichte Ausbrecher auch dramatischer als in anderen Fahrzeugen an .. aber wenn 15m nach der Garagenausfahrt der Vortrieb in unmotiviertem Scharren endet und auch der Rückzug in trockene Gefilde nur unter größeren Mühen möglich ist, dann stellt man als ehemaliger Quattrofahrer doch fest, dass 255er Winterreifen bei einer Gewichtsverteilung von nahezu 50:50 nicht für alle Straßenbedingungen die optimalen Voraussetzungen sind.

Wie dem auch sei, auch dieses Jahr stand die weihnachtliche Familienheimfahrt an – und selbige sollte selbstverständlich im Porsche bewältigt werden. Während die Nachbarn ihre Autos freischaufelten und mir neugierig beim Packen des Bugladeraums zuschauten, kreisten meine Gedanken abermals um die schlüpfrige und zugleich abschüssige Hofausfahrt.

Wenig Neuschnee, ideale Bedingungen für eine längere Fahrt (im Bild: Unser MINI)

Mit ein wenig Mut und etwas Schwung gelang es uns schließlich das Reptil auf gepflegtere Straßen zu steuern und wir setzten frohen Mutes die Heimfahrt an. Selbige lief dank fleißigem Winterdienst recht problemlos und wir konnten unsere 358km lange Reise in knapp 4h inklusive Tankstopp zurücklegen .. eine unter den gegebenen Umständen absolut annehmbare Zeit.

Ein wirklich arg versiffter Schnappi hat Durst

Äußerst positiv fällt bei diesem Wetter der sehr große Wischwassertank (6l) auf, welcher seit der Auslieferung des Fahrzeugs noch nicht nachgefüllt werden musste. Dies hängt vermutlich auch damit zusammen, dass die Scheinwerferreinigung durch einen separaten Knopf gesteuert wird und daher nicht ständig zum Spaß das gute Wischwasser in der Gegend verteilt 😉

Mindestens eine Diva bei der Ankunft im Zielgebiet
Grinsender Schnappi (Bugklappe geöffnet, kein Unfallschaden)

Wie man sieht, hat der Schnappi bei der Einfahrt auf das Grundstück meiner Eltern durchaus noch seinen Teil zur Räumung beigetragen .. der Auspuff hat definitiv Spuren im Schnee hinterlassen 😉 Nach der langen und anstrengenden Fahrt durfte sich der Porsche mindestens 4h in der Garage aufwärmen (ja, er steht natürlich auch hier sicher), bevor Besitzer und Fahrzeug wieder in die kalte Nacht starten mussten. Dabei stellte sich sich heraus, dass 95% der Strecke problemlos zurückgelegt werden können. Schwierig sind stets nur das Ein- und Ausparken. Angekommen am Ziel machte Schnappi dann auch erstmals Bekanntschaft mit den helfenden Händen eines anderen Verkehrsteilnehmers, der uns mit Muskelkraft großzügig in die nächste Parklücke half („Geiles Auto .. aber bei dem Schnee bestimmt gar nicht so einfach“). Wie ich in den darauf folgenden Tagen lernen sollte, eine recht normale Erfahrung 😉

Stellenweise sogar -18°C .. die globale Erwärmung machte wohl gerade Winterurlaub

Apropos helfen .. als verantwortungsbewusster Mitbürger nimmt man natürlich nicht nur, man gibt auch. So kam es, dass – als sich einestages ein Sperber in die Glasfasade meines Elternhauses verflog – der Porsche zum Nottransporter wurde. Mit Hilfe einer Katzenbox und auf polizeiliche Anweisung hin, brachten wir das arme Tier zum Veterinärmediziner .. leider wurde mir eine beschleunigte Fahrt mit Sondersignalen verwährt. Am Ziel angekommen gab es leicht verwunderte Blicke, aber die können einen Ersthelfer natürlich nicht aufhalten 😉

Bruchpilot unmittelbar nach dem Absturz
Das Reptil als Nothilfetransporter

Im obigen Bild übrigens ganz dezent zu erkennen: Der Pimp-My-Heckschleuder Traktionsmaximierer – eine geniale Erfindung meines Daddys in Form von zwei, die Hinterachse beschwerenden, Rasengitterplatten. Mit Hilfe dieser schlichtweg genialen, robusten und einfachen Konstruktion können auch schneebedeckte Steigungen in schwerem Gelände sicher erklommen werden – Beispiel:

Absolut alltagstauglich!

Natürlich lädt der Schnee auch zu dem ein oder anderen Foto ein .. so man denn eine gut erreichbare und vor allem auch sicher wieder verlassbare Fotolokation findet. Wer jetzt auf die Idee kommt Schneeketten oder alternativ Schneesocken zur Verbesserung der Situation zu bestellen, dem sei gesagt das ich drei Wochen Lieferzeit momentan als nicht akzeptabel empfinde 😉

Sonnenuntergang im Harzvorland
Cayman im Winter

Während das Reptil im Schnee einfach schön aussieht und sich bis auf verschiedene Situation im tiefen Matsch auch ziemlich gut fährt, verschlechter sich die Situation bei Eis (wie bei jedem Fahrzeug) dramatisch. Insbesondere das Gefühl, wenn bei 70km/h das Heck anfängt leicht zu rutschen, ist absolut nicht erstrebenswert.

Insgesamt macht es aber Spaß mit dem Porsche durch den Winter zu toben .. vor allem wenn man je nach Anforderungsprofil auf ein winterfesteres Fahrzeug zurück greifen kann 😉 Hätte ich die Wahl, würde ich mich jedenfalls gegen die Optik und für die Fahreigenschaften beim nächsten mal für *etwas* kleinere Winterräder entscheiden. Darüberhinaus plane ich derzeit die RUDmatic Soft Spikes als Notfalllösung anzuschaffen (geringe Haltbarkeit, dafür recht leicht und platzsparend) .. wenn sie doch nur lieferbar wären.

Im Winter ein eher seltener Anblick in diesen Gefilden

Die HMS Victory – Eine winterliche Herausforderung…

Die Tage werden kürzer, das Wetter schlechter und die Temperaturen fahren Achterbahn, was zu einer Mischung aus Eis und Schnee führt .. kurz gesagt: Das Winterwetter hat uns eingeholt.

Was liegt da näher als in weihnachtlicher Atmosphäre den passenden Radiostream anzuschalten, den Fernseher mal ausgeschaltet zu lassen (Go Green!) und die handwerkliche Fertigkeiten etwas zu trainieren. Vor dem Hintergrund dieser gewaltigen Ziele erinnerte ich mich an ein altes Hobby: Den Modellbau.

Wie ich jedoch frustriert feststellen musste, haben sich die Zeiten geändert. Nicht jeder Laden mit Spielwarenabteilung führt noch Revell Produkte .. noch nicht einmal größere Spielwarengeschäfte ala Toys ‚R‘ Us konnten helfen .. der einheitliche Tenor: „Aus dem Programm genommen.“ Kurz bevor die Frustration an einem Freitag Abend ihren Höhepunkt erreichen sollte, kam dann der rettende Input: Im Main Taunus Zentrum gibt es wohl noch ein Geschäft mit den benötigten Waren. Das von mir favorisierte Modell – die HMS Victory – wurde zur Sicherheit via Amazon Overnight bestellt (nur 13 Euro Aufpreis .. dafür stand der Postbote 12,5h nach der Bestellung Samstag Früh um 10:00 Uhr vor uns) und das benötigte Zubehör in Form von Pinzetten, Farben und Pinseln dann im MTZ bzw. dem nächst gelegenen Hornbach gekauft.

Beim Auspacken des Schiffs fiel natürlich die Skillwertung 5 auf – höchste Ansprüche an das handwerkliche Geschick und für erfahrene Bastler .. klingt doch nahezu perfekt 😉

Rund 10 Minuten nach dem Auspacken der Spritzlinge, war mir dann auch klar warum die Schwierigkeitswertung so hoch war: Das enorm filigrane Bemalen des Oberdecks brachte mich recht schnell an die Grenzen meiner Begabung. Trotzdem entstanden recht bald (nach ca. 5 Stunden) die ersten Resultate:

Die beiden Decks mit Lafetten für die Kanonen im lackierten Zustand

Einen Tag später fanden dann die beiden Decks zusammen und das erste größere Teil entstand:

Langsam nimmt das Schiff Form an..
Weitere Details befinden sich in der Vorbereitung

Glücklicherweise konnte ich durch leichtes aber konstantes Jammern auch Dani dazu bringen in den Prozess des Schiffsbaus einzusteigen und meine Ein-Mann-Werft zu verstärken.

Dani - die Frau für die großen und wichtigen Teile
..und die noch wichtigeren Details

Nach dem dritten Tag zeigten sich dann schon erste Details auf dem Oberdeck .. wenn gleich der Fortschritt auf ersten Blick eher marginal erscheint.

Filigrane Ergänzungen des Vorderschiffs

Parallel dazu verfeinerte Dani den Rumpf immer weiter .. nach rund 15h Arbeit sah selbiger so aus:

Fast fertiger Rumpf am vierten Arbeitstag nach Baubeginn

Insgesamt kommt mir nahezu täglich die vollmundige Vorhersage über die Lippen, dass wir „heute Abend bestimmt den Rumpf zusammenbauen“. Bedingt durch die teilweise mangelhafte Deckkraft der Farben (vor allem Lufthansa-Gelb) und die wahnsinnig vielen Details am Modell, geht der Zusammenbau jedoch deutlich langsamer als zunächst vermutet vorran.

Nichtsdestotrotz ist der Bau der Victory eine tolle vorweihnachtliche Beschäftigung, die ganz dringend weiterempfohlen werden kann. Weitere Fotos über den Fortschritt des Baus folgen zu gegebener Zeit 🙂

Der Winter ist da .. und Weihnachten am Horizont

Etwas absehbarer als das letzte Jahr aber dafür auch vom Start weg deutlich kälter hat uns der Winter so langsam eingeholt.

Zu unserer großen Freude sind es (dank Ortswechsel) jetzt aber nur rund 20km bzw. eine halbe Stunde Fahrt auf ca. 800 Höhenmeter und damit in eine tolle Schneelandschaft. Wenn man dem Räumdienst dann eine gewisse Chance lässt und vielleicht nicht unbedingt das winteruntauglichste Fahrzeug nimmt, steht der ein oder anderen Wanderung im Schnee folglich nichts entgegen.

So geschehen am vergangenen Wochenende .. Ausgangsort war der Sandplacken und von aus ging es auf den Panoramaweg (den wir nach ein paar Schildern verloren .. dafür sehr schön) und anschließend noch auf den Pfad des Hasen (weniger toll).

Der erste Spaziergang im Neuschnee 2010

Bei derart tollen Wetterbedingungen verschlug es uns einen Tag später auch gleich (mal wieder) in den Opelzoo nach Köningsstein, wo ich zügig neue Freunde finden konnten.

Ein Stuhrkopf .. und noch einer

Nach einigen Minuten des vergnüglichen Rumstupsens wurde das Schaf dann übrigens zunehmend energischer .. und wir traten vorsichtshalber den Rückzug aus dem Streichelgehege an 😉

Anschließend ging es wie auch schon im letzten Jahr daran unsere Wohnung weihnachtlich zu gestalten. Um den geneigten Leser nicht zu sehr zu langweilgen, sind wir zwischendurch sogar umgezogen, was für neue Motive und Ansichten sorgt.

Als erstes Stand der Bau eines Selfmade-Weihnachtskranzes an, was die Opferung von zwei Packen Steckmasse forderte und unseren Wohnzimmertisch zwischenzeitlich zu einem OP-Saal verwandelte.

Das Resultat: Wie immer seeeehr schön

Anschließend führten wir dieses Jahr (auf meinen Wunsch hin) eine Neuerung ein und verzierten unsere Fenster ganz eifrig mit Schneespray. Dank aufbauender Worte von Dani ( „Lass mich mal schnell Schadensbegrenzung durchführen“) durfte sogar ich meiner Kreativität freien Lauf lassen. Wie man im Hintergrund ganz gut sehen kann, verfügt unsere Terrasse jedoch auch ohne Spray über eine angenehm winterliche Atmossphäre.

Chefin des Kunstschnees

Ein anschließender Besuch beim Weihnachtsmarkt in Bad Homburg (sehr empfehlenswert .. allerdings nur an den Wochenenden in seiner vollen Pracht zu bewundern) führte zudem zur Anschaffung eines tollen und besonders umweltfreundlichen Weihnachtssterns. Entgegen der anfänglichen Planung mussten 40 Kunststoffverpackte LEDs in Schneeflockenform dann doch diesem schicken Rotlichtspender weichen:

Ein wenig Schmuseatmossphäre im Arbeitszimmer

Nachdem nun also Wohnzimmer, Arbeitszimmer und Küche bereichts winterlich bzw. weihnachtslich angehaucht wurden, galt es den Weihnachtsbaum ergänzend hinzuziehen. Wer nun von Frevel spricht, wenn wir den Baum so früh aufstellen, hat natürlich durchaus recht. Da wir aber über Weihnachten selbst „offsite“ sind, ist diese leichte Terminverschiebung durchaus legitim 😉

Vom MINI bis zu uns nach Haus gebracht, von Dani dann ins Wohnzimmer transportiert

Dank einem mittlerweile recht ansehnlichen Deko-Reservoir aus dem letzten Jahr, gelang es uns den Baum anschließend standesgemäß unseren Wünschen anzupassen.

Was dann noch fehlte (jaja, Stillstand bedeutet Rückstand) war eine kraftvolle LED-Außenbeleuchtung unserer Terasse. Für selbige hatten wir eigens eine 200 Lichter und 6m umfassende Outdoor-Kette von Konstsmide (Typ: Eisregen) liefern lassen, die anschließend mit viel Liebe zum Detail entwirrt und dann bei -8°C montiert wurde.

Fertig entwirrter gordischer Knoten
Im Vordergrund: Wohnzimmer; In der Mitte: Schneespray; Im Hintergrund: LED-Lichterkette

Abschließend erhielt auch noch ein treuer, bereits langjähriger Begleiter einen würdigen Platz im weihnachtlichen Gesamtassemble:

Von links nach rechts: Baum, Küche, Adventskalender
Anschließend noch ein bunter Mix unkommentierter Fotos – ich wünsche viel Spaß 🙂