(P)ostern 2011 – Eine kleine Ausfahrt in den Harz

Vor einiger Zeit habe ich jedes Jahr zu Ostern versucht mir mein damaliges Traumauto (einen Audi TT) auszuleihen und damit einprägsame Touren durch den heimatlichen Harz zu fahren. Nach und nach entstanden dabei die Fotoalben „OsTTern“, „OsTTern Reloaded“ und (wie könnte es anders sein) „OsTTern Revolutions“. Da die Matrix-Triologie ja bekannterweise keine Namensvorschläge für eine Fortsetzung dieser Serie bietet und der TT mittlerweile Geschichte ist, stand eine neuerliche Namensfindung an. Bevor ich kreativ werden konnte, hat Dani mit (P)ostern einen – meiner Meinung – sehr erheiternden und passenden Vorschlag parat gehabt.

Volant mit eindeutiger Kennzeichnung in der Morgensonne

Mit einem einigermaßen frisch polierten Schnappi begaben wir uns also gegen 09:30 Uhr morgens von elterlichen Basis aus in Richtung Quedlinburg, Elbingerode (über Thale, Treseburg und Altenbrak), Braunlage nach Sankt Andreasberg. Da man ja nicht aus reiner Freude Auto fahren soll, bestand das Tagesziel in einem Besuch der Sommerrodelbahn St. Andreasberg. Bei traumhaften Wetterbedingungen (bis zu 23°C, blauer Himmel) und vor-osterlichen Verkehrsbedingungen, hofften wir auf freies Revier zum Kurvenräubern. Dieses war uns vor allem auf dem Hinweg kaum gegeben und so erreichten wir die Rodelbahn mit einem recht gelangweilten Porschi und kühlen Reifen. Mehr Temperament als die Anreise bot dann die Schlittenfahrt in schönster Umgebung. Nach kurzer, aber schöner Sesselliftfahrt ging es stürmisch und mit leichtem Bauchkribbeln Berg ab. Schnell wurde klar, dass Danis Vorsatz „Den Hebel immer auf Gas“ in Sankt Andreasberg nicht funktioniert und es durchaus möglich ist aus der Bahn zu fliegen 😉

Kurz vor der Abfahrt mit Blick aufs Tal

Nach dieser netten Abwechslung entschieden wir uns entgegen des vorher festgelegten Routenplans einen Abstecher nach Torfhaus zu machen und bei schönstem Ausblick auf den Brocken eine süße Stärkung zu uns zu nehmen. Da die Motorrad-Saison wohl noch nicht so ganz eröffnet ist, war es an diesem sonst sehr lauten und überbevölkerten Ort doch deutlich ruhiger als gedacht. Ein wirklich empfehlenswerter Zeitvertreib ist dabei der Besuch des neu gebauten Museums Nationalparkhaus Torfhaus. Dieses ist eine überaus toll inszenierte Informationsstätte mit genialer Aussicht.

Brocken (1142m) im Hintergrund
Dani und Micha im Höhenwind

So mit frischer Energie aufgetankt traten wir die Rückreise an, welche insgesamt viel mehr Spaß gemacht hat, als der Hinweg. Auf tollen, sich in bestem Zustand befindlichen Straßen und Kurven, die genügend Platz und Einsichtigkeit boten, brachten wir das Reptil ein wenig ins Schwitzen. Kurve um Kurve wurde mein Grinsen breiter, denn es ist einfach nur unglaublich wie präzise sich das Fahrzeug positionieren lässt, wie detailliert die Lenkung Rückmeldung zur aktuellen Fahrsituation gibt und welch tollen Soundtrack das Triebwerk im idealen Arbeitsbereich von 4500 bis 7500 Umdrehungen pro Minute spielt.

Kurve vorraus

Bei leicht geöffnetem Fenster ist es Fahrfreude pur die Bergstraßen rauf und runter zu fahren und mittels eines regen Wechselspiels von Gas, Kupplung und Bremse die Körper der Insassen leicht gegen die konturierten Seitenwangen der Vollleder-Sportsitze zu drücken. Dabei muss man den inneren Schweinehund schon recht stark dazu zwingen ein wenig ambitionierter zu fahren, bevor überhaupt ein Kribbeln im Bauch zu vernehmen ist. Wieder und wieder zeigt sich, dass der Porsche eine ungeheure Sicherheit ausstrahlt und die Fahreigenschaften des Autos das Können des Lenkers doch bei Weitem übersteigen; der „Grenzbereich“ ein weit entferntes, unbekanntes Land ist. An dieser Stelle sei übrigens angemerkt, dass auch die Fahrphysik eines Zuffis ihre Grenzen kennt und sich das bisher gezeichnete (narrensichere) Bild insbesondere bei Nässe sehr stark wandelt. Aber wie wahrscheinlich jeder Sportwagenfahrer habe ich ein gesteigertes Interesse das Auto keiner ungeplanten Kaltverformung auszusetzen 😉

Cayman mit Sommerschuhen, ausnahmsweise mit ausgefahrenem Heckspoiler
Rumstehen ist langweilig..
Breite Behausung für breite Reifen .. mit viel Blütenstaub

Nach rund 200km wurden die Straßen dann wieder flacher und immer belebter und wir erreichten die Basis rund 5h nach unserem Aufbruch.

Zurückblickend bleiben ein paar wirklich tolle, beeindruckende und spaßige Kurven-Kilometer (in Summe ca. 30km), auf denen wir uns in aller Ruhe weiter an den Cayman gewöhnen konnten. Ansonsten gibt es doch vermehrt beschädigte Straßenabschnitte,  viele Tempolimits und noch mehr kurven-ängstliche bzw. ignorante Verkehrsteilnehmer. Die Tour hat Spaß gemacht, keine Frage .. aber die Faszination die Strecken mit einem Fahrzeug zu fahren, dass einem sonst nie und auch im aktuellen Fall nur für wenige Kilometer zur Verfügung steht, konnte mit dem „eigenen Auto“ nicht erreicht werden.

Nichtsdestotrotz ist der Harz ein tolles Revier zum Kurvenräubern und unbedingt zu empfehlen.

Folgend eine GPS-Aufzeichnung unserer Tagestour

GPS-Aufzeichnung der Harztour [deltazoom=0;gpxelevationcolor=green;gpxspeedchart=show;gpxcheckpointinterval=10;]

Dazu die Auswertung des Bordcomputers:

Für das verlangte Fahrprofil absolut human

Und noch ein paar kommentarlose Impressionen:

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