Eventful June: Ein Tag mit dem Porsche Boxster

Ungewohnte Symbolik .. für einen Tag

Es war ein heißer, ein sehr heißer Tag, an dem ich meinen Cayman für einige Stunden in die Obhut des Porsche Zentrums Hofheim gegeben hab. Während am Reptil kleinere Servicearbeiten erledigt wurden (Sitzgestell Fahrerseite hat Spiel –> Tausch; Gurtschlösser erzeugen knarzende Geräusche am Leder –> Versetzen; PCM stürzt ganz selten mal ab –> Update; Kennzeichenbeleuchtung defekt), durfte ich für einen Tag die offene Variante meines Alltagsbegleiters fahren: Den Porsche Boxster.

Nachdem der Wetterbericht schon seit mehreren Tagen ideale Bedingungen für diesen glücklichen Montag vorhergesagt hatte (der Service war genau vier Wochen im Voraus geplant), stellte ich mich geistig schon voll auf Sommerfeeling an: Poloshirt, Sonnenbrille, gute Laune. Bereits bei der Ankunft am PZ wartete das Schmuckstück auf mich und in einem kurzen Moment der Naivität ging ich gar von einem Boxster S aus. Zwei ovale Endrohre, kein „grauer“ Schriftzug .. nicht übel. Tatsächlich handelte es sich beim Leihwagen um einen hervorragend getarnten Basis Boxster, der meinem Cayman somit quasi sehr ähnlich war. Die „Non S“-Merkmale waren jedoch hervorragend wegkonfiguriert (Sportendrohr, Modellbezeichnung in schwarz, Zierleisten im Innenraum in schwarz) und so stand ein wirklich sehr schöner Roadster vor mir.

Schwarze Dekorleisten: Sehr lecker!

Auch sonst war das Fahrzeug mit Tempostat, PCM (ganz neue Version mit mehr Wolken in der 3D-Darstellung ;-),PDC und dem schwarzen Spyder-Rad ganz nett ausgestattet. Leider waren weder Klappenauspuff noch BOSE an Bord, aber darauf muss ich ja sonst auch verzichten. Schnell waren die notwendigen Formalitäten erledigt und ich startete mit dem Boxster „oben ohne“ gen Heimat. Bereits auf den ersten Metern fiel mir (bei übrigens 21°C um 08:00 Uhr) eine etwas leichtgängigere Lenkung und ein (naturgemäß) etwas hellerer aber deutlich präsenterer Sound als im Cayman auf. Insgesamt fühlt sich der Boxster sehr leichtfüßig an und bei geöffnetem Dach (und gesenkten Scheiben) bietet der Wagen eine hervorragende Rundumsicht: Klasse! Während der 30km nach Haus hatte ich ausreichend Gelegenheit die Zugigkeit im Innenraum bei geöffneten sowie geschlossenen Scheiben zu testen sowie bei einer Tunnelausfahrt den obligatorischen Soundcheck (mir persönlich genau wie im Cayman ohne Klappe einfach zu hell) durchzuführen. Auf ein paar Kilometern ohne Autobahn hatte ich ferner die Chance herauszufinden, wie sich die Windentwicklung im Innenraum bei höheren Geschwindigkeiten verhält. An dieser Stelle war ich erneut sehr positiv überrascht, denn (vermutlich auch bedingt durch meine vergleichsweise kleinen 1,70m) kommt auch bei >200 km/h nur ein leichtes Kribbeln an der Kopfhaut an; Musik und Navianweisungen bleiben stehts verständlich. Zumindest wenn der Sitz ganz unten ist, fühlt man sich also im Boxster hervorragend vom doch etwas kühlen Morgenwind abgeschottet.

Schicke Kiemen, breite Reifen

Nach einer morgendlichen Arbeitssession, begab ich mich gegen Mittag endlich auf die schon lange geplante Cabrioausfahrt in den Taunus. Eine kleine Runde, rund 70km, von Friedrichsdorf über Schmitten und Seelenberg zum Feldberg und zurück sollten es werden .. und die Sonne schien mich bei >30°C geradezu dazu einladen zu wollen. Nach der Öffnung des Garagentors wartete ein etwas ungewohnter Anblick auf mich (die Cayman-Front wirkt doch etwas aggressiver), der jedoch beim Entern des Innenraums schnell vergessen war. Dach auf, Gang rein und los ging es. Erneut fühlte sich der Boxster völlig vertraut an .. er fährt sich (bis auf die bereits erwähnte, gefühlt etwas leichtgängigere Lenkung) absolut 1:1 wie der Cayman. Während mir die Sonne vom Zenit aus zulächelte, drehte ich Kid Rock mi „All summer long“ auf und inhalierte bei geöffneten Scheiben jede Menge Cabriofeeling. Während mich der Boxster sportlich und stilvoll über die sonnigen Landstraßen trug, wehte mir der Wind durch die Haare und ich erwischte mich dabei nur noch an ein Wort denken zu können: Urlaub. Tatsächlich fühlte sich die Fahrt in der Mittagssonne ein wenig wie ein Tag am Strand mit aufbrausender Meeresluft an .. traumhaft. Nach einigen Kilometern steuerte ich schließlich einen Parkplatz an, um ein paar Impressionen einzufangen.

Während ich um den Boxster schlich, tanzten am Himmel mehrere Segelflieger teilweise im Formationsflug .. eine tolle Kulisse.

Ideale Cabriobedingungen
Spiel mit mir!

Nachdem ich das Fahrzeug eifrig umschlichen und alle möglichen Perspektiven versucht hatte einzufangen, enterte ich erneut den Innenraum und setzte mein Fahrt gen Taunus fort. Wieder fällt die Leichtfüßigkeit des Girlsters „kleinen“ Porsche auf und bei viel frischer Luft und noch mehr brennender Sonne auf der Haut fiel mir doch ein kleiner Makel auf: Der tolle Blick in den Rückspiegel, wo die breiten Kotflügel das Auge des Fahrers verwöhnen, fehlt doch ein wenig. Wie zum Trost erreichte meine Nase einige Kilometer (und mehrere hundert Höhenmeter später) der Geruch von Kiefern – wieder ein Gefühl wie im Urlaub. Die letzten Kurven vor dem Feldberg ziehen sich bei 50km/h in die Länge, der Motorradfahrer vor mir schien die Atmossphäre mindestens so sehr zu genießen wie ich.

Grün, idyllisch, traumhaft

Eine kurze Verweildauer auf dem Großen Feldberg später, ging es erneut über vertraute und angenehm wenig frequentierte Strecken gen heimischer Garage. Dort musste der Boxster dann rund 2h auf mich warten, bevor wir so ganz langsam unsere Rückfahrt gen Porsche Zentrum antreten mussten. Bei mittlerweile 32°C war der gesamte Innenraum des Wagens sehr heiß, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tun sollte. Wieder einmal bemerkte ich, wieviel mehr Eindrücke von seiner Umwelt man im Boxster im Vergleich zum geschlossenen Porsche sammeln kann. Es zeigten sich Landschaftdetails, die ich im Cayman noch nie wahrnahm; Ampeln ließen sich ganz einfach oberhalb des Dachrahmens beobachten – durchaus praktisch. Beim Versuch die favorisierte Fotolokation für ein paar Impressionen eines geschlossenen Boxsters anzusteuern, stolperte ich dann über das hervorragende Wetter. Bereits während der letzten Meter vor dem Parkplatz fragte ich mich, warum hier so wahnsinnig viele Autos parkten. Augenblicke später war klar: Das Waldschwimmbad in Kronberg ist bei hochsommerlichen Bedingungen vermutlich nur suboptimal für Fotos eines Fahrzeugs geeignet 😉

Zu den gewünschten Bildern kam es dann kurzer Hand einige Kilometer später auf dem P2 des Opel Zoos:

Auch geschlossen durchaus passabel
Die etwas "andere" Front

Nach rund 160km, ausschließlich mit geöffnetem Verdeck und ohne jede Wolke, stellte ich den Boxster wieder beim Porsche Zentrum ab. Es war ein schöner Tag und er hat mir viele interessante Impressionen zum offenen „Baby Porsche“ geliefert, die mich in den kommenden Tagen noch verfolgen sollten 😉 Im direkten Vergleich mit dem Cayman fühlt sich der Boxster doch deutlich entspannter an. Das viel zitierte Go-Kart Feeling des Schnappis weicht einer gewissen Entspanntheit, wenn man sich bei hochsommerlichen Temperaturen den Wind um die Nase wehen lässt und dabei die Landschaft genießt. Auch das Bild des geschlossenen Boxsters weiss durchaus zu überzeugen, wenngleich der Cayman in dieser Disziplin (für mich) einfach der klare Sieger bleibt.

Weitere Impressionen des Boxster Tags gibt es drüben in der Gallerie: Klick.

Eventful June: Happy Landings 2011

Ein Tag dort spazieren gehen, wo sonst die Jets dieser Welt ihre Reise vom Frankfurter Flughafen in sonnige Gefilde antreten oder gebräunte Urlauber nach Hause bringen .. klingt cool, oder? Nun hat FraPort im Rahmen der Eröffnung der Landebahn Nordwest das Rollfeld nicht nur zur Flaniermeile erklärt sondern den rund 3km langen Bereich auch mit allerlei Ausstellungen und Sehenswertem bereichert. Klar, dass zu so einem Event gefühlt das halbe Rhein Main Gebiet kommen will .. aber leider nicht kann. Die Tickets zum „Happy Landings“ genannten Highlight waren nämlich (zumindest für uns Normalsterbliche) nur im Rahmen eines Losverfahrens zugänglich. Bereits der zeitweise Ausfall der entsprechenden Webseite zur Registrierung für das Auswahlverfahren ließ verheißen, dass der Andrang enorm werden würde.

Einige Wochen nach der Registrierung, an einem ganz unscheinbaren Moment, kam dann die Mail: „Herzlich willkommen zu „Happy Landings“ – ein Tag auf der neuen Landebahn“. Sehr zu unserer Freude trafen dann auch pünktlich eine Woche vor dem Event die begehrten Plastikkärtchen ein, so dass dem Besuch am Flughafen (fast) nichts mehr im Wege stand.

Die begehrten Tickets..

Okay, am Samstag waren wir noch zu einer rund 400km entfernten Hochzeit eingeladen und die Rückfahrt am Sonntag dauerte dann glatt 1h länger als üblich .. aber geschafft haben wir es letztendlich doch 😉 Dabei waren die letzten Minuten jedoch sehr spannend, da wir von der Hochzeit kommend zu Hause schnell die Fahrzeuge wechselten (wer die Parkhäuser am Airport und meine Affinität gegenüber Parkremplern kennt, weiss warum) und nahtlos weiter gen Flughafen düsten. Die Uhr immer im Augenwinkel, war der erfolgreiche Einlass doch stets etwas unsicher. Zwar hatten wir rund 1h zuvor mit der Happy Landings Hotline telefoniert (welche von großzügigen Ausnahmen sprach) doch so richtig sicher kann man sich ja immer erst dann sein, wenn man auch auf dem Gelände ist 😉

Auf dem Weg zum Flughafen mit Captain Dani

Pünktlich um 17:34 Uhr (unsere Karten galten von 16:30 Uhr bis 17:30 Uhr) betraten wir nach einem kurzen Fußmarsch den ShuttleBus, welcher uns zielsicher über verworrene Wege zum Veranstaltungsgelände fuhr. Plötzlich wurde das Gefährt langsamer, die Türen öffneten sich und vor uns lag inmitten einer gefühlt riesigen Baustelle eine asphaltierte Strecke mit vielen kleinen Buden und bereits aus der Ferne deutlich erkennbaren Fahrzeugen und Attraktionen. Gemeinsam mit einem überschaubaren Strom an anderen Besuchern ging es auf den Check In zu, welcher aus einer kurzen elektronischen Kontrolle der Karten und anschließender Aushändigung eines zum Anlass (und Wetter) passenden Basecaps sowie Schlüsselbandes und Übersichtsplan bestand.

Tja .. und dann waren wir auch schon mitten drin, in Happy Landings 2011. Der erste Eindruck war absolut toll .. dort laufen, wo bald die Jets lang rollen werden, auf den gelben Markierungslinien schlendern, die Vorfeldbeleuchtung aus der Nähe begutachten. Zwischen Showbühnen und Verpflegungsständen gab es von historischen Flugzeugen über Linienmaschinen, sämtliche für einen Flughafen relevanten Fahrzeuge bis hin zu Exponaten von Zoll und Polizei so ziemlich alles zu sehen.

Mittendrin statt nur dabei

Die Besuchermengen waren zum Glück recht gering und verteilten sich auf dem sehr großen Gelände durchaus großzügig. Anstrengender war in diesem Zusammenhang die hohe Außentemperatur (ca. 26°C) in Kombination mit dem heißen Asphalt. Anders gesagt kam man sich auf der Landebahn ein wenig vor wie in einem Solarium mit beidseitiger Bestrahlung 😉 Nach intensiver Begutachtung der ausgestellten Flieger ging es für uns an einem R8 im Taxi-Design vorbei an der FFH Bühne zur Ausstellung des lokalen Mercedes Autohauses. Dieses hatte neben den üblichen Verdächtigen inklusive neuem CLS auch einen SLS AMG vor Ort, in welchem man sogar Platz nehmen durfte. Während mir das schmucke Stück und vor allem dessen Lederausstattung ob der vielen Ein- und Aussteigevorgänge durchaus Leid tat, stand der Verantwortliche des Händlers mit einem geradezu milden und fast schon glücklichen Lächeln ganz ruhig neben dem Fahrzeug – durchaus beeindruckend und aus meiner Sicht sehr positiv. Irgendwann gab es dann auch eine Lücke, so dass auch ich im Flügeltürer Platz nehmen durfte.

Micha im Luxus Taxi

Während der Innenraum des SLS deutlich schlichter als zunächst vermutet ausfällt, finde ich die Sitzposition sehr cool. Vor allem das Übersteigen der vergleichsweise hohen Seitenwand sorgt für ein durchaus nicht alltägliches Feeling – mir gefällts!

Nach dieser netten Einlage steuerten wir auf die Exposition der Flughafenfahrzeuge zu, welche von rollbaren Gangways über Gepäcktransporter, Stapler aller Größen und Schleppfahrzeugen vollumfänglich war. Besonders positiv fiel auch in diesem Kontext auf, dass man alles anfassen und teilweise „entern“ durften. Überall standen freundliche Angestellte bereit, die für Fragen rund um die gezeigten Fahrzeuge offen waren und auch Sonntag Abend um 20:00 Uhr keinesfalls genervt wirkten.

Großer Stapler..für eine große Frau

Nach soviel „Greifbarem“ betraten wir schließlich auch den „Visionwalk“, eine Art multimedialer Ausstellung zum Flughafen in der Gegenwart und in der Zukunft. In dem recht abgedunkelten Pavillion zeigte FraPort auf eindrucksvolle Weise, wie Flughafen heute und morgen funktionieren können und nutzte dazu zahlreiche Licht- und Soundeffekte. Das Gesehene kann man in Worten nur schwierig beschreiben, doch von Bodennebel über realistisch klingenden Funkverkehr bis hinzu einer räumlichen Bildschirminstallation nebst Riesenradar war wirklich alles vorhanden um dem Besucher ein begeistertes „Oha“ zu entlocken. Wenngleich der VisionWalk nur rund 10 Minuten dauerte, wünscht man sich doch spontan mehr Ausstellungen dieser Machart.

Eisberg voraus?

Im Anschluss an dieses multimediale Erlebnis ging es dann zu einem kleinen Zwischenstopp bei Pommes und Wurst nebst kühlendem Getränk (was für eine Erlösung) vorbei an den Ständen von Polizei, Zoll, Feuerwehr und Flughafensicherheit. Auch hier gab es wieder jede Menge Ausstellungsmaterial zum Anfassen und so konnten wir uns davon überzeugen, dass auch ein Polizei 5er recht serienmäßig daherkommt 😉 Sehr schön waren in diesem Abschnitt auch die vielfältig abgedeckten Themen von simulierter Fluglotsentätigkeit bis zur Tierrettung. Ferner konnte man sich in vielen Pavillions auf Wunsch sportlich betätigen und beispielsweise Autos auf einer Carrera-Rennbahn mittels Tretfahrrad in Bewegung versetzen.

Auch die Feuerwehr ließ sich nicht lumpen und zeigte, was sie hat..

Vorbei ging es an der eigens aufgebauten Spielfläche für die Skyliners um anschließend den von einer langen Schlange belagerten Segway Parcours zu passieren. Am „hinteren Ende“ der Veranstaltungsfläche hatte man einen recht interessanten Blick auf das Event und dank der abermals verringerten Besucher pro Quadratmeterzahl war es möglich ein kleines Panorama der Szenerie zu erstellen:

Rundblick vom Boden

Bei leicht nachlassender Sonne begaben wir uns anschließend zur ebenfalls sehr großzügigen und umfassenden Ausstellung von Baufahrzeugen – auch nicht langweilig 😉 Frisch geputzte (bzw. teilweise wahrscheinlich komplett neu gebaute) Bagger, Raupen, Teerfahrzeuge und vieles andere warteten in den verschiedensten Größen darauf bestaunt zu werden und boten einen durchaus imposanten Eindruck.

Bagger vor untergehender Sonne

Kurz vor Schluss trauten wir uns dann auch eine der angebotenen Aussichtsplattformen zu nutzen, welche von eifrigen Kranfahrern in luftige Höhen gehoben wurden. Da sich der Tag dem Ende neigte, war angenehm wenig los und wir mussten nur wenige Augenblicke anstehen. Anschließend ging es recht fix bergauf, was zumindest für mich (dank leichter Höhenangst) recht kribbelig war 😉 Soweit oben gab es natürlich einen tollen Überblick über die neue Landebahn zu bestaunen:

Über den Wolken..
Die neue Landebahn in voller Pracht

Nach diesem Highlight bestaunten wir noch ausgiebig die Winterfahrzeuge bestehend aus Enteisungswagen und Schneepflügen, die man so nah doch eher selten zu sehen bekommt. Nach rund 2,5h auf dem Veranstaltungsgelände fühlten sich unsere Füße recht müde an und so beschlossen wir den beeindruckenden aber auch anstrengenden Besuch bei Happy Landings so langsam ausklingen zu lassen. Ein letztes mal ging es quer über das Gelände zur Haltestelle des Busshuttles, welches uns nahezu ohne Wartezeit zurück zum Terminal 1 fuhr. 12€ und 40 Minuten später erreichten wir einigermaßen dehydriert aber um viele neue Eindrücke reicher unsere angenehm kühle Wohnung und ein kurzes aber ereignisreiches Wochenende ging zu Ende.

Weitere Impressionen gibt es auch diesmal wieder in Gallerie: Link zum Album.

Eventful June: Besuch im Vulkanpark

*puff* (ausschließlich als onomatopoetisches Stilelement zu verstehen)

Ein Feiertag an einem Donnerstag, kein Urlaub am Freitag .. was macht man da? Ausschlafen, Entspannen, Autowaschen? Alles gar nicht so schlecht .. aber da sich über so „spannende“ Tage ja keine Blogbeiträge schreiben lassen, entschieden wir uns für eine spannende Alternative 😉 Dank Danis allwöchentlichem, intensivem Studium der lokalen Werbeblättchen, erfuhren wir vom Vulkanpark im Landkreis Mayen-Koblenz. Selbiger besteht aus einer ganzen Reihe spannender Attraktionen rund um das Thema Vulkanismus und vereint die Abenteurergene (60 Minütige Höhlenführung) mit der Sehnsucht nach Urlaub (15 Minütige Bootsfahrt zu einem Kaltwassergeysir).

Vor dem Hintergrund derart lockender Sehenswürdigkeiten, quälten wir uns auch an einem freien Tag um 07:30 Uhr aus dem Bett um pünktlich gegen 08:30 Uhr Kurs gen Koblenz zu setzen. Das tolle an einem Feiertag sind die tollen leeren Autobahnen .. und die Strecke zwischen unserer Wohnung und der ersten Station des Tages (Vulkanpark Informationszentrum in Plaidt) besteht dankenswerterweise zu 95% aus Autobahnen. Das wir auf der Anreise auch noch auf einen gut aufgelegten Audi S3 trafen, führte schließlich dazu, dass wir 70 Minuten nach Abfahrt das Ziel erreichten 😉 An dieser Stelle sei übrigens gesagt, dass ein S3 mit S-Tronic kein allzu dankbarer „Gegner“ für einen Basis Cayman ist..

Blick auf Koblenz kurz vor dem Ziel

Bei überraschend gutem Wetter (in Plaidt schien sogar die Sonne) enterten wir also bestgelaunt das Informationszentrum und erwarben direkt die vergleichsweise sehr günstige Kombicard für alle fünf avisierten Attraktionen. Anschließend ging es nach einem kurzen Rundgang durch die Ausstellung zielstrebig zum Kinosaal, wo eine ca. 25 Minütige und durchaus sehenswerte Produktion über Vulkanismus mit Schwerpunkt auf die geografische Vergangenheit der Eifel gezeigt wurde.

Beeindruckende Aufnahmen in stimmigem Ambiente

Nach einem anschließenden Besuch im Steinerlebnisgarten enterten wir erneut das Auto und begaben uns mit guter Musik und offenen Fenstern ins Richtung Station 2: dem römischen Bergwerk. Selbiges sollte unserer Entdecker- und Sammlertriebe etwas ansprechen und liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Informationszentrum. Nach einem kurzen Fußmarsch enterten wir auch sogleich die optisch sowohl von Außen wie auch von Innen äußerst ansprechende Halle. Das professionelle, hoch motivierte und überaus freundliche Personal versorgte uns dann auch augenblicklich mit Audioguides, so dass es neben den Resten der Abbaustätte auch ein paar spannende Informationen zu hören gab.

Dani bei der Wissensbetankung in Stereo

Trotz der auf den ersten Blick etwas „langweilig“ wirkenden Stätte, ist das Museum doch durchaus interessant umgesetzt und bietet einen sehr interessanten atmosphärischen Eindruck. Bei hörspielähnlichen Erklärungen vor Leuchtbildern und unter dem Einfluss einer tiefen und drückenden Decke, kann man sich (auf Wunsch) doch recht gut in die damaligen Verhältnisse hineinversetzen .. toll gemacht! Auch vor der Tür gibt es ein paar sehr interessante und beeindruckende Exponate, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Insgesamt war das römische Bergwerk sicherlich nicht das absolute Tageshighlight, aber durchaus einen Besuch wert!

Nur gucken, nicht anfassen!

Nach soviel Input für den Kopf knurrte dann auch so langsam unser Magen. Mit Hinblick auf die Zeitplanung ergab sich hier jedoch eine gewisse Inkompatibilität, denn bei unserer nächsten Station – dem Lava Dome mit geführtem Besuch im Lava Keller – gab es nur 12:00 und 13:30 Uhr Führungen. Dies allein wäre noch unkritisch gewesen, doch Seiteneffekte auf den anschließenden Besuch beim Kaltwassergeysir (15:00 oder 17:00 Uhr) ließen sich nicht leugnen. Also vernaschten wir kurzer Hand die letzten bereits leicht abgelagerten M&Ms im Porsche (Notration) und stürzten hochmotiviert in den Lava Dome. Selbiger ist ein ebenfalls recht neu errichtetes Gebäude, welches eine sehr mutlimedial angehauchte Ausstellung zum Thema Lava und Vulkanismus beinhaltet. Noch etwas spannender als die Exposition ist der Lava Keller, welchen man nur im Rahmen einer Führung betreten darf. Also bekamen wir Schutzhelme und Regenmäntel und durften gemeinsam mit einer ca. 30 Personen umfassenden Gruppe 150 Stufen hinab in ein erkaltetes Lava Feld steigen.

Der Beweis: Ich war auch da!
Auch Dani trug an diesem Tag modisches gelb

Unten angekommen (für die weniger trainierten unter uns hätte es auch einen Fahrstuhl gegeben .. aber das ist ja langweilig) konnten wir dann bei fachkundiger Erklärung das Abbaugebiet für Basalt (Endprodukt waren primär selbstschärfende Mühlensteine) bewundern. Thematisch haben sich die Höhlen unter Mendig stets weiterentwickelt und so gab es neben Lagerbereichen für Bier ebenso einen Raum für standesamtliche Trauungen zu bewundern. Rund 1h verbrachten wir bei frischen 6-8 °C unter Tage, was für mich als Allergiker (Pollen und Gräser) übrigens äußerst wohltuend war.

Auch ein Spiegelreflexblitz kommt an seine Grenzen..

Nach Besichtigung des Lavadoms und dem Keller waren unsere Mägen dann aber endgültig dem Kollaps gefährliche Nahe. Nicht zuletzt durch den Aufstieg der 150 Stufen nach oben, waren die Kraftreserven aufgebraucht und brauchten dringend eine stärkende Mahlzeit. Diese gab es beim wenige Kilometer entfernten McDonalds, welcher an diesem Tag übrigens sogar von einem roten Ferrari F430 besucht wurde (*sabber*).

Allzu viel Zeit hatten wir jedoch auch für die Mahlzeit nicht, denn bereits um 15:00 Uhr war die Überfahrt zum Geysir in / von Andernach geplant. Also bei einsetzendem Regen schwupps wieder ins Auto und ab Richtung Ziel. Dort angekommen herrschte kurze Verwirrung über die Parktarife (muss trotz Feiertag gezahlt werden oder nicht) mit anschließender Hatz zum Geysir-Museum. Selbiges ist logistisch recht unflexibel, denn es kann ausschließlich in der Reihenfolge „Erst Museum, dann Fahrt zum Geysir“ besucht werden. Wir entschlossen uns trotz der recht knapp bemessenen verbleibenden Zeit von 25 Minuten die Exposition sofort zu besuchen um schon (wie geplant) 15:00 Uhr gen Geysir aufbrechen zu können. Auch diese Ausstellung ist recht neu gemacht, multimedial stark angehaucht und zu einem guten Teil auf Kinder ausgerichtet. Wenn man etwas in Zeitnot ist, kann einen der sprechende Fahrstuhl zu beginn schon etwas nerven .. aber was soll’s 😉 Im Schnelldurchgang gab es einen Crashkurs zum Theme Geysire und anschließend eine tolle Aussicht auf den Rhein bei Andernach.

Blubb blubb blubb (erneut onomatopoetisch zu verstehen)
Panorama mit Blick auf den Rhein von der Dachterasse des Museums aus

Dank einem hohen Maß an Konzentration und einer enormen Auffassungsgabe (wahrscheinlich bedingt durch die Fastfood-Stärkung) schafften wir es mit einem Vorlauf von 3 Minuten pünktlich auf die Namedy, unserem Transporter zum Geysir. Die Namedy ist eine recht nett anzusehende Fähre mit drecks Decks, wovon zwei ziemlich perfekt auf die Verköstigung hungriger Touristen eingestellt sind. Während unserer Überfahrten waren jedenfalls nahezu alle Tische sehr gut besucht und die Anzahl der verkauften Stückchen Käsetorte lag sicher im dreistelligen Bereich 😉

Pünktlich startete die Fähre ihre Reise stromabwärts und bot uns dabei einen imposanten und sehr empfehlenswerten Blick auf die Weinhänge und Dörfer direkt am Rhein. Obgleich der Himmel etwas zugezogen war, waren die Impressionen doch wirklich sehr schön und werden uns in absehbarer Zukunft sicher noch einmal in diese schöne Region locken.

Dani vor malerischer Kulisse

Am Naturschutzgebiet beim Geysir Andernach angekommen, ging dann alles recht schnell. Ein paar hundert Meter Fußweg, verwirrtes Fragen wann denn nun wo was genau passieren würde, interessiertes Studium der Wikipedia (hilft immer, Geysir bricht alle 100 Minuten für 8 Minuten aus) und schon begann der „Kleine“ zu brodeln. Der Kaltwassergeysir in Andernach ist im Übrigen mit einer Höhe von ca. 50 – 60m (bei Windstille, die an diesem Tag nicht gegeben war) der höchste seiner Art weltweit und absolut empfehlenswert. Trotz wiederkehrender Scherze wo denn nun die Pumpe versteckt sei, war die Erscheinung einer derart hohen Fontäne sehr beeindruckend und ein Besuch kann definitiv empfohlen werden. Sehr schön in diesem Zusammenhang auch die 8 Minuten andauernde „Show“, so dass man genügend Zeit hat Fotos aus der Nähe zu machen, nass zu werden, die Kamera zu trocknen, Fotos aus größerer Entfernung zu machen und gegen Ende des Ausbruchs sogar gemeinsam mit einem „Guide“ ganz nah an de Geysir herantreten zu können.

Jetzt geht's los..
Geysir in (fast) voller Pracht bei suboptimalen Witterungs- und Lichtverhältnissen

Nach der „Eruption“ ging es dann wieder fix zur Namedy, für die Rentner zum zweiten Stückchen Käsekuchen und für uns erneut aufs Oberdeck zur ungetrübten Bewunderung der Landschaft. Anschließend folgte die (viel zu kurze) Rückfahrt zum Anleger nach Andernach und direkt danach das Entern des Porsches mit ziemlich schweren Füßen aber vielen neuen Erinnerungen.

Die Rückfahrt war übrigens weit weniger spannend als die Hinfahrt, hat aber (ab Bad Camberg) quer über den Taunus durchaus Spaß gemacht.

Für alle die bis hierher durchgehalten haben (>1300 Wörter .. vielen Dank für eure Ausdauer) gibt es jetzt noch den Link zur frisch reparierten Galerie mit vielen weiteren Impressionen: Klick.

Eventful June: Ausfahrt mit Porsche on Tour ins Ohmtal

Nach gut zwei Wochen ohne Porscheausfahrt, wurde es so langsam mal wieder Zeit für ein Treffen mit anderen Begeisterten und ein paar spannenden Kilometern durch kurvige Straßen. Da kam uns die Ausfahrt ins Ohmtal von Porsche on Tour gerade recht, so dass wir zügig die Teilnahme zusicherten und uns den „Frühsommersonntag“ im Kalender markierten.

Während die Terminkoordination hervorragend funktionierte, gab es mit dem „Sommer“ doch so seine Schwierigkeiten. Bereits der Freitag und Samstag waren ja schon recht feucht und auch am Sonntag Morgen war das leise Tröpfeln eines sanften Landregens das erste Geräusch, was meine Ohren vernahmen. Bedingt durch eine derartige Stimulation war der Start in den Tag durchaus verbesserungswürdig, denn mit den Gedanken an ein frisch (hand) gewaschenes und abgeledertes Fahrzeug, wirkt Niederschlag weit weniger romantisch als es sonst vielleicht wäre 😉

Nichtsdestotrotz nahmen wir eine stärkende Mahlzeit ein und setzten pünktlich um 08:40 Uhr Kurs den erstem Treffpunkt in der Nähe von Butzbach. Wenige Minuten später erwartet uns dort bereits zwei 993er, so dass wir die Anreise zur Tour gemeinsam antreten konnten. Der Start zur Tour befand sich dann bei Classic Cars Lollar, einem gut zu erreichenden und äußerst repräsentativem Spezialisten für die Restauration und Pflege klassischer Wagen. In perfekter Atmosphäre, bei leckerem Essen und informativen Erklärungen konnten wir so die Zeit bis zum Eintreffen der anderen Tourteilnehmer überbrücken. Insgesamt 14 Fahrzeuge fanden auch bei strömendem Regen und trotz Sturmwarnung ihren Weg nach Lollar – vom 968 bis zum 997 GT3.

Vor dem Start der Tour gab es dann zunächst ein gewissenhaftes Briefing der Tourleitung über die vorhergesagten Witterungsbedingungen und eine demokratische Abstimmung, ob denn nun in den Tag gestartet werden soll. Da alle Teilnehmer einheitlich für ein „Go“ votierten, setzte sich unsere bunte Kolonne (von speedgelb über indischrot bis zum langweilen basaltschwarz war alles dabei) in Bewegung. Als „Mutprobe“ des Tages mussten dann noch alle Teilnehmer einen Wackeldackel nebst „5 Jahre Porsche on Tour“-Halsband auf Hutablage oder Amaturenbrett befestigen – Ehrensachen 😉

Etwas ungewohntes Accessoire

So ausgestattet ging es auf kurvigen Strecken oder durch schön anzusehende Ortschaften von Lollar aus Gen süden, unter der Autobahn durch und anschließend in Richtung Vogelsberg. Die Stimmung war gut und dank aufklarender Verhältnisse konnten wir (zwar mit Sitzheizung und Klima auf 24°C) sogar größtenteils mit offenem Fenster fahren und Tour-Feeling einsaugen.

Auch bei Regen gut gelaunt: Dani (achja, ich war auch da)

Mit Hinsicht auf die etwas suboptimalen Bedingungen, welche auch nicht unbedingt typisch für eine Porsche-Ausfahrt waren, schlängelte sich unser Tross bei sehr vernünftigem Tempo über die Landstraßen, was viel Zeit zum Bewundern der Landschaft ließ. Einen kleinen Schreckmoment gab es mitten im Vogelsbergkreis, als sich ein Fohlen aus den sicheren Händen seiner Besitzer losriss und hinter mir aber vor einem 993 auf die Straße lief. Dank hervorragender Reflexe von Fred konnte ein Zusammenstoß verhindert und die Fahrt für alle Beteiligten sorgenfrei fortgesetzt werden.

Malerische Straßen und sich sanft (..) wiegendes Gras

Nach rund 100km war es dann auch mal Zeit für eine Pause, die den meisten Beteiligten ganz offensichtlich viel Erleichterung verschaffte. Bei 14 Porsches auf einem entlegenen Seitenpfad wurde sogar der ein oder andere Verkehrsteilnehmer aufmerksam und hielt spontan an, um ein paar Schnappschüsse vom Elfertreff zu machen. Dank der Rast wechselte auch unsere Position im Konvoi etwas, so dass wir schließlich in der Nähe des bereits angesprochenen 997 GT3s sowie eines GTS Cabrios fuhren .. beide Fahrzeuge waren ein absoluter Leckerbissen für Auge und Ohr.

Seite an Seite mit einem "großen Bruder"

Während der letzten 50km in Richtung Homberg (Efze) verschlechtern sich die Witterungsbedingungen zwischendurch jedoch zusehends. Da wir jedoch über einen geringen Cabrioanteil bei dieser Ausfahrt verfügten, konnte die Tour trotzdem recht unterbrechungsfrei und im Schongang fortgesetzt werden. Immer wieder bewunderte ich dabei den Anblick des speedgelben Renners im Rückspiegel.

Immer wieder schön anzusehen..

Kurz vor dem Ziel und nach rund 150 gemeinsamen Kilometern, wurde es dann doch sehr regnerisch. In Homberg (Efze) angekommen, hatten wir rund 200km an diesem Tag zurückgelegt und dabei durchschnittlich 9,5l verbraucht – ein deutliches Indiz für suboptimale Straßenbedingungen. Trotzdem hat der Tag viel Spaß gemacht und uns wiedereinmal ein schönes Fleckchen Land ganz in unserer Nähe aufgezeigt. Die Organisation des Treffens bzw. der Ausfahrt durch Porsche on Tour war hervorragend und die Teilnahme hat einfach nur Spaß gemacht. Leider konnten wir aus zeitlichen Gründen beim anschließenden gemeinsamen Essen nicht mehr Teilnehmen und entgingen daher unserem Gewinnerpreis (einer Flasche Sekt), welcher im Rahmen eines kleinen Gewinnspiels zu Beginn der Ausfahrt ausgelobt wurde.

Nicht unbedingt Porsche-prädestiniertes Wetter

Die anschließende Rückfahrt über die A5 lief übrigens weitestgehend problemlos, so dass wir nach etwas über 300km und 7h wieder den heimischen „Hafen“ erreichten.

Das Tourprofil sah übrigens so aus (endlich mal an das Garmin gedacht..):

GPS-Aufzeichnung der Ausfahrt ins Ohmtal [deltazoom=0;gpxelevation=show;gpxspeedchart=show;gpxcheckpointinterval=10;urldisplaymode=none;]

Anschließend noch ein paar unkommentierte Impressionen (durchaus sehenswert):

Eventful June: Besuch bei der Maintier 2011

Willkommen bei den Tierfreunden 🙂

Was macht sich bei Regen und Sturm besser, als in eine trockene und (einigermaßen) warme Messehalle zu flüchten. Vor diesem Hintergrund begaben wir uns am Samstag Morgen ausnahmsweise statt wie sonst üblich in den Opel Zoo zur Messe Frankfurt: Die maintier 2011 wartete auf interessierte Tierfreunde. Bestärkt von den Ankündigungen auf der Webseite hatte ich umfangreiche Erwartungen an das gebotene Programm und freute mich auf jede Menge Tiere, informative Ausstellungen und interessante Vorführungen.

Vor dem Beginn der Messe stand dann eine etwas verwirrende Anfahrt, denn Danis Vorstellung der Anreise passte nicht ganz zu den Ideen des Navis. Irgendwann durften wir dann aber doch aufs Messe Gelände fahren und steuerten den Cooper am REWE Sommerfest (bei Regen und 14°C etwas unpassend) vorbei zum Parkplatz direkt vor Halle 1. Pünktlich um 10:00 Uhr wurden wir also „gestempelten“ und konnten Augenblicke später eifrig Messe-Atmosphäre einsaugen.

Selbige hat leider zumindest auf mich eher negativ gewirkt. Meiner Vorstellung einer Tierausstellung nebst Vorführungen musste der Eindruck eines etwas industriell angehauchten Zoogeschäfts mit Schwerpunkt auf Futterhandel in großen Mengen weichen. Dies wurde nur von übereifrigen Verkäufern intensiviert, die bereits aus 5m Entfernung mit „Haben Sie nicht Interesse an..“-Rufen auf sich aufmerksam machten. Offensichtlich gab es jedoch eine begierige Schar an Interessenten für derartige Angebote, denn bereits wenige Minuten nachÖffnung der Ausstellung hatten die ersten Tierfreunde beide Arme voller gratis Probetüten der unterschiedlichsten Produkte von und für Tiere.

Begrünte Verkaufsfläche in trister Messehalle (Ausschnitt)

Dieser zunächst etwas suboptimale Eindruck besserte sich jedoch so ganz langsam beim Gang durch die Reihen. Vor allem die Rassekatzen-Ausstellung wusste zu begeistern und so verbrachten wir einige Minuten damit zu, die äußerst sehenswerten und mit hohem „Haben wollen“-Faktor ausgestatteten Kätzchen ausgiebig zu beobachten.

Gaaaaanz easy..

Nach den Katzen wusste auch die Heimtier- und Nagersektion mit äußerst herzzerreißenden Exponaten zu begeistern. Insbesondere die verschlafenen Kaninchen, welche sich bei ihrem Schmuseverhalten auch durch die störende Käfigwand nicht irritieren ließen, wussten die Besucher zu faszinieren.

Ich fühl mich so platt..

Ansonsten gab es noch eine sehr ansehnliche Aquaristikecke von Zoo und Co zu bestaunen sowie ein paar sehr nette Impressionen vom Hornbach zu sehen. Erfreulicherweise wurde man kurz nach Öffnung des Messestandes des hiesigen Baumarkts auch noch mit 5€-Gutscheinen begrüßt, womit zumindest das Parkticket bereits refinanziert war 😉

Durchaus beeindruckend waren übrigens auch die lebenden Exponate aus dem Reptilium in Landau, welches wir jedoch bereits schon einmal besucht haben und daher nur begrenzt überrascht von den schlicht riesigen Schildkröten waren.

Das Highlight der Maintier 2011 und zumindest für mich auch das Argument um den Besuch als „gelungen“ zu bezeichnen, war die Hunde-Aktionsfläche. Hier gab es den ganzen Tag über größtenteils unterbrechungsfreie Shows zum Thema Hundeerziehung, Hundesport und alles sonstige um die Vierbeiner. Das Spektrum reichte dabei von sehr professionellen Darbietungen einer Film-Tier-Ranch bis zu begeisterten Hobby-Hundeerziehern 😉 Bei einer „medium-leckeren“ Waffel mit Zucker und Zimt konnte man an der Aktionsfläche durchaus 2h zubringen, ohne dass Langeweile aufkam.

Hundeareal in Gänze
Impressionen von Filmtieren in Aktion

Insgesamt haben wir etwas über drei Stunden in der recht gut besuchten Messehalle verbracht.  Wenngleich wir mit etwas höheren Erwartungen zur Messe gefahren sind („doch recht überschaubar hier“) und der vertriebliche Charakter teilweise etwas störend war, hat die maintier insgesamt doch viel Spaß gemacht und ist eine Empfehlung für 2012 durchaus wert 🙂

Anbei noch ein paar kommentarlose Impressionen:

 

Eventful June: JP Morgan Chase Corporate Challenge 2011

Wie auch schon vor rund einem Jahr, habe ich auch am diesjährigen JP Morgan Chase teilgenommen .. mit Traditionen soll man ja bekanntlich nicht brechen. Das tolle daran ist: Ich bin dieses mal sogar unter der gleichen Flagge angetreten wie beim letzten Firmenlauf .. allerdings dieses mal mit deutlich hochwertigeren Shirts 😉

Richtige Laufshirts - toll!

Insgesamt war mein „zweites mal“ deutlich entspannter und viel positiver als die erste Teilnahme am größten Massenlauf der Welt. Bereits als wir gegen 17:30 Uhr am üblichen Treffpunkt (Alte Oper) aufschlugen, waren wir von der vergleichsweise geringen Frequentierung des Geländes überrascht. Irgendwo spielte recht dezent Partymusik und Moderator erklärte in einer (gefühlten) Endlossschleife den Ablauf und das ein ums andere Team ließ sich auf der Treppe vor der Oper fotografieren. Trotzdem war die Läufer-pro-Quadratmeter-Dichte viel geringer als 2010 und so hatten wir einige ruhige Minuten Zeit für das übliche GetTogether.

Warm jubeln rund 1,5h vor dem Start

Da so angenehm wenig los war, schlug unser Team Captain vor zeitnah zum Startpunkt zu gehen .. frei nach dem Motto: Wer näher an der Linie steht, muss auch weniger lang auf das finale „Go“ warten. Wie sich herausstellen sollte, war diese Entscheidung absolut richtig. Anders als im letzten Jahr starteten wir dieses Jahr nicht vom Startpunkt Nord sondern Süd und es gelang uns bereits 2 Minuten nach dem offiziellen Start über die Linie zu gehen (letztes mal: >30 Minuten). Trotzdem mussten wir rund 1:15h im dicht gedrängten Feld auf den Beginn des Laufs warten .. vermutlich der anstrengendste Part des gesamten Events.

Nachdem wir viel Geduld bewiesen (und damit noch mehr Seniorität demonstriert hatten), ging es dann tatsächlich irgendwann los. Schwupp über die Linie und (fast wie morgens auf der A5 direkt nach der Auffahrt) in den stockenden Verkehr. Nach rund 200m wurde die abgesperrte Strecke etwas breiter und so konnte ich den ersten Schwung von „Walkern auf Speed“ überholen um so ganz langsam mein eigenes Tempo finden zu können. Dieser Plan wurde je vereitelt, als nach rund 1km die Starter aus dem Nord-Bereich dazustießen und so wieder für einige hundert Meter eine starke Überfüllung der Strecke herrschte. Anders als im letzten Jahr konnte ich aber nach ca. 2km größtenteils mein eigenes Tempo laufen und so deutlich mehr von der Szenerie um mich aufnehmen. Dabei macht es immer wieder Spaß (und ist ungemein motivierend) an Trommelgruppen oder anderen motivierenden Zuschauern vorbeizulaufen. Highlight (dieses wie letztes mal) waren sicherlich die Cheerleader der Frankfurt Skyliners 😉

Immer sehenswert 😉

Mit völlig ausgetrockneter Kehle konnte ich an der „Wasserstelle“ (laut offiziellem PDF wirklich so bezeichnet) auch das erste mal ausprobieren, wie toll es ist im Laufen aus einem Becher zu trinken. Gut, spätestens zu diesem Zeitpunkt war das Laufshirt also gut durchnässt und mein Flüssigkeitshaushalt zumindest wieder einigermaßen befriedigt. So gestärkt lief die zweite Hälfte des Runs recht entspannt und es war sogar möglich bis über die Ziellinie hinaus im vernünftigen Tempo zu laufen. Ein Blick auf die Pulsuhr verriet mir, dass ich mich rund 1 Minute im Vergleich zum Vorjahr verbessert habe .. ich war bzw. bin zufrieden.

Anschließend folgte ein recht langer Marsch in den Grüneburgpark (ich hätte einfach weiter laufen sollen .. dann wäre die Gesamtdistanz sogar ganz annehmbar gewesen ;-)), wo wir noch bis 22:00 Uhr eifrig Networking unter Läufern betrieben haben.

Abendstimmung im Grüneburgpark

Insgesamt ein schöner Abend .. diesmal sogar ohne Unfall aber erneut mit einsetzendem Regen. Ein breites Grinsen konnte ich mir übrigens nicht verkneifen, als ich einen Läufer mit dem Aufdruck „Schnell, Schneller, ELSTER“ überholte – vor dem Hintergrund des wenige Stunden zuvor eingetroffenen Einkommenssteuerbescheids doch durchaus mit positiven Assoziationen behaftet.

Noch ein paar GPS-Spielereien zum Event (ja, der Puls ist nicht gesund .. aber besser als beim letzten mal):

GPS-Aufzeichnung des JP Morgan Laufs [deltazoom=0;gpxelevation=hide;gpxspeedchart=show;gpxcheckpointinterval=10;gpxheartratechart=show;gpxheartratechartcolor=red;urldisplaymode=none;]

Notiz zum Schluss: Alle Fotos stammen nicht von mir sondern wurden freundlicherweise von einem Kollegen zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür!

Eventful June: Grönemeyer live

Vor einem guten halben Jahr, am 29.09.2010 erreichte mich eine schlichte Mail von eventime: Der Vorverkauf für die Herbert Grönemeyer Tour 2011 ist gestartet. Sehr freudig nahm ich wenige Sekunden später zur Kenntnis, dass der Termin in Frankfurt an einem Samstag liegt und daher äußerst familienfreundlich ist 😉 Ganz spontan wurde mit Hilfe des Sitzplatztools minutenlang nach den idealen Tickets gesucht, welche dann auch kurzentschlossen gekauft wurden.

Ein Sitzplatz sollte es sein, denn ewiges Stehen und Warten im Vorfeld waren noch nie unser Ding. Die Sicht sollte natürlich ideal sein, ohne eine zu große Entfernung zur Bühne in Kauf nehmen zu müssen. Durch das Sichten vieler Fotos und mit Hilfe weiblicher Intuition entschieden wir uns dann für die zweite Reihe im Unterrang .. die erste war nicht mehr zu bekommen – wie wir später erfahren sollten, hatte dies gute Gründe 😉

Einige Tage später kamen also die Tickets und verstaubten über ein halbes Jahr lang auf dem Schreibtisch bzw. im Schrank, bevor endlich der „große Tag“ gekommen war. Die lokalen Radiosender informierten schon seit dem frühen morgen über das bevorstehende Verkehrschaos am Konzertgelände, da parallel zum Event in der CommerzBank Arena auch noch ein Volksfest ganz in der Nähe stattfand.

Rund 3h vor Beginn der Veranstaltung begaben wir uns also via Auto zu den empfohlenen P+R Parkplätzen am Flughafen. In der obersten Ebene von P3 gab es dann tatsächlich auch noch ein paar freie Stellplätze (Tagespauschale bis 03:00 Uhr: 5€) und nach einem Frankfurter Flughafen typisch „kurzen“ Fußmarsch erreichten wir das S-Bahn-Gleis. Eine völlig überfüllte Bahn und vier Minuten später fanden wir uns auch schon in einem großen Strom Menschen wieder, der gelassen aber stets vorwärts drängend gen Stadion floss.

Blauer Himmel an der CoBa Arena

Dort angekommen, ging dann alles ganz schnell. Sehr lockere Sicherheitskontrollen (wir hatten vorsorglich keinen Rucksack o.ä. dabei) und eine kurze Suche nach der korrekten Tribüne später, erreichten wir nach wenigen Minuten unseren Platz. Zu unserer Überraschung ist der Unterrang nahezu auf einer Ebene mit dem Innenraum, was jedoch in Kombination mit der zweiten Reihe zu einer perfekten Sicht über die Menschen und direkt auf die Bühne führte (sehr praktisch war in diesem Kontext auch, dass die erste Reihe gänzlich frei blieb).

Bereits um 19:00 Uhr, d.h. kurz vor Beginn der Vorband war das Stadion bereits gut gefüllt; der Strom ankommender Menschen sollte jedoch noch lange nicht enden.

Buntes Gewusel in der Arena

Nach rund einer halben Stunde (die wir bei einem leckeren Eis verbrachten) war der Auftritt der Vorband beendet und das Stadion begann „Herby“ mit einsetzenden LaOlas zu begrüßen. Zu diesem Zeitpunkt war das Gedränge im Innenraum auf einem gewohnt hohen Niveau und die meisten der von uns einsehbaren Tribünen waren ebenfalls sehr gut gefüllt. Die Stimmung hat richtig Spaß gemacht, denn während der letzten 10 Minuten vor Konzertbeginn zog eine LaOla nach der anderen ihren Runden durch das Stadion und die Beteiligung der Zuschauer näherte sich (gefühlt) doch nah der 100%-Marke.

 

Panorama der Arena kurz vor Beginn des Konzerts

Mit leichter Verzögerung, gegen 20:20 Uhr, betrat Herbert dann unter lautem Beifall die Bühne. Es ging (wie immer) ganz unvermittelt los und schon nach dem dritten („Halt mich“) und vierten Song („Bochum“) war die Stimmung auf einem äußerst hohen Niveau. Rund 3h lang spielte Grönemeyer einen bunten Mix aus alten und neuen Titeln, wobei ich den Anteil der „älteren“ Songs auf ca. 60% schätze (u.a. „Musik nur wenn sie laut ist“, „Männer“, „Was soll das“, „Mensch“, „Bleibt alles anders“, „Der Weg“, „Flugzeuge im Bauch“).

Herby in Aktion

Als klassische Stimmungsmacher zum Mitsingen gab es auch diesmal „Zeit das sich was dreht“, was doch zu einer gewissen Heiserkeit führte 😉 Während der drei Zugaben gab es unter anderem den aus meiner Sicht tollsten Titel des Abends („Land unter“) sowie als Abschluss „Vollmond“ – so geht man doch gern nach Haus.

Der Heimweg verlief übrigens entgegen erster Befürchtungen deutlich besser als zunächst vermutet. Rund 1h nach Ende des Konzerts fanden wir uns zu einer nächtlichen Stärkung bei McDonalds in Bad Homburg ein – für rund 55 000 Besucher eine sehr gute organisatorische Leistung.

Da auf dem Konzert leider (laut Homepage des Veranstalters) keine Kameras mit Ausnahme von Handys zugelassen waren, musste leider für sämtliche hier gezeigten Fotos das iPhone herhalten.

Eventful June: Ausfahrt mit dem Porsche Stammtisch NRW in den Spessart

Als Porsche-Begeisterter Neuzugang zur Szene darf man – was Ausfahrten angeht – nicht wählerisch sein. Ganz im Gegenteil, will man das Fahrzeug gern gemeinsam mit anderen auf angemessenen Strecken (nein, keinen Rennstrecken) bewegen, muss man sogar ständig Augen nach Gelegenheiten offen halten.

Eine solche Möglichkeit zum gemeinsamen Genuss der Faszination Porsche bot sich in Form einer geplanten Ausfahrt des Porsche Stammtisch NRW in den Spessart. Ein kurzer Blick in den Rutenplaner verriert: 98km Anreise, über die A3 in weniger als einer Stunde zu erreichen .. klingt super.

Okay, nach einem recht anstrengenden Tag in Stuttgart und dem Stammtisch des Porsche Club Rhein Main (nachdem wir auch deutlich nach 00:00 Uhr zu Hause waren), fiel der Start in den neuen Tag gar nicht so leicht. Trotzdem schälten wir uns (mit kleinen Augen) ins Porsche-Outfit und wenige Minuten später röhrten wir mit 5000 Umdrehungen pro Minute im Rücken gen Aschaffenburg.

Der Driver's Selection Online Store hat endlich geliefert..

Unser Ziel erreichten wir pünktlich um kurz vor 10:00 Uhr und die Frage „Sind wir hier überhaupt richtig?“ klärte sich schnell, nachdem wir spontan fünf andere Zuffis auf dem Hof des Hotels entdeckten. Schnell lernten wir die anderen Fahrzeugbegeisterten kennen und Augenblicke später setzte sich die Kolonne unter Führung von Thorsten im traumhaft gepflegten 928 in Bewegung.

Immer wieder ein toller Anblick

Als Teil dieser äußerst fahrdynamischen und unterhaltsamen Gruppe, lernten wir Kilometer um Kilometer den wunderschönen Spessart mit seinen hervorragend ausgebauten und angenehm wenig befahrenen Straßen kennen. Kurve reihte sich an Kurve und als „Hinterherfahrer“ kann man sich natürlich sehr gut an die Pace des Vorausfahrenden anpassen.

Heckmotor voraus..

Zu der hervorragenden Streckenführung in Kombination mit einem wirklich toll gefahrenen Leitfahrzeug, kam an diesem schönen Samstag auch absolut Porsche-freundliches Wetter. So kam es durchaus, dass die ein oder andere Pause dringend nötig war, um den Fahrern und Beifahrern eine kurze Auszeit zur Aklimatisierung zu bieten.

Unterwegs im Rudel
Schnappi (natürlich) frisch gerei

Aus geplanten 140km wurden knapp 180km und nach einer Lagebesprechung am Nachmittag (drohende Schlechtwetterfront für Sonntag) entschlossen wir uns abermals die Tour zu verlängern. Am Ende dieses bewegten aber absolut beeindruckenden und schlichtweg spaßigen Samstags standen über 300km Landstraße auf dem Tageskilometerzähler – plus An- und Abreise. Gegen 23:00 Uhr verließen wir den Ort des Geschehens und fielen rund eine Stunde später todmüde ins Bett.

Selbiges verließen wir einige Stunden später erneut .. um nach einigen Stunden wieder ins Auto zu steigen. Nach einer gemeinsamen Stärkung im Treffpunkt „Brauhaus Bad Homburg“ steuerten wir die (etwas geschrumpfte) Kolonne über den Taunus auf kurvigen Straßen bis nach Limburg. Leider hatten wir zwischenzeitlich mit einsetzendem Regen zu kämpfen, so dass wir das Tempo eher Richtung „gemütlich“ veränderten (bei den hessischen Blitzern niemals falsch) und die Cabrio-Fahrer das Vergnügen nur noch eingeschränkt genießen konnten. Trotzdem spulten wir auch an diesem Tag ein paar tolle Ausfahrt-Kilometer ab und verabschiedeten uns einigermaßen traurig von den anderen im wunderschönen Limburg.

Ich glaub, ich steh im Wald..

Insgesamt knapp 800 Porsche-Kilometer an diesem Wochenende haben wahnsinnig viel Spaß gemacht, zwei Tankfüllungen gekostet und das Gefühl für das Fahrzeug abermals verbessert. Dabei ist es immer wieder toll zu sehen, wie sich acht Porsche durch die Kurven schlängeln oder die Luft in engen Streckenabschnitten mit einem unvergleichlichen Boxersound in Schwingungen versetzen. Porsche fahren ist toll, Porsche gemeinsam mit vielen anderen zu fahren aber definitiv nochmal eine deutliche Steigerung.

Anbei abermals ein paar unkommentierte Impressionen:

 

Eventful June: Herrentag in Stuttgart

Am Vorabend eines langen Wochenendes, während eines Spaziergangs durch die Wälder und Wiesen des Frankfurter Umlands, kam uns ganz spontan eine Idee: Wir könnten ja mal wieder ins Porsche Museum fahren.

„Mal wieder“ deshalb, weil wir zu Studienzeiten (und damals weit vor „unserer“ Ära Porsche) schon einmal dort waren und seit dem wir ins Zuffenhausener Lager gewechselt sind natürlich unbedingt nochmal dort hin pilgern wollten. Als angenehmer Nebeneffekt ging ich zudem davon aus, dass es im Musems Shop die gesamte epische Breite der Kollektion aus dem Driver’s Selection Online Store gab (um vorzugreifen: Dem ist nicht so). Die Planung sah ferner vor, den eher technisch-männlichen Besuch in Zuffenhausen mit einem Spaziergang durch die Wilhelma zu ergänzen.

Gesagt, getan .. um 08:00 Uhr morgens am Herrentag / Vatertag / Männertag klingelte der Wecker und wenige Minuten später befanden wir uns standesgemäß auf einer angenehm freien A5. Dank bester Bedingungen erreichtn wir das Porsche Museum ca. 1:45h später und konnten uns über ein weitestgehend leeres Parkhaus freuen. Einziger Leckerbissen waren die Fahrzeuge des Porsche Travel Clubs, die doch durchaus Potential zur Begeisterung boten (u.a. Carrera Speedster, SportClassic, GTS Cabrio).

Einfach nur schön

Im Innenraum des Museums bestätigte sich dann unser erster Eindruck: Nix los. Bei angenehmer Stille und von wenigen anderen Porsche-Begeisterten (oder einfach nur Touristen) begleitet widmen wir uns ganz in Ruhe der Ausstellung. Wie schon vorher im Netz gelesen, lässt die Beschriftung der Exponate jedoch tatsächlich ziemlich zu wünschen übrig.

Technische kühle Atmossphäre

Wenngleich die gezeigten Fahrzeuge sehr interessant und breit gefächert waren, ist es doch bei weitem beeindruckender diese bei einem „echten“ Porsche Treffen in Aktion zu sehen. Vom 356 über den 914,  924, 928, 968, 993 bis zum 997 GT3 .. alle diese Modelle haben wir gerade erst beim Porsche Treffen am Edersee rollend bestaunen dürfen .. definitiv eine ganze Klasse emotionaler!

Breite Modellpalette auf Hochglanz poliert

Trotzdem bietet das Porsche Museum natürlich einige Schätzchen, die man so nicht oder nur äußerst selten zu sehen bekommt. Eine sehr polarisierende Aura hat z.B. nach wie vor der Carrera GT. Mindestens ebenso interessant ist die Hybrid Ausstellung nebst Lohner Porsche, den sich Autofans nicht entgehen lassen sollten.

Der "High-End" Abschnitt
Stilvolle Amaturen .. damals wie heute

Ein persönliches Highlight war für mich in diesem Zusammenhang der Querschnitt des 997 aus seiner Entwicklungszeit. Hier kann man doch die ein oder andere Minute verbringen und ausgiebig jene Fahrzeugaspekte und Sichten bewundern, die man sonst eher selten oder nie zu sehen bekommt (weitere Fotos siehe Gallerie).

Dani vor seziertem 997

Zum Abschluss unseres Besuchs gab es dann die obligatorischen Fotos vor bzw. mit der Außenhülle des architektonisch überaus interessanten Porsche Museums:

Bitte lächeln

Gesamtfazit zum Museum: Sehenswert aber nicht überragend. Die „Anfassen“-Komponente gefällt mir z.B. in der Autostadt sowie bei Audi in Neckarsulm deutlich besser; die Beschriftung und Erläuterung der Exponate ist Mercedes im hauseigenen Museum ebenfalls besser gelungen. Ein besonderes Schmankerl bestand in der völlig deplatzierten und unfreundlichen Aufforderung einer Hostess das ausgestellte 911 4s Cabrio bitte sofort zu verlassen. Auf den Hinweis, dass wir dem daneben stehenden Schild „Take a seat“ nur dankend gefolgt waren, konterte sie übrigens mit einem überzeugenden „Das Schild muss dort falsch stehen.“ Ja, dass ist genau der arrogante Spirit der Porsche nachgesagt wird .. in jedem PZ wurde ich bisher besser behandelt.

Nachdem vergleichsweise enttäuschenden Besuch in den „heiligen Hallen“ (mit einem noch enttäuschenderen Abschluss in Form des Museums Shops) begaben wir uns zügig in Richtung Wilhelma. Da wir ja schon wussten, was uns dort erwarten würde, konnte der Tag nur besser werden.

Während der Zoo selbst wie immer sehr schön und weitläufig war, waren die lokalen Parkhäuser mit dem feiertäglichen Besucheranstrom ziemlich überfordert. Zum Glück fanden wir zügig einen Stellplatz nur eine Bahnstation entfernt .. so kamen wenigstens wieder Gefühle aus den Studentenzeiten in Stuttgart auf 😉

Nach 3h in der Wilhelma und einer erneut sehr problemfreien Rückreise, erreichten wir die heimischen Gefilde gerade noch rechtzeitig, um im Schnelldurchgang 1kg Erdbeeren auf dem Selbstpflückerfeld einsammeln zu können – eine willkommene Abrundung des Tages.

Anbei noch ein paar weitere Impressionen ohne Kommentar: