Reisetagebuch Warnemünde Tag 8 – Abschied

Es war ein recht trauriger Sonntagmorgen, an dem wir unsere Augen wie immer gegen 08:00 Uhr öffneten, denn unser Warnemünde-Urlaub näherte sich unaufhaltsam seinem Ende. Die meisten Sachen hatten wir schon am Vorabend gepackt und so minimierten sich die Spuren unserer Präsenz an der Ostsee auf ein kleines Häufchen an Koffern und Tüten, die schon bald erneut im Auto verstaut werden sollten. Entgegen der sonstigen Urlaubs-Routine bestand die erste Handlung nach den üblichen Hygiene-Maßnahmen also im finalen Verpacken aller noch herumliegenden Dinge und einem anschließenden Spaziergang zur Tiefgarage – Schnappi sollte noch einmal auf den Alten Strom fahren dürfen.

Noch einmal in erster Reihe geparkt

Anders als bei unserer Ankunft vor genau einer Woche (aber zu einer deutlich populäreren Zeit) war die Flaniermeile jedoch so gut wie leer, so dass wir nach einer sehr kurzen Fahrt zügig ein letztes Mal unsere Ferienwohnung erreichten. Schnell war unser Hab und Gut erneut im Porsche verstaut und nach einer kurzen, herzlichen Verabschiedung von unseren Vermietern fuhren wir direkt auf den Kirchenplatz .. irgendwo muss der Wagen ja auch in den letzten Stunden geparkt werden. So früh am Morgen waren (erfreulicherweise) auch noch jede Menge Stellplätze verfügbar, so dass wir eilig den Obolus von 3€ für die Maximalparkdauer von 3h entrichteten.

Deutlich später als gewohnt steuerten wir die Stadtbäckerei am Teepott an – mein Magen war an eine so späte Nahrungsaufnahme mit vorhergehender sportlicher Einlage definitiv nicht mehr gewöhnt 😉 Während Dani uns eine stärkende Mahlzeit besorgte, konnte ich uns durch Glück und mittels schneller Reaktionen einen Platz in einem der beiden bereitstehenden Strandkörbe der Bäckerei ergattern – ideale Bedingungen für ein letztes maritimes Frühstück! Unsere „Henkersmahlzeit“ (man muss auch mal ein bisschen auf die Tränendrüse drücken dürfen) bestand in einem warmen Franzbrötchen nebst warmem Schokocroissant für mich („Schatz, überrasch mich!“ ..-„Es ist warm, das ist die Überraschung“) und einem frischen Rührei für Dani.

Ein nahezu idealer Platz für ein tolles (letztes) Frühstück

So gestärkt und mit viel küstischem Flair im Kopf begaben wir uns an der Promenade entlang in Richtung Neptun und bogen einige Strandaufgänge nach selbigem in Richtung Meer ab. Obgleich das Wetter recht grau war, erzeugte das leise Rauschen des ansonsten recht ruhigen Meeres in Kombination mit dem omnipräsenten Geschrei der Möwen und dem Plätschern und Schlagen des sich brechenden Wassers eine tolle Atmosphäre. Fast wortlos gingen wir am Strand entlang zurück in Richtung Mole und bogen dort angekommen nach links in Richtung Seezeichen ab.

Abschiedsstimmung am Strand

Erstaunlicherweise bot sich uns von dort aus der Anblick zahlloser kleinerer und größerer Boote, während auch im Hafen bereits rege Betriebsamkeit herrschte. Spontan entschlossen wir uns auf einem der einladenden Steine Platz zu nehmen und dem munteren Treiben ein paar Minuten zuzuschauen .. die letzten Stunden wollten schließlich standesgemäß ausgenutzt werden.

Gewusel im morgendlichen Hafen

Vom Leuchtfeuer aus begaben wir uns am zunehmend mehr frequentierten Alten Strom entlang über die Drehbrücke zur Mittelmole, die wir langsam bis zum alten Yachthafen entlang spazierten. Dort angekommen bewunderten wir ein weiteres mal die kleineren und größeren Boote, bevor die Uhr uns dringend ermahnte zum Auto zurückzukehren: 2,5h der bereits entrichteten Parkdauer waren bereits vergangen. Brav legten wir weitere 1,5€ nach und erkauften uns damit einen Stellplatz für die letzten Stunden in Warnemünde.

Den Abschluss des Urlaubs wollten wir – mit Rücksicht auf unsere bereits recht geschundenen Füße und schon wieder einigermaßen leeren Bäuche – ganz standesgemäß im Pier 7 verbringen. Da am Seekanal außer der recht alten und auf ersten Blick wenig attraktiven Braemar kein neues Schiff festgemacht hatte, entschlossen wir uns spontan sofort die Premium-Sessel direkt an das Glasfront (Meeresseite, versteht sich) des „Erlebnispunktes“ (nennt die Webseite so) zu verbringen. Da dieser Platz – ähnlich wie Sitzplätze in erster Reihe beim McDonalds im Frankfurter Airport – jedoch sehr oft „langzeitbelegt“ ist, freuten wir uns sehr nach mehreren Anläufen endlich auch mal zum Zuge gekommen zu sein.

Zum Abschied nochmal ein leckeres Essen..
...mit idealer Aussicht

Als Mittagessen teilten wir uns ein gigantisches Stück Apfelkuchen nebst heißer Schokolade, wobei das bereits mehrfach erwähnte Hafeninformationssystem leider durch eine unangenehme Fehlermeldung verdrängt wurde („…funktioniert nicht mehr“). Mit einer gewissen Genugtuung stellte ich fest, dass IT offensichtlich immer bzw. überall benötigt wird 😉

Nach rund einer Stunde beschlossen wir spontan einen kurzen Abstecher in die Souvenirabteilung von KARLs zu machen und rangen uns endlich zum Kauf zweier Muschelketten nebst verschiedenen Kleinteilen durch. Die größte Herausforderung bestand hierbei übrigens in der Selektion der „richtigen“ Kette, wobei die Auswahl mit rund 50 Exemplaren nicht gerade klein war. Ob wir die ideale Wahl getroffen haben, wird sich erst deutlich später zeigen, wenn die maritimen Accessoires ihren Weg in unser heimisches Domizil gefunden haben. Auch bei diesem Besuch im Pier 7 fiel uns ein weiteres Mal das äußerst zuvorkommende und freundliche Personal auf .. ein Lichtblick inmitten der sonst etwas rauen Nordlichter 😉

Den kulinarischen Abschluss unseres Ostseeaufenthalts bildete ein finales Fischbrötchen – hier hat Dani definitiv eine neue Leidenschaft gefunden. Ohne groß zurückzuschauen oder zu grübeln begaben wir uns anschließend zum Auto, gaben zielstrebig das Zwischenziel (Hauptbahnhof Hannover .. Danis und meine Wege sollten sich für ein paar Tage trennen) ein und fuhren direkt los. Nach einigen Kilometern wich dann auch die leichte Betroffenheit so langsam von uns und spätestens auf der A20 wurde der Wehmut vom Kreischen des Motors verdrängt (die A20 ist fast vollständig nicht tempolimitiert).

Rund 1,5h nach unserem Start erreichten wir Hamburg und hatten damit bereits einen großen Teil der Strecke zurückgelegt. Leider gab es zwischen Soltau und Hannover-Nord einen 18km langen Stau (trotz der an sich sehr günstigen Uhrzeit), weshalb wir die letzten 40km über die blitzerträchtige B3 zurücklegen mussten. Nach insgesamt 3,5h kamen wir am sehr stark frequentierten Hauptbahnhof an und um Dani zum Gleis zu bringen bzw. zu verabschieden, musste ich anschließend nur noch die Kleinigkeit von 2€ für 9 Minuten im Parkhaus entrichten.

Die letzten Kilometer auf dem Weg zu meinen Eltern vergingen dann recht schnell, da die rund 170km in 1:10h zurückgelegt waren (bei meiner Ankunft roch es auch nur ein ganz kleines bisschen nach verbrannten Gummi). Mit dem erneuten Ausladen unserer Habseligkeiten war der Warnemünde-Urlaub dann leider (und wie immer viel zu schnell) beendet.

Etwas wehmütig kann man zurückblickend nur sagen, dass wir dieses mal ganz sicher nicht erst in vier Jahren wiederkommen werden. Zusammenfassend ist die Woche an der Ostsee mit vielen, ganz tollen Erinnerungen, Momenten und Stimmungen verbunden. Insbesondere der Aufenthalt im Strandkorb unter einem strahlend blauen Himmel, der Zwischenstopp in Herberts Stromdampferlounge mit perfekter Aussicht, der Abend in Schusters Strandbar in einer einfach nur genialen Atmosphäre und die Erkundung der Steilküste mit dem Segway wecken schon jetzt wieder Fernweh.

Mit Hinblick auf tolle anstehende Events (wie u.A. die Warnemünder Woche sowie das Stromerwachen) ertappe ich mich jedenfalls regelmäßig beim Besuch der üblichen Flugportale – Frankfurt –> Rostock für 55€ pro Person und Strecke lassen das wunderbar maritime Warnemünde jedenfalls sehr nah rücken.

Weitere Impressionen dieses letzten Tages gibt es (erneut) drüben in der Gallery: Link.

Damit geht das Reisetagebuch Warnemünde nach rund 15 000 Wörtern zu Ende – vielen Dank und meine aufrichtige Anerkennung an alle, die es tatsächlich geschafft haben uns in diesem Blog vom Sonntag bis zum Sonntag zu begleiten. In jedem einzelnen Tagesbericht stecken übrigens inklusive Sichtung, Auswahl und Bearbeitung der Fotos rund 4h Arbeit .. ich habe mich also ziemlich intensiv mit der Nachbereitung unseres Urlaubs beschäftigt (und diesen Prozess das erste mal erfolgreich abgeschlossen). In den nächsten Tagen gibt es dann wieder eher leichtere bzw. kürzere Kost .. versprochen 😉

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