Teilnahme am Bad Homburger Kurparklauf 2011

Die Oberschenkel brennen etwas, die Beine sind schwer .. was war passiert? Ich bin erstmals und relativ kurz entschlossen beim Bad Homburger Kurparklauf 2011 mitlaufen.

Neben dem Volkslauf (10km) gab es beim recht traditionsreichen, zum 18. Mal stattfindenden Event auf die Möglichkeit am „Jedermannslauf“ über 5km teilzunehmen .. aber wenn schon, denn schon. Auf größtenteils asphaltieren Straßen bzw. Wegen galt es also vier Runden im Herzen Bad Homburgs zu drehen, die mit mehr oder minder starken Steigungen bzw. Gefällen gar nicht so einfach waren, wie man es zunächst vermuten würde.

Da ich bis zu letzt nicht 100%ig von der Teilnahme überzeugt war (unsichere Wochenendplanung und unklare Wetterverhältnisse) entschloss ich mich gegen eine Online-Anmeldung, weshalb wir bereits eine halbe Stunde vor dem Start und damit spätestens um 10:00 Uhr vor Ort sein mussten. Das war soweit absolut unproblematisch, als dass wir sowieso schon um 06:45 Uhr wach waren .. wenn Sebastian Vettel schon jüngster Doppelweltmeister wird, will man das ja zumindest aus der Ferne miterleben 😉 Gut 5 Runden vor Schluss brachen wir also auf und steuerten zielsicher die von den Veranstaltern empfohlene Garage der Spielbank an. Da Bad Homburg (zumindest zu diesem Zeitpunkt) noch angenehm leer war, erreichten wir das Ziel zügig und ohne Umwege; freie Kapazitäten waren zudem im Überfluss vorhanden.

Wenige Minuten später fanden wir uns auch schon in der Schlange vor dem Schalter „Nachmeldungen“ wieder und zügig war der Anmeldebogen gegen die Startnummer 276 getauscht. Da ich – was öffentliche Events angeht – bisher ja erst 2x am JP Morgan Run teilgenommen hatte und über keinerlei Erfahrungen mit öffentlichen Laufveranstaltungen verfügte, war ich ob der vielen recht professionell wirkenden Teilnehmern doch recht überrascht. Wirkt man beim JPMCC mit einer Laufhose schon beinahe overdressed, waren beim Kurparklauf doch nahezu alle Teilnehmer in entsprechender Ausrüstung vor Ort. So verbrachte ich die letzte halbe Stunde beim Start außer mit Frieren (8°C) auch mit der Überlegung, ob ich wohl als Letzter oder Vorletzter durchs Ziel kommen würde. Dani wirkte meinen aufkeimenden Zweifeln in gewohnt liebevoller Art entgegen, in dem sie sich beiläufig nach der Maximalparkdauer in der Tiefgarage erkundigte 😉

Irgendwann war es dann so weit und das Gedränge um den Startbereich wurde merklich enger. Allerorts piepsten die Puls- und Stoppuhren, während die Organisatoren ein paar letzte Hinweise („10km bedeutet VIER mal hier durchlaufen“) gaben. Wenige Augenblicke später unterbrach ein einigermaßen lauter Schuss die sonst recht fetzige Livemusik der Band (Stimmung schadet nie) und 275 Läufer begaben sich auf die 10km lange Strecke. Während die Morgensonne den Kurpark in ein tolles Licht tauchte, versuchte ich einen einigermaßen freien Laufbereich zu finden und suchte – wohlwissend das 10km etwas länger als meine übliche Laufstrecke sind – mein ganz eigenes Lauftempo.

Auf die Plätze, fertig, *Peng*

Wie bei jedem Massenlauf dominierte auf den ersten Kilometern natürlich der Spaß. Es ist (übrigens ganz ähnlich wie bei einer Porscheausfahrt) einfach cool jede Menge Läufer vor einem auf der Strecke zu sehen und bei einem kurzen Schulterblick noch mehr Sportler zu entdecken, die sich wie an einem langen Band gezogen entlang des vorgegebenen Pfades bewegen. Am Wegesrand stehen ab und an interessierte Zuschauer und als völlig unbedarfter Teilnehmer freut man sich in Runde 1 über den bis dahin noch nicht 100%ig klaren Rundenverlauf .. schön. Auf Höhe der Kaiser Friedrich Promenade entdeckte ich dann plötzlich auch Dani am Wegesrand, was mir abermals ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Da war die Welt noch in Ordnung 😉

Kurz nach diesem Schnappschuss kippte die Stimmung minimal, denn nicht alles war so wirklich optimal. Zum einen rutschte mein (vorher eigentlich extra enger gestellter) Brustgurt permanent in Richtung Erde und konnte nur durch meinen Bauch gestoppt werden (okay, diesmal also keine Pulsauswertung) und zum anderen hatte ich beim ca. 300m langen Bergabstück zwischen Schwedenpfad und Kisseleffstraße zunehmend und wie befürchtet mit Seitenstichen zu kämpfen. Selbige erwischen mich auch beim sonstigen Training vornehmlich bei Abschnitten mit negativem Gefälle und führen (zumindest in meinem Fall) nicht selten zu einer Zwangspause. Okay, es war Runde 1, mir ging es noch richtig gut und die Schmerzen gingen zum Glück sehr schnell wieder vorbei. Schneller als gedacht (rund 11:30min nach dem Start) überquerte ich das erste Mal die Start- und Zielgrade und freute mich ein weiteres mal über die gute Stimmung nebst Anfeuerungsrufen im Kurpark.

Während Dani sich den Bauernmarkt nahe des Kurhauses anschaute, begab ich mich (langsam schon etwas durchgeschwitzt) auf Runde zwei. Auch diese lief soweit sehr gut, wobei die Anzahl der mich Überholenden deutlich geringer als während der ersten 2,5km war. Unerfreulicherweise  kehrten genau beim gleichen Abschnitt wie beim ersten Durchlauf die Seitenstiche zurück .. diesmal jedoch deutlich intensiver als zuvor. Die Schmerzen waren kurzzeitig so heftig, dass ich tatsächlich einen frühzeitigen und schmachhaften Rennabbruch in der Nähe des Steigenbergers in Erwägung zog .. das dann aber nicht mit meinem Ego vereinen konnte. Glücklicherweise ließen die Schmerzen nach einer Veränderung der Atemtechnik einigermaßen nach, so dass ich nach weiteren rund 13 Minuten die zweite Runde absolviert hatte.

Weil es so schön war nochmals ein paar Impressionen vom Start

Bedingt durch diesen kleinen „Defekt“ verlor ich jedoch jeglichen Anschluss an meine eigentliche Laufgruppe, was ich zu diesem Zeitpunkt schon etwas frustrierend fand. Runde drei lief ansonsten richtig und machte zunehmend mehr Spaß. Auf den ebenen Abschnitten und solchen mit positiver Steigung fühlte ich mich sehr wohl, versuchte es aber im bereits beschriebenen „Problemsektor“ eher ruhiger angehen zu lassen. Während man so unterwegs ist, macht man sich manchmal aber doch Gedanken um die eigene Platzierung. Dies tritt umso stärker in den Vordergrund, wenn man einigermaßen erschöpft aber voller Zuversicht von einer mindestens 30 Jahre älteren Dame überholt wird, die mit Hinblick auf ihren Erschöpfungsgrad noch in der ersten Runde zu seien scheint.

Die vierte und damit letzte Runde war dann an und für sich kein Problem mehr und ich merkte, dass ich – abgesehen von „Vorsichtsmaßnahmen“ durchaus optimistischer hätte ins Rennen gehen können. Die letzten 300m legte ich folglich auch im Sprint zurück, den Dani im Rahmen des „Finisherfotos“ auch effektvoll eingefangen hat 😉 Das Ziel erreichte ich nach 53:02min gemäß der offiziellen Zeit und damit „nur“ (…) 18 Minuten nach dem Erstplatzierten.

Kamerafreundlicher Endspurt

Da ich mich in den durchgeschwitzten Klamotten und mit Hinblick auf die nach wie vor recht kühlen Temperaturen nicht so wirklich wohl fühlte, setzten wir zügig Kurs nach Haus und damit direkt in eine wärmende Dusche.

Nach einer kurzen Pause haben wir uns übrigens abermals in Richtung Bad Homburg begeben, dass jedoch so voll war, wie lange nicht mehr. Nach einer rund 25 Minütigen Parkplatzsuche war uns dann durchaus bewusst, dass Erntedankfest und verkaufsoffener Sonntag bei absolut traumhaftem Wetter doch deutlich mehr Menschen als zunächst erwartet anlockten und unser Plan eines „lockeren Spaziergangs“ in der City doch etwas realitätsfern war. Trotzdem wurde irgendwann alles gut, wir fanden einen Parkplatz, mischten uns unters bunte Volk und genossen – so wie viele andere – die schöne Atmosphäre auf der Luisenstraße.

Viel Gewusel in der City

Pünktlich um 20:00 Uhr abends gab es dann übrigens die Ergebnisse, die – für mich ganz persönlich – doch etwas frustrierend ausfielen: Platz 19 von 22 in der Gruppe von 20 – 29 und Platz 174 von 275 Finishern insgesamt. Okay, ich stehe derzeit nicht voll im Training, war mit meiner eigenen Performance ganz zufrieden und habe ja eh nur zum Spaß mitgemacht .. aber insgesamt hatte ich doch gehofft etwas weiter vorn zu landen. Um in meiner Klasse unter die Top 10 zu kommen, hätte ich übrigens insgesamt 10 Minuten schneller laufen müssen .. eine ziemlich heftige Herausforderung.

Insgesamt war die Teilnahme am Kurparklauf eine gute Entscheidung .. das Event war sehr gut organisiert, es herrschte bei Weitem nicht so ein Gedränge wie beim JP Morgan Run und nach den 1okm und dem erfolgreichen Zieleinlauf fühlt man sich einfach toll 😉 Fazit: Nächstes Jahr bestimmt mehr!

Zur Abwechslung gibt es heute mal einen Verweis zur Trainingsanalyse bei Garmin und keine Trackaufzeichnung: Link (bitte beachten: Der Brustgurt ist verrutscht .. die Messwerte für den Puls sind also völlig sinnfrei).

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