Auf zu neuen Ufern: Ein Skiwochenende in Oberstdorf

Nachdem wir kurz nach dem Jahreswechsel unsere Leidenschaft für das Skifahren entdeckt bzw. wieder entdeckt hatten, durfte der nächste Einsatz der neuen Ausrüstung natürlich nicht lange auf sich warten lassen. So verbrachten wir mehrere Abende damit zu diskutieren, zu suchen und zu überlegen um dann schließlich unseren Kurztrip nach Oberstdorf zu fixieren.

Eine kleine gemütliche (aber sehr neue) Ferienwohnung in Fischen im Allgäu (7km nördlich von Oberstdorf) sollte unser Ziel sein, auf welches wir am Freitag pünktlich gegen 14:00 Uhr Kurs setzten. Zuvor gelang es mir noch kurzfristig das eher unangenehme Einsatzfahrzeug vom Typ Ford SMax durch eine erstarkte Reinkarnation des mittlerweile von mir wirklich gemochten Ford Kugas zu ersetzen – Allrad passt einfach besser zu den Bergen als ein fünfsitziger Van für einen Zweipersonenhaushalt.

Einziger Nachteil des neuen Schneemobils: Es verfügt im Gegensatz zu seinen Vorgängern über kein fest eingebautes Navi. Diese Herausforderung konnte Amazon dankenswerterweise in weniger als 24h lösen, so dass wir bereits auf Höhe des Autobahnkreuzes Walldorf von den Live Services unseres neuen TomToms profitieren und den Stau auf Höhe Karlsruhe proaktiv umfahren konnten. Auf diese Weise lief unsere Anreise über die A6 am recht vertrauten Neckarsulm vorbei relativ angenehm, bevor die letzten 100km auf der A7 dann doch etwas anstrengend wurden. Der bereits den gesamten Tag über präsente Nebel verdichtete sich zunehmend und wurde von einem Regen mit fortwährender Tendenz zu Schnee begleitet. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sank und die letzte Stunde bis zur Ankunft wollte einfach nicht vergehen. Irgendwann (ziemlich genau 6km vor der Ankunft) verließen wir dann die Autobahn bzw. die sehr gut ausgebaute vierstreifige Bundesstraße (echt tolle Infrastruktur!), um uns in eine wildromantische Autoperlenkette entlang der B19 einzureihen.

Wenige Augenblicke später (und nach insgesamt ziemlich genau 4h) erreichten wir dann auch schon unser Ziel und hielten – innovativer Technologie sei Dank – auch sehr zügig den Schlüssel zu unserer Residenz in den Händen. Die Gastgeber haben hier (habe ich bisher noch nie erlebt) eine Art Schlüsselkasten mit PIN-Schutz angebracht, aus dem man nach kurzer telefonischer Instruktion problemlos und ohne Wartezeit den Schlüssel entnehmen kann. Auch in der Ferienwohnung angekommen, setzte sich unser positiver Eindruck konsequent fort: Vorgeheizt, modern, sauber, deutlich größer als erwartet, alles da was man benötigt (sogar ein Geschirrspüler), gratis WLAN-Zugang, Skikeller, liebevolle Details und Dekos .. Herz, was willst du mehr?

50m2 Wohlfühlatmosphäre für zwei

Nach einigen Minuten der Eingewöhnung setzten wir uns mit der Gastgeberin in Kontakt, um bei einem persönlichen Treffen kurz die Klärung der obligatorischen Aspekte vorzunehmen. Wie sich herausstellen sollte, war unsere Gastgeberin nicht nur überaus freundlich, sondern auch durchweg sympathisch, so dass wir uns in ein ungeplant langes Gespräch über Land, Leute, Autos und was sonst noch im Leben zählt verstrickten 😉

Es war bereits gegen 20:30 Uhr, als wir uns erneut ins Auto setzten um ganz prophylaktisch den Weg zum für den morgigen Tag avisierten Skigebiet bzw. Liftparkplatz zu erkunden. Das Wetter zeigte sich erneut von der winterlichen Seite und erwartete uns mit Nebel, Wind und Schneeregen. Trotzdem erreichten wir rund 20 Minuten später über hervorragend geräumte Pisten den Parkplatz und beobachteten kurz die Pistenfahrzeuge, die einige Höhenmeter über uns bereits fleißig ihren Dienst verrichteten. Anschließend testeten wir auf dem riesigen und hervorragend präparierten Areal noch „kurz“ die Fahreigenschaften des 4×4 Mini-SUVs bei abgeschaltetem ESP .. genau das richtige nach einer langen Autobahnfahrt 😀

Auf der Rückfahrt zur FeWo hielten wir zunächst noch kurz bei einem sehr neuen, sauberen, hellen und absolut freundlichen McDonalds, bevor wir noch schnell einen nahegelegenen Geocache ansteuerten.Dieser zwang uns einer recht steilen und engen Landstraße einige Kilometer zu folgen, bevor wir anschließend „mal eben so“ in 2,80m Höhe eine kleine Plastikdose aus einer Baumkrone bergen mussten. Auch wenn ich mir das insgesamt sehr viel leichter vorgestellt habe, war es doch eine lustige sportliche Einlage zum Abend 😉 Gegen 22:30 Uhr kehrten wir schließlich in unsere Residenz zurück, wo wir ein sehr positives erstes Feedback von Oberstdorf zogen. Man fühlt sich hier einfach rundum wohl und fast schon ein Stück zu Hause.

Der Samstagmorgen begann dann – natürlich – pünktlich um 07:00 Uhr, schließlich wollten wir möglichst zeitig am Lift sein. Obwohl unsere Augen noch sehr klein waren, setzte sofort die Vorfreude auf das Skifahren ein. Während Dani uns schnell ein paar Brötchen aufbackte, suchte ich die notwendige Motivationsmusik für den Start in den Tag heraus 😉

Thematisch passende Motivation am Morgen

Anschließend folgte das übliche Einpacken in warme Klamotten, bevor wir gegen 08:15 Uhr auf bereits weitestgehend geräumten Straßen in Richtung der Fellhornbahn aufbrachen.

Dressed for success .. oder so ähnlich 😉
Effektvoller Wegweiser

Vor Ort angekommen zeigte sich bereits ein überraschend belebtes Bild – zahlreiche Schneebegeisterte hatten sich bereits an der Talstation der Gondelbahn eingefunden und schälten sich nach und nach in die Skistiefel. Dem Ansturm Auffahrwilliger stand eine kleine Armada von Parkplatzeinweisern gegenüber, was für absolut geordnete Verhältnisse sorgte – so macht das Spaß 🙂 Trotz des omnipräsenten und bereits auf 850 Höhenmetern recht dichten Nebels bestiegen wir also mutig die erstbeste Gondel und fuhren hinauf zum Fellhorn.

Auf ins Unbekannte

Unterwegs nahm die Sicht von Minute zu Minute ab und unsere Fahrt entwickelte sich zu einer Reise ins ungewisse. Oben angekommen fanden wir uns dann auf einem zunächst recht kompakt wirkenden Platteau zusammen mit vielen anderen Desorientierten wieder, die genau wie wir den großformatigen Pistenplan studierten. Etwas irritierend war in diesem Zusammenhang, dass zunächst zwar nahezu alle Lift aber fast keine Piste geöffnet war. Ein wenig Frust machte sich unter den Skisportlern breit und auch wir setzten – nachdem wir auf die Schnelle quasi eine Minimalstrecke identifiziert hatten – etwas verwirrt gen Tal in Bewegung. Dabei stellte sich bereits auf den ersten Metern heraus, dass die rund 60 – 70m Sichtweite für uns Neulinge eine relativ große Herausforderung darstellen sollten. Nach einem kurzen (unfreiwilligen Abstecher) in einen geschlossenen Funpark fanden wir jedoch die avisierte Piste wieder und kamen einige Minuten später sogar an einem (aber nicht dem geplanten) Lift heraus. Optimistisch wie wir waren, enterten wir selbigen einfach und fuhren damit erneut zurück zu unserem Ausgangsort. Dort angekommen waren nun jedoch sämtliche Pisten freigegeben und wir konnten Danis Plan die Kanzelwandbahn zu befahren in die Tat umsetzen.

Keine Sicht? Kein Grund für schlechte Laune!

Dazu war es zunächst nötig in eine weitere Gondelbahn zu steigen, die nun sogar 60 Personen auf einmal transportieren konnte. Erfreulicherweise wurden wir dabei von einem Gondelführer begleitet, der sich sogar die Zeit nahm uns zu begrüßen und kurz die aktuellen Witterungs- und Schneeverhältnisse zu erläutern – cool. Oben angekommen, konnten wir dann tatsächlich wie geplant die Kanzelwandbahn befahren und dieser bis ins Tal folgen – eine durchaus tolle Erfahrung, vor allem als wir irgendwann wieder unter dem Nebelfeld waren.

Mein Equipment war auch da 😉

Weniger toll war die dann entstehende Wartezeit an der Talstation, da wir nun natürlich genau in die Stoßzeit der „um 10:00 Uhr auch schon am Lift“-Auffahrer kamen. Trotzdem kamen wir irgendwann wieder oben an und setzten unser Skiabenteuer auf unterschiedlichsten Pisten fort. Während der Nebel dazu führte, dass man zwangsläufig mehr aus den Knien heraus fahren muss, konnten wir uns über weitestgehend leere Pisten und ebenfalls nur gering frequentierte Lifte freuen .. es hat also (wie immer) alles auch seine guten Seiten.

Gegen 12:00 Uhr gönnten wir uns dann eine Pause im Panoramarestaurant am Fellhorn. Selbiges ist großzügig dimensioniert, sehr hell, angenehm und gastronomisch wirklich fit – will sagen: Wir mussten nicht lange warten. Das Panorama bestand zum Zeitpunkt unserer Einkehr jedoch (wie erwartet) aus einem recht satten weiß – ideale Bedingungen also für Bildmanipulationen in Photoshop 😉 In jedem Fall tat es sehr gut die Skischuhe mal zu öffnen, sich etwas aufzuwärmen und die dicken Klamotten für ein paar Minuten gemeinsam mit dem Helm abzulegen. Nach rund 45 Minuten Erholung begaben wir uns erneut auf die Piste, was zunächst auch sehr gut funktioniert hat.

17,50€ und eine hungrige Dani
Nach dem Essen sieht die Welt doch gleich viel besser aus!

Leider mussten wir nach einigen Abfahrten feststellen, dass sich die Sichtverhältnisse abermals verschlechterten. Es war kaum noch möglich Himmel gegen Schnee abzugrenzen und vor allem auf steileren Abschnitten fühlte man sich ein wenig wie im freien Fall. Obgleich dieses Erlebnis durchaus faszinierend war, schränkte es die gestalterischen Möglichkeiten während der Fahrt doch etwas ein .. die Herausforderung den Berg sicher und sturzfrei ohne Wissen über das, was da vor uns kommen würde, herunterzukommen, war schwierig genug. Trotzdem wandelte sich unser Skitag vom morgendlichen „Fährtensuchen im Schnee“ (mit Stopp an jedem Pistenplan) zum nachmittaglichen „Techniktraining“ .. insgesamt also eine durchaus positive Weiterentwicklung.

Gegen 16:00 Uhr entschieden wir uns dann langsam zur Talabfahrt gen Auto, was zurückblickend eine durchaus gute Entscheidung war. Obgleich die Lifte noch bis 17:00 Uhr geöffnet hatten, war die ins Tal führende Piste nämlich schon sehr stark frequentiert, so dass wir zwischendurch schon ein wenig Mühe hatten unseren Platz zu finden. Die hohe Anzahl von Wintersportlern in Kombination mit der doch recht vereisten Piste machte die letzten Kilometer relativ herausfordernd, so dass wir doch recht glücklich waren unseren Skitag gegen 16:15 Uhr verletzungsfrei abgeschlossen zu haben.

Dani - erschöpft aber glücklich

Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Ferienwohnung begaben wir uns erneut in Richtung Oberstdorf, nicht ohne Zwischendurch erfolglos einen kleinen Geocache zu suchen (Dunkelheit, Neuschnee und Kälte machen es dem ambitionierten Schatzsucher nach einem langen Skitag nicht unbedingt leichter). Dort angekommen gelang es uns dann nach einigen Minuten der Suche einen anderen Cache zu finden, bevor wir uns die sehr liebevolle gestaltete und atmosphärisch schöne Innenstadt ansahen. Neben vielen thematisch passenden Geschäften gibt es hier alles was das Herz des Urlaubers begehrt – von Gasthäusern über eine Therme bis zum Kino ist alles vorhanden. Überrascht war ich auch über das Gewusel auf den Straßen und den Versuch auf einer Bühne mit Live-Musik sogar etwas Apres-Ski-Feeling zu erzeugen („Das ist Waaaahnsinn..“).

Nach rund 1h begaben wir uns zurück zum Auto, um noch spontan Kurs in Richtung der bekannten Heini Klopfer Skisprungschanze (bzw. der Erdinger-Arena) zu setzen. Der Anblick dieses bekannten Bauwerks faszinierte uns schon den gesamten Abend über, da selbiges angestrahlt wie ein Wahrzeichen über dem Ort thront. Wie sich herausstellen sollte, wählte unser Navi für die Anreise zur Arena den „Sightseeing“-Pfad, so dass wir nach unserem Stadtrundgang auch gleich noch an einer selbstorganisierten Stadtrundfahrt teilnahmen 😉 Am Ziel angekommen waren wir zutiefst beeindruckt von den Dimensionen der Anlage, die man leider nicht ohne weiteres betreten durfte.

Trotzdem schlichen wir eifrig drumherum, und konnten glücklicherweise einige Springer vom Übungsflug von der zweithöchsten Schanze beobachten. Dabei ist es äußerst beeindruckend mit welcher Geschwindigkeit die Athleten durch die Luft segeln, welche lauten „Fluggeräusche“ die Ski dabei verursachen und wie prägnant der schlagende Laut bei der Landung ist – insgesamt eine tolle Erfahrung!

Auf dem Rückweg zur FeWo stoppten wir dann erneut kurz bei McDonalds, bevor auch dieser Tag sehr früh zu Ende ging.

Auch der Start in den Sonntag erfolgte in gewohnter Pünktlichkeit, obgleich wir an diesem Morgen ja auch schon wieder aus dem temporären Feriendomizil ausziehen mussten. Danis hervorragender Vorbereitung sei Dank stellte dies jedoch kein allzu großes Problem dar, weshalb wir mit gepackten Koffern und verstautem Equipment bereits gegen 08:20 Uhr erneut in Richtung Oberstdorf aufbrachen. Auf Empfehlung unserer Gastgeberin hin steuerten wir diesmal jedoch die Nebelhornbahn an, welche uns in ein zwar kleineres aber dafür umso höher gelegenes Skigebiet fahren sollte. Vor Ort angekommen gab es erneut Parkplatzeinweiser, obgleich wir diesmal 6€ für ein Tagesparkticket bezahlen mussten *grmpf*. In jedem Fall schnallten wir schnell die Skistiefel unter und stapften munter den Talstation. Dort angekommen mussten wir erneut ein paar Minuten warten, bevor mir einer äußerst imposanten Gondel in Richtung Gipfel gefahren wurden.

Unterwegs wiederholte sich das bereits bekannte Spiel: Der Nebel nahm zu, die Sicht nahm ab. Obgleich man etwas weiter schauen konnte als am Vortag am Fellhorn, waren wir bei der Ankunft an der Mittelstation etwas skeptisch, was am Gipfel auf uns warten würde. Einen Umstieg und ein kurzes Gedränge später setzte sich unsere Fahrt fort; und als auf ca. 1600m das erste mal ein ganz klein wenig Sonne die Gipfel der uns umgebenden Berge anleuchtete, ging ein kollektives „Ahhh“ durch die mit 60 Personen vollständig gefüllte Kabine. Nur wenige Augenblicke später durchbrachen wir (für mich sehr unerwartet) auf ca. 1800m die Nebeldecke und sahen uns einem fast schon atemberaubenden Anblick gegenüber. Ein türkiser Himmel thronte über den leuchtenden Bergkuppen, die in jeder Blickrichtung den Horizont bildeten. Wenige Meter unter uns lag eine dichte Nebel / Wolkenschicht, aus der wenige Kuppen herausreichten .. es war ein Bild wie es sich sonst nur beim Fliegen ergibt.

Über dem Nebel .. einer der schönsten Momente des noch neuen 2012

Nachdem wir die Gondel verließen und diese äußerst beeindruckenden Impressionen aufgesaugt hatten, wanderte unser Blick in Richtung der nahegelegenen Pisten. Diese Standen dem Blick ins Tal in kaum etwas nach – frisch preparierte, leere, breite Pisten auf denen vereinzelt etwas pünktlichere Enthusiasten den Hang herunterwedelten, warteten auf uns. Den Hintergrund bildete ein Ritter Sport Vollmilch-blauer Himmel, während die Sonne nach und nach hinter den Berggipfeln hervorstieg. Die ersten Minuten nach der Ankunft auf der Gipfelmulde verbrachten wir mit Staunen, bevor wir irgendwann doch die Ski unterschnallten und in Richtung des Lifts fuhren.

Glücklicher Signalfrosch kurz unter dem Gipfel des Nebelhorns (2.224m)

Selbiger war – wie konnte es anders sein – absolut leer und so fanden wir uns nach einer recht kurzen Fahrt am Ausgangsort für drei verschiedene Pisten (2 rote, 1 blaue), die alle das gleiche Ziel ansteuerten, wieder. Immer wieder übte der Anblick dieses Naturschauspiels soviel Anziehungskraft auf uns aus, dass das Fahren zeitweise in den Hintergrund rückte. Deshalb war es jedoch nicht weniger angenehm .. ganz im Gegenteil, selten rutschten wir so entspannt und befreit die Pisten herunter und das erste Mal in diesem Jahr war das Skifahren 100%ig so, wie es sein soll 😀

Dani vor einem 1800m hohen Meer

In den kommenden 2 Stunden fuhren wir abwechselnd die bereits genannten drei Pisten, die sich hervorragend eigneten um die Technik zu üben und zu verbessern. Da die Hänge wirklich ungewöhnlich breit waren, hatte man jede Menge Raum für sich und auch bei einer steigenden Zahl von Wintersportlern fühlte man sich nie bedrängt. Die roten Pisten war dann auch so rot, dass man durchaus gefordert wurde und insbesondere beim Blick ins Tal durchaus ein Kribbeln in der Bauchgegend verspürte.

Gegen 11:00 Uhr nahm die Warteschlange an den Liften zunehmend zu, so dass wir uns zu einer verfrühten Einkehr entschlossen. Dies war zurückblickend recht positiv, da das Restaurant ebenso wie die Sonnenliegestühle noch angenehm leer war, und wir so auf rund 2000m ganz entspannt unser Mittagessen zu uns nehmen konnten. Nachdem Mittag war die Sonne dann stellenweise so warm, dass man sich fast schon Handschuh und Mütze bzw. Helm ausziehen wollte .. für den Nebel am Vortag waren wir also mehr als würdig entschädigt worden.

Panoramablick auf eine Skilandschaft, wie man sie sich vorstellt

Mit Hinblick auf die noch anstehende Heimfahrt und die nicht wenigen Pistenkilometern in den letzten 28h entschlossen wir uns dann gegen 13:30 Uhr zur 7,5km langen Talabfahrt. Während Dani den ersten (schwarzen) Teil der Piste mit der Gondelbahn überbrückte, stürzte ich mich eifrig vom Gipfel auf erneut sehr gut präparierten Pisten ins Tal. Bereits rund 100m nach Beginn der Abfahrt tauchte ich jedoch sehr schnell wieder in den Nebel ein, und fand ähnliche Verhältnisse wie am Vortag vor. Mit der mittlerweile gewonnenen Übung ging die Abfahrt jedoch gut von der Hand (bzw. vom Fuß), so dass ich Dani wenige Minuten später an der Mittelstation der Talabfahrt wiedertraf. Gemeinsam fuhren wir dann die letzten 4km gen Oberstdorf den Berg herunter und genossen ein letztes mal die breiten und fast vollständig leeren Pisten. Unten angekommen folgte dann übrigens noch ein rund 200m langer Fußmarsch, bevor wir uns am Auto angekommen etwas erschöpft aber glücklich in die bereitgelegten Wechselklamotten schälten.

Um 14:00 Uhr und damit rund 34h nach unserer Ankunft im schönen Oberstdorf, begaben wir uns erneut auf den rund 440km langen Rückweg, den wir in nur 3:30h ohne Zwischenfälle hinter uns brachten. Während wir  thematisch passend Alfred Lansings „635 Tage im Eis“ lauschten, entnahmen wir der Oberstdorf Broschüre dann übrigens auch noch die Information, dass das Skigebiet „Söllereck“ insbesondere bei schlechten Sichtbedingungen empfehlenswert ist, da die Bäume den Nebel hier wohl zurückdrängen. Okay, man muss immer noch Ziele haben 😉 In diesem Sinne: Bis zum nächsten mal, Oberstdorf!

Weitere Eindrücke gibt es erneut drüben in der Galerie – viel Spaß!

Januar 2012: Jahresbeginn im Schnee

– „Weu Schifoan is‘ des Leiwandste, wos ma si nur vurstö’n ko“ –

treffender als mit diesem Zitat von Wolfgang Ambros (aus dem universell verwendbaren und mitsingfreudigem Werk „Schifoan“) kann ich diesen Beitrag eigentlich gar nicht eröffnen.

Wie so oft stellt sich nun natürlich die Frage: Was ist passiert? Nachdem ich vor rund 10 Jahren (oh Gott ist das lang her) das erste Mal auf Carving-Skiern den Berg runter gefahren bin, ist viel Zeit vergangen. Obgleich ich das Skifahren schon damals absolut begeisternd und spaßig fand, sollte nach einem weiteren Trip in die Berge im Folgejahr mit Ausnahme eines Ausflugs in die Skihalle bei Bispingen 2010 eine lange Zeit vergehen, bevor das Thema wieder aktuell werden würde.

Obgleich ich die Begeisterung nie verloren hatte, ergab sich einfach mangels Geld, Zeit und Ausrüstung nie die Möglichkeit. Glücklicherweise gibt es ja aber nun in Form uralter Freundschaften eine Zweitbasis in München (mit gratis Strom und gratis Wasser :P), welche als idealer Ausgangsort für Kurzurlaube in nahegelegenen Skigebieten zu viert perfekt geeignet ist. So kam es dann also auch, dass wir uns recht früh am zweiten Wochenende des noch sehr jungen 2012 ins Auto setzten um Kurs in Richtung des nur 85km entfernten Skigebiets Schliersee / Spitzingsee zu setzen (an dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass ich mir einen Tag zuvor einen Nerv eingeklemmt hatte und daher eigentlich alles andere als prädestiniert für Sport war). Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt allerdings keineswegs gelöst, sondern primär beherrscht von einer gewissen Anspannung und vielleicht sogar Angst. Schon gegen 09:45 Uhr erreichten wir unser Ziel (und damit nur rund 1:45h zu spät) und durften uns nach dem Erwerb des obligatorischen Tagespasses sogleich in die nicht enden wollende Schlange des lokalen Skiverleihs einreihen. Suboptimal war in diesem Zusammenhang vermutlich die rund 20 Personen starke Gruppe schnee-freudiger Asiaten, die uns rund 2h Wartezeit von Ankunft bis Schneekontakt bescherten.

Eindeutig erkennbare Skepsis..

Irgendwann war es dann aber soweit und wir rutschten ausgerüstet mit (Achtung, Ironie) äußerst bequemen und perfekt sitzenden Skistiefeln nebst preisgünstigen Standardskiern die ersten Hänge herunter. Die ersten Meter schienen noch recht gut zu gehen, doch wie sich in den nächsten Stunden zeigen sollte, hatten wir doch unsere Mühen mit Schleppliften, buckligen Pisten und etwas steileren Passagen. So herausgefordert wollte die Stimmung nicht so ganz wie erwartet im positiven Sinne explodieren ..  aber am Ende des Tages waren allen eigentlichen zwei Dinge klar:

  1. Skifahren macht Spaß .. aber es fehlt noch ein wenig Übung
  2. Ausgeliehenes Equipment bietet viel Raum nach oben.

Idealistisch wie wir denn nun mal alle sind, studierten wir noch am Abend eBay. Was die Skistiefel angeht würde man wohl um eine einmalige, etwas schmerzende Investition nicht herumkommen .. aber bei Skiern kann man bestimmt was machen. Ja .. mit dieser naiven Einstellung ging unser erster Ausflug in den Schnee zu ende.

Die kommende Woche stand dann ganz im Zeichen des Ausrüstungserwerbs. Foren wurden studiert, Anfängerguides gelesen, Testberichte gewälzt und abschlussorientierte Verkäufer in vielen verschiedenen Läden bemüht. Von Tag zu Tag wurde klarer, dass das richtige Equipment zum einen gar nicht so einfach zu erkennen und bekommen war und vor allem der eBay-Gedanke mitten zur Saison eher weniger zielführend sein würde. Nachdem Dani und ich jeder „nur“ rund 10 paar verschiedene Skistiefel anhatten und an einem Tag bei vier Händlern waren, war dieses Kapitel zum Glück abgehakt. Damit neigte sich dieser Abschnitt dem Ende und einer neuer tat sich auf: Auswahl und Beschaffung  der richtigen Ski.

Um den geneigten Leser an dieser Stelle nicht zu langweilen sei gesagt: Die Kombination aus Internet, lokalen Fachgeschäften, Hartnäckigkeit und finanzieller Leidensfähigkeit sorgte dafür, dass wir am Freitag morgen um 09:30 Uhr alles zusammen hatten, was eine (erfolgreiche) Wiederholung des letzten Skiwochenendes ermöglichen sollte. Um uns stapelten sich Kartons, aus denen zwei paar Ski (Rossignol Temptation 74 Light, Atomic Vario Carbon), zwei paar Skistiefel (Salomon Quest Access 60w, Head Vector 110), Helme, Handschuhe sowie Skistöcke hervorgingen.

Viel unscheinbarer als man denkt..

Anschließend musste nur noch schnell der Privatskilehrer für 4 Personen für 3h gebucht werden, und schon konnte es erneut in Richtung München gehen, wo uns dankenswerterweise erneut ein bequemes Bett (nebst Cocktails, Strom und Wasser) erwartete. Samstag Morgen sollte dann auch alles besser werden, weshalb wir abermals früher aufstanden und das Frühstück ins Auto verlegten. Dank so diszipliniertem Vorgehen waren wir dann auch (mit Zwischenstopp an der Skischule) sehr früh im Skigebiet, welches in den Morgenstunden noch herrlich leer war. Bereits die ersten Meter auf den eigenen „Brettern“ fühlten sich super an und insgesamt war jetzt irgendwie alles besser.

Macht schon mal einen professionellen Eindruck

Von 10:00 bis 13:00 Uhr füllte der Skilehrer dann die noch vorhandenen Lücken hinsichtlich der richtigen Technik zur eleganten Abfahrt und unterstützte uns dabei endlich das richtige Feeling für den Berg zu entwickeln. Obgleich die vorhergesagten 6 Sonnenstunden leider ausblieben und wir auch sonst mit -11°C etwas auf die Probe gestellt wurden, gelang es den äußeren Einflüssen nicht unsere Stimmung zu drücken.

Sieht doch schon viel überzeugter aus, oder?

Einzig während der stärkenden Mittagspause wurde es dann doch etwas kühl, was vermutlich auf fehlenden Jägertee zurückzuführen war 😉

"Weu so a Tee mocht den Schnee erscht so richtig schee" (W. Ambros, schon wieder)

Gegen 16:00 Uhr und damit rund 8h nach unserer Ankunft im Skigebiet traten wir erschöpft aber auch etwas traurig (schließlich war der Tag im Schnee schon wieder vorbei) den Rückzug an. Die Grundstimmung war dieses mal jedoch deutlich positiver, hatte sich doch die Anzahl der Stürze gefühlt auf 1/10 verringert, während die Pistenkilometer antiproportional zunahmen. Spätestens jetzt war klar: Dies sollte nicht der letzte Ausflug in die Berge dieses Jahr bleiben 🙂

Ski Bunny 🙂
Hatte ich erwähnt das wir alle ziemlich erschöpft waren? Mehr Fotos vom Abend gibt es aber nicht 😉

 

Das war 2011: Ein Jahr in Bewegung

Da sich hier schon länger nichts mehr bewegt hat, hielt ich es für eine gute Idee diese Phase des Stillstands mit einem Resumé des umso bewegteren Jahres 2011 zu beenden.

Ganz anders als 2012 begann 2011 für uns kalt .. sehr kalt .. und verspätet. Wie kam es dazu? Nun .. wie ich (leider nicht ganz vollständig berichtete) haben wir den Jahreswechsel erneut in Hamburg verbracht – allerdings durchgängig bei Temperaturen deutlich unter dem Nullpunkt und bei jeder Menge Schneematsch. Zurückblickend gab es sogar soviel davon, dass wir den geliebten Porsche zu Hause lassen und auf ein deutlich konventionelleres Fortbewegungsmittel in Form der von mir sonst so ungeliebten Bahn zurückgreifen mussten. Obgleich diese uns (irgendwie .. und vor allem irgendwann) zum Ziel und auch wieder zurück brachte, blieb mir dieser Aspekt unseres Kurzurlaubs doch lebhaft in Erinnerung („Wir warten noch auf einen Triebwagenführer..“).

Das Jahr begann im kalten Hamburg

Der kalte Aspekt ist damit hinreichend erläutert .. der verspätete jedoch nicht. Dies lag ganz einfach in einer Panne des von mir sonst umso mehr geliebten iPhones begründet, welches spontan zum Jahreswechsel diverse Fehler in der Wecker-App offenbarte – ein Umstand, der sich 2011 (und peinlicherweise auch 2o12) wiederholen sollte. Wie dem auch sei .. damals starteten wir umso hastiger in das neue Jahr .. ein Tempo, dass wir insgesamt beibehalten sollten.

Doch wie so oft begann das neue Jahr in vielerlei Hinsicht eher gediegen und friedlich – sowohl privat als auch beruflich lief alles auf einem angenehmen Niveau vor sich hin. So wirklich Bewegung kam erst im April in unser Leben, da in diesem Monat die heiß ersehnte Porsche-Saison 2011 eröffnet wurde. Das traditionelle „Anblasen“ des Porsche Clubs Rhein Main in der Merzenmühle sollte unser Schritt hinein in das Porsche Club sein und zeigte mir von einem Moment auf den anderen, dass gemeinsam mit anderen Enthusiasten durch die Kurven und Landschaften dieser Region zu räubern noch viel schöner ist als allein unterwegs zu sein.

Unsere allererste Ausfahrt mit dem Porsche Club Rhein Main

Dieser Aspekt der automobilen Hingabe hat uns dann gleich so gut gefallen, dass wir fortan so ziemlich jede Möglichkeit wahrnahmen die verschiedenen Porsche Fahrevents und Treffen im Rhein Main Gebiet (und dessen Umland) wahrzunehmen. So waren wir u.a. beim Eltertreff Jahrestreffen am Edersee, haben mit dem Porsche Stammtisch NRW zwei Tage lang den Spessart unsicher gemacht, sind mit Porsche on Tour ins Ohmtal gefahren, haben das Sportwagentreffen in Bad Kissingen besucht, beim pff Deutschlandtreffen als Juror und Orga-Mitglied mitgewirkt, an der Bildersuchfahrt im Herbst mit dem PCRM teilgenommen und quasi als Saisonabschluss die Jubiläumstour von Porsche on Tour (Ziel: PZ Mainz) absolviert (irgendetwas habe ich bestimmt vergessen).

1,2,3, viele

Auch ansonsten waren wir dem Zuffi zu zweit nicht wenig unterwegs – u.a. im Harz, an der Ostsee, in Dänemark und am Edersee. Insgesamt haben wir 2011 ca. 30 000 Porsche Kilometer abgespult (zugegeben, die meisten davon als Daily-Driver).

Da wir schon beim Thema Sport und Zahlen sind: Auch zu Fuß war ich im vergangenen Jahr recht eifrig. Die Laufsaison eröffnete ich bereits am 14.01. und beendete sie erst am 23.11. In der Zwischenzeit habe ich (sehr humane) 555km abgespult (ehrlich!) und dabei 48:14h laufend verbracht. Da ich während dieser Zeit auch mal probeweise das Kalorienzählen begonnen hab (eine sehr erheiternde Beschäftigung .. dämpft die Lebensqualität allerdings ein wenig), habe ich dabei insgesamt rund 5kg abgenommen .. was ich durchaus motivierend finde.

Ansonsten haben wir 2011 auch regelmäßig unseren Lieblingsfamiliensport betrieben: Geocaching. Obgleich wir im vergangenen Jahr insgesamt eher geschwächelt haben, gelang uns durch eine furiose Jahresendrallye dann doch noch überraschend die Komplettierung und ersten Tausenders – am 31.12.2011 gegen 16:00 Uhr. Zuvor hatten wir jeweils 24, 35 und 13 Caches pro Tag gesucht und erfolgreich gefunden, was den Dezember 2011 mit 124 Funden (Caches in 2011 gesamt: 274) zu unserem mit Abstand erfolgreichsten Monat macht. Insgesamt betrachtet waren wir 2010 jedoch produktiver (324 erfolgreiche Bergung). In jedem Fall ist der Ehrgeiz und die Lust momentan wieder entfacht, so dass ich sehr gespannt bin, wie viele Schätze wir im neuen Jahr entdecken werden.

Nach diesen eher zahlengetriebenen Absätzen kurz zurück zu unserem kleinen Dasein an sich: Obgleich wir dieses Jahr (ein Wunder!) nicht umgezogen sind, hat sich (natürlich!) doch etwas verändert: Im August 2011 haben wir relativ überraschend einen Zweitporsche angeschafft, der nach rund 7 Wochen friedlicher Koexistenz zum Erstporsche (aber insgesamt Zweitwagen) befördert wurde. Etwas weniger mysteriös gesprochen haben wir uns nach vielen Monaten des Grübelns und der Überlegung tatsächlich dazu durchgerungen den knackigen Look des Caymans gegen das versteckbare Dach eines Boxsters zu tauschen. Da wir ansonsten sehr zufrieden mit der Ausstattung und den sonstigen Details des Fahrzeugs waren, entspricht unser neuer Roadster tatsächlich weitestgehend den Charakteristika des „alten“ Cayman.

Das Foto was mir 2011 am stärksten im Gedächtnis geblieben ist
Am vorletzten gemeinsamen Tag...
Zwillingsbrüder

Zu unserem Glück war der Herbst ja recht mild, so dass wir bis Mitte November noch recht angenehme Touren „oben offen“ unternehmen konnten, was das Autofahren doch noch einmal zu einem anderen Erlebnis macht. An dieser Stelle sei allerdings auch angemerkt, dass man (zumindest ich) das Cabrio deutlich entspannter bewegt (Wind, Geräuschkulisse, Intensität der Wahrnehmungen) – mit dem Cayman war ich jedenfalls definitiv artgerechter unterwegs. Achja, mit Mütze, Handschuhen und gutem Willen kann man auch im Dezember bei 3°C und starkem Wind in der Mittagspause offen zu McDonalds fahren .. man muss es nur wollen 😉

Es gibt kein falsches Wetter..

Wenn wir nicht gerade damit beschäftigt waren zu arbeiten, Auto zu fahren oder Plastikdosen in der Natur zu suchen, haben wir natürlich auch etwas Urlaub gemacht. Dieser fiel 2011 zwar wenig exotisch aus, war aber trotzdem rundum gelungen. Los ging es – wie eingangs erwähnt – im kalten Hamburg, setzte sich über den traditionellen Hochseeangeltripp in Dänemark (diesmal mit Porsche .. ein Highlight) fort und endete so gesehen in einem einwöchigen Spätsommeraufenthalt in Warnemünde (der eifrige Leser wird sich sicherlich an die umfangreiche Berichterstattung erinnern).

Unvergessen sollen in diesem Zusammenhang auch unsere wiederholten Kurztripps nach München (danke, Teichi :-)) sowie die Spontanbesuche im Karlsruher Raum und am Edersee (wirklich eine tolle Gegend) sein.

Insgesamt könnte man nun zurückblickend sagen: Was will uns der Autor damit sagen? Okay, er ist ein bisschen rumgerannt, ein wenig rumgefahren und Urlaub gab es auch .. und das war’s? Jap, das war es. 2011 war (bis auf ein, zwei wirklich erträgliche Stolpersteine) ein recht entspanntes und wirklich spaßiges Jahr, in dem wir einige sehr tolle Menschen kennengelernt haben.. so kann es gern weitergehen 🙂