Der Gletscher ruft: Skiurlaub im Stubaital – Part 2

Ich lag bereits einige Minuten wach, als der Wecker endlich um 07:00 Uhr den Start in unseren zweiten Skitag verkünden sollte .. und bereits aus dem Schlafzimmerfenster heraus waren die abermals besseren Wetterverhältnisse erkennbar.

Während das „Backrohr“ also munter unsere Brötchen bereitete, starteten wir hoch motiviert in den Tag. So zielstrebig gelang es uns dann auch rund eine halbe Stunde früher am Lift zu sein als Freitag, so dass wir einen der vordersten Parkplätze ergattern konnten. Unterwegs genossen wir die Morgensonne, während ich mir bei -20°C ein wenig Sorgen um unser Diesel-Kraftwerk machte 😉

Auf dem Weg zur Tankstelle ehhh dem Skilift 😉

Obgleich im Tal erneut der gleiche Zustand wie gestern – also eine Schließung des Gipfels wegen starkem Wind – angezeigt war, setzte sich die zur Auffahrt benötigte Schaufeljochbahn kurz vor unserer Ankunft in Bewegung. Genau wie am Vortag stiegen wir also von der Eisgrat-Bahn direkt in die nächste Gondelstrecke in Richtung Gipfel um. An dieser Stelle sei die hervorragende Gondellift-Infrastruktur des Stubaier Gletschers nochmals erwähnt – die Bahnen sind recht modern, freundlich, schnell und bringen einen eigentlich überall hin, wo man will. An verschiedenen Zwischenstationen gibt es (überdachte) Umsteigemöglichkeiten, so das man das Skigebiet problemlos und bequem durchqueren kann.

Blick aus dem Lift

Unmittelbar nach unserer Ankunft an der Bergstation fiel uns auf, dass die „TOP OF TYROL“ genannte Aussichtsplattform auf rund 3200m Höhe im Gegensatz zum Vortag geöffnet war. Also stellten wir die Ausrüstung kurz ab und begaben uns kurz entschlossen in Richtung Plateau. Der Weg dorthin bestand aus (zu vielen) Treppenstufen, die zu dem teilweise stark verschneit waren. Als Vorteil dieser Aktion stellte sich neben der Aussicht die Tatsache heraus, dass wir so sehr schnell sehr wach waren 😉 Oben angekommen genossen wir einige Minuten bei mäßigem Wind die Aussicht über den Gletscher, bevor wir uns endlich auf die Piste begeben wollten.

Gaaaanz weit oben
Ausblick vom "TOP OF TYROL"

Entsprechend motiviert schnallten wir also einige Minuten später die Bretter unter und stürzten uns auf einer frisch preparierten Piste in Richtung des nächsten Lifts. Während ich mich ob der Spurenlage freute, dass wir offensichtlich erst die zweiten waren, die an diesem Tag hier lang fuhren, versuchte Dani sich an einem Hochgeschwindigkeitsexperiment. Selbiges deklarierte sich im Nachhinein als „unfreiwillig“ – mir gelang es jedenfalls trotz leicht brennender Oberschenkel nicht so recht ihr zu folgen 😉 (okay, einfach nur Schussfahren fand ich für die frische Piste zu schade).

Einen kurzen Sessellift nebst kurzem „Walk“ später erreichten wir dann das, was für den Rest des Tages unsere Lieblingsabfahrt werden sollte. Eine äußerst breite, gut präparierte Piste mit der Möglichkeit links und rechts kleinere Tiefschneeausflüge unternehmen zu können. Bedingt durch die Neigung des Hangs und die enorme Kapazität der Autobahn konnten wir hier – auch wenn manchmal etwas mehr los war – intensiv und in allen Geschwindigkeitsbereichen an unserer Technik feilen. Zwischendurch gab es (wie an so vielen Stellen am Stubaier Gletscher) auch eine deutliche Steigung, weshalb wir auf dieser Piste auch unsere Tageshöchstgeschwindigkeiten (vermutlich ca. 70km/h punktuell, im Messzeitraum der GPS-Pulsuhr rund 65km/h) erreichten. Schön war an dieser Abfahrt auch die Tatsache, dass man mit einem sehr bequemen und einigermaßen schnellen 6er-Sessellift wieder auffahren konnte, was uns das ständige Ab- und Anschnallen der Ski ersparte.

Ab nach unten 🙂

So genossen wir also den Morgen bei strahlendem Sonnenschein, fuhren eifrig hintereinander her und bewunderten im Lift immer und immer wieder diese vergleichsweise abgeschiedene aber doch sehr beeindruckende Landschaft. Als das Wetter gegen 11:00 Uhr zeitweise minimal schlechter wurde, begaben wir uns erneut rund 200m tiefer auf die bereits am Vortag favorisierte Piste (wie die Streckenaufzeichnung unten zeigt, waren wir an diesem Tag recht unkreativ und mehr auf das Üben bedacht).

Gegen 12:30 Uhr kehrten wir dann erneut ins Marktrestaurant am Eisgrat ein, welches am Samstag jedoch deutlich voller als am Vortag war. Trotzdem gelang es uns einen Platz mit schöner Sicht auf die Gondelbahn und das Tal zu finden und uns für ein paar Minuten niederzulassen. Da Dani jedoch plötzlich die ersten Vorboten einer drohenden Migräne verspürte, entschlossen wir uns zur Rettung der Situation sofort wieder auf die Piste zu gehen („Ablenkung ist die einzige Chance“). Auf dem Weg nach Draußen statteten wir noch kurz dem Intersport direkt am Eisgrat (also auf 2900m Höhe) einen Besuch ab, welcher überraschend gut ausgestattet ist und sogar ein größeres Sortiment als seine Entsprechung im Tal hat. Die Preise sind übrigens „durchwachsen“ – manches ist fair, manches gibt es anderswo deutlich günstiger.

Das Marktrestaurant am Eisgrat & Blick ins Gebirge

Der Nachmittag verlief weitestgehend vergleichbar zum Vormittag – leere Pisten, gute Sicht, zunehmende Geschwindigkeit. So abgelenkt blieb es bei Dani zum Glück bei leichten Kopfschmerzen, so dass wir unseren Skitag nicht verfrüht abbrechen mussten. Gegen 15:30 Uhr senkte sich die Sonne erneut zunehmend hinter die Berge, so dass wir uns mit Hinblick auf unsere schmerzenden Schienbeine (da fehlt halt noch etwas Gewöhnung) und die schlechter werdende Sicht in Richtung Tal begaben. Da wir an diesem Tag jedoch schon ziemlich viele Pistenkilometer abgespult hatten, ging es diesmal ganz relaxed mit der Gondel in Richtung Auto, was jedoch durchaus auch seine guten Seiten hat.

Ende eines tollen zweiten Skitags

Wieder angekommen in der FeWo begaben wir uns auch gleich wieder in die Natur: Es standen noch zwei Geocaches auf dem Plan (wenn man schon mal in Österreich ist..). Ausgerüstet mit unserem Garmin gingen wir also auf die Suche .. und versagten an unserem ersten Anlaufpunkt ganz spontan. Getrieben von Ehrgeiz und ohne Karten zogen wir direkt zur zweiten Station weiter, welche jedoch gar nicht so einfach zu erreichen war. Als verwöhnte „Karten-Cacher“ fühlt man sich fast etwas verloren, wenn man plötzlich nur auf eine Richtungs- und Geschwindigkeitsanzeige zurückgreifen kann und mangels Handyempfang auch Google Maps nicht verfügbar ist.

Mit ein wenig bäuerlicher Hilfe fanden wir dann jedoch den richtigen Pfad zu dem sehr gut erreichbaren Cache und konnten diesen mit eiskalten Händen (-18°C und nur die „Spaßhandschuhe“ dabei) auch zügig bergen. Auf dem rund 1km langen Rückweg zum Auto gelang Dani im zweiten Anlauf auch der erfolgreiche Zugriff zum im Schnee sehr gut getarnten ersten Cache. Ferner sammelten wir auf dem Weg zum Snowmobil bzw. in der Nähe von dessen Parkplatz auch schnell noch ein paar Lebensmittel der Kategorie „Notwendig“ ein. Mit Hinblick auf den Schlusssatz des vorherigen Artikels (Grießbrei und so) erstanden wir für nur 2€ 0,5l österreichischer Milch und für weitere 2€ ein Paket Zucker .. die lokale OMV hat es uns gedankt.

Grießbrei mit echten österreichischen Zutaten

Nun erneut ein paar Zahlen und die Strecke des Tages:

  • Länge gesamt: 74,457km
  • Reine Fahrzeit: 6:40h
  • Überwundene Höhe Bergauf: 8053m
  • Überwundene Höhe Bergab: 8057m
  • Höchstgeschwindigkeit: 64,48 km/h
  • Herzfrequenz Minimal / Maximal / Mittel: 65 / 175 / 122

GPS-Aufzeichnung vom Samstag[deltazoom=0;maptype=G_SATELLITE_TYPE;gpxelevation=show;gpxelevationcolor=green;gpxspeedchart=show;gpxheartratechart=show;gpxheartratechartcolor=red;urldisplaymode=none;gpxcheckpointinterval=none]

Der Sonntag begann dann abermals mit dem lästigen Prozess des Zusammensammelns und Packens – trotz sehr guter Wetteraussichten entschieden wir uns mit Hinblick auf die 600km lange Rückreise gegen einen morgendlichen Skitrip. Folglich konnten wir uns beim Aufstehen ein paar Minuten mehr Zeit lassen, bevor wir gegen 09:00 Uhr und begleitet von tollem Sonnenschein erneut Kurs gen Norden setzten.

Fast schon unwirklicher Horizont

Unterwegs bot sich dann ein (vorerst) letztes Mal die Gelegenheit den fast schon unwirklichen Anblick der über allem thronenden Alpen zu genießen, bevor wir diese auf recht leeren Autobahnen verließen bzw. verlassen mussten. Unser Zwischenziel bestand im AUDI Forum Ingolstadt, welches uns von der Abholung des TTs noch gut Erinnerung war. Im Gegensatz zu damals war an diesem Sonntag Mittag (Ankunft: 11:00 Uhr) jedoch recht wenig auf dem Gelände los, einzig das Marktrestaurant war überraschend gut besucht.

Zwischenstopp bei AUDI

Nachdem wir uns also ein paar „Highlights“ der Neuwagenausstellung angesehen hatten (insgesamt war ich hier ziemlich enttäuscht), gab es eine kurze Stärkung auf vergleichsweise hohem Niveau, bevor wir die letzten 350km gen Heimat in Angriff nahmen. Wie erwartet verliefen diese in jeder Hinsicht problemlos, so dass wir gegen 15:00 Uhr wieder im Rhein Main Gebiet waren und das tolle Wetter zumindest in Form eines Spaziergangs noch ein wenig genießen konnten.

Damit geht der Bericht über unseren Skiausflug ins Stubaital zu Ende .. die nächsten zwei Wochenenden werden wir (zwangsläufig) eher im Flachland verbringen 😉

Weitere Fotos gibt es auch diesmal in der Galerie: Klick.

Der Gletscher ruft: Skiurlaub im Stubaital – Part 1

Nachdem unser Skiequipment nach Oberstdorf „schon“ rund 10 Tage repräsentativ in einer nicht übersehbaren Ecke des Wohnzimmer stand, wurde es wirklich mal wieder Zeit für einen Ausflug in den schneesicheren Süden 😉

Mit Hinblick auf die Wahl unserer Destination könnte man tatsächlich meinen, dass ich Wolfgang Ambros hier schon mehrfach zitierte Skifahrerhymne ein wenig zu oft gehört hätte („Und Dann Begib I Mi / Ins Stubeital Oder Nach Zell Am See“), doch die Wahl des Gebiets oblag erneut allein Dani 😉 Zunächst war ich von Ihrem Vorschlag auch völlig begeistert („nur 550km“), solange bis ich feststellen musste, dass Google und TomTom bevorzugt über den Fernpass fahren wollten. Mit Hinblick auf das damit verbundene Risiko und die Tatsache, dass es für unser aktuelles Snowmobil keine Schneeketten gibt, entschlossen wir uns einen kleinen Umweg über München einzuplanen, welcher die Anreise auf dezente 602km verlängerte *hust*

Auch sonst fand dieser Skitrip eher spontan statt, da wir eigentlich ein Wochenende später fahren wollten. Wie wir jedoch unisono von allen befragten Stellen erfahren mussten, sei das Karnevalls / Faschingswochenende die mit einigem Abstand am stärksten frequentierteste Zeit des Jahres, weshalb wir mit nur  vier Tagen Vorlaufzeit unseren Urlaub im Stubaital fixierten.

Obgleich Spontanität ja durchaus spannend ist, bringt sie auch das ein oder andere Problem mit sich. So mussten wir mit einer sehr kurzen Vorlaufzeit feststellen, dass unsere Ausrüstung mit Hinblick auf vorhergesagte -26°C noch einige Lücken aufwies, weshalb wir eiligst noch ein paar Bestellungen tätigten.

An einem kalten Donnerstag Morgen fuhr ich also mit einem vollgepackten Auto erst Dani und danach mich zur Arbeit, um dann den gesamten Tag über mit viel Spannung die Sendungsdaten des dringend benötigten Equipments zu verfolgen. Da es hier wiedersprüchliche Aussagen gab, telefonierten Dani und ich lediglich 6x mit DHL (die sich übrigens ebenfalls nicht sicher waren, ob die Pakete jetzt gerad in der Zustellbasis oder im Wagen liegen würden) und spielten eifrig das „Sie kommen“, „Sie kommen nicht“-Spiel. Um für das Schlimmste vorbereitet zu sein, begab sich Dani in der Mittagspause nach telefonischer Recherche vorbeugend in die Frankfurter Innenstadt und organisierte kurzfristig qualitativ sehr hochwertige Skimasken – Wochenende gerettet!

Um 15:00 Uhr konnte ich dann doch noch die Pakete aus der Packstation abholen (+30km) und anschließend Dani abholen (+30km), welche unsere Abfahrt dann doch noch einige Minuten verzögerte 😉 Kurz vor 16 Uhr setzten wir dann endlich Kurs gen Süden .. passenderweise von etwas Schneefall begleitet. Bereits auf den ersten Kilometern war der Verkehr recht dicht, so dass unser Wischwasserbehälter sich schneller leerte als die Restkilometer zum Ziel abnahmen 😉

Bis München kamen wir so mit ca. 110km/h in weitestgehend akzeptabler Geschwindigkeit voran und hörten dabei zur Einstimmung auf den Gletscher Alfred Lansings „635 Tage im Eis“ weiter (wir sollten dieses Wochenende noch einige Momente erleben, die es uns leichter machen würden das Gehörte visualisieren zu können). Rund um die bayerischer Hauptstadt nahm der Spaß dann jedoch ein recht abruptes Ende, da der Schnee deutlich zunahm und wir in eine Schneepflug-Phalanx nach der anderen gerieten. Dies führte zwar zu einigermaßen gut geräumten Straßen, drückte die Geschwindigkeit über recht lange Zeit auf anstrengende 50km/h. Mit insgesamt 40 Minuten Verspätung und nervlich etwas angekratzt, erreichten wir gegen 20:40 Uhr die letzte Shell Station vor der Deutsch-Österreichischen Grenze. Diese kam uns vor Ort dann plötzlich sehr bekannt vor, hatten wir doch auf dem Weg zum Schliersee hier bereits getankt. Fix war das Snowmobil nochmals aufgefüllt und auch die erforderliche Vignette für die österreichischen Autobahnen war ebenfalls schnell erworben.

Nach dieser Rast fanden wir uns auf weitestgehend leeren Autobahnen wieder, die jedoch in etwa zum Zustand des Rasthofes entsprachen: Räumdienst? Überbewertet! Dank der geringen Verkehrsdichte kamen wir trotzdem recht gut voran und fuhren kurze Zeit später über die Grenze. Dann passierte etwas, dass ich zu so später Stunde nicht wirklich erwartet hatte und auch nicht wahr haben wollte: Nahezu die gesamte A12 war per dynamischer Beschilderung mit dem schlichten Wort „Glättegefahr“ auf 60km/h (!!) limitiert. Während wir uns diesem, mit Hinblick auf die perfekt geräumte Straße nicht recht nachvollziehbaren, Diktat brav unterordneten, wurden wir von gefühlt jedem Österreicher, Tschechen, Polen und Offenbacher überholt, der scheinbar ein liberaleres Verständnis für das Tempolimit hatte. Um diesem monotonen Teil unserer Fahrt ein wenig die Langeweile zu nehmen, begannen wir spontan das lustige Personenraten („Mann oder Frau?“ „Über 50?“ „Real?“). Batman, Bill Gates, Heidi das Opposum, Michaela Schaffrath und Ferdinand Porsche später erreichten wir dann auch endlich die avisierte Ausfahrt, an der wir nochmals 2,50€ Mautgebühr entrichten durften („Privatstraße“).

Während sich die (vermutlich) eindrucksvolle Landschaft um uns herum nur erahnen ließ, waren die vielen Papp-Polizisten am Straßenrand deutlich klarer wahrnehmbar. Gegen 22:10 Uhr bogen wir dann endlich in die Zielstraße ein, die entgegen der sonstigen österreichischen Fahrbahnen in einem recht „spannenden“ Zustand war. Die letzten 700m in Richtung unserer Unterkunft waren steil, schneeig und glatt. Das Snowmobil wühlte eifrig mit allen vier Hufen, so dass wir unser Ziel trotzdem weitestgehend problemlos erreichten.

Was dann folgte war ein sehr herzlicher Empfang unserer Gastgeberin und eine schnelle Führung durch die Wohnung. Selbige war erneut sehr modern, hochwertig ausgestattet und bot alles, was das Skifahrerherz begehrt (bequeme Betten, eine Dusche, Skistiefelheizung und WLAN). Trotz allem Komfort empfanden wir diese Ferienwohnung etwas unpersönlicher als in Oberstdorf, strahlte sie doch ein wenig die Atmosphäre eines (guten) Hotels aus.

Diesmal leider keine Fotos vor dem "Einzug" 😉

Der Abschluss des Tages kam dann mindestens so schnell, wie man es nach rund 700km, einem Arbeitstag und ca. 6h Fahrt erwarten würde.

Hart erkämpft und dringend benötigt

Der Start in unseren ersten Skitag – den Freitag – erfolgte nach einer erholsamen aber doch etwas unruhigen Nacht in Kampl (gehört zu Neustift im Stubaital) ein wenig trödelig. Nach einem ausgiebigen Frühstück schälten wir uns vorsorglich noch in ein paar Lagen Kleidung als sonst, da auf dem Gletscher sportliche -26°C angesagt waren (eine Prognose, die sich als völlig zutreffend herausstellen sollte). Gegen 08:20 Uhr brachen wir also in Richtung Mutterbergalm auf, und fanden erfreulicherweise weitestgehend gute Straßenverhältnisse vor.

Irgendwo dahinten muss das Ziel sein..

Kurz vor 09:00 Uhr erreichten wir folglich bester Laune und bereits in gewohnter „Skigeilheit“ den noch sehr leeren Parkplatz der Seilbahn und konnten nach dem obligatorischen Erwerb der Skipässe auch zügig eine leere Gondel in Richtung Gletscher entern. Langsam aber stätig verließen wir das Tal und fuhren bei leichtem Hochnebel in Richtung Mittelstation (2100m). Von dort aus ging es direkt weiter zum Eisgrat (2.900m) und nach einem kurzen Umsteigen auch direkt zur Bergstation Schaufeljoch (3200m) – naive Menschen braucht die Welt. Während das Wetter aus der Gondel nämlich noch recht gut aussah („Was die nur wollen .. ist doch gar nicht so schlecht?“), schlug uns oben angekommen ein heftiger und vor allem schneidend kalter Wind ins Gesicht. Bei -26°C und über 30km/h Windgeschwindigkeit schmerzte augenblicklich jeder Quadratzentimeter Haut, der ungeschützt mit dieser unwirtlichen Umgebung in Kontakt kam. Auch das Skifahren lief zunächst alles andere als gut, da die Pisten von reichlich Neuschnee bedeckt waren und auf den Ziehwegen das Fahren eher zu einem Wandern mutierte.

Da ganz oben ging's los 😉

Schlechte Sicht, kaum erkennbare Pisten, eisige Verhältnisse .. JETZT fühlten wir uns wie in Lansings Berichten. Trotzdem fanden wir irgendwann eine „rettende“ Piste, auf der wir uns langsam wieder Richtung Tal begaben. Rund 200m tiefer sah die Welt schon deutlich besser aus und uns gelangen die ersten Kurven im ca. 5cm hohen Pulverschnee.

Kaum waren wir an der ersten Mittelstation angekommen, bemerkten wir auch die Schließung des oberen Teils des Skigebiets – damit waren dann „nur noch“ 77km der sonst 110 Pistenkilometer befahrbar – mit Hinblick auf die recht geringe Besucherzahl kein Problem und definitiv nachvollziehbar. Während das Wetter zügig besser wurde, erkundeten wir eifrig das Skigebiet und seine verschiedenen Abfahrten.

It's cool man!

Obgleich uns die breiten und leeren Pisten sehr gut gefielen, fanden die zahlreichen Plateaus weniger Anklang. Allzu häufig mussten wir längere Strecken mit Hilfe der Skistöcke quasi schiebend überbrücken, was doch sehr auf die Kondition ging. Dieser Fakt nahm uns vor allem am Nachmittag dann auch etwas die Experimentierfreude neue Pisten auszuprobieren, da unser Interesse primär doch dem Fahren und weniger dem Wandern galt.

Finde das neue Accessoire..

Ein wenig ungewohnt waren zudem auch die vielen Gondelbahnen, welche wir deutlich öfter frequentierten als die wenigen Sessellifts. In direkter Konsequenz ergaben sich zwar sehr angenehme Pausen mit der Möglichkeit gefrorene Snickers zu lutschen und Caprisonne „on the rocks“ zu genießen (definitiv äußerst empfehlenswert um auch vor dem Einkehrschwung etwas Energie zu tanken), trotzdem nervt das ständig An- und Abschnallen der Ski ein wenig. Nebenbei bemerkt hatte ich auch ein wenig mit der Höhe zu kämpfen, was sich in einer deutlich gesteigerten Atemfrequenz ausdrückte (anders gesagt: Trotz recht geringer Erschöpfung war ich ein wenig kurzatmig).

Gegen 13:00 Uhr entschlossen wir uns dann zu einer rund 60 Minütigen Pause im Martkrestaurant Eisgrat, dass auf rund 2900m mit einer tollen Aussicht sowohl in Richtung Gipfel als auch zum Tal lockt. Schnell fanden wir ein paar schöne Plätze und konnten eine passende Stärkung ergattern.

Futter .. wurde auch Zeit und macht gute Laune

Auch nach dem Mittag setzte sich unser Skivergnügen weitestgehend problemlos fort, bis wir gegen 16:15 Uhr – die Sonne verschwand bereits langsam wieder hinter den Bergen – die 10km „hochalpine“ Talabfahrt „Wilde Grub’n“ ansteuerten. Auf dem Weg zu dieser mussten wir erneut mehrere hundert Meter mit den Skiern über der Schulter über einen Ziehweg wandern (es hätte zurückblickend sinnvolle Alternativen gegeben), bevor wir uns auf die rote Piste bzw. Route begeben konnten. Diese war zwar stellenweise recht eng und auch vergleichsweise stark frequentiert, bot jedoch ein tolles Panorama auf die Landschaft und das Tal. Auf dem letzten Kilometer kündigte sich die Talstation bereits stimmungsvoll mit den Bässen der Apres Ski Bar an, die bei unserer Ankunft jedoch nur mäßig frequentiert war.

Nachmittagsstimmung auf 3000m
Equipmentversagen im Tal

Auf dem Rückweg zu unserer Ferienwohnung hielten wir dann noch kurz beim einzigen Supermarkt weit und breit, um „nur das Notwendigste“ einzukaufen. Dies bestand neben verschiedenen Kleinigkeiten primär aus Toilettenpapier (merke: FeWo nicht gleich Hotel .. eine Erkenntnis, die uns bereits in Oberstdorf kam) und Butter (kann man ja immer mal vergessen). Bei der abendlichen Herstellung stärkender Spaghetti fiel uns dann auf, dass unter Umständen auch noch Salz in die Kategorie „Notwendig“ gefallen wäre. Überraschenderweise macht sich ein Mangel desselben beim Endprodukt doch recht bemerkbar, was durch die gesteigerte Verwendung von Ketchup jedoch kompensiert werden konnte 😉

Während wir in der kuschlig warm geheizten Ferienwohnung (Fußbodenheizung UND Raumbelüftungssystem sind ein Traum) zu „The Voice of Germany“ entspannten, schloss ich den Tag mit der verheißungsvollen Frage: „Braucht man für Grießbrei eigentlich Milch?„.

Nach soviel Prosa gibt es jetzt auch noch ein paar Zahlen nebst Trackaufzeichnung unseres Tages (beachte: Liftzeiten bzw. Kilometer sind immer mit dabei):

  • Länge gesamt: 52,96km (verspätet mit der Aufzeichnung begonnen, Akku noch vor der Talabfahrt alle :-()
  • Reine Fahrzeit: 5:25h
  • Überwundene Höhe Bergauf: 5910m
  • Überwundene Höhe Bergab: 5480m
  • Höchstgeschwindigkeit: 57,75 km/h
  • Herzfrequenz Minimal / Maximal / Mittel: 90 / 176 / 135

GPS-Aufzeichnung vom Freitag [deltazoom=0;maptype=G_SATELLITE_TYPE;gpxelevation=show;gpxelevationcolor=green;gpxspeedchart=show;gpxheartratechart=show;gpxheartratechartcolor=red;urldisplaymode=none;gpxcheckpointinterval=none]

Weitere Fotos gibt es wie immer in der Galerie: Klick.

Vom Verlust des Glaubens an die Technik

Heute ist es wohl Zeit für einen Beitrag, der mir schon sehr lange durch den Kopf geht .. er handelt von enttäuschenden Erlebnissen mit den von mir sonst so gemochten Technik-Gadgets, welche in den letzten 5 Monaten machen musste.

Dabei ist mir mein derzeitiger Alltagsbegleiter ein ganz besonders großer Dorn im Auge: Mein HTC Sensation. Ein Oberklassesmartphone sollte aus meiner Sicht vor allem eins tun: Den Benutzer bzw. Anwender möglichst intuitiv und zuverlässig im Alltag begleiten. Ferner sollte es Spaß machen und idealerweise auch den Businessalltag erleichtern.

Nur ist das HTC Sensation bekannterweise ein Vertreter des Android-Lagers, dass vieler Orten und von zahlreichen Kollegen als die „bessere Plattform“ gepriesen wird. Nun beschäftige ich mich durchaus gern mit konträren Meinungen und lerne auch gern dazu .. trotzdem gibt es einfach mehrere Aspekte des Google-Smartphone-Betriebssystems, die mir noch kein Befürworter dieses Ansatzes schön reden konnte.

Aber halt – man soll ja immer erst mit etwas Positivem anfangen. Daher gehe ich zunächst kurz auf das hervorragend große Display des Sensation ein, dass ich im Vergleich zum iPhone tatsächlich einigermaßen überlegen finde. Sicher, auch die Möglichkeiten Daten mit dem Gerät einfach so via USB als Massenspeicher austauschen zu können ist nett und ich denke es gab noch keinen Tag, an dem ich iTunes vermisst habe.

Ferner ist es in der Theorie sicherlich nachvollziehbar vorteilhaft einen wechselbaren Akku zu haben (in meinem Fall erst recht .. später dazu mehr) und auch der SD-Karten-Slot erscheint sinnvoll (ich versteh zwar in Zeiten von 64GB eingebautem Speicher nicht warum, aber Erweiterbarkeit ist ja per Definition toll). Zu guter Letzt hat das HTC Sensation eine ganz toll hochauflösende Kamera (nutzt einem zwar nichts, da jedes Motiv lange Geschichte ist, bevor das Gerät auslöst) aber die superhelle Doppel-LED hilft bei der nächtlichen Schatzsuche im Wald sehr.

Gut, damit sind die positiven Aspekte wie ich finde ausreichend gewürdigt (vielleicht habe ich noch den Market vergessen, der ja abermals größer als der AppStore ist aber dafür noch viel viel mehr sinnfreie, hässliche, instabile Software enthält) und ich kann vermutlich reinen Gewissens zum „Heulen“ übergehen.

Ich werde dabei mit „weichen“ Faktoren anfangen, die sich leicht weg diskutieren lassen. Argumente wie „Montagsgerät“ oder „Einzelfall“ helfen hier sicherlich sehr, wenn man als Android-Freund schnell die Position „Was für ein Depp“ beziehen möchte.

Also nun denn, was ich an meinem HTC-Sensation hasse, Part I:

  • Es knarxt wie ein absolutes billiges Nokia-Handy aus den 90er Jahren, wenn ich oben rechts auf das Gehäuse drücke. Mein Problem ist jedoch, dass ich dies beim Betätigen der Sperrtaste recht oft tue .. aber gut, dass ist sicherlich so eine unpassende Eigenart von mir. Das Knarxen können laut Berichten in den Foren dieser Welt zwar ziemlich viele Anwender nachvollziehen, doch angeblich ist es in einer aktualisierten Revision des Geräts beseitigt (meins ist ja erst aus 10/2011 und damit quasi uralt)
  • Die Funktion „Automatische Helligkeit“ (zur automatischen, sensorbasierten Steuerung der Helligkeit des Displays) liebt es sich abzuschalten. Das wäre per Definition gar nicht so schlimm .. aber sie verabschiedet sich grundsätzlich damit das Display auf maximale Helligkeit einzustellen. Dies führt zum einen zu einer sagen wir reduzierten Akkulaufzeit und zum anderen dazu, dass mich mein Telefon sehr häufig halb erblinden lässt. Hat auch seine guten Seiten .. man fällt im Kino sofort auf, muss nach dem Aufstehen nicht erst das Licht anschalten, kann das Display als Taschenlampe benutzen .. lauter so nette Dinge. Ich habe bisher noch nicht erforscht und gegoogled unter welchen Bedingungen dieser Bug auftritt (hab ich auch gar keine Lust zu) aber ich kann sagen: Mindestens drei mal pro Tag beglückt mich mein HTC auf diesem Weg. Eine dauerhafte Festlegung der Helligkeit funktioniert übrigens auch nicht; auch dann wechselt das Gerät häufig auf 100% Leuchtkraft

    Volle Kraft voraus..
  • Die Auslöseverzögerung der Kamera ist schlichtweg eine Frechheit. Motiv, Klick, Warten, eine Aufnahme von irgendetwas entsteht. Spontan eine Stimmung einfangen? Niemals! Ich bin mir durchaus bewusst, dass eine Handykamera keine „richtige“ Digicam ersetzen kann .. aber wenn die Hersteller schon 8MP Chips verbauen, dann kann ich doch bitte auch eine einigermaßen zeitgemäße Reaktionsgeschwindigkeit erwarten. Das die Fotos ansonsten relativ brauchbar werden, möchte ich auch gar nicht leugnen .. aber die Entstehung dauert halt eine gefühlte Ewigkeit. Auch dies ist ein Punkt, der aus meiner Sicht kaum diskutabel ist .. er tritt bei jedem Sensation auf und lässt das „Ding“ sogar im Vergleich zu einem mittlerweile recht alten iPhone 3GS alt aussehen.
  • Die Akkulaufzeit (welche?) ist in meinem Fall eine absolute und nicht zumutbare Frechheit. Warum? Weil das Gerät bei mir im Schnitt weniger als 13h bei geringer Benutzung durchhält .. und das ist einfach so. Ich weiß, dass ich hier mehr oder weniger ein Einzelfall bin; dass es viele glückliche Anwender gibt. Doch wenn ich zwischendurch versuche GPS, Bluetooth, WLAN und UMTS abzuschalten und trotzdem keine Besserung erziele, dann läuft irgendetwas falsch. Auch ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen habe ich (natürlich) erfolglos versucht .. Fazit bleibt: Mein Sensation bringt mich unter gar keinen Umständen durch den Tag. Meine aktuelle Vermutung lautet dahingehend, dass sich ab und an ein Task aufhängt und den Akku dann genüsslich leersaugt. Kann passieren .. aber bitte nicht monatelang. Insgesamt hatte ich noch nie ein Telefon, dass derart oft geladen werden musste und dazu geführt hat, dass das 12V-Ladekabel im Auto mein bester Freund geworden ist..

    So ein halber Tag reicht doch eigentlich auch völlig, oder?

Okay, bis hierhin kann man mir sicher technische Unfähigkeit unterstellen („dann installier halt mal ein Custom ROM“) oder behaupten, ich sei Apple-verblendet. Trotzdem wäre dies schon der Punkt, an dem ich das Gerät nie im Leben auch nur einem Interessenten empfehlen würde. Aber .. es gibt ja noch 1,2 weitere Dinge, die mich stören:

  • Der absolut Business-untaugliche und stümperhafte eMail-Client. Ja, es ist einfach so .. da Hilft auch keine Diskussion. Was stört mich an dem Ding? Primär eines: Die Ordner-Darstellung. Genau das ist dann der Punkt, an dem sich Diskussion mit jedem Android-Freund entscheidet .. die zentrale Frage: Nutzt du Ordner? Verschachtelte Ordner? Lautet die Antwort „Nö“, dann wird er wohl mit Android-basierten Geräten glücklich sein .. lautet die Antwort schlicht „Ja“, dann habe ich sicherlich einen weiteren Menschen von den Unzulänglichkeiten des offenen Mobilbetriebssystems überzeugt. Bilder sagen mehr als tausend Worte, weshalb ich als Erklärung einfach kurz einen Screenshot meiner Inbox-Struktur anhänge. Zur Erklärung: Während das iPhone diese Ordner-Struktur ähnlich wie der Windows-Explorer (oder Outlook oder Thunderbird) als Baumansicht darstellen würde, verarbeitet der native Android-Client Verschachtelungen durch vollständige Pfade (Inbox\Ebene1\Ebene2\Ebene3) auf. Wenn man nun nicht mit sehr (!) kurzen Ordnernamen arbeitet, hat man (wie ich) recht schnell verloren. Sicherlich liegt auch das an meinen persönlichen Schwächen. Wer jetzt jugendlich naiv den Vorschlag bringt „Nimm doch einen alternativen Client“, dem sei gesagt: Ich hab sämtliche prominenten Alternativen probiert und es gibt aus meiner Sicht aktuell keine, die multiple Exchange-Konten gleichzeitig verwenden kann und dabei keine signifikante Limitation aufweist. Wie hat Apple das nur gemacht…?

    Maildarstellung (Auszug) - Android und Outlook
  • Dem Ordner-Problem des Mail-Clients möchte ich gleich noch eine weitere Schwäche von Android anhängen, die mich primär beim Bearbeiten von Mails stört: Die Möglichkeit auf Links und Telefon-Nummern zu tippen und diese spontan zu öffnen. iPhone-User kennen das .. die Telefonnummer in der Signatur des Geschäftspartners einfach kurz antippen und schon steht das Gespräch. Android-User quälen sich erst aufwändig damit die Nummer zu markieren, sie zu kopieren und dann anschließend im Telefon-Bereich wieder einzufügen. Richtig elegant, oder? Wenn ich korrekt informiert bin, hängt dies mit einem Patent von Apple zusammen .. aber das ist mir schlicht egal!

    Ganz komfortabel anrufen .. oder auch nicht (die Maildarstellung ist insgesamt nicht so toll, aber was soll's)

Eigentlich .. war es das fast schon. Das der Browser manchmal hängt, tabbed browsen nochmals schlechter als beim iPhone funktioniert, Tab to Zoom auch sporadisch keine Lust hat und ich schon vier mal ob eines schlicht ausfallenden Weckers verschlafen habe (jaja, da hat sich Apple auch mehr als blamiert) fällt eher unter „kleinere“ Probleme. Auch die Update-Politik (die dazu führt, dass ich nie weiß ob das Ding nochmal eine Aktualisierung bekommt und falls ja: Ist es noch in diesem Jahrzehnt. Gleiches gilt übrigens auch für herstellereigene Erweiterungen wie HTC Sense) finde ich bei Android ebenso schlimm wie die sich ständig verändernde Modellpalette bei HTC (Sensation, Sensation XE, Sensation XL..) aber gut, alles Geschmackssache.

Zusammenfassend ist mein auf Android-basierendes HTC Senstion mit absoluter Sicherheit das schlechteste Gadget, was mir in den letzten 36 Monaten untergekommen ist (da hat mich mein Motorola Milestone auf Android-Basis mehr überzeugt und auf das Windows Phone 7 von Dani könnte ich Lobeshymnen singen). Obgleich hier sicherlich persönliche Präferenzen eine Rolle spielen, gibt es doch verschiedene Fakten, die auch möglichst objektiv betrachtet einfach nur enttäuschend sind.

Okay .. mit dieser leicht negativen Einstellung gegenüber meines aktuellen Smartphones ging ich also durch die Welt, versorgte es konstant mit Spannung und wartete auf die Firmware-Upates von Morgen. Doch dann kam ein Gerät, dass dem Sensation in seiner absolut nicht vorhandenen Vollkommenheit Konkurrenz macht .. und nebenbei gesagt mit ihm auch noch um die 12V Steckdose im Auto buhlt: Mein TomTom Go 1005. Gleich vorweg: TomTom-Freunde können mich bereits ab diesem Punkt als „Depp“ abstempeln, habe ich doch das völlig veraltete und sowieso gar nicht mehr auf das TT-Homepage gelistete 1005 und nicht das aktualisierte „damit wird alles gut“ 1015. Das die Probleme weitestgehend die selben sind, kann man ja einfach leugnen.

Also nun .. was ist denn so schlimm an dem Ding? Auch hier wieder kurz die (durchaus vorhandenen) guten Seiten zuerst: Großes Display, schnelle Routenberechnung, oftmals überzeugende Live-Services, sehr gute magnetische Halterung). Auch sonst ist das Gerät ja eigentlich okay .. wenn, ja wenn ich nicht ältere TomToms kennen würde. Und genau da kommt der Punkt wo ich als technikaffiner Mensch das Verständnis verliere. In diesem Kontext ein paar provokante Fragen:

  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 erkennen, ob ein Punkt von Interesse (z.B. eine Schule .. oder eine Geschwindigkeitsmessung) in Fahrtrichtung liegt oder eben nicht?
  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 auf Basis eines Lichtsensors von Tag auf Nachtfarben umschalten .. warum geht das heute nur noch Standort- und Uhrzeitbezogen? (echt doof im Tunnel und zudem mit einiger Verzögerung beim morgendlichen Einschalten)
  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 korrekt „abbiegen“ sagen anstelle von „abbiggggen“ (ist ja nur ein Softwareproblem, dass vor mehreren Monaten durch ein Update kam und immer noch nicht gelöst wurde)
  • Warum gab es schon beim TomTom Go 710 eine weibliche, Text-To-Speech fähige Stimme (Stand heute gibt es bei den aktuellen TT-Geräten nur eine männliche TTS Stimme .. das ist Fakt!)
  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 zuverlässig in den Standby schalten anstatt nach ein paar Stunden abgeschaltet im Auto zu liegen schon einen leeren Akku zu haben?

Das sind Dinge .. die versteh ich einfach nicht (und die haben laut Foren die meisten Benutzer aktueller TomTom-Geräte). Vor allem der letzt genannte Punkt führt zu einer Überlastung meines „Technik ist cool“-Gens. Tatsächlich kommt es nun nämlich zu einem Konflikt zwischen meinem stromsüchtigen und quasi spannungsinkontinenten HTC Sensation und eben dem TomTom-Gerät. Ziemlich blöd, denn das zwingt mich (falls ich nicht mit einem Adapter aufrüsten möchte) zu der schmerzlichen Wahl, welchen meiner Freunde ich am Leben erhalten will. Meistens entscheide ich mich für das TomTom .. denn ein paar Minuten ohne Telefon haben noch nie geschadet 😉

Tja .. soviel zu ein paar Impressionen aus dem Leben eines technikverliebten ITlers, der so manchmal den Glauben an die Moderne verliert. Softwareprobleme sind völlig okay .. wenn neue Geräte aber einen Rückschritt gegenüber der letzten Generation darstellen, fehlt sogar mir das Verständnis.

Edit: Wie der Zufall es will, gibt es tagesaktuell einen Artikel auf SPon über das große tolle Android.