Welcome (back) to the bright side – iPhone 4s

Es war ein sonniger aber recht kühler Samstag, der 12.05.2012, an dem mir final klar wurde: Ich habe die Nase voll von mangelnder Akkulaufzeit, schlechter E-Mail-Darstellung, knarxenden Gehäusen, überhöhtem Datenverkehr und der täglichen Sichtung von neuen (inoffiziellen) Weiterentwicklungen.

Es war der Tag an dem ich mich entschied: Meine Android-Zeit ist (erneut) vorbei.

Nach 226 (viel zu langen) Tagen Abstinenz vom Apfel habe ich mein niemals wirklich gemochtes HTC Sensation endlich durch ein zeitgemäßes iPhone 4s ersetzt – das Exil ist vorbei. Endlich.

Der angebissene Apfel ist zurück - endlich!

Man mag mich jetzt als blinden Apple-Fanboy verschreien .. mir ist es egal. Ebenso wie das etwas zu kleine Display mit dem fast schon nicht mehr zeitgemäß dicken Rahmen. Für diese kleinen Nachteile (zugegeben, es gibt da noch einige mehr .. allen voran der Krampf mal eben neue Musik auf das Ding zu bringen) bekomme ich in Form einer phänomenalen Haptik, einer deutlich besseren Akkulaufzeit, toller Apps (joggen jetzt endlich mit Zombies Run!) und eines coolen iCloud-Konzepts jede Menge Kompensation geboten. Falls ich dann doch mal grübeln sollte, frage ich einfach Siri .. die muntert mich definitiv immer wieder auf (und das tut sie sogar hervorragend über die Freisprecheinrichtung im Auto .. sogar bei geöffnetem Verdeck).

Damit der kleine Barren aus Aluminium und Glas etwas handhabbarer wird, steuerten wir direkt nach der Abholung übrigens den Apple Store in Frankfurt an. Hier gelang es einer sehr freundlichen Bedienung mir recht zügig ein Case zu vermitteln, dass hinsichtlich Beschaffenheit, Gewicht und Dicke quasi perfekt meine Anforderungen erfüllt (Incase Snap Case).

Dünn, haltbar, griffig. Genau was ich gesucht habe..

Manchmal muss man auch emotional sein dürfen .. und heute bin ich einfach nur glücklich, mir diesen lange gehegten Wunsch nun doch endlich erfüllt zu haben.

Ein Ausflug in die bayerische Natur

Während des draußen friedlich vor sich hin plätschert, möchte ich an dieser Stelle gedanklich gern genau eine Woche zurückspringen – mitten in ein frühsommerliches Wochenende auf wirklich tollen Wanderwegen rund um Garmisch-Partenkirchen.

Nachdem Teichi bereits im Vorfeld auf Outdoor Active eine landschaftlich extrem reizvolle und auch für uns Gelegenheitswanderer nicht zu herausfordernde Strecke herausgesucht hatte, starteten wir pünktlich um 07:30 Uhr gen Garmisch. Unsere Reise wurde jedoch nach wenigen hundert Metern bereits unterbrochen, da stärkendes Futter zum vollkrümeln des (Miet)Wagens eingekauft werden musste 😉 Anschließend stoppten wir noch kurz in der Studentenstadt, um einen indischen Arbeitskollegen einzusammeln.

Mit multikultreller Verstärkung begaben wir uns also zügig in Richtung Süd-Westen und sahen die lockenden Berge dabei schnell näher kommen. Ein Blick auf das TomTom bestätigte das, was schon einige Tage zuvor angesagt war: Absolut traumhafte Bedingungen für eine Wanderung durch die bayerische Frühlingsidylle.

Vorschau: Für Details weiter lesen!

Rund 90 Minuten später erreichten wir dann auch planmäßig unser Ziel und fanden einen fast völlig leeren Parkplatz direkt an der Skisprungschanze vor. Trotzdem entschied sich Teichi dazu die 2,50€ Parkgebühren für 12h zu sparen und eine wenig frequentierte Seitenstraße als Stellplatz auszusuchen 😉 Schnell waren die erforderlichen Dinge zusammengepackt und dann konnte unsere rund 12km lange Wanderung über den Wamberg, Graseck und die Partnachklamm auch schon starten.

Vorbei ging es – wie schon erwähnt – zunächst an der Skisprungschanze, die fast schon unwirklich in der Landschaft steht. Obgleich wir die Arena in Oberstdorf – mit Hinblick auf die thronende Lage über der Ortschaft – abermals imposanter fanden, kam auch hier Bewunderung für die mutigen Athleten auf. Mit Hilfe der hervorragenden Streckenbeschreibung von Outdoor Active und der Routenverfolgung unseres Garmin Oregons fanden wir schnell die richtigen Pfade in Richtung Wamberg. Nach ca. 1km verließen wir die Ortschaft und die vor uns liegenden Wege wurden gleichzeitig steiler und schmaler.

Auf gut  beschaffenen Trails legten wir die ersten ca. 150 Höhenmeter zurück und brachten unser Blut dabei das erste mal einigermaßen in Wallung 😉 Dabei wurden wir jedoch stets durch den phantastischen Ausblick in Richtung der von der Sonne angestrahlten Berge unter einem Rittersport-Vollmilchblauen Himmel motiviert. In Kombination mit den grünen Wiesen, die größtenteils bereits durch ein Meer von Löwenzahn überzogen wurden, bot sich uns ein wahrlich frühlingshafter Anblick.

Sonne, Berge, Abgeschiedenheit

Kilometer um Kilometer schwand dahin und entgegen unserer Erwartungen waren wir fast völlig allein auf diesen malerischen Pfaden oberhalb von Garmisch. Einziger Wermutstropfen: Der Almauftrieb stand noch bevor, so dass wir auf den saftigen Wiesen (noch) keine Kühe im Wind bewundern konnten 😉

In unregelmäßigen Abständen – oder wenn es die Beschaffenheit der Wege bzw. deren Neigungswinkel gerad verlangte – stoppten wir und bewunderten immer wieder die tollen und fast schon unwirklichen Impressionen der schneebedeckten Berge bei deutlich über 20°C. Rund um uns herum nur malerische Wiesen, sanfte Hügel und allgegenwärtig das muntere Zwitschern der Vögel – so stellt man sich eine Alpenwanderung vor. Als wir dann zwischendurch auf rund 1000m auch noch auf einige Reste Altschnees stießen (für unseren indischen Begleiter der erste Kontakt mit Schnee überhaupt) war das von Kontrasten geprägte Bild perfekt.

Bergpanorama mit Blick auf Garmisch

Die letzten Kilometer auf dem Weg zur Bergwirtschaft – unser Zwischenziel – fand ich landschaftlich besonders schön. Ein malerischer, gut ausgetretener Weg schlängelte sich durch die Alm und führte uns direkt zum verdienten Radler. Selbiges nahmen wir im kühlenden Schatten glücklich zu uns und lauschten dabei dem beruhigenden Mähen der Bergschafe – „Life could be worse“ wie Teichi passenderweise zusammenfasste. Nach rund 1,5h gelang es uns Dani von den Schafen zu trennen und unsere Wanderung wieder zurück in Richtung Garmisch fortzusetzen. Dabei wurde schnell klar, dass die Wege hier deutlich frequentierter waren und von sehr vielen naturbegeisterten Mitmenschen aufgesucht wurden.

Bilderbuchidylle
Pausenimpression sponsored by Teichi

Wirklich beeindruckt war ich von dem in auffälligen gelb gekleideten Wanderer, den wir aus einiger Entfernung als Postmitarbeiter belächelten. Wie sich Augenblicke später herausstellen sollte, hatte er nicht nur ein Posthorn auf seiner Jacke aufgedruckt sondern auch einige Briefe unterm Arm – damit rechnet man nun wirklich nicht (und fragt sich was passiert, wenn hier oben ein LCD-Bildschirm geliefert werden soll).

Nach ca. 8km dachten wir eigentlich den schönsten Part der Wanderung bereits gesehen zu haben und nun auf ähnlichen Pfaden zurück in Richtung Auto zu wandern. Tatsächlich wandelte sich das Bild der Natur aber recht schnell, als wir uns plötzlich der rund 80m tiefen Partnachklamm näherten. Auf kleinen, serpentinenartigen Pfaden kamen wir dem Flüsschen rasch näher und spätestens als wir von einer Brücke aus in die Tiefe schauten, waren wir vollends begeistert.

Zu viert (+1) in der Partnachklamm (auch sponsored by Teichi)

Gemeinsam mit vielen anderen Naturbegeisterten bahnten wir uns den Weg zurück ins Tal, vorbei an einigen kleineren Wasserfällen und stets begleitet vom lautschen Rauschen des Wassers. Unten angekommen landeten wir Mitten im Trubel des üblichen touristischen Ansturms an einem derart perfekten Frühlingstag. Die letzten Kilometer auf dem Rückweg zum Auto verkürzten wir dann durch ein leckeres Eis und erreichten so gestärkt nach rund  5h erneut die Skisprungschanze.

So ging unsere wirklich tolle und absolut machbare Wanderung viel zu schnell zu Ende. Insgesamt lag ein unerwartet beeindruckender Tag mit vielen Impressionen hinter uns, die man als unbedarfter „Fremdling“ in deutschen Gefilden gar nicht erwarten würde.

Den Tagesabschluss bildete übrigens – vor dem abendlichen Grillen – wieder mal ein Besuch am Feringasee. Wie gesagt: Life could be worse 😉

Zum Wohl!

Abschließend noch die GPS-Aufzeichnung unserer Wanderung, bei der wir ca. 600 Höhenmeter überwunden haben:
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Für weitere Fotos verweise ich diesmal übrigens an Teichi: Klick.