Pimp my Wohnzimmer: Anschaffung und Aufbau unserer Hifi-Anlage

Manche Wünsche im Leben trägt man wirklich lange mit sich rum, erwägt mehrmals die Umsetzung, zweifelt dann und verwirft sie doch wieder .. manchmal ganz kurz vor den entscheidenden Schritten. Bei mir war die Anschaffung einer „Heimkinoanlage“ (was immer man darunter nun genau verstehen mag) so ein Wunsch. Seit Jahren schiele ich neidisch auf das System meiner Eltern, wühle mich immer mal wieder durch die bzw. das einschlägige Forum und versinke dann in längerem Grübeln.

Dieses mal war es eigentlich nicht anders .. allerdings etwas unbeschwerter. An einem Sonntagnachmittag kamen wir ein weiteres mal im Rahmen einer lockeren Plauderei auf das Thema und malten uns aus, wie toll es wäre, wenn wir endlich auch richtig begeisternde Soundeffekte zum abendlichen Film- und Seriengucken hätten. Anlass war primär ein Ausfall unseres Internetradios (mochte ausgerechnet unseren Lieblingsstream nicht mehr .. alles andere ging), der uns irgendwie doch nervte. Auf Grund von freundschaftlichen Empfehlungen hatte ich auch recht schnell einen möglichen Lieferanten sowie ein ungefähres Budget im Kopf .. soweit war noch alles ganz einfach und unkompliziert.

Schnell war eine E-Mail an den Shop verfasst: Raumgröße ca. 35m2, davon zu beschallen sind in etwa 20m2, wir bevorzugen dunkle Materialien, ein 5.1 System ist favorisiert, Internetradio und HDMI-Passthrough stehen ebenfalls auf der Wunschliste. Wie das so ist verbrachte ich die Zeit nach der Mail mit einer fixen Recherche und fand im Pioneer VSX 527 schnell einen Receiver, der unseren Ansprüchen weitestgehend entsprechend sollte. Als Sub(woofer) fand ich an vielen Stellen den JBL ES250PW als klare Empfehlung .. und erfreute mich an Anwendererfahrungen wie „Karton wie eine Waschmaschine“, „Gänsehaut“ und „richtig Druck“.

Am nächsten Morgen rief dann auch der favorisierte Händler zurück, stellte noch ein paar Fragen um dann 10 Minuten später mit einem Komplettpaket um die Ecke zu kommen. Um an dieser Stelle etwas abzukürzen: Das Gesamtpaket war von den empfohlenen Komponenten, dem Design und auch dem Gesamtpreis schlicht absolut unattraktiv. Ich bat dann noch um Zusendung einer Alternative („die Farben wirken nur auf dem Foto blöd .. ich photoshope Ihnen das“), welche jedoch eher noch schlechter war.

Spätestens hier endete der einfache Teil: Aus meiner einfachen Grundvorstellung „Der baut uns ein schönes Paket, das preislich attraktiv ist“ wurde ein „Such dir selbst was Passendes zusammen“. Kurze Zeit nach diesem Paradigmenwechsel begann dann auch die partnerschaftliche Diskussion, die wohl jeder Anschaffung einer HiFi-Anlage voraus geht: „Schatz .. die großen Boxen sehen aus wie von vor 20 Jahren. Ich will so kleine .. Bose zum Beispiel“. Wie eingangs erwähnt, habe ich mich ja schon mehrfach mit der Thematik beschäftigt .. und war daher weder für Bose noch für kompakte Lautsprecher zu haben. Die folgenden zwei Tage verbrachte ich also auf allen mögliche und unmöglichen Testseiten und durchforstete die einschlägigen Foren und Beratungsbeiträge, bis ich endlich ein System fand, dessen WAF (Woman acceptance factor, siehe Wiki) erstaunlich hoch war. Die Bestenliste von hifitest.de sah die von mir favorisierte Serie – Canton GLE (mocca / weiß) – zudem im Oberklasse-Bereich .. warum also nicht.

Ein halbes DHL-Fahrzeug nur für uns..

An dieser Stelle könnte man denken: Super .. favorisierter Subwoofer, Receiver / Verstärker und Boxen sind identifiziert .. jetzt kann es ja los gehen. Nein, weit gefehlt. Denn nun musste erstmal die Frage geklärt werden: Veraltete Version 1 des Systems oder doch die neuere aber teurere Version 2. Außerdem gab es sowohl für vorn (GLE 470.2 vs. GLE 490.2) als auch für hinten (GLE 420.2 vs. GLE 430.2) zwei mögliche Alternativen. Um auch hier wieder etwas abzukürzen: Letztendlich wurden es zwei GLE 490.2, zwei GLE420.2 sowie der GLE455.2 als Center. Durch einen großen Zufall haben wir das System für lediglich 150€ Aufpreis im Vergleich zur älteren Version bekommen (war wirklich ein gutes Angebot; zudem mit günstigem Versand) und damit die ursprüngliche Gesamtpreiskalkulation sogar noch unterboten.

Nun war ich eigentlich erstmal zufrieden: Die Boxen sollten 4-5 Tage Lieferzeit haben, aber alles war in Sack und Tüten. Mir sollte also Zeit zum Durchatmen und zur Recherche der restlichen Komponenten bleiben. Da die Versandbestätigung (Mittwoch Abend bestellt) aber bereits Donnerstag früh eintraf, mussten wir an eben jenem Tag doch noch alle weiteren Komponenten bestellen. Der abendliche Besuch im lokalen Saturn machte es uns hier jedoch nicht eben leichter, da ich zum einen von der Größe der (in silber) gezeigten Boxen geschockt war und zudem die Haptik des avisierten Receivers absolut grausam war (eiernde Drehregler links und rechts). Wir fummelten und also durch die HiFi-Abteilung, fuhren nach Hause und grübelten. Am Ende lautete die Diskussion Pioneer VSX 527-K, vs Onkyo NR414 vs. Yamaha RX-473. Allesamt aus der 2012er Generation, allesamt eher Einsteigersegment (5.1) aber mit Stärken im Multimediabereich. Die oft diskutierten Features „tolle iPhone App“ und „AirPlay“ waren mir zunächst gar nicht so wichtig (dazu später mehr), dafür fand ich das automatische Einmesssystem (nur Pioneer und Yamaha) interessant und freute mich das vTuner-basierte Internetradio. Nach langem Grübeln entschlossen wir uns mit dem Yamaha für das Gerät, was wir bisher am wenigsten im Fokus hatten. Dafür sollte es mit gut bewerteter App, Airplay, Internetradio und Einmesssystem eigentlich alle Anforderungen erfüllen.

Auch beim Sub kämpfte mein Herz länger gegen meinen Verstand, bevor mich Dani zur Bestellung der Waschmaschine drängte („der verschwindet doch eh hinter der Couch“). Ansonsten fehlten noch Kleinigkeiten wie Kabel und Wandhalterungen; eine Bitstreaming-fähige Grafikkarte erwarb ich bereits wenige Tage zuvor in Form einer passiv gekühlten Nvidia GT520 (absolut empfehlenswert!!). Es war also Mittwoch Abend, 7 Pakete von 4 Händlern waren auf dem Weg zu uns und wir würden das Wochenende nicht da sein.

So konnten wir am Donnerstag vor unserer Abreise nur noch schnell die Boxen aus dem Hausflur in unsere Wohnung wuchten (und kurz die Farbe sichten .. genial), bevor wir uns in eine kurze Auszeit verabschiedeten.

Am Freitag bzw. Samstag kamen dann tatsächlich alle bestellten Komponenten an (hätte ich nicht erwartet) und warteten am Sonntag Abend ganz brav im Hausflur. Schnell brachten wir alles in Sicherheit und machten uns dann eifrig ans „Unboxing“. Bevor es hier jedoch so richtig losgehen sollte, entschieden wir uns dazu den HTPC ein Fach im Lowboard nach links ziehen zu lassen. Diese nette Aufwärmübung ging uns schnell von der Hand und sollte (später mehr) Platz für den Center-Speaker schaffen. Anschließend packten wir den erstaunlich leichten aber optisch und haptisch ansprechenden Verstärker aus und stellten die riiiiesigen, 106cm hohen Frontlautsprecher auf. Die kurzen Wege zwischen den einzelnen Komponenten waren schnell mittels entsprechender Kabel überbrückt, wobei wir uns als Profihandwerker darauf beschränken mussten die Isolierung mit einer Schere zu entfernen (mit Abisolierzange kann das doch jeder). Spontan mussten wir dann auch noch die Netzwerktopologie um einen Switch erweitern, da nun neben dem HTPC auch der Receiver Zugang zum Netzwerk erhalten sollte. Augenblicke später sprang der Receiver mit einem prägnanten „Klack“ an und zauberte sein Menü via HDMI auf den Fernseher. Ebenso fix gelang es via iPhone App (schick, stabil, intuitiv, relativ umfangreich) den ersten Webradio-Stream aufzurufen und die Membranen des Frontsystems in Schwingung zu versetzen. Soweit so gut .. aber nun war ich natürlich neugierig.

Dani beim Abisolieren

Eilig befreiten wir den unterwartet schicken, knapp 20kg schweren Subwoofer aus seinem Karton und verwandelten unsere Wohnung damit noch ein wenig mehr in eine Chaoslandschaft. Dank des Funkmoduls war das gute Stück schnell mir Strom und passendem Signal versorgt und beim nächsten Aufruf des Webstreams trat ein sehr breites Grinsen in mein Gesicht. Gelassen aber doch prägnant untermalte der JBL Basslautsprecher „Tage wie diese“ und ich war das erste mal richtig begeistert. Diese Faszination setzte sich fort, als ich mit wenigen „Klicks“ bzw. Fingerbewegungen via AirPlay jeden beliebigen Titel meines iPhones über die Anlage wiedergeben konnte. Keine Konfiguration von IP-Adressen etc. .. einfach nur „Tapp, Tapp, Los“.

Micha bei den ersten Gehversuchen

Na gut, da noch viel vor uns lag, schalteten wir das ganze System wieder aus, das alte Webradio wieder an und packten den nächsten Karton aus, welcher den Center-Speaker beinhaltete. Überraschenderweise enthielt die Verpackung deutlich weniger Packmaterial als erwartet, so dass ich von der Größe der Box doch recht überrascht war. Es ging allerdings nicht nur mir so, denn auch unser Low-Board zeigte sich derart schockiert, dass es den Center einfach mal nicht aufnehmen wollte. In einer spontanen Krisensitzung entschlossen wir uns notgedrungen dazu den Center unter den Verstärker (wodurch er leider nicht ganz mittig steht) zu verfrachten, weshalb der HTPC dann auch wieder umziehen durfte (favorisierte ich sowieso, da die Lüftung am neuen Standort nicht ideal gewesen wär).

Fertig aufgebautes Frontsystem

Als diese Krise überwunden war, galt es die hinteren Boxen zu verkabeln. In diesem Kontext dann gleich die nächste Überraschung: Der Subwoofer passte nicht bzw. nur extrem suboptimal hinter die Couch. Auch hier improvisierten wir spontan und stellten das gute Stück testweise neben der Vitrine und damit ganz präsent auf. Mir gefiel das gut und auch Dani konnte sich mit der Lösung anfreunden. Etwas herausfordernd war noch die Verlegung des Stromkabels (hätten wir ergänzend noch ein Cinch-Kabel verlegen müssen, wär die Option gar nicht möglich gewesen), welche jedoch erfreulicherweise ganz knapp gelang. Wenige Minuten später zeigte sich übrigens das unsere Funksteckdose die Lösung weniger toll fand. Es handelte sich dabei um ein Modell das prinzipiell „Dimming“-fähig ist und die 400 Watt (RMS) des Subs wohl nicht mochte 😉 (die nicht dimmfähige Version verträgt diesen Einsatz jedoch seit Tagen).

Der Sub an seinem neuem Premium-Stellplatz

Die letzten Schritte zur Komplettierung des Systems gingen dann flott von der Hand und nach wenigen Minuten waren alle Boxen (zumindest provisorisch) verkabelt. Insgesamt drei Stunden seit „Baubeginn“ waren vergangen, und während Dani mit der Beseitigung des Chaos begann, erfreute ich mich testweise an den ersten Minuten „Iron Man“. Das Ergebnis war ebenso begeisternd wie einige Stück aus Grönemeyers Zwölf. Ohne jegliche Einmessung lieferte das System trotzdem sehr feine Details und einen insgesamt stimmigen Klang. Nach kurzer Bastelei gelang dann auch das Bitstreaming am HTPC zu aktivieren, was mein Wunschsetup quasi komplettierte. Wir waren ziemlich fertig, als wir uns mit einer Serie zum Abschluss des Tages belohnten.

Hervorragende Universal-App mit dedizierter Horizontal- und Vertikaldarstellung

Am nächsten Tag galt es zunächst ein paar Kleinigkeiten zu erledigen: HDMI-Passthrough war ebenso schnell aktiviert, wie ich am Fernseher sowie am Receiver HDMI-CEC einrichtete (Lautstärkeregelung mit der TV-Fernbedienung, sobald der Verstärker eingeschaltet ist). Bei dieser Gelegenheit schaltete ich auch gleich noch die Eco-Funktion des Receivers ein .. warum auch nicht. Augenblicke später verliebte ich mich ein weiteres mal in AirPlay: Während ich am PC im Arbeitszimmer in iTunes rumklickte, fand ich auch hier die entsprechende Funktion um Inhalte direkt an die Anlage zu schicken. Mit nur einem Klick schaltete sich selbige ein und spielte fortan klaglos die Tracks aus iTunes inklusive die Möglichkeit zur Lautstärkeregelung ab. Hier zeigte sich, dass ich im Anschaffungsprozess den wenigsten Wert auf eben jene Features gelegt habe, die mir plötzlich am wichtigsten erscheinen.

Vogels VLB 200 Unboxing

Als letzter Part der Aufbau unserer Anlage stand noch der Zusammenbau nebst Montage der Wandhalterung (Vogels VLB 200) für die hinteren Lautsprecher auf dem Plan. Laut Kritiken bei Amazon sollte dies irgendetwas zwischen 30 Minuten und einer halben Ewigkeit dauern. In der Realität trifft leider eher die letztgenannte Zeitangabe zu. Eigentlich gestaltete sich der Zusammenbau trotz weitestgehend wortkarger Anleitung gar nicht so schwierig .. doch wir liefen in so ziemlich jede denkbare Falle. So zeigte sich erst recht spät, dass wir die Kabelführungen in den Schienen nicht verwenden konnten. Vorher mussten wir die Verkleidungen der Halterungen in mehrfachen Durchläufen „zurecht pfeilen“, bevor unsere 2×2,5mm2 Kabel sich darunter verstecken lassen wollten. Das wir ultimativ noch mehrere Anläufe brauchten um eine leichte Erhöhung der Lautsprecher zu basteln und einen Schutz gegen die fiesen Fixierschrauben (diese wollen sich in das Boxengehäuse boren) finden mussten, sei nur am Rand erwähnt. Insgesamt benötigten wir ca. 2,5h für die erste Box .. und 30 Minuten für die Zweite. Die Halterungen finde ich insgesamt relativ ansprechend, wenn gleich wir durch den seitlichen Neigungswinkel eigentlich ca. 1m weiter vorn sitzen müssten (wäre HiFi-technisch eh empfehlenswert .. aber man kann nicht alles haben).

Surroundboxen mit fertiger Montage (bei diesem Exemplar hat sich das Gitter leicht verschoben, Verbesserungspotential vorhanden)

Anschließend konnten wir nach insgesamt 6h die automatische Einmessfunktion nutzen, das Chaos beseitigen und verdientermaßen in die Genussphase starten.

Zur Dokumentation unserer Mammutaufgabe habe ich dieses mal testweise zwei Zeitraffer-Videos erstellt .. sicherlich keine Blockbuster, aber durchaus unterhaltsam 😉

Tag 1: Boxen, Verstärker, Subwoofer

 

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Tag 2: Vogels VLB 200 Wandhalterungen

 

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ZBOX ID82: Wir basteln einen Mini-PC

Wer mich kennt (oder die wenigen IT-Beiträge hier im Blog in den letzten Jahren verfolgt hat), weiß, dass ich eine Schwäche für unkonventionelle, manchmal nicht ganz vernünftige und allgemein eher außergewöhnliche Gadgets habe. So musste unsere ESXi-Whitebox zu Virtualisierungszwecken unbedingt in ein quadratisches Lian Li-Gehäuse gepfercht werden (für einen Server nicht unbedingt gewöhnlich), im Wohnzimmer dient ein HTPC  für alle Multimediaaufgaben und mein Heimrechner versteckt sich in einem „Ich bin leise“-Gehäuse.

Vor dem Hintergrund dieser Historie ist es sicherlich nicht schwer zu ahnen, dass ich seit geraumer Zeit auch mit einem Mac mini liebäugle. Leider gibt es keinen wirklich praxisnahen Verwendungszweck um das Gerät und mich zusammenzubringen: Mein Heimrechner dient (primär) dem ein oder anderen Spiel, unterwegs nutze ich ein Notebook und zwischendurch ein iPhone oder iPad. So blieb mir der Wunsch nach einem kompakten, leisen und einfach faszinierenden Desktop-PC lange verwährt. Es gab aber Hoffnung am Horizont: Der Rechner meiner Eltern wurde zunehmend langsamer und im Vergleich zur heimischen IT-Infrastruktur wollte ich bei der Arbeit mit besagtem Gerät am liebsten zu einem Schallschutzkopfhörer greifen. Das deutlich vernehmbare Rattern der mittlerweile recht betagten Festplatten verstärkte mein Vertrauen in eben jenes System ebenfalls nicht.

Zur Ablösung dieser „Kiste“ erwog ich daher schon seit fast einem Jahr die Anschaffung eines Nettops: Notebook-Technik, kompakte Abmessungen, günstige Anschaffung .. könnte gut passen. Weniger ermutigend fand ich die verfügbaren Benchmarks der Geräte, welche allesamt auf eine katastrophale CPU- und Grafikperformance hinwiesen. Ein wenig Vernunft muss schon sein, so dass ich mir (da kommt der Berater durch) Gedanken zum Use Case gemacht hab: Hochauflösende Flash-Videos und eine Runde Moorhuhn-Remake, sowie gelegentliches Blättern im riesigen, digitalen Fotoarchiv trafen auf wenig ressourcenintensive Standardaufgaben wie Office, Thunderbird und Chrome. Alles in allem also ein Zwiespalt zwischen „wenig Leistung reicht“ und „a bisserl mehr geht immer“.

Eben diesen Konflikt schien Zotac im Rahmen der Cebit 2012 mit der Vorstellung der IDBox 82 zu lösen. Dieses kompakte Gerät verfügt im Gegensatz zu den meisten anderen Nettops über eine relativ leistungsstarke CPU vom Typ Core i3 (2330m, 2x 2,20 GHz), welche von einer OnBoard-Grafik in Form des Intel HD3000 Chipsatzes unterstützt wird. Erste Benchmarks bei Tomshardware.de bescheinigten dem Gerät eine hervorragende Performance (zumindest den avisierten Aufgaben gegenüber), weshalb sich hier alle meine Anforderungen in einer kleinen Kiste zu konzentrieren schienen.

Gab es nur noch zwei Probleme: 1. Der vergleichsweise unerfreuliche Preis, 2. Die schlecht Verfügbarkeit. Da 2. langsamer besser wurde als ich bereit war 1. zu akzeptieren, dachte ich zwischendurch über einen selbstständigen Nachbau der Lösung nach (Board, CPU und co gibt es ja regulär zu kaufen). Leider war die Verfügbarkeit auch hier eingeschränkt und der Kostenaspekt ebenfalls eher suboptimal .. die Mühe hätte schlicht nicht gelohnt. Irgendwann Mitte Juni war es dann aber soweit: Die üblichen Verdächtigen des Online-Handels meldeten eine kurzfristige Verfügbarkeit des Produkts. Nach kurzem Grübeln setzte ich dann auch eifrig eine Bestellung für den „Barebone“ (Festplatte und RAM mussten noch manuell ergänzt werden) ab. Ich entschied mich an dieser Stelle bewusst gegen das fertige Produkt ZBOX ID82 Plus, da dieses (meiner Meinung nach völlig unzeitgemäß) auf eine klassische 300GB Magnet-Festplatte setzte.

Normalerweise bastle ich unsere Rechner ja alle selbst, so dass die Zusammenstellung von RAM und Festplatte zumindest ein wenig „Restspannung“ bot. So entschied ich mich nach kurzer Überlegung für eine 128GB große SSD von SanDisk sowie 2×2 GB RAM (Hochrechnungen ergaben, dass meine Eltern einfach nie von 8 GB profitieren würden). Nach nur 2 Tagen konnte ich das knapp 500€ teure Gesamtpaket vom lokalen Händler (Computeruniverse) abholen und mich nach dem ersten Öffnen der Box zu Hause über die faszinierenden Abmessungen sowie den tollen Lieferumfang freuen: Wand/Vesa-Halterung, Standfuß, DVI auf VGA-Adapter, Schrauben zur Montage, WLAN-Antenne, Empfänger für eine Fernbedienung und natürlich eine Windows Media Center kompatible (sehr angenehm anzufassende) Fernbedienung warteten darauf ausgepackt zu werden. Der Ersteindruck war hier insgesamt sehr positiv und auch die ZBOX selbst weiß in Form und Gestaltung durchaus zu begeistern. Klar handelt es sich nicht um einen durchgestylten Mac mini, dafür verfügt das Gerät mit einem integrierten Kartenleser und insgesamt 6 USB Anschlüssel (davon 2x USB 3.0) über einen hohen Nutzwert. Auch die integrierten SATA 6G Anschlüsse empfand ich mit Hinblick auf die Systemperformance ebenso wie die 2 DDR3 Bänke sehr positiv.

Schlicht, aber nicht plump

Der weitere Zusammenbau des Systems gestaltete sich dann wie erwartet sehr einfach und ging leider viel zu schnell vorbei: Gehäuse mittels Rändelschrauben öffnen, Abdeckung aufschieben, SO-DIMMs einklippsen, Fixierung der Festplattenhalterung öffnen, SSD einklippsen, Fixierung schließen, Gehäuse schließen, fertig. Alles in allem ein nicht mal 10 Minuten dauernder Prozess. Anschließend schloss ich mein USB-DVD-Laufwerk an und installierte wie gewohnt Windows 7. Weniger gewohnt: Die USB 3.0 Ports, die integrierte WLAN-Karte sowie die Netzwerkkarte (sowie ein paar andere unwichtige Geräte) wurden von den integrierten Treibern nicht erkannt. Das erste mal seit ca. 3 Jahren musste ich Treiber auf einem zweiten Rechner herunterladen, bevor ich das kleine Kistchen überhaupt ins Netz bekam. Dafür lief ansonsten alles sehr schnell und zumindest weitestgehend so leise, wie ich es erwartet hätte.

Fertig zusammengesetztes Innenleben

Insgesamt muss man sich aber in jedem Fall darüber bewusst sein, dass in der ZBOX Notebooktechnik steckt. In der Praxis bedeutet dies, das der Lüfter  relativ klein ist und im Bedarfsfall spontan und hörbar aufdreht. Dies ist nicht wirklich störend und erzeugt eine Geräuschkulisse, die z.B. mit meinem HP Elitebook 8560p vergleichbar ist. Beim ruhendem Desktop ist das Gerät beispielsweise nahezu unhörbar. Bedingt durch die SSD (deren Firmwareupdate übrigens mittels intuitiv bedienbarem Windows-Tool sehr schnell durchgeführt werden kann), bootet das Gerät natürlich sehr schnell (ca. 12 Sekunden vom Anschalten bis zum fertigen Desktop) und fühlt sich auch sonst im Alltag äußerst performant an. Alle avisierten Aufgaben (Moorhuhn, Full-HD-Videos auf YouTube, Blättern in der Bilderbibliothek) lassen sich sehr angenehm, schnell und wie erwartet bewältigen. Die Idee der Wandmontage mussten wir jedoch verwerfen, da die doch recht zahlreichen Kabel eine optisch ansprechende Montage unwahrscheinlich erscheinen ließen.

Wie so oft zeigte sich bei der praktischen Verwendung nach wenigen Minuten dann doch ein erstes (und bisher ungelöstes) Problem: Die USB 3.0 Ports reagieren gar nicht gut auf den Energiesparmodus. Selbigen benötigt man zwar nicht wirklich, da die ZBOX fast so schnell bootet, wie sie aus dem Standby erwacht .. aber letztendlich möchte man ja doch alle Funktionen nutzen können. Konkret stellt es sich übrigens so dar, dass an den USB 3.0 Ports nach einem Nickerchen keine Geräte mehr erkannt werden. Teilweise verschwand der gesamte Controller aus dem Geräte-Manager, was auch über Ab- und Anschalten im BIOS nicht gelöst werden konnte. Im Netz gibt es hierzu allerlei Empfehlungen (Energiesparmodus der Ports deaktivieren etc.), die jedoch nicht zielführend waren. Ich glaubte bereits die Störung durch ein Firmware-Update des NEC Chips gelöst zu haben, was jedoch nur bis zum nächsten Abstecher in den Standby-Mode half. Abschließend müssen wir die USB 3.0 Energiesparthematik vermutlich bis zu einem weiteren Treiber- und/oder Firmwareupdate aussitzen (temporäre Lösungsansätze wären natürlich die Unterdrückung oder Umschaltung des Standby-Modus).

Insgesamt finde ich die ZBOX nach wie vor als eine empfehlenswerte Lösung, die ich so jederzeit wieder einsetzen würde. Das System ist insgesamt stimmig, bietet ausreichend Leistungsreserven (in Abhängigkeit davon, was man damit vor hat) und funktioniert mit sehr wenig Bastelaufwand genau wie gewünscht. Die kleineren Schwächen sind vertretbar und werden durch den bzw. die Hersteller hoffentlich demnächst behoben. In jedem Fall stellt die ZBOX einen im Vergleich zum davor eingesetzten Rechner einen gigantischen Sprung in Sachen Lautstärke und Geschwindigkeit dar .. und ich konnte mir einen lange geplanten Wunsch erfüllen 😉

Erste Erfahrungen mit E-Mobilität: Ein halber Tag auf Pedelecs

Mit einigen Dingen im Leben verbindet man ja häufig gewisse Assoziationen und Gefühle. Rosen -> Liebe, Sommer -> Warm, Urlaub -> Erholung .. und so weiter. Wer dieser Herleitung einigermaßen kritisch gefolgt ist, wird sicher schon auf den Gedanken gestoßen sein, dass nicht jeder Urlaub erholsam und nicht jeder Sommer warm ist.

Dieser Beitrag soll von einer weiteren Fehlassoziation berichten: E-Bike -> Komfort (oder auch E-Bike -> Völlige Entspannung) 😉

Doch ein paar Schritte zurück: Anlässlich unseres 5 jährigen Jubiläums und guter Wetteraussichten beschlossen wir mal wieder etwas Neues zu versuchen und eine schöne Fahrradtour zu planen. Diese wollten wir jedoch mit etwas „Komfort“ verbinden und in diesem Zusammenhang nun endlich einmal elektrische Fahrradräder (auch Pedelecs genannt) ausprobieren. Gesagt, getan .. schnell fanden wir im näheren Umkreis gleich zwei Vermietstationen mit sehr fairen Konditionen (pro Tag 25€, 3h für 12,50€).

Da das Wetter am eigentlich von uns favorisierten Tag dann doch erstaunlich schlecht war und sich mehrmals durch starke Regenschauer überraschend fahrradunfreundlich zeigte, beschlossen wir das Jubiläum eher mit Shopping zu verbringen und „die große Reise“ auf den Folgetag, einen goldenen Sonntag zu verlegen. Am späten Abend kümmerte sich Dani dann mit einem speziellen Fahrradroutenplaner (mangels schöner Streckenvorgaben auf den einschlägigen Portalen) auch fix um die Vorbereitung unseres Tages in der Natur und klickte eine entspannte Tour über ca. 50km zusammen („das Höhenprofil sieht ganz in Ordnung aus“). Nach fünf Jahren vertraut man sich natürlich und so gingen wir vorfreudig ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es dann nach einer stärkenden Mahlzeit gen Königsstein, wo wir unsere Pedecels inmitten eines Stadtfestes abholen durften. Der freundliche Herr der lokalen Information war sehr locker, übergab uns fix die Fahrräder (nebst Einweisung) und wünschte uns anschließend viel Spaß. Während ich noch dabei war den Boliden auf meine Größe zu justieren, drehte Dani bereits ihre ersten Runden. Augenblicke später summten wir dann auch los .. um keine 20m später zu stoppen. Die minutiöse Feinplanung der Reiseroute (Er: „Ich möchte wetten, dass wir gleich zu Beginn verwirrt in der Botanik stehen.“ Sie: „Nein, nein .. ich weiß genau wo es lang geht“) hatte offenbar doch noch kleine Schwächen.

Während wir also mit Blick auf unser Garmin noch heftig diskutierten in welcher Reihenfolge wir die ca. 50km unter die Räder nehmen sollten (50km ist rein zufällig auch die prognostizierte Reichweite mit einer Akkuladung), sprach uns auch schon ein freundlicher Passant an. Er hätte auch schon eine Tour mit diesen E-Mobilen unternommen und könne uns nur dringend zu Ersatzakkus raten – andernfalls „war es das nach 2h“. Mit Hinblick auf das nicht unerhebliche Gewicht der Batterien und dem Vertrauen in die schöne neue Technik dankten wir ihm freundlich .. und summten dann los. Bereits auf den ersten Metern fiel hierbei die Anfahrunterstützung extrem positiv auf. Man betätigt das Tretlager keine Viertelumdrehung und schon fährt man spielend einfach 10 – 15km/h. Durch diese elektrische Unterstützung fühlt man sich auch als Fahrradfahrer durchaus wohl im Straßenverkehr und mutiert vom chronischen Hindernis an der Ampel zum unauffälligen Teilnehmer im allgemeinen Fluss.

(Trügerische) Idylle

Nach einigen Minuten erreichten wir dann weniger befahrene Nebenstraßen und das „ganz lockere Höhenprofil“ manifestierte sich in einer ersten, heftigen Steigung. Unter mir summte es eifrig und nachdem sich die ersten Schweißperlen auf der Stirn bildeten, selektierte mein linker Zeigefinger lässig das Unterstützungsprofil „High“. Augenblicklich summte es noch etwas lauter und der Widerstand unter meinen Füßen verschwand. Gleichzeitig schnellte die Momentanverbrauchsanzeige des durchaus interessanten Bordcomputers in ungekannte Höhen und erreichte zügig das Maximum. Okay, falls es so weitergeht, könnte es mit den 50km knapp werden .. aber hey, kein Problem, es geht ja sicher auch wieder Berg ab und dabei kann sich der Akku wieder brav aufladen.

Die Schaltzentrale

Die „optimistische“ Routenplanung führte uns nach ca. 3km auf einen nicht mehr vorhandenen Waldpfad. Um dieser potentiellen Bedrohung zu entgehen, entschlossen wir uns spontan zu einer ersten Abweichung vom Plan (in der Retrospektive so etwas wie der Anfang vom Ende) und wählten statt des nicht mehr vorhandenen Weges einen kleinen, schlammigen und steinigen Pfad. Leicht gequält kämpfte sich das City-E-Bike durch den losen Untergrund und verlor immer wieder die Haftung an Vorder- und Hinterachse. Kein Problem, man kann nicht immer gewinnen .. und der Tag war ja noch jung.

Diese durchaus optimistische Einschätzung wurde abermals gedämpft, als nach weniger als 4km auf dem Tageskilometerzähler der erste (von fünf Balken) meines Akkus auf Nimmerwiedersehen verschwand. Von einem Augenblick auf den anderen war er dahin .. und ich überschlug im Kopf schnell, was dies für unsere Tour insgesamt bedeuten könnte (1 Balken = 4km, 5 Balken = 20km, geplant = 50km .. nicht gut). Wie dem auch sei .. mutig setzen wir unsere Tour fort, stoppten an jeder Kreuzung, kämpften mit der auf dem Garmin gespeicherten Route (da fällt mir wieder ein, das Dani diese keine 2km von zu Hause entfernt auf der Anreise „aus Versehen“ gelöscht hat .. vielleicht ein höheres Zeichen) und hofften auf bessere Streckenabschnitte. Diese wurden uns jedoch verwährt, da der Online-Fahrradroutenplaner uns größtenteils über kurvige Bundesstraße mitten im Taunus schicken wollte .. keine gute Idee.

An dieser Stelle vielleicht ein kurzer Eindruck vom Fahren mit dem E-Bike, welches sich doch recht deutlich vom Umgang mit einem herkömmlichen Fahrrad unterscheidet. Während man beim klassischen Drahtesel die Abhängigkeit von Geschwindigkeit, „Schwergängigkeit des Tretlagers“ und Trittfrequenz ja durch die Gangschaltung gut und intuitiv beeinflussen kann, funktioniert dies beim Pedelec doch ganz anders. Versucht man beispielsweise bei (auch mit elektrischer Unterstützung) anstrengenden Berg-Auf-Passagen einfach runterzuschalten und schneller zu treten, wird man nicht etwa schneller. Nein, nein .. das Pedelec ist quasi für eine bestimmte Trittfrequenz entwickelt. Überschreitet man diese, wird die zusätzliche Energie zur Aufladung des Akkus verwendet. So befindet man sich also in einem steilen Abschnitt, schaltet in den ersten Gang, tritt intuitiv schnell und das Fahrrad fährt trotzdem sehr langsam. Versucht man nun abermals schneller zu treten, geht es einfach nur schwerer .. das Vehikel wird jedoch nicht schneller. Dieser trivial umschriebene Sachverhalt klingt zunächst nicht weiter wild, stellt jedoch eine sehr fundamentale Umstellung zum gewohnten Fahrverhalten dar. Prinzipiell muss man sich beim Pedelec einfach der Tatsache bewusst sein, dass man stets in der gleichen Trittfrequenz unterwegs sein sollte .. die Schwergängigkeit des Tretlagers kann in diesem Kontext maximal über die Intensität der Unterstützungsleistung (Eco = 50%, Normal = 100%, High = 150%) reguliert werden; Stellschraube für die Geschwindigkeit bleibt die Schaltung (in unserem Fall: 8 Gang).

Nach rund 10km und abermals einem weiteren Balken Akku weniger, entschlossen wir uns zu einem ersten Picknick. In weiser Voraussicht unserer langen Tour hatten wir verschiedenste Leckereien und Snacks eingepackt, welche wir uns mit Blick auf den Taunus munden ließen. Die herrliche Stille wurde nur ab und an von einigen Sportwagen „gestört“, welche die naheliegende Kurve möglichst sportlich zu durchfahren versuchten. Diese ca. halbe Stunde war zurückblickend das Highlight des Tages .. und bis hier war auch noch fast alles ganz lustig.

Kurze Pause mitten im Taunus – schön..

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, war die Tatsache, dass es anschließend fast 2km wieder nur Berg auf ging. Während Dani lautstark ihre Enttäuschung über den fehlenden rein-elektrischen Fahrmodus äußerste, verabschiedete ich mich erneut von einem Balken Restreichweite (13km gefahren, 3/5 Balken weg .. ohje). Oben angekommen übten wir uns dann erneut im Spiel „Orientierung im Gelände“ und wählten spontan (ein weiteres mal) den falschen Weg. Macht nix, so konnten wir immerhin eine lange Strecke Berg ab fahren und die Batterien aufladen .. selbige merkten davon nur leider wenig. Mehrere Minuten lang brausten wir mit >40km/h die romantischen Feldwege des Taunus entlang (die E-Bikes werden durch das erhöhte Gewicht wirklich erstaunlich schnell), was jedoch zu keiner Verbesserung des Ladungszustands führte. Irgendwann kamen wir an eine kleine Kreuzung, nach der unsere Tour zum „Trail-Schiebing“ wurde. Auf kleinsten Pfaden und durch tiefen Schlamm bewegten wir die Bikes gen nächstem „dicken Weg“ und spätestens hier hatte ich so gar keine Lust mehr. Das wir im weiteren Verlauf mehrmals fast gestürzt wären, muss nicht weiter ausgeführt werden 😉

Teilelektrisch bergauf: Gar nicht so einfach, wie man glaubt..

Um der Inkontinenz meines Akkus zu entgehen, versuchte ich zwischendurch die verschiedensten Gegenmaßnahmen einzuleiten: No Assist (geht sau schwer), Eco Mode (immernoch ganz okay), einfach vollständige Abschaltung (keine Ladung des Akkus, keine Streckenzählung, dafür auch kein Widerstand)  .. alles blieb ergebnislos. Hier zeigte sich deutlich, dass Danis Batterie offensichtlich noch deutlich weniger Ladezyklen hinter sich hatte und daher insgesamt (zumindest etwas) länger hielt.

Mit Hinblick auf die größeren Probleme mit der geplanten Route, den raschen Verlust an Restreichweite und die sinkende Stimmung entschieden wir uns übrigens recht frühzeitig zumindest wieder ganz grob in Richtung Königsstein abzudrehen und unsere ursprüngliche Planung somit völlig aufzugeben. Diese Entscheidung war zurückblickend sehr weise gewählt, da wir sehr froh waren unseren Ausgangspunkt mit weniger als 20% Restkapazität, schmerzenden Hinterteilen und äußerst schlammigen Fahrrädern bereits nach weniger als 25km (peinlich, peinlich) wieder zu erreichen. Der freundliche Herr an der Information berechnete uns ob der frühen Rückkehr übrigens nur 12,50€ (wie eingangs erwähnt 3h-Tarif) pro Rad, so dass unsere E-Bike-Erfahrung äußerst preisgünstig zu Ende ging.

Ich war auch da (irgendwer musste ja den Rucksack tragen)

Was bleibt als Zusammenfassung? Pedelec fahren macht Spaß (auch wenn das vielleicht nicht so rüber kam) und ist durchaus empfehlenswert. Es stellt jedoch gleichzeitig eine recht starke Umgewöhnung dar und ist (zumindest mit den von uns verwendeten Fahrrädern) auf befestigten Feldwegen oder asphaltierten Straßen am spaßigsten. Routen mit anspruchsvollem Höhenprofil und in schlechtem Zustand (so wie wir sie größtenteils unfreiwillig versucht haben zu befahren) sind nicht unbedingt das favorisierte Terrain der City-E-Bikes. Insgesamt kann ich nur jedem die elektrische Erfahrung empfehlen .. man sollte nur nicht allzu ambitionierte Strecken planen.