Ein Tag im 911 4S Coupe: Am Steuer der Legende

Manchmal (nicht allzu oft) haben Defekte bzw. Mängel auch etwas Gutes .. in meinem Fall sollte der 23.07.2012 ein Tag sein, an dem diese seltene Gegebenheit eintraf.

Noch ein Versuch mit dem ersten Foto Neugier zu wecken

Doch was war geschehen? Bereits seit der Boxster seinen Weg zu mir gefunden hat, versuchte er an warmen Tagen (konkret bei Außentemperaturen zwischen ca. 18°C und 28°C) mit mir zu kommunizieren. Da ihm der häufige Gebrauch des Navis offensichtlich hierzu nicht ausreichte, überlegte er sich merkwürdige Pfeif-Geräusche aus dem Bereich des Motors als seine Sprache zu verwenden.

Diese Geräusche traten vermehrt im besagten Temperaturbereich auf und verschwanden, sobald man die Leerlaufdrehzahl auch nur um 50 Umdrehungen pro Minute verließ. Trotzdem war das Phänomen relativ nervig, da es insbesondere mit offenem Verdeck an so ziemlich jeder Ampel, jeder Tiefgarageneinfahrt und vor allem vor unserem heimischen Tor (das nur mit vieeeeeeeel Geduld elektrisch öffnet) wahrnehmbar war. Zu meinem Pech war die Außentemperatur bei meinem bereits länger geplanten Besuch im Porsche Zentrum, bei welchem eine Rückrufaktion am Verdeck durchgeführt werden sollte, zu gering. Was passierte, war leider eine Kommunikationsverweigerung des Wagens, weshalb mein freundlicher Ansprechpartner aus dem Kundendienst in dieser Sache natürlich zunächst auch nichts für mich tun konnte.

So wurde also die Rückrufaktion durchgeführt, ich erhielt das Fahrzeug wie geplant wieder und bereits auf der Heimfahrt war das vertraute Geräusch sporadisch wahrnehmbar. Doch nun meinte es das Schicksal gut mit mir. Keine zwei Wochen nach dem Werkstattaufenthalt wollte mein Verdeck plötzlich nicht mehr richtig schließen. Es blieb einfach kurz vor dem Zielpunkt stehen und bestand fortan darauf mit Kraft soweit nach vorn gedrückt zu werden, dass der Fanghaken sein Ziel erreichen konnte. Dieses Phänomen wurde von Schließungsvorgang zu Schließungsvorgang schlimmer, so dass ich mich erneut entschloss das Porsche Zentrum meines Vertrauens zu kontaktieren. Hier wurde mir bereits am Telefon viel Verständis entgegen gebracht und zugleich die Angst genommen, ich hätte die Stoffmütze vielleicht falsch bzw. bei zu hoher Geschwindigkeit betätigt („das geht doch gar nicht, da schaltet er ab“).

Äußerst kurzfristig wurde ein Termin avisiert und frohen Mutes steuerte ich die Werkstatt an. Schnell war das Dilemma vorgeführt und sollte auch sofort ambulant behoben werden. Zwar quitschte der Boxster zwar auch dieses mal nicht im Leerlauf .. allerdings beim Ausgehen (yes!). Dies bestätigte nun zum Glück auch der Servicemann und vermutete sofort eine zirpende Wasserpumpe, die in Schwingungen gerät (oder so ähnlich). Hatte ein 11er kürzlich auch und kann natürlich behoben werden. Doch zunächst wurde das Verdeck in ca. einer Stunde repariert. Auf meine Frage was denn die Ursache gewesen sei, zeigte man sich leicht betroffen. Eine Schraube an der Verdeckmechanik hätte sich scheinbar gelöst. Da in eben jenem Bereich ja gerade erst etwas getan wurde (zumindest glaube ich das), wirkte ich wohl nicht ganz so glücklich. Als kleine Wiedergutmachung (?) versprach man mir als Ersaztfahrzeug für die Dauer der Reparatur der Wasserpumpe ein 911er 4S Coupe .. yam yam.

Rund 6 Wochen später (am besagten 23.07.) war es dann soweit. Gut gelaunt, hatte ich den Touareg doch gerad erst erfolgreich abgegeben, erreichte ich an einem schönen Sommertag den mittlerweile gut vertrauten Hof des Porsche Händlers. Die Formalitäten wurden wie immer schnell erledigt, waren diesmal aber nicht ganz so problemfrei wie sonst. Zwar stand das 997 4S Coupe frisch geputzt und schön anzusehen da, doch hatte es einen relativ fiesen Neidkratzer auf der Beifahrertür. Gut, dass die freundliche Dame das Fahrzeug mit mir gemeinsam abgenommen hat .. normalerweise wäre ich vermutlich (fahrlässigerweise) einfach mit dem Wagen vom Hof gerauscht.

Doch nun zum Auto: Für mich der Erstkontakt mit einem quasi in freier Wildbahn lebenden Exemplar des Mythos 911. Zwar kein ganz aktueller 991, sondern in Form des 997/2 sein direkter Vorgänger. Bereits am breiten Heck (4S, Allrad, 44m breiter als der reine Hecktriebler) grinsten mich die vier Endrohre der Sportabgasanlage herausfordernd an. Auch im Innenraum wusste das Fahrzeug durchaus zu überzeugen – dunkelbraunes Leder, Vollleder Ausstattung, BOSE Soundsystem (echt beeindruckend!) sowie Memorysitze (leider keine Sportsitze). Basierend auf den Erfahrungen von ca. 50tkm Cayman bzw. Boxster befand sich alles am rechten Fleck und der 11er fühlte sich sofort vertraut an.

Alle Systeme abflugbereit

Nachdem die notwendigen Einstellungen (elektrisch) vorgenommen wurden, drehte ich den Schlüssel voller Erwartungen nach rechts. Nach einer kurzen Verzögerung erwachten (weiter hinten als gewohnt) die sechs Zylinder des 3,8l-Boxermotors zum Leben; 385PS meldeten ihre Bereitschaft. Als chronisch verspielter Mensch drückte ich sofort auf die Taste für die Klappenanlage (hierauf hatte ich mich schon ewig gefreut) und begann neugierig die Legende aus Zuffenhaus vom Hof zu steuern. Die Bedienkräfte unterschieden sich auf den ersten Metern gefühlt minimal von dem, was ich sonst gewohnt war .. Übersicht und Bedienung entsprachen jedoch den Erwartungen. Während mich das Interieur und die Aussicht nach vorn eher langweilte, schlug mein Ohr (wenn es denn gekonnt hätte) freudige Purzelbäume. Jeder Millimeter Drosselklappe röhrte und rasselte im typischen Boxer-Sound aus dem Heck – so muss ein Porsche klingen. Mit einem breiten Grinsen bahnten ich mir meinen Weg zur Arbeit, nicht ohne auf den Autobahnen im Rahmen der Möglichkeiten zumindest ein wenig das Gefühl von 4,7s von 0-100 auszutesten (unspektakulär).

+22mm pro Seite: Spaß für’s Auge!

Nach den ersten Kilometern mit dem 911er fallen mehrere Unterschiede zur 987er Baureihe auf: Bedingt durch das höhere Gewicht liegt das Fahrzeug deutlich satter auf der Straße; das Fahrgefühl ist (trotz PASM im Boxster und in diesem Vergleichs-11er) deutlich komfortabler; Bodenwellen werden gnädig angenommen. Auch das kräftige Drehmoment begeistert, so dass die meiste Zeit bequem im sechsten Gang gefahren werden kann (jaja, der Baby Boxster mit 2,9l Hubraum ist hier einfach kein Vergleich). Ferner empfinde ich das BOSE Soundsystem als deutlich überzeugender als „mein“ Soundpackage Plus .. selten hatte ich in einem Auto (noch dazu in einem Sportwagen) ein derart ansprechendes Hörerlebnis. Feedback über die Akustik des Fahrzeugs erhielt ich im Nachhinein übrigens auch von meinen Arbeitskollegen, als ich das Büro nach einem kurzen Meeting wieder verließ („Warst du gestern mit einem anderen Auto da? Dich hat man mindestens bis zur nächsten Ampel gehört!“). Jaja, sicherlich nicht der seriöseste Aspekt ein Auto zu mögen .. aber für mich war bzw. ist der Sound eine der emotionalsten Erinnerungen an den Tag mit dem 911.

Eine Sportwagenlegende, die ihren Titel zu recht trägt

Was dann folgte war ein ganz normaler Arbeitstag, bevor ich gegen 16:30 Uhr endlich mit Dani in Richtung Porsche Zentrum aufbrechen konnte, jedoch nicht ohne einen Umweg durch den Taunus geplant zu haben 😉 Auch Dani war absolut begeistert vom Komfort und Klang des Carreras. Bei einer kleinen Fotosession konnte sie den Fuß kaum vom Pedal nehmen, so dass ich ausgiebig Gelegenheit hatte das Dröhnen der vier Posaunen auch von Außen zu prüfen. Unsere kurze Tour war dann zwar durchaus spaßig, im Wesentlich jedoch sehr sehr vernünftig und nicht artgerecht. Der Taunus stellt am Feierabend eines Werktags halt kein ideales Territorium zum Kurvenräubern dar. So cruisten wir die meiste Zeit über eher entspannt in Richtung Feldberg und anschließend auch schon gen Hofheim, da wir zeitlich einen recht engen Zeitkorridor hatten. Trotz der meist entspannten Fahrweise zeigte das PCM am Ende übrigens einen Durchschnittsverbrauch von etwas über 13l / 100km an. Für ein Spaßauto geht dieser Wert meiner Meinung nach völlig in Ordnung.

Spaß hatte offensichtlich auch Dani 🙂

Was bleibt mir in Erinnerung? Da wäre zum einen der für mein Empfinden recht geringe Unterschied zum Innenraum der 987er-Baureihe (okay, bissl mehr Instrumente und angeblich mehr Platz .. davon habe ich in der kurzen Zeit aber wenig gemerkt). Zum anderen habe ich gelernt, dass man auf Sportsitze auch verzichten kann, Vollleder ziemlich edel wirkt und BOSE sein Geld absolut wert ist. Vor allem aber habe ich verstanden, dass ein Porsche SO und nicht anders klingen muss. An dieser Stelle sei übrigens angemerkt, dass die Anlage in Rücksprache mit dem Servicemann aus unbekannten Gründen auf permanent „offen“ stand. Ich wunderte mich schon ob der nicht erkennbaren Wirkung des Schalters 😉

Allein der Anblick des breiten Hecks und der Sound beim Anlassen in der Garage .. Gänsehaut pur!

Kurztrip mit dem Touareg nach Garmisch

Es war ein ziemlicher heißer Sommertag, genauer gesagt der 04.07.2012 und ich war gerade das erste Mal erfolgreich von zu Haus auf die Saalburg gelaufen (Anstieg ca. 350m, die meisten davon verteilt auf einen ca. 3km langen Abschnitt, der quasi permanent bergan geht). Oben angekommen war ich total fertig, außer Atem und weit weniger glücklich als ich mir das wochenlang vorgestellt hatte .. als plötzlich mein iPhone in seiner Oberarmtasche lustig vor sich hin brummte. Neugierig befreite ich das gute Stück aus seiner Nylon Tasche und wunderte mich bereits beim Betreff der eingetroffenen Mail: „Einladung zum Sommerfest“. Einladung klingt immer gut, Fest auch und die weiteren Details waren nicht weniger positiv: In gut zwei Wochen (sprich am 20.07.) sollte es zu einer kleinen Zusammenkunft an den Eibsee in der Nähe von Garmisch gehen.

Merke: Nimm immer ein interessantes erstes Foto 😉

Das Rahmenprogramm machte wirklich Lust auf den Trip, denn Grillen direkt am See nebst Zugspitzenbesuch am Folgetage klangen absolut klasse. Da die Strecke mit knapp 500km jedoch relativ lang war und ich zudem (mit Ausnahme eines Basis Caymans mit PDK für einen Tag) schon länger kein „fremdes“ Auto gefahren bin, machte ich mich auf die Suche nach einem Mietwagen. Nach dem Studium der üblichen Foren sowie längerer Suche auf den Webseiten der einschlägigen Anbieter, herrschte zunächst Ratlosigkeit. Sixt und Europcar sind mit Hinblick auf die 900 Freikilometer pro Wochenende für diesen Zweck eigentlich nicht zu gebrauchen und Hertz, Avis und Enterprise begeistern mich mit ihrem Fuhrpark nicht so wirklich (Ausnahmen soll es natürlich geben!). Das sich anbahnende Dilemma wurde durch ein interessantes Angebot einer Euromobil-Station in Frankfurt gelöst: Ein Audi Q5 3.0 TDI mit 1500km – klasse. Also schnell die Reservierung eingetippt und gefreut.

Die Enttäuschung kam dann auch erst rund 24h später: Der Q5 sei nicht mehr im Programm .. man könne mir als Alternativ einen A6 Avant 3.0 TDI anbieten *gähn*. Also wieder gesucht und verglichen .. und nochmal etwas gezögert .. und dann endlich Plan B gebucht: Einen VW Touareg 3.0 TDI .. ebenfalls von Euromobil. Die Buchung verlief problemlos und die betreuende Station zeigte sich sehr großzügig. So wurden auf Kulanz sowohl die Freikilometer deutlich erhöht als auch der frühestmögliche Übernahmezeitpunkt signifikant nach vorn verlegt. Sehr positiv ist bei Euromobil auch die Tatsache, dass die Autohäuser in der Regel viel Platz haben und man das eigene Fahrzeug (wie in unserem Fall dringend erforderlich) problemlos auf dem Gelände des Anbieters abstellen kann.

Rund zwei Wochen später war es also soweit: Gegen Mittag begaben wir uns zur Station, erledigten schnell die notwendigen Formalitäten und saßen Augenblicke später im Touareg. Nun war ich in den letzten Jahren zwar schon drei mal Passagier auf der Rückbank eines solchen Fahrzeugs im Offroad Parcours der Autostadt, selbst gefahren bin ich jedoch noch nie. So fühlten sich dann die ersten Minuten auf dem Fahrersitz des „Dicken“ auch recht gut an, Material und Verarbeitung entsprachen weitestgehend meinen Erwartungen. Positiv ist an dieser Stelle auch die relativ umfangreiche und freundliche Einweisung des Euromobil-Mitarbeiters zu nennen, der sich wirklich Mühe gab das Fahrzeug zu erklären.

Das sollte er also sein, unser Begleiter für das Wochenende

An dieser Stelle kurz ein paar Details zum Wagen: Silber (langweilig aber am Touareg recht schick), 3.0 TDI, 204 PS (*schnief*), Xenon, Bluetooth, RNS810 inklusive DAB-Tuner (wollte ich schon immer mal haben), Tempomat, Sitzheizung, schwenkbare Anhängerkupplung .. und ich glaub das war’s. Wünschenswert wäre neben einem adaptiven Tempomaten (ACC, eher nice to have) vor allem das Luftfahrwerk gewesen, denn ohne selbiges schwankte das Dickschiff in Kurven derart stark, dass mir als Beifahrer an einem der Folgetage relativ schnell schlecht wurde. Diesen Eindruck bestätigten auch Bekannte, die das SUV aus dem Hause Volkswagen sowohl mit als auch ohne dieses Extra kennen.

Vor allem das Heck der Facelift-Modells wirkt doch angenehm modern

Wie dem auch sei .. schnell steuerte ich das relativ übersichtliche Fahrzeug (ernsthaft .. durch die riesigen Spiegel geht das schon) neben unseren Boxster und wir luden die wichtigsten Dinge um. Dabei fiel mir bereits nach 10m die Start/Stopp-Automatik auf, an welche man sich im Zusammenspiel mit der Automatik ziemlich gewöhnen muss. Minuten später setzte sich der knapp 2200kg schwere Koloss mit uns in Bewegung und ich hatte meine Freude am drehmomentenstarken Dieselaggregat, welches hervorragend mit der 8-Gang-Automatik harmoniert (und dabei akustisch sehr dezent daher kommt). Geleitet vom RNS und optisch durch das riiiiesige Multifunktions-Display im Kombiinstrument sehr gut instruiert, ging es gen Autobahn. Bis hier hin war noch alles lustig .. die erwartete Ankunftszeit entsprach unseren Planungen, die Sonne schien, die Stimmung im äußerst geräumigen Innenraum war super .. ein tolles Wochenende lag vor uns.

Blick auf das riesige und sehr praktische Multifunktionsdisplay

Auf der A3 .. irgendwo zwischen dem Frankfurter Kreuz und Aschaffenburg trübten sich unsere Erwartungen für den weiteren Reiseverlauf dann mehr und mehr. Eifrig meldete das Navigationssystem Störung um Störung und auch der Verkehr unmittelbar vor uns war nicht gerade „fluffig“. Beim lustigen Mitrollen im Bereich zwischen 70 – 140 km/h fühlt sich das Baby-Diesel mit 204PS wohl. Er schöpft aus dem vollen, beschleunigt sauber hoch, dröhnt nicht und stellt somit auch kein Verkehrshindernis dar. Noch weniger Mühe hatte er nach Aschaffenburg, denn hier fingen die Sorgen richtig an. Stockender Verkehr, stehender Verkehr, zähfließender Verkehr und wieder stockender Verkehr .. so in etwa könnte man einen Großteil der Reise bis Ingolstadt beschreiben. Das Radio bestätigte uns, was unsere Augen schon länger wahrnahmen: Durch den Ferienbeginn in 5 Bundesländern und in Teilen der Niederlande sei mit außergewöhnlich viel Reiseaufkommen zu rechnen. Tatsächlich war der Anteil an gelben Kennzeichen mindestens so hoch wie die relative Menge an Pampersbombern (überladenen) Fahrzeugen mit Dachboxen. Das spätestens mit Beginn des einsetzenden Regens alle Verkehrsregeln als nichtig zu betrachten sind, wurde uns dann auf den letzten 100km vor München besonders klar. Blinken? Rechtsfahrgebot? Alles eher Richtlinie als Regeln.

Dank viel Verkehr blieb jede Menge Zeit die Schokoladenseite für die Kamera rauszukramen..

Da sowieso alles verloren und unsere Ankunftszeit jenseits von gut und böse war, entschlossen wir uns dann quer durch die bayerische Landeshauptstadt über die B2R zu fahren .. warum auch nicht. Während ich erkannte wie frustrierend DAB (Digitalradio) in der Praxis ist (nix mit bundesweiten Sendern .. fährt man aus Hessen raus, wird es einfach mal still. Einziger Vorteil gegenüber FM: Es rauscht nicht .. es wird gleich ganz lautlos), krochen wir mit unter 30km/h auf Garmisch zu.

Dieser Anblick bot sich im Prinzip fast 8h lang in ähnlicher Form

Irgendwann wurde es besser .. irgendwann verließen wir die A99, die Umrisse der Berge zeichneten sich ab, malerische Dörfer säumten unseren Weg und mir wurde ein weiteres mal klar, dass ich ganz vergessen hatte, wie schön dieses Fleckchen Deutschland ist. Zwar sank unser Reisetempo und auch die Dunkelheit kehrte so langsam ein, doch dafür konnten wir unsere Augen mit tollen Bergflüssen ablenken, die sich liebevoll durch das Tal schlängelten. Nach ungefähr acht Stunden (zur Erinnerung: 496km) erreichten wir unser Ziel, stellten das Monster auf einem ausreichend dimensionierten Stellplatz ab und checkten ein. Da wir sowieso schon viel zu spät waren, blieb uns nur wenig Zeit das wunderschöne Ambiente des Eibsees zu genießen (hier müssen wir bei besserem Wetter unbedingt noch mal hinfahren). Schnellen Schrittes ging es zum Seepavillion, wo meine Kollegen auf uns warteten und uns sehr herzlich zu einem tollen Buffet mit Barbecue empfingen.

Eibsee am Abend .. Dani war auch da .. traumhaft!

Am nächsten Tag zeigte sich das Wetter nicht unbedingt von seiner besten Seite, so dass mehr als Hälfte meiner Kollegen nach dem Frühstück wenig Begeisterung für die geplante Wanderung empfanden. Der ursprünglich geplante Ausflug auf die Zugspitze musste dann auch entfallen, da selbige bei prognostiziertem Schneefall nicht stattfindet (…). Macht nix, frisch gestärkt begaben wir uns mit ca. 10 Personen auf eine kleine Tour (pro Strecke ca. 6km) zur Höllentaleingangshütte (allein der Name klingt schon beeindruckend, oder?). Um hier nicht zu ausschweifend zu werden, sei gesagt, dass die kleine Tour einfach herrlich war. Auf unscheinbaren Pfaden ging es durch die bayerische Natur, welche immer mal wieder einen Blick auf das im Tal liegende Garmisch freigab. Nebel durchstreifte das Bild von Zeit zu Zeit und auch der ein oder andere Wasserfall ließ sich mal aus der Nähe, mal aus der Entfernung erspähen. An einigen Stellen des Weges wurde es dann bei Bachüberquerungen fast schon abenteuerlich (glitschige Steine), so dass wir jeden etwas dabei war.

Wilde Natur, tolle Eindrücke!

Dank interessanter Gespräche erreichten wir unser Ziel eher als erwartet und bei bester Laune. Die von uns zur Einkehr gewählte Hütte war zwar relativ klein, aber dafür sehr traditionell und durchaus einladend. Zügig wurden leckere Speisen und Getränke gereicht, so dass dieses Mittagessen allen Beteiligten in guter Erinnerung geblieben ist.

Allein der Name ist doch schon imposant, oder?

Leider führte unser Rückweg über genau die gleichen Pfade wie der Hinweg, wovon wir jedoch durch den einsetzenden Nieselregen wirkungsvoll abgelenkt wurden 😉 Wieder zurück am Hotel waren wir nicht unglücklich uns in die schützende Kabine des Touaregs zu begeben und diesen wieder zurück in Richtung München zu steuern.

Da dieser Artikel schon wieder deutlich umfangreicher als geplant geworden ist, überlasse ich die Erinnerungen zum super leckeren Essen beim Griechen, dem sturzbachartigen Regen beim Modellfliegen, dem abendlichen Zusammensein sowie den Ausflug zum Ammersee den Beteiligten – trotzdem noch einmal vielen Dank für die schönen 24h an Sandy und Teichi!

Aschi zeigt sein ganzes Können (Fotos bei der Bergung der Maschine hab ich auch noch 😉 )

Die Rückfahrt mit dem Touareg verlief übrigens generell etwas entspannter als die Hinreise. Über die A8, die A81 und anschließend die A3 kamen wir zwar etwas später als geplant, aber weniger genervt als befürchtet zu Hause an. Anschließend gab es noch eine kurze Fotosession, bevor ich das Monster mit angehaltener Luft in unsere Garage manövrierte (und genau hier ist die Alltagstauglichkeit zumindest für unsere Anforderungen dann doch etwas eingeschränkt). Am nächsten Tag gab ich das Fahrzeug mit 1177 gefahrenen KM wieder ab; der Gesamtdurchschnittsverbrauch lag hierbei übrigens bei 9,5l / 100km. Diesen Wert konnte das Fahrzeug, welches ich keine 30 Minuten später übernahm nicht ganz erreichen .. doch dazu später mehr 😉

Besuch bei den Pyrogames 2012

Was lange währt, wird (hoffentlich) gut .. hier also jetzt endlich ein Teil der Serie: Artikel, die ich schon vor Wochen hätte schreiben sollen.

Thematisch passendes Eröffnungsbild 😉

Nachdem wir in den letzten Jahren immer mal wieder Anlauf genommen haben, war es 2012 so weit: Wir entschlossen uns tatsächlich zu einem Besuch der Pyrogames. Diese sollten am 14.07.2012 in Thale stattfinden, was zeitlich ziemlich gut mit unserem nächsten geplanten Besuch in den heimatlichen Gefilden zusammenpasste. Nach etlichen Grübelein ob wir diesem abendlichen Erlebnis nun wirklich ein Besuch abstatten  oder doch verzichten sollten, und ob man nicht auch aus der Entfernung etwas sehen könnte oder tatsächlich Karten benötigt werden .. entschieden wir uns zunächst gegen Tickets aus dem Vorverkauf und ließen damit alles offen.

Stattdessen fuhren wir im Rahmen der üblichen Cachesuche einfach ein paar Stunden eher am Ort des Geschehens vorbei und sichteten die lokalen Gegebenheiten. Mit Hinblick auf die Wetterverhältnisse (eher durchwachsen mit tendenziell recht hoher Regenwahrscheinlichkeit) kamen wir jedoch trotzdem zu keinem klaren Ergebnis. Dieses stellte sich erst ein, als nach einem kräftigen Schauer am Nachmittag gegen Abend doch so nach und nach die Sonne durchkam. Mit passender Ausrüstung und ohne Karten steuerten wir einfach mal den Veranstaltungsort an und fanden auch schnell einen eher versteckten Parkplatz. Blöd ist in diesem Kontext die Tatsache, dass es auf der Webseite der Pyrogames quasi keinerlei Informationen zum Programm bzw. zum Ablauf gibt. Wir fanden uns daher einfach mal gegen 19:45 Uhr am Einlass ein, was sich zurückblickend übrigens immer noch als zu früh herausgestellt hat.

Erfreulicherweise gab es an der Kasse nicht nur einen Programmplan (warum nicht auch im Netz?) sondern auch noch freie Kapazitäten für die separaten Sitzplätze im Innenbereich des Festplatzes. Selbige waren zwar relativ teuer, aber bei insgesamt rund 4,5h Aufenthaltsdauer durchaus empfehlenswert .. und zudem günstiger als im Vorverkauf über eventime (keine Systemgebühr) 😉

Nach den üblichen Formalitäten erreichten wir also recht schnell den relativ gut kontrollierten Bereich für Sitzplätze und wurden nach Sichtung der Tickets vom Sicherheitspersonal auch entsprechend mit rasch verlaufender Stempelfarbe markiert. Innerhalb dieses Bereichs gab es dann freie Platzwahl, so dass wir uns mal ganz mutig in der Mitte der zweiten Reihe platzierten. Während die erste „Vorband“ (weniger berauschend) mit ihrem Programm begann, bahnten wir uns anschließend unseren Weg zu einer der zwar zahlreich vorhandenen aber doch sehr gut frequentierten Fressbuden. Nach nur rund 40 Minuten hatte Dani dann auch ihr Langosz und wir kehrten kurz vor Einbruch der Dunkelheit zu unseren Plätzen zurück.

Gespannte Gesichter in der fast ersten Reihe

Merklich besser wurde die Stimmung dann mit dem zweiten Act des Vorprogramms, welcher in einem DJ bestand, der recht fetzige Elektromusik auflegte. Zu knalligen Bässen wurde uns wieder etwas wärmer und die letzten Minuten bis zum Beginn des ersten Feuerwerks sollten zügig vergehen.

Leider wollte uns das Wetter dann doch einen Strich durch die Rechnung machen und sandte uns kurz vor Beginn der ersten Pyroshow einen grüßenden Regenschauer. Dank der schier unglaublichen Vorhersehung meines Dads konnten wir uns jedoch allesamt breit grinsend in hervorragende Ölkleidung schälen, während die Besucher rund um uns herum Schutz unter ihren eher fragilen Mülltüten suchten 😉

Etwas verwaschen, aber realitätsnah und der Beweis, dass ich auch da war 😉

Erfreulicherweise zog der kurze aber recht kühle Schauer zügig weiter und gab erneut den Blick auf den zerklüfteten Himmel frei .. vertrauenserweckend war das nicht wirklich. In jedem Fall war es dann aber endlich so weit – rund 1,5 nach unserer Ankunft schossen zum Klang von Rammstein und dem Grafen die ersten Raketen in den Himmel. Insgesamt bestach bereits dieses erste Feuerwerk mit relativ beeindruckenden und teilweise auch sehr intensiven und vollen Bildern am Himmel. Die Musik erzeugte hierzu jedoch eine (für mich) leicht bedrückende Stimmung, die nicht so recht zu den überlicherweise mit Feuerwerken verbundenen tollen Assoziationen passen wollten. Das Showelement des ersten Teams hatte eine angenehme Länge, so dass man nicht nach den ersten Raketen schon wieder vom viel zu frühen Finale überrascht wurde. Selbiges (das Finale) war übrigens durchaus imposant und ging nahezu pausenlos in den einzelnen Musiktitel über, welche die Überbrückung zum zweiten Act bildete.

Pyrotechnische Impression (I)

Das zweite Feuerwerk ist mir – man möge es mir verzeihen – als relativ unspektakulär im Gedächtnis geblieben. Natürlich bot auch selbiges schöne Impressionen am Himmel, die weitestgehend präzise zur musikalischen Untermalung gezündet wurden. Auch hier wechselten sich ruhige Passagen mit intensiveren Darstellungen ab, so dass einfach ein paar schöne Momente und Bilder im Gedächtnis blieben.

Im Anschluss an das zweite Feuerwerk folgte dann eine kurze Lasershow, welche ich bereits im Vorfeld neugierig erwartete. Der Anblick der Laser, sie sich in den Wäldern des Harzes verloren, waren dann prinzipiell auch ziemlich beeindruckend. Die thematische Ausgestaltung war okay, so dass ein positiver Gesamteindruck bleibt. Hier spielt sicherlich meine persönliche Präferenz eine Rolle, da ich die generelle Wirkung von Lasern auf weitläufigen Flächen beeindruckender als die Zeichnung eines Bildes an einer vordefinierten Leinwand finde.

Laser in Aktion .. immer wieder faszinierend

Nach der Lasershow gab es dann erneut eine längere Wartephase (ca. 30 Minuten), welche jedoch wiederum von fetziger Musik subjektiv verkürzt wurde. Die Sichtung der an diesem Abend recht wahrscheinlich auftretenden Polarlichter ist uns trotz wiederholt aufgerissener Wolkendecke übrigens auch in der vergleichsweise dunklen Pause leider nicht geglückt. Gegen 23:00 Uhr erleuchtete dann das dritte Feuerwerk den Himmel .. leider war außer dem Knallen der Raketen zunächst nichts zu hören. Spätestens an diesem Punkt merkt man sehr deutlich, was für einen großen Anteil an der Wahrnehmung eines Feuerwerks die akustische Untermalung hat, denn erst mit selbiger erreicht die Pyroshow ihre gesamte Faszination. Glücklicherweise setzte die Musik nach ca. 1 Minute dann auch ein und verlieh dem Feuerwerk seinen letzten Schliff. Selbiges begeisterte mit besonders stimmen Bildern, die auffallend gut auf die tonale Begleitung abgestimmt waren – so stellt man sich ein richtig tolles und rundum stimmiges Feuerwerk vor. Obwohl es immer kälter wurde, verging die Zeit bis zum Schlussbild leider viel zu schnell.

Pyrotechnische Impression (II)

Der letzte Act des Abends, welcher sich erneut weitestgehend nahtlos an die vorherige Show anschloss, bestand dann aus einer Kombination von Feuerwerk und Lasershow. Es war eigentlich von Anfang an sehr fetzig und betont mitreißend gestaltet. Vor allem im letzten Drittel schloss sich eine himmelsfüllende Darstellung an die andere, so dass die Augen hier nahezu permanent von einer Fülle von pyrotechnischen Effekten begeistert wurden. Überall knallte, blitzte und funkelnde es und die Nacht wurde zumindest für einige Augenblicke zum Tag.

Und nochmal Laser .. echt cool!

Im Vergleich ist es schwierig einen „Sieger“ auszumachen, da eigentlich alle Feuerwerke ihren eigenen Charme hatten. Die für mich imposantesten Shows waren die letzten beiden, wobei Act Nummer drei rundum stimmig, harmonisch und verträumt war, während die letzte Darbietung durch eine außergewöhnliche Intensität überzeugte.

Die Siegerehrung verpassten wir dann ganz bewusst, da uns gegen 00:00 Uhr und damit rund 4,25h nach unserer Ankunft bei leichtem Nieselregen und gerade so zweistelligen Temperaturen doch langsam etwas kühl war. Zielstrebiger begaben wir uns daher etwas frierend aber dank hervorragender Ausrüstung rundum trocken zurück zum Auto, dass treu auf uns wartete. Dank des etwas abseits gewählten Parkplatzes hatten wir dann auch keinerlei Probleme den Ort des Geschehens zügig zu verlassen und diesen durchaus empfehlenswerten und schönen Abend entspannt ausklingen zu lassen.