Umzugsvorbereitungen Teil II – Show must go on

Im letzten Teil unserer Umzugsvorbereitungs-Reihe habe ich von mehreren offenen Baustellen und Rückschlägen berichtet: Von unserer Wunsch-Sitzbank mit Baumkante aus Echtholz wurde uns abgeraten, ein idealer Tisch konnte nicht gefunden werden und „dank“ neuester Erkenntnisse bezüglich unserer Küche benötigten wir plötzlich noch ein zusätzliches Highboard bzw. unter Umständen ein Regal oder eine Vitrine.

Mit viel Enthusiasmus, Ausdauer und gutem Willen griffen wir also ein weiteres Mal (eher mehrere weitere Male) auf unsere neuen besten Freunde zurück – die lokalen Einrichtungshäuser und unsere digitale Raumplanung auf Basis des pCon Planners. Doch auch nach ausführlichem Googeln und intensiver Suche bei den hiesigen Anbietern gelang es uns nicht eine adäquate Entsprechung für die Bank zu finden. Entweder das Design war zu klassisch bzw. kantig oder die Gesamterscheinung (alternativ auch nur das Untergestell) erinnerten Dani zu sehr an eine Parkbank. Während sich vor meinem geistigen Auge ein Forstarbeiter mit Lachkrampf ob unseres Wunsches ein Stück gewachsten Baumstamm mit ein bisschen Edelstahl für „viel“ Geld in Flur stellen zu wollen aufbaute, diskutierten wir intensiv die verschiedensten Alternativen.

In Fällen aufkommender Verzweiflung wird wiederholt geraten sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.. und das taten wir. Wenn der lokale Händler meint, dass das Objekt der Begierde nach Lieferung möglicherweise von den eigenen Vorstellungen stark abweicht, eine Qualitätssicherung scheinbar nicht gegeben bzw. möglich ist und auch das Ausstellungsstück nicht verkauft werden darf, hilft nur eins: Rückgaberecht. Da die großen Möbelhäuser von dieser Vorstellung in der Regel wenig halten, muss halt doch das Internet her. Mit Hinblick auf den relativ namhaften Hersteller unserer Wunsch-Bank und auch die recht verbreitete Serie des guten Stücks gelang es uns zügig einen passenden Anbieter zu finden, der das Sitzmöbel sogar schon vor Ort hatte. Statt einer Lieferzeit von acht bis zehn Wochen standen dort also plötzlich zwei Werktage .. spannend. Zwei telefonische Rücksprachen später waren wir dann auch um die Erkenntnis gereift, dass es Händler gibt, die die Qualitätsbedenken des lokalen Verkäufers nicht so recht nachvollziehen können. Nachdem wir uns sowohl mündlich als auch schriftlich ein uneingeschränktes und kostenfreies Rückgaberecht bei Nichtgefallen haben zusichern lassen, wurde unsere Idealvorstellung eines Echtholzsitzmöbels rund eine Woche nach der großen Ernüchterung dann also doch bestellt. Ein wenig gedulden müssen wir uns bis zur Übergabe jedoch trotzdem, da wir uns aus praktischen (und sicherlich nachvollziehbaren Gründen) dazu entschlossen haben direkt in unser neues Domizil liefern zu lassen (Wunschdatum: 01.03.).

So soll es also aussehen .. unser Stück Natur im Flur (man beachte die kreative Bildunterschrift)
So soll es also aussehen .. unser Stück Natur im Flur (man beachte die kreative Bildunterschrift)

Wie ich einige Abende später am Rechner übrigens sehr erfreut feststellen durfte, gibt es unsere Bank sogar direkt vom Hersteller als 3D-Modell im entsprechenden Katalog von Google bzw. Sketchup / Trimble. So konnten wir die Bank ohne größere Aufwände virtuell im Flur platzieren und schon einmal das große Grübeln beginnen, in welcher Aufstellrichtung die Baumkante wohl am besten wirken würde 😉

Und so sieht der Flur in der Simulation aus, Blick aus der Eingangstür (geringe Qualität, rechts die Steuerung der Wohnraumbelüftung, das grüne Ding wird eine Überraschung)
Und so sieht der Flur in der Simulation aus, Blick aus der Eingangstür (geringe Qualität, rechts die Steuerung der Wohnraumbelüftung, das grüne Ding wird eine Überraschung)

Bei der Wahl unseres Highboards gingen wir ein wenig konventioneller vor. So begaben wir uns aus terminlichen Gründen äußerst kurzfristig 1h vor Schließung in den nächstgelegenen Möbelfachmarkt unserer Wahl und suchten ganz strikt nach einem Modell, dass alle Kernanforderungen erfüllen sollte: Weiß (nach Möglichkeit matt), relativ hochwertige Verarbeitung (vor allem im Bereich des Korpus, der Anschläge sowie eventuell vorhandener Auszugschienen), möglichst praktisch (als Erweiterung der Küche) und nicht zu breit (Obergrenze: 90cm). Mit diesen engen Vorgaben verläuft der Auswahlprozess ziemlich einfach und gerät zu einem zügigen Spaziergang durch die relevanten Abteilungen. Vielen „Neins“ folgte ein „Interessant“, dann kamen erneut viele „Neins“ und noch einmal ein „sehr nett“, was jedoch „völlig außerhalb des Rahmens“ war. So konzentrierten wir uns also rasch auf Modell „Interessant“ und fanden heraus, dass dieses vom gleichen Hersteller wie unsere große Vitrine stammt, welche nach dem Umzug (und auf Basis der neuesten Planungen) in unmittelbarer Nähe zum Highboard stehen wird.

Selbiges machte eigentlich spontan einen sehr guten Eindruck: Drei geräumige Fächer wurden durch ein Glasabteil unterbrochen, welches zu drei Seiten transparent ist und durch seine Holzrückseite eine pfiffige Optik bot. Zudem kann das Modell wunschweise in matt weiß geliefert werden, was tatsächlich nicht allzu häufig der Fall ist (meist trifft man entweder auf hochglanz weiße Möbel oder Stücke im Landhaus-Stil). Auch die Mischung aus praktischem Nutzen (geschlossene Fächer bzw. Kästen) und optischem Highlight (Glasfach) gefiel uns sehr gut. Als wir dann auch noch entdeckten, dass die Rückseite des Glas-Mittelteils mit dunklem Spaltholz (Nussbaum-Farben) verkleidet und mittels eines LED-Spots beleuchtet werden kann, waren wir ziemlich begeistert. Die sonstigen Abmessungen waren hinsichtlich der Tiefe und Höhe (43cm bzw. 139cm) perfekt, auch die Breite war zumindest in Ordnung (63cm .. ein bissl mehr wäre schön gewesen).

Weiß, matt, chic, passend
Weiß, matt, chic, passend (es geht nur um das Teil ganz rechts)

Insgesamt sah es also fast gut aus, zumindest so lange bis wir uns 20 Minuten vor Schließung des Geschäfts gut gelaunt und durchaus abschlussorientiert an eine gelangweilte verfügbare Verkäuferin wandten. Nachdem diese uns versichert hatte, dass es im Ausstellungsraum keine anderen Optionen als die von uns bereits identifizierten gab (unglaublicherweise war scheinbar kein anderes Highboard auch in weiß lieferbar), ließen wir uns ein Angebot für das bereits beschriebene Möbelstück machen. Der Korpus entsprach noch der ausgestellten Variante, doch spätestens als wir für die Rückseite in Spaltzholz, den LED-Spot, den Trafo UND das Kabel jeweils einen Aufpreis zahlen sollten, wurde ich etwas skeptisch. Unsere Stimmung schlug vollends um, als wir das edle Stück dann auch noch selbst hätten abholen und montieren müssen .. nein, eine Lieferung sei bei den Konditionen auf gar keinen Fall mehr möglich. Okay, nachdem ich an diesem Tag bereits unsere Bank geordert hatte, konnte ich mich zu einem weiteren Kauf unter derart unbefriedigenden Rahmenbedingungen dann doch nicht hinreißen lassen.

Es begann also erneut der bereits vertraute Prozess: Simulieren, Googeln, an Alternativen verzweifeln, Grübeln und das nächste Wochenende für weitere Besichtigungen reservieren. Zwischendurch gab es jedoch einen Lichtstreif am Horizont, denn über das Internet fand ich einen sehr freundlichen und zugänglichen Fachhändler der Möbelmarke unseres Vertrauens. Dieser beriet uns sehr freundlich bezüglich unterschiedlicher Konfigurationsmöglichkeiten des Wunschhighboards und machte uns dann auch noch einen Preis, der trotz Lieferung quer durch Deutschland rund 30% unter dem lokalen Angebot lag. Das das avisierte Lieferdatum auch noch rund zwei bis drei Wochen früher und damit eher an unserem Zieltermin lag, sprach weiterhin für diese Option. Trotzdem unternahmen wir am darauf folgenden Wochenende einen weiteren Versuch bei den hiesigen Anbietern fündig zu werden – vergeblich.

Und so schlossen wir auch das Kapitel Highboard mit einem guten Gefühl und relativ zügig ab. Leider gab es diesmal kein 3D-Modell des Herstellers, so dass ich (ein wenig stümpferhaft) selbst aktiv werden musste – für einen ersten Eindruck sollte es jedoch reichen.

Eindruck des Highboards im Rendering - wirkt doch recht gut gelungen
Eindruck des Highboards im Rendering – wirkt doch recht gut gelungen

Möbeltechnisch näherten wir uns also mit Ausnahme des Tisches nach wie vor dem Zielzustand. Glücklicherweise gibt es jedoch auch zu diesem Thema erste positive Weiterentwicklungen zu vermelden. So gelang es uns (Dani) einen örtlichen Steinmetz mit Serviceorientierung und Zugang zum Medium Internet bzw. E-Mail zu finden, was zumindest einmal sehr hoffen lässt. Bezüglich des Untergestells ist zwar auch hier die Zusammenarbeit mit einem separaten Anbieter („Schlosser“) erforderlich, doch war unser Ansprechpartner hier zumindest optimistisch recht zügig zu einer annehmbaren Lösung zu kommen. An dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber übrigens erwähnt, dass wir rund 1,5 Wochen zuvor schon einmal ein ähnliches Erlebnis hatten .. hier stellte sich nach mehrmaligem Nachfragen dann aber heraus, dass Schlosser und Steinmetz auf Grund finanzieller Ausstände nicht mehr mit einander reden – blöd. Umso mehr freute ich mich, dass sich kurzfristig die Gelegenheit ergab den Steinexperten unseres Vertrauens im „Nachbarort“ (10km entfernt) zu besuchen. Dort wurden wir recht freundlich empfangen und konnten uns zunächst intensiv zu den Unterschieden zwischen Marmor und Granit bzw. den jeweiligen Materialeigenschaften und Preisen beraten lassen. Um es kurz zu machen (Menschen die mit dem Thema bereits vertraut sind, halten uns womöglich für hoffnungslos naiv): Marmor reagiert äußerst empfindlich auf Säure (und Fett) und kann in Abhängigkeit der jeweiligen Qualität sehr schnell irreparable Flecken bekommen. Etwas höherwertige Varianten sind nicht ganz so offenporig, dennoch ist eine gewisse Sorgfalt und Pflegeaffinität hier recht wichtig. Andererseits gibt es beim Marmor farblich sehr interessante Muster und Variationen, während Granit hier etwas „dezenter“ ist. Zusammenfassend könnte man also sagen, dass Granit eher für den praktischen Nutzen und die Langlebigkeit bekannt ist, während Marmor dem Auge schmeichelt. Aus einer rein betriebswirtschaftlichen Sicht waren alle für uns interessanten Optionen übrigens weitestgehend ähnlich, so dass dies nicht der treibende Faktor sein sollte.

Nach dem eher abstrakten Vorgespräch führte uns der Steinmetzmeister bereitwillig durch seine Werkstatt und sein Lager und wir bekamen einen Eindruck davon, wie stark einzelne Platten einer bestimmten Natursteinart von einander abweichen können. Während beispielsweise einige Exemplare des Marmors „Avorio“ eher beige wirken, gehen andere deutlich ins rosa. Auch die Intensität der „Maserung“ (man verzeih mir die laienhafte Formulierung) kann von Platte zu Platte stark abweichen. Konkret bedeutet dies, dass man sich idealerweise genau die Platte aussucht, welche später auch den Tisch bilden soll. Trotz des interessanten Gesprächs und der durchaus beeindruckenden Führung ist zum jetzigen Zeitpunkt übrigens noch keine Entscheidung gefällt. Zum einen würden wir – da wir auf dem Tisch auch essen wollen – eher zu Granit tendieren und zum anderen gibt es leider noch keine Infos vom Schlosser. Aber immerhin, wir haben eine Preisindikation, wir haben wieder etwas gelernt und wir haben einen sehr netten lokalen Handwerksbetrieb kennen gelernt.

Themenbruch .. aber: Auch im Rhein Main Gebiet schneit es ab und an
Themenbruch .. aber: Auch im Rhein Main Gebiet schneit es ab und an. Macht die Besichtigung nicht gerade einfacher

Weiter geht es mit einer weiteren Kleinigkeit, die ich zumindest erwähnenswert finde: Unseren neuen Steckdosen mit Flachstecker. Konkret gesprochen geht es darum, dass sowohl unsere Vitrine als auch unser neues Highboard zwangsläufig unmittelbar vor einer (mehreren) Wandsteckdosen stehen werden. Dies ist natürlich zum einen recht praktisch (da so zumindest die Stromversorgung der jeweiligen Beleuchtung sichergestellt ist), verhindert zum anderen jedoch einen wandnahen Aufstellort sowie eine Fixierung am Mauerwerk. Insbesondere bei unserer Massivholzvitrine in voller Höhe wäre diese aber sehr wünschenswert. Die Lösung fand sich – wie so oft – via Google. Schulte Elektronik (und andere) bietet hier sogenannte Steckdosenleisten mit Flachstecker in unterschiedlichsten Ausführungen und Farben, die problemlos und kurzfristig über Conrad bezogen werden können (Link ohne Verkaufsabsicht). Da wir zumindest einen geringen Teil unserer neuen Errungenschaften schon mal in der Hand halten wollten, haben wir die Steckdosenleisten verteilt über zwei Besuche auf der Zeil direkt besorgt. In der Realität sind die Artikel übrigens wirklich beeindruckend „flach“ und wirken angenehm hochwertig. Eine viel intelligentere Lösung um zugestellte Steckdosen dennoch verwendbar zu machen, kann ich mir eigentlich kaum vorstellen. Mit Hinblick auf die meist omnipräsenten Fußbodenleisten tendiert auch der erforderliche Zusatzwandabstand gen 0.

Kein geniales Bild .. aber immerhin eines, das verdeutlicht
Kein geniales Bild .. aber immerhin eines, das verdeutlicht

Die nächste offene Baustelle (man merkt, wir haben viele davon) bestand in unseren Deckenleuchten. Zwar werden seitens des Vermieters recht hochwertige Einbauspots (220V, d.h. ohne Trafo) mit Schwenkmechanismus verbaut, doch erfolgt die Bereitstellung selbiger ohne Leuchtmittel. Für die verbaute Fassung (GU10) bieten sich folglich zwei Alternativen, die gegensätzlicher kaum sein könnten: Klassische Halogen-Reflektor Spots mit ca. 40vWatt (warm, energieintensiv, günstig in der Anschaffung, sehr retro) oder Retrofit-LED-Leuchmittel mit 4 Watt (günstig im Betrieb, teuer in der Anschaffung, absolut modern, für uns Neuland was das Thema Lichtfarbe etc. angeht). Das Bauchgefühl signalisierte es uns bereits ganz früh: Es sollten LED-Leuchtmittel werden. So sahen wir uns also im Rahmen unseres nächsten Präsenztermins vor Ort die Spots unseres „Nachbarn“ an und lauschten aufmerksam seinen professionellen (er arbeitet in diesem Umfeld) Erfahrungen. Auch hatten wir die Gelegenheit Lampen vom Typ „extra-warmweiß“ (klassische 2700K) mit „warmweißen“ (3000K) zu vergleichen. Was soll ich sagen .. extra-warmweiß wirkte uns zu gelblich und verfälsche die Farben doch sehr, warmweiß ist dagegen ein wenig kälter als man dies gewohnt ist, wirkt dabei aber sehr rein und trotzdem nicht zu kühl. Nach einiger Grübelei entschieden wir uns daher dafür einheitlich in der gesamten Wohnung (d.h. Flur, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Gäste-Bad, Bad, Küche und Balkon) identische Spots mit einer Lichtfarbe von 3000K und einem Abstrahlwinkel von 40 Grad bei 4 Watt Leistung verbauen zu wollen. Dazu kommt noch der Bedarf nach vier weiteren Leuchten für unsere neue Deckenlampe im Arbeitszimmer – zukünftig wollten wir auch hier nur noch auf standardisierte und allzeit verfügbare GU10-Ware setzen. Zieht man zu den bereits genannten Rahmenparametern auch noch die Kriterien „akzeptable Ansehnlichkeit“ und „optische Kompatibilität zu den Einbauspots“ hinzu, schränkt sich die Varianz in Frage kommender Leuchtmittel doch sehr ein.

So gelangten wir relativ schnell zu einer gewissen Fixierung auf LED-Spots vom Typ Philips MasterLED 4W, die eigentlich hervorragend in das Gesamtbild passten. Das selbige theoretisch auch noch dimmbar sind, lässt natürlich weiteren Optimierungsspielraum in der Praxis und freute uns. Das dieses Modell aus der Business-Serie von Philips stammten eher weniger .. insbesondere mit Hinblick auf die doch relativ große Anzahl benötigter Leuchtmittel (45 Stück) ist hier ein gewisser Kostenfaktor nicht zu leugnen. Nun ja .. um an dieser Stelle erneut etwas abzukürzen: Nach langer Suche, vielen Verhandlungen und stetigem Bemühen gelang es uns einen zumindest akzeptablen Preis zu realisieren (die Mehrkosten im Vergleich zu Halogen-Spots werden wir vermutlich trotzdem nie wieder „reinleuchten“). Spannend sind hier übrigens die Differenzen am Markt .. Preisschwankungen um 200% (x45) sind hier durchaus nicht unüblich.

So sieht er übrigens aus, der typische Simulationsarbeitsplatz (mit reinstem Orangensaft..)
So sieht er übrigens aus, der typische Simulationsarbeitsplatz (mit reinstem Orangensaft..)

Ich hätte an dieser Stelle noch viele Gedanken .. zu unseren Irrungen mit Unity Media, zu den Verkäufen unserer alten Möbel und natürlich auch zu meinem neuen Lieblingsthema „Gardinen“ bzw. Plissees .. aber da der Wortzähler die 2000 schon wieder deutlich durchbrochen hat, müssen an dieser Stelle noch Themen offen bleiben.

Abschließend der Hinweis: Der Umzugs-Countdown-Kalender 2.0 (jetzt bunter, handlicher, schicker und irgendwie funktionaler) mit eigenem „Logo“ zeigt eine große 29 – und es ist immer noch sehr viel zu tun!

Umzugskalender 2.0. Ich bin fast ein bisschen stolz
Umzugskalender 2.0. Ich bin fast ein bisschen stolz

Back in Snow: Beginn der Skisaison 2013 im Zillertal

Es war ein ausgesprochen ruhiger Morgen, der vorletzte Tag des bereits etwas müden 2012, als wir nach fast neun Monaten Abstinenz wieder auf die Ski-Pisten dieser Welt zurückkehrten.

Zuvor wurde die Ende März sorgfältig eingelagerte Ausrüstung Stück für Stück aus dem Winterschlaf befreit und in Teilen erneuert bzw. verbessert. Passend zu der schon lange überfälligen Skikleidung wurden Helme gesucht und bestellt, ferner kamen Danis Ski kurzfristig zum kleinen Service (nur Wachsen; die Kanten waren laut Aussage des Schleifers noch in Ordnung).

Bei meinen Skiern entfiel dieser Prozess, da ich mich frecherweise über den Sommer dazu entschieden hatte meine Atomic Vario Carbon mit 166cm Länge durch ein paar Atomic D2 Varioflex 75 zu ersetzen. Im Rahmen dieses „Upgrades“ konnte ich auch auf mit 157cm etwas kürzere Bretter umsteigen, was sich später als recht gute Entscheidung herausstellen sollte (auch insgesamt bin ich mit den Skiern sehr zufrieden, da sie Vibrationen doch merklich besser dämpfen).

Die Anschaffung der Skiklamotten hat sogar noch etwas mehr Spaß gemacht, zieht sich die Auswahl und der Kauf von zwei paar Hosen plus Jacken plus Second Layer Shirts + Ski-Socken doch naturgemäß über mehrere Etappen. Wir haben in diesem Zusammenhang u.a. das Salomon Outlet in der Nähe von München sowie das Wertheim Village besucht – in beiden Fällen mit wenig Erfolg. Die meisten Artikel stammen letztendlich aus einem sehr guten Sportladen nahe der Zeil (Sportarena), der neben einer tollen Auswahl zum Zeitpunkt unserer Suche auch sehr interessante Angebote zu bieten hatte.

Bestens vorbereitet und heiß auf den Schnee freuten wir uns also sehr, als die Bedingungen am 30.12.2012 einen schönen Skitag zulassen sollten. So fielen wenige Tage zuvor immerhin 20cm Neuschnee, was die etwas dünne Schneedecke (selbst auf dem Berg nur ca.85cm) immerhin ein wenig auffüllte. Die Anreise so kurz vor dem Jahreswechsel verlief deutlich entspannter als bei unserem Trip ins Zillertal im März, so dass wir nur rund 1,5h nach Abfahrt guter Laune auf dem recht leeren Parkplatz der Talstation in Kaltenbach ankamen. In diesem Zusammenhang sei übrigens angemerkt, dass mit viel Tetris-Erfahrung und gutem Willen tatsächlich vier paar Ski in die originale BMW Ski Tasche (Pro) passen und sich diese immer noch durch die Durchreiche der 5er Limousine führen lässt. Zuvor hätte ich die Machbarkeit dieser Maßnahme entschieden bestritten 😉

"Fast" wie in der Werbung ;-)
„Fast“ wie in der Werbung 😉

Der Start in den Skitag verlief dann etwas holprig, denn die Gondelbahn hatte bereits ca. 500m nach Verlassen der Talstation massive Probleme uns weiter gen Gipfel zu bewegen. Nach einem längeren Stopp irgendwo im nirgendwo (mit hervorragendem Blick auf die parallel verlaufende Bahn, die kontinuierlich glückliche Skifahrer nach oben beförderte) blieb sie unterwegs noch mehrmals kurz stehen .. so stellt man sich guten Service eigentlich nicht vor. Oben angekommen herrschten jedoch gute Bedingungen – wir ließen den Nebel des Tals hinter uns und fanden uns in Mitten einer schönen Schneelandschaft mit besten Bedingungen und unter einem strahlend blauen Himmel wieder – schöner kann der Beginn der Saison fast nicht sein. Die ersten Meter auf den Brettern fühlten sich dann zwar etwas ungewohnt an, verliefen jedoch ohne weitere Auffälligkeiten. Als wir uns einige Minuten später nahe des Gipfels wiederfanden, ging der Spaß so richtig los. Als ob es kaum eine Pause gegeben hatte wedelten wir die Pisten herunter (in sofern man bei unserem aktuellen Fähigkeitslevel von Wedeln sprechen kann) und genossen den Tag.

Sandy und Dani voller Erwartung in der schaukelnden Gondel
Sandy und Dani voller Erwartung in der schaukelnden Gondel
Im Hintergrund das neblige Tal ;-)
Im Hintergrund das neblige Tal 😉

Eigentlich hätte alles gut sein können, wenn ich nicht nach rund 1,5h aus bisher ungeklärter Ursache gestürzt und Dani Augenblicke später in mich hineingefahren wäre („Ich hab nur noch eine blaue Kugel gesehen .. da ging nix mehr“). Als wir beide wieder Kontrolle über unsere ein paar Meter gerutschten Körper hatten, fehlten Dani beide Ski, während sie im Gegenzug drei blaue Flecken erhalten hat. Mindestens eines ihrer Bretter hat sich wohl beim Kontakt mit meinem Ellenbogen verabschiedet, welcher sogar heute noch ziemlich weh tut (aber weder blau noch dick ist). Zum Glück ging es uns sonst gut; das Equipment war noch ganz und bevor wir uns versahen, half uns ein sehr freundlicher Skifahrer auf, unterstützte beim Anschnallen und wünschte uns trotzdem weiterhin viel Spaß – so stellt man sich Kollegialität auf der Piste vor.

Morgenfeeling auf der Piste - was will man mehr?
Morgenfeeling auf der Piste – was will man mehr?

Bis ca. 11:00 Uhr verlief der Tag ansonsten bestens – gute Pistenverhältnisse, schöne Abfahrten, wie aus dem Hochzillertal bereits gewohnt schnelle Lifte und relativ geringe Wartezeiten. Doch spätestens dann kam es, wie es kommen musste: Es wurde voll. Nachdem wir das erste mal mehr als 10 Minuten anstehen mussten, entschieden wir uns zu einer etwas vorgezogenen Mittagspause – zurückblickend keine schlecht Idee. Nach einem tollen Essen auf ca. 2000m höhe und bei konstant schönem Sonnenschein, ging es frisch gestärkt auf die mittlerweile wieder etwas weniger frequentierten Pisten.

Verdiente Mittagspause mit Skifahrer Brause, Dani und Teichi
Verdiente Mittagspause mit Skifahrer Brause, Dani und Teichi

Am Ende des Tages lautete unsere Statistik laut Skiline so: 7.158 hm, 92 Pistenkilometer, 18 Liftfahrten, 414 Minuten Spaß. Bis auf die Minuten der Kollision würde ich diese Zusammenfassung vorbehaltlos unterschreiben, obgleich ich bei den Pistenkilometern irgendwie am Zweifeln bin (das nächste mal also doch wieder per GPS messen, denn dieser Wert ist leider nicht plausibel) 😉

Doch unser Skierlebnis im Zillertal sollte damit nicht enden: Eigentlich (…) wollten wir bereits am 01.01.2013 wieder hoch motiviert in den Schnee starten. Auf Grund eines kleinen gesundheitlichen Zwischenfalls (super Start in das neue Jahr) mussten wir unsere Pläne jedoch verschieben, so dass wir erst gegen 12:00 Uhr des 02.01.2013 in Zell am Ziller zu Freunden stoßen sollten, die dort eine recht nette Hütte im Tal gemietet hatten. Um selbige noch am gleichen Tag auf der Piste treffen zu können, begaben wir uns nach telefonischer Anweisung mit dem Auto nach Gerlos. Die Fahrt dorthin verlief über den Gerlos Pass und ich war ziemlich glücklich, dass in den letzten Tag wenig Neuschnee gefallen war. Auf engen Kurven konnte sich die Aktiv Integrallenkung austoben und der Durchschnittsverbrauch bewegte sich zumindest ansatzweise in Richtung seines gewohnten Niveaus. Rund 30 Minuten später schleppten wir unsere Ski gen leerer Gondel und ließen uns bei recht freundlichen Wetterbedingungen in Richtung Gipfelstation transportieren. Dort angekommen trafen wir auf ein ziemliches Gewusel an Kindern und Anfängern, dem wir durch ein paar Abfahrten in Richtung Isskogel entkamen. Dani war so gut in Form, dass sie gleich den zweiten Lift springend statt fahrend verließ (im Übrigen unter lautem Beifall der umstehenden Skifahrer) – es verhieß ein spannender Tag zu werden 😉 An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir die Liftanlagen in der Zillertal Arena insgesamt als weniger komfortabel, etwas „nostalgischer“ und weniger Anfänger-freundlich als im Hochzillertal empfunden haben .. insgesamt stellt dies jedoch kein Problem dar.

Micha im Schnee .. so macht der Winter Spaß
Micha im Schnee .. so macht der Winter Spaß

So kurvten (carvten) wir also eifrig in Richtung Übergangsjoch und wie der Name schon vermuten lässt, hatten einige Pisten eher Ziehwegcharakter. Auffällig fand ich die teilweise sehr langen Liftpassagen (die Fahrt auf dem Krimml-X-Press inklusive Zwischenstation entspricht gefühlt schon fast dem zeitlichen Umfang eines Einkehrschwungs), die stellenweise in ungewohnt luftiger Höhe erfolgen. Dies in Kombination mit stellenweise auftretendem Nebel lässt einem schon manchmal ein wenig den Bauch kribbeln .. insbesondere wenn die Fahrt mal wieder abrupt stoppt. Irgendwann erreichten wir den ausgemachten Treffpunkt, schnallten unsere Ski ab und begannen zu warten. Wir warteten und warteten, studierten den Pistenplan bis wir ihn auswendig kannten, rannten durch den Schnee und versuchten unsere kälter werdenden Füße bestmöglich zu wärmen. Die Sonne ging, der Nebel kam, wir blieben allein. Dann irgendwann, nach ca. 35 Minuten des frostigen Wartens (zum Glück war es nicht wirklich kalt..) und kurz bevor wir wieder weiterziehen wollten, gesellten sich unsere Bekannten zu uns. Gemeinsam mit den bereits einigermaßen ortskundigen Fahrern steuerten wir in Richtung Königsleitenspitze, wo teilweise sehr tolle Pisten zu bewundern waren. Insbesondere die rote 36a, zu erreichen mit dem Fussalm-Express (selbige ist übrigens meiner Meinung nach nicht so der Hit und recht kostenintensiv), hat es uns angetan. Eine tolle Piste mit einigen einladenden Buckeln direkt am Rand sowie einer Half-Pipe kurz vor der Liftstation (wenn man es sich denn zutraut .. wir eher noch nicht). Leider ging dieser Skitag recht schnell zu ende, so dass wir gegen 16:00 Uhr mit Hinblick auf die zunehmend schlechter werdenden Bedingungen die Talabfahrt antraten. Selbige ist mir als ausgesprochen schön im Gedächtnis geblieben – nicht zu langweilig, nicht zu eng, nicht zu frequentiert, nicht zu kurz .. Skifahrer-Herz, was willst du mehr. Während unsere Begleiter sich zum Skibus begaben, enterten wir den treu wartenden BMW (Fünf Personen plus Equipment plus Reisegepäck hätten einfach keinen Platz gehabt). Auf dem Weg zurück zur Hütte bewunderten wir nochmals den schön gelegenen und ziemlich chicen Ort Gerlos .. nicht der schlechteste Ort zum Leben 😉 Auch die Rückfahrt in Richtung Zell am Ziller bot erneut tolle Aussichten und faszinierende Impressionen mit Blick auf das in der Dämmerung versinkende Tal .. einfach toll. Kurze Zeit später durfte ich dieses szenische Schauspiel übrigens erneut bewundern, denn irgendwie waren die Skibus-Verbindungen zu diesem Zeitpunkt wohl nicht so toll, so dass ich gleich noch mal nach Gerlos und zurück fahren durfte.

Am Horizont: Dani auf dem Weg gen Tal
Am Horizont: Dani auf dem Weg gen Tal

Am Folgetag war von unseren Bekannten eine Skisafari von Gerlos nach Königsleiten und anschließend zurück nach Zell am Ziller (diesmal jedoch auf Brettern) geplant. Wir begaben uns morgens also per Skibus (fuhr direkt vor der Hütte ab) in Richtung Gerlos und ich genoss es, diese Strecke auch mal als Beifahrer bewundern zu dürfen. Ansonsten blieb mir der Bus jedoch vor allem als eng und langsam im Kopf .. unser Fall war dies eher weniger. Ansonsten verlief so eine Skisafari genau so, wie man es sich grob vorstellen würde: Vieeeel Lift fahren, recht wenig Skifahren und stets eine gewisse terminliche Verbindlichkeit im Hinterkopf (ein Taxi von Gerlos nach Zell hätte ca. 45€ gekostet). Leider kam in unserem Fall dazu, dass am 03.01. abermals deutlich mehr los war, als z.B. am 30.12.. So warteten wir stellenweise mehr als 20 Minuten am Lift, geprägt von ständigem Drängeln und sinkender Stimmung. Auch an den Gondeln herrschte so viel Gewusel und Gedrängel, wie ich es noch nicht erlebt hatte. Beim Versuch nach oben zu kommen, begaben sich die Leute (mangels fehlender Absperrungen) immer weiter in Richtung Einfahrpunkt der Gondeln, so dass sie recht bald nahe der Betonkante standen. Hielt man sich im eigentlichen Einstiegsbereich auf, war man quasi chancenlos – nervig.

Kein Finger vor der Linse sondern tatsächlich Nebel
Kein Finger vor der Linse sondern tatsächlich Nebel

Leider wurden wir vor allem nach unserer Mittagspause mit zunehmend schlechter werdenden Witterungsverhältnissen konfrontiert. Es stellte sich ein feiner Schneegriesel ein, der vom auffrischenden Wind (bis zu 40 km/h) direkt in unsere Gesichter geblasen wurde. Dies ging kurze Zeit später mit deutlich schlechter werdenden Sichtbedingungen einher, so dass sich die kollektive Masse an Skifahrern eher schlecht als recht die bereits raus ausgefahrenen Pisten herunterquälte. Insbesondere im bereits erwähnten Krimml-X-Press (der Verbindung zurück nach Zell am Ziller) verging uns die Laune arg: Horizontal anfliegende Schneeflocken, getrieben von einem kräftigen Wind, ließen die lange und recht hohe Liftfahrt zur Ewigkeit werden und förderten den Wunsch nach einer heißen Dusche. Vom Übergangsjoch begaben wir uns dann auch auf recht direkten Pfaden in Richtung Rosenalm und von dort aus mit der Karspitzbahn zurück ins Tal. Dort angekommen kam auch recht schnell der Bus; schade nur, dass unsere Unterkunft die letzte Station der Route war (nie wieder!). Die Skiline-Statistik dieses Tages ist irgendwie zu lückenhaft, kommt sie doch auf 14 Liftfahrten (obgleich hier laut grafischer Darstellung definitiv einige fehlen) aber nur 30 Pistenkilometer.

Schlechtes Wetter, gute Laune
Schlechtes Wetter, gute Laune

Es war gegen 16:30 Uhr als wir wieder in unserer Unterkunft ankamen, und schon im Lift trafen wir die Entscheidung: Heut geht es zurück nach Haus. Nach 15 Tagen unterwegs und mit Hinblick auf die für den Folgetage abermals schlechter angesagten Wetterbedingungen freuten wir uns sehr auf die Rückkehr in die heimische „Basis“. Auch die geradezu furchteinflößenden Verkehrsverhältnisse aus dem Tal heraus und gen Norden, welche wir auf der Fahrt nach Zell am Ziller im Rahmen unserer Anreise beobachtet hatten, trugen einen gewichtigen Teil zu dieser Entscheidung bei. In der Tat stand der Verkehr am 02.01. fast auf die gesamte Länge von der Autobahnauffahrt bis weiter hinter Kaltenbach.

Das Fazit dieser ersten Skitage der neuen Saison: Auch die Zillertal Arena bietet einige schöne Abfahrten und mit seinen insgesamt drei verbundenen Hauptgebieten viele Möglichkeiten. Moderner wirkt jedoch das Hochzillertal. Skifahren über Neujahr kann man machen .. genügend Geduld für eine ganze Woche im Schnee mit derart vielen Menschen hätte ich aber nicht.

Die Rückfahrt nach Frankfurt verlief übrigens (inkl. Tanken und Versorgungsstopp bei McDonalds) in knapp unter 5h trotz viel Regen recht problemlos; das Zillertal bleibt daher in gut überbrückbarer „Schlagdistanz“.

Umzugsplanung: Gar nicht so einfach, wie man denkt

Ein Umzug ist üblicherweise eine ziemlich große Herausforderung. Wenn man diese schon mehrfach gemeistert hat, kommt man vielleicht zu dem Entschluss, dass ein professioneller Dienstleister vieles leichter machen würde – zu dieser Entscheidung gelangten wir zumindest und so war auch rasch die erste Aufgabe definiert: Anbieter finden.

Konsultiert man Freund Google zu dieser Aufgabe, gelangt man bald zu einer schier endlosen Flut an Portalen, Services und Vermittlungsagenturen. Nur mal schnell zusammen geklickt wie viele Räume von wo nach wo umgezogen werden müssen, Wunschzeitraum definieren und schon flattern qualifizierte, zuverlässige und vollständige Angebote nur so ins Haus .. könnte man naiverweise meinen. Spätestens nach dem fünften „Ich will alles sehen .. ihr Haus, ihr Auto, ihre Möbel“-Anruf, beginnt man den Prozess der Anbieterwahl möglicherweise nochmals etwas zu verfeinern.

In Rücksprache mit Freunden und Bekannten gingen wir also der Maxime nach: Beschreibe alles so detailliert wie möglich, lasse den Anbietern möglichst wenig Freiraum für Interpretationen und stell alles auf myHammer. Gesagt, getan. Also listeten wir auf, vermaßen, grübelten, legten fest was hier bleiben konnte, lasen andere Umzugsauschreibungen und malten lustige Skizzen. Nach einigen Stunden (welche sich über mehrere Tage erstrecken), war es soweit: Unsere Umzugsausschreibung war fertig und konnte zusammen mit einem ersten Preiswunsch eingestellt werden. Dies taten wir gegen 21:00 Uhr abends und die Reaktion erinnerte mich an einen Autoverkauf über die einschlägigen Portale – wenige Augenblicke nachdem die Anfrage online war, trafen die ersten Angebote ein. Manche waren detaillierter, bei anderen hatte man den Eindruck, dass die Unterlagen überhaupt nicht gelesen wurden. Für unseren Umzug von ca. 30m³ (inklusive 55 Kartons) aus dem EG in das 1. OG bei einer einfachen Fahrtstrecke von 9km trafen Offerten von 720€ bis 1950€ ein – durchaus interessant.

Wir haben einen Plan!
Wir haben einen Plan!

Die Wahl des Anbieters schlossen wir rund eine Woche später ab – am 28.02.2013 werden wir also Allianz-versichert nach Oberursel ziehen – ich bin gespannt. Eine Vor-Ort-Besichtigung wollte die gewählte Firma übrigens nicht nochmals durchführen – Zitat: „Ihr Angebot ist so detailliert, da ist das nicht nötig.“.

Parallel zu diesen Aktivitäten besuchten wir die einschlägigen Möbelpaläste der Region und konnten uns auch recht zügig auf eine neue Couch bzw. zwei neue Sofas einigen – im Rahmen des Umzugs wollen wir das Layout des Wohnzimmers wie auf den ersten Renderings gezeigt etwas verändern und uns in diesem Zusammenhang auch von unserer bisherigen Sitzecke trennen, welche einfach nicht in die neue Wohnung passen würde. Der Jahresbeginn scheint mit Hinblick auf die aktuell omnipräsenten Rabattaktionen nicht der schlechteste Zeitraum für einen Möbelkauf zu sein, so dass wir nach rund 2h im Einrichtungshaus unserer Wahl recht zügig einen rundum passenden Kauf abschließen konnten – inklusive Lieferung im Wunschzeitraum (KW10). Bis hierher war also alles gut: Umzug geplant, Couch-Problem gelöst, alle glücklich.

Ziemlich genau so soll unser Wohnzimmer aussehen – nur nicht so unscharf
Ziemlich genau so soll unser Wohnzimmer aussehen – nur nicht so unscharf
Form: Genau so; Stoff und Farbe: Etwas anders (Textilleder in Light Brown soll es werden)
Form: Genau so; Stoff und Farbe: Etwas anders (Textilleder in Light Brown soll es werden)

In unserer Vorplanung kamen wir zudem in der Tatsache überein, dass wir einen neuen Couchtisch brauchen. Bisher hat uns hier rund drei Jahre LACK von Ikea begleitet (man muss seine Sünden auch mal gestehen), was ca. 2,9 Jahre zu lange war. Ernsthaft, Widerstandsfähigkeit, Materialanmutung und Passgenauigkeiten waren bei unserem Exemplar zumindest verbesserungswürdig. Also gut, Zeit sich einen bereits lange gehegten Wunsch zu erfüllen .. und Wunscherfüllung macht ja eigentlich immer Spaß, oder? Die Erfahrung der letzten drei Wochen sagt eindeutig: Tut sie nicht.

Passend zu unserer neuen Wohnung, die im Bad, in der Küche, im Treppenhaus und bei sämtlichen Fensterbänken auf Granit setzt, hätten wir nämlich gern eine Tisch aus eben jenem Material. Ein bisschen chic darf er auch sein, und da wir ab und zu auch daran essen wollen, wäre es toll, wenn er mindestens 45cm, besser 50cm hoch wäre. Diese zunächst trivial klingenden Kriterien führen zum Ausschluss nahezu aller Mainstream-Produkte der verschiedensten Preisklassen. XXLMöbel, Segmüller, W-Raum Markenoutlet in FFM und Wiesbaden – wir haben viel gesehen, gepasst hat nichts. Obgleich wir uns in das Design einiger Rolf Benz Modelle sofort verliebt hatten, sind 34cm Höhe einfach ca. 15cm zu wenig. Was tut man, wenn Standard-Ware versagt? Genau .. man sucht nach jemanden, der maßanfertigt. Glücklicherweise gibt es im Internet gleich mehrere Firmen, die sich auf passgerechte Verbindung von Natursteinplatten und entsprechenden Gestellen spezialisiert haben. Leider gelang es uns bis heute jedoch nicht hier eine ideale Übereinkunft aus Design, Abmessungen, Material und Preis zu finden. Wir arbeiten also zum aktuellen Zeitpunkt noch an einer Lösung…

Sowas in hoch (und etwas kostenattraktiver) - das wäre schon was!
Sowas in hoch (und etwas kostenattraktiver) – das wäre schon was!

Als nächstes durften wir ein weiteres mal in unsere Wohnung, um verschiedene noch nicht so ganz geklärte Maße vor Ort nachprüfen zu können. Dabei konnten wir auch die Qualität unserer Renderings überprüfen und waren absolut begeistert – Simulation und Realität kommen sich bereits recht nahe. In diesem Zusammenhang konnten wir auch den mittlerweile verlegten Boden bewundern und uns an den bereits partiell aufgebauten Küche erfreuen .. alles toll. Jedenfalls fast alles, denn vor Ort stellte sich heraus, dass wir noch ein Accessoire für den Flur und irgendein Möbelstück für die etwas kürzer als angenommene Küche benötigen. Kein Problem, wir kannten die Möbelhäuser der Region ja bereits sehr gut, und so konnten wir beim dritten Besuch am dritten Wochenende die meisten Objekte in der Ausstellung bereits aus der Entfernung freudig mit Namen und Preis ansprechen.

Vergleich zwischen Rendering und Realität: Vielversprechend
Vergleich zwischen Rendering und Realität: Vielversprechend
Die Küche in der Entstehung
Die Küche in der Entstehung

Um an dieser Stelle etwas abzukürzen (würde man alle Details erzählen, man könnte die Tastenbeschriftungen dieses Eingabegeräts abradieren), einigten wir uns darauf, dass zukünftig eine möglichst naturnahe Echtholzbank als Eyecatcher unseren Flur zieren sollte. Wir fanden (etwas später) heraus, dass man unser Wunschdesign „Baumkante“ nennt, und es gar nicht so einfach ist ein geeignetes Produkt zu finden. Zunächst dachten wir auch gar nicht, dass wir dies müssten, da im Einrichtungshaus unseres Vertrauens eigentlich (…) ein rundum gelungenes Modell auf uns wartete. Eigentlich (…) trennte uns nur der Preis, und dieses Problem konnten wir mental mit etwas Ruhe zumindest weitestgehend adressieren. Wie wir jedoch eine äußerst unfreundliche (aber zumindest ehrliche) Beratung später herausfanden, stehen die Verkäufer in einem Möbelmarkt nicht zwangsläufig hinter allen Produkten. Es gibt sogar Produkte, von denen sie ganz aktiv abraten .. da „wir schon Möbel gesehen haben, die hatten mit denen in der Ausstellung hier gar nichts zu tun“. Schade, dass eben dieser Mitarbeiter meine Frage nach Qualitätssicherung auch bei Naturprodukten mit den Worten konterte „auf dieser Basis berate ich sie nicht weiter“, aber man lernt im Leben halt nie aus. So verließen wir den Laden zwar mit einem reinen Gewissen, aber ohne Bank .. und suchten erneut im Internet. Auch für Echtholzbänke gibt es übrigens ganz tolle Individualhersteller .. mal schauen, wie es hier weiter geht 😉

Schön wär's (sie) gewesen..
Schön wär’s (sie) gewesen..

Das Thema „Küchenzeile zu kurz, Küche zu lang“ bedurfte einer weiterführenden Analyse, die wir mit Hilfe unserer 3D-Simulation glücklicherweise sehr realitätsnah durchführen konnten. Auch hier stellte sich über die verschiedensten Iterationsstufen heraus, dass ein Highboard in weißer Optik (passend zum Design der Küche) offensichtlich der ideale Kandidat zur Besetzung dieser offenen Stelle sein wird. Vor diesem Hintergrund geht es demnächst übrigens wieder in den Möbelmarkt .. mittlerweile warte ich darauf, dass man uns per Handschlag begrüßt.

So oder so ähnlich soll unser Wohnzimmer nach neuesten Erkenntnissen einmal aussehen...
So oder so ähnlich soll unser Wohnzimmer nach neuesten Erkenntnissen einmal aussehen…
...jedenfalls falls es uns gelingt dieses Highboard in der Realität auch aufzutreiben
…jedenfalls falls es uns gelingt dieses Highboard in der Realität auch aufzutreiben

Ich könnte an dieser Stelle noch von LED-Spots, Deckenleuchten, Lautsprecherständern (auch Kommoden, Anrichten oder Pflanzenständer), Plissees, Winkelsteckdosen und Acrylglasbildern in Übergröße berichten .. aber ich brauche ja noch offene Themen für die nächsten Wochen. Mein stümperhafter, selbstgebauter Umzugs-Countdown-Kalender zeigt heute eine große „38“ – und es gibt noch sehr sehr viel zu tun!

Die Zeit läuft! (von der Besorgung der Materialien habe ich ja gar nichts erzählt..)
Die Zeit läuft! (von der Besorgung der Materialien habe ich ja gar nichts erzählt..)

Function follows form? Umstieg auf MacOS

Nach acht Windows Generationen war es soweit .. ich konnte mich das erste mal nicht so wirklich mit der Optik und Handhabung einer neuen Version anfreunden. Ich habe Windows 3.1, Windows 95, Windows 98, Windows ME, Windows 2000, Windows XP, Windows Vista und Windows 7 als Desktop-Betriebssystem eingesetzt und mich mit diesen – trotz der teilweise negativen Kritiken der Fachpresse (vor allem bei Vista) – stets anfreunden. Teilweise habe ich sogar die Beta-Versionen verwendet, um möglichst frühzeitig erste Erfahrungen mit der „Next Generation“ sammeln zu können .. so natürlich auch bei Windows 8.

Da mich mein bisheriges Arbeitsgerät (HP Elitebook 8560p) eher genervt als erfreut hat und meine Gehversuche mit XenClient 2 leider eher unerfreulich verliefen, ließ ich mich sogar dazu verleiten die Windows 8 Consumer Preview quasi produktiv zu verwenden. Ich sortierte also fleißig Kacheln, wundert mich über die vergleichsweise völlig schwachen MetroApps und fragte mich konstant, wie ich jemals einem unbedarften Anwender erklären sollte, dass es einen Desktop gibt auf dem Anwendungen laufen und natürlich auch jene Applikationen, die eben nicht in der Taskleiste auftauchen. Sicher, auf einem Gerät mit Touchscreen würde die Welt noch mal anders aussehen .. aber auf meinem klassischen 15″-Arbeitsnotebook macht das tägliche Handling von Windows 8 weder Spaß, noch sah es besonders chic aus.

Dazu kam, dass ich einfach keine Lust mehr auf ein knapp 3kg schweres Gerät hatte, dass noch dazu alle 3h von einem ca. 1kg auf die Waage bringenden Netzteil gespeist werden wollte, was für den gemeinsamen Transport eine recht klobige und ebenfalls nicht ganz leichte Tasche bedingte. Mit der fremden Welt „MacOS“ liebäugelte ich bereits eh schon sehr lange und als Apple sich dann dazu entschloss ein leichtes, ausdauerndes Gerät mit HighEnd-Retina-Display im passenden Formfaktor (13″) herauszubringen, war es um mich geschehen. Nach zwei unruhigen Abenden war die Bestellung endlich ausgelöst; damit das Gerät auch im Business verwendet werden kann, orderte ich gleich noch für 28€ einen Thunderbolt auf VGA-Adapter (Beamer..) dazu. In Summe zwar eine sehr heftige Investition für eine 1,6kg leichte Flunder ohne dedizierte Grafikeinheit, aber ich glaube Vernunft ist nicht der treibende Faktor zur Anschaffung von Apple Produkten.

Die Lieferzeit überbrückten wir dann durch den ein oder anderen Besuch in den lokalen Apple Stores (zum Glück haben wir im Rhein Main Gebiet ja derer gleich zwei). Dort wurde das MacBook Air eifrig mit dem MacBook Pro Retina verglichen und überprüft, wie sich Microsoft Office (wie gesagt, das Gerät sollte ja mein Alltagsbegleiter werden und insbesondere im Dateiaustausch mit Kunden sind die Office Produkte von Microsoft nun mal unentbehrlich für mich) unter MacOS anfühlte. Bis auf die Tatsache, dass bei optimaler Auflösung etwas mehr auf das Display des Airs passt (1440×900 sind nunmal größer als die effektiv nutzbaren 1280×800 des Retina Displays), machte eigentlich alles einen sehr guten Eindruck. Wie sich später herausstellen sollte, war diese erste Impression doch etwas trügerisch.

Rettung aus der kalten Gruft
Rettung aus der kalten gelben Gruft

Bevor ich jedoch groß in Grübeln und Zweifeln kommen konnte, signalisierte mir die Packstation meines Vertrauens: Das Fallobst ist eingetroffen. Pünktlich vor der Fahrt ins Wochenende sammelten wir den unscheinbaren Karton ein und harrten der Dinge, die da kommen würden. Der Erstkontakt war so, wie man es erwarten würde; tolle Verpackung, geniale Haptik, geringes Gewicht. Die Ersteinrichtung verliefen dann ebenso wie die ersten Minuten mit MacOS sehr intuitiv und eigentlich sehr vertraut. Ein bisschen iOS, ein bisschen gesunder Menschenverstand und ein paar vertraute Applikationen (Chrome, Thunderbird, Dropbox) .. jaja, die Gesamtumstellung auf die Apfel-Welt wird schon kein Problem werden. Auch der sporadische Kontakt zum Unix-Unterbau gefiel mir sehr gut .. hier fühlt man sich auf angenehme Weise an die Gehversuche mit Linux erinnert.

Pack! Mich! Aus!
Pack! Mich! Aus!

Wie bei vermutlich jedem MacOS-Anfänger mit massivem Windows-Background kamen jedoch schnell die ersten Fragen auf: Warum nur sollen Ordner im Finder bei der Sortierung die gleiche Gewichtung wie Dateien haben, warum läuft eine Anwendung noch wenn ich sie eigentlich wie gewohnt beende und warum kann ich eine Anwendung nicht einfach und schnell auf die gesamte Bildschirmfläche maximieren? Pathfinder (als Finder-Alternative meiner Meinung nach unschlagbar .. und noch dazu deutlich cooler und funktionaler als der Windows-Explorer), ein wenig googeln und BetterTouchTool später (geniales Tool für verschiedenste Zwecke .. z.B. um Shortcuts zum Fenster-Management zu definieren) sah die Welt schon wieder besser aus. Das MBPr lief die versprochenen >6h, war dabei quasi unhörbar und das Retina-Display zeigte wiederholt seine Stärken. Es spiegelte wenig, bot die Möglichkeit bedarfsweise eine sehr hohe Auflösung anzuzeigen und brilliert besonders bei feinen bzw. sehr kleinen Inhalten, die extrem scharf wiedergegeben werden. Alles hätte so gut sein können (Ausnahme: Mausgesten unter Chrome .. aber das ist ein anderes Thema).

Einfach nur elegant
Einfach nur elegant

Dann kam Microsoft Office for Mac – Office 2011. Die Installation war problemlos, doch bereits wenig später begann der Spaß. Ein Excel-Workbook mit Macros (.xslm; Zeitnachweis) ließ sich mit Hinblick auf die integrierten Formeln zum Handling von Datumsangaben gar nicht vernünftig bearbeiten, Outlook lässt verschiedene Funktionen vermissen (z.B. Signaturen bei internen E-Mails nicht standardmäßig einfügen) und irgendwie hat Word ja – ebenso wie jede andere Anwendung – da oben so eine komische Menüleiste? An diese habe ich mich mittlerweile gewöhnt .. ebenso an den Mix des Menüs mit der Ribbon-Leiste. Word unter MacOS würde sogar fast anstandslos laufen, wenn es nicht beim Einfügen von Multimediainhalten (z.B. aus Powerpoint) deutlich öfter abstürzen würde als sein Windows Pendant und die Grammatikkorrektur zumindest eine Grundintelligenz erkennen ließe (Word 2011: Ein Leerzeichen nach einem Komma ist böse und muss grundsätzlich entfernt werden – siehe auch hier). Aber gut .. mit kleineren Einschränkungen kann man sich auch an Word, Powerpoint und Excel 2011 gewöhnen. Man stößt zwar immer mal wieder auf gewohnte Funktionen die einfach nicht vorhanden sind, doch mit dem wiederholt in den Foren dieser Welt auftauchenden Hinweis „Melde es doch über dieses Formular dem zuständigen Microsoft Produktteam“ fühlt man sich zumindest nicht allein.

Elitebook vs. MacBook Pro Retina 13" - ein gewaltiger Unterschied
Elitebook vs. MacBook Pro Retina 13″ – ein gewaltiger Unterschied

Wirklich anstrengend finde ich Outlook 2011. Dies mag vor allem daran liegen, dass E-Mails naheliegender Weise auch immer eine gewisse Außenwirkung haben, und ich mich einfach darauf verlassen können muss, dass diese genauso beim Empfänger (der meist ebenfalls Outlook einsetzt) ankommen, wie ich sie erstelle. Klappt aber nicht. Da wäre zum einen der Trick mit der Schriftgröße (Arial 10 in Windows = Arial 13 unter MacOS .. warum nicht) und zum anderen der beinahe tägliche Kampf mit HTML-Formatierungen. Diese sind ja durchaus verpönt, doch zumindest was Aufzählungen angeht, erwarte ich einfach, dass diese beim Empfänger genauso ankommen, wie ich sie erstelle. Das Problem scheint serverseitig verursacht zu werden und ist durchaus bekannt – siehe z.B. dieser Blogbeitrag mit Gegenmaßnahmen. Gut, dafür hat uns Microsoft mit Outlook 2011 „Unified Inboxes“ gegeben .. ein nettes Feature, auf das Outlook 2010 noch verzichten muss.

Auch wenn die vorherigen Zeilen vielleicht von etwas Enttäuschung zeugen .. generell finde ich die Mac-Welt nicht schlecht. Ich finde sie jedoch nicht so unendlich viel besser als das Windows-Universum, wie es oft propagiert wird. Weder erledigt das Notebook meine Arbeit von allein, noch bleibe ich von Abstürzen und Programmaussetzern verschont. Wie schon beschrieben, hat Word ab und an keine Lust mehr, auch der Boxcrytor verweigert sporadisch seinen Dienst und besteht auf einen Neustart. Als letztlich sogar das USB-Tethering des iPhones ausgefallen ist (auch ein laut Recherchen recht verbreiteter Fehler) fiel ich temporär ganz vom Glauben ab. Aber gut, es gibt auch richtig tolle Dinge – iMessage zum Beispiel. Selten hat es so viel Spaß gemacht auch längere Dialoge via iMessage zu führen .. mit der hervorragenden Tastatur des MacBooks lassen sich Texte einfach viel schneller und komfortabler eingeben, als mit dem kleinen Touchscreen des iPhones. Die Synchronisation der Nachrichten erfolgt dabei übrigens (zumindest für mich) in aller Regel absolut problemlos; wird eine ankommende Nachricht nicht binnen einiger Sekunden am Mac gelesen, vibriert mein Smartphone. Im lebendigen Dialog merkt man überhaupt nichts davon, dass mehrere Geräte mit der gleichen Kennung am iMessage-Dialog teilnehmen .. genauso würde ich mir das ohne jegliches Vorwissen vorstellen.

Ende eines langen Tages .. und jeder sieht, dass es kein Ultrabook ist..
Ende eines langen Tages .. und jeder sieht, dass es kein Ultrabook ist..

Ein Wort auch noch zum Thema Peripherie: Von dem „Ich brauch kein Ethernet“-Ansatz musste ich ebenso schnell verabschieden, wie ich davon ausging, meine Logitech Maus einfach weiterzuverwenden. Der vom Unified Receiver der Maus blockierte USB-Anschluss sowie die in diesem Zusammenhang unförmige Erweiterung des sonst so schlanken Gehäuses gingen mir auf Dauer doch so sehr auf die Nerven, dass eine Alternative her musste. Hier denkt man natürlich zunächst an die Magic Mouse, welche mich bei einem Hands On Test im Apple Store (mittlerweile kannten wir uns dort ja so gut aus) jedoch nicht überzeugte. Nach längerem Hin und Her habe ich sie dann aber doch bestellt und muss sagen, dass sie das bisher beste Eingabegerät ist, dass mir soweit untergekommen ist. Obgleich die Maus recht flach ist, liegt meine Hand sehr ruhig darauf, die glatte Oberfläche fühlt sich einfach zu jedem Zeitpunkt sehr gut an. Das Scrollen per Wischgesten funktioniert hervorragend und dank BetterTouchTool sind die Möglichkeiten zur Gestensteuerung quasi nahezu unendlich. Einzig die Notwendigkeit extra eine maßgeschneiderte Tasche aus UK senden lassen zu müssen, fand ich nicht so toll .. dafür passt diese umso besser 😉 Auch eine Tasche für das Notebook insgesamt zu besorgen war übrigens gar nicht so einfach; nicht zu groß, nicht zu klein, kein allzu hohes Eigengewicht .. da war schon eine längere Recherche erforderlich.

Nach knapp 2,5 Monaten mit dem MacBook bleibt zu sagen: Interessant. Doch obgleich ich nie eine Parallelinstallation von Windows wollte (also kein Bootcamp) und eigentlich auch vor hatte auf Virtualisierung zu verzichten, muss wohl doch Parallels her. Zu sehr stört es mich kein vernünftiges / vertrautes Pendant zu Visio zu haben (OmniGraffle ist irgendwie nicht so mein Fall), zu sehr fehlt mir OneNote (Evernote mochte ich gar nicht, Circus Ponnies Notebook ist ganz nett, aber nicht auf Augenhöhe) und das totale Fehlen von Microsoft Project ist auch nicht gerade hilfreich. In diesem Kontext finde ich es umso deplatzierter, dass Apple für das Upgrade auf eine 256GB SSD mehr als doppelt so viel Geld haben möchte (299€), als ein vergleichbares Gerät generell (ca. 150€) kostet.

Eine kurze Notiz noch zu den häufig angeschnittenen Themen „eingeklebter Akku“ bzw. „mangelnde Wartungsfreudigkeit“: Ist mir völlig egal. So lange ich das Gerät benutze, hat es Garantie bzw. wird diese durch ein Protection Plan verlängert. Bevor selbiger ausläuft, wird mich das Gerät mit Hinblick auf die stetige Weiterentwicklung im Hardwaremarkt (verbesserte GPU-Einheit lässt grüßen) und dank vergleichsweise extrem stabiler Preise auf dem Gebrauchtgerätemarkt mit wenig Schmerzen verlassen – hier sehe ich also zunächst keine Schwierigkeiten. Was die Aspekte Nachhaltigkeit angeht, sind diese Themen sicher abermals differenziert zu betrachten, doch dies soll nicht Fokus dieses Artikels sein.

Ansonsten sehe ich den nahezu täglichen Wechsel von MacOS zu Windows und zurück primär als Gehirnjogging: Cmd + C oder doch Strg + C? Und warum fehlt Chrome unter Windows eigentlich plötzlich die mittlerweile so vertraute Menüleiste? 😉 Man arrangiert sich..

Der virtuelle Umzug

Ein Umzug – das weiß jeder der diese Herausforderung schon mal hinter sich gebracht hat – ist je nach individueller Risikofreudigkeit und Ausgangssituation ein ziemlich aufwändiges Unterfangen.

Bereits vorhandene Möbel suchen ein neues zu Hause bzw. eine Anschlussverwendung, Neuanschaffungen wollen in Dimension, Stil und Funktion in die Wohnlandschaft integriert und bereits vor dem Kauf so gut wie möglich auf deren tatsächliche Praxistauglichkeit geprüft werden.

Während man früher gern auf Schere und Papier zum lustigen Möbelrücken zurückgriff, hat (zumindest für mich) seit geraumer Zeit das digitale Zeitalter gesiegt. Allzu leicht kann ein Grundriss in Visio abgebildet werden und falls die eigenen Möbel bereits elektronisch vorliegen (was bei uns seit dem Ende der Studienzeit der Fall ist), ist es relativ schnell möglich eine Aussage bezüglich eventueller Stellmöglichkeiten zu treffen. So war es auch Visio, dass im Laufe unserer Wohnungssuche das Ende des einen oder anderen interessanten Objekts einläutete..

Inhaltlicher Vorgriff: Unser neues Domizil von oben betrachtet (aktualisierte Version)
Inhaltlicher Vorgriff: Unser neues Domizil von oben betrachtet (aktualisierte Version)

Doch nun war ja alles gut, der neue Mietvertrag ist unter Dach und Fach, ein gedruckter Grundriss vom Architekten lag vor und wir waren uns sicher: Die Wohnung wirkt so groß, da muss einfach alles passen. Diese, durch das großzügige Aufrunden des Maklers gestützte These, sollte sich rund eine halbe Stunde später als relativ gewagt herausstellen. Irgendwie schienen unsere Vorstellungen des Schlaf- und Wohnzimmers nicht so recht mit dem Plan zu harmonieren und es wurde schnell klar, dass hier ein wenig mehr „Liebe“ erforderlich werden würde. Da sich in der Vergangenheit schon mehrmals gezeigt hatte, dass 2D-Planungen hier mitunter nicht wirklich zuverlässig sind und das „graue Rechteck“ direkt hinter der Tür zwar in Visio ganz nett aussieht, in der Realität aber jede Wohnlichkeit zerstört, wollten wir im Planungsprozess gern einen Schritt weiter gehen. So fanden wir über Umwege zum pCon.Planner, einer flexiblen und sehr mächtigen Gratis-Lösung (kostenpflichtige Versionen sind jedoch ebenfalls erhältlich) zur 2D- und 3D-Planung von Gebäuden. Durch das intuitive Interface sieht man sehr schnell Erfolge und wenn parallel zur Erstellung des Grundrisses die ersten Räume auch zeitnah in der dritten Dimension bewundert werden können, ist man schnell „angefixt“.

Schematische Darstellung - hier jedoch schon nach Hinzugabe von VIEL Liebe
Schematische Darstellung – hier jedoch schon nach Hinzugabe von VIEL Liebe

Das Handling der Oberfläche erinnerte mich dabei an meine ersten (fehlgeschlagenen) Gehversuche mit AutoCAD, ist jedoch relativ eingängig. Darüber hinaus bietet der Hersteller (leider tonlose) Tutorial Videos in Deutsch und Englisch auf YouTube bzw. Vimeo, welchen den Zugang zum Planungstool abermals vereinfachen. Nach rund einer halben Stunde war unsere neue Wohnung also zunächst in 2D fertig gestellt, zügig zogen auch Türen, Fenster und Durchbrüche ein. Dann kam der Knackpunkt: Der Übergang zur 3D-Planung und der Import der ersten räumlichen Objekte. Selbige können ebenso wie Lacke, Oberflächen, Materialien etc. aus einem integrierten Katalog bezogen und sehr einfach auf alle möglichen Objekte angewendet werden. So füllte sich unser zukünftiges Domizil rasch mit Schränken, Tischen, Sitzmöbeln, Schreibtischen und so weiter, welche sich relativ einfach an die Abmessungen ihrer realen Vorbilder anpassen ließen.

Auch eine Küche werden wir haben - obgleich wir hier beim Design ob fehlender Informationen etwas improvisieren mussten
Auch eine Küche werden wir haben – obgleich wir hier beim Design ob fehlender Informationen etwas improvisieren mussten

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir eine 2D- und 3D-Darstellung, die recht „nett“ war. Die wichtigsten Objekte waren platziert, der Grundriss stimmte, doch der „Kick“ hat gefehlt. Dann entdeckte ich den unscheinbaren Knopf „3D-Galerie“, welcher zum 3D Warehouse von Google Sketchup führt .. und danach war ich völlig fasziniert. Egal ob ein beliebiger Ikea Artikel, Heimkino Receiver, Heim-PC, LCD, TV oder Boxenständer .. es gibt für alles passende Modelle oder zumindest solche, die sehr nah am Original sind. Freudig füllt man die Simulation der neuen Wohnung so mit einem Objekt nach dem anderen, vermisst (von messen, nicht vermissen) die eigenen Einrichtungsgegenstände und ist zunehmend fasziniert von der realitätsnahen Darstellung.

Blick auf dem Schlafzimmer - man beachte die mehrfachen Spiegelungen (Rendering Qualität: gering)
Blick auf dem Schlafzimmer – man beachte die mehrfachen Spiegelungen (Rendering Qualität: gering)

An dieser Stelle sei nicht unerwähnt, dass der Prozess der virtuellen Möblierung teilweise durchaus nervenaufreibend ist. Nur allzu gern schwebt die perspektivische Kamera überall hin, nur nicht dort wo sie soll. Auch die Bewegung von Modellen im Raum scheint immer auf genau der Achse zu erfolgen, die man gerade nicht modifizieren möchte. Doch der Heimkino-Receiver, der perfekt im Regal steht, die Box die bündig auf dem Ständer montiert ist und dabei exakt auf die Hörposition ausgerichtet ist und das Logo auf der Razer Maus im Arbeitszimmer machen all diese Mühen wett. Dani meinte in diesem Zusammenhang übrigens eine Hass-Liebe zwischen dem Planner und mir erkannt zu haben .. eine Theorie, der ich absolut zustimmen würde.

Blick ins Arbeitszimmer - aus Zeitgründen nur mit geringer Rendering-Qualität
Blick ins Arbeitszimmer – aus Zeitgründen nur mit geringer Rendering-Qualität

Schnell stellt sich der „Nur noch ein Objekt“ („nur noch ein Level“)-Effekt ein, der einen quasi zwingt weiter zu machen. 3D-Titel wie Assassins Creed 3 bleiben links liegen, während der Planner auch beim dritten Absturz am Stück (manche Objekte aus dem Warehouse mag er einfach nicht), immer und immer wieder gestartet wird. Nach rund 12h Arbeit besteht die Belohnung in virtuellen Kamerafahrten durch die noch nicht mal fertig gebaute Wohnung, realitätsnahen Renderings der schönsten Blickwinkel und faszinierten Freunden und Kollegen, die meist mit großem Interesse mehr über den Entstehungsprozess dieser „Werke“ wissen möchten. Dabei ist auch meine Begeisterung nach wie vor groß, denn der simulierte Blick an der Türklinke vorbei ins Arbeitszimmer war für mich noch vor wenigen Tagen in dieser Qualität einfach nicht vorstellbar. Ob Realität und Illustration in der Tat so dicht wie angenommen zusammen liegen werden, muss sich freilich später noch zeigen.

Blick auf unsere zukünftige Wohnecke .. bereits mit neuen Möbeln
Blick auf unsere zukünftige Wohnecke .. bereits mit neuen Möbeln

Ein wenig Unmut bereiteten mir übrigens „flackernde“ Bodenbelägen, bei denen die Maserung der Steinfliesen in Holzoptik (ich habe ersatzweise Laminat verwendet) wiederholt von einem kantigen braun durchbrochen wurden. Keine Rendering-Einstellung half, Tutorials und Google Suchen verliefen im Sande. Als ich irgendwann begann den Boden frustriert zu löschen, wurde die Ursache des Problems dann klar: Ich hatte (wie bei einem Erstlingswerk vielleicht typisch) teilweise mehrere Boden-Ebenen übereinander gelegt .. peinlich.

Wie bei einem guten Computer-Spiel ist man natürlich nie am Ende: Mein nächstes Ziel besteht (neben der Anfrage von Umzugsdienstleistern, denn Simulation soll ja auch mal Wirklichkeit werden) darin die generische „Grundbeleuchtung“ durch möglichst realistische Lampen und Lichtobjekte zu ersetzen und die Wohnung damit während einer virtuellen Nacht abzubilden .. ich bin gespannt, ob dies klappen wird.

Blick aus dem Arbeitszimmer bei Nacht
Blick aus dem Arbeitszimmer bei Nacht

Nach so vielen Informationen zur virtuellen Planung unseres neuen zu Hauses nun auch ein paar handfeste Informationen: Nach ewiger (hier ja bereits thematisierter) Suche haben wir eine Drei-Zimmer-Wohnung in einem bestehenden Objekt gefunden, dass sich momentan im Abschluss einer Kernsanierung befindet. In diesem Zusammenhang wird das Drei-Parteien-Haus auf KW70 Standard angehoben, was neben einer steuerbaren Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung, Geothermie und zentral gesteuerten Jalousien (sonnenstand-, uhrzeit-, jahreszeit- und windgesteuert) auch Dreifach-Verglasung (14cm starke Balkontüren) und damit vergleichsweise attraktive Nebenkosten mit sich bringt. Auch im Innenraum wurde seitens des Eigentümers / Vermieters viel wert auf Langlebigkeit und Qualität gelegt, so werden für den Boden italienische Steinfliesen in Holzoptik verwendet, die Oberflächen im Bad und in der Küche bestehen (ebenso wie die Fensterbretter und das Treppenhaus) primär aus Granit. Sehr schön ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass in beiden Badezimmern und im Flur individuell angefertigte Möbel verbaut werden, welche ebenfalls fix zum Objekt gehören. Dass unser zukünftiger Vermieter generell eine sehr starke Serviceorientierung an den Tag legt, ist da nur der Punkt auf dem i.

Wo Licht ist, ist übrigens auch ein wenig Schatten: Von der doch recht liebgewonnenen Garage müssen wir uns verabschieden, dafür wohnen wir künftig nur zwei Ampeln von der A661 entfernt und haben auch eine unmittelbare Anbindung zur Rosa-Luxemburg-Straße. Zusammenfassend führt dies zu ca. 8km kürzeren Anfahrtsstrecken für uns beide (einfache Strecke), was auch eine Zeitersparnis von ungefähr 11 Minuten mit sich bringt (die tägliche Durchquerung von Bad Homburg entfällt). Sollten wir mal keine Lust mehr auf das Schwimmen im Strom des Berufsverkehrs haben, ist die nächste S-Bahn-Haltestelle nur ca. 4 Gehminuten entfernt.

Bleibt nur die nächsten sechs Wochen voller Vorbereitungen, vor allem aber voller Vorfreude, erfolgreich zu überstehen.

Wieder ein Jahr vorbei: Das war 2012

Auch wenn es mir vorkommt, als ob ich den letzten „Jahresabschlußartikel“ erst vor wenigen Wochen geschrieben habe, ist es wohl unweigerlich Tatsache: 2012 ist Vergangenheit, auch wenn der Weltuntergang (zum Glück) ausgefallen ist.

Zurückblickend betrachtet war es ein – zusammenfassend betrachtet – eher entspanntes Jahr, das subjektiv von viel Konstanz geprägt war. Selbige dominierte jedoch auch den beruflichen Sektor, so dass (insbesondere durch ein vergleichsweise arbeitsintensives Q4) nur Zeit für 18 Blogbeiträge blieb. Dies ist recht traurig, waren es doch 2011 immerhin noch 46. Zur Ehrenrettung sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich noch einige Beiträge in Vorbereitung befinden und diese hoffentlich irgendwann in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.

Apropos „in Vorbereitung“: In diesem Stadium befinden sich auch ca. 150 Logs gefundener Caches, die ich bisher noch nicht auf Geocaching.com als solche gekennzeichnet habe. Trotzdem lässt sich unsere Statistik für die letzten 12 Monate durchaus sehen: Meinem (Eigen)Rekord Anfang des Jahres (40 Tage mit je mindestens einem Schatz am Tag) folgte eine auch sonst gute Leistung, weshalb unser Erfolgszähler auf mittlerweile ca. 1450 angewachsen ist. Dies bedeutet einen Zuwachs von rund 450 Dosen allein in 2012, was gleichzeitig unsere eigene Bestmarke in dieser Disziplin darstellt.

Ein paar Statistiken zum Thema Caching .. wie gesagt, da fehlen noch ca. 150
Ein paar Statistiken zum Thema Caching .. wie gesagt, da fehlen noch ca. 150

Sportlich war ich laut digitalem Trainingstagebuch ein wenig fleißiger als in 2011, obgleich nicht alle Trainingseinheiten korrekt erfasst wurden. Dies hängt primär damit zusammen, dass wir uns im Jahr des Weltuntergangs erstmals in ein Fitness-Studio begaben, was neben seelischer Ausgeglichenheit auch eine verbesserte Kondition mit sich brachte, die wir für unser „neues“ Lieblingshobby Ski Alpine dringend benötigen. Eine Aufzeichnung der Läufe auf dem Band erfolgt jedoch erst seit Anfang Dezember, als der Nikolaus einen passenden Indoor-Laufsensor für meine Garmin Uhr brachte.

Ein paar Statistiken zum Thema Gewicht 2009 bis 2012
Ein paar Statistiken zum Thema Gewicht 2009 bis 2012

Mit Spaß im Schnee schlossen wir dann auch das alte Jahr (zumindest am 30.12.2012) ab und läuteten gleichzeitig das neue (ab 03.01.) im Zillertal ein. Bei teilweise grandiosen Bedingungen (Sonne, blauer Himmel, toll präparierte Pisten) weihten wir die neuen Skiklamotten ein, ließen uns einen frischen Wind um die Nase wehen und genossen die Natur. Zu den sonstigen Aspekten des Skifahrens über Neujahr an einer anderen Stelle mehr – hierzu gibt es doch noch ein paar weitere Erfahrungen zu berichten 😉

Das Zillertal im Nebel - toll!
Das Zillertal im Nebel – toll!

Bei aller gebotener Konstanz gab es im vergangenen Jahr aber doch Veränderungen in zwei von den drei großen wichtigen Bereichen (Job, Wohnung, Auto). Während Thema 1 unangetastet blieb, tobten wir uns im Kontext des Fuhrparkmanagements sowie bei der Wohnungssuche so richtig aus. Ersteres machte dabei definitiv mehr Spaß als zweiteres, denn sowohl die Probefahrt im John Cooper Works als auch die nachgelagerte Beschaffung desselben (sowie unseres Fünfers) blieben in uneingeschränkt guter Erinnerung. Diese Impressionen werden auch nach rund drei Monaten Erfahrungen mit den beiden Fahrzeugen nicht getrübt, haben sie sich doch als treue und weitestgehend unproblematische Alltagsbegleiter herausgestellt. Mit leichten Einbußen mit Hinblick auf die Fahreigenschaften bei Schnee und Eis hat sich die neue Fahrzeugkonstellation als absolut passend für unsere Anforderung herausgestellt, was doch sehr froh stimmt.

Ein weitaus anstrengenderes und letztendlich auch weniger erfreuliches Thema war die Suche nach einer neuen Unterkunft. Letztendlich waren wir uns ja bereits beim Einzug darüber im Klaren, dass es Verbesserungspotential in den Bereichen Verkehrsanbindung, Schnitt und Qualität der Ausstattung gab. Gleichzeitig gewöhnten wir uns jedoch sehr an das Rhein Main Gebiet und insbesondere die Gegend rund um Bad Homburg, weshalb sich unser Suchgebiet (mit wenigen Ausrutschern) recht deutlich auf dieses Areal beschränkte. So sichteten wir also mindestens 1x am Tag die neuen Angebote der gängigen Portale und hofften so früher oder später eine optimale neue „Basis“ zu finden. Diese Bestrebungen intensivierten wir dann sehr deutlich, als unsere jetzige Wohnung einen Wasserschaden erlitt bzw. dieser sichtbar wurde. Trockenlegungsgeräte, Löcher in den Böden, Schimmel an der Wand, die temporäre Nichtbenutzbarkeit von Schlafzimmer und in Folge dessen starke Beeinträchtigungen in allen anderen Räumen senkten unser Wohlbefinden doch sehr. Dies wurde durch mit dem Instandsetzungsprozess einhergehenden Effekten wie zeitweise 29°C Lufttemperatur, Geruchsbelästigung und laute Geräusch der Geräte abermals verstärkt. Auch nach dem rund vier Wochen dauernden Trocknungsprozess ging es nicht wirklich toll weiter .. Handwerker gaben sich die Klinke in die Hand, bei der Reparatur eines Schadens entstanden neue Defekte .. die Geschichte schien und scheint nicht zu Enden.

Ein Borg-Cubus entsteht..
Ein Borg-Cubus entsteht..
Noch keine idealen Bedingungen im Schlafzimmer..
Noch keine idealen Bedingungen im Schlafzimmer..

Gleichzeitig zum täglichen Kampf mit dem Missmut ob dieser Umstände, besichtigten wir so ziemlich jede Wohnung, die auch nur einigermaßen unseren Anforderungen entsprach. Auch hierbei kehrt irgendwann Frustration ein, denn allzu häufig klaffte zwischen Inserat, Vorstellung des Maklers und Realität ein schlichtweg nicht überbrückbarer Abgrund. Dies wird auch dann nicht besser, wenn Anbieter versuchen ihre Sicht der Dinge als absolute Wahrheit zu verkaufen („Der Raum ist gar nicht viel zu dunkel und drückend, das ist ein ganz prima Arbeitszimmer!) oder inakzeptable Preisvorstellungen ohne jegliche Servicementalität an den Tag legen („Ach die Wohnung geht auch so weg, da mache ich mir gar keine Sorgen!“). Nachdem wir innerlich bereits kapituliert hatten, fanden wir dann endlich ein Objekt, das rundum gepasst hat. Um an dieser Stelle abzukürzen: Ganz offensichtlich sind Familien mit Kind bedürftiger als solche ohne, weshalb wir erneut leer ausgingen.

In einer Phase der Hoffnungslosigkeit dann plötzlich ein neues Inserat, dass zwar ein wenig minimalistisch beschrieben war, aber doch vielversprechend klang. Wir handelten kurzentschlossen, kontaktieren den uns mittlerweile gut vertrauten Makler und besichtigten die Wohnung als erster Interessent überhaupt. Was soll ich sagen, wir waren begeistert. 1961 gebaut, kernsaniert, Wohnraumbelüftung, Steinfliesen, Granitelemente, drei Parteien, dreifachverglast, KW70 Haus, elektrische Rollläden mit zentraler Steuerung rundum, verkehrstechnisch optimal gelegen .. was will man mehr? Vorschlag: Einen Mietvertrag. Eben jenen sollten wir jedoch vorerst nicht erhalten, da sich plötzlich doch ein anderer Interessent mit Vorrang in der Eigentümerfamilie fand. Es war das klassische retardierende Moment eines jeden Dramas, der Augenblick in dem sich alles kurzfristig zum Guten oder Schlechten zu wenden scheint, bevor das große Finale folgte. Nach einer wirklich sehr traurigen und angespannten Woche kam dann die für mich wichtigste E-Mail 2012: „Der Vermieter hat sich für S I E entschieden!“. So aufgeregt und gespannt auf den Inhalt einer Nachricht nach Studium des Betreffs war ich seit der Zusage für mein BA-Studium nicht mehr und die Freude über den positiven Ausgang dieser langen Zitterpartie war dann mindestens genauso groß wie der Berg an Anspannung, die von uns abfiel. Danach dauerte es noch rund eine Woche, bis wir zu Beginn unseres Weihnachtsurlaubs am 19.12.2012 den Mietvertrag für unseres Domizil in Oberursel unterschreiben konnten – weitere Details hierzu auch später an dieser Stelle.

Das Ende einer sehr langen Suche
Das Ende einer sehr langen Suche

Ansonsten war es uns in 2012 möglich einige tolle neue Spielereien und Annehmlichkeiten in unseren Alltag zu integrieren. So haben wir seit März endlich wieder iPhones, können seit Juli Heimkino über unsere 5.1 Anlage genießen und seit November begleitet mich ein MacBook Pro Retina im Alltag. Trotzdem blieb genug Spielraum um geschätzt ca. 300kg beste Möhren verteilt über ca. 6 Monate zu kaufen und diese unseren tierischen Freunden freudig zu überreichen.

Sexy Fell!
Sexy Fell!
Mehr Möhren?!
Mehr Möhren?!

2013 wird aller Voraussicht nach sehr sehr spannend werden und ist bereits zum aktuellen Zeitpunkt von mehreren Meilensteinen gekennzeichnet: Ende Februar / Anfang März ziehen wir um, im Juni darf ich dann (mit allem was dazu gehört) die Rolle eines Trauzeugen einnehmen (Danke, Teichi!) und für den September haben wir ein weiteres „Großereignis“ in der Planung 😉 Vielleicht bzw.  hoffentlich bleibt im Jahr des Weltuntergangs + 1 etwas mehr Zeit, um derart tolle Erlebnis auch mit ein paar Zeilen hier im Blog zu fixieren.

Der letzte Satz dieses Beitrags soll jedoch dem eigentlichen Jahreswechsel gewidmet sein, welchen wir nach einer langen Zeit der Abstinenz bei und mit Sandy und Teichi verbringen durften. Obgleich der morgen danach ein gewisses Verbesserungspotential hatte, gehörten die Tage in Ismaning inklusive der ungeplanten Verlängerung doch definitiv zu den schönsten in 2012. Auf diesem Weg nochmals vielen lieben Dank an unsere Gastgeber!