Back in town (time?): Wochenendtrip nach Stuttgart

Die Hitzewelle vorbei, das Unwetter überstanden, eine lange Woche neigte sich dem Ende zu .. also kam es bei einem ausgedehnten Feierabendspaziergang, wie es kommen musste: Die Diskussion der Pläne für das Wochenende kam auf.

Mit Hinblick auf die nahezu optimalen Wetterverhältnisse und zusammen mit einem gewissen Fernweh stand schnell die Königsfrage im Raum (auf dem Feldweg) – Stuttgart oder Trier? In Trier haben wir schon einmal ein sehr warmes, aber auch sehr eindrucksvolles Wochenende voller Sehenswürdigkeiten und Spaß verbracht .. warum also nicht noch mal? Mit Stuttgart wiederum verbanden uns, abgesehen von diversen negativen, mit dem Studium zusammenhängenden Erinnerungen, rund drei schöne Jahre zwischen 2006 und 2009. Da wir neben dem Sightseeing-Effekt auch ein wenig Shoppen wollten, fiel die Entscheidung letztendlich auf Stuttgart.

Während ich verschiedene Hotel-Optionen eruierte, erinnerte ich mich auch noch an die Neueröffnung des Meilenwerks in Böblingen und spätestens zu diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr. Zwar konnte ich mich Freitagnacht nicht mehr dafür begeistern unsere Unterkunft auch tatsächlich zu buchen, doch ging ich dieser Tätigkeit einfach mit ganz kleinen Augen um 07:00 Uhr am Samstagmorgen nach. Als kleinen Malus musste ich die 7h Verzögerung daraufhin mit einem Mehrpreis von 20€ vergüten, aber ein tolles Wochenende kann es schließlich nicht geschenkt geben. Keine Stunde später setzten wir uns in Bewegung und näherten uns auf den morgendlichen, fast völlig leeren Autobahnen rasch dem Ziel. Okay, rund um Karlsruhe kamen wir kurz zum Stehen und die A8 macht ja bis kurz vor Stuttgart derzeit ebenfalls keinen Spaß (keine Ahnung welches Chaos das im Berufsverkehr geben soll), aber das konnte unserer guten Laune keinen Abbruch tun. Nahezu fast perfekt gemäß unserer Planung erreichten wir also kurz nach 10:00 Uhr das Gelände des Meilenwerks Region Stuttgart in Böblingen – sperriger Name aber absolut überzeugender Ersteindruck. Ein fast wolkenloser Himmel spannte sich über ein sehr großzügiges Gelände voller mit Glas verkleideter Gebäude, die von hervorragend asphaltierten Straßen und Parkplätzen in rauen Mengen umsäumt wurden. Wer die Klassikstadt in Frankfurt kennt, hat hier gleich das erste Aha-Erlebnis (kein ewiger Stau auf der Hanauer, kein Poltern über das Kopfsteinpflaster der letzten Kilometer .. nein, alles toll).

Das aus mehreren Hallen bestehende Meilenwerk von außen
Das aus mehreren Hallen bestehende Meilenwerk von außen

Rasch war die Spiegelreflex angelegt und dann gingen wir auch schon – an einem frisch vermählten paar mit Audi S7 als Brautfahrzeug vorbei – auf das zu, was für einen Eingang hielten. Augenblicke später zeigte sich, dass wir mit unserer Vermutung richtig lagen, denn vor unserem Auge zeigte sich eine stattliche Ansammlung chromblitzender und auf Hochglanz polierter Oldtimer, die in einer toll hergerichteten Halle mit beeindruckender Deckenkonstruktion auf die Komplimente neugieriger Besucher warteten. Tatsächlich kamen wir – je näher wir den Exponaten (nun, eigentlich den zum Verkauf angebotenen Waren) traten – gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Während die Nase den typischen Duft von Ausstellungen alter Fahrzeuge aufnahm, wanderte unser Blick über perfekt hergerichtetes Leder, makellos lackierte Flächen und bis ins letzte Detail gepflegte Karossen. Die Ausstellung bestand aus ca. 30 Fahrzeugen, die allesamt so aussahen, als hätten sie noch nicht einen einzigen Kilometer auf eigenen Räder zurückgelegt. Einzig der Filz in einer geöffneten Flügeltür eines Mercedes 300 SL zeigte minimale Spuren eines Wassereinbruchs, was aber auch wirklich die einzige Gebrauchsspur war, die wir entdecken konnten. Ansonsten hat es wirklich viel Spaß gemacht den Fahrzeugpark ganz in Ruhe zu bewundern und die verschiedenen Epochen des Automobilbaus revue passieren zu lassen. Thematisch passend gibt es in den angrenzenden Räumlichkeiten historische Tanktellenausrüstung sowie diverse „alte“ Automaten (z.B. einen Colaspender zum Sonderpreis von rund 5.00€) zu sehen. Untergebracht ist dies alles in einer thematisch passenden, restaurierten Werft-Halle des ehemaligen Flughafens Böblingen.

Panoramablick über die Verkaufsfläche historischer Fahrzeuge
Panoramablick über die Verkaufsfläche historischer Fahrzeuge (von unten)
... und ein paar Meter weiter von oben
… und ein paar Meter weiter von oben

Danach ging es in eine weitere Halle weiter, die das Herz eines jeden Automobil-Begeisterten einfach höher schlagen lassen muss. Am Eingang ging es dabei noch recht gelassen los .. ein paar Glasboxen (jeweils zu zweit übereinander angeordnet, was vielleicht etwas unglücklich ist) mit mehr oder weniger seltenen Wagen wie einem Alfa Romeo 8C Competizione Spider, einem Ford GT40 sowie einem Audi R8 V10 Spyder. Neugieriger wurde ich dann beim Anblick eines Ferrari F40, während sich im Hintergrund schon die Umrisse diverser Mclaren MP4-12C erkennen ließen .. nett. Doch dann sahen wir die ganze Pracht der Halle, die (für jemanden dessen Fokus primär auf zeitgenössischen Fahrzeugen liegt) kaum zu toppen war: Da stand eine ganze Herde Lamborghini Gallardos in unterschiedlichsten Varianten (Spyder, LP560-4, LP570-4 Superleggera), neben einem extrem seltenen LM002, allesamt beaufsichtigt von einem Ferrari Enzo (!), der seinerseits gemütlich eine Dodge Viper anschwieg. Von der Beschreibung weiterer Highlights wie einem Porsche 997 Turbo Cabrio (fast schon Massenware), diversen Bentleys, Corvettes und co. möchte ich an dieser Stelle absehen.

Eine Zusammenstellung mit Seltenheitswert ...
Eine Zusammenstellung mit Seltenheitswert …
Faszinierend bis ins Detail
Faszinierend bis ins Detail

Gleich nachdem sich mein Auge an dem weißen Gallardo LP 570-4 satt gesehen hatte (soviel Zeit hatte ich noch nie, um mir die Meisterwerke aus Sant’Agata anzusehen) weiteten sie sich ein weiteres Mal: Quell der vielen Stiere war eine gläserne Lambo-Werkstatt, in der diverse Techniker eifrig umher wuselten. Dort standen neben weiteren Gallardos auch zwei Aventadore,  von denen insbesondere das Modell in orange (sollte ich lieber sagen arancio borealis) äußerst beeindruckend war. Direkt neben dem Wagen mit italienischer Zulassung stand ein scheinbar werksneuer Motor .. was dem geneigten Beobachter dies wohl sagen sollte 😉 Auch auf der Empore gab es – neben diversen äußerst nett eingerichteten Meetingräumen – weitere Augenschmeichler zu sehen: Ein weiterer oranger Superleggera, ein mattschwarzes LP 560-4 Coupe, Wiesmann MF3, Bentley, Porsche .. was auch immer man zu sehen suchte, es stand unschuldig dort herum. Ohne große Absperrungen, ohne unfreundliches Personal (die Erinnerung an das Porsche-Museum ist immer noch ganz lebendig) .. einfach respektvoll, gepflegt und dezent. Wow.

Ich (das Rote rechts im Bild) wäre am liebsten gleich da geblieben..
Ich (das Rote rechts im Bild) wäre am liebsten gleich da geblieben..

Nach vielen Minuten der Begeisterung traten wir so langsam wieder den Rückweg in Richtung Auto an, nicht ohne jedoch noch einen Zwischenstopp in der „PS Kultur“ einzulegen. Auch diese fasziniert bereits aus einiger Distanz, ist sie doch Verkaufsfläche und Serviceanbieter für die italienischen Kultmarken Ferrari und Maserati (ja okay, Harley Davidson gibt es dort auch zu sehen; reizt mich aber nicht). Nachdem wir bereits von außen diverse F430 in der Werkstatt gesehen hatten, traten wir dann tatsächlich mutig (und wie einige andere auch) in den Showroom. Vorbei ging es an diversen Maseratis eine relativ schmale, weiße und irgendwie verheißungsvolle Treppe hinauf in die „Ausstellung 1. OG“. Als wir dort ankamen, stockte mir kurzzeitig der Atem. Die gesamte Fläche war gefüllt mit diversen Ferraris (und wenigen Maseratis) der aktuellen Generation; in der Mitte stand als Dekoration ein klassischer F40. Was man sonst nur ganz kurz und vereinzelt auf der Straße sieht, stand hier in Rudelformation herum und konnte – erneut ganz ohne Absperrungen oder permanente Beobachtung – in Ruhe bewundert werden. 458s in allen Farben und Varianten, F430, F430 Spider, 599 GTB, California, F12 Berlinetta, Ferrari Four .. die Produktpalette der automobilen Meisterwerke aus Modena zeigte sich in beeindruckender Gänze. Endlich ergab sich die Gelegenheit all die vielen dezenten Details der in Aluminium bzw. Carbon gebrachten Kindheitsträume zu bewundern und dem Mythos Ferrari ein wenig näher zu kommen.

Nur ein ganz kleiner Ausschnitt dessen, was man nur als "faszinierend" bezeichnen kann
Nur ein ganz kleiner Ausschnitt dessen, was man nur als „begeisternd“ bezeichnen kann
Sollte sich jemals die Möglichkeit ergeben ein derartiges Fahrzeug anzuschaffen .. und sollte es dann noch Straßen und Benzin geben: DAS (ohne Dach) wäre mein Favorit
Sollte sich jemals die Möglichkeit ergeben ein derartiges Fahrzeug anzuschaffen .. und sollte es dann noch Straßen und Benzin geben: DAS (ohne Dach) wäre mein Favorit

Die Eindrücke des Meilenwerks waren so nachhaltig, dass sie mich auch noch lange nach Verlassen des Geländes beschäftigten. In jedem Fall ist den Machern des Geländes hier ein Zentrum automobiler Begeisterung gelungen, dass meiner Meinung nach deutschlandweit seines Gleichen sucht. Alle Technik-Museen und Ausstellungen die wir bisher gesehen haben, können hier jedenfalls nicht mithalten .. ein ganz große Empfehlung für alle „Petrolheads“.

Nach diesem absolut gelungenen Start in den Tag ging es weiter in Richtung City, denn diese war ja das eigentliche Ziel unserer Reise. Die Strecke führte uns dabei durch den Heslacher Tunnel, was sofort Erinnerungen an vergangene Zeiten aufkommen lies. Kurz nach dem Tunnel entdeckten wir dann auch schon das, was zu Studienzeiten eine Baustelle war und mittlerweile die Gestalt unseres Hotels angenommen hatte. Nach einer kurzen Reise durch die vergleichsweise großzügige Tiefgarage (kein Vergleich mit den teilweise extrem kleinen Boxen in der Innenstadt) und einigen Schritten später standen wir gegen 12:00 Uhr zwei Stunden zu früh an der Rezeption. Hier wurden wir zwar etwas ost-europäisch, aber durchaus freundlich empfangen und erhielten ganz unverhofft sogar ein Zimmerupgrade. Augenblicke später genossen wir mit einem breiten Grinsen den Ausblick vom umlaufenden Balkon auf den sonnigen Marienplatz und den idyllischen Anblick der hügeligen Schwaben-Metropole. Auch sonst zeigte ich das Park Inn by Radisson von seiner besten Seite: Ein hervorragend klimatisierter Raum, stilvolle Innenausstattung, sehr guter Zustand des gesamten Interieurs – was will man mehr?

Panoramablick vom Hotel
Panoramablick vom Hotel

Da wir ja aber eigentlich gekommen waren um die alten Zeiten revue passieren zu lassen, und nicht um Autos oder Hotels zu bewundern, begaben wir uns schnellen Schrittes in Richtung U-Bahn-Haltestelle. Mit einem Lächeln ging es dabei vorbei an der Zacke (Zahnradbahn; eine Fahrt damit haben wir leider zeitlich nicht unterbekommen) und kurze Zeit später saßen wir auch schon in der rumpelnden, sauberen und gepflegten Bahn. Drei Stationen später („Charlottenplatz“) hatte uns das Tageslicht wieder und schon nach wenigen Schritten fanden wir uns auf dem gut bevölkerten Schlossplatz wieder – schön, wieder einmal hier zu sein. Die Königsbaupassagen im Blick überquerten wir den Platz und wendeten uns dann zunächst in Richtung Rotebühlplatz, da so langsam „Hunger“ das dominierende Gefühl wurde. Auf dem Weg zu einer Stärkung besuchten wir diverse Geschäfte und rasch kamen uns immer mehr bereits vergessen geglaubte Erinnerung wieder ins Gedächtnis. Die offenkundlich zufriedenen Menschen auf der Königstraße, das geordnete Chaos, die Straßenkünstler .. Stuttgart hat zweifelsfrei seinen ganz eigenen Charme, der sich mit der „kosmopolitischen“, engeren und lauteren Zeil in Frankfurt meiner Meinung nach gar nicht vergleichen lässt. In den folgenden Stunden schlenderten wir also durch die Stadt, genossen das Wetter, die Stimmung und das Glück, dass wir hier waren – es war definitiv eine gute Entscheidung das Wochenende in südlichen Gefilden zu verbringen. Gegen 18:00 Uhr und nach zwei stärkenden Frapuccino steuerten wir, bepackt mit diversen Einkaufstüten, erneut das Hotel an. Unterwegs statteten wir noch kurz der berühmt-berüchtigten Baustelle Stuttgart 21 einen Besuch ab. Neben den scheinbar an jede freie Fläche gesprühten Parolen gab es (zumindest nach meinem Empfinden) erstaunlich wenig zu sehen .. ehrlich gesagt haben wir uns die physikalische Manifestation des Dauerstreitfalls deutlich ausladender vorgestellt.

Back in Town .. einfach tolle Stimmung
Back in Town .. einfach tolle Stimmung

Der Tag war bereits recht lang, unsere Füße gequält und unsere Köpfe voller neuer, alter Eindrücke. Was lag da also näher als ein leckeres Abendessen dort, wo es früher schon immer sehr gut und sehr unterhaltsam war. Eine kurze Bahnfahrt und wenige Gehminuten später fanden wir uns an einem etwas versteckt gelegenen, sehr netten Platz im Enchilada wieder. Erfreulicherweise (welch Zufall..) war zum Zeitpunkt unseres Abendbrots Happy Hour, weshalb wir unser Mahl auch noch sehr preisattraktiv durch sehr gut schmeckende Cocktails aufwerteten. Das Enchilada wusste dabei uneingeschränkt zu überzeugen: Freundliches Personal, überraschend schnelle Servicezeiten, gute Stimmung und qualitativ sehr ansprechende Speisen und Getränke – so soll es sein.

Die leckerste Stärkung seit Langem
Die leckerste Stärkung seit Langem

Gut gestärkt und mit den Impressionen eines tollen Tages im Kopf (und mit äußerst leckeren Churros im Bauch) spazierten wir erneut gen Schlossplatz. Bei sommerlich angenehmen 20°C kamen uns jede Menge Junggesellenabschiede (mind. 5) und gut gekleidete Menschen entgegen; wie auch schon tagsüber wurden die Straßen von jeder Menge Lebensfreude geflutet. Auf dem Schlossplatz angekommen spielte ein Jazz-Band und unterhielt die Massen, so dass es weder einen freien Platz auf den Grünflächen, noch ein Eiscafe gab, bei dem man nicht mindestens fünf Minuten hätte anstehen müssen. Wir setzten uns einfach auf die Stufen vor den Königsbaupassagen und genossen den Abend .. nach den stressigen letzten Wochen ein toller Kontrast. Unter dem Licht eines aufgehenden Vollmondes wurden wir (präziser: wurde Dani) dann noch unfreiwillig zu Mitwirkenden einer Zaubershow, was jedoch ebenfalls recht erheiternd war. Es war gegen 22:30 Uhr, als uns unsere mittlerweile etwas lahmen Füße (>20.000 Schritte an diesem Tag) zurück in Richtung Hotel trugen .. ein toller Tag ging zu Ende.

Abendstimmung im Ländle
Abendstimmung im Ländle

Der Sonntagmorgen begann etwas untypisch mit einem Frühstück auf dem Zimmer. Mangels passender Ausstattung wurde das Frühstück im Bett zumindest zu einem Frühstück am Bett .. mit erneut perfekter Aussicht auf das um 07:30 Uhr noch ziemlich verschlafene Stuttgart. Abseits der typischen Restaurant-Atmosphäre stärkten wir uns mit Brot, Brötchen, Saft, Cornflakes, Croissants und Allem, was sonst noch zu einem gelungenen Start in den Tag gehörte, bevor wir in Richtung Wilhelma aufbrachen. Trotz des parallel stattfindenden Stuttgart Laufes erreichten wir unser Ziel ohne größere Verzögerungen und fanden uns nur wenige Minuten nach Öffnung des extrem beeindruckenden zoologischen Gartens schon gegen 08:30 Uhr in den Gewächshäusern wieder.

Zwei-Mann-Frühstück mit Aussicht
Zwei-Mann-Frühstück mit Aussicht

Abseits der sonst durch die schmalen Pfade wandelnden Touristenmassen bewunderten wir ganz in Ruhe die reichhaltige und äußerst gepflegte Ausstellung (die wir insgesamt schon das vierte Mal besuchten) und wurden uns ein weiteres Mal bewusst, dass es (zumindest im deutschsprachigen Raum) vermutlich keinen tolleren und liebevoller gestalteten Zoo gibt. Während unserer ausgedehnten Runde durch die Wilhelma – als Erstbesucher sollte man meiner Meinung nach definitiv 5 bis 8h einplanen – verließ uns dann kurz nach einem Besuch der fröhlich grasenden Kühe kurzzeitig das Glück: Eine dunkle Regenwolke ergoss sich zusammen mit der ein oder anderen Sturmböhe über dem Rosensteinpark. Glücklicherweise fanden wir spontan Zuflucht im Schweinestall, wo wir den ca. 20 Minuten dauernden Schauer entspannt abwarten konnten.

 

Sauwetter im Schweinestall
Sauwetter im Schweinestall

Danach ging es erneut zurück auf den sehr gut gestalteten Rundweg, der vorbei an ungezählten Highlights führt (sehr toll fand ich neben dem Amazonenhaus auch die neue Behausung der Menschenaffen). Spätestens nach den vielen Aquarien war jedoch die Grenze unserer Aufnahmefähigkeit erreicht, so dass wir nach rund 3,5h beeindruckt aber zugleich auch erschöpft den Rückweg in Richtung Auto antraten. Die Heimreise (ebenfalls sehr vertraut) über die A81, A6 und A5 gestaltete sich übrigens signifikant besser als die Variante A5 / A8, so dass wir in weniger als 2h wieder in Frankfurt bzw. Oberursel ankamen.

Die Wilhelma - immer wieder einen Besuch wert
Die Wilhelma – immer wieder einen Besuch wert

So ging ein wirklich beeindruckendes, uneingeschränkt empfehlenswertes und geradezu nach Wiederholung verlangendes Wochenende zu Ende .. Adee, Stuttgart.

Viele weitere Impressionen (von Tieren, Autos und Stuttgart selbst) gibt es drüben in der Gallery: Link.

Dem Himmel ganz nah: Tag der Luftfahrt 2013

Als ich vor wenigen Tagen morgens leicht verschlafen auf dem Weg zu meinem derzeitigen Lieblingskunden war, weckte plötzlich ein Werbespot im Radio meine Aufmerksamkeit: Historische Flugzeugausstellung, der A380 ganz nah sein, Fahrzeugausstellung, Einblick in die Welt der Flugsicherung .. das klang ziemlich spannend. Geboten wurde all dies und mehr im Rahmen des ersten Tages der Luftfahrt am Flughafen Frankfurt.

Wie auch schon bei Happy Landings waren wir sofort Feuer und Flamme und versuchten augenblicklich Tickets zu ergattern. Im Gegensatz zum Eröffnungsevent der neuen Landebahn (Los-System, bei dem wir Glück hatten) verlief beim Tag der Luftfahrt alles ganz zivil: Auf die Webseite des Partner-Radiossenders (FFH) gehen, kurz ein paar Daten eintragen und schon hielten wir zwei personalisierte Tickets in unseren Händen. Zum Zeitpunkt unserer Anmeldung standen noch fast alle Zeiträume (Samstag und Sonntag, jeweils zwischen 10:00 und ich glaube 18:00 Uhr) zur Verfügung, so dass wir für den frühestmöglichen Terminkorridor entschieden (the earyly bird catches the worm und so).

Das wir mit unserem Interesse für diese spannend klingende Veranstaltung nicht alleine dastanden, zeigte sich bereits wenige Tage später, als alle 40.000 Tickets vergeben waren. Auf Grund der geringen Vorlaufzeit zwischen Anmeldung und Event vergingen die verbliebenen Tage wie im Flug (übrigens eine thematisch hervorragend passende Metapher) und ehe wir uns versahen, fanden wir uns im Parkhaus P4 Business Parking (meine absolute Empfehlung – geringer Mehrpreis, viele Vorteile) wieder. Einige Meter später erspähten wir auch schon die lange Reihe wartender Shuttlebusse, welche die neugierigen Besuchermassen gen Veranstaltungsfläche transportieren sollten. In die erste Reihe schafften wir es zwar nicht mehr rechtzeitig, doch kurz nach 10:00 Uhr saßen wir neugierig im Bus gen Ausstellung. Was würde uns erwarten? Wie würde es im Vergleich zu Happy Landings sein?

"Soooo groß!"
„Soooo groß!“
Dani hat dann mal in erster Reihe geparkt und freut sich ;-)
Dani hat dann mal in erster Reihe geparkt und freut sich 😉

Der Massentransport ruckelte und zuckelte überraschend lange, bevor er uns nach einigen Minuten am Rande einer Baustelle absetzte. Eifrig gliederten wir uns in den Menschenstrom gen Eingang ein, die im Hintergrund wartende A380 schon fest im Blick. Die weiteren Formalien gestalteten sich dann erstaunlich minimalistisch: Kein Sicherheitscheck, keine Identitätskontrolle. Einfach zwei mal kurz „Beep“ und schon befanden wir auf dem großzügig dimensionierten Veranstaltungsgelände. Selbstredend steuerten wir als erstes zielsicher auf die A380 zu – zu groß war die Neugier darauf den Riesenvogel aus allen Winkeln betrachten zu können. Majestetisch, riesig, modern, elegant .. so stand die „Frankfurt am Main“, D-AIMA, bekannt aus verschiedenen Reportagen und Dokumentationen auf dem Vorfeld. Es gab auch eine Gangway gen Einstieg und die Schlange der Wartenden vor selbiger erschien sogar akzeptabel kurz. Leider mussten wir Augenblicke später erfahren: Nur mit Bordkarte. Selbige gab es angeblich „irgendwo bei FFH“. Na gut, also wieder ganz grob zurück Richtung Eingang gedreht und dann Kurs auf das weitere Veranstaltungsgelände gesetzt.

Zu sehen gab es alles, was so im Flughafenbetrieb in Bodennähe herum wuselt
Zu sehen gab es alles, was so im Flughafenbetrieb in Bodennähe herum wuselt

Selbiges wurde zunächst von einem gefühlt überdimensionierten E-Bike-Verleih gekennzeichnet, kurze Zeit später folgte dann eine eindrucksvolle Ausstellung wirkungsvoll geparkter und auf Hochglanz polierter Flughafenfahrzeuge. So inspizierten wir Schneefräsen, bewunderten Enteisungsfahrzeuge und betatschen die harten Borsten der Kehrmaschinen. Bei einer angenehm geringen Besucherdichte fühlte man sich nie gehetzt oder bedrängt und konnte die Ausstellung bei bestem Sonnenschein und seichtem Wind ausgiebig genießen. Auf unserem weiteren Weg kamen wir dann auch an der FFH-Bühne vorbei, wo es jedoch ad-hoc gar keine Bordkarten (und auch keine Hinweisschilder zu selbigen) gab. Um es kurz zu machen: Irgendwann fanden wir durch mehrfaches Fragen heraus, dass pro Stunde 50 Bordkarten verlost werden. Darauf hatten wir dann jedoch keine Lust und setzten unseren Spaziergang einfach fort. Nach einem Besuch am Absperrzaun zum eigentlichen, produktiv genutzten Flughafen (inklusive toller Impressionen und ungewohnter Perspektiven) ging es langsam wieder zurück gen Eventfläche. An diesem Punkt fiel uns übrigens auf, wie „dezent“ die Abtrennung zwischen Ausstellung und eigentlichem Flughafen war .. für Neugierige wäre der Besuch des Tags der Luftfahrt daher vermutlich sogar ohne jegliche Ausstellung lohnenswert gewesen.

Stand nicht nur rum, sondern startete auch (zumindest ein Schwesterflieger): Die A380
Stand nicht nur rum, sondern startete auch (zumindest ein Schwesterflieger): Die A380

Auf dem Rückweg lag unser Fokus nun auf den vielfältigen ausgestellten Feuerwehr-, Zoll- und Polizeifahrzeugen. Während Dani mal die Rolle als Bediener einer Drehleiter probte, begutachtete ich die funktionale Innenausstattung eines Polizei 5ers .. sowas brauch ich auch 😉 Während wir an verschiedenen Positionen Platz nahmen, fiel immer wieder auf, wie freundlich und gut gelaunt die anwesenden „Bewacher“ waren – so macht die Kontaktaufnahme Spaß!

Dani probiert sich mal in einer anderen Jobrolle
Dani probiert sich mal in einer anderen Jobrolle

Auch eine kurze Demonstration der Zollhundestaffel sahen wir uns eher aus Zufall an – zum Glück war es nach wie vor problemlos möglich einen freien Platz am Absperrband zu finden. Ein stärkendes Eis später näherten wir uns dann erneut dem Highlight des Tages: Der Flugzeugausstellung. Dabei war es für mich sehr überraschend, wie nah man den Exponaten kommen konnte und durfte. Dies gilt sowohl für die gezeigte Boing 737-500 der Lufthansa Technical Training, als auch für die verschiedenen historischen Flieger und sogar die A380. Großflächige Absperrungen gab es nicht, so dass man bis auf wenige Meter an die Hightech-Vögel und Oldies heran kam. Letztere wurden dann aber doch durch ihre Besitzer / Aussteller akribisch bewacht, so dass der nötige Respekt dem Material gegenüber quasi passiv eingefordert wurde 😉  Insbesondere um den riesigen Airbus schlichen wir daher mehrmals herum; begutachteten ihn aus allen möglichen Winkeln und Perspektiven. Auch wenn ich rational nicht so recht erklären kann warum, übt die A380 doch eine große Faszination aus und zieht den Blick immer und immer wieder auf sich. So bot sie auch eine tolle Kulisse für die sonstigen Exponate, welche von modernen Kunstfliegern bis zu historischen Maschinen reichte.

Auf Hochglanz polierte Oldtimer
Auf Hochglanz polierte Oldtimer
Dimensionen, die faszinieren
Dimensionen, die faszinieren

Insbesondere der LEOS Schlepper vom Typ AST-1X verdeutlicht einem dabei, wie gigantisch die Ausmaße der Maschine sind und welche Kräfte erforderlich sind, um das Monster am Boden zu bewegen. Auch hier galt erneut: Keine Berührungsängste – das Inspizieren mit Augen und Händen war problemlos möglich.

Ich war auch da .. gemeinsam mit dem LEOS-Schlepper ;-)
Ich war auch da .. gemeinsam mit dem LEOS-Schlepper 😉

Nach rund 3h hatten wir das Gefühl genug „Luftfahrt-Feeling“ aufgesogen zu haben – die Ausstellungsfläche wurde zunehmend voller, die Sonne brannte und wir hatten schließlich noch weitere Pläne für das erste richtige Sommerwochenende (oder zurückblickend betrachtet den ersten Sommer Samstag). Kaum waren wir am Ausgang angekommen, fanden wir auch schon einen Platz im erstbesten (klimatisierten) Bus zurück – perfekte Organisation sei Dank. So ging ein sehr spannender Vormittag zu Ende und wir freuen uns schon jetzt auf den Tag der Luftfahrt 2014. Abschließend betrachtet muss ich jedoch zugeben, dass Happy Landings doch eine ganz Nummer größer war: Viel umfangreichere Ausstellung, deutlich mehr Erlebnismöglichkeiten, ganz andere Dimensionen. Trotzdem gibt es sonst wohl (abgesehen von Rundfahrten) kaum eine Möglichkeit so nah an das Erlebnis „Airport“ heranzukommen, wie zum Tag der Luftfahrt.

An dieser Stelle sei übrigens ergänzt, dass die für den Sonntag angemeldeten Besucher weniger Glück hatten. Zwar konnte ich morgens (08:00 Uhr) noch bei Sonnenschein und 20°C mit offenem Verdeck zum Bäcker fahren, doch leider kam eine große Gewitterfront rasch näher. Während bei uns dadurch „nur“ der Besuch des Opel-Zoos ausfiel, mussten am Flughafen mehrere Flüge gestrichen und das Veranstaltungsgelände leider völlig geschlossen werden.

Weitere Impressionen finden sich übrigens drüben in der Gallery: Klick.

Fitbit Flex: Die Rückkehr des Motivators

„Quantified Self“, die digitale Vermessung und Dokumentation von Vitalitätswerten und Aktivitäten ist ein durchaus spannendes Themenfeld, dass nicht nur aus gesundheitlicher Sicht Sinn macht, sondern auch den typischen Spieltriebs eines ITlers befriedigt. Als Folge dieser These könnte man sogar die gewagte Aussage treffen, dass die Aufzeichnung und Auswertung von Bewegungs- und Körperdaten den Spaß am Sport weiter steigert.

Soweit würde ich jetzt vielleicht nicht gleich gehen wollen; trotzdem finde ich die unauffällige Messung und Auswertung von Aktivitätsinformationen sehr interessant. Vor diesem Hintergrund kaufte ich mir (nach finaler Aufforderung von Dani) im September letzten Jahres meinen ersten „Fitbit Ultra“ und war sofort begeistert. Kompakte Abmessungen, eine gefühlt ewige Akkulaufzeit (10 Tage waren keine Seltenheit, danach genügten wenige Stunden, manchmal gar Minuten zum Laden) und eine sehr komfortable, drahtlose Synchronisation begeisterten mich.

Auch das Webinterface („Fitbit-Dashboard“) zur Auswertung der von der kleinen Wäscheklammern gewonnenen Informationen sagte mir sehr zu – klar, simpel, man sieht auf einen Blick, was interessant ist. Der einzige Konkurrent war zum damaligen Zeitpunkt übrigens das Nike Fuelband, dass jedoch am deutschen Markt nicht offiziell erhältlich war und für mich daher nach kurzer Überlegung ausschied.

Der Ultra und ich erlebten gemeinsam rund sieben spannende Monate voller Geocaching, Laufen, Skifahren und Wandern. Je nach Sportart zeigte er sich dabei hinsichtlich der gemessenen Distanz mal mehr, mal weniger synchron zu meiner Garmin Forerunner GPS-Uhr. Besonders beim Wandern harmonierten meine beiden Begleiter sehr gut, zeigten sie auf einer Distanz von ca. 20km doch weniger als 100m Abweichung. Weniger gut klappte die Entfernungsmessung beim Laufen, denn hier hatte ich regelmäßig eine Abweichung von ca 3km (zu wenig auf dem Fitbit) bei einer Gesamtstrecke von 8km. Ob zumindest die gemessene Schrittanzahl gepasst hat, kann ich nicht beurteilen.

Spannend fand ich neben den lustigen bunten Abzeichen im Dashboard jedoch stets die Beantwortung der Frage: Wo ist denn eigentlich mein Fitbit? Das Teil ist nämlich derart klein und unauffällig, dass man es (leider) allzu leicht vergessen kann. In der Waschmaschine zum Beispiel (wie meine Mama) oder im Mietwagen am Flughafen von Mallorca (wieder meine Mama). Beides verkraftet das Gerät übrigens nicht besonders gut, mag es doch fortan nicht mehr Laden oder ist gleich ganz verloren. Doch auch ich hab meinen Fitbit mindestens drei mal fast versetzt – in der Retrospektive war es reines Glück, dass er beim Aussteigen aus dem Auto jedes mal auf die Innenseite des Schwellers fiel.

Knallige Farben, lustige Abzeichen: Das Fitbit Dashboard (mir fehlt definitiv noch die Waage..)
Knallige Farben, lustige Abzeichen: Das Fitbit Dashboard (mir fehlt definitiv noch die Waage..)

Neben der mangelnden Wasserfreudigkeit und dem nicht immer ganz optimalen Tragekomfort (zumindest wenn als Klammer am Gürtel genutzt) stellte sich in meinem Fall die Langlebigkeit des Gehäuses als größte Schwachstelle heraus. Nach sechs Monaten der Benutzung begannen plötzlich Teile der Plastikklammer auf der Innenseite abzubrechen und vier weitere Wochen später hielt ich  das Innenleben des Trackers in der Hand. Schade. Ich versuchte noch zu retten, was zu retten war, doch leider wollte sich das Gerät fortan nur noch laden lassen, wenn man mit gefühlt 11 Fingern gleichzeitig Druck auf die richtigen Stellen des Gehäuses ausübte. Damit trennten sich die Wege des Ultras und mir .. und meine Mama gewann unseren Wettstreit im Dashboard über die meisten Schritte in den letzten sieben Tagen außerhalb jeder Konkurrenz.

Danach hörte ich in mich hinein und fragte mich: Fehlt dir jetzt was .. so ganz ohne Schrittzähler? Stört es dich das Dashboard aus den Favoriten zu entfernen, die App zu löschen, die tägliche Herausforderung „Schaffe ich heut meine 10.000 Schritte?“ kampflos aufzugeben? Insgesamt war der Verlust des kleinen Zählers offen gesagt nicht allzu schlimm. Auf Basis der gewonnenen Erfahrungen konnte ich mittlerweile ganz gut beurteilen, wie aktiv ich war, und zumindest beim Joggen leistet mir die Garmin Uhr ja nach wie vor sehr gute und unersetzliche Dienste. Trotzdem beobachtete ich die Entwicklung am Markt recht genau, und als das Fitbit Flex endlich verfügbar war, schlug ich sofort zu.

Beim Fitbit Flex handelt es sich um die Armband-Version des Trackers, welche hinsichtlich des Tragekomforts also eine ganz neue Richtung einschlagen sollte. Als gewohnheitsmäßiger Uhren- und Hemdträger fragte ich mich zwar seit Längerem ob der Flex hierzu kompatibel sein würde, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also orderte ich das kleine „Bändel“ fix bei Amazon; glücklicherweise fand ich die schiefergraue Version schon die ganze Zeit interessanter – das schwarze Exemplar ist derzeit nämlich nicht bzw. nur sehr stark limitiert lieferbar.

So sieht das Ding am Handgelenk aus
So sieht das Ding am Handgelenk aus

Einen Tag später wurde Fitbits neueste Kreation dann auch bereits in die Packstation meines Vertrauens geliefert und ich begann Augenblicke später mit dem Auspacken und der Begutachtung. Was sofort auffällt ist die nette Verpackung (zweckmäßig, aber ansprechend) und der vergleichsweise respektable Lieferumfang (es werden gleich zwei Armbandgrößen mitgeliefert). Auch die Ersteinrichtung des Geräts gestaltet sich (wie bei Fitbit üblich) recht einfach, und so beginnt das Gerät wenige Minuten nach seiner Befreiung mit der Aktivitätsaufzeichnung. Das Anlegen am Handgelenk gestaltet sich wie zuvor bereits gelesen etwas knifflig, gelingt dann aber doch recht gut (nach rund zwei Wochen kann ich sagen: Absolut problemlos). Das Tragegefühl ist zunächst leicht ungewohnt aber tatsächlich recht angenehm. Das Armband ist leicht, das Gummi geruchsneutral und die Haptik durchaus ansprechend. Schnell finde ich eine angenehme Weiteneinstellung und nachdem die grundsätzliche Funktionsfähigkeit gegeben ist, gehe ich mit dem Flex gleichmal auf eine 9km Laufrunde ins Wochenende. Nach den ersten 500m bei 25°C Außentemperatur schmiegen sich Band und Arm angenehm aneinander, so dass ich den Flex ein wenig auf Spannung nach oben schiebe und ihn fortan kaum noch spüre. Kaum bin ich eine Stunde später wieder zu Hause, habe ich das Schrittpensum für diesen Tag fast erfüllt und beginne den nächsten Test: Der Flex soll ja wasserfest sein. Ergebnis: Ist er scheinbar; trotzdem bleiben Feuchtigkeitsspuren im Armband .. muss also nicht dauerhaft sein.

Schiefergrau, kompakt, dezent (im Hintergrund die Ladeeinrichtung)
Schiefergrau, kompakt, dezent (im Hintergrund die Ladeeinrichtung)

Doch dieser kleine Makel bringt mich auch gleich zu einem der (aus meiner Sicht) größten Vorteile des Trackers gegenüber seinem Vorgänger und gegenüber diversen Marktbegleitern: Er ist modular. Endlich kann ich die (gekappselte) Elektronik aus dem Band lösen und damit den „wertvollen“ Teil sehr leicht vom „verzichtbaren“ Part trennen. Dies ermöglicht es nicht nur schnell zwischen verschiedenen Armbandfarben zu wechseln (so selbige denn mal verfügbar sind), sondern verringert auch die Folgen von etwaigen „Gehäuseschäden“. Genau das, was meinem alten Ultra das Genick gebrochen hat, sollte sich also in Zukunft nicht wiederholen. Diese smarte Weiterentwicklung gefällt mir mindestens so gut wie die drahtlose Synchronisation, welche im Gegensatz zu meinem alten Tracker nun endlich auch via Bluetooth 4.0 und damit dem iPhone klappt. Dies funktioniert derart reibungslos, dass mich das fehlende Display des Flex kaum stört. Die chic animierten 5 Kugeln zeigen mir ganz grob den Tagesfortschritt; alles Weitere kann ich problemlos wenige Sekunden später auf dem iPhone-Display ablesen. Trotz der minimalistischen Art der Informationsauskunft macht es übrigens immer wieder Spaß auf das kleine Gerät zu tatschen und die „elegante“ Fortschrittsanimation anzuschauen.

Tracker außerhalb des Armbands - hier mit gerade aktivierter Fortschrittsanzeige
Tracker außerhalb des Armbands – hier mit gerade aktivierter Fortschrittsanzeige

An dieser Stelle ist mir übrigens völlig unerklärlich, wie man die gerade zu anachronistische Synchronsation eines Jawbone UP (Klinkenstecker) bevorzugen kann.

Ansonsten verliefen die ersten Tage mit dem Flex erwartungsgemäß unkompliziert .. alles funktionierte wie es soll, und wenn das Gerät nach 10.000 Schritten am Tag fröhlich vor sich hin brummt, fühlt man sich gleich ein wenig besser. Das das Flex im Gegensatz zum Ultra (und seinem Nachfolger, dem One) keine Stockwerke zählen kann, finde ich ebenso erträglich wie die aus meiner Sicht nicht ganz optimale Datenbank zur Nahrungsmitteleingabe. Wer hier mehr möchte, dem sei der kostenlose und auch in Deutsch verfügbare Service von MyFitnessPal ans Herz gelegt! Dieser synchronisiert sich im Hintergrund vollautomatisch mit den Aktivitätswerten von Fitbit und bietet daher eine smarte Vermaschung von Kalorienaufzeichnung und sportlichen Unternehmungen – ganz unkompliziert und sehr gut funktionierend! MyFitnessPal bietet übrigens neben einem recht gelungenen WebInterface (an einigen Stellen noch mit englischen Satzfetzen behaftet) und einer recht umfangreichen Nahrungsmitteldatenbank auch eine gute iPhone-App, die kostenpflichtigen Alternativen (wie z.B. dem ShapeUp-Club, den ich selbst auch schon mal benutzt habe) in Nichts nachsteht.

Screenshot der MyFitnessPal App - man beachte die automatisch aus Fitbit übertragenen Kalorien für Trainings
Screenshot der MyFitnessPal App – man beachte die automatisch aus Fitbit übertragenen Kalorien für Trainings

Der Tragekomfort des Geräts ist am „nackigen“ Arm (d.h. mit T-Shirt und damit ohne verhüllenden / drückenden Stoff drüber) sehr gut. Auch unter einem Businesshemd verhält sich der Flex unauffällig, neigt jedoch (wie eine Armbanduhr auch) dazu zu drücken, wenn er beim Tippen auf der Handballenauflage der Tastatur liegt. Grad in diesem Moment schmiegt er sich zum Beispiel relativ unangenehm an den Aluminium-Body meines MacBooks; dieses Problem habe ich an der heimischen Tastatur nicht so intensiv. Die Erfahrung von weiteren zwei Wochen des täglichen Gebrauchs sagt hier: Man gewöhnt sich an alles. Mittlerweile sucht sich das Armband ganz unmerklich seine Positiv und verrichtet absolut unauffällig seinen Dienst. Einzig beim Überziehen des Jackets merkt man die kleine Verdickung am Handgelenk etwas (die Gehäusekante hätte aber durchaus auch etwas abgerundeter ausfallen dürfen). Als positiven Effekt des unauffälligen Tragens kann ich zudem festhalten, dass auch die Aufzeichnung der Schlafinformationen mit dem Flex Spaß macht und man dies fortwährend tut – mit dem Ultra verließ mich hier nach spätestens fünf Nächten die Lust ob des relativ sperrigen Armbands. Apropos Fitbit Ultra: Dessen Akkulaufzeit erreicht das Flex erwartungsgemäß nicht ganz. Nacht ca. 4 – 6 Tagen möchte das kleine Plastikriegelchen in seiner proprietären Halterung geladen werden, was für mich aber kein Problem darstellt. Auch nach der ersten „Akkustand ist niedrig“-Meldung hält das Gerät noch einige Stunden durch und ein paar Momente der Inaktivität, in denen der Tracker sich wieder auflädt, finden sich immer.

Fitbit Flex - auch beim Cabriofahren unauffällig zu tragen
Fitbit Flex – auch beim Cabriofahren unauffällig zu tragen

Was bleibt? Prinzipiell bin ich mit dem Fitbit Flex sehr zufrieden und finde die Umsetzung in Form eines Armbands recht gelungen. Je nach Einsatzzweck und persönlichen Präferenzen lässt sich der Fitbit One (bei gleichem Preis und gerüchteweise besserer Messgenauigkeit) jedoch möglicherweise besser in den Alltag integrieren. In jedem Fall störe ich mich ein wenig an der Vielzahl mitgeführter Geräte: Smartphone (für die Erreichbarkeit und aktuell für Zombies Run nebst musikalischer Begleitung), GPS-Uhr (zur genauen Aufzeichnung von Strecke, Geschwindigkeit und Puls) und Bewegungstracker zur Aufzeichnung der Aktivitätsinformationen sind nach meiner Ansicht etwas zu viel des Guten. Konsolidierung wäre hier das Schlagwort und mein Gedanke zum Abschluss lautet daher: „Apple, bitte versaut es mit einer iWatch nicht“.