Dem Himmel ganz nah: Tag der Luftfahrt 2013

Als ich vor wenigen Tagen morgens leicht verschlafen auf dem Weg zu meinem derzeitigen Lieblingskunden war, weckte plötzlich ein Werbespot im Radio meine Aufmerksamkeit: Historische Flugzeugausstellung, der A380 ganz nah sein, Fahrzeugausstellung, Einblick in die Welt der Flugsicherung .. das klang ziemlich spannend. Geboten wurde all dies und mehr im Rahmen des ersten Tages der Luftfahrt am Flughafen Frankfurt.

Wie auch schon bei Happy Landings waren wir sofort Feuer und Flamme und versuchten augenblicklich Tickets zu ergattern. Im Gegensatz zum Eröffnungsevent der neuen Landebahn (Los-System, bei dem wir Glück hatten) verlief beim Tag der Luftfahrt alles ganz zivil: Auf die Webseite des Partner-Radiossenders (FFH) gehen, kurz ein paar Daten eintragen und schon hielten wir zwei personalisierte Tickets in unseren Händen. Zum Zeitpunkt unserer Anmeldung standen noch fast alle Zeiträume (Samstag und Sonntag, jeweils zwischen 10:00 und ich glaube 18:00 Uhr) zur Verfügung, so dass wir für den frühestmöglichen Terminkorridor entschieden (the earyly bird catches the worm und so).

Das wir mit unserem Interesse für diese spannend klingende Veranstaltung nicht alleine dastanden, zeigte sich bereits wenige Tage später, als alle 40.000 Tickets vergeben waren. Auf Grund der geringen Vorlaufzeit zwischen Anmeldung und Event vergingen die verbliebenen Tage wie im Flug (übrigens eine thematisch hervorragend passende Metapher) und ehe wir uns versahen, fanden wir uns im Parkhaus P4 Business Parking (meine absolute Empfehlung – geringer Mehrpreis, viele Vorteile) wieder. Einige Meter später erspähten wir auch schon die lange Reihe wartender Shuttlebusse, welche die neugierigen Besuchermassen gen Veranstaltungsfläche transportieren sollten. In die erste Reihe schafften wir es zwar nicht mehr rechtzeitig, doch kurz nach 10:00 Uhr saßen wir neugierig im Bus gen Ausstellung. Was würde uns erwarten? Wie würde es im Vergleich zu Happy Landings sein?

"Soooo groß!"
„Soooo groß!“
Dani hat dann mal in erster Reihe geparkt und freut sich ;-)
Dani hat dann mal in erster Reihe geparkt und freut sich 😉

Der Massentransport ruckelte und zuckelte überraschend lange, bevor er uns nach einigen Minuten am Rande einer Baustelle absetzte. Eifrig gliederten wir uns in den Menschenstrom gen Eingang ein, die im Hintergrund wartende A380 schon fest im Blick. Die weiteren Formalien gestalteten sich dann erstaunlich minimalistisch: Kein Sicherheitscheck, keine Identitätskontrolle. Einfach zwei mal kurz „Beep“ und schon befanden wir auf dem großzügig dimensionierten Veranstaltungsgelände. Selbstredend steuerten wir als erstes zielsicher auf die A380 zu – zu groß war die Neugier darauf den Riesenvogel aus allen Winkeln betrachten zu können. Majestetisch, riesig, modern, elegant .. so stand die „Frankfurt am Main“, D-AIMA, bekannt aus verschiedenen Reportagen und Dokumentationen auf dem Vorfeld. Es gab auch eine Gangway gen Einstieg und die Schlange der Wartenden vor selbiger erschien sogar akzeptabel kurz. Leider mussten wir Augenblicke später erfahren: Nur mit Bordkarte. Selbige gab es angeblich „irgendwo bei FFH“. Na gut, also wieder ganz grob zurück Richtung Eingang gedreht und dann Kurs auf das weitere Veranstaltungsgelände gesetzt.

Zu sehen gab es alles, was so im Flughafenbetrieb in Bodennähe herum wuselt
Zu sehen gab es alles, was so im Flughafenbetrieb in Bodennähe herum wuselt

Selbiges wurde zunächst von einem gefühlt überdimensionierten E-Bike-Verleih gekennzeichnet, kurze Zeit später folgte dann eine eindrucksvolle Ausstellung wirkungsvoll geparkter und auf Hochglanz polierter Flughafenfahrzeuge. So inspizierten wir Schneefräsen, bewunderten Enteisungsfahrzeuge und betatschen die harten Borsten der Kehrmaschinen. Bei einer angenehm geringen Besucherdichte fühlte man sich nie gehetzt oder bedrängt und konnte die Ausstellung bei bestem Sonnenschein und seichtem Wind ausgiebig genießen. Auf unserem weiteren Weg kamen wir dann auch an der FFH-Bühne vorbei, wo es jedoch ad-hoc gar keine Bordkarten (und auch keine Hinweisschilder zu selbigen) gab. Um es kurz zu machen: Irgendwann fanden wir durch mehrfaches Fragen heraus, dass pro Stunde 50 Bordkarten verlost werden. Darauf hatten wir dann jedoch keine Lust und setzten unseren Spaziergang einfach fort. Nach einem Besuch am Absperrzaun zum eigentlichen, produktiv genutzten Flughafen (inklusive toller Impressionen und ungewohnter Perspektiven) ging es langsam wieder zurück gen Eventfläche. An diesem Punkt fiel uns übrigens auf, wie „dezent“ die Abtrennung zwischen Ausstellung und eigentlichem Flughafen war .. für Neugierige wäre der Besuch des Tags der Luftfahrt daher vermutlich sogar ohne jegliche Ausstellung lohnenswert gewesen.

Stand nicht nur rum, sondern startete auch (zumindest ein Schwesterflieger): Die A380
Stand nicht nur rum, sondern startete auch (zumindest ein Schwesterflieger): Die A380

Auf dem Rückweg lag unser Fokus nun auf den vielfältigen ausgestellten Feuerwehr-, Zoll- und Polizeifahrzeugen. Während Dani mal die Rolle als Bediener einer Drehleiter probte, begutachtete ich die funktionale Innenausstattung eines Polizei 5ers .. sowas brauch ich auch 😉 Während wir an verschiedenen Positionen Platz nahmen, fiel immer wieder auf, wie freundlich und gut gelaunt die anwesenden „Bewacher“ waren – so macht die Kontaktaufnahme Spaß!

Dani probiert sich mal in einer anderen Jobrolle
Dani probiert sich mal in einer anderen Jobrolle

Auch eine kurze Demonstration der Zollhundestaffel sahen wir uns eher aus Zufall an – zum Glück war es nach wie vor problemlos möglich einen freien Platz am Absperrband zu finden. Ein stärkendes Eis später näherten wir uns dann erneut dem Highlight des Tages: Der Flugzeugausstellung. Dabei war es für mich sehr überraschend, wie nah man den Exponaten kommen konnte und durfte. Dies gilt sowohl für die gezeigte Boing 737-500 der Lufthansa Technical Training, als auch für die verschiedenen historischen Flieger und sogar die A380. Großflächige Absperrungen gab es nicht, so dass man bis auf wenige Meter an die Hightech-Vögel und Oldies heran kam. Letztere wurden dann aber doch durch ihre Besitzer / Aussteller akribisch bewacht, so dass der nötige Respekt dem Material gegenüber quasi passiv eingefordert wurde 😉  Insbesondere um den riesigen Airbus schlichen wir daher mehrmals herum; begutachteten ihn aus allen möglichen Winkeln und Perspektiven. Auch wenn ich rational nicht so recht erklären kann warum, übt die A380 doch eine große Faszination aus und zieht den Blick immer und immer wieder auf sich. So bot sie auch eine tolle Kulisse für die sonstigen Exponate, welche von modernen Kunstfliegern bis zu historischen Maschinen reichte.

Auf Hochglanz polierte Oldtimer
Auf Hochglanz polierte Oldtimer
Dimensionen, die faszinieren
Dimensionen, die faszinieren

Insbesondere der LEOS Schlepper vom Typ AST-1X verdeutlicht einem dabei, wie gigantisch die Ausmaße der Maschine sind und welche Kräfte erforderlich sind, um das Monster am Boden zu bewegen. Auch hier galt erneut: Keine Berührungsängste – das Inspizieren mit Augen und Händen war problemlos möglich.

Ich war auch da .. gemeinsam mit dem LEOS-Schlepper ;-)
Ich war auch da .. gemeinsam mit dem LEOS-Schlepper 😉

Nach rund 3h hatten wir das Gefühl genug „Luftfahrt-Feeling“ aufgesogen zu haben – die Ausstellungsfläche wurde zunehmend voller, die Sonne brannte und wir hatten schließlich noch weitere Pläne für das erste richtige Sommerwochenende (oder zurückblickend betrachtet den ersten Sommer Samstag). Kaum waren wir am Ausgang angekommen, fanden wir auch schon einen Platz im erstbesten (klimatisierten) Bus zurück – perfekte Organisation sei Dank. So ging ein sehr spannender Vormittag zu Ende und wir freuen uns schon jetzt auf den Tag der Luftfahrt 2014. Abschließend betrachtet muss ich jedoch zugeben, dass Happy Landings doch eine ganz Nummer größer war: Viel umfangreichere Ausstellung, deutlich mehr Erlebnismöglichkeiten, ganz andere Dimensionen. Trotzdem gibt es sonst wohl (abgesehen von Rundfahrten) kaum eine Möglichkeit so nah an das Erlebnis „Airport“ heranzukommen, wie zum Tag der Luftfahrt.

An dieser Stelle sei übrigens ergänzt, dass die für den Sonntag angemeldeten Besucher weniger Glück hatten. Zwar konnte ich morgens (08:00 Uhr) noch bei Sonnenschein und 20°C mit offenem Verdeck zum Bäcker fahren, doch leider kam eine große Gewitterfront rasch näher. Während bei uns dadurch „nur“ der Besuch des Opel-Zoos ausfiel, mussten am Flughafen mehrere Flüge gestrichen und das Veranstaltungsgelände leider völlig geschlossen werden.

Weitere Impressionen finden sich übrigens drüben in der Gallery: Klick.

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