13.11.13 – Wir haben uns getraut!

Man könnte sagen, dass unser Urlaub auf Sylt so toll war, dass er gleichzeitig ideale Bedingungen für eine Hochzeit bot – also haben wir diese Gelegenheit direkt beim Schopfe gepackt 😉

Nein, Spaß bei Seite .. eigentlich haben wir die lange Reise in den hohen Norden explizit aus diesem Grund angetreten – um uns nach 6,5 Jahren glücklicher Beziehung auf Probe endlich das berühmte „Ja-Wort“ zu geben.

Welcher treffendere Einleitung könnte es für diesen Beitrag geben :-)
Welch treffendere Einleitung könnte es für diesen Beitrag geben 🙂

Vorher haben wir über Monate bzw. fast ein Jahr hinweg die verschiedensten Szenarien und Optionen mal mehr, mal weniger intensiv durchgespielt: In den Alpen heiraten, größer Heiraten, kleiner Heiraten, Durchbrennen; es gab sozusagen keine geistigen Tabus.

Die zunächst favorisierte Variation lautete: Hochzeit im kleinen Kreis in Übersee, am Chiemsee. Es gab sogar schon ein Datum, ein Hotel und ein gewisses Rahmenprogramm. Aber bedingt durch verschiedene ungeplante Herausforderungen standen wir irgendwann an einem Moment, an dem wir sagten „Jetzt bitte erstmal durchatmen und nicht schon wieder Vollgas geben“. Auch wenn die Entscheidung „Besser doch nicht 2013“ schwierig zu treffen war, fühlte sie sich gut an. Wir konnten zur Ruhe kommen, uns wieder etwas mehr dem Alltag zuwenden, verschiedene Dinge im Job auf den Weg bringen (, das Auto tauschen, yeah!) und nach und nach neue Pläne schmieden.

Der mit Abstand kühnste Plan sah eine Trauung am Strand vor .. auf Hawaii. Wie bei allen Dingen waren wir auch hier sehr engagiert und fingen sofort an Reiseführer und Erfahrungsberichte zu verschlingen. Dies klang eigentlich auch alles ganz toll und schien sogar einigermaßen machbar .. aber plötzlich stellten wir doch fest: Ist nett, aber nichts für uns.

In einem sehr friedlichen Moment, ich denke es war bei einem herbstlichen Spaziergang, kam uns (ich bin sogar so frech die Idee als „meine“ zu deklarieren) dann der Gedanke: Mit den wichtigsten Menschen in unserem Leben auf Sylt zu heiraten, im November, inmitten der rauen Natur .. das würde eigentlich zu uns passen. Urlaubstechnisch würde es zwar bei uns beiden schwierig werden, wäre aber grundsätzlich machbar. Auch die Vorlaufzeit für den Juwelier wurde zwar bereits knapp, hätte aber nach letztem Kenntnisstand gereicht. Also grübelten wir noch etwas, suchten kurz Unterkünfte, führten ein weiteres Vorgespräch mit unserem Goldschmied und kontaktieren dann unsere Familien. Vier Wochen Vorbereitungszeit sind doch eigentlich für alle genug, oder? 😉

Teures Strandgut ;-)
Teures Strandgut (Platin / Rotgold / Platin) 😉

Glücklicherweise – und dafür möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei allen Anwesenden bedanken – konnten tatsächlich alle geladenen Gäste die Woche mitten im November, abseits aller Ferien und verdächtig dicht an Weihnachten, freischaufeln. Unser Wunschtermin lautete nämlich 13.11.13 – und welcher Wochentag könnte für Weitgereiste günstiger sein, als ein Mittwoch 😉

So verbrachten wir also ein weiteres Mal 2h beim Juwelier unseres Vertrauen (wirklich coole Arbeitszeiten .. Dienstag Abend von 19:00 bis 21:00 Uhr) um Mittwoch früh zu entscheiden: Jap, wir ziehen das jetzt durch. Mit viel Engagement konnten wir auch die notwendigen Dokumente von den verschiedenen Standesämtern in letzter Minute ergattern und so unsere Anmeldung in Westerland verbindlich machen. Ein eigenartiges Gefühl. Danach organisierten wir noch fix einen Fotografen, optionierten einige Restaurants, kauften Kleid nebst Anzug und buchten adäquate Unterkünfte für unsere Gäste und uns – was hier so nebensächlich beschrieben steht, gestaltete sich in der Realität jedoch zumindest ein wenig herausfordernder. Ich vermute jedoch dies ist jedem, der diese einmalige Zeremonie schon miterlebt hat, durchaus transparent 😉

Schnellvorlauf zum 12.11.2013, abends 19:00 Uhr, Morsum, Sylt: Bis auf Danis Familie sind schon alle Gäste angereist und lernen sich beim gemeinsamen Abendessen in unserem Feriendomizil kennen. Die Ringe sind bereits beim Trauzeugen hinterlegt, der Brautstraus wenige Stunden zuvor geordert (gut zu wissen: Auf Sylt ist es inselbedingt NICHT möglich Blumen mit 48h Vorlaufzeit zu ordern), das Auto gewaschen, das richtige Wetter bestellt. Bei lockerer Stimmung und leckeren Spaghetti lassen wir die Vorfreude bzw. Anspannung auf uns wirken und sind gespannt, was da so auf uns zukommen wird. Während wir das Dessert zu uns nehmen, legt Danis Familie die letzten Kilometer vom Sylt Shuttle zu unserer Ferienwohnung zurück; glücklicherweise schaffen sie es noch zu uns, bevor die Küche kalt wird 😉 Irgendwann gegen 23:00 Uhr sind wir dann wieder ganz allein, ziemlich aufgeregt und treffen die letzten Vorbereitungen.

13.11.13 – 07:30 Uhr: Der Wecker klingelt; es ist so weit .. der Tag unserer Trauung. Fünf Tage bevor die Jahresfrist nach der Verlobung abgelaufen wäre und damit keine Minute zu früh. Draußen geht eine leuchtende Sonne hinter dunklen Wolken auf und während wir durch einen romantischen Herbstregen zum Bäcker gehen, schreibt mein Trauzeuge „Wetteränderung jetzt !!!! Hier Sturm mit viel Regen …. Das ist mega uncool …“ – er hatte ja Recht, aber laut Wetterbericht sollte ganz schnell alles gut werden. Unglücklicherweise hat die Verkäuferin des Sylter Traditionsbäckers nicht die Güte uns zu beruhigen: „Sonne .. heut? Glaub ich erst, wenn ich sie sehe!“. Macht nichts, wir sind immer noch optimistisch. Der Wetterbericht sagte zwar seit einer Woche für Dienstag und Donnerstag Regen an, aber am Mittwoch .. an DEM Mittwoch .. sollte über 6h lang die Sonne scheinen. Noch während wir so gut wie möglich versuchten ein wenig stärkende Nahrung zu uns zu nehmen (klappte irgendwie nicht ideal) hörte der Regen auf und es hellte sich zunehmend auf – gut so. Voller Optimismus bereiten wir uns also vor, bis meine Mama um 10:35 Uhr die nächste gute Nachricht überbringt: „Die Bäckerei hat die Hochzeitstorte vergessen. Mal gucken, ob sie bis 14:00 Uhr noch was hinbekommen“. Nagut, irgendwas muss ja schief gehen 😉

13.11.13 – 10:55 Uhr: Zehn Minuten später als geplant fahren wir endlich mit vier Autos los in Richtung Standesamt. Die Dekoschleifen für die Außenspiegel sind gut verknotet, alle sind bei bester Laune und auch die Sonne lacht. Wir fühlen uns großartig .. und etwas aufgeregt. Ganz meinem persönlichen Wunsch entsprechend darf ich „mein“ Hochzeitsauto selber fahren 🙂

Elvis has left the building..
Elvis has left the building..

13.11.13 – 10:57 Uhr: Wir sind wieder zu Hause. Der „just in time“ angefertigte Hochzeitsstrauß sollte dann doch mit.

13.11.13 – 11:15 Uhr: Ankunft am Standesamt (letzter Song auf der Fahrt: Seeed – Shake Baby Shake Live .. Stimmung!). Unsere Gäste dürfen auf einem Parkplatz direkt hinter dem Rathaus (sehr repräsentatives Gebäude, leider im Eingangsbereich vom jüngsten Sturm ein wenig gezeichnet) parken, während wir standesgemäß direkt auf den Vorplatz fahren dürfen. Noch während ich Dani die Tür aufhalte, gratulieren uns die ersten Passanten – ein tolles Gefühl. Weniger toll ist die Tatsache, dass der gebuchte Fotograf leider nirgends zu sehen ist .. leichte Unruhe kommt auf. Die Gäste frieren, Dani sucht die Telefonnummer des Fotografen, mein Trauzeuge sagt „Tut bitte für ein Foto ganz kurz so, als ob ihr euch mögt“ – ein kurzer Moment einsetzender Panik. Drin angekommen dann endlich ein Mann mit Vollformat-Spiegelreflex – puh, alles nochmal gut gegangen. Schnell legitimieren sich unsere Trauzeugen noch bei der leitenden Standesbeamtin und nach einigen Minuten des Wartens vor dem Trauzimmer (einer gefühlten Ewigkeit) geht es dann auch endlich los.

Showtime mit bester Stimmung (merke: Schalensitze nur bedingt kleidkompatibel)
Showtime mit bester Stimmung (merke: Schalensitze nur bedingt kleidkompatibel)

13.11.13 – 11:30 Uhr: Wir nehmen im kleinen, aber sehr schön ausgestatteten Trauzimmer Platz. Dani und ich auf einem kleinen Sofa, unsere Trauzeugen auf separaten Sesseln direkt an unserer Seite; unsere Familien rechts von uns. Noch bevor die Standesbeamtin mit der Zeremonie beginnt, strahlt uns die Sonne durch das große Friesenfenster an: Es ist ein schöner Tag. Dann beginnt die eigentliche Trauung, welche im „informellen“ Teil aus einer methapherreichen und nordisch angepassten Beschreibung der Ehe besteht. Diese – so erklärt uns die Standesamtin – entspräche ja einem Schiff (im Hafen der Ehe). Schiffe seien aber nun mal für die Fahrt gemacht und durchquerten daher sowohl ruhigere, als auch stürmischere Gewässer .. eine sehr stimmungsvolle und schöne Adaption der üblichen Eheweisheiten. Viel schneller als gedacht, ist es dann so weit: Ringe tauschen, Küssen, formelle Verlesung, einige Unterschriften (für mich ganz einfach, für Dani noch sehr ungewohnt) und dann sind wir nach 2342 glücklichen Tagen Mann und Frau.

Fotofinish nach 6,5 Jahren :-)
Fotofinish nach 6,5 Jahren 🙂
Erst der Kuss, dann die (neue) Unterschrift
Erst der Kuss, dann die (neue) Unterschrift

13.11.13 – 12:00 Uhr: Beglückwünscht von Freunden und Familie verlassen wir bei Sonnenschein als Eheleute das Rathaus – Fotosession. Die Hochzeitsgesellschaft, die Familien, die Trauzeugen .. alle denkbaren Konstellationen, die an diesem denkwürdigen Tag wichtig sind. Um ehrlich zu sein, fühlt sich alles noch ein wenig unwirklich an. Mit Hinblick auf die möglicherweise nicht konstanten Witterungsbedingungen plagt uns außerdem eine gewisse Unruhe und wir sind zudem sehr gespannt auf das folgende Shooting.

Gruppenfoto vor dem Rathaus in Westerland
Gruppenfoto mit Stimmung vor dem Rathaus in Westerland (minimale Sturmschäden erkennbar)

13.11.13 – 12:30 Uhr: Unser Fotoshooting in den Dünen sowie am Strand von Kampen beginnt. Gleich zu Beginn haben wir strahlenden Sonnenschein und Danis Kleid scheint die fast ideale Bekleidung für die 9°C „warme“ Luft zu sein; ein seichter Wind umspielt unsere Haut mit 30km pro Stunde 😉 Begleitet vom Rauschen des Meeres und mit einer tollen Küstenlandschaft im Hintergrund fühlen wir uns ziemlich wohl – auch die Chemie zum Fotografen passt perfekt. Als technik-affiner Mensch erfreue ich mich zudem an einer reichhaltigen Ausrüstung, die neben der gut ausgestatteten Vollformat-Spiegelreflex auch verschiedene, hochwertige Objektive umfasst. Als sich der Himmel nach einigen Minuten verdunkelt, leitet uns der Fotograf zu einigen Standkörben, in denen wir es uns zunächst bequem machen.

Sonne, blauer Himmel, Strand - ein ideales Setup
Sonne, blauer Himmel, Strand – ein ideales Setup

Ohne jeden Zeitdruck beginnen wir über die Insel, die Fotografie, das Segeln und die Welt zu quatschen und ich bewundere Danis Intuition einen derart guten Mann vom Fach gebucht zu haben. Da ich mein Handy im Auto gelassen habe, kann ich zu diesem Zeitpunkt nur hoffen, dass es unserem am Wagen wartenden Trauzeugen samt Familie mindestens genauso gut ergeht (an dieser Stelle nochmals ein großes „Sorry“, Philipp). Irgendwann wird es glücklicherweise wieder heller; die Wolken ziehen vorbei und wir werden erneut von einer hellen November-Sonne erleuchtet. Schnell geht es direkt runter ans Wasser, wo wir nochmals die verschiedensten Aufnahmen machen. Die Stimmung ist dabei stets erfreulich locker und wir fühlen uns im Wesentlichen sehr wohl. Leider wird uns nach etwas mehr als einer Stunde dann doch so langsam kalt.

Anleihen an Bond erkennbar ;-)
Anleihen an Bond erkennbar 😉

13.11.13 – 14:05 Uhr: Der Fotograf ist am Bahnhof abgesetzt und wir treffen mit zwei Autos wieder am Ferienhaus ein. Unsere Familien erwarten uns bereits und kaum ist der TT in seinen Stellplatz rangiert, steigen zur Begrüßung Helium-Ballons in Herzform gen Himmel auf – eine tolle Idee, über die wir uns sehr freuen. Bevor wir uns endlich aufwärmen dürfen, gilt es eine letzte Hürde in Baumform zu nehmen, welche bereits verheißungsvoll vor der Tür zum kuschligen Schloss mit Kaffee und Kuchen wartet. Da die Tradition des Baumstammsägens an der Nordsee offensichtlich nicht sehr verbreitet bzw. fast schon unbekannt zu sein scheint, musste meine Papa das gesamte Equipment mitbringen bzw. sogar eigens dafür anfertigen – auch hierfür nochmals ein ganz herliches Dankeschön! Auch wenn wir zunächst wohl nicht ideal begonnen haben, war der Stamm am Ende übrigens schneller durch, als gedacht. Mit Hinblick auf die vorherrschenden Außentemperaturen kann ich zumindest von keiner Schweißbildung berichten 😉

Hochzeitsworkout
Hochzeitsworkout

Nach der körperlichen Ertüchtigung steht nun endlich das leibliche Wohl im Vordergrund. Glücklicherweise ist die Hochzeitstorte in der Zwischenzeit aufgetaucht, so dass Dani und ich mit einem WMF-Messer gewappnet die Hierarchie in unserer jungen Ehe ausdiskutieren können 😉 Ich denke ich spreche für alle Gäste, wenn ich an dieser Stelle festhalte, dass diese Stärkung eine sehr willkommene Pause darstellte und die Kombination aus gekauftem und mitgebrachtem Kuchen – ergänzt durch herzhafte Brötchenvariationen – allen wieder auf die Beine geholfen hat.

Die sagenumwobene Hochzeitstorte - hier noch ganz jungfräulich
Die sagenumwobene Hochzeitstorte – hier noch ganz jungfräulich
Da ich schon fahren durfte, setzte sich Dani am (mit dem?) Messer durch ;-)
Da ich schon fahren durfte, setzte sich Dani am (mit dem?) Messer durch 😉

13.11.13 – 15:10 Uhr: Etwa 10 Minuten später als geplant sitzen wir erneut im Auto – Ziel: Kampen, Kurhausstraße, Rotes Kliff. Zuvor konnten wir die Eindrücke des Tages bei einer tollen und geselligen Kaffeetaffel sacken lassen und uns ein wenig erholen. Da nun auch der formelle Teil des Tages beendet war, wechselten wir zudem auf ein wenig „Outdoor-tauglichere“ Kleidung, um für das lockere Abendprogramm ideal gerüstet zu sein. Am Roten Kliff angekommen erfüllen sich unsere Hoffnungen: Das Wetter ist toll, wenige Minuten zuvor ist Niedrigwasser eingetreten und ein höchstwahrscheinlich toller Sonnenuntergang steht bevor. Auf dem Weg vom Parkplatz zur Uwe Düne bzw. zum Strand haben wir Zeit für ein paar schöne Gespräche, bevor wir uns wenige Minuten später über die staunenden Blicke unserer Gäste freuen dürfen: Die Stimmung am Kliff, mit Blick auf den breiten Weststrand und das intensive Blau der Abenddämmerung, weiß zu faszinieren. Unsere Zeitplanung war auf diesen Augenblick ausgerichtete (die Tage im November sind halt doch recht kurz) und so sind wir sehr glücklich, dass alles „plangemäß“ funktioniert. Schnell nutzen wir die Gelegenheit für ein paar schöne Fotos, bevor wir uns begleitet von der untergehenden Sonne am Strand entlang ganz langsam zurück in Richtung Parkplatz begeben. Unterwegs werden Muscheln gesammelt, Erinnerungen ausgetauscht und eifrig Fotos geschossen – genau wie es an einem so einmaligen Tag eben sein soll! Zwischendurch bleiben wir immer wieder stehen und genießen – das Panorama des Kliffs, der Sonnenuntergang und die Stimmung bilden eine tolle Einheit. Mehr hätte man von einem Novembertag (immerhin der Monat mit den zweit meisten Regentagen) auf Sylt selbst mit viel Optimismus nicht erhoffen dürfen.

Ein perfekter Sonnenuntergang für einen perfekten Tag
Ein perfekter Sonnenuntergang für einen perfekten Tag
Hochzeitsgesellschaft auf Abwegen
Hochzeitsgesellschaft auf Abwegen

13.11.13 – 17:30 Uhr: Erneut sind alle Gäste in unserem Ferienhaus versammelt; auf dem Ambilight-Fernseher läuft eine Fotoshow die die lustigsten, bezeichnensten und schönsten Momente unserer letzten 6,5 Jahre zusammenfasst. Unsere noch sehr junge Ehe besteht auch direkt die erste Zereiß-Probe, da bedingt durch (m)eine (zu) minimalistische Nachbearbeitung bei einigen Fotos der Bildausschnitt nur suboptimal gewählt wurde 😉 Bei einer weiteren heißen Tasse Kaffee und Kuchen lassen wir den Tag Revue passieren .. außerdem dürfen Dani und ich uns über wirklich sehr individuelle und tolle Geschenke freuen, bei denen zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ganz klar ist, wie wir sie mit unsern begrenzten Transportkapazitäten nach Hause kriegen sollen 😉

Hier der Beweis: Originelle Geschenke führen zu bester Stimmung
Hier der Beweis: Originelle Geschenke führen zu bester Stimmung

13.11.13 – 19:10 Uhr: Erneut im Auto sitzend telefoniert Dani mit dem „Beach House – Seeblick“ in Westerland und warnt davor, dass wir ein paar Minuten zu spät sein werden. Guter Laune, hungrig und zudem bereits ein klein wenig erschöpft steuern wir den Parkplatz des Sylt Aquariums an (gemäß Vorerkundung im Hellen der ideale Stellplatz um zum Restaurant zu gelangen). Gemeinsam müssen wir uns beim Aufstieg auf die Düne über die scheinbar endlose Treppe (Übertreibung verdeutlicht) das Abendessen verdienen – quasi eine letzte  Herausforderung an diesem langen Tag 😉 Auf der Düne angekommen werden wir mit einem tollen Blick auf das Meer belohnt, welches durch einen kraftvollen Vollmond bei nahezu klarem Himmel erhellt wird. Vor uns liegt – romantisch beleuchtet – der Steg in Richtung Hauptpromenade. Etwas frierend erreichen wir gegen 19:30 Uhr das Restaurant, wo wir sehr freundlich empfangen werden. Unser Tisch ist für die „Größe“ der Hochzeitsgesellschaft ideal, so dass wir nicht zu eng, nicht zu weit auseinander fast kreisrund zusammen sitzen können. Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen zu wollen, kann das Beach House uneingeschränkt empfohlen werden – definitiv 10/10 Punkten. Leckere Speisen, freundliche und zuvorkommende Bedienung, schnelle Servicezeiten .. wir hätten uns das gemeinsame Abendessen wirklich nicht besser vorstellen können.

13.11.13 – 22:00 Uhr: Wir sind wieder zu Haus im Ferienhaus; zu zweit, allein. Stille. Nach einem letzten Spaziergang vom Beach House zum Auto mit toller Sicht auf das nächtliche Westerland haben wir uns von den Gästen verabschiedet und reflektieren nun auf der Couch-liegend recht erschöpft den Tag. Endlich haben wir die Chance die 655 Fotos (nur vom Fotografen .. es kommen also noch einige dazu) zu sichten und bekommen schnell Gewissheit: „Da ist was Tolles dabei“. Erleichterung. Noch fühlt sich alles etwas unreal an; ist der Ring am rechten Ringfinger noch sehr ungewohnt und unerwartet schwer. Wir sind erschöpft, glücklich, zufrieden – der gesamte Tag verlief genauso so, wie wir es uns gewünscht hatten. Im Kreis der für uns wichtigsten Menschen und mit genau jener Mischung aus Festlichkeit, Geselligkeit, Andacht, Natur und Spaß, wie von uns zuvor erhofft.

Projektabschluss ;-)
Projektabschluss 😉

14.11.13 – 01:30 Uhr: Die ersten Fotos sind bearbeitet, die Wohnung aufgeräumt, Facebook informiert (wenn unsere Freunde aufstehen, sollen sie zumindest eine interessante Meldung auf dem Bildschirm haben ;-)) wir fallen in einen sehr festen Schlaf.

Ich erlaube mir an dieser Stelle nur am Rande zu erwähnen, dass wir ab 08:00 Uhr das gemeinsame Frühstück vorbereiteten, da wir gegen 10:00 Uhr mit allen Gästen zu einem weiteren Spaziergang um Hörnum aufbrachen. Aber nach dem perfekt getakteten Vortag stellte dies quasi nur noch die Kür da 😉

An dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank an alle Gäste dafür, dass ihr mit uns und für uns den weiten Weg nach Sylt angetreten habt, dass ihr quasi wider jeder Vernunft mitten im November eine so tolle Woche mit uns an der Nordsee verbracht habt und das ihr einen riesigen Teil dazu beigetragen habt, dass unser „Hochzeitstag“ genauso ablaufen konnte, wie wir es uns gewünscht haben.

Als Autonarr sei mir dieses Bild mit unserer "Kutsche" vergönnt :-)
Als Autonarr sei mir dieses Bild mit unserer „Kutsche“ vergönnt 🙂
Ein blumiger Gruß zum Abschluss
Ein blumiger Gruß zum Abschluss

Sylt Hideout.

Wenn man nach dem ersten Aufwachen im heimischen Bett als erstes den Kopf hebt, um zu prüfen, ob die Sonne über dem Meer schon aufgegangen ist, dann muss die Urlaubswoche davor wirklich sehr schön gewesen sein. Ein wenig traurig ist es, wenn der zweite Gedanke dann lautet: Hübsche Plissees, aber das Watt ist leider nicht mehr aus dem Schlafzimmer zu sehen .. denn das Watt liegt nun rund acht Autostunden nördlich. Mit ihm sind nun auch Erinnerung an tolle Orte wie Kampen, Wenningstedt, Hörnum, List, Keitum, die Braderuper Heide, das Rote Kliff, das Süd Kap und der Ellenbogen (viel zu weit) entfernt.

Fernweh (Bild aus dem Schlafzimmerfenster der Unterkunft auf Sylt)
Fernweh (Bild aus dem Schlafzimmerfenster der Unterkunft auf Sylt)

Mit dieser authentischen Nach-Urlaubs-Erfahrung eines Herbstreisenden auf Deutschlands nördlichste Insel möchte ich meinen Bericht zu unserem dringend erforderlichen Kurzurlaub in den hohen Norden eröffnen und damit jeden Interessierten dazu ermutigen der rauen Natur der Nordsee auch zu einer Jahreszeit zu entgegnen, in der man sich gemeinhin eigentlich nur auf die Couch kuscheln möchte.

Selbst wenn es mal geregnet hat, war es eigentlich sonnig .. zumindest meistens ;-)
Selbst wenn es mal geregnet hat, war es eigentlich sonnig .. zumindest meistens 😉

Natürlich hatten auch wir diesen Gedanken: Sylt im November .. das kann doch eigentlich nur Sturm, Nebel, Regen, kurze Tage und viel Kälte bedeuten. Aber bedingt durch diverse berufliche Herausforderungen waren wir eigentlich auch genau nach diesen Dingen auf der Suche. Nach dem idealen Setup, dass einen ausgedehnten Spaziergang pro Tag zulässt und ansonsten viel Raum für Erholung und Ruhe bietet. Daher legten wir bei der Wahl der Unterkunft auch von vornherein viel Wert auf einen hohen Wellness-Faktor: Großes Wohnzimmer, kuschlige Betten, ein Kamin, eigene Sauna und nach Möglichkeit ein eigener Whirlpool sollten es sein. Glücklicherweise gibt es auf Sylt nicht wenige solcher Objekte, so dass sich all unsere Anforderungen relativ einfach (über)erfüllen ließen. Das wir am Ende 218qm, 4 Bäder, 4 Schlafzimmer, 4 Etagen, 3 BOSE-Anlagen, eine Unterkunft mit Bus-gesteuerter Beleuchtung – das alles in einem 2011 gebauten Reetdach-Haus  im Retro-Lock und mit vielen hochwertigen Möbeln – haben sollten, war eher nicht geplant.

Unsere "kleine" Residenz
Unsere „kleine“ Residenz

Es trug jedoch dazu bei, von der ersten Minute an eine absolute Wohlfühlumgebung zu kreieren. Schon der erste Moment nach dem Öffnen der Tür, in dem wir das vorgeheizte Haus betraten, war rundum gelungen. Ein Willkommensgruß an der Tafel in der Küche, des „365 Tage Sylt“-Buch auf das richtige Datum aufgeschlagen, das Kamin-Holz bereitgestellt, den Sauna-Aufguss frisch aufgefüllt, alle Räume perfekt gereinigt .. ich denke so positiv und makellos (mir fällt wirklich kein „aber“ ein) begann unser Urlaub noch nie.

Ankommen, auspacken, Urlaub genießen - so muss es sein
Ankommen, auspacken, Urlaub genießen – so muss es sein
Lokale Wellnessoase
Lokale Wellnessoase

Obgleich wir unsere Unterkunft in Morsum erst gegen Abend und nach einer rund 8h langen Fahrt erreichten, waren wir so von Anfang an euphorisiert und sofort in Urlaubsstimmung. Auch sonst verlief die Anreise übrigens absolut unproblematisch – gähnende Leere am Sylt-Shuttle, vergleichsweise wenig frequentierte Straßen ohne jeden Stau und die wenigen Regenschauer konnten unserem Allrad-Langstrecken-Transporter auch nichts anhaben 😉 Generell ist an dieser Stelle (mit Bezug auf den letzten Urlaubseintrag) positiv hervorzuheben, dass wir bedingt durch den Umstieg auf den TT nun endlich wieder eine Herausforderung beim Packen hatten. Sportliche Klamotten, chice Klamotten, warme Klamotten, regenfeste Klamotten, festliche Klamotten .. das alles und noch viel mehr wollte auf den Kofferraum und die Rücksitzbank verteilt werden. Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen zu wollen: Klappt alles ohne Probleme und auch ohne Umklappen der Rücksitzbank. Nur um sperrige Dinge zu laden, sollten man zu zweit sein, da größere Taschen doch nur sehr schwierig zwischen Schalensitz und Dachholm hindurchgleiten wollen .. eine Bestückung über die Hutablage ist hier deutlich empfehlenswerter (und schont den Alcantara-Dachhimmel).

Da ist noch Platz ohne Ende ;-)
Da ist noch Platz ohne Ende 😉

Eine gewisse Müdigkeit bedingt durch einen sehr langen Tag wurde also durch die vielen Details unserer Unterkunft sehr schnell kompensiert und erst nach rund 2h hatten wir alles erkundet, probiert und gesichtet, so dass unsere Erkundung der Insel nach und nach starten konnte. Um an dieser Stelle ausnahmsweise auf den sonst hier verwendeten chronologischen Erzählstil zu verzichten, werde ich einfach zeitlich-übergreifend von den Sylt-Highlights 2013 berichten. Alle angesprochenen Ziele bieten ihre ganz eigenen Facetten und können jedem Urlauber nur wärmstens ans Herz gelegt werden.

Highlight I – Das Rote Kliff

Obgleich wir das Rote Kliff von Kampen aus „erst“ am Nachmittag unseres zweiten Tages auf Sylt das erste Mal besuchten, wurde es doch unser häufigstes und damit beliebtestes Ziel. Auch nach unserer zweiten Woche auf der Insel ist und bleibt der breite Weststrand, der mit dem Wechsel der Gezeiten stets neue Eindrücke bietet, mein liebster Ort auf dem Eiland im Norden. Bedingt durch den vergleichsweise festen Sand, den faszinierenden Anblick der Klippen und den flachen Charakter der Küstenlinie lassen sich von Wenningstedt und Kampen aus ausgedehnte Spaziergänge unternehmen, die die Zeit und jeden Stress vergessen lassen. Insbesondere wenn der Wind von hinten kommt und man daher gefühlt mit dem Rauschen des Meeres und den wenigen anderen Spaziergängern alleine ist, übt das Rote Kliff eine ganz eigene Faszination aus. Der Anblick der Wellen, die sich immer und immer wieder kurz vor dem Strand brechen und dann – je nach Windrichtung und Stand der Gezeiten – in eigenartigsten Weisen den Strand überspülen, ist jede noch so weite Anreise wert. Ob bei Sturm oder Regen, bei Sonne, bei Tagesanbruch oder einsetzendem Sonnenuntergang: An diesem Ort kann man sich kaum satt sehen.

Nordseeidyll Kampen - Das Rote Kliff bei Sonnenuntergang
Nordseeidyll Kampen – Das Rote Kliff bei Sonnenuntergang

Ergänzend zu unseren Erfahrungen von 2011 haben wir das Rote Kliff dieses mal auch von Wenningstedt aus mehrfach erkundet, was ebenfalls dringend empfohlen werden kann. Während der Pfad direkt in den Dünen von Kampen aus eher naturbelassen ist, kann man von Wenningstedt aus auf einem vergleichsweise langen Holzsteg wandern, der später in einen beeindruckenden Naturpfad übergeht. Dabei hat man stets einen direkten Blick auf das Meer und den breiten Sandstrand einige Meter tiefer – toll.

Abendstimmung am Weststrand
Abendstimmung am Weststrand

 

Schöne Sichtachse in Wenningstedt
Schöne Sichtachse in Wenningstedt

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: 7.

Highlight II – Keitum

Ich denke kaum ein anderer Ort auf Sylt bietet eine so hohe Dichte malerischer Kapitänshäuser und perfekt integrierter Shopping- und Versorgungsmöglichkeiten wie Keitum. Egal ob man spät abends bei Regen und Sturm (so wie wir am ersten Abend um 21:00 Uhr) oder Mittags bei schönstem Sonnenschein hier spazieren geht – in Keitum findet sich keine Schmuddelecke, kein überquellender Mülleimer, kein ungepflegtes Grundstück. Ein Reetdachhaus schmiegt sich hier an das nächste, hell erleuchtete Flagship-Stores sind nahtlos eingebettet und man fühlt sich fast ein wenig in eine andere Zeit zurückversetzt.

Da kein Bild aus Kampen: Allgemeine Küstenstimmung - im Bild von klein: Ich
Da kein Bild aus Keitum vorhanden: Allgemeine Küstenstimmung – im Bild vorn, klein: Ich

Insbesondere in der „dunklen Jahreszeit“ bietet das Frisendorf meiner Meinung nach den großen Vorteil auch im Dunkeln ein schönes Ausflugsziel zu sein, so dass man auch nach dem (viel zu frühen) Sonnenuntergang hier ein paar schöne Eindrücke gewinnen und überschüssige Energie abbauen kann. Parken sollte man dabei allerdings nach Möglichkeit auf den großzügig bemessenen Stellflächen am Rand des hübschen Dörfchens, denn quasi die gesamte „Innenstadt“ ist Parkverbotszone. Wer auf der Suche nach ein paar schönen Accessoires und / oder Kleidungsstücken ist, wird Keitum ebenfalls schnell in sein Herz schließen. Nicht umsonst befindet sich hier der – zumindest nach meinem Kenntnisstand – einzige La Martina Store (nicht franchise) Deutschlands. Jüngste Erfahrungen zeigen übrigens, dass man hier ganz hervorragend und mit einem tollen „Shoppingerlebnis“ einkaufen kann – kein Vergleich mit den entsprechenden Abteilungen bzw. Nischen der üblichen Herrenausstatterketten.

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: ca. 4 (ein wenig schwer zu zählen .. manchmal galt es nur kurze Besorgungen in Keitum zu erledigen)

Highlight III – Der Lister Ellenbogen

Das privatisierte „Nordend“ Sylts hatten wir 2011 eindeutig unterbewertet – anders kann man unsere jüngsten Erfahrungen fast nicht zusammenfassen. Meiner Meinung nach gibt es kaum einen anderen Ort auf der nördlichsten deutschen Insel, an dem man so gut in die außergewöhnliche Natur Sylts vorstoßen kann. Auf kleinen Pfaden geht es legal durch die Dünen, nach dem man wenige Minuten zuvor über eine Betonpiste nur einige Meter entfernt von den freilaufenden Schafen vorbei gerumpelt ist. „Nebenbei“ gibt es hier auch noch zwei schöne Leuchttürme und einen tollen Blick auf List zu sehen.

Ein Tarnschaf auf dem Ellenbogen
Ein Tarnschaf auf dem Ellenbogen

Unser Highlight war jedoch – sicherlich hatten wir hier auch gleich zwei Mal sehr viel Glück mit dem Wetter – eine unglaublich friedliche und beruhigende Atmosphäre am extrem weitläufigen Strand erleben zu dürfen. Bei jedem unserer zwei Besuche war es sehr windstill, dazu recht sonnig und das Meer war so ruhig, dass man es fast für einen großen See hätte halten können. So konnten wir also Muscheln suchen, den Herbst genießen, die Seele baumeln lassen und dabei dem leisen „Schwappen“ der Wellen lauschen, dass schon fast wie von einer „Nature Sounds“-CD zu stammen schien. Nie im Leben hätte ich gedacht die Nordsee Mitte November so friedlich erleben zu können. So rau die Natur an diesem schönen Fleck sein kann, so beruhigend kann sie auch wirken. Windstille + Sonne = Unbedingt auf den Ellenbogen und ab dem Königshafen eine ausgedehnte Umrundung unternehmen – nur so kann unsere Empfehlung lauten. Wer bei „etwas“ weniger Sonne die drei einzelstehenden Häuser am Ende des Ellenbogens betrachtet, kann sich jedoch gut in die Bilder von „Der Ghostwriter“ versetzen, welcher hier zu Teilen gedreht wurde.

Morgenstimmung am Ellenbogen
Morgenstimmung am Ellenbogen
Baywatch auf nordisch ;-)
Baywatch auf nordisch 😉

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: 2 – dafür ausgedehnt.

Highlight IV – Hörnum und das Südkap

Eine ausgedehnte Wanderung um das Südkap – ausgehend vom Parkplatz am Hafen von Hörnum – das zählte schon zu meinen persönlichen Highlights aus unserem Urlaub auf der Insel in 2011. Wenn man bereit ist der Natur zu trotzen und auch einige hundert Meter gegen den Sturm wandern mag, bieten sich hier auf wenigen Kilometern schöne Impressionen über Naturgewalten, die Hilflosigkeit des Menschen beim Kampf gegen selbige und die Kühnheit (Unvernunft?) trotzdem wider jeder Vernunft Häuser mitten in den Dünen und teilweise ungeschützt von jedem Sturm zu bauen.

Toller Sonnenuntergang in Hörnum
Toller Sonnenuntergang in Hörnum

Etwas freundlicher formuliert erinnert die Siedlung in den Dünen nach wie vor an Schlumpfhausen und bietet einen Anblick, der so sicherlich absolut nicht alltäglich ist. Auch sonst bietet der südliche Zipfel Sylts viel für das Auge: Wassermassen die mit unterschiedlicher Dynamik auf einander treffen und „futuristisch“ aussehende Betonformen (Tetrapoden) die helfen sollen die Insel zu erhalten. Ich finde, dass diese Konstruktionen einen ganz eigenen Reiz ausüben und das man dem Meer stundenlang dabei zusehen könnte, wie es sich wieder und wieder an den künstlichen Fingern bricht und seine Kraft in hohen Gischtfontänen ergeht.

Tetrapoden am Abend
Tetrapoden am Abend

Im Herbst muss man jedoch – zugegebenermaßen – schon etwas „entschlossener“ sein, um der kühlen Luft und dem doch meist etwas strammeren Wind zu entgegnen und die vergleichsweise lange Wanderung anzutreten. Da es zwischendurch nicht sinnvoll ist abzukürzen, sollte man hier ein wenig wissen, ob man bereit ist der Natur auch bei ggf. einsetzendem Regen ca. 2h zu trotzen. Falls man dies tut, wird man jedoch mit sehr wechselnden Impressionen beeindruckt, die während unseres Besuchs zudem noch lebendig widerspiegelten, welche Spuren der jüngste Sturm hier hinterlassen hat. Auch für Muschelsammler und Strandgutsucher ist Hörnum übrigens das vermutlich interessanteste Ziel.

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: 2 – ebenfalls sehr ausgedehnt.

Highlight V – Die Braderuper Heide

Wer genug von kilometerlangen Stränden und wilder Dünung gesehen hat, dem sei ein Spaziergang durch die Braderuper Heide (Adresse für das Navi: Üp de Hiir, in Braderup-Wenningstedt) empfohlen. Hier kann man – recht modular und damit flexibel – auf schönen Stegen durch eine tolle Heidelandschaft wandern und dabei den Blick auf das Watt und den weiter entfernt liegenden Leuchtturm von Kampen genießen. Wir hatten das Glück die Braderuper Heide auch im November (an unserem zweiten Urlaubstag) bei Morgensonne zu erleben und waren von der friedlichen Stimmung sehr beeindruckt.

Die Braderuper Heide - fern jeden Trubels
Die Braderuper Heide – fern jeden Trubels

Sicherlich ist es hier im Sommer noch ein klein wenig schöner, wenn das Heidekraut dann auch blüht. Trotzdem bietet die Landschaft um Braderup tolle Impressionen, die man von der Nordsee so vielleicht nicht unbedingt erwarten würde. Auf dem Rückweg zum Auto gibt es zudem einige sehr schöne alte, aber extrem liebevoll hergerichtete Häuser zu sehen, wodurch sich ein Spaziergang durch die Siedlung unbedingt empfiehlt.

Erholung. Endlich. Und Dani :-)
Erholung. Endlich. Und Dani 🙂

Das Positive an einem Rundgang durch die Heide: Man ist hier einigermaßen windgeschützt und kann zudem an verschiedensten Punkten den Rückweg auf unterschiedlichen Pfaden antreten, wodurch man auch auf wechselhafte Bedingungen gut reagieren kann. Außerdem wird der Boden auch bei viel Niederschlag nicht allzu schlammig und bietet daher gute Bedingungen für einen entspannten Spaziergang.

Beeindruckende Lichtverhältnisse in der Heide
Beeindruckende Lichtverhältnisse in der Heide

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: 2.

Sylt im November – Ein Fazit

Insgesamt hat unser Urlaub auf Sylt sehr viele schöne und zugleich facettenreiche Eindrücke bei mir hinterlassen. Es war viel wärmer aus vermutet (und auch viel wärmer als aktuell hier in Frankfurt .. meist 10°C vs. 3 °C), es war viel trockener und sonniger als vermutet (obgleich doch jeden Tag einige Tropfen Niederschlag fielen .. an zwei Tagen etwas mehr davon) und es war deutlich weniger windig als erwartet (zwei Tage mit <10km/h Windgeschwindigkeit – quasi Windstille). Zudem hatten wir kaum Nebel und daher fast immer sehr gute Bedingungen – inklusive drei Sonnenaufgängen direkt über dem Wattenmeer, die wir (ebenfalls nicht so erwartet) von unserem Schlafzimmerfenster aus bewundern konnten.

Sonnenaufgang über dem Watt (Blick aus dem Schlafzimmerfenster)
Sonnenaufgang über dem Watt (Blick aus dem Schlafzimmerfenster)

Auch sonst wurden wir von unserem Trip in den Norden im November ausschließlich positiv überrascht: Die Unterkunft war toller als gedacht, die Menschen freundlicher, es war mehr los als wir dachten und trotz weniger Tageslichtstunden haben wir alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben. Die starken Kontraste von der friedlich plätschernden Nordsee auf der einen Seite und der rauen See, die sich wieder und wieder am Strand bricht auf der anderen Seite, haben mich tief beeindruckt. Selten gelang es uns – unterstützt durch ein nahezu perfektes Gesamtsetup – derart schnell so gut abzuschalten. Obgleich ich normalerweise immer einen Hang dazu habe meine Mails auch während des Urlaubs zu lesen, verleitet Sylt in einem bisher ungekannten Maß dazu die Seele einmal baumeln zu lassen und sich der nordisch-rauen Natur hinzugeben.

Der Herbst auf Sylt - viel schöner als zunächst gedacht!
Der Herbst auf Sylt – viel schöner als zunächst gedacht!

Zusammenfassend bin ich mir sicher, dass wir Sylt nicht das letzte Mal im November besucht haben werden.

Viele weitere Impressionen gibt es wie immer in der Gallerie: Link.