Alle Jahre wieder – Endlich Weihnachtszeit

Es weihnachtet!
Es weihnachtet!

Es ist mittlerweile vier Jahre her, als ich das erste Mal zum Thema Weihnachtsdeko einen Beitrag an dieser Stelle geschrieben hab .. dem folgte eine entsprechende Analogie in 2010 (ein wenig wie die Herr der Ringe Filme damals .. jedes Jahr kurz vor Weihnachten war es wieder soweit) und seit dem war Ruhe (keine Rückkehr des Königs..).

Frage ich mich warum, dann ist dies vermutlich dem doch ein wenig gestiegenen Stresspegel der vergangenen beiden Jahre geschuldet. 2011 fordert mich ein Jobwechsel verbunden mit einem relativ arbeitsintensiven Beratungsmandant in der Finanzbranche, während ich mit 2012 zumindest in Q4 wirklich kaum andere Gedanken als Job, lange Abende und wenig Erholung verbinde. Aber man reift ja, so dass ich in 2013 zwar erneut von einem interessanten Mandat beschäftigt gehalten werde, wir aber trotzdem die Zeit hatten ausgiebig zu dekorieren und ein paar Zeilen an dieser Stelle nieder zu schreiben.

Gleichzeitig ist die Weihnachtszeit 2013 die erste in unserer neuen Wohnung (und mit unserem neuen Auto), so dass an dieser Stelle Vereinfachungen in der Form „Same procedure as every year“ bzw. der Gedanke „Ah .. schon wieder die gleichen Bilder“ eher weniger wahrscheinlich sind.

Angefangen hat – mal abgesehen von diversen Bestellungen im Vorfeld – wie immer alles mit der Suche nach einem stattlichen Weihnachtsbaum. Da wir über die eigentlichen Feiertage ja grundsätzlich nicht in unserem trauten Heim weilen, halten wir seit unser ersten gemeinsamen Wohnung an der Prämisse fest, dass es legitim ist, die weihnachtliche Dekoration inklusive Baum ab 01.12. vollständig zu etablieren. Dieses Jahr ging diesem Vorgang noch eine gewisse Diskussion voraus, da Uneinigkeit darüber herrschte, ob sich ein 170cm+ großer Baum doch besser in einem Roadster mit offenem Verdeck oder einem Coupe mit umgelegter Rücksatzbank transportieren lassen würde. Wie eigentlich immer in den letzten vier Jahren verlor ich die Diskussion, so dass auch dieses Mal mein Vehikel das Opfer von Nadeln und eventuell austretendem Harz werden sollte.

Meine Bedenken in dieser Sache wurden abermals intensiviert, als der einzige Baum, welcher Dani wirklich gefiel, mich doch um ein bis zwei Köpfe überragte. Die zuvor partnerschaftliche (in Projektsprache „bilateral“) getroffene Vereinbarung von 170cm Maximalgröße, wurde daher schlichtweg ignoriert. Noch dazu hatte es am Vortag geregnet, so dass sich das „Bäumchen“ frisch gereinigt und quasi noch triefend vor der offenen Kofferraumklappe mit dem „TTRS“-Schriftzug einfand. In weiser Voraussicht hatte Dani jedoch geistesgegenwärtig eine Bauplane für wenige Cent mit auf den Wagen geworfen, so dass sich ein Transport des grünen Ungetüms plötzlich doch erstaunlich unkompliziert darstellen ließ. Das gesamte Projekt war ein derart großer Erfolg, dass wir auf dem Rückweg vom Baumarkt sogar noch einen ausgedehnten Spaziergang einlegen konnten, ohne das das Nadelgeschöpf eine intensive Reinigung des Innenraums erforderlich gemacht hätte. Fazit: Alles toll!

Nächstes Jahr darf der Baum dann durchaus noch etwas größer sein..
Nächstes Jahr darf der Baum dann durchaus noch etwas größer sein..

Zu Hause angekommen ließen wir das Bäumchen erstmal abtrocknen und widmeten uns der Dekoration der restlichen Wohnung sowie unseres für jegliche Art von Beleuchtung fast schon prädestinierten Balkons. Da es hier zu keinen überraschenden Neuentwicklungen kam, verzichte ich an dieser Stelle auf weitere Schilderungen. In jedem Fall aber haben wir durch Zufall eine Lichterkette gewählt, die nahezu perfekt mit unseren Nachbarn harmoniert, so dass unsere Wohnung nun bereits von Weitem einen unwiderstehlichen Festtagscharakter versprüht (siehe Foto ganz oben). Dieser wird abermals durch die per extrem energieeffizienter LED-Lichterkette beleuchtete Laterne intensiviert, die auch dem letzten Spaziergänger signalisiert: Hier wird Weihnachten zelebriert! Wenn dann noch der Weihnachtsstern leuchtet, dass Bäumchen funkelt und das Weihnachtsradio per Stream leise im Hintergrund läuft, ist die Welt richtig schön!

Weihnachtliche Abendstimmung - stromsparend und sicher
Weihnachtliche Abendstimmung – stromsparend und sicher

Parallel zur Dekoration unserer Räumlichkeiten hatte ich für dieses Jahr ein weiteres Teilprojekt ausgeschrieben: Das Plätzchenbacken. Das haben wir zwar auch letztes Jahr schon versucht, aber bei Weitem nicht so intensiv und – wie ich stolz verkünden darf – nicht mit soviel Erfolg wie dieses Mal. Dani schiebt es übrigens darauf das unsere letzte Wohnung ja nachweislich viel zu feucht und der rasche Konsistenzverlust der von uns erzeugten Backwaren daher alternativlos war. Wie so oft ging dem eigentlichen Prozess des Schaffens eine ausgedehnte Materialbesorgung voraus. Und so konnten wir uns in 2013 endlich – nach vielen Jahren des Wünschens – alle Förmchen kaufen und auch einsetzen, auf die wir es schon so lange abgesehen hatten. Drachen, Monster, Kühe, Äxte, Schildkröten, Leuchttürme, Kühe, Esel, Kronen, Elche, Kühe und natürlich die obligatorischen Sterne, Herzen und Bäume – all das wollte von uns liebevoll in Teigform gebracht werden. Der aufmerksame Leser stellt fest: Ja, wir haben drei Kuh-Formen. Das kommt davon, wenn man einfach immer nachkauft und erst später eine sorgfältige Sichtung des Lagerbestandes durchführt. Zum Glück sind alle Förmchen unterschiedlich. Außerdem hat Dani gleich getestet, wie ernst die Hersteller es meinen, wenn sie mit so unwichtigen Adjektiven wie „rostfrei“ und „rostabweisend“ um sich werfen (nächtliches Testbad) .. und da kann etwas Reserve ja nicht schaden 😉

Förmchen sind durch nichts zu ersetzen - außer durch noch mehr Förmchen (es wurden später auch noch mehr..)
Förmchen sind durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr Förmchen (es wurden später auch noch mehr..)

Bei allem Optimismus und allen schönen Gedanken zu Weihnachten muss auch an dieser Stelle ehrlich gesagt werden: Es gab auch Rückschläge. Unsere erste Iteration des Zielprodukts „Plätzchen“ zum Beispiel war zumindest optisch stets bemüht, konnte aber spätestens geschmacklich etwaig vorhandenes Optimierungspotential nicht mehr verbergen. Um es mit Danis Worten zu sagen: „Wenn du drei Wochen nichts gegessen hast .. und kriegst die .. dann verhungerst du lieber!“. Und sie hatte Recht; Schoko-Diät-Plätzchen und Häufchen-Form waren scheinbar nicht unsere Kernkompetenz.

Hier sehen wir Dani und die leicht "optimierungsbedürftigen" Plätzchen
Hier sehen wir Dani und die leicht „optimierungsbedürftigen“ Plätzchen

Bereits die zweite Version unseres vorweihnachtlichen Gebäcks war jedoch deutlich besser – Farbe: Toll. Form: Toll. Verarbeitbarkeit: Toll. Allerdings hatte ich schon beim Ausstechen irgendwie Bedenken hinsichtlich der Dimensionen unseres Produkts – insbesondere mit Hinblick auf seine Mächtigkeit; sprich Dicke. Diese vagen Zweifel transformierten sich später im Ofen zusehends in eine leicht frustrierende Sicherheit: Unsere Plätzchen waren zu dick. Trotzdem kann und muss man ganz klar betonen: Bereits die zweite Iteration unser Kreation hätte Verhungernden geholfen über die Runden zukommen. Und sie sahen toll aus. Mehr leider auch nicht 😉

Da hat man was im Mund!
Da hat man was im Mund!

Die dritte Version sollte dann alles richten. Ausgestattet mit einem Rezept mit dem Titel „Gelingt immer“ machten wir uns erneut ans Werk. Gelingt immer war schon nicht schlecht, brachte uns aber an unsere fachlichen Grenzen. Weniger leistungsfähige Projektmitarbeiter (ich zum Beispiel) wurden daher kurzer Hand ausgeschlossen („Schatz, dass ist jetzt eine kritische Phase“) und das Unterfangen damit zur Chef(in)-Sache erklärt. Nun, was soll ich sagen, immerhin kamen wir so zum Ziel und hielten nach gefühlten 3h endlich warme, leckere, wohlgeformte, angemessen dicke Weihnachtsplätzchen in unseren Händen. Als ich schon dachte es wäre so langsam Zeit für einen kuschligen Abend auf der Couch – mit Plätzchen – kramte Dani all ihre vorbereitete Deko raus: Schoko-Streusel, bunte Streusel, Raspelschokolade, weiße Schokolade, dunkle Schokolade, helle Schokolade … es zeigte sich, dass wir noch ganz am Anfang standen.

Leckeres Chaos!
Leckeres Chaos!

In jedem Fall aber hat uns das Plätzchenbacken so viel Spaß gemacht, dass wir es rund eine Woche später gleich wiederholt haben. Dieses Mal natürlich mit noch mehr Deko (endlich gab es auch bunte Kugeln und einen Schoko-Verzierstift) und noch mehr Förmchen (den Jolly Roger hätten wir gleich mitnehmen sollen..). Ausgestattet mit einer neuen Küchenmaschine, den „Lessons learned“ unserer ersten Session und einem noch besseren Rezept konnte gar nichts mehr schief gehen und ein überwältigender Projekterfolg wurde uns auch ohne weitere Eskalation zu Teil – so behält man das partnerschaftliche Backen gern im Hinterkopf 🙂

Arbeitsproben
Arbeitsproben
Mehr Arbeitsproben
Mehr Arbeitsproben

Noch mehr Arbeitsproben gibt es in der Gallery: Link – viel Spaß beim Ansehen und guten Hunger 😉