Von einem anderen Stern? Mercedes AMG-GT S Probefahrt

Acht Zylinder, zwei Turbolader, 510 PS, 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 650 Newtonmeter Drehmoment, Höchstgeschwindigkeit 310 km/h – im Autoquartett sind das Kennzahlen, die aufhorchen lassen. Es sind gleichzeitig auch die Eckdaten, die den Mercedes-AMG GT S definieren, den wir kürzlich Probe gefahren sind. Obgleich ich bekennender Porsche-Fan und –Bewunderer bin und mich die Charakteristik und der Sound der Boxer-angetriebenen Sportwagen aus Zuffenhausen immer wieder begeistern, war ich sehr erfreut über die Möglichkeit auch mal einen der Herausforderer zu bewegen. Dies zu realisieren war einfacher als befürchtet, wofür sich Mercedes (bzw. die lokale Niederlassung) definitiv ein großes Lob und auch einen Dank verdient hat.

Um mit den technischen Fakten die ein Fahrzeug definieren weiterzumachen, sollte mindestens noch das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, die Transaxle-Bauweise (Motor vorn, Getriebe direkt an der angetriebenen Achse hinten) und das Leergewicht von immerhin etwas über 1600kg genannt werden. Man könnte also meinen, der AMG GT S ist ein (gar nicht so kleines) Moppelchen. Ist er meiner Meinung nach auch. Doch der Reihe nach.

Der AMG GT S - unser Rendezvous für einen Tag
Der AMG GT S – unser Rendezvous für einen Tag

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Porsche 911 Carrera – Ein ErFAHRungsbericht

Es gibt eine Frage, die ich im Zusammenhang mit unserem Porsche immer wieder höre: Wie fährt sich so ein 911er denn eigentlich? Gemeinhin hat man die Tendenz zu antworten: Naja, wie wohl? Wie jedes andere Auto (mit Automatik) auch. Okay, den Zündschlüssel steckst du links rein, Fuß auf das große linke Pedal, dann drehst du den Schlüssel nach rechts, anschließend wird es kurz laut, dann ziehst du den Wählhebel der Automatik zu dir hin bis in Stufe D und – Achtung – dann musst du vielleicht kurz etwas mehr Gas geben als gewohnt, da sich die Parkbremse erst bei kurzem Krafteinfluss löst. Danach schwimmst du einfach im Verkehr mit – so wie mit jedem anderen Auto auch.

Sieht (noch) ganz friedlich aus, oder?
Sieht (noch) ganz friedlich aus, oder?

Ja, dass ist die Wahrheit. Die Wahrheit, wenn man Autofahren als emotionslose Fortbewegung von A nach B begreift – als Vorgang des Transports. Für derart rationale Tätigkeiten wurden Autos vermutlich einmal ersonnen. Doch wer danach fragt, wie sich ein Porsche fährt, den interessiert vielleicht nicht nur für das Rational-Vernünftige. Und genau diesen Menschen sage ich – und das ist mir auch erst ganz langsam bewusst geworden – ein 911er fährt sich ganz bestimmt nicht wie jeder andere PKW auch. Der 911er ist ein Abenteuer – ein Erlebnis für die Sinne, eine Prüfung der eigenen Gelassenheit und Vernunft und am Ende des Tages damit auch eins: Eine faszinierende Legende.

Heckansicht mit einer wilden Kombination aus Tradition & Moderne
Heckansicht mit einer wilden Kombination aus Tradition & Moderne

Das beginnt bereits lange bevor der Wählhebel die „D“-Stellung erreicht und die Aluminium-Flunder in den automobilen Einheitsbrei der Pendlerschaft gen Arbeitsstätte eintaucht. Schon auf dem Weg zum Porsche bahnt sich Vorfreude an – zumindest dann, wenn man das Fahrzeug noch als solches wahrnimmt und nicht schon alle Sinne abgestumpft sind. Klar, irgendwann wird vermutlich jeder 911er, jeder Ferrari, jeder Bugatti, jede Villa und jedes teure Essen zur Gewohnheit – aber der Weg dahin ist hoffentlich lang. Man geht also auf den Wagen zu und kurz bevor man ihn erreicht, beginnt die Suche nach der Form des eleganten Schlüssels, dessen Design der Fahrzeugsilhouette nachempfunden wurde. Die Finger tasten sich an den lackierten Wangen des Öffners entlang und mit einem frechen Blinken signalisiert der Elfer: Willkommen zu Hause.

Handschmeichler mit Erinnerungsstück. Die Bremsscheibe begleitet mich schon ganz schön lang
Handschmeichler mit Erinnerungsstück. Die Bremsscheibe begleitet mich schon ganz schön lang

Spätestens mit dem Signal der Leuchten ist die gesamte Wahrnehmung auf das Fahrzeug fokussiert. Sein langer Bug, die charakteristischen Kotflügel (ich rede insbesondere von diesen markanten „Hügeln“ links und rechts der Motorhaube), die riesigen 20″ Felgen, die unverwechselbare Seitenlinie, der charakterstarke Heckdeckel – der Elfer hält viele Details bereit, die das Auge zu beschäftigen wissen.

Nach einem kurzen Zug am Türgriff öffnet sich der Innenraum, dessen Zutritt eine relativ deutliche Bewegung gen Boden erfordert. Kaum sitzt man im Sportsitz und hat die Tür mit einem satten Plopp geschlossen, setzt sich der Strom an Eindrücken fort. Der Schlüssel rastet merklich wahrnehmbar in das Zündschloss ein, woraufhin der Sitz beginnt einige Zentimeter nach vorn (in die abgespeicherte Position) zu fahren, das Radio beginnt zu spielen, die Soundanlage liefert einen satten Klang, im Display des Kombinstruments blendet langsam (von links nach rechts) den Schriftzug „Carrera S“, begleitet von einer stilisierten Darstellung der Fahrzeugsilhouette ein. Noch bevor man überhaupt den Motor gestartet hat, nimmt man den Geruch des Leders wahr, welches überall im Innenraum verbaut ist, spürt die bequemen, aber sehr konturierten Sportsitze (okay, dann 18-fach elektrischer Verstellung kann man den deutlich wahrnehmbaren Gegendruck an den Schultern auch bewusst minimieren) und sucht erneut den Kontakt zum haptisch nahezu perfekten Schlüssel. Eine kurze Drehung nach rechts und das Lenkrad fährt in Position (sprich es senkt sich ab); die Spiegel klappen sich aus – jetzt kann es losgehen. Je nach Laune vielleicht noch ein kurzer Griff bzw. Taster nach rechts zur „Sport-Taste“, die den Sound des Boxers etwas markanter wahrnehmbar macht, die Sportabgasanlage aktiviert, die Gaspedalkennlinie schärft und die Start/Stopp-Automatik abschaltet.

Charakterwahl via Sport-Taste. Hoffentlich ist die Beschriftung langlebig..
Charakterwahl via Sport-Taste. Hoffentlich ist die Beschriftung langlebig..

Fuß auf die Bremse, linke Hand an den Schlüssel, kurze Stille, Drehung und dann: Adrenalinkick. Sechs Zylinder, parallel zur Fahrbahn gelagert, 3,8 Liter Hubraum und 400 PS melden sich zum Dienst. Zur Begrüßung dreht das Triebwerk kurz hoch und allerspätestens in diesem Moment weiß auch der letzte „Ein Auto muss mich nur von A nach B Bringen“-Rationalist, dass ein 911er kein normales Auto ist – obgleich man ihn so fahren kann. Wenn man will. Wenn man ignorant genug ist. Wenn man das Autofahren wieder auf den reinen Akt der Fortbewegung reduziert. In diesem Moment weiß man, dass die im Prospekt genannten Attribute „reif“, „geradlinig“ und „verwurzelt“ zwar definitiv vorhanden sind, sie jedoch nicht die Überhand über die außerdem genannten Eigenschaften „entschlossen“, „stürmisch“, „frei“ und den dominierenden Begriff „Stärke“ haben. Der 911er ist ein ambivalentes Fahrzeug, gereift über sieben Generationen und diverse Facelifts, adaptiert an die Moderne und neue Märkte, aber dennoch faszinierend und definitiv ein Sportwagen im eigentlichen Sinne.

Ist man mit dem Porsche erstmal auf der Straße, werden die Eindrücke nicht eben weniger. Die Lenkung geht relativ schwer, wirkt dabei jedoch unglaublich präzise. Die Karosse ist recht breit, lässt sich aber durch die deutlich wahrnehmbare Falz auf den Kotflügeln sehr gut überschauen. Der Rückspiegel bietet eine unbeschwerte Sicht nach hinten, durch das getönte Glasdach scheint Sonne in den Innenraum, der Bordcomputer meldet 2,2 Bar Reifendruck vorn und 2,8 Bar hinten, der Öldruck beträgt 2,3 Bar, die Öltemperatur 95°C: Die Welt ist in Ordnung. Sie ist kein Ort der Ruhe, kein Ort der Entspannung, kein Ort der Gemütlichkeit .. aber sie ist schön.

Sobald man mit dem 911er unterwegs ist, scheint die gesamte Interaktion mit dem Straßenverkehr viel intensiver zu sein, als in anderen Fahrzeugen. Die einen machen Platz, die anderen drängeln und versuchen sich auszuprobieren, die dritten schauen einfach nur .. nur Gewohnheit scheint es relativ selten zu geben. Dabei fährt sich der Elfer – insbesondere bei deaktiviertem Sportmodus – extrem entspannt, schaltet früh hoch und gleitet auf der Autobahn sogar ziemlich oft bei Leerlaufdrehzahl einfach mit (das sogenannte „Segeln“). Schaltet man die Sportabgasanlage nicht an, nimmt man bei moderaten Geschwindigkeiten Wind- und Abrollgeräusche wesentlich präsenter wahr, als das dünne Brummen des Motors (akustisch auffällig sind maximal die deutlich wahrnehmbaren Geräusche, die entstehen, wenn sich auch nur ein kleines Steinchen in einen der Radkästen verirrt. Das klar wahrnehmbare Prasseln ist definitiv nichts, was man aus anderen Fahrzeugen gewohnt ist). Je nach Laune kann man dabei manuell schalten (ich habe bisher vergessen auf die geniale Haptik des Sportlenkrads und der großen Schaltpaddles hinzuweisen) oder sich einfach an der perfekten Intuition des PDK genannten Doppelkupplungsgetriebes erfreuen.

Im Bild zu sehen: Das besagte SportDesign-Lenkrad inkl. Schaltwippen
Im Bild zu sehen: Das besagte SportDesign-Lenkrad inkl. Schaltwippen

Aber wehe, wenn der Adrenalinpegel steigt, wenn der Porsche den Eindruck hat: Jetzt bitte Alarm. Dann dreht der freiatmende Sauger lässig über die 5000, 6000 und 7000 Umdrehungen pro Minute, um bei 7.800 Umdrehungen unter wildem Kreischen den nächsthöheren Gang einzulegen. Ganz ehrlich, der Elfer ist dabei nicht wesentlich schneller als sagen wir ein TTRS, aber er absolviert die gleiche Übung mit soviel mehr Drama. Alles fühlt sich leichtfüßig, spontan und energiegeladen an, was man z.B. spürt, wenn das Doppelkupplungsgetriebe binnen eines Wimpernschlags und auf minimalen Impuls des Gaspedals hin mehrere Gänge zurückschaltet und das Organ des Sportlers sofort mehrere Oktaven höher kreischt. Die Geschwindigkeit dieser Transformation von „Ich kann, aber muss nicht“ zu „Attacke“ ist unglaublich. Man fährt nicht von A nach B, man sitzt nicht hinter dem Steuer um anzukommen, sondern man zelebriert automobile Ingenieurskunst am lebenden Objekt. Kann man nicht beschreiben, muss man erlebt haben. Das subjektive Empfinden von Geschwindigkeit und Kraft lässt sich sogar noch intensivieren, wenn man die Sport-Taste drückt und mit ihr auch die Sportabgasanlage aktiviert wird (man kann sie übrigens auch unabhängig vom Sport-Modus ein- bzw. ausschalten). Jetzt Sprotzelt und Brabbelt der Boxer-Motor derart klar wahrnehmbar im Innenraum, dass man sich ein Grinsen von Ohr zu Ohr kaum verkneifen kann. Kaum geht man bei diesem Betriebsmodus vom Gas, emittiert der Boxer den Sound künstlich erzeugter Fehlzündungen, die jedoch sofort unterbrochen werden, sobald man wieder etwas mehr Leistung abruft. Das vergleichsweise Ungewohnte hierbei ist der Lastbereich: Selbst bei 50km/h vom Gas zu gehen, führt zu der beschriebenen Akustikkulisse – alles andere als alltäglich. Das die Umwelt hier entsprechend partizipiert und sich der ein oder andere Passant ab und an umschaut, sei nur am Rande erwähnt 😉 Sehr emotionsgeladen sind im Sportmodus übrigens auch Zurückschaltvorgänge, wie sie beim Zurollen auf eine Ampel ja durchaus häufig vorkommen. Die Höhe der Drehzahl verhält sich in diesem Fall direkt proportional zum Puls des Fahrers – inklusive Gänsehautgefahr bei heiserem Kreischen.

Spiel mit mir! Jetzt!!
Spiel mit mir! Jetzt!!

Das Erlebnis Porsche-Fahren endet meist nach dem Parkvorgang, der – genau wie das Losfahren bzw. Rangieren allgemein – durchaus kraftintensiv sein kann. Mit automatisch absenkenden Spiegeln und einer Rückfahrkamera inkl. dynamischen Leitlinien ausgestattet gibt es zwar diverse Hilfsmittel, die korrekte Nutzung selbiger obliegt aber (zum Glück) immer noch dem Fahrer. Steigt man dann aus, wird man neben dem Surren der anklappenden Spiegel vom markanten Geruch kleiner Gummiteilchen verabschiedet, die freudig mit der Abgasanlage kuscheln – begleitet von einem romantischen Knistern. Das Ende der Fahrt markiert dabei meist nicht das Ende des Tages mit dem Elfer – viel zu oft erwischt man sich dabei, wie man beim Vorbeigehen einen Blick auf ihn wirft oder gar gezielte Umwege geht, um diesen Vorgang überhaupt erst zu ermöglichen.

Ganz toll
Fishing for Compliments

Zusammenfassend fährt sich ein 911 Carrera also in der Tat wie jedes andere Auto auch und kann daher auch von nahezu jedem Menschen problemlos bewegt werden. Dies ist aber noch nicht mal die halbe Wahrheit, sondern in der Realität ein wesentlich kleinerer Anteil am Gesamterlebnis Porsche. Ein Erlebnis, dass manchmal schon vor dem Aufstehen im Kopf beginnt, mit jedem Schritt zum Auto intensiver wird, auf jedem gefahrenen Kilometer reich an Impressionen ist und noch nach dem Ende der Fahrt anhält. Es ist ein teurer, nicht selbstverständlicher und vermutlich auch entbehrungsreicher Spaß, der jedoch jeden mit „Benzin im Blut“ berühren und nicht wieder loslassen wird.

Abendstimmung zum Abschluss. einen Neunelfer muss man wirken lassen.
Abendstimmung zum Abschluss. einen Neunelfer muss man wirken lassen.

Ich vermute dieser kurze Bericht entspricht nicht dem üblichen Schema zur Beschreibung der Eindrücke, die man in den ersten Wochen mit einem Neuwagen erlebt hat. Er vermittelt jedoch dennoch – und hoffentlich sogar viel besser als jede „nüchterne“ Schilderung es gekonnt hätte – einen Eindruck dessen, auf was man sich mit einem 911er (oder vermutlich auf jedem anderen Zweitürer aus Zuffenhausen) freuen kann. Faszination. Leidenschaft. Spaß. Und die ein oder andere mentale Herausforderung 😉

Da Bilder bekanntermaßen viel mehr sagen als Worte, habe ich -quasi als Novum für diesen Blog – das erste Mal die GoPro mit ins Fahrzeug genommen. Folgend ein kurzer Teaser (1 min) und ein rund 9 Minuten langer Clip für alle, die etwas mehr Sportabgasanlagen-Sound wollen 😉 Ich warne jedoch bewusst davor, dass ich mit dem Medium Film noch nicht allzu vertraut bin und zudem unsere Kamera dringend ersetzt bzw. durch ein neueres Modell ergänzt werden muss. Dennoch wünsche ich viel Spaß (ich empfehle die Videos entweder via Klick auf den YouTube-Button unten rechts in größerer Darstellung zu betrachten oder gleich den Vollbild-Modus durch einen Klick auf die Schaltfläche ganz rechts zu aktivieren)!

Zum Warmwerden:

Wenn’s ein bisschen mehr sein darf:

Erlebnis Abholung. Vom außergewöhnlichen Beginn einer intensiven Freundschaft

Basierend auf meinen Erfahrungen gibt es nacheinander die Phasen des Euphorischen, des Abwägens, des Entschlossenen, des Zweifelnden und irgendwann nur jene der nervösen, aufgekratzten Vorfreude. Wenn nach Wochen bzw. Monaten des Wartens der Moment der Transformation von Investition in Gegenwert bevorsteht, fühlt sich das in der Regel ziemlich verrückt an. Wenn der Gegenwert auf die drei Ziffern 9 1 1 hört, sich 1295mm über den Asphalt duckt, dabei von einem Sechszylinder-Boxermotor im Heck angetrieben wird und in Stuttgart Zuffenhausen gefertigt wurde, ist es mit jeglicher Geduld kurz vor Ablauf des mentalen Countdowns gänzlich vorbei.

Teaser: Um dieses Fahrzeug geht es im folgenden Beitrag ;-)
Teaser: Um dieses Fahrzeug geht es im folgenden Beitrag 😉

Spätestens nach Übergabe der finalen Unterlagen kurz vor der Zulassung gibt es eigentlich nur noch einen Gedanken: Haben wollen! Jetzt! Sofort! Man beginnt sich die Abholung minutiös vorzustellen, sie geistig durchzugehen. Hab ich Fragen zum Fahrzeug? Wie gelangt man von der Auslieferungshalle eigentlich auf die öffentliche Straße (Google Earth hilft)? Wird der Wagen vollgetankt sein? Was ziehen wir an? Ist es schicklich den Moment der Übergabe fotografisch festzuhalten? Was machen wir nach der Abholung? Alles gar nicht so einfach .. und dabei geht am Ende alles so schnell.

Nachdem wir mit den Abholungen des ersten TTs, des ersten Minis, des Boxsters, des 5ers, des zweiten Minis und des zweiten TTs schon einige Erfahrungen gesammelt hatten – einige davon aufwändiger inszeniert, andere weniger spektakulär – hatten wir dieses Mal eigentlich (später mehr dazu) ein ganz gediegenes Event favorisiert: Regulär zur Arbeit gehen, mit eigenem Auto anreisen, Fahrzeug übernehmen, auf direktem Weg nach Hause fahren, danach vielleicht noch Essen gehen und ansonsten eher auf das verlängerte Wochenende warten. Irgendjemand oder irgendetwas schien aber der Meinung gewesen zu sein, dass so eine 0815-Abholung für uns einfach nicht das Richtige ist. Doch der Reihe nach.

Der Beginn unserer Beziehung mit dem 911 Carrera verlief noch völlig unauffällig. Wir erreichten das Porsche Zentrum unserer Wahl ohne Zwischenfälle, das Fahrzeug stand pünktlich und mit korrektem Wunschkennzeichen zugelassen bereit und die Stimmung war gut. Noch vor dem ersten Gang zum Elfer wurden die letzten Unterschriften geleistet und wir erhielten eine von den Mitarbeitern des Hauses signierte Flasche Champus gemeinsam mit zwei Schlüsseln – wie gesagt, unspektakulär. Der Moment unseren Porsche mit seinem Kennzeichen zu sehen, übergabebereit und prominent im Abholbereich geparkt, war dennoch sehr speziell.

Das ist er also, unser Carrera .. ziemlich atemberaubend
Das ist er also, unser Carrera .. ziemlich atemberaubend

Die optische Komposition aus uniweiß (kein Metallic), lackiertem Heckunterteil, lackierten Außenspiegelunterschalen, schwarzen Scheinwerfereinsätzen, schwarz lackierten Felgen, getönten Scheiben und schwarzem Dach (Schiebe-/Hubdach aus Glas) in Kombination mit dem SportDesign Paket inkl. Entenbürzel ist doch recht extrovertiert. Insbesondere frisch aufbereitet, ohne einen winzigen Kratzer, ohne die kleinsten Spuren von Bremsstaub, ohne Hologramme im Lack und ohne auch nur ein Fleckchen Insektenreste auf der gesamten Karosserie wirkte das Fahrzeug enorm beeindruckend. Toll.

Außergewöhnlicher Flügel, außergewöhnliches Fahrzeug, außergewöhnlicher Tag
Außergewöhnlicher Flügel, außergewöhnliches Fahrzeug, außergewöhnlicher Tag

Die Übergabe selbst verlief dann wie erwartet eher unaufgeregt. Als chronisch neugieriger Mensch mit viel Affinität zu Autos und einer gewissen Porsche-Vorgeschichte hatte ich mich gefühlt schon über auch das kleinste Detail des Wagens informiert. Sei es die Möglichkeit durch simultane Betätigung beider Schaltpaddels in den Leerlauf zu schalten oder die Deaktivierung der Neigungserkennung der Diebstahlwarnanlage durch zweimalige Betätigung der Verriegelungstaste – mein Verkäufer hatte wenig Spaß 😉 Also fachsimpelten wir etwas über die anderen Modelle, schauten uns das Lenkrad des Macans etwas näher an und gingen irgendwann zur Ausfahrt aus der Halle über. Vorher stellten wir noch einen optischen Makel im Bereich des Heckdeckels fest, welcher bei der Qualitätskontrolle wohl unterging und per Poliermaschine zeitnah behoben werden sollte.

Vorn: Dani & ich. Hinten: 911er Typ 991
Vorn: Dani & ich. Hinten: 911er Typ 991

Ich muss gestehen, dass dieser Moment schon sehr intensiv war, als ich bei einem Kilometerstand von 16 den im Vergleich zum 987 vollkommen überarbeiteten Schlüssel in das Schloss (links) führte und das 3,8l-Triebwerk mit einer Drehung nach rechts zum Leben erweckte. Wenn man diesen Vorgang nicht gewöhnt ist, fühlt er sich gigantisch an, schreit der Boxer doch wie zur Begrüßung kurz auf, was natürlich durch die Umgebung (sprich innerhalb eines geschlossenen Raums) nochmals verstärkt wird. Den Wahlhebel des Doppelkupplungsgetriebes auf D, Fuß langsam von der Bremse nehmen (nix passiert, da Parkbremse aktiv), ein wenig Druck auf das Gaspedal. Wie viel Druck? Keine Ahnung .. mach halt mal. Und dann geht es los, völlig unaufgeregt und mit einem Grinsen von einem Ohr bis zum anderen raus aus der Halle, enge Rechtskurve und vorbei an Verkäufer und Frau, enge Linkskurve, gleich noch eine davon, kurze Gerade, noch zweimal links und Einparken vor dem Eingang des Porsche Tempels. Okay, so fühlt sich das also an. Alles ganz schön ungewohnt und definitiv sehr viel anders, als in den meisten Fahrzeugen die ich bisher bewegen durfte. Ein letztes Mal Händeschütteln und dann ging es los – Heimreise mit dem Elfer, Dani im Mini direkt hinter mir.

So sahen die ersten Meter aus ;-)
So sahen die ersten Meter aus 😉

Wenig überraschend ist der Verkehr auf den Bundesstraßen des Rhein-Main-Gebiets gegen 17:45 Uhr recht dicht, so dass ich nach den ersten Minuten des Im-Kreis-Grinsens begann mit den vielen Funktionen des Porsche zu spielen .. es war ja doch Einiges verbaut, was ich so bisher noch nie in einem Fahrzeug hatte. Sehr neugierig war ich zum Beispiel auf das Display im Kombiinstrument, welches sehr vielfältige Möglichkeiten bieten sollte. Genau zu diesem Zeitpunkt begann der Tag einen unglücklichen Verlauf zu nehmen. Statt nämlich eine Karte der Umgebung anzuzeigen, blieb es ziemlich schwarz. Augenblicke später präsentierte mir das PCM (also das Radio-/Navigationssystem, für die Porsche-Unerfahrenen) stolz das Porsche-Logo .. okay, es startete einfach mal neu. Dies stellte die Funktion der Karte jedoch nicht her und auch sonst fühlte sich das System ganz und gar nicht gut an – die Reaktionszeiten auf Eingaben waren ewig. Sie waren sogar so lang, dass ich es nicht schaffte, eine Adresse einzugeben, bis das System wieder neustartete. Langsam wurde meine Laune schlechter. Zu allem Überfluss zeigte nun auch die Verkehrszeichenerkennung einen Ausfall und die Drehzahl des Fahrzeugs schwankte auffallend, selbst bei konstanter Fahrt. Okay, muss sich das so anfühlen? Ich hatte auf den restlichen 20 Kilometern nach Haus viel Zeit darüber nachzudenken und mit mir allein zu sein, denn das PCM verabschiedete sich alle 5-7 Minuten in den bereits vertrauten Neustart inkl. Verlust aller Einstellungen. Gar nicht lustig. Kaum zu Hause angekommen rief ich meinen Verkäufer an und berichtete vom Erlebten. Dieser zeigte sich sofort sehr einsichtig und versprach einen Servicetermin am folgenden Tag inkl. sofortiger Bereitstellung eines Ersatzfahrzeugs. Na gut, in Summe kein Vorzeigeerlebnis, aber zumindest auch nicht wirklich tragisch. Tragisch wurde es, als wir direkt im Anschluss zum Abendessen aufbrechen wollten – schließlich wollte auch Dani erste Eindrücke im Elfer sammeln. Wir fuhren auf die Autobahn auf – fühlt sich ganz schön träge an; wir schwammen im Verkehr mit – ganz schön komischer Sound; wir versuchten an der nächsten Ausfahrt abzufahren – Ausfall PSM (das ist das Stabilitätsprogramm), Störung Motorsteuergerät, angepasste Weiterfahrt möglich, starkes Ruckeln bereits beim zarten Versuch Gas zu geben. Zusammenfassend gingen ganz viele Lämpchen im Kombiinstrument an, die man normalerweise nur kurz sehen möchte, wenn man die Zündung einschaltet. Die Warnsignale blieben aber und wechselten sich zudem in schönstem Prosa im sowieso nur bedingt nutzbaren Display ab – ganz und gar nicht erheiternd. Wie ein waidwundes Tier schleppten wir uns also zum nächsten größeren Parkplatz, der genügend Kapazitäten und ein Schnellrestaurant bot. Erneute Kontaktaufnahme mit dem Porsche Zentrum: Bitte Porsche Assistance anrufen, die bringen den Wagen zu uns und organisieren ein Ersatzfahrzeug – 18:54 Uhr konnte man mir wohl sonst nicht mehr helfen.

Kleine bildliche Auflockerung zwischendurch, damit die Laune nicht zu sehr leidet
Kleine bildliche Auflockerung zwischendurch, damit die Laune nicht zu sehr leidet

Also lernte ich bei Kilometerstand 55 und keine 2h nach der Auslieferung die Porsche Assistance kennen – die Stimmung war vorsichtig formuliert schon ziemlich schlecht. Jetzt begann aber erst der frustrierendste Teil des gesamten Tages, für den ich auch 1,5 Wochen später (und vermutlich 1,5 Jahre später) keine netten Worte finden kann. Nur zur Sicherheit: Ich gebe hier nur meine individuellen Erfahrungen mit der Assistance wieder und schildere meine subjektiven Eindrücke über die erlebte Qualität.

Es begann damit, dass mein Fahrzeug bei der Assistance gänzlich unbekannt war – zu neu. Leider musste man deshalb (wie ich erst später erfahren habe) Prüfungen über „andere Kanäle“ durchführen, um sicherzustellen, dass ich bzw. der Wagen auch wirklich noch über eine Garantie verfügt. Nachdem der erste Anruf bei der Assistance kurz vor Fertigstellung der Aufnahme des Vorgangs abgebrochen ist, durfte ich dieses tolle Erlebnis direkt wiederholen. Nüchternes Ergebnis: Abschleppunternehmen wird sich melden und bezüglich des Ersatzfahrzeugs werde ich nochmals kontaktiert werden. Das Abschleppunternehmen brauchte zwar rückblickend 90 Minuten bis zum Eintreffen des Wagens, war aber zumindest bemüht und der Fahrer äußerst freundlich, menschlich sympatisch und zudem sehr sorgsam – das war also richtig klasse. Weniger begeisternd waren meine Rückrufe bei der Assistance, weil auch über 1h nach Meldung des Schadens noch keine Information zum Thema Ersatzmobilität vorlag – „Wir sind mit den Mietwagen gelinde gesagt etwas im Rückstand“. Just in dem Moment, in dem der Abschlepper eintraf, erhielt ich einen Anruf bezüglich des Leihwagens. Man könne mir einen Touareg oder einen BMW5er anbieten und der werde frühestens in 60 Minuten da sein. Okay, Meldung der Störung um 19:00 Uhr; Abschlepper um 21:30 Uhr; Leihwagen um 22:30 Uhr? Meine Stimmung war jetzt wirklich schlecht. Gänzlich konträr hierzu mein Gesprächspartner, der meine Lieblingsaussage der nächsten Tage erstmals einführte: „Wir können nichts dafür und sind da auch nur abhängig“. Auf meine relativ frustrierte Aussage, dass wir statt noch weiter zu warten lieber mit dem Taxi nach Hause fahren werden, erwiderte er: „Gut, ich notiere Sie verzichten freiwillig auf ein Ersatzfahrzeug.“. Meine deutlich formulierte Protestnote, dass ich mitnichten freiwillig verzichte, aber die avisierten Parameter (Zeit und Wagen) gänzlich inakzeptabel finde, wurde erneut mit der Aussage quittiert, dass man in der Akte vermerken würde, dass ich also freiwillig auf ein Fahrzeug verzichte. Hallo? Rede ich mit der Porsche Assistance, nachdem ein Neufahrzeug nach weniger als 30km am ersten Tag meines Besitzes liegengeblieben ist, oder bin ich vielleicht doch mit .. ich weiß nicht .. dem Notrufservice eines weniger kostenintensiven Fahrzeugherstellers verbunden?  Auch das sich im Porsche Zentrum um 19:12 Uhr niemand mehr für die vergeigte Auslieferung interessierte, fand ich wenig begeisternd.

So sieht es aus, wenn ein 911er mit SportDesign-Paket aufgeladen wird. Ganz schön knapp..
So sieht es aus, wenn ein 911er mit SportDesign-Paket aufgeladen wird. Ganz schön knapp..

Ich möchte an dieser Stelle die Ausführungen über die Assistance beenden. Nachdem es vor Kurzem nochmals einen Rückruf zum Thema gab, der mich abermals so richtig wütend gemacht hat („Ich verstehe gar nicht, warum ich Sie nochmal anrufen soll.“; „Wir müssen immer warten, bis der Abschleppwagenfahrer bestätigt, dass das Fahrzeug abgeschleppt werden muss .. erst dann beginnen wir mit der Suche nach einem Leihwagen“) kann ich einfach nur inständig hoffen, mit dem Elfer nie nie niemals liegen zu bleiben. Falls doch, empfiehlt es sich wahrscheinlich weinend weg zu laufen und auf ein Wunder zu hoffen, anstelle sich falscher Hoffnungen auf eine schnelle „Assistenz“ hinzugeben. Den naiven Gedanken für den Fall der Fälle abgesichert und bei einem unvorhergesehen Zwischenfall schnell wieder auf der Straße zu sein, werde ich basierend auf diesem Erlebnis jedenfalls beerdigen müssen.

Um die Situation besser vermitteln zu können, möchte ich die Erlebnisse des Abends nochmals resümieren: Es war also gegen 21:30 Uhr; wir waren knapp vier Stunden nach der Abholung des Fahrzeugs, welches bereits nach ca. 5 Minuten auf der Straße und weniger als 3km die ersten Störungen zeigte und später nach rund 30km auf eigener Achse liegen blieb, wieder zu Haus. Vom Porsche Zentrum fühlte ich mich ehrlich gesagt hängen gelassen, die Porsche Assistance gab wirklich und ausschließlich nur Anlass für weiteren Ärger und noch dazu waren wir jetzt zwar etwas ärmer, aber dafür ohne Auto (zum Glück hatten wir ja noch zwei). Wir fassten das Erlebte noch Kurz in einer E-Mail an den Verkäufer zusammen, sichteten ein paar Fotos und versuchten zu Schlafen – so richtig gut hat das aber zumindest für mich nicht funktioniert.

Das Ende unseres ersten Dates
Das Ende unseres ersten Dates

Am nächsten Tag (Dienstag) hatte ich morgens einen Auswärtstermin und beschloss im Rahmen der Rückfahrt gänzlich unangekündigt im Porsche Zentrum vorbeizufahren. Ich kann ehrlich berichten, dass meine Ansprechpartner dort größtenteils mindestens so frustriert wie ich wirkten, so dass ich durchaus den Eindruck hatte, meine Probleme wurden ernst genommen. Zum Fahrzeug konnte man noch nichts sagen, außer das es derzeit am Tester hängt und sowas (natürlich) noch nie vorgekommen sei. Auch mit der Assistance läuft ansonsten natürlich alles immer bestens, so dass es aus Sicht des PZs absolut schicklich war ab 19:00 Uhr nicht mehr erreichbar gewesen zu sein. Meine – bewusst übertriebene – Darstellung den Kunden nach einem derart negativen Erlebnis mit dem Verweis auf eine 0800er-Nummer in den Abend zu verabschieden, wollte man so natürlich nicht bestätigen. Nun ja, was soll ich sagen .. es tat zwar irgendwie allen alles leid, mein Verkäufer fand die Nichterreichbarkeit ab 19:00 Uhr absolut vertretbar (was okay ist, so weiß ich wenigstens was ich erwarten kann und was ich nicht erwarten kann), eine Lösung war dennoch ad-hoc nicht gefunden. Später im Verlauf des Tages wurde ich telefonisch mit der Diagnose konfrontiert, dass das PCM-System derart defekt gewesen sei, dass es das Bordnetz heruntergezogen habe und dadurch das Motorsteuergerät gestört wurde. Wow .. das klingt schon spannend, oder? Wenn ein Navigationssystem durch eine Fehlfunktion ein Bordnetz elektrisch so stören kann, dass scheinbar alle anderen Systeme davon tangiert werden, beginne ich mir Sorgen zu machen. Nun ja – wie sagte man so schön: Ohne PCM fährt das Fahrzeug super und mit einem neuen PCM wird dann alles gut – dieses sei schon bestellt.

Man beachte die Sondersignale auf dem Dach .. die könnten mir durchaus gefallen
Man beachte die Sondersignale auf dem Dach .. die könnten mir durchaus gefallen

Am Mittwoch Nachmittag wurde ich telefonisch erneut vom PZ kontaktiert und mein Erlebnis Abholung wurde um eine weitere Posse ergänzt: Das PCM sei kurzfristig auf Rückstand gegangen und deshalb sei jetzt keines verfügbar. Schade. Aber man könnte ein Leihgerät verbauen, welches dann nächste Woche (oder wann immer das PCM eintrifft) natürlich nochmals getauscht werden müsste. Diese Notlösung lehnte ich mit dem Verweis auf ein Ersatzfahrzeug ab, was mein Ansprechpartner im Service scheinbar nicht gut hieß. Man blieb zwar professionell, aber des Eindrucks einer intensivierten Abneigung dem Problemkunden gegenüber konnte ich mich nicht erwehren. Was hatte ich falsch gemacht? Ein Premiumfahrzeug gekauft, das nach 30km liegen geblieben ist und dann auf eine vorbildliche Abwicklung bestanden? Dies scheint irritierender Weise kein valider Wunsch zu sein.

Die positive Wendung der Ereignisse begann dann endlich (!) als rund eine Stunde später der Leiter After Sales anrief und mit mir die Übergabe eines Ersatzfahrzeugs in Form eines 911 Carrera 4s besprechen wollte. Er war sehr bemüht, verständnisvoll, freundlich und ging auf die Situation und meine Gefühle angemessen ein. Ca. 90 Minuten später fand die Zustellung des besagten Fahrzeugs statt und plötzlich war die Welt gleich viel schöner. Hallo, Carrera 4s in dunkelblaumetallic mit 20″ Felgen und dunkelbraunem Interieur. Hallo, Sportabgasanlage, PDK, Allradantrieb und 400PS. Der 4S sollte ein hervorragender Ausblick auf unseren Porsche sein, hatte er doch das gleiche Triebwerk und die gleichen Gene. Im Gegensatz zu den 30km mit unserem Carrera 2S nach der Abholung fuhr sich der Ersatzelfer genau so, wie man sich das vorstellt: Präsent, sportlich, akustisch absolut beeindruckend. Ein zeitloses Fahrzeug, optisch fast schon introvertiert und technisch faszinierend – so macht der Mythos 911 Spaß.

911 4S Coupé - es gibt wahrlich schlechtere Übergangslösungen
911 4S Coupé – es gibt wahrlich schlechtere Übergangslösungen

Der Carrera 4S begleitete uns von Mittwoch Abend bis Montag Abend und über fast 1000km. Wir fuhren damit zum Wandern an den Loreley Felsen, zum Einkaufen und zu einem der größten Porsche-Treffen Deutschlands nach Böblingen. Auch wenn wir dabei viel Spaß hatten, konnte ich mich von Zeit zu Zeit nicht der Frage erwehren, warum man nicht gleich derart entschlossen auf diesen traurigen Vorfall reagiert hat. Als ich unseren Elfer dann – erneut perfekt aufbereitet und weithin sichtbar geparkt – am Montag abholte, wurde mein Eindruck komplettiert: Scheinbar wurde die Drosselklappe des Fahrzeugs vor der Auslieferung nicht richtig angelernt. Außerdem (und völlig unabhängig davon) war das PCM defekt und wurde nun getauscht. Ferner wurde der besagte optische Mangel am Heck poliert und das Fahrzeug knapp 30km Probe gefahren und sei nun definitiv im Zielzustand. Diesen Eindruck kann ich seit dem glücklicherweise nur bestätigen – doch davon berichte ich besser im nächsten Beitrag.

Kilometerstand 111,1 - bis zum Horizont, und noch viel weiter!
Kilometerstand 111,1 – bis zum Horizont, und noch viel weiter!

Zweifel – Hätte ich vielleicht doch (nicht)?

Es ist dieser Moment nach dem die erste Euphorie abebbt, das Herz freiwillig wieder langsamer schlägt, der Adrenalinspiegel sich normalisiert und die Vernunft ganz allmählich beginnt sich wieder in das Bewusstsein zu drängen. Sie stellt dann blöde Fragen – meistens vor dem Versuch einzuschlafen. Solche wie „Hubraum statt Wohnraum?“. Oder „Ist schon wieder große Krötenwanderung?“. Gemeine Fragen sind das, denn sie versuchen die heile Welt kaputt zu machen, die Emotionen niederzureden und Zweifel zu streuen. Sie versuchen sogar noch Schlimmeres, locken sie doch mit angeblichen Auswegen: „Hör mal, Freund, ich kann ja verstehen das jeder mal schwach wird .. aber das ist überhaupt kein Problem. Du kannst dich einfach binnen 14 Tagen darauf besinnen, dass du doch ein vernünftiger Typ bist der nach gesellschaftskonformen Wertvorstellungen lebt, und du jetzt lieber einen Kangoo erwerben möchtest.“.

911. Kannst du der Versuchung widerstehen? Wenn ja, wie lange?
911. Kannst du der Versuchung widerstehen? Wenn ja, wie lange?

Immer wenn dann ein PORSCHE Neuhundertundelf im Umkreis von 500m mit geöffnter Sportabgasanlage durch die Gegend „gleitet“ und der 3,8l große Sechszylinder Boxer die Glückseligkeit des Seins aus sich herausschreit, meldet sich das Herz zurück und besteht darauf, dass es charakterschwach wäre einmal getroffene Entscheidungen zu revidieren. Außerdem erinnert es daran, welche tollen Momente man mit so einem Volkswagen auf Steroiden erleben könnte und es führt auf, dass es ja bald nur noch Turbo-Motoren gibt und die dann sicherlich nicht mehr das charakteristische, legendäre Boxer-Geräusch emittieren werden. Tief im Inneren weiß man zu diesem Zeitpunkt natürlich schon lange, dass der Verstand ein einsamer Streber ohne Freunde ist, der diesen Kampf der Emotionen nicht gewinnen kann .. aber als vernunftbegabter Mensch muss man ja immerhin alle vorhandenen Optionen beleuchten.

Logischerweise versucht man nun also die Vorfreude einfach zu intensivieren, zum Beispiel in dem man tolle Dokumentationen über den berühtem „swabian Manufacturer“ im Fernsehen schaut (ich glaube ja, man hat einzig und allein auf Grund der Existenz von Porsche ein Wort für schwäbisch im Englischen ersonnen), alle greifbaren Testberichte in diversen Fachzeitschriften aus dem Archiv kramt und – ganz großer Fehler – die einschlägigen Internetforen beginnt bis zur letzten Seite (auf denen dann Beiträgen stehen, die noch vor dem Erscheinungstermin des aktuellen Modells verfasst wurden) zu lesen.

Der 911 als Allradfahrzeug. Kann Breitbau Sünde sein?
Der 911 als Allradfahrzeug. Kann Breitbau Sünde sein?

Auf diese Weise wird man mit ziemlicher Sicherheit Herr über die Frage, ob das mit der Entscheidung für Porsche wirklich so clever war. Das war natürlich richtig und wichtig und sinnvoll und überhaupt hätte man keinen Tag länger zögern dürfen. Könnte ja bald keine der berühmten Quoten mehr geben. Alles richtig gemacht also? Womöglich nicht, denn Porsche ist ja nur ein Hersteller und die Modellpalette ist mittlerweile ziemlich groß. Glücklicherweise können diverse Optionen gestrichen werden. Cayenne, Macan und Panamera adressieren eine andere Zielgruppe (sind aber deshalb nicht pauschal uninteressant), aber spätestens bei der Abwägung Boxster vs. Cayman vs. 911 wird es wirklich spannend. Der Boxster ist ja eigentlich (Achtung, nicht meine Meinung) ein Hausfrauen Porsche, der Cayman ein überteuerter Ableger desselben mit festem Dach und der 911 in der aktuellen Version eine Art Panamera mit verkürztem Radstand, einzig und allein auf ältere Semester, Märkte in Übersee und Langstrecken-Komfort optimiert.

Besteht die Anschaffung eines Porsches also letztendlich daraus das geringere Übel zu wählen? Theoretisch bestünde natürlich die Option zum heiligen Gral zu greifen. Der geneigte Leser denkt jetzt vielleicht an den turbo (S), „die Referenz“. Aber weit gefehlt, denn der ist ja kein Sauger und klingt deshalb erbärmlich (ich gebe erneut nur fremde Meinungen wieder). Nein, gemeint sind die ultimativen Fahrmaschinen aus der GT-Reihe: GT4, GT3 oder gar GT3 RS. Keine Frage, wenn ich die Wahl hätte (und es noch Quoten gäbe), für den der GT3 RS in lavaorange würde ich vermutlich auch unter einer Brücke schlafen. Der gigantische Heckspoiler würde sich sicher gut eignen, um ihn als Ausgangspunkt für eine Art Vorzelt zu verwenden. Aber: Ist keine Option, da a) zu teuer und b) soweit mir bekannt so gut wie europaweit ausverkauft. Schade eigentlich. Der GT3 ist eventuell gar nicht mehr bestellbar, war zwischendurch übel in Verruf (abgebrannte Fahrzeuge, Motortausch und so) und überhaupt, wer will schon freiwillig auf das Kürzel „RS“ verzichten. Bleibt der Cayman GT4. Ganz ehrlich, das Auto ist aus meiner Sicht genial. Die Optik ist über alle Zweifel erhaben, das Mittelmotor-Konzept hochgradig attraktiv und der Preis für Porsche-Verhältnisse gerade zu „günstig“. Man erhält hier ein unglaublich spannendes Gesamtpaket mit Komponenten aus dem GT3 (Vorderachse), dem Motor aus dem 911er S und diversen Alleinstellungsmerkmalen für rund 90.000€. Wahnsinn. Allerdings sind für den Wagen soweit mir bekannt nur Semislicks / Sportreifen freigegeben, er ist wohl nur bedingt alltagstauglich und zudem so beliebt, dass es so gut wie unmöglich ist eine Quote dafür zu bekommen, bevor die Produktion im folgenden Jahr eingestellt wird. Schade eigentlich, denn wer einen GT4 erworben hat, dürfte sich um das Thema Wertverlust erstmal keine Gedanken machen müssen (zur Zeit werden Fahrzeuge mit einem Neupreis von 100.000€ von privat gern für 120.000€ verkauft – und es finden sich Abnehmer!).

GT4 in saphirblau. Ein Traum.
GT4 in saphirblau. Ein Traum.

Okay .. nachdem wir – wie man sieht – recht problemlos das Terrain der Fragestellung „Muss es denn überhaupt ein Porsche sein?“ verlassen und gänzlich unrealistische Optionen ausgeschlossen haben, können wir uns ja einfach weiter den Kopf über die verbleibenden Optionen zerbrechen. Auf Grund persönlicher Präferenzen habe ich die Option Non-S bei allen Baureihen für mich kategorisch ausgeschlossen (die Diskussionen warum ist mir zu doof .. ich mag halt nicht), so dass es im Prinzip zu einer Abwägung zwischen Boxster GTS vs. Cayman GTS vs. 911er kommt. Streichen wir den Cayman, da ich beim Mittelmotor aktuell in Richtung Cabrio tendieren würde – puh, wieder einen Schritt an der „perfekten Wahl“? Mitnichten, denn glücklicherweise gibt es vom 11er gefühlt 100 Versionen: S, 4S, Cabrio, GTS, Targa (plus diverse Kombinationen der zuvor genannten). Wahnsinn, oder? Jede Version hat ihre Vor- und Nachteile, wobei natürlich ultimativ die Abwägung Boxster GTS vs. 911 GTS Cabrio (vielleicht auch 4GTS) der Königsweg wäre. Letzterer steht aber leider nicht zur Auswahl, denn obgleich der 911 GTS mit seinem Optikpaket innen und außen, seiner werksseitigen Werksleistungssteigerung und dem ihm nachgesagten Charakter („GT3 Light“) im Prinzip DIE Wahl wäre, ist er mir zum aktuellen Zeitpunkt etwas zu kostenintensiv. Schade.

Nur nochmal der Vollständigkeit halber: GT3 RS in lavaoranger. Besser geht es meiner Meinung nach aktuell nicht.
Nur nochmal der Vollständigkeit halber: GT3 RS in lavaorange. Besser geht es meiner Meinung nach aktuell nicht.

Zumal in unserem Fall natürlich noch die Besonderheit dazu kommt, dass wir ja schon gewählt haben. Wir vergleichen also nicht auf der grünen Wiese, sondern immer vor dem Hintergrund der Frage: Haben wir das auch richtig gemacht? (Schon ein wenig doof, oder? Aber bei Porsche geht es um Emotionen und Emotionen sind selten rational). Unabhängig davon – und ohne bisher eine Probefahrt gemacht zu haben – denke ich jedoch das der Boxster GTS in Summe ein geniales Fahrzeug ist. Optisch enorm attraktiv, im Unterhalt tragbar, leistungsstark, vielseitig konfigurierbar und somit eine sehr spannende Option. Außerdem ungefähr nur ca. 2/3 so teuer, wie ein GTS Cabrio 😉 Trotzdem muss man für sich natürlich immer die Frage beantworten, welchen Stellenwert der Mythos 911 für einen persönlich hat. Porsche nennt ihn seine Identität und viele Menschen betrachten ihn – obgleich er mit Hinblick auf die Stückzahlen hinter die viertürigen Modelle zurückgefallen ist – als Inbegriff für die Marke aus Zuffenhausen. Er ist aktuell in der siebenten, intern 991 genannten Version erhältlich, und aus meiner Sicht nach wie vor extrem attraktiv. Für Menschen mit Kindern (die auch mitfahren sollen) ist er quasi nahezu alternativlos, da er als 2+2 Sitzer ausgeführt ist und daher bedarfsweise auch vier Personen transportieren kann. Aha .. und was bringt mir das? Für uns hätte es – ganz ehrlich – auch ein Audi R8 Spyder getan. In den kleinen Kofferraum vorn passt das Nötigste, für alle anderen Fahrten gibt es Alternativen. Also schon wieder ein verunsichernder Faktor: Wird uns der 11er am Ende gar nicht glücklich machen; einfach weil er für eine ganz andere Zielgruppe konzipiert wurde? Zumindest Letzteres ist mal sicher, denn bei aller Bescheidenheit muss ich fest davon ausgehen, nicht der typische Carrera-Kunde zu sein.

Noch ein wenig (mehr) Farbe für den grauen Alltag: Cayman GTS, GT4, GT3 (von vorn nach hinten)
Noch ein wenig (mehr) Farbe für den grauen Alltag: Cayman GTS, GT4, GT3 (von vorn nach hinten)

Ich wurde vor Kurzem auf einen sehr amüsanten Artikel in der Welt aufmerksam – dieser trägt den Titel „Über die Ideologie der Porsche-Gemeinde“ (Link). Er besagt im Wesentlichen eines: Je nach individuellem Blickwinkel gibt es keinen „guten“ Porsche. Jeder rational denkende Mensch sagt jetzt natürlich „Echt? Das 10 Menschen 11 Meinungen haben, hätte ich dir auch vor 1200 Wörtern schon sagen können“, ABER .. 10 Tage vor der Abholung eines Porsches gehört man einfach nicht zur der Gruppe der Vernunftbegabten.

Anmerkung: Ich schrieb diesen Text in der Zeit zwischen Bestellung des Fahrzeugs und Abholung. Er reflektiert die Wartezeit, die Unsicherheiten, die Fragen die man sich stellt, die mannigfaltigen Eindrücke die man basierend auf den Erlebnissen und Meinungen anderer gewinnen kann und den einsetzenden Wahnsinn vor Erfüllung eines Traums. Ich hoffe zu gegebener Zeit berichten zu können, welche der hier gezeichneten Klischees sich für mich – ganz individuell – bewahrheitet haben und welche nicht. Das man insbesondere Entscheidung wie die hier diskutierten primär allein (bzw. im sehr kleinen Kreis) treffen und das entsprechende Rückgrat dafür besitzen muss, ist klar. Das heißt trotzdem nicht, dass man bezüglich der (getroffenen) Wahl zu jedem Zeitpunkt über jeglichen Zweifel erhaben ist 😉

Die Rückkehr zur Familie – Eine Vorgeschichte

Es gibt Dinge im Leben, die sollte man vermutlich besser gar nicht erst probieren. Da ich in dieser Hinsicht in meiner Historie eher konservativ unterwegs war, kann ich an dieser Stelle jedoch nur mit eher unüblichen Beispielen aufwarten: Man sollte zum Beispiel nie – um zum Beispiel die Zeit während eines Stromausfalls zu überbrücken – ein Porsche Zentrum besuchen. Man sollte es idealerweise auch vermeiden einen Porsche Cayman probezufahren. Wenn man einen Cayman besitzt und sonst kein Cabrio im Bestand verweilt, empfiehlt es sich übrigens auch eine Probefahrt des Boxsters auszuschlagen.

Man könnte also meinen, wir haben – was Autos angeht – schon einige Lektionen gelernt und sollten mittlerweile in der Lage sein die üblichen Risiken zu erkennen und ihnen wirkungsvoll zu entgegnen. Könnte. Ganz so kam es jedoch nicht, als wir die Suche nach einem Nachfolger für unseren Mini John Cooper Works Roadster begannen. Selbiger begleitet uns mittlerweile fast drei tolle Jahre und macht nach wie vor sehr viel Spaß, doch das Ende der Herstellergarantie und unsere fehlende Affinität gegenüber gesteigerten Risiken forcierten das Ende dieser bis dahin sehr schönen Beziehung. Einzig, es mangelt an Alternativen: Der neue Mini ist nicht so recht unser Fall und zudem (noch) nicht als Roadster verfügbar und alltagstaugliche Spaßmobile mit ein wenig (mehr) Leistung sind sonst eher rar gesät. Golf GTI / Golf R Cabrio? Nicht schön. Fiat 500 Abarth? Ein Nogo. Audi TTS Roadster? Nicht so richtig.

Wir landeten also geistig beim Audi S3 Cabriolet. Einigermaßen alltagstauglich, definitiv leistungsstark und dank S-Tronic und quattro sehr einfach zu fahren. Das schöne am S3 war der Gedanke, dass wir mit diesem deutlich komfortabler als bisher auch mal längere Strecken zurücklegen könnten. Beim Mini lässt der Langstreckenkomfort ab ca. 250 – 300km gefahrener Strecke doch ziemlich zu wünschen übrig und auch Faktoren wie Sensitivität der Lenkung und Geräuschniveau bei geschlossenem Verdeck lassen den Kleinen doch eher als ideale Wahl für spaßige Touren im näheren Einzugsgebiet um die Basis erscheinen. Was mir am S3 nicht so gut gefiel, war ehrlich gesagt der Hersteller. Zu frustrierend waren die jüngsten Serviceerfahrungen mit meinem TTRS, als das ich unbedingt gesägt hätte „Bei Audi wirst du richtig toll behandelt. Wenn wir unser Geld dort hin tragen, wird man sich gut um uns kümmern, Werkstatttermine werden vorbildlich verlaufen und wir können immer ein gutes Gefühl haben.“.

S3 in misanorot. Kommt uns irgendwie noch bekannt vor ;-)
S3 in misanorot. Kommt uns irgendwie noch bekannt vor 😉

Aber sei es drum: Wir begaben uns also in das größte Audi Zentrum der Region und im Dachgeschoss stand doch tatsächlich ein S3 Cabrio in nahezu perfekter Zusammenstellung: Misanorot, rote Bremssättel, die meisten Assistenzsysteme und die wirklich chicen Sportsitze. Nettes Auto, nettes Ambiente, niemand interessierte sich für uns .. soweit nicht unüblich für unsere Erfahrungen mit dem Ingolstädter Hersteller. So schauten wir uns den Wagen intensiv aus allen Blickwinkeln an, machten nochmal kurz Zwischenstopp an einem R8 Spyder und fuhren dann wieder nach Haus. Einige Wochen später diskutierten wir erneut über das Thema Mini-Nachfolge und stellten fest, dass vor dem Hintergrund des kaum existenten Gebrauchtwagenmarktes für das S3 Cabriolet eventuell doch ein Neuwagen das Mittel der Wahl sein müsste. Also sollten wir lieber mal finanzielle Rahmenbedingungen und Lieferzeiten klären, bevor wir am Ende eine Langzeitmiete zur Erhaltung der Mobilität eingehen müssten. Gesagt, getan: Wir fuhren zum insgesamt dritten großen Audi Zentrum dieser Region. Auch hier wartete ein misanorotes S3 Cabriolet fertig gebaut und prominent geparkt auf seine Erstzulassung, so dass wir weitere Impressionen gewinnen konnten. Außerdem wurden wir hier erstmals einigermaßen vernünftig behandelt – Neuwagenverkaufsverhätschelung eben. Ein wenig traurig war zwar, dass sich der Verkäufer eher für unseren TTRS und dessen potentiellen Nachfolger und weniger für unser derzeitiges Anliegen interessierte, aber dennoch verlief das Gespräch ansonsten vorbildlich. Rund 2h sprachen wir über Ausstattungsmerkmale, Farben, Lieferzeiten (weniger als drei Monate) und finanzielle Optionen. Dann verließen wir das Audi Zentrum mit gemischten Gefühlen und einer sehr schönen Informationsmappe unter dem Arm wieder. Interessant.

S3 Cabriolet in misanorot. Allrad, Automatik, 300PS. Nett.
Allrad, Doppelkupplung, 300PS. Nett.

Okay, jetzt kommt die Sache mit dem Fehler und dem ausbleibenden Lerneffekt.

Zwischen dem ersten Besuch im Audi Zentrum und der unverbindlichen Anfrage eines Neufahrzeugs vergingen rund zwei Wochen, in denen mir eine weitere Alternative als alltagstaugliches Cabrio einfiel. Statt aus Bayern sollte sie aus Baden-Württemberg kommen und zwei Kofferräume waren ja schon immer besser als einer: Ein Porsche Boxster parallel zum TTRS wäre doch richtig klasse. Also fuhren wir die wenigen Meter vom hiesigen Audi Zentrum zum Mekka aller Menschen mit erhöhter Affinität zu sportlichen Fahrzeugen, dem lokalen (mir bereits aus früheren Zeiten vertrauten) Porsche Zentrum. Man kann eine gediegene Atmosphäre, freundliches Personal, einen repräsentativen Showroom und zuvorkommende Verkäufer als Blendwerk oder unnötigen Tand betrachten, man könnte es aber auch als Wohlfühlatmosphäre bezeichnen. Je nach den persönlichen Präferenzen. Nach den für mich wirklich enttäuschenden Erfahrungen bei BMW und Audi in den letzten drei Jahren fühlte ich mich bei Porsche bereits nach wenigen Minuten so, als würde ich nach Hause kommen. Niemand hatte jemals wirklich die Absicht die Familie zu verlassen. Warum auch. Andere Mütter haben zwar auch Töchter, aber schön sind die nicht wirklich. There is no substitute und so .. wer es mal erlebt hat, weiß, dass es stimmt. Wer 30 Minuten nach einer Sitzprobe in einem A3 Cabriolet mal in einem Porsche Boxster (okay, zugegeben als GTS natürlich besonders attraktiv) Platz genommen hat, der weiß auch, dass beide Fahrzeughersteller nach wie vor Dimensionen voneinander trennen. Wenngleich ich es vermeide in meinen Beiträgen über finanzielle Aspekte zu schreiben, möchte ich doch darauf hinweisen, dass Audi für ein S3 Cabriolet in adäquater Austattung einen Listenpreis von ziemlich genau 60.000€ aufruft. Für einen attraktiven Boxster muss man ca. 70.000€ ansetzen (okay, für einen GTS ein wenig mehr) – wie viel einem die Differenz zwischen diesen beiden Optionen wert ist, muss sicherlich jeder für sich selbst herausfinden.

Ja, so ein Boxster GTS (hier in speedgelb) ist schon "nett"
Ja, so ein Boxster GTS (hier in speedgelb) ist schon „nett“

Fakt ist jedenfalls das Dani sich sofort extrem wohlfühlte im Boxster. Das Design, die Verarbeitung, die Haptik – das aktuelle Modell mit der internen Bezeichnung 981 ist schon wirklich ein großer Wurf geworden. Wir waren ja zuletzt mit dem Vorgänger, dem 987 Facelift, unterwegs und hatten daher für einige Jahre die Fühlung zu den Fahrzeugen aus Zuffenhausen verloren. Schnell kamen wir also in ein sehr interessantes Gespräch mit dem Verkäufer, dass einen zunächst etwas unkonstruktiven Verlauf nahm: Wir eruierten, welche Autos wir aktuell fuhren, wann wir planten diese abzulösen und welche Optionen aus unserer Sicht bestanden. Ursprünglich (damit greife ich natürlich vor) sollte der Mini schließlich dieses Jahr im Herbst abgelöst werden, bevor der TTRS dann (ohne akute Not) im Frühjahr 2016 weichen sollte. Nun ja .. dann passierte etwas Unerwartetes und neue Optionen ergaben sich.

Wieder dazugehören - wäre schon nett.
Wieder dazugehören – wäre schon toll.

Plötzlich befanden wir uns in einem angeregten Gespräch über einen neuen Porsche 911 Carrera. Zu schön um wahr zu sein? Doch ein Traum? Vielleicht aber auch eine ganz schön blöde Idee? Es war einer dieser Momente, die einen emotional ganz schön durcheinander bringen. Vor allem wenn man sich plötzlich mit Varianten konfrontiert sieht, die man so überhaupt nicht hat kommen sehen. Wir waren jedenfalls ziemlich lange im Porsche Zentrum, verließen es danach mit nur drei losen Blättern Papier, waren dann irgendwie noch Shoppen (viel habe ich nicht mitbekommen) und haben anschließend mehrere Stunden lang diskutiert, kalkuliert, abgewogen und wieder von vorn begonnen. Ich denke es hat weniger als 24h gedauert, bis wir die verschiedensten Optionen gegeneinander abgewogen und eine Entscheidung getroffen hatten. Konkret gesprochen, begab sich das verhängnisvolle Erstgespräch am 07.04.2015; zur Klärung weiterer Fragen war ich am 08.04.2015 nochmals vor Ort und unseren dritten Präsenztermin in Folge – dieses Mal zur Vertragsunterschrift – hatten wir dann am 09.04.2015. Länger hätte ich es auch nicht ausgehalten, denn Schlaf wurde so langsam Mangelware. Mini weg, TT bleibt, 911er her – ein gänzlich neues Konzept.

Lust auf 911? Definitiv..
Lust auf 911? Definitiv..

Das Gefühl nach etwas über drei Jahren wieder zur großen Familie Porsche, zu den vom gleichnamigen Virus infizierten Enthusiasten zurückzukehren, war sehr intensiv. Alte Bekannte wurden kontaktiert und schon fast vergessene Forenaccounts reaktiviert. Alte Fotos wurden gesichtet, Dokumentationen wieder rausgekramt und Treffen geplant. Es war irritierend auf dem heimischen Schreibtisch plötzlich eine Hochglanzmappe mit den entsprechenden Vertragsunterlagen (unterzeichnet übrigens ganz klischeehaft mit einem Kugelschreiber aus dem Hause Montblanc) vorzufinden. Das treffendste Adjektiv um diese Tage und Wochen zu beschreiben ist vermutlich „surreal“. Natürlich kann Ablenkung nie schaden, so dass wir einige Zeit damit verbrachten ein adäquates Kennzeichen auszusuchen (es gibt wahrlich unangenehmere Aufgaben, obgleich 911 und 991 ziemlich beliebte Zahlenfolgen im Hochtaunuskreis sind) und unsere Schlüsselbänder im Porsche Drivers Selection Store zu erneuern. Dann begann das lange Warten auf dem Weg herauszufinden, wie sich der Alltag mit einem seit 50 Jahre bestehenden Mythos so gestaltet.

Wie bzw. auf was unsere Wahl genau fiel, werde ich in einem separaten Beitrag näher vorstellen. An dieser Stelle möchte ich nur so viel sagen: Die ursprünglich avisierten 3 Monate von der Unterschrift bis zur Auslieferung konnten wir uns dann doch nicht mehr zumuten 😉

Mit dem Audi A6 Allroad nach Dänemark

Es ist dieses Gefühl von Freiheit, von Auszeit, davon etwas Außergewöhnliches zu tun, dass einen packt, wenn man zu später Stunde nach einem langen Arbeitstag irgendwo in Deutschland unterwegs ist. Bei wenig Verkehr, guter Musik, einsetzendem Sonnenuntergang und mit einem Kofferraum voller Gepäck stellt sich schnell die positive Vorahnung auf Urlaub, darauf ein paar Tage etwas ganz anderes zu sehen und zu tun, ein.

Urlaub am Horizont..
Urlaub am Horizont..

Dieses Jahr sollte uns unser kurzes Sommerintermezzo nach dreijähriger Pause erneut nach Dänemark zum Hochseeangeln führen .. und um einer eher anstregenden Reise im MINI John Cooper Works Roadster (spätestens nach 300km hat man das Gefühl, dass diverse Körperteile keinen Meter mehr sitzen wollen) oder unserem Audi TTRS zu entgehen und außerdem das notwendige Transportvolumen zur Verfügung zu haben, begaben wir uns nach reiflicher Überlegung in die Hände von Europcar. Da SIXT ja eher für seine Mietobjekte aus München bekannt ist (und wir diese ja schon zur Genüge bewegt haben) und andere Autovermietungen eher wenig spannend sind (persönliche Erfahrungen verbieten Hertz, Avis war von den Konditionen her nicht spannend, Enterprise in der avisierten Kategorie auch nicht) stellte sich der renommierte Anbieter aus Hamburg recht schnell als Favorit heraus.

Bei der Abwägung „Hoffnung auf Upgrade“ vs. Gewissheit entschieden wir uns letztendlich vor dem Hintergrund der vergleichsweise langen Mietdauer (10 Tage) für Gewissheit und buchten einen Audi A6 Avant oder ähnlich (LWAR). Wenige Stunden später wurde die Reservierung bestätigt und so begann das Warten auf den Beginn des Urlaubs und die Gewissheit darüber, welches Fahrzeug wir letztendlich erhalten würden. Mobilitätspuristen würden jetzt sicherlich sagen „Ist doch egal .. hauptsache irgendetwas Großes, mit dem man von A nach B kommt“ – aber diese Haltung konnte ich leider (?) noch nie in mir entdecken 😉 Also wurde fleißig gegoogled und heraus kam mehr oder minder die Gewissheit, dass es entweder ein relativ mager ausgestatteter A6, ein gut ausgestatteter A6, ein E-Klasse T-Modell oder – sozusagen im Best Case – ein A6 Allroad werden könnte. Telefonisch konnte uns die Station auch 24h vor Mietbeginn noch in keinster Weise weiterhelfen, so wir uns einfach überraschen lassen mussten.

Am Tag unseres Urlaubsbeginns ging dann alles ganz schnell: Arbeitstag beenden, noch kurz die letzten Besorgungen erledigen und dann schnell zu Europcar. Die Station war nahezu komplett leer gefegt, so dass im Prinzip sofort klar war, dass der einzige in Frage kommende Wagen auf dem Platz unser sein musste – ein schwarzer Audi A6 Allroad. Erster Kommentar von Dani: „Was für hässliche Felgen.“. Vor dem Hintergrund der möglichen Alternativen waren meine Gedanken zugegebenermaßen etwas positiver und so störten mich die Winterfelgen mit Winterreifen bei 26°C eher weniger. Rasch waren die notwendigen Formalitäten erledigt und bereits nach wenigen Minuten verließen wir den Parkplatz der Europcar Niederlassung. Schon nach dem Öffnen der Tür war klar, dass mit Ausstattung hier nicht gespart wurde. BOSE, Abstandstempomat, LED-Scheinwerfer, abblendbare Innen- und Außenspiegel, MMI+, Keyless Go, automatische Heckklappenbetätigung, Glasschiebedach, 3.0L TDI, Standheizung .. Herz was willst du mehr.

Unser Begleiter für den "Roadtrip"
Unser Begleiter für den „Roadtrip“

Beim Einparken in die heimische Einfahrt bemerkte ich anschließend das Vorhandensein der Rückfahrkamera – ebenfalls sehr hilfreich bei einem Fahrzeug mit diesen Abmessungen. An diesem Punkt muss ich übrigens gestehen, dass der Umstieg vom TT (mit Stronic) auf den A6 (ebenfalls mit Stronic) zumindest auf den ersten Metern ein wenig „spannend“ war. Beim Anfahren hatte ich das Gefühl, dass das Getriebe erst noch prüfen würde, ob es wirklich Lust darauf hatte sich in Bewegung zu setzen, während ich bei der ersten Bremsung spontan befürchtete, die Verzögerung würde gar nicht mehr einsetzen. Anders gesagt: das Fahrgefühl meines „Daily Drivers“ könnte kaum stärker von dem des A6 Avants abweichen. Diese doch recht irritierende (wenngleich nicht unerwartete) Erfahrung trat jedoch recht schnell in den Hintergrund; Fuß, Hand und Kopf gewöhnten sich an den Lastenesel.

Okay, ein wenig dramatisch - aber der Auftritt des Allroad ist durchaus bemerkenswert
Okay, ein wenig dramatisch – aber der Auftritt des Allroad ist durchaus bemerkenswert

Nachdem wir zu Hause angekommen sehr positiv von den Ladeeigenschaften des Ingolstädters überrascht wurden, konnte unser knapp 600km langer Trip zu ersten Zwischenstation (Laboe) auch bereits nach wenigen Minuten beginnen. Während wir es sonst gewohnt sind im Kofferraum und auf der Rücksitzbank unserer Autos Tetris zu spielen, bot der Allroad als einzige Herausforderung das selbst gesteckte Ziel die Rücksitzbank gänzlich unbenutzt zu lassen 😉 Keine 100km später lag die typisch hohe Verkehrsdichte des Rhein-Main-Gebiets hinter uns, so dass wir ein wenig mehr Zeit hatten uns mit den Details des Audis zu beschäftigen. Was wirklich sehr positiv auffällt, ist die hochwertige und optisch wie haptisch beeindruckende Verarbeitung des Innenraums (zumindest in der uns präsentierten Ausstattung). Alcantara wechselt sich mit angenehm zu berührendem Leder ab und bildet insbesondere im Bereich der Sitzmittelbahn eine nahezu ideale Grundlage für lange und entspannte Fahrten. Auch alle sonstigen Oberflächen sehen wertig aus und fühlen sich auch so an – hier haben die Fahrzeugbauer aus Ingolstadt ganze Arbeit geleistet. Das MMI-Bedienkonzept, ergänzend um die diversen Anzeigemodi im Kombiinstrument und die zugehörigen Lenkradtasten, mag nicht sofort intuitiv erscheinen, ist jedoch meiner Meinung nach schlüssig. Als Autobegeisterter habe ich mich sehr darüber gefreut hier viele neue Menüs, Einstellungen und Ansichten zu entdecken – wer einfach nur Fahren will, findet manche Dialoge vielleicht ein wenig zu überfrachtet.

Aufgeräumter Innenraum, wertige Verarbeitung
Aufgeräumter Innenraum, wertige Verarbeitung

Als Langstreckentransporter macht der Allroad seine Sache in jedem Fall exzellent: Geringe Innengeräusche in Kombination mit einer sehr bequemen Sitzposition führen zu geringer Ermüdung und vermitteln stets ein hohes Gefühl an Sicherheit. Dieses wird noch verstärkt, wenn man die zahlreichen Helfer wie Abstandstempomat (ACC), Totwinkelassistent und Spurhalteassistent (alles drei Funktionen, die ich zuvor noch nie in dieser Intensität testen konnte) aktiviert. Zwar wird das Lenkgefühl bei aktiviertem Lane Assist meiner Meinung nach extrem synthetisch (so stark habe ich mich jedenfalls selten an ein Computerspiel erinnert gefühlt) und auch recht gewöhnungsbedürftig, doch der subjektive Sicherheitsgewinn ist bemerkenswert. Je mehr man sich auf das System einlässt, desto faszinierter ist man, wenn der Audi den Fahrer ganz sanft, nahezu unmerklich dazu drängt dem Kurvenverlauf zu folgen – dies funktioniert insbesondere auf Autobahnen ganz fantastisch! Ein wenig anstrengend wird es allenfalls dann, wenn man dazu tendiert, auf einer für das System unerwünschten Position der Fahrbahn zu fahren (wenn man z.B. auf einer sehr breiten Autobahnspur tendenziell links der Mitte fährt – in diesem Fall muss man permanent etwas Kraft aufwenden, um den Wagen in dieser Spur zu halten).

Das obligatorische Reise-Selfie ;-)
Das obligatorische Reise-Selfie 😉

Den Totwinkelassistent (Side Assist) habe ich in dieser Form auch das erste Mal in Aktion erlebt – ihn würde ich tendenziell als weniger attraktiv einstufen. Zwar sind seine Anzeigen ebenfalls sehr deutlich wahrnehmbar und durchaus hilfreich, zumindest während unserer ca. 2300km mit dem Fahrzeug habe ich jedoch nicht soviel Vertrauen aufgebaut, auf den üblichen Schulterblick zu verzichten (was womöglich auch gar nicht vorgesehen bzw. empfehlenswert ist). Im Gegensatz zum Lane Assist und Abstandstempomat erfordert der Totwinkelwarner ein merkliches Umdenken um seine Vorteile vollkommen ausnutzen zu können – und das ist definitiv ein Prozess, den man in 10 Tagen nicht abschließen kann. Die Funktionsweise des besagten abstandsabhängigen Tempomaten gefiel mir hingegen wesentlich besser, obgleich man als Fahrer hier permanent zwischen „Nicht doch jetzt schon“ und „Ehm .. worauf wartest du?!“ pendelt. Sicherlich ist der konsequente Einsatz dieses Assistenzsystems ganz besonders gewöhnungsbedürftig (und zugleich sicherheitskritisch), weshalb man als Mann im Driver’s Seat womöglich nochmals kritischer hinterfragt und prüft. Es gab in jedem Fall diverse Situationen (insbesondere zähfließender Verkehr mit vergleichsweise geringen Geschwindigkeitsänderungen) in denen ich das ACC-Systeme sehr begrüßte, während es in anderen Momenten doch ein vergleichsweise hohes Maß an Anpassung des eigenen Fahrstils erfordert (z.B. wenn man auf der Autobahn recht frühzeitig die Spur wechseln muss, damit der Tempomat nicht beginnt hinter dem vorausfahrenden LKW einzubremsen). In jedem Fall bringt auch das ACC subjektiv ein zusätzliches Plus an Sicherheit – wenn es doch nur manchmal auch etwas mehr gleiten könnte (die armen Bremsen..).

Hier gut zu sehen: Das Optikpaket der Offroad-Variante
Hier gut zu sehen: Das Optikpaket der Offroad-Variante

Bei soviel Schwärmerei ist es augenscheinlich kein Wunder, dass wir unser Ziel wohlbehalten, guter Laune und nahezu top erholt erreicht haben (das nahezu könnte man bestimmt streichen, wenn Europcar sich dazu entschieden hätte auch noch die Sitzbelüftung und Massagesitze zu ordern). Nach einer erholsamen Nacht verbrachten wir einen tollen Tag im schönen Laboe (inklusive Besuch des Marine Ehrendenkmals), bevor wir am Abend die Weiterfahrt nach Dänemark antraten.

Nach einer kühlen Dusche am Strand war es ein herrliches Gefühl die Sandalen auszuziehen, in bequeme Turnschuhe zu schlüpfen und sich anschließend in den perfekt klimatisierten Innenraum des Audis zu kuscheln. Den uneingeschränkten Komfort dieser mobilen Behausung mussten wir auf dem Weg gen Norden nur noch ein weiteres Mal verlassen, denn trotz eines moderaten Verbrauchs von ca. 8,3l/100km und einer sehr guten Reichweite von deutlich über 800km war halt irgendwann ein Zwischenstopp zur Kraftstoffzufuhr erforderlich. Ansonsten ließen wir uns vom Klang des BOSE-Soundsystems begeistern (ehrlich, wenn das BOSE im TT doch nur so klingen würde..) bzw. bei fortgeschrittener Stunde von einem Hörbuch ablenken. Je dunkler es wurde, desto mehr erfreuten wir uns am Licht der LED-Scheinwerer, die ich in dieser Form ebenfalls noch nicht erlebt hatte. Um es kurz zu machen: Nett, ungewohnte Lichtfarbe, interessante Ausleuchtungsszenarien z.B. beim Abbiegen und Rangieren, aber insgesamt aus meiner Sicht kein Quantensprung wie von Halogen zu Xenon. Sehr spannend wäre in diesem Zusammenhang sicherlich ein ausführlicher Test eines Fahrzeugs mit Matrix LED-Scheinwerfern. Während der vergleichsweise entschleunigten Fahrt über die dänischen Autobahnen (hier hatte mein Cayman vor drei Jahren bereits seinen Verbrauchsrekord aufgestellt) hatten wir jede Menge Zeit uns mit den tiefsten Tiefen des MMIs zu beschäftigen. So entdeckten wir nun auch die vielfältigen Modi und Kombinationsmöglichkeiten selbiger um das hervorragende Luftfahrwerk, den Motor, das Getriebe und die Lenkung gemäß den Präferenzen des Fahrers zu parametrisieren – schon ziemlich verspielt 😉

Stilechte Ankunft am Ferienhaus - auch das kann der A6 Allroad sehr gut
Stilechte Ankunft am Ferienhaus – auch das kann der A6 Allroad sehr gut

Bevor ich mich an dieser Stelle der beruhigenden Wirkung Dänemarks und seiner wilden Strände und weichen Landschaft widmen (würde), bleibt eigentlich nur noch ein Feature im Detail zu thematisieren: Das Luftfahrwerk. Dieses kann mittels verschiedener Einstellungen – angefangen von dynamic über auto bishin zu „Allroad“ – hinsichtlicher seiner Dämpfungseigenschaften und seiner Höhe (!) verstellt werden. Das Kind im Manne kann also ganz fasziniert beobachten, wie sich der Horizont aus Sicht des Fahrers merklich bewegt, wenn vom „Dynamic“-Modus (wenig Bodenfreiheit) auf den „Allroad“-Modus (viel Bodenfreiheit) umgeschaltet wird. Diese Funktion konnte bisher weder das Luftfahrwerk in unserem 5er, noch (natürgemäß) das adaptive Fahrwerk in Cayman, Boxster oder TT bieten (die Fahrwerke der drei letztgenannten verstellen sich schließlich „nur“ hinsichtlich der Härte und dies mittels spezieller Dämpfer). Kaum ist der faszinierende Vorgang nach wenigen Sekunden beendet, passt der Allroad noch besser zu seinem bulligen, hervorragend verarbeiteten Bodykit und wird dann auch seinem Namen (zumindest ansatzweise) gerecht. Den Überblick und die Weitsicht eines Touaregs vermittelt der Avant aus Ingolstadt jedoch auch in diesem Modus (mit Hinblick auf die Höhe der Sitzposition) übrigens nicht; der Einstieg wird jedoch sehr bequem.

In der Standardeinstellung des Fahrwerks wirken die Reifen wirklich etwas verloren im Radkasten
In der Standardeinstellung des Fahrwerks wirken die Reifen wirklich etwas verloren im Radkasten
So sieht es aus, wenn das Fahrwerk seine maximale Höhe eingenommen hat
So sieht es aus, wenn das Fahrwerk seine maximale Höhe eingenommen hat

Außer den bereits intensiv geschilderten, positiven Erfahrungen, bleiben einige kleinere Mängel: Das Keyless Go-System mochte den Schlüssel manchmal nicht sofort erkennen (geschenkt), zwei Mal sprang der Motor beim Betätigen des Start-Stopp-Knopfes nicht an, einmal stotterte der Motor die ersten zwei  bis drei Sekunden heftig bei ca. 500 Umdrehungen / Minute (wenig vertrauenserweckend) und um 22:30 Uhr auf einer einsamen Autobahn in Dänemark meldete der Bordcomputer: Öl nachfüllen, Weiterfahrt zur Werkstatt möglich. 65km später und 255,95 dänische Kronen ärmer war dieser Missstand behoben (hier sehe ich das Versagen eher bei Europcar, welches den Betrag entgegen der Absprache mit der Hotline und der Station übrigens auch noch nicht korrekt erstattet hat). Ein wenig irritierend fand ich zudem den Umstand, dass man beim Parken stets manuell den Wählhebel der Automatik auf „P“ stellen muss – beim 5er geschieht dies automatisch, wenn man bei getretener Fußbremse den Motor stoppt. Dafür muss man beim Münchener Modell Autohold nach jedem Start aufs neue aktivieren – der Audi ist hier wesentlich intelligenter 😉

Kurz vor der Rückgabe - hier schon wieder in Bedrängnis durch Danis Spaßmobil ;-)
Kurz vor der Rückgabe – hier schon wieder in Bedrängnis durch Danis Spaßmobil 😉

Insgesamt war unser (am Ende nur) 9 tägiger Roadtrip mit dem A6 Allroad eine tolle Erfahrung. Das Auto hat alle meine Erwartungen erfüllt bzw. sogar übertroffen und es war schön die ausführliche Gelegenheit zu haben, so viele für mich neue Assistenzsysteme auszuprobieren. Als Lastenesel leistet der Audi Großes (vor allem auch mit Hinblick auf die Variabilität des Kofferraums und dank cleverer Details wie dem verschiebbaren Gepäcknetz) und gibt einem stets das Gefühl souverän, sicher und unglaublich komfortabel unterwegs zu sein. Haptisch ist er meiner Meinung nach auf Augenhöhe mit dem BMW 5er; beim Fahrgefühl liegt der A6 meiner Meinung nach sogar vorn. Vom ersten Meter an fühlt man sich wohl und innerlich entschleunigt, obgleich man definitiv zügig vorankommen kann. Subjektiv fand Dani die 258PS unseres 530d ein wenig spritziger, was jedoch auch am höheren Gewicht des Allroads liegen kann. Im Vergleich zu meinem Daily Driver war der A6 insbesondere ab ca. 150 km/h recht träge, aber dies ist mit Hinblick auf das Fahrzeugkonzept wohl normal und Jammern auf hohem Niveau. Auch unseren Extremtest (1100km in 10:30h) hat der Audi erfolgreich gemeistert – wir waren so erholt, dass wir fast nochmal losgefahren wären 😉

Abendstimmung mit wuchtigem Chromgrill
Abendstimmung mit wuchtigem Chromgrill

Schlussbemerkung (für alle, die auf etwas mehr Input zu Dänemark gewartet haben): Ich empfehle einen Trip nach Langeland bei konstant viel Sonnenschein, seichtem Wind und Temperaturen um 25°C. Hochseeangeln, Geocachen, Strandspaziergänge, Multicopter fliegen und vor allem das hervorragende dänische Eis garantieren erholsame Stunden 😉 Dies vermag trotzdem nicht darüber hinweg zu täuschen, dass ich beim Angeln ein weiteres Mal nur erster Verlierer wurde 😉

Weitere Eindrücke des Autos gibt es hier: Klick.

Weitere Impressionen unseres Dänemark Urlaubs dort: Klick.

TTRS: Vom akustischen Gestaltungsspielraum der Sport-Abgasanlage

Die ersten Kilometer mit unserem „neuen“ TTRS führten uns direkt zu meinen Eltern, wo wir nach den anstrengenden Wochen des Fahrzeugkaufs endlich mal ein paar Tage ausspannen wollten. Gleichzeitig hatte ich mich noch vor der Unterschrift für den Kauf des Fahrzeugs mit der Steuerung der Sport-Abgasanlage und etwaigen Optimierungsmöglichkeiten beschäftigt.

Bevor es jedoch überhaupt soweit kam haben wir übrigens beim Händler vor Ort intensiv einen TTRS mit Sport-Abgasanlage und ein Exemplar ohne jenes Extra zum Vergleich gehört. Auch diese Diskussion wird in den Foren dieser Welt ja intensiv geführt und ist sicherlich bei den meisten Verkaufsgesprächen immer wieder ein Thema. Spätestens nach einem direkten Vergleich werden jedoch sicherlich 99% der Kaufinteressenten sehr sicher in der Entscheidung sein, die 1000€ Mehrpreis sinnvoll zu intensivieren. Falls nicht sowieso die Nachrüstung eines entsprechenden Zubehörteils geplant ist, kann ich die Anlage bisher nur ebenfalls wärmstens empfehlen: Nicht zu aufdringlich, sehr variabel, mit voller Werksgarantie, optisch ansprechend und stimmig im Klang.

Ein kleines Stimmungsfoto zur Einleitung
Ein kleines Stimmungsfoto zur Einleitung

Doch zurück zu unserem ersten Wochenende. Als wir also nach der knapp 7h langen Fahrt endlich am Ziel eintrafen, warteten bereits verschiedenste Pakete auf uns, denen wir uns am Samstagvormittag intensiv widmeten. Zum Hintergrund: Glücklicherweise verfügt unser TTRS über die oben erwähnte Sport-Abgasanlage. Allerdings gibt es an dieser Stelle einen recht großen Nachteil, da der Sportmodus des Auspuffs über den Sport-Button in der Nähe des Schalthebels gesteuert wird. Dies ist zwar grundsätzlich praktisch, stellt sich jedoch als unglückliche Lösung in Kombination mit dem adaptiven Fahrwerk (Magnetic Ride) und dem Automatikgetriebe (S-Tronic) unseres RS‘ heraus. Anders gesagt, gibt es nur zwei Extreme: Bretthartes Fahrwerk, späte Schaltpunkte, frühes Runterschalten und guter Sound, oder: Vollkommen alltagstaugliches Setup, aber keine optimale Ausnutzung der soundtechnischen Möglichkeiten.

Nehmen wir den roten Draht oder den schwarzen? Danke Papa, für die fachmännische Unterstützung!
Nehmen wir den roten Draht oder den schwarzen? Danke Papa, für die fachmännische Unterstützung!

Die in den einschlägigen Foren am meisten angewendete Lösung zur Adressierung dieser Thematik sieht das Abziehen eines Schlauchs an der Abgasanlage vor, wodurch die dort verbaute Klappe nicht mehr schließt. Nicht mehr schließen heißt hier jedoch gar nicht mehr schließen, was ich insbesondere in der Kaltlaufphase des Wagens (rund 1500 Umdrehungen/Minute) als recht unangenehm und sehr inkompatibel zu etwaigen Nachbarn empfinde. Ferner hat man so nie die Möglichkeit ggf. korrigierend einzugreifen, wenn einen das Dröhnen vielleicht doch mal nervt oder man aus sonstigen Gründen einen leisen Auftritt präferiert. Ich habe mich daher intensiver mit einer alternativen Lösung beschäftigt, bei der die Klappensteuerung über eine kleine Fernbedienung modifiziert wird.

Scherzhaft aufgezeichneter Masterplan inklusive peinlichem Schreibfehler - ein Original halt
Scherzhaft aufgezeichneter Masterplan inklusive peinlichem Schreibfehler – ein Original halt

Man nehme: Einen 12V KFZ-Funkschalter, ein Umschaltrelais, ein paar Kabel, ein paar Steckschuhe und rund 1h Zeit – fertig ist die fernbedienbare Soundsteuerung. Hierzu muss im Wesentlichen lediglich ein Kabel im Kofferraum in der Nähe der Rückleuchte unterbrochen werden (schwarz-grün), was nach Entfernung der linken Seite der unteren Schaumstoffverkleidung sehr leicht auffindbar ist (die Entnahme des Formteils erfordert ein kurzes Drücken und Ziehen, ist aber kein Problem). Anschließend werden die beiden unterbrochenen Enden des Kabels mit dem Relais verbunden, welches wiederum vom Funkschalter angesteuert wird. Letzterer kann direkt mit der Batterie verbunden werden und wird zudem über eine separate Sicherung abgesichert. Um etwaigen Batterieverbrauch bei langer Standzeit zu vermeiden, kann diese Sicherung ggf. schnell und unkompliziert gezogen werden.

 

Blick auf den fragwürdigen Kabelbaum
Blick auf den fragwürdigen Kabelbaum

Steuert das Funkmodul das Relais nicht an (bzw. versorgt dieses nicht mit Spannung), funktioniert die gesamte Klappensteuerung daher 100% wie beim Serienfahrzeug: Sport-Modus aus für normalen Sound, Sport-Modus an für ein Öffnen der Klappe (bei den vorgesehenen Geschwindigkeitsbereichen). Wird nun aber das Relais via kleiner, dezenter Fernbedienung unter Strom gesetzt, unterbricht dieses die Ansteuerung des Magnetventils und die Klappe im Auspuff geht sofort auf. Umschalten kann man grundsätzlich jederzeit und in jedem Zustand binnen weniger Augenblicke – sehr angenehm. Auf Basis dieser Lösung kann also stets die gewünschte Klappenfunktion hergestellt werden, ohne dass die sonstigen Effekte des Sport-Modus ebenfalls greifen.

 

Montiertes Funkmodul nebst Relais
Montiertes Funkmodul nebst Relais

Was man in jedem Fall beachten sollte, ist der Leistungsbedarf des Relais. Sollte dieses dauerhaft versorgt werden (z.B. um die Klappe einfach immer offen zu lassen), würde ich hier tendenziell Schwierigkeiten hinsichtlich einer Schwächung der Batterie sehen. Ergo: Auto für längere Zeit aus, heißt in jedem Fall auch Funkschalter via Fernbedienung auf aus schalten. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, könnte man das Funkmodul natürlich mit Zündungsplus versorgen. Wer aber schon mal einen Kaltstart mit offener Klappe gehört hat und nicht im Umkreis von 100m allein auf weiter Flur wohnt, wird das Relais vermutlich sowieso nicht ständig auf „An“ lassen wollen.

Links: Fernbedienung für Funkmodul; Rechts: Akku Taschenlampe, die mich schon seit 10 Jahren begleitet (ungelogen!)
Links: Fernbedienung für Funkmodul; Rechts: Akku Taschenlampe, die mich schon seit 10 Jahren begleitet (ungelogen!)

Mit Hinblick auf verschiedene Aspekte wurde diese Lösung natürlich nur auf Privatgrund getestet anschließend sofort wieder ausgebaut.

Nach dieser kleinen Basteleinlage – bei allerschönstem Herbstwetter – ließen wir dann auch Auspuff mal Auspuff sein, und schwangen uns endlich mal wieder auf die Räder. Begleitet von unerwartet kräftigem Sonnenschein ging es auf eine schöne Runde rund um Quedlinburg, bei dem wir uns nach den vielen langen Stunden des Sitzens am Vortag endlich mal wieder auspowern konnte 😉

Herbstfreuden in der Natur
Herbstfreuden in der Natur

Nebenbei sammelten wir auch noch 20 Geocaches ein und lernten erneut eine Ecke unserer Heimat kennen, die wir so gar nicht gesehen hatten. Insgesamt also ein tolles erstes Wochenende mit dem TTRS – mit ein wenig Basteln und viel Natur. Die Rückfahrt gen Oberursel verlief übrigens erfreulich unkompliziert bei einem neuerlichen Durchschnittsverbrauch von knapp unter 10l/100km.

Dani (ohne Cape)
Dani (ohne Cape)

Herz schlägt Verstand. Erneut. Hello, Audi TTRS

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich an dieser Stelle von unserer Anschaffung des fahrdynamischen Duos MINI John Cooper Works Roadster und BMW 530d Limousine berichtet. Ich habe die Vorzüge dieser Konstellation beschrieben und hatte das Gefühl (die Hoffnung?) die ideale Kombination aus Spaß, Vernunft, Luxus und Alltagstauglichkeit gefunden zu haben.

Ich habe mich geirrt.

Nicht geirrt in den Autos, ihren Eigenschaften, ihren Vorteilen oder ihren Eigenheiten, sondern geirrt in meiner Fähigkeit Attribute wie Langstreckentauglichkeit, Ladevolumen, Innengeräusche und soziale Akzeptanz zu schätzen. Ich will an dieser Stelle auf gar keinen Fall sagen, dass der 5er ein schlechtes Auto ist oder war (mal abgesehen von meinen katastrophalen Erfahrungen mit dem BMW Service, dem vor allem in Kurven deutlich spürbaren, hohen Gewicht des 5ers und seiner Präferenz Bremsbeläge zum Frühstück zu verschlingen), doch er passte einfach nicht zu mir. Nach einigen Monaten der Freude über das „erhabene“ Fahrgefühl wich diese einer steten Frustration über die querdynamische Trägheit der Limousine, und ihre kühle Ausstrahlung von Gediegenheit und Seniorität wollten einfach keine Emotionen bei mir wecken.

Audi TT, Porsche Cayman, Porsche Boxster, BMW5er .. in jedem Assessment-Center wohl eine dankbare Reihe aus dem Abschnitt „Finde den Fehler“. So ertappte ich mich immer mal wieder dabei die einschlägigen Fahrzeugbörsen nach möglichen Folgekandidaten zu durchsuchen und ein Fahrzeug zu finden, dass ein wenig besser zu mir passen könnte. Sportlich sollte es sein, zwei Sitzen würden im Prinzip völlig ausreichen und eine uneingeschränkte Wintertauglichkeit lagen mir am Herzen. So leid es mir tat und tut fielen daher (zumindest für mich .. und auf Basis meiner ganz individuellen Erfahrungen) die Modelle aus Zuffenhausen durch das Raster. Die einzig mögliche Option wäre hier ein 911 4(S) gewesen (okay, ein Turbo ginge auch noch ;-)), für den ich mich aber zumindest zur Zeit noch ein wenig zu jung fühle. Da die Option „reiner Drittwagen“ für mich ebenfalls ausgeschlossen war und ist und wir mit dem MINI als Roadster für den Sommer absolut glücklich sind, schärfte sich das Zielbild immer weiter. Irgendwann hatte ich einen glutorangenen Audi S3 im Blick und dachte: Geile Farbe, aber sonst vorbei am Ziel. Und dann war die Zieldefinition plötzlich gefunden: Ein oranger Audi TTS sollte es werden. Zwar waren wir bei diesem Modell ja schon mal – und so ganz top frisch ist es auch nicht mehr – aber sonst kamen hier eigentlich alle Wunscheigenschaften zusammen. Glücklicherweise war auch Dani von der Idee recht angetan und so begann ein über mehrere Wochen hinweg mal mehr, mal weniger intensiver Prozess des Grübelns und Zweifelns.

Mitte September erreichte die Diskussion dann ein neues Level, als ich ganz unverhofft beim Durchschauen noch unvernünftigerer Autos DIE Zieldefinition entdeckte. Meine gesamte Aufmerksamkeit galt plötzlich einem Fahrzeug, dass ich zuvor stets als „Wäre schon toll, aber können wir nicht machen“ abgetan hatte. Weiß (grau) außen, Weiß (beige) innen, dazu viel Leder und Alcantara drumherum und eine sonstige Ausstattungsliste, die kaum Wünsche offen ließ. Das Gesamtpaket hörte auf den Namen Audi TTRS und lockte neben seinen 340PS aus außergewöhnlichen 2,5 Litern Hubraum und fünf Zylindern mit einem gewissen Understatement, welches das Fahrzeug auch für den eingeschränkten Kundenalltag interessant machte. Die Fantasien ob eines knalligen Spaßmobils wichen denen eines dezenten Sportlers, der im Gegensatz zum TTS recht modern unterwegs ist (S-Tronic Doppelkupplungsgetriebe mit 7 Gängen) und niemals den Gedanken „wieder nur ein vier Zylinder“ aufkommen lassen sollte.

Präsent, energisch, präzise. TTRS
Präsent, energisch, präzise. TTRS (die Kennzeichenauswahl hat übrigens ewig gedauert)

Schlagartig intensivierten wir die Bemühungen dem 5er möglichst rasch ein neues Zu Hause zu vermitteln und eine anstrengende Zeit begann. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, möchte ich an dieser Stelle nur zusammenfassend sagen: Zum Glück wurde alles ziemlich schnell ziemlich gut. So trennte uns eigentlich nur noch eine Entfernung von schlappen 460km einfacher Distanz von einer Probefahrt, die das Potential hatte in einer großartigen Entscheidung zu münden. Dank intensiver Unterstützung von Dani stürzten wir uns dann auch Hals über Kopf in dieses Abenteuer und standen an einem Dienstagmittag endlich vor unserem Wunschfahrzeug. Das Wetter meinte es besonders gut mit uns (…) und so durften wir bei wechselnd intensiven Regenschauern die Vorzüge des Allradantriebs ein weiteres Mal bewundern. Nachdem also die letzte Telefonkonferenz des Tages bewältigt war, machten wir mit dem suzukagrauen Renner die Straßen um Passau unsicher. Dabei reichte schon eine knappe Stunde um herauszufinden, was wir eigentlich schon wussten: Der TT wird (auch als RS) niemals die Emotionen, den Purismus, das Charisma und die Authentizität eines Porsche erreichen oder vermitteln. Aber als Begleiter für den Alltag, bei Regen, bei Schnee, in der Stadt und bei Kundenterminen erledigt er einen exzellenten Job. Er bietet eine außergewöhnlich gute Übersicht, ein fast schon synthetisch-einfaches Fahrgefühl und ein (für Sportwagen-Verhältnisse) hohes Maß an Komfort. In der RS-Version hat er jedoch auch das, was mir an unserem „ersten TT“ am meisten gefehlt hat: Leistung, Sound, Souveränität und ein gewisses Maß an Prestige. Durch die Sportabgasanlage mit schaltbarer Klappe ergibt sich darüber hinaus die Möglichkeit je nach Laune, Situation und Tagesform die passende akustische Kulisse zu generieren, was ich – in Kombination mit dem beeindruckenden 2,5L-Triebwerk – als fast schon ideal bezeichnen würde. Das uns auch der Alcantara-Dachhimmel, die genialen Schalensitze, die Carbon-Außenspiegel und das außergewöhnliche Bicolor-Leder überzeugt haben, sei an dieser Stelle nur am Rande erwähnt 😉

So fiel die Entscheidung für den TTRS schneller als erwartet und deutlicher als zuvor gedacht. Wenige Stunden nach der Probefahrt war der Kaufvertrag unterschrieben (ein eigenartiges Gefühl, wenn die Autobörsen dieser Welt plötzlich melden „Dieses Angebot ist leider nicht mehr verfügbar“) und keine neun Tage später war auch schon der Tag der Abholung erreicht.

Die einzige bildhafte Erinnerung der Probefahrt .. muss der Vollständigkeit halber gezeigt werden
Die einzige bildhafte Erinnerung der Probefahrt .. muss der Vollständigkeit halber gezeigt werden

 

Das ging schneller als gedacht..
Das ging schneller als gedacht..

In bester Tradition begann der „Tag der Tage“ bereits deutlich vor Sonnenaufgang um 4:30 Uhr – so schlichen wir mit ganz kleinen Augen und schweren Koffern wenige Minuten später los in Richtung S-Bahn.

 

Zu früh? Für eine Fahrzeugabholung niemals!
Zu früh? Für eine Fahrzeugabholung niemals!

Von dort aus ging es kurze Zeit später mit der ungewohnt pünktlichen Bahn in Richtung Frankfurt, wobei Dani augenscheinlich nicht der müdeste Fahrgast war 😉 Angekommen am Hauptbahnhof gab es dann auch endlich Frühstück (es wurde auch wirklich Zeit!), bevor wir nach dieser kurzen Stärkung auch schon in „unserem“ ICE Platz nehmen durften. Als konsequenter Bahn-Verweigerer war ich über die großzügigen und komfortablen Sitzplätze in der ersten Klasse sehr positiv überrascht und kam schnell zu dem Urteil, dass wir es für die nächsten vier Stunden hier aushalten könnten. Ungewohnt pünktlich setzte sich der Zug dann auch gegen 06:22 Uhr von Frankfurt aus in Richtung Passau (bzw. Wien) in Bewegung – bis hier hin lief also alles nach Plan und ohne jeglichen Anlass zur Kritik.

Ein akzeptables Mittel der Anreise
Ein akzeptables Mittel der Anreise

Als wir Minute um Minute das Gewirr der Rhein-Main-Metropole hinter uns ließen, konnte ich mich endlich auch dazu motivieren mein Notebook aus der Tasche zu kramen und mich von der mangelnden Eignung des in den Vordersitz integrierten Klapptischs als Arbeitgrundlage überzeugen. Als dann auch noch die Verbindung des Laptops mit dem nicht vorhandenen Hotspot fehlschlug, freute ich mich umso mehr über die direkt unter dem Sitz befindliche Steckdose – so versorgt sollte mein iPhone im Notfall einige Stunden als Quelle einer Internetverbindung herhalten können. Während so langsam die Sonne aufging und die nebelverhangene Landschaft an uns vorbeizog (vorbei sausen wäre bei maximal 127 km/h wohl übertrieben), konnte ich also sogar ein wenig produktiv sein – prima. Rund 2h vor Passau ließ sich dann eine gewisse Aufregung nicht mehr leugnen. Letztendlich hatte ich zwar schon längere Zeit an der Ablösung des 5ers rumgetüftelt, doch die eigentliche Umsetzung dieses tollkühnen Plans erfolgte ja dann doch sehr kurzfristig und binnen weniger Tage.

Ich - leicht nervös
Ich – leicht nervös

Um keinen zu perfekten Eindruck bei uns zu hinterlassen und die Vorteile der ersten Klasse hervorzuheben, hatte sich die Bahn dann doch noch etwas einfallen lassen. Während zu Beginn unserer Reise nur vier hygienische Einrichtungen mit mehr oder minder freundlichen Hinweisschildern gesperrt waren, waren es ab Regensburg mindestens acht. So mussten wir also von unserem Sitzplatz ganz vorn bis zum nächsten WC ganze fünf Waggons durchwandern, welche in der Zwischenzeit prall gefühlt mit nur bedingt glücklichen Menschen waren. Ich frage mich, wie sich die Bahn solche Zustände im Hochsommer und bei erhöhtem Flüssigkeitsbedarf vorstellt.. Letztlich erreichten wir unser Ziel wohlbehalten und mit nur – fast schon lächerlichen – 10 Minuten Verspätung. Augenblicke später war das Autohaus kontaktiert und nach wenigen Minuten saßen wir in einem A5 Sportback mit Fahrtrichtung TTRS.

Etwas überraschend steuert unser Verkäufer die Limousine jedoch nicht gen Audi Zentrum sondern zu einem etwas abgelegeneren Außenstandort. Dort fand ich ein weiterer Glaskasten in dem nach Bekunden des Autohauses die Neuwagenanlieferungen erfolgen und die Fahrzeuge für Ihre Übergabe an den zukünftigen Besitzer vorbereitet werden. Schon von draußen konnten wir den frisch aufbereiteten, suzukagrauen TTRS sehen, der (wie bei der Werksabholung auch) mit ausgefahrenem Spoiler auf uns wartete. Er befand sich dabei in guter Gesellschaft, parkte doch direkt daneben ein werksneuer RS6 mit reichlich vielen Carbon-Extras. Nach einer kurzen Besichtigung des hervorragend aufbereiteten Wagens startete der übliche Unterschriften-Marathon, welcher jedoch – genau wie die restliche Abholung – sehr entspannt ablief. Nachdem alle Signaturen geleistet waren, gab es dann zu meiner großen Überraschung noch recht viele Dreingaben zum Auto. Mit zwei Kulis, zwei Schlüsselanhänger, einer Audi-Thermoskanne, einem Audi-Regenschirm, einem Audi-Faltkorb, einem Satz Gummifußmatten für den Winter und einem Blumenstrauß nach Wunsch für Dani (inklusive Transportvorbereitung) stellte das Audi Zentrum Passau und unser Verkäufer einen neuen Rekord auf. Auch insgesamt war ich sehr positiv überrascht vom Gebrauchtwagenkauf und kann festhalten, dass dieser (für mich ganz individuell) angenehmer als die Werksabholung in Ingolstadt ablief und auch die Erfahrungen mit Porsche, BMW und MINI mehr oder weniger stark in den Schatten stellte. Bevor wir mit dem neuen (vollgetankten) Spaßmobil in Richtung Wochenende aufbrechen konnten, galt es noch kurz dieses aus der Abholungshalle zu manövrieren (das Angebot den Verkäufer dies tun zu lassen, lehnte mein männliches Ego ab), was glücklicherweise recht problemlos klappte. Nach ein paar mal Vor und Zurück, ein wenig Quitschen, einem letzten netten Händedruck hieß es schließlich „Start frei“ und so rollten wir auf den 19″ großen, pulverbeschichteten Rotor-Felgen auf zu neuen Ufern.

Dani macht es sich heimisch
Dani macht es sich heimisch

Unsere Reise endete bereits nach weniger als einem Kilometer, da unsere mitgebrachten Utensilien erst noch verstaut werden wollten. Schnell fand mein Kenu Airframe (abnehmbare iPhone-Halterung – sehr zu empfehlen) ein neues zu Hause und auch die sonstigen Utensilien wie Sonnenbrille, Parkuhr, Eiskratzer, Garagentoröffner und co waren zügig verstaut. So präpariert starteten wir unsere 560km lange Reise in Richtung elterlicher Heimat. Sicherlich gibt es spannendere Details als den vielen zähfließenden Verkehr, die Umleitungen, die Schleicher und alle sonstigen „Störungen“, die dafür sorgten, dass unsere Odyssee fast 7h dauern sollte, weshalb ich an dieser Stelle weitere Ausführungen unterlasse. Die wichtigsten Details waren jedoch: 9,6l Durchschnittsverbrauch, betörender Sound in allen Geschwindigkeits- und Drehzahlbereichen, sehr souveränes Fahrgefühl auch bei höheren Geschwindigkeiten und eine definitiv intensiv geprüfte Langstreckentauglichkeit der Schalensitze.

Das Cockpit - schlicht, aber gut verarbeitet (iPhone-Halterung: Siehe linke Düse)
Das Cockpit – schlicht, aber gut verarbeitet (iPhone-Halterung: Siehe linke Düse)
Auch nach einem langen Tag ist Dani gewohnt gut drauf. Schön auch das Bicolor-Leder und die Prägung in den Schalensitzen
Auch nach einem langen Tag ist Dani gewohnt gut drauf. Schön auch das Bicolor-Leder und die Prägung in den Schalensitzen

Das sicherlich faszinierendste Gefühl am TTRS ist seine Leistung in Kombination mit dem Geräuschniveau und dem völlig unaufgeregten Fahrgefühl. Ich glaube noch kein Fahrzeug bewegt zu haben, dass so satt auf der Straße liegt und dabei trotzdem – binnen weniger Momente – eine wahre Leistungsexplosion entwickeln kann. Insbesondere wenn die S-Tronic unter Last nahezu unmerklich, aber umso stärker hörbar die Gänge wechselt, fühlt man sich wie als Passagier in der Schaufel eines Katapults. Wie ich bereits erwähnte: Weniger emotional als in einem Porsche, aber dafür sehr beherrschbar und sehr unaufgeregt. Auch sonst wirkt das gesamte Auto „geschliffen“ (weshalb manchem auch einige Emotionen fehlten dürften): Die Lenkung bietet bei geringen Geschwindigkeiten eine hervorragende Leichtgängigkeit, bei höheren Geschwindigkeiten eine gute Rückmeldung, das Bremspedal entspricht den Erwartungen an ein ganz normales Fahrzeug, der Innenraum überrascht weder mit tiefer Sitzposition, noch mit übertriebener Enge oder lauten Außengeräuschen. Bei Tempo 170 gleitet die Landschaft vorbei, während Beifahrerin und Fahrer sich ganz entspannt und bei normaler Lautstärke unterhalten können – letzterer freut sich nebenbei über die extreme Spurtreue des Sportlers aus Ingolstadt. Was mir – auch nach mittlerweile knapp 2000km im TTRS – sehr gut gefällt, ist dessen Facettenreichtum. Humanes Mitschwimmen auf der Autobahn (Verbrauch: 9,1l/100km) ist genauso möglich, wie ein leicht extrovertierter Zwischenspurt, begleitet vom gierigen Sound des Turbotriebwerks (Verbrauch 11l+). Beide „Extreme“ liegen stets nur ein paar Centimeter Pedalweg auseinander und bieten absolut faszinierende Gestaltungsmöglichkeiten: Wenn man beim Auffädeln auf die Autobahn (im fünften Gang; Motor bereits akustisch gut wahrnehmbar) denkt: „Nett .. aber ein bisschen mehr Leistung wäre grad schon gut“ und dann mit einem entschiedenen Druck den Kick-Down auslöst, hat man Gefühl, als würde nochmals eine weitere Leistungsstufe gezündet. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet dann binnen weniger Augenblicke abermals herunter, Momente später wird der sprichwörtliche Tritt ins Kreuz vom dumpfen Gröhlen aus den zwei ovalen Endrohren begleitet und das Coupe kennt nur eine Richtung: Vorwärts.

Suzukagrau, schwarze Rotor-Felgen - was braucht man(n) mehr
Suzukagrau, schwarze Rotor-Felgen – was braucht man(n) mehr

Nachteile? Gibt es natürlich .. wie bei jedem Auto. Wenn man das BOSE-System ganz leise stellt, hört man, wie der Gurt lustig mit dem Bicolor-Leder kuschelt und leicht knarzende Geräusche von sich gibt (okay, in der Kiste ist aber auch sehr viel Leder verbaut .. und die Gurtschnalle meines Caymans hat lauter gequietscht). Auch das nicht mehr ganz frische MMI Navigation Plus (RNS-E) dürfte durchaus ein Update mit Internetanbindung usw. vertragen – aber es wirkt trotzdem nicht zu antiquiert und tut seinen Dienst nach wie vor sehr gut. Es kann sogar einige Dinge um Lichtjahre besser als mein 5er – man kann es zum Beispiel wenige Sekunden nach dem Einschalten sofort benutzen und sogar die Sprachdialogsteuerung ist dann schon gesprächsfreudig. Auch die relativ geringe Reichweite ist nicht unbedingt ein Pluspunkt des Fahrzeugs, wobei ich hier eher das geringe Tankvolumen und weniger den Kraftstoffverbrauch bemängele. Auch das HUD des 5ers und eine optische Anzeige des PDC-Systems fehlen mir ein wenig .. aber dies ist in Summe zu verkraften.

Schlüsselanhänger aus Carbon - lang gesucht und richtig entschieden (außergewöhnlich leicht)
Schlüsselanhänger aus Carbon – lang gesucht und richtig entschieden (außergewöhnlich leicht)
Zum Schlüsselanhänger passende Echtcarbon-Außenspiegel (original Audi)
Zum Schlüsselanhänger passende Echtcarbon-Außenspiegel (original Audi)

Denn was bleibt ist der Sieg des Herzens über den Verstand – ein weiteres Mal. Es ist die Freude an der kompakten, stämmigen Form, an dem präsenten (aber doch variablen) Sound, an den faszinierenden Fahrleistungen, an der tadellosen Verarbeitung des Innenraums inklusive sündhaft teurem Alcantara-Dachhimmel, an hübschen Details wie den Carbon-Außenspiegeln und an der inneren Überzeugung im richtigen Auto zu sitzen. Das dies nichtso ganz falsch sein kann, bestätigen wohl auch die ab und an „Daumen hoch“ zeigenden Mitmenschen – die soziale Kompatibilität des Fahrzeugs scheint daher ein weiterer Pluspunkt.

Schnörkellos und elegant in den Sonnenuntergang
Schnörkellos und elegant in den Sonnenuntergang

Demnächst an dieser Stelle mehr dazu, ob mein RNS-E vielleicht doch Tempolimits anzeigt, wie ich die Herrschaft über den Klappenauspuff zurückgewonnen habe und über die lange Suche nach passenden Winterrädern .. hoffentlich jedoch keine Beiträge über etwaige Schwächen der Bremsanlage.

Weitere Impressionen gibt es in der Galerie: Link.

Back in town (time?): Wochenendtrip nach Stuttgart

Die Hitzewelle vorbei, das Unwetter überstanden, eine lange Woche neigte sich dem Ende zu .. also kam es bei einem ausgedehnten Feierabendspaziergang, wie es kommen musste: Die Diskussion der Pläne für das Wochenende kam auf.

Mit Hinblick auf die nahezu optimalen Wetterverhältnisse und zusammen mit einem gewissen Fernweh stand schnell die Königsfrage im Raum (auf dem Feldweg) – Stuttgart oder Trier? In Trier haben wir schon einmal ein sehr warmes, aber auch sehr eindrucksvolles Wochenende voller Sehenswürdigkeiten und Spaß verbracht .. warum also nicht noch mal? Mit Stuttgart wiederum verbanden uns, abgesehen von diversen negativen, mit dem Studium zusammenhängenden Erinnerungen, rund drei schöne Jahre zwischen 2006 und 2009. Da wir neben dem Sightseeing-Effekt auch ein wenig Shoppen wollten, fiel die Entscheidung letztendlich auf Stuttgart.

Während ich verschiedene Hotel-Optionen eruierte, erinnerte ich mich auch noch an die Neueröffnung des Meilenwerks in Böblingen und spätestens zu diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr. Zwar konnte ich mich Freitagnacht nicht mehr dafür begeistern unsere Unterkunft auch tatsächlich zu buchen, doch ging ich dieser Tätigkeit einfach mit ganz kleinen Augen um 07:00 Uhr am Samstagmorgen nach. Als kleinen Malus musste ich die 7h Verzögerung daraufhin mit einem Mehrpreis von 20€ vergüten, aber ein tolles Wochenende kann es schließlich nicht geschenkt geben. Keine Stunde später setzten wir uns in Bewegung und näherten uns auf den morgendlichen, fast völlig leeren Autobahnen rasch dem Ziel. Okay, rund um Karlsruhe kamen wir kurz zum Stehen und die A8 macht ja bis kurz vor Stuttgart derzeit ebenfalls keinen Spaß (keine Ahnung welches Chaos das im Berufsverkehr geben soll), aber das konnte unserer guten Laune keinen Abbruch tun. Nahezu fast perfekt gemäß unserer Planung erreichten wir also kurz nach 10:00 Uhr das Gelände des Meilenwerks Region Stuttgart in Böblingen – sperriger Name aber absolut überzeugender Ersteindruck. Ein fast wolkenloser Himmel spannte sich über ein sehr großzügiges Gelände voller mit Glas verkleideter Gebäude, die von hervorragend asphaltierten Straßen und Parkplätzen in rauen Mengen umsäumt wurden. Wer die Klassikstadt in Frankfurt kennt, hat hier gleich das erste Aha-Erlebnis (kein ewiger Stau auf der Hanauer, kein Poltern über das Kopfsteinpflaster der letzten Kilometer .. nein, alles toll).

Das aus mehreren Hallen bestehende Meilenwerk von außen
Das aus mehreren Hallen bestehende Meilenwerk von außen

Rasch war die Spiegelreflex angelegt und dann gingen wir auch schon – an einem frisch vermählten paar mit Audi S7 als Brautfahrzeug vorbei – auf das zu, was für einen Eingang hielten. Augenblicke später zeigte sich, dass wir mit unserer Vermutung richtig lagen, denn vor unserem Auge zeigte sich eine stattliche Ansammlung chromblitzender und auf Hochglanz polierter Oldtimer, die in einer toll hergerichteten Halle mit beeindruckender Deckenkonstruktion auf die Komplimente neugieriger Besucher warteten. Tatsächlich kamen wir – je näher wir den Exponaten (nun, eigentlich den zum Verkauf angebotenen Waren) traten – gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Während die Nase den typischen Duft von Ausstellungen alter Fahrzeuge aufnahm, wanderte unser Blick über perfekt hergerichtetes Leder, makellos lackierte Flächen und bis ins letzte Detail gepflegte Karossen. Die Ausstellung bestand aus ca. 30 Fahrzeugen, die allesamt so aussahen, als hätten sie noch nicht einen einzigen Kilometer auf eigenen Räder zurückgelegt. Einzig der Filz in einer geöffneten Flügeltür eines Mercedes 300 SL zeigte minimale Spuren eines Wassereinbruchs, was aber auch wirklich die einzige Gebrauchsspur war, die wir entdecken konnten. Ansonsten hat es wirklich viel Spaß gemacht den Fahrzeugpark ganz in Ruhe zu bewundern und die verschiedenen Epochen des Automobilbaus revue passieren zu lassen. Thematisch passend gibt es in den angrenzenden Räumlichkeiten historische Tanktellenausrüstung sowie diverse „alte“ Automaten (z.B. einen Colaspender zum Sonderpreis von rund 5.00€) zu sehen. Untergebracht ist dies alles in einer thematisch passenden, restaurierten Werft-Halle des ehemaligen Flughafens Böblingen.

Panoramablick über die Verkaufsfläche historischer Fahrzeuge
Panoramablick über die Verkaufsfläche historischer Fahrzeuge (von unten)
... und ein paar Meter weiter von oben
… und ein paar Meter weiter von oben

Danach ging es in eine weitere Halle weiter, die das Herz eines jeden Automobil-Begeisterten einfach höher schlagen lassen muss. Am Eingang ging es dabei noch recht gelassen los .. ein paar Glasboxen (jeweils zu zweit übereinander angeordnet, was vielleicht etwas unglücklich ist) mit mehr oder weniger seltenen Wagen wie einem Alfa Romeo 8C Competizione Spider, einem Ford GT40 sowie einem Audi R8 V10 Spyder. Neugieriger wurde ich dann beim Anblick eines Ferrari F40, während sich im Hintergrund schon die Umrisse diverser Mclaren MP4-12C erkennen ließen .. nett. Doch dann sahen wir die ganze Pracht der Halle, die (für jemanden dessen Fokus primär auf zeitgenössischen Fahrzeugen liegt) kaum zu toppen war: Da stand eine ganze Herde Lamborghini Gallardos in unterschiedlichsten Varianten (Spyder, LP560-4, LP570-4 Superleggera), neben einem extrem seltenen LM002, allesamt beaufsichtigt von einem Ferrari Enzo (!), der seinerseits gemütlich eine Dodge Viper anschwieg. Von der Beschreibung weiterer Highlights wie einem Porsche 997 Turbo Cabrio (fast schon Massenware), diversen Bentleys, Corvettes und co. möchte ich an dieser Stelle absehen.

Eine Zusammenstellung mit Seltenheitswert ...
Eine Zusammenstellung mit Seltenheitswert …
Faszinierend bis ins Detail
Faszinierend bis ins Detail

Gleich nachdem sich mein Auge an dem weißen Gallardo LP 570-4 satt gesehen hatte (soviel Zeit hatte ich noch nie, um mir die Meisterwerke aus Sant’Agata anzusehen) weiteten sie sich ein weiteres Mal: Quell der vielen Stiere war eine gläserne Lambo-Werkstatt, in der diverse Techniker eifrig umher wuselten. Dort standen neben weiteren Gallardos auch zwei Aventadore,  von denen insbesondere das Modell in orange (sollte ich lieber sagen arancio borealis) äußerst beeindruckend war. Direkt neben dem Wagen mit italienischer Zulassung stand ein scheinbar werksneuer Motor .. was dem geneigten Beobachter dies wohl sagen sollte 😉 Auch auf der Empore gab es – neben diversen äußerst nett eingerichteten Meetingräumen – weitere Augenschmeichler zu sehen: Ein weiterer oranger Superleggera, ein mattschwarzes LP 560-4 Coupe, Wiesmann MF3, Bentley, Porsche .. was auch immer man zu sehen suchte, es stand unschuldig dort herum. Ohne große Absperrungen, ohne unfreundliches Personal (die Erinnerung an das Porsche-Museum ist immer noch ganz lebendig) .. einfach respektvoll, gepflegt und dezent. Wow.

Ich (das Rote rechts im Bild) wäre am liebsten gleich da geblieben..
Ich (das Rote rechts im Bild) wäre am liebsten gleich da geblieben..

Nach vielen Minuten der Begeisterung traten wir so langsam wieder den Rückweg in Richtung Auto an, nicht ohne jedoch noch einen Zwischenstopp in der „PS Kultur“ einzulegen. Auch diese fasziniert bereits aus einiger Distanz, ist sie doch Verkaufsfläche und Serviceanbieter für die italienischen Kultmarken Ferrari und Maserati (ja okay, Harley Davidson gibt es dort auch zu sehen; reizt mich aber nicht). Nachdem wir bereits von außen diverse F430 in der Werkstatt gesehen hatten, traten wir dann tatsächlich mutig (und wie einige andere auch) in den Showroom. Vorbei ging es an diversen Maseratis eine relativ schmale, weiße und irgendwie verheißungsvolle Treppe hinauf in die „Ausstellung 1. OG“. Als wir dort ankamen, stockte mir kurzzeitig der Atem. Die gesamte Fläche war gefüllt mit diversen Ferraris (und wenigen Maseratis) der aktuellen Generation; in der Mitte stand als Dekoration ein klassischer F40. Was man sonst nur ganz kurz und vereinzelt auf der Straße sieht, stand hier in Rudelformation herum und konnte – erneut ganz ohne Absperrungen oder permanente Beobachtung – in Ruhe bewundert werden. 458s in allen Farben und Varianten, F430, F430 Spider, 599 GTB, California, F12 Berlinetta, Ferrari Four .. die Produktpalette der automobilen Meisterwerke aus Modena zeigte sich in beeindruckender Gänze. Endlich ergab sich die Gelegenheit all die vielen dezenten Details der in Aluminium bzw. Carbon gebrachten Kindheitsträume zu bewundern und dem Mythos Ferrari ein wenig näher zu kommen.

Nur ein ganz kleiner Ausschnitt dessen, was man nur als "faszinierend" bezeichnen kann
Nur ein ganz kleiner Ausschnitt dessen, was man nur als „begeisternd“ bezeichnen kann
Sollte sich jemals die Möglichkeit ergeben ein derartiges Fahrzeug anzuschaffen .. und sollte es dann noch Straßen und Benzin geben: DAS (ohne Dach) wäre mein Favorit
Sollte sich jemals die Möglichkeit ergeben ein derartiges Fahrzeug anzuschaffen .. und sollte es dann noch Straßen und Benzin geben: DAS (ohne Dach) wäre mein Favorit

Die Eindrücke des Meilenwerks waren so nachhaltig, dass sie mich auch noch lange nach Verlassen des Geländes beschäftigten. In jedem Fall ist den Machern des Geländes hier ein Zentrum automobiler Begeisterung gelungen, dass meiner Meinung nach deutschlandweit seines Gleichen sucht. Alle Technik-Museen und Ausstellungen die wir bisher gesehen haben, können hier jedenfalls nicht mithalten .. ein ganz große Empfehlung für alle „Petrolheads“.

Nach diesem absolut gelungenen Start in den Tag ging es weiter in Richtung City, denn diese war ja das eigentliche Ziel unserer Reise. Die Strecke führte uns dabei durch den Heslacher Tunnel, was sofort Erinnerungen an vergangene Zeiten aufkommen lies. Kurz nach dem Tunnel entdeckten wir dann auch schon das, was zu Studienzeiten eine Baustelle war und mittlerweile die Gestalt unseres Hotels angenommen hatte. Nach einer kurzen Reise durch die vergleichsweise großzügige Tiefgarage (kein Vergleich mit den teilweise extrem kleinen Boxen in der Innenstadt) und einigen Schritten später standen wir gegen 12:00 Uhr zwei Stunden zu früh an der Rezeption. Hier wurden wir zwar etwas ost-europäisch, aber durchaus freundlich empfangen und erhielten ganz unverhofft sogar ein Zimmerupgrade. Augenblicke später genossen wir mit einem breiten Grinsen den Ausblick vom umlaufenden Balkon auf den sonnigen Marienplatz und den idyllischen Anblick der hügeligen Schwaben-Metropole. Auch sonst zeigte ich das Park Inn by Radisson von seiner besten Seite: Ein hervorragend klimatisierter Raum, stilvolle Innenausstattung, sehr guter Zustand des gesamten Interieurs – was will man mehr?

Panoramablick vom Hotel
Panoramablick vom Hotel

Da wir ja aber eigentlich gekommen waren um die alten Zeiten revue passieren zu lassen, und nicht um Autos oder Hotels zu bewundern, begaben wir uns schnellen Schrittes in Richtung U-Bahn-Haltestelle. Mit einem Lächeln ging es dabei vorbei an der Zacke (Zahnradbahn; eine Fahrt damit haben wir leider zeitlich nicht unterbekommen) und kurze Zeit später saßen wir auch schon in der rumpelnden, sauberen und gepflegten Bahn. Drei Stationen später („Charlottenplatz“) hatte uns das Tageslicht wieder und schon nach wenigen Schritten fanden wir uns auf dem gut bevölkerten Schlossplatz wieder – schön, wieder einmal hier zu sein. Die Königsbaupassagen im Blick überquerten wir den Platz und wendeten uns dann zunächst in Richtung Rotebühlplatz, da so langsam „Hunger“ das dominierende Gefühl wurde. Auf dem Weg zu einer Stärkung besuchten wir diverse Geschäfte und rasch kamen uns immer mehr bereits vergessen geglaubte Erinnerung wieder ins Gedächtnis. Die offenkundlich zufriedenen Menschen auf der Königstraße, das geordnete Chaos, die Straßenkünstler .. Stuttgart hat zweifelsfrei seinen ganz eigenen Charme, der sich mit der „kosmopolitischen“, engeren und lauteren Zeil in Frankfurt meiner Meinung nach gar nicht vergleichen lässt. In den folgenden Stunden schlenderten wir also durch die Stadt, genossen das Wetter, die Stimmung und das Glück, dass wir hier waren – es war definitiv eine gute Entscheidung das Wochenende in südlichen Gefilden zu verbringen. Gegen 18:00 Uhr und nach zwei stärkenden Frapuccino steuerten wir, bepackt mit diversen Einkaufstüten, erneut das Hotel an. Unterwegs statteten wir noch kurz der berühmt-berüchtigten Baustelle Stuttgart 21 einen Besuch ab. Neben den scheinbar an jede freie Fläche gesprühten Parolen gab es (zumindest nach meinem Empfinden) erstaunlich wenig zu sehen .. ehrlich gesagt haben wir uns die physikalische Manifestation des Dauerstreitfalls deutlich ausladender vorgestellt.

Back in Town .. einfach tolle Stimmung
Back in Town .. einfach tolle Stimmung

Der Tag war bereits recht lang, unsere Füße gequält und unsere Köpfe voller neuer, alter Eindrücke. Was lag da also näher als ein leckeres Abendessen dort, wo es früher schon immer sehr gut und sehr unterhaltsam war. Eine kurze Bahnfahrt und wenige Gehminuten später fanden wir uns an einem etwas versteckt gelegenen, sehr netten Platz im Enchilada wieder. Erfreulicherweise (welch Zufall..) war zum Zeitpunkt unseres Abendbrots Happy Hour, weshalb wir unser Mahl auch noch sehr preisattraktiv durch sehr gut schmeckende Cocktails aufwerteten. Das Enchilada wusste dabei uneingeschränkt zu überzeugen: Freundliches Personal, überraschend schnelle Servicezeiten, gute Stimmung und qualitativ sehr ansprechende Speisen und Getränke – so soll es sein.

Die leckerste Stärkung seit Langem
Die leckerste Stärkung seit Langem

Gut gestärkt und mit den Impressionen eines tollen Tages im Kopf (und mit äußerst leckeren Churros im Bauch) spazierten wir erneut gen Schlossplatz. Bei sommerlich angenehmen 20°C kamen uns jede Menge Junggesellenabschiede (mind. 5) und gut gekleidete Menschen entgegen; wie auch schon tagsüber wurden die Straßen von jeder Menge Lebensfreude geflutet. Auf dem Schlossplatz angekommen spielte ein Jazz-Band und unterhielt die Massen, so dass es weder einen freien Platz auf den Grünflächen, noch ein Eiscafe gab, bei dem man nicht mindestens fünf Minuten hätte anstehen müssen. Wir setzten uns einfach auf die Stufen vor den Königsbaupassagen und genossen den Abend .. nach den stressigen letzten Wochen ein toller Kontrast. Unter dem Licht eines aufgehenden Vollmondes wurden wir (präziser: wurde Dani) dann noch unfreiwillig zu Mitwirkenden einer Zaubershow, was jedoch ebenfalls recht erheiternd war. Es war gegen 22:30 Uhr, als uns unsere mittlerweile etwas lahmen Füße (>20.000 Schritte an diesem Tag) zurück in Richtung Hotel trugen .. ein toller Tag ging zu Ende.

Abendstimmung im Ländle
Abendstimmung im Ländle

Der Sonntagmorgen begann etwas untypisch mit einem Frühstück auf dem Zimmer. Mangels passender Ausstattung wurde das Frühstück im Bett zumindest zu einem Frühstück am Bett .. mit erneut perfekter Aussicht auf das um 07:30 Uhr noch ziemlich verschlafene Stuttgart. Abseits der typischen Restaurant-Atmosphäre stärkten wir uns mit Brot, Brötchen, Saft, Cornflakes, Croissants und Allem, was sonst noch zu einem gelungenen Start in den Tag gehörte, bevor wir in Richtung Wilhelma aufbrachen. Trotz des parallel stattfindenden Stuttgart Laufes erreichten wir unser Ziel ohne größere Verzögerungen und fanden uns nur wenige Minuten nach Öffnung des extrem beeindruckenden zoologischen Gartens schon gegen 08:30 Uhr in den Gewächshäusern wieder.

Zwei-Mann-Frühstück mit Aussicht
Zwei-Mann-Frühstück mit Aussicht

Abseits der sonst durch die schmalen Pfade wandelnden Touristenmassen bewunderten wir ganz in Ruhe die reichhaltige und äußerst gepflegte Ausstellung (die wir insgesamt schon das vierte Mal besuchten) und wurden uns ein weiteres Mal bewusst, dass es (zumindest im deutschsprachigen Raum) vermutlich keinen tolleren und liebevoller gestalteten Zoo gibt. Während unserer ausgedehnten Runde durch die Wilhelma – als Erstbesucher sollte man meiner Meinung nach definitiv 5 bis 8h einplanen – verließ uns dann kurz nach einem Besuch der fröhlich grasenden Kühe kurzzeitig das Glück: Eine dunkle Regenwolke ergoss sich zusammen mit der ein oder anderen Sturmböhe über dem Rosensteinpark. Glücklicherweise fanden wir spontan Zuflucht im Schweinestall, wo wir den ca. 20 Minuten dauernden Schauer entspannt abwarten konnten.

 

Sauwetter im Schweinestall
Sauwetter im Schweinestall

Danach ging es erneut zurück auf den sehr gut gestalteten Rundweg, der vorbei an ungezählten Highlights führt (sehr toll fand ich neben dem Amazonenhaus auch die neue Behausung der Menschenaffen). Spätestens nach den vielen Aquarien war jedoch die Grenze unserer Aufnahmefähigkeit erreicht, so dass wir nach rund 3,5h beeindruckt aber zugleich auch erschöpft den Rückweg in Richtung Auto antraten. Die Heimreise (ebenfalls sehr vertraut) über die A81, A6 und A5 gestaltete sich übrigens signifikant besser als die Variante A5 / A8, so dass wir in weniger als 2h wieder in Frankfurt bzw. Oberursel ankamen.

Die Wilhelma - immer wieder einen Besuch wert
Die Wilhelma – immer wieder einen Besuch wert

So ging ein wirklich beeindruckendes, uneingeschränkt empfehlenswertes und geradezu nach Wiederholung verlangendes Wochenende zu Ende .. Adee, Stuttgart.

Viele weitere Impressionen (von Tieren, Autos und Stuttgart selbst) gibt es drüben in der Gallery: Link.