Spielereien mit Android, NFC, Tasker und Google – Teil 1

Okay, hier ist es – zugegebenermaßen – in letzter Zeit etwas langweilig. Das sehe ich auch so und manchmal belastet mich das auch ein wenig, aber: Besserung ist in Sicht. Doch, wirklich, große Dinge werfen ihre Schatten voraus, spektakuläre Weiterentwicklungen haben unaufhörlich begonnen und „demnächst“ wird es mir vermutlich auch wieder mehr Spaß machen hier aktiv zu sein.

Bis dahin berichte ich einfach mal von meinen Spielereien mit Android, mit welchen ich nach dem spontanen Ableben meines geliebten iPhone 5s begonnen habe. Wie es dazu kam? Nun, mein iPhone wollte irgendwann nicht mehr Laden (auch nicht mit einem ganz neuen Kabel und auch nicht in yoga-ähnlichen Winkeln zwischen Lightning-Anschluss und Kabel, was zumindest am Anfang noch funktionierte) und die Garantie- bzw. Reparaturabwicklung via Telekom war nur bedingt optimal. Tja, das ist halt des Schicksals eines Geräts mit einem Alter von mehr als einem Jahr und bei fehlendem Carepack. Während also DHL noch mit der Telekom darüber stritt, wann und wie mein Gerät denn überhaupt ins Reparaturcenter kommt, musste ich mich um eine Alternative kümmern. Um erreichbar zu bleiben, kramte ich also in den Tiefen unseres Altbestandes und zauberte meine HTC Sensation aus den Tiefen des Vergessens. Kurz dachte ich auch an das ebenfalls noch vorhandene Motorola Milestone, aber dieses war hardwaretechnisch leider noch etwas „überholter“.

Nachdem das Sensation ja eh „einige“ Zeit im Schrank verbrachte, war klar, dass es ein Firmware-Upgrade nötig hatte. Interessanterweise war ja vor mehr oder weniger kurzer Zeit gerade Android 5 erschienen, welches dank entsprechender Enthusiasten in der XDA Developers Community auch für eben jenes Altgerät zur Verfügung steht. Die Installation war einfach; das Resultat ernüchternd. Akkulaufzeit: Ja, ein halber Tag reicht doch eigentlich für alle, oder? Bluetooth-Geräte: Trennen sich einfach sporadisch. GPS-Ortung: Nun, nicht an Tagen die auf „G“ enden. Allgemeine Systemperformance: Keine Ahnung, wie ich es geschafft habe, das Ding zwischenzeitlich nicht an die Wand zu werfen. Insgesamt musste ich feststellen, dass ich definitiv nicht der Typ für alte Hardware mit neuer Software bin (oder vielleicht habe ich beim Sensation auch einfach nur ein Montags-Gerät erwischt).

Also begann das wilde Vergleichen: Samsung Galaxy, Nexus, Xperia, HTC One M8, Oneplus One .. alles gar nicht so einfach, wollte ich doch kein riesiges Gerät. Meine Präferenzen verdichteten sich im Bereich Nexus 5 sowie Sony Xperia Z3 Compact. Als es dann ein wirklich gutes Angebot für ein werksneues Xperia Z1 Compact für nur 150€ gab, schlug ich vor dem Hintergrund damit ein neues Spielzeug zu erwerben kurzerhand zu. Meine ersten Eindrücke vom Xperia waren wirklich wirklich gut: Recht hochwertige Verarbeitung, kompakte Abmessungen, angenehme Haptik, überdurchschnittlich lange Akkulaufzeit .. absolut beeindruckend, was man für so wenig Geld an Gegenwert erhält.

Tadaaa - das ist es. Das Xperia Z1 Compact vor motivierend grünem Hintergrund
Tadaaa – das ist es. Das Xperia Z1 Compact vor motivierend grünem Hintergrund und mit „tempered Glass“ Schutz-„Folie“

Ausgeliefert wurde das Gerät mit Android 4.irgendwas und nach einer relativ schmerzfreien Update-Orgie über mehrere Zwischenschritte lief das Compact zumindest auf Android 4.4, was die Kompatibilität mit meinem vivosmart wiederherstellte. Danach verbrachte ich einige Zeit damit diverse Hüllen, Folien und magnetischen Ladekabel zu testen, bevor ich ein Setup fand, welches zumindest recht komfortabel und praxistauglich ist. Einige Wochen später stellte sich dann die typische Android-Qualität ein (wobei ein Hardwaredefekt natürlich nichts mit der Software zu tun hat) und der Vibrationsmotor des Geräts begann Geräusche zu machen. Mittlerweile ist jede Aktivität des Motors lauter als ein herkömmlicher Klingelton, weshalb mein Umfeld bereits dazu übergegangen ist mir die Mitführung etwaiger „Entspannungsspielzeuge“ zu unterstellen. Ich vermute, dass hier eine Reklamation fällig ist… Ansonsten wurde vor kurzer Zeit Android 5 offiziel für das Z1 Compact freigegeben (auf Grund des besagten Garantiefalls wollte ich das Gerät bisher nicht rooten und auch keine unautorisierten Updates durchführen), welches ich ebenfalls bereits installiert habe. Die Akkulaufzeit ist nun zwar gefühlt etwas kürzer, Bluetooth-Geräte neigen erneut gehäuft zu Übertragungsstörungen und die Gesamtperformance scheint ein wenig schlechter geworden zu sein, doch hat Sony das Betriebssystem meiner Meinung nach trotzdem sehr gut angepasst. Meine generellen Ausführungen über das Gerät möchte ich damit auch beenden: Ich habe vermutlich noch nie ein Nicht-iPhone gesehen, dass derart perfekt auf iPhone-Kunden angepasst war. Die Bildschirmtastatur, die Tastenanordnung, die Eingabegenauigkeit, die Art und Qualität der Wortvorhersage, die Lupenfunktion des Cursors, der Mail-Client .. alles fühlt sich sehr sehr stark nach Cupertino an, was es Umsteigern leicht macht.

Das Z1 Compact hier mit seiner "Ultra Slim Backcover". Ganz ernsthaft, eine der besten Hüllen die ich jetzt genutzt habe. Bis auf die kleine "Welle" in der Mitte - noch so ein Garantiefall
Das Z1 Compact hier mit seiner „Ultra Slim Backcover“. Ganz ernsthaft, eine der besten Hüllen die ich jetzt genutzt habe. Bis auf die kleine „Welle“ in der Mitte – noch so ein Garantiefall

Aber warum bin ich denn nun eigentlich bei Android gelandet? Schließlich wurde mein laut Telekom-Servicecenter „nicht sichtbarer Schaden außerhalb der Garantie“ für eine Pauschalzahlung von rund 280€ behoben bzw. das Gerät getauscht, so dass das iPhone 5s durchaus wieder bei uns ist. Da wäre zum einen die Tatsache, dass ich iOS zumindest für den Moment einfach „durchgespielt“ habe. Ich verwende die Geräte mit dem angebissenen Apfel seit dem iPhone Classic (welches in seinem Dock in einer Glas-Vitrine in unserem Arbeitszimmer seinen Ehrenplatz eingenommen hat) und hatte einfach mal Lust auf etwas Neues. Jedes Menü, jede Option, jedes Features kam mir einfach so vertraut vor. Zum anderen hatte ich Lust auf ein wenig „Do it your self“ und wollte schon immer mal mit NFC (Near Field Communication) spielen – und spätestens da ist Apple aktuell ziemlich raus. Bevor ich also auf meine NFC-Spielereien eingehe noch ein riesengroßer, vermutlich jedoch nur temporär bestehender Vorteil von Android: Wer WhatsApp Web – also den im Browser verwendbaren Client für den beliebten Messenger WhatsApp – mal genutzt hat, der weiß, was ihm vorher gefehlt hat. Zumal die Umsetzung derart gut ist, dass ich sie sogar für gelungener als die Integration von iMessage unter MacOS halte.

Hier mal das besagte, heilige iPhone Classic und das Z1 Compact nebeneinander
Hier mal das besagte, heilige iPhone Classic und das Z1 Compact nebeneinander

Also .. was treibe ich denn so mit NFC? Primär verwende ich sehr preiswert erwerbbare NFC-Tags (sprich dünne Antennen in Aufkleberform) um ortsgebunden Aktivitäten auszulösen. So kann ich zum Beispiel mein Telefon an einen Tag in meinem Auto halten und diverse Aktionen (Bluetooth an, WiFi aus, Lautstärke auf Maximum, Stauscanner starten) rein durch den Vorgang der Annäherung auslösen. Ich kann zum Beispiel auch eine bestimmte Spotify-Playlist wiedergeben lassen, wenn ich mein Xperia kurz an einen Tag in der Nähe des Verstärkers halte. Oder aber ich lasse das Telefon auf lautlos stellen, wenn es nach 22:00 Uhr ist und (jetzt wird es cool) der Magnetsensor das Vorhandensein meines magnetischen Ladekabels erkennt. Okay, die letztgenannte Aktion wird manchmal auch ausgelöst, wenn ich das Smartphone auf eine unserer Standboxen lege .. alles eine Frage der Schwellwerte 😉

Sowas nennt der Zubehörhandel gern "drahtloses Laden". Naja, praktisch ist das magnetische Kabel dennoch, da ich sonst immer die Abdeckung des USB-Ports öffnen müsste. Das Z1 ist nämlich wasserdicht.
Sowas nennt der Zubehörhandel gern „drahtloses Laden“. Naja, praktisch ist das magnetische Kabel dennoch, da ich sonst immer die Abdeckung des USB-Ports öffnen müsste. Das Z1 ist nämlich wasserdicht.

Um diese Funktionen zu erreichen, musste ich mehrere Applikationen und deren Funktion kombinieren: Tasker (Link zu Google Play) erlaubt die Definitionen von eigenen Aktionen, die unglaublich vielfältig sein können. Trigger (Link zu Google Play) ermöglicht es Tasker-Aktionen auszuführen, wenn ein NFC-Tag erkannt („gescannt“) wird. Und „TeslaLED“  (Link zu Google Play) ermöglicht es Tasker die LED der Kamera aufblinken zu lassen, um z.B. bestimmte Aktivitäten auch optisch zu bestätigen. Klingt alles etwas kompliziert und unintuitiv, ist es auch. Aber genau das wollte ich ja auch, denn sonst hätte ich bei iOS bleiben können 🙂

Ein Anwendungsfall den ich etwas näher vorstellen möchte, fällt für mich in den Bereich Quantified Self – der digitalen Selbstvermessung. Und zwar hat mich schon länger interessiert, wie lange ich so benötige, um typische Fahrstrecken – z.B. zum Kunden oder ins Büro – zurücklegen. Natürlich gibt es hierzu diverse „Fertig-Apps“, aber ich habe mich für die Erfassung der Werte in einer Art Excel-Datei interessiert. Und jetzt wird es wieder cool. Ich kann nämlich Google Docs benutzen um eine entsprechende Datenablage zu erhalten, Google Forms um ein Erfassungsformular zusammenzubasteln, Tasker um über HTTP-Aufrufe mein Formular anzusprechen und Trigger um Tasker zu aktivieren, wenn ich mein Telefon im Auto an den Tag halte. Dazu noch etwas Kosmetik und zwei Tags im Fahrzeug (in meinem Fall ein Tag an der Mittelkonsole bzw. an deren Seite für das „Einchecken“ und ein Tag im Kofferraum zum „Auschecken“, an welchem ich eh „vorbeikomme“, wenn ich meine Tasche auslade, und fertig ist semi-automatisierte Erfassung meiner Fahrvorgänge. Für die Interessierten möchte ich den Vorgang folgt grob skizzieren – im Prinzip finden sich aber alle Informationen in diesem Beitrag auf Google Groups: Link:

  1. Auf Google Docs / Google Sheets / Google Tabellen (Klick) mit Hilfe des großen Plus-Buttons eine neue Tabelle anlegen. In diese bzw. in ein Tabellenblatt selbiger werden später die Daten eingefügt. Man kann diesen Schritt auch überspringen und die neue Tabelle beim Anlegen des Formulars erstellen – wie man mag. Ich nutze eine Tabelle, in der ich unterschiedliche Formularergebnisse für unterschiedliche „Prokollierungen“ vereine
  2. In GoogleDocs über Datei –> Neu ein neues Formular anlegen. Das Wichtigste zuerst: Die Adresse des Formulars (der „Form“) einfach aus derAdressleiste des Browsers heraus kopieren – diese benötigen wir später inTasker

    Hier besorgen wir uns die Adresse des Formulars. Das "edit" müssen wir später entfernen
    Hier besorgen wir uns die Adresse des Formulars. Das „edit“ müssen wir später entfernen
  3. Nun über „Add Item“Formularfelder je nach Bedarf einfügen. Als Typ eignet sich „Text“; ich verwende z.B. Felder für Art (Einchecken / Auschecken aus dem Fahrzeug), Datum, Uhrzeit, Standort,Batterylevel (einfach weil mich interessiert, wie voll derAkkustand des Geräts nach bestimmten Zeiten bzw. Fahrten ist). Ob man Datum und Uhrzeit überhaupt über ein Feld dediziert erfassen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. In derProtokolltabelle in GoogleDocs wird sowieso derZeitstempel der Datenübermittlung automatisch in einer eigenen Spalte eingefügt

    Das fertige Formular - als Anregung
    Das fertige Formular – als Anregung
  4. Jetzt wird es etwas filigran: Oben auf „View live form“ klicken und über Rechtsklick –> Seitenquelltext anzeigen (o.ä., ich beziehe mich auf Google Chrome) den Quellcode des Formulars öffnen. Nun kurz volle Konzentration, um die sog. ID des jeweiligen Feldes zu ermitteln. Hierzu nach einer Quelltext-Zeile suchen, die der folgenden ähneln sollte: „<input type=“textname=“entry.1019673021value=““ class=“ss-q-shortid=“entry_1019673021dir=“autoaria-label=“Art title=““>“ Spannend ist hierbei der Wert „1019673021“ denn dieser ist besagteID, welche wir später inTasker für jedes zu füllende Feld benötigen

    Auf dem Weg zur ID der Formularzellen
    Auf dem Weg zur ID der Formularzellen
  5. Okay, der am PC durchzuführende Teil ist nun beendet. Es gilt nun auf dem Android Gerät Tasker zu starten und einen neuen Task anzulegen. Anschließend muss ein Aktion vom Typ „HTTP Post“ angelegt werden.Unter Server:Port die in Schritt 2 kopierte Adresse ohne abschließendes „/edit“ einfügen (also die ID des Formulars).
    Unter Path stes „formResponse“ eintragen,
    Unter Data / File gehören nun nacheinander mehrere Zeilen für die Befüllung der einzelnen Formularfelder mit den zugehörigen Daten. Hierzu über entry.ID das Feld ansprechen und diesem mittels = „Wert“ den entsprechenden Wert zuordnen. Die Werte besorgen wir neben der Verwendung von statischen Texten (z.B. „Ankunft am Auto“) über Tasker Variablen (Klick).In meinem Fall stehen wir hier nun also fünf Zeilen mit den Werten
    entry.1234567890=Enter Car
    entry.1234567891=%Date
    entry.1234567892=%Time
    entry.1234567893=%Loc
    entry.1234567894=%Batt

    Die Aktion in Tasker
    Die Aktion in Tasker
  6. Nun einfach die Aktiontestweise durch einen Klick auf den „Play“-Button unten links inTasker starten und auf GoogleDocs zuschauen, wie sich das für das Formular definierteZieltabellenblatt mit Werten füllt

    So könnte das Ergebnis im Praxisbetrieb aussehen
    So könnte das Ergebnis im Praxisbetrieb aussehen

Nun kann man natürlich noch ein paar Aufwertungen durchführen und z.B. die Übermittlung der Daten durch ein Popup oder ein Blinken der Kamera-LED bestätigen lassen. Außerdem muss die Aktion aus Tasker in Trigger mit einem NFC-Tag verknüpft werden, damit man die frisch definierten Aktionen auch in der Tat durch Bewegung des Smartphones zum Aufkleber auslösen kann.

Ferner schlage ich vor, die o.g. genannte Aktion unter Verwendung der gleichen Parameter (Copy & Paste ist ganz toll) zur Erzeugung einer zweiten Aktion zu verwenden, die dann genutzt wird, um ein Verlassen des Fahrzeugs zu erfassen. Hierzu sollte dann in der ersten Zeile nicht „Enter Car“ sondern z.B. „Leave Car“ eingetragen werden – alle sonstigen Felder bleiben 100%ig gleich. Ich benutze wie gesagt einen zweiten NFC-Tag zur Ansteuerung dieser Aktion, alternativ kann man mit sogenannten Schaltern arbeiten (1. Scan = Check In; 2. Scan = Check Out), aber das klappt nicht so toll, wenn man ab und an vergesslich ist. Eine weitere Möglichkeit stellt die Verwendung eines zusätzlichen Dialogs dar (im Tasker Jargon „Szene“ genannt), der durch das Scannen eines Tags geöffnet wird und den Aufruf verschiedener Aktionen mit Hilfe von Piktogrammen ermöglicht. In meinem Büro klebt z.B. ein NFC-Tag auf meiner Dockingstation, mit welchem ich einen Dialog öffnen lasse, über den ich Logeinträge für Kommen und Gehen erzeuge.

Druck auf die obere Schaltfläche: Ankunft; Druck auf die untere: Gehen.
Druck auf die obere Schaltfläche: Ankunft; Druck auf die untere: Gehen (damit assoziiert: entsprechende Aktionen in Tasker).

Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass %Loc als Standortangabe via letztem bekannten GPS-Fix manchmal nicht allzu toll für mich funktioniert. An einigen Stellen bin ich zur Verwendung von %Locn (Standort basierend auf genutztem Funkmast) übergegangen, was recht gut zu funktionieren scheint.

Eine bittere Pille gibt es noch: Ohne Root kann man die Aktivitäten nur dann auslösen, wenn das Telefon nicht gesperrt ist. Klingt erstmal doof, ist in der Praxis aus meiner Sicht aber zu verschmerzen. Außerdem rate ich davon ab den NFC-Tag z.B. in der Handyhalterung zu verbauen. Ich habe das mit meinem Kenu Airframe getestet und war nur sehr begrenzt zufrieden damit, da der Tag jedes Mal neu gescannt wurde, wenn ich das Telefon entsperrt habe .. dann doch lieber ein separater Ort für den Tag, an den man das Telefon kurz hält, bevor man es in die Halterung steckt.

Ich hoffe die Ausführungen waren einigermaßen gut nachvollziehbar und motivieren zum Nachbauen. Das Zusammenspiel der verschiedenen Softwarekomponenten und die Erhebung der Google Form IDs aus dem Quellcode ist sicherlich nicht ganz trivial, aber wenn man der Anleitung genau folgt, sollte es eigentlich keine Probleme geben. Ferner sei gesagt, dass das beschriebene Setup bei mir seit mittlerweile vier Monaten sehr zuverlässig funktioniert.

Das war es erstmal von den Android / NFC / Tasker-Basteleien Part I .. ein paar weitere Fingerübungen mit Google Docs und Google Script werde in einem separaten Folgebeitrag veröffentlichen.

Vergleich Fitbit Flex vs. Misfit Shine vs. Garmin vivosmart

Ein Schrittzähler als täglicher Motivator, als Begleiter am Tag und in der Nacht, an jedem Tag, bei jeder Sportart, zu jeder Zeit, Unterwasser genau wie in der Sauna .. klingt der Gedanke abwegig? Genau das ist für mich seit 1,5 Jahren der Fitbit Flex. Nach zuvor rund einem halben Jahr mit dem Fitbit Ultra brachte der Schwenk vom Gürtelclip zum Armband genau jene Integration in den Alltag, die ich mir erhofft hatte.

Von links nach rechts: Fitbit Flex, Misfit Shine, vivosmart S berry, vivosmart L grau
Von links nach rechts: Fitbit Flex, Misfit Shine, vivosmart S berry, vivosmart L grau

Nach kürzester Zeit war das Band unmittelbar über dem Handgelenk so normal, dass es mir gar nicht mehr auffiel und fortan wirklich immer dabei war. Bis auf wenige Nächte mit leerem Akku weiß ich seit jeher auch recht genau und auf Grund von nachvollziehbaren Bewegungsdaten, ob ich die letzte Nacht im Bett eher geschlafen oder doch eher schlecht geruht habe 😉 Über die Qualitäten des Fitbit Flex hatte ich bereits an früherer Stelle berichtet, und seit dem gibt es (glücklicherweise) wenig Neues zu sagen: Der Akku hält (meistens) immer noch rund sieben Tage durch und auch die Webschnittstelle und die Synchronisation mit dem iPhone verhalten sich zuverlässig und unauffällig.

Ein Eindruck mit Fitbit Webportal, genannt Dashboard
Ein Eindruck mit Fitbit Webportal, genannt Dashboard

Was mir sehr gut gefällt, ist die Integration des Dienstes MyFitnessPal, mit dem ich meine Kalorienaufnahme verfolgen kann. Mittlerweile reden MyFitnessPal, Garmin Connect (für meine Laufuhr) und Fitbit ganz hervorragend miteinander, so dass etwaige Übungen (z.B. durchs Joggen) und der zugehörige Kalorienverbrauch automatisch in MyFitnessPal verrechnet werden – absolut klasse, intuitiv und zuverlässig.

Man beachte die Notiz am unteren Bildrand: Durch das heutige Training hast du dir .. - erfolgt automatisch und ist sehr praktisch
Man beachte die Notiz am unteren Bildrand: Durch das heutige Training hast du dir .. – erfolgt automatisch und ist sehr praktisch

Nun gibt es leider auch ein paar Dinge, die ich am Fitbit Flex weniger toll fand. Fangen wir mit dem Aspekt an, der noch am leichtesten zu Verschmerzen ist: Bedingt durch die hohe Belastung (Wärme, Kälte, Schweiß, Wasser), wurde das Band nach etwas über 12 Monaten leider stark porös und brüchig. Während es optisch noch nahezu neuwertig wirkte, rissen die von mir am meisten benutzten „Laschen“ des Bandes ein, so dass ich irgendwann drohte das gute Stück zu verlieren. Glücklicherweise kann man hier mit Bändern in den unterschiedlichsten Farben schnell Abhilfe schaffen und dem Fitbit so sehr preiswert (~10€) und unkompliziert ein neues Design verpassen. Hier macht sich der Ansatz bezahlt, die Elektronik vom Armband zu separieren und so das „Teure“ vom eher Preisgünstigen zu trennen.

Etwas mehr nervte mich schon die „manchmal“ (fast immer) nicht allzu kontaktfreudige Ladeelektronik. Bereits nach rund sechs Monaten begann der Ladeprozess für den Tracker nur noch sporadisch zu funktionieren: Der kleine Stick wollte scheinbar in einem speziellen Winkel in seinen Ladeadapter eingeführt werden, oder der Ladeadapter selbst (er verfügt über einen USB-Anschluss) hatte einen Wackelkontakt. Auf jeden Fall war es immer wieder ein lästiges Schauspiel den Flex nebst Adapter irgendwie zwischen Netzteil und Wand zu klemmen, so dass das Gerät geladen wurde. Ging der Prozess erstmal los und lief länger als 10 Sekunden, war der Akku i.d.R. angenehm schnell (d.h. gefühlt in weniger als 2h) voll.

Das Fitbit Flex in seiner Lieblingsladehaltung
Das Fitbit Flex in seiner Lieblingsladehaltung

Während der temporäre Defekt des nicht mehr funktionierenden Vibrationsmotors (auf diese Weise bestätigt der Flex z.B. das Erreichen des täglichen Schrittziels oder die Aktivierung des Schlafmodus) von alleine wieder verschwand, zeigte mit der Tracker nach rund 15 Monaten, dass unsere Freundschaft bald ein Ende finden würde. Immer wieder ging er einfach aus (ohne vorherige Akkuwarnung und teilweise weniger als 1h nach dem Laden) oder statt des Ladevorgangs blinkten nur vier der fünf Lämpchen aufgeregt und über mehrere Stunden, bevor das Gerät irgendwann doch geladen wurde. Mal trat dieser Fehler alle paar Tage auf, dann klappte wieder alles wie gewohnt für einige Wochen.

Kurzum: Das Fitbit Flex überlebte seinen Vorgänger, für mich das Ultra, zwar deutlich, aber seine nicht wirklich überzeugende Qualität wurde ihm schließlich zum Verhängnis.

Eine weitere Sache die mich sehr störte, war die mangelnde Weiterentwicklung. Zwar erschien in der Zwischenzeit das etwas größere Fitbit Force (der glaube ich im Gegensatz zum Flex auch Stockwerke zählen konnte), doch blieb dies bei Fitbit die einzige für mich erkennbare Neuerung (Anmerkung: Das das Force, bevor er es überhaupt nach Deutschland schaffte, wegen Problemen mit dem Material des Armbandes wieder vom Markt genommen wurde, erzeugte nicht gerade weitere Begeisterung). Ansonsten sah es bei Fitbit aber abgesehen von der MyFitnessPal-Integration wirklich mau aus. Insbesondere wenn ich mir Danis Misfit Shine im Vergleich ansehe, kann man da schon neidisch werden: Alle paar Wochen bzw. Monate gab es hier irgendein größeres Update, das mehr oder weniger coole neue Funktionen brachte. So lernte der Shine nach einigen Monaten in unserem Besitz Schlafzeiten zur Nachtzeit automatisch zu erkennen, während ich den Flex weiterhin jeden Abend in den Schlaf klopfen und jeden Morgen aufwecken musste. Schade. Nebenbei sei angemerkt, dass Misfit auch ohne Probleme und kostenfrei ein neues Armband aus den USA schickte, nachdem Dani eine nachlassende Passform bemerkte.

Auch sonst ist der Shine absolut chic und macht optisch einiges her. Seine Batterielaufzeit (ca. 3 Monate) ist gut, er ist robust und er arbeitet absolut zuverlässig. Von der Qualität ist dieses Gerät – insbesondere gegenüber den Alternativen von Fitbit – ganz weit vorn.

Garmin vivosmart (vorn) im Vergleich mit dem Misfit Shine. Beide sind auf ihre jeweils eigene Art sehr ansehnlich
Garmin vivosmart (vorn) im Vergleich mit dem Misfit Shine. Beide sind auf ihre jeweils eigene Art sehr ansehnlich

Es zeichnete sich also ab, dass – bedingt durch den schwächelnden Flex – eine Änderung bevorstand. In diesem Zusammenhang beobachtete ich schon seit geraumer Zeit die Entwicklungen um das Razer Nabu, welches ich optisch und vor allem von der Funktion her (Weiterleitung aller Benachrichtigungen vom Smartphone an das Band) extrem interessant fand. Ein wenig skeptisch stand ich der Form und Art des Bandes gegenüber (es scheint ja eher steif zu sein .. vermutlich wie das Nike Fuelband), doch leider ließ sich dies – mangels Verfügbarkeit des Geräts – bisher nicht abschließend klären. Alternativ plante ich auf die Apple Watch zu warten, doch auch hier stört mich die mangelnde Verfügbarkeit bzw. der späte Zeitpunkt der Markteinführung. Die diversen Android Gear Geräte am Markt sehen zwar teilweise recht interessant aus, lassen in mir aber Zweifel ob der Tauglichkeit für sportliche Aktivitäten aufkommen. Außerdem ist das Verhältnis zwischen Crapdroid Android und mir eher angespannt.

Und dann war es ganz plötzlich da: Bei der üblichen Stippvisite auf der Garmin Webseite (mal schauen, was die für neue Fitness-Uhren haben) stolperte ich über das vivosmart. Mit Garmin verbindet mich schon seit Jahren eine einseitige, aber eigentlich enorm positive Freundschaft: Wir haben zur Zeit den dritten GPS-Receiver von Garmin zum Geocachen und auch meine Sportuhr (eine Forerunner 405) begleitet mich seit mittlerweile fünf Jahren und vielen vielen Trainingseinheiten nahezu ohne Probleme (okay, zwischendurch wollten die Ladekontakte mal gereinigt werden .. geschenkt. Dafür ist das Armband immer noch tadellos!). Darüber hinaus hat Garmin im Zuge der Einführung des vivofits sein Webportal (Garmin Connect) recht grundlegend renoviert, wodurch es jetzt sehr frisch und einladend wirkt. Da lag es doch eigentlich nah, dass Dreigestirn aus Fitbit, MyFitnessPal und Garmin um ein Element zu reduzieren.

Unerwartet schnell geliefert: Unsere vivosmarts
Unerwartet schnell geliefert: Unsere vivosmarts

Was mich am vivosmart aber am meisten reizte, war die Smartphone-Integration. Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen zu wollen (die Produktseiten des Herstellers sind eine prima Quelle für weitere Infos, falls benötigt), bietet das Garmin Fitnessband die Möglichkeit alle Benachrichtigungen (Notifications) des iPhones ebenfalls darzustellen – in kompakter Form, sehr zeitnah und begleitet von einer kurzen Vibration. In der Praxis funktioniert dieses Feature extrem gut, so dass vivosmart und iPhone nahezu gleichzeitig über z.B. eingehende Mails informieren. So kann ich im Meeting oder beim Joggen auch ohne Blick auf das Smartphone sofort erkennen, ob eine eingehende Mail oder ein ankommender Anruf wichtig ist .. absolut genial! Neben der zweizeiligen Darstellung der Informationen auf dem Display erfolgt übrigens auch eine taktile Rückmeldung in Form einer nach meinem Geschmack perfekt dosierten Vibration – deutlich wahrnehmbar, aber nicht nervig (und soweit bisher feststellbar akustisch so unauffällig, das andere Personen nicht gestört werden).

Darstellung von Benachrichtigungen - ungemein praktisch und sehr smart gelöst
Darstellung von Benachrichtigungen – ungemein praktisch und sehr smart gelöst

Auch ansonsten bringt das vivosmart viele Aspekte mit, die ich zur Zeit als nahezu perfekt bezeichnen würde. So gefällt mir die Verarbeitung sehr gut (hier sei z.B. der Garmin-Schriftzug in Edelstahloptik an der Unterseite genannt) und auch die Form und „Härte“ des Bandes sind sehr angenehm. Es ist nicht zu steif, aber auch nicht zu nachgiebig; besonders positiv finde ich im Gegensatz zum Fitbit Flex zudem die abgerundeten Kanten. Das vivosmart gleitet so sehr einfach unter Kleidungsstücke und verursacht auch keine hässlichen Kratzer, wenn es (wie bei mir häufig bei der Verwendung eines Schweißbandes an der gleichen Hand) in Kontakt mit empfindlichen Hautpartien (Stirn) kommt. Auch sonst wirkt das Band wertig und von den Abmessungen her sehr unauffällig (kleiner wäre mit Hinblick auf die Displaygröße vermutlich nicht gut). Einzig die Farbe finde ich in meinem Fall (grau) etwas trist – Danis pink ist da schon wesentlich peppiger. Leider ist das Band aktuell (soweit ich das auf die Schnelle geprüft habe) nur in grau und pink verfügbar. Die Länge meiner Version (Large) ist übrigens wesentlich größer als die L-Version des Fitbits .. hier kriegen auch Träger mit richtig dicken Unterarmen keine Probleme 😉

Vorn Garmin, hinten Fitbit Flex
Vorn Garmin vivosmart, hinten Fitbit Flex
Sehr schön ausgeführter Clip
Sehr schön ausgeführter Clip

Das Gewicht ist unauffällig und auf Augenhöhe mit den genannten Alternativen (vivosmart Large: ca. 20g, vivosmart Small: ca. 17g, Fitbit Flex Large mit Tracker: ca. 15g, Misfit Shine: ca. 15g).

Während ich die Hardware von Garmin stets recht überzeugend fand, ist die Software vielleicht nicht immer perfekt. Zwar ließen sich unsere beiden vivosmarts relativ schnell und unkompliziert in Betrieb nehmen, spätestens beim sofort verfügbaren Software-Update wird es dann aber etwas skurril: Vorbei die Zeiten von Updates über das iPhone .. nein, nein .. hier muss Garmin Express installiert werden, anschließend muss der Garmin Connect Account nochmals in Express eingerichtet werden und nachdem man dann herausgefunden hat, dass man das Fitnessband bei aktiver Verbindung via USB mittels langem Druck auf das Display in den USB-Modus versetzen kann, klappt in diesem dann auch das Update.

Ein genauer Blick auf Danis vivosmart in pink bzw. "berry". Sieht gut aus und fühlt sich auch gut an
Ein genauer Blick auf Danis vivosmart in pink bzw. „berry“. Sieht gut aus und fühlt sich auch gut an
Berry und sein Vorgänger (Misfit Shine) im Formvergleich
Berry und sein Vorgänger (Misfit Shine) im Formvergleich

Hier fragt man sich, ob man es dem unbedarften Neuling nicht auch einfacher machen kann.. Auch konnte ich den „Jetzt synchronisieren“-Knopf in der iPhone App noch nicht finden (im Menü des Bandes ist das einfacher) und ich frage mich, warum mein Kalorienziel (das in Garmin Connect durch die MyFitnessPal-Integration korrekt dargestellt wird) nicht mit dem vom vivosmart angezeigten Wert übereinstimmt. Auch sonst gibt es für mich noch 1,2 offene Fragen zum Thema Garmin Connect und Synchronisation, die aber vermutlich erst in einem Langzeittest abschließend geklärt werden können.

Ein Eindruck von Garmin Connect - mittels der Reiter oben könnte ich jetzt sofort auf die Aktivitätsübersicht meiner Forerunner wechseln
Ein Eindruck von Garmin Connect – mittels der Reiter oben könnte ich jetzt sofort auf die Aktivitätsübersicht meiner Forerunner wechseln

Bis dahin erfreue ich mich an der immensen Funktionsvielfalt (insbesondere im Vergleich mit den fünf leuchtenden Kugeln des Fitbit Flex), der Möglichkeit beim Laufen die Musikwiedergabe nun auch am Handgelenk steuern zu können und der hervorragenden Haptik des Geräts. Selten hat ein Gadget in den ersten Stunden der Benutzung zumindest aus Sicht der Hardware einen so positiven Eindruck auf mich hinterlassen.

Vivosmart an der soliden Ladeklemme. Macht bisher einen guten Eindruck
Vivosmart an der soliden Ladeklemme. Macht bisher einen guten Eindruck

Abschließend noch ein paar erste Gedanken zu den Eindrücken einiger Funktionen:

Für mich bisher völlig enttäuschend ist die Schlafanalyse. Von Danis Misfit Shine und auch von meinem Fitbit Flex bin ich gewohnt, dass die insgesamt als Schlaf markierte Zeit (beim Shine wird sie wie gesagt automatisch ermittelt, beim Flex muss man zu Beginn und Ende der Nacht kurz doppelt auf das Gerät tippen) hinsichtlich der realen Schlafqualität ausgewertet wird. Das mag jetzt – wie die Bewegungsmessung auch – nur bedingt genau sein, doch über Wochen und Monate hinweg ist es schon sehr interessant zu sehen wie gut man wirklich schläft und das eine vermeintlich kurze Nacht mitunter genau so viele Tiefschlafminuten beinhaltet, wie eine ausgedehnte Langschläfersession. Etwaige Ungenauigkeiten durch das geteilte Bett sind für mich dabei zu vernachlässigen. Tja, schade eigentlich, denn Garmin zeigt einfach nur die Minuten zwischen dem Zeitpunkt für „Ins Bett gehen“ (manuell markiert) und „Aufstehen“ (erneut manuell markiert). Für den Zeitraum dazwischen sieht man zwar lustige Aktivitätswellen, aber keine weiterführende Auswertung. Bilder sagen mehr als Worte.

Schlafanalyse bei Misfit Shine (links), Garmin vivosmart (mitte) und Fitbit (rechts) im Vergleich; wobei die von Misfit und Garmin analysierte Nacht jeweils die gleiche war (Dani hatte beide Tracker um)
Schlafanalyse bei Misfit Shine (links), Garmin vivosmart (mitte) und Fitbit (rechts) im Vergleich; wobei die von Misfit und Garmin analysierte Nacht jeweils die gleiche war (Dani hatte beide Tracker um)

Die Detailbetrachtung der Schrittaktivitäten ist solide und scheint grundsätzlich das gleiche zu leisten, was auch die Konkurrenz kann. Optisch finde ich die Nähe von Garmin und Fitbit bemerkenswert, Misfit macht einige Dinge anders (z.B. durch die Umrechnung in Aktivitätspunkte), bietet aber grundsätzlich die gleichen Informationen. Bezüglich der Genauigkeiten scheinen alle drei Tracker momentan recht nah beieinander zu sein, wenn gleich der Umrechnungsfaktor von Schritten in Distanz scheinbar recht stark variiert. Hier müssen wir für eine Aussage aber noch mehr Erfahrungen als 20h Benutzungsdauer sammeln. Bei einer ersten Laufsession hat das Garmin vivosmart bei mir eine sehr gute Figur gemacht: 12,94km laut Forerunner GPS-Aufzeichnung vs. 13,02km gemäß vivosmart.

Aktivitätsdarstellung bei Misfit, Garmin und Fitbit (von links nach rechts)
Aktivitätsdarstellung bei Misfit, Garmin und Fitbit (von links nach rechts)

Etwas schade ist übrigens, dass die Funktion zur Steuerung der Musikwiedergabe scheinbar zur Zeit nicht mit Spotify harmoniert. Zumindest in meinen bisherigen Tests konnte ich wild auf dem Armband herumdrücken, ohne das Spotify sich hiervon beeindrucken ließ. Dies klappt z.B. besser, wenn ich am Apple Headset oder meinem Bluetooth Sportheadset von Plantronics den Befehl für „Nächster Titel“ auslöse. Auch hier werde ich weiter beobachten..

Eine letzte Anmerkung noch zum Thema Benachrichtigungsweiterleitung: Dargestellt wird alles, was auch in der Mitteilungszentrale des iPhones angezeigt wird (Einstellungen –> Mitteilungen –> <In Frage kommendes Element> –> In Mitteilungszentrale anzeigen). Was hier sehr positiv auffällt, ist die Möglichkeit, eingehende Texte zu scrollen. Auch längere iMessages / WhatsApp-Nachrichten kann man auf diese Weise bis zum Ende lesen (klappt erstaunlich gut). Ferner war ich von der Bluetooth-Reichweite angenehm überrascht .. auch durch mehrere Wände hindurch halten Armband und Smartphone stabil die Verbindung und tauschen eifrig Informationen aus (iPhone lädt auf dem Nachtschrank, Benutzer nebst Band sitzt im Arbeitszimmer .. alles kein Problem!). Sollte die Verbindung doch mal verloren gehen, wird sie automatisch wiederhergestellt, wenn beide Geräte in einen adäquaten Abstand zueinander gebracht werden – über beide Vorgänge (also Trennung und Kopplung) informiert das vivosmart per kurzer, von einer Vibration begleiteter, Meldung.

Abschließende Bemerkung: Das Garmin vivosmart kostet zur Zeit bei einschlägigen Internetversandhäusern 169€. Unsere Exemplare sind regulär erworben und (leider ;-)) nicht gesponsert.

Fitbit Flex: Die Rückkehr des Motivators

„Quantified Self“, die digitale Vermessung und Dokumentation von Vitalitätswerten und Aktivitäten ist ein durchaus spannendes Themenfeld, dass nicht nur aus gesundheitlicher Sicht Sinn macht, sondern auch den typischen Spieltriebs eines ITlers befriedigt. Als Folge dieser These könnte man sogar die gewagte Aussage treffen, dass die Aufzeichnung und Auswertung von Bewegungs- und Körperdaten den Spaß am Sport weiter steigert.

Soweit würde ich jetzt vielleicht nicht gleich gehen wollen; trotzdem finde ich die unauffällige Messung und Auswertung von Aktivitätsinformationen sehr interessant. Vor diesem Hintergrund kaufte ich mir (nach finaler Aufforderung von Dani) im September letzten Jahres meinen ersten „Fitbit Ultra“ und war sofort begeistert. Kompakte Abmessungen, eine gefühlt ewige Akkulaufzeit (10 Tage waren keine Seltenheit, danach genügten wenige Stunden, manchmal gar Minuten zum Laden) und eine sehr komfortable, drahtlose Synchronisation begeisterten mich.

Auch das Webinterface („Fitbit-Dashboard“) zur Auswertung der von der kleinen Wäscheklammern gewonnenen Informationen sagte mir sehr zu – klar, simpel, man sieht auf einen Blick, was interessant ist. Der einzige Konkurrent war zum damaligen Zeitpunkt übrigens das Nike Fuelband, dass jedoch am deutschen Markt nicht offiziell erhältlich war und für mich daher nach kurzer Überlegung ausschied.

Der Ultra und ich erlebten gemeinsam rund sieben spannende Monate voller Geocaching, Laufen, Skifahren und Wandern. Je nach Sportart zeigte er sich dabei hinsichtlich der gemessenen Distanz mal mehr, mal weniger synchron zu meiner Garmin Forerunner GPS-Uhr. Besonders beim Wandern harmonierten meine beiden Begleiter sehr gut, zeigten sie auf einer Distanz von ca. 20km doch weniger als 100m Abweichung. Weniger gut klappte die Entfernungsmessung beim Laufen, denn hier hatte ich regelmäßig eine Abweichung von ca 3km (zu wenig auf dem Fitbit) bei einer Gesamtstrecke von 8km. Ob zumindest die gemessene Schrittanzahl gepasst hat, kann ich nicht beurteilen.

Spannend fand ich neben den lustigen bunten Abzeichen im Dashboard jedoch stets die Beantwortung der Frage: Wo ist denn eigentlich mein Fitbit? Das Teil ist nämlich derart klein und unauffällig, dass man es (leider) allzu leicht vergessen kann. In der Waschmaschine zum Beispiel (wie meine Mama) oder im Mietwagen am Flughafen von Mallorca (wieder meine Mama). Beides verkraftet das Gerät übrigens nicht besonders gut, mag es doch fortan nicht mehr Laden oder ist gleich ganz verloren. Doch auch ich hab meinen Fitbit mindestens drei mal fast versetzt – in der Retrospektive war es reines Glück, dass er beim Aussteigen aus dem Auto jedes mal auf die Innenseite des Schwellers fiel.

Knallige Farben, lustige Abzeichen: Das Fitbit Dashboard (mir fehlt definitiv noch die Waage..)
Knallige Farben, lustige Abzeichen: Das Fitbit Dashboard (mir fehlt definitiv noch die Waage..)

Neben der mangelnden Wasserfreudigkeit und dem nicht immer ganz optimalen Tragekomfort (zumindest wenn als Klammer am Gürtel genutzt) stellte sich in meinem Fall die Langlebigkeit des Gehäuses als größte Schwachstelle heraus. Nach sechs Monaten der Benutzung begannen plötzlich Teile der Plastikklammer auf der Innenseite abzubrechen und vier weitere Wochen später hielt ich  das Innenleben des Trackers in der Hand. Schade. Ich versuchte noch zu retten, was zu retten war, doch leider wollte sich das Gerät fortan nur noch laden lassen, wenn man mit gefühlt 11 Fingern gleichzeitig Druck auf die richtigen Stellen des Gehäuses ausübte. Damit trennten sich die Wege des Ultras und mir .. und meine Mama gewann unseren Wettstreit im Dashboard über die meisten Schritte in den letzten sieben Tagen außerhalb jeder Konkurrenz.

Danach hörte ich in mich hinein und fragte mich: Fehlt dir jetzt was .. so ganz ohne Schrittzähler? Stört es dich das Dashboard aus den Favoriten zu entfernen, die App zu löschen, die tägliche Herausforderung „Schaffe ich heut meine 10.000 Schritte?“ kampflos aufzugeben? Insgesamt war der Verlust des kleinen Zählers offen gesagt nicht allzu schlimm. Auf Basis der gewonnenen Erfahrungen konnte ich mittlerweile ganz gut beurteilen, wie aktiv ich war, und zumindest beim Joggen leistet mir die Garmin Uhr ja nach wie vor sehr gute und unersetzliche Dienste. Trotzdem beobachtete ich die Entwicklung am Markt recht genau, und als das Fitbit Flex endlich verfügbar war, schlug ich sofort zu.

Beim Fitbit Flex handelt es sich um die Armband-Version des Trackers, welche hinsichtlich des Tragekomforts also eine ganz neue Richtung einschlagen sollte. Als gewohnheitsmäßiger Uhren- und Hemdträger fragte ich mich zwar seit Längerem ob der Flex hierzu kompatibel sein würde, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also orderte ich das kleine „Bändel“ fix bei Amazon; glücklicherweise fand ich die schiefergraue Version schon die ganze Zeit interessanter – das schwarze Exemplar ist derzeit nämlich nicht bzw. nur sehr stark limitiert lieferbar.

So sieht das Ding am Handgelenk aus
So sieht das Ding am Handgelenk aus

Einen Tag später wurde Fitbits neueste Kreation dann auch bereits in die Packstation meines Vertrauens geliefert und ich begann Augenblicke später mit dem Auspacken und der Begutachtung. Was sofort auffällt ist die nette Verpackung (zweckmäßig, aber ansprechend) und der vergleichsweise respektable Lieferumfang (es werden gleich zwei Armbandgrößen mitgeliefert). Auch die Ersteinrichtung des Geräts gestaltet sich (wie bei Fitbit üblich) recht einfach, und so beginnt das Gerät wenige Minuten nach seiner Befreiung mit der Aktivitätsaufzeichnung. Das Anlegen am Handgelenk gestaltet sich wie zuvor bereits gelesen etwas knifflig, gelingt dann aber doch recht gut (nach rund zwei Wochen kann ich sagen: Absolut problemlos). Das Tragegefühl ist zunächst leicht ungewohnt aber tatsächlich recht angenehm. Das Armband ist leicht, das Gummi geruchsneutral und die Haptik durchaus ansprechend. Schnell finde ich eine angenehme Weiteneinstellung und nachdem die grundsätzliche Funktionsfähigkeit gegeben ist, gehe ich mit dem Flex gleichmal auf eine 9km Laufrunde ins Wochenende. Nach den ersten 500m bei 25°C Außentemperatur schmiegen sich Band und Arm angenehm aneinander, so dass ich den Flex ein wenig auf Spannung nach oben schiebe und ihn fortan kaum noch spüre. Kaum bin ich eine Stunde später wieder zu Hause, habe ich das Schrittpensum für diesen Tag fast erfüllt und beginne den nächsten Test: Der Flex soll ja wasserfest sein. Ergebnis: Ist er scheinbar; trotzdem bleiben Feuchtigkeitsspuren im Armband .. muss also nicht dauerhaft sein.

Schiefergrau, kompakt, dezent (im Hintergrund die Ladeeinrichtung)
Schiefergrau, kompakt, dezent (im Hintergrund die Ladeeinrichtung)

Doch dieser kleine Makel bringt mich auch gleich zu einem der (aus meiner Sicht) größten Vorteile des Trackers gegenüber seinem Vorgänger und gegenüber diversen Marktbegleitern: Er ist modular. Endlich kann ich die (gekappselte) Elektronik aus dem Band lösen und damit den „wertvollen“ Teil sehr leicht vom „verzichtbaren“ Part trennen. Dies ermöglicht es nicht nur schnell zwischen verschiedenen Armbandfarben zu wechseln (so selbige denn mal verfügbar sind), sondern verringert auch die Folgen von etwaigen „Gehäuseschäden“. Genau das, was meinem alten Ultra das Genick gebrochen hat, sollte sich also in Zukunft nicht wiederholen. Diese smarte Weiterentwicklung gefällt mir mindestens so gut wie die drahtlose Synchronisation, welche im Gegensatz zu meinem alten Tracker nun endlich auch via Bluetooth 4.0 und damit dem iPhone klappt. Dies funktioniert derart reibungslos, dass mich das fehlende Display des Flex kaum stört. Die chic animierten 5 Kugeln zeigen mir ganz grob den Tagesfortschritt; alles Weitere kann ich problemlos wenige Sekunden später auf dem iPhone-Display ablesen. Trotz der minimalistischen Art der Informationsauskunft macht es übrigens immer wieder Spaß auf das kleine Gerät zu tatschen und die „elegante“ Fortschrittsanimation anzuschauen.

Tracker außerhalb des Armbands - hier mit gerade aktivierter Fortschrittsanzeige
Tracker außerhalb des Armbands – hier mit gerade aktivierter Fortschrittsanzeige

An dieser Stelle ist mir übrigens völlig unerklärlich, wie man die gerade zu anachronistische Synchronsation eines Jawbone UP (Klinkenstecker) bevorzugen kann.

Ansonsten verliefen die ersten Tage mit dem Flex erwartungsgemäß unkompliziert .. alles funktionierte wie es soll, und wenn das Gerät nach 10.000 Schritten am Tag fröhlich vor sich hin brummt, fühlt man sich gleich ein wenig besser. Das das Flex im Gegensatz zum Ultra (und seinem Nachfolger, dem One) keine Stockwerke zählen kann, finde ich ebenso erträglich wie die aus meiner Sicht nicht ganz optimale Datenbank zur Nahrungsmitteleingabe. Wer hier mehr möchte, dem sei der kostenlose und auch in Deutsch verfügbare Service von MyFitnessPal ans Herz gelegt! Dieser synchronisiert sich im Hintergrund vollautomatisch mit den Aktivitätswerten von Fitbit und bietet daher eine smarte Vermaschung von Kalorienaufzeichnung und sportlichen Unternehmungen – ganz unkompliziert und sehr gut funktionierend! MyFitnessPal bietet übrigens neben einem recht gelungenen WebInterface (an einigen Stellen noch mit englischen Satzfetzen behaftet) und einer recht umfangreichen Nahrungsmitteldatenbank auch eine gute iPhone-App, die kostenpflichtigen Alternativen (wie z.B. dem ShapeUp-Club, den ich selbst auch schon mal benutzt habe) in Nichts nachsteht.

Screenshot der MyFitnessPal App - man beachte die automatisch aus Fitbit übertragenen Kalorien für Trainings
Screenshot der MyFitnessPal App – man beachte die automatisch aus Fitbit übertragenen Kalorien für Trainings

Der Tragekomfort des Geräts ist am „nackigen“ Arm (d.h. mit T-Shirt und damit ohne verhüllenden / drückenden Stoff drüber) sehr gut. Auch unter einem Businesshemd verhält sich der Flex unauffällig, neigt jedoch (wie eine Armbanduhr auch) dazu zu drücken, wenn er beim Tippen auf der Handballenauflage der Tastatur liegt. Grad in diesem Moment schmiegt er sich zum Beispiel relativ unangenehm an den Aluminium-Body meines MacBooks; dieses Problem habe ich an der heimischen Tastatur nicht so intensiv. Die Erfahrung von weiteren zwei Wochen des täglichen Gebrauchs sagt hier: Man gewöhnt sich an alles. Mittlerweile sucht sich das Armband ganz unmerklich seine Positiv und verrichtet absolut unauffällig seinen Dienst. Einzig beim Überziehen des Jackets merkt man die kleine Verdickung am Handgelenk etwas (die Gehäusekante hätte aber durchaus auch etwas abgerundeter ausfallen dürfen). Als positiven Effekt des unauffälligen Tragens kann ich zudem festhalten, dass auch die Aufzeichnung der Schlafinformationen mit dem Flex Spaß macht und man dies fortwährend tut – mit dem Ultra verließ mich hier nach spätestens fünf Nächten die Lust ob des relativ sperrigen Armbands. Apropos Fitbit Ultra: Dessen Akkulaufzeit erreicht das Flex erwartungsgemäß nicht ganz. Nacht ca. 4 – 6 Tagen möchte das kleine Plastikriegelchen in seiner proprietären Halterung geladen werden, was für mich aber kein Problem darstellt. Auch nach der ersten „Akkustand ist niedrig“-Meldung hält das Gerät noch einige Stunden durch und ein paar Momente der Inaktivität, in denen der Tracker sich wieder auflädt, finden sich immer.

Fitbit Flex - auch beim Cabriofahren unauffällig zu tragen
Fitbit Flex – auch beim Cabriofahren unauffällig zu tragen

Was bleibt? Prinzipiell bin ich mit dem Fitbit Flex sehr zufrieden und finde die Umsetzung in Form eines Armbands recht gelungen. Je nach Einsatzzweck und persönlichen Präferenzen lässt sich der Fitbit One (bei gleichem Preis und gerüchteweise besserer Messgenauigkeit) jedoch möglicherweise besser in den Alltag integrieren. In jedem Fall störe ich mich ein wenig an der Vielzahl mitgeführter Geräte: Smartphone (für die Erreichbarkeit und aktuell für Zombies Run nebst musikalischer Begleitung), GPS-Uhr (zur genauen Aufzeichnung von Strecke, Geschwindigkeit und Puls) und Bewegungstracker zur Aufzeichnung der Aktivitätsinformationen sind nach meiner Ansicht etwas zu viel des Guten. Konsolidierung wäre hier das Schlagwort und mein Gedanke zum Abschluss lautet daher: „Apple, bitte versaut es mit einer iWatch nicht“.

Function follows form? Umstieg auf MacOS

Nach acht Windows Generationen war es soweit .. ich konnte mich das erste mal nicht so wirklich mit der Optik und Handhabung einer neuen Version anfreunden. Ich habe Windows 3.1, Windows 95, Windows 98, Windows ME, Windows 2000, Windows XP, Windows Vista und Windows 7 als Desktop-Betriebssystem eingesetzt und mich mit diesen – trotz der teilweise negativen Kritiken der Fachpresse (vor allem bei Vista) – stets anfreunden. Teilweise habe ich sogar die Beta-Versionen verwendet, um möglichst frühzeitig erste Erfahrungen mit der „Next Generation“ sammeln zu können .. so natürlich auch bei Windows 8.

Da mich mein bisheriges Arbeitsgerät (HP Elitebook 8560p) eher genervt als erfreut hat und meine Gehversuche mit XenClient 2 leider eher unerfreulich verliefen, ließ ich mich sogar dazu verleiten die Windows 8 Consumer Preview quasi produktiv zu verwenden. Ich sortierte also fleißig Kacheln, wundert mich über die vergleichsweise völlig schwachen MetroApps und fragte mich konstant, wie ich jemals einem unbedarften Anwender erklären sollte, dass es einen Desktop gibt auf dem Anwendungen laufen und natürlich auch jene Applikationen, die eben nicht in der Taskleiste auftauchen. Sicher, auf einem Gerät mit Touchscreen würde die Welt noch mal anders aussehen .. aber auf meinem klassischen 15″-Arbeitsnotebook macht das tägliche Handling von Windows 8 weder Spaß, noch sah es besonders chic aus.

Dazu kam, dass ich einfach keine Lust mehr auf ein knapp 3kg schweres Gerät hatte, dass noch dazu alle 3h von einem ca. 1kg auf die Waage bringenden Netzteil gespeist werden wollte, was für den gemeinsamen Transport eine recht klobige und ebenfalls nicht ganz leichte Tasche bedingte. Mit der fremden Welt „MacOS“ liebäugelte ich bereits eh schon sehr lange und als Apple sich dann dazu entschloss ein leichtes, ausdauerndes Gerät mit HighEnd-Retina-Display im passenden Formfaktor (13″) herauszubringen, war es um mich geschehen. Nach zwei unruhigen Abenden war die Bestellung endlich ausgelöst; damit das Gerät auch im Business verwendet werden kann, orderte ich gleich noch für 28€ einen Thunderbolt auf VGA-Adapter (Beamer..) dazu. In Summe zwar eine sehr heftige Investition für eine 1,6kg leichte Flunder ohne dedizierte Grafikeinheit, aber ich glaube Vernunft ist nicht der treibende Faktor zur Anschaffung von Apple Produkten.

Die Lieferzeit überbrückten wir dann durch den ein oder anderen Besuch in den lokalen Apple Stores (zum Glück haben wir im Rhein Main Gebiet ja derer gleich zwei). Dort wurde das MacBook Air eifrig mit dem MacBook Pro Retina verglichen und überprüft, wie sich Microsoft Office (wie gesagt, das Gerät sollte ja mein Alltagsbegleiter werden und insbesondere im Dateiaustausch mit Kunden sind die Office Produkte von Microsoft nun mal unentbehrlich für mich) unter MacOS anfühlte. Bis auf die Tatsache, dass bei optimaler Auflösung etwas mehr auf das Display des Airs passt (1440×900 sind nunmal größer als die effektiv nutzbaren 1280×800 des Retina Displays), machte eigentlich alles einen sehr guten Eindruck. Wie sich später herausstellen sollte, war diese erste Impression doch etwas trügerisch.

Rettung aus der kalten Gruft
Rettung aus der kalten gelben Gruft

Bevor ich jedoch groß in Grübeln und Zweifeln kommen konnte, signalisierte mir die Packstation meines Vertrauens: Das Fallobst ist eingetroffen. Pünktlich vor der Fahrt ins Wochenende sammelten wir den unscheinbaren Karton ein und harrten der Dinge, die da kommen würden. Der Erstkontakt war so, wie man es erwarten würde; tolle Verpackung, geniale Haptik, geringes Gewicht. Die Ersteinrichtung verliefen dann ebenso wie die ersten Minuten mit MacOS sehr intuitiv und eigentlich sehr vertraut. Ein bisschen iOS, ein bisschen gesunder Menschenverstand und ein paar vertraute Applikationen (Chrome, Thunderbird, Dropbox) .. jaja, die Gesamtumstellung auf die Apfel-Welt wird schon kein Problem werden. Auch der sporadische Kontakt zum Unix-Unterbau gefiel mir sehr gut .. hier fühlt man sich auf angenehme Weise an die Gehversuche mit Linux erinnert.

Pack! Mich! Aus!
Pack! Mich! Aus!

Wie bei vermutlich jedem MacOS-Anfänger mit massivem Windows-Background kamen jedoch schnell die ersten Fragen auf: Warum nur sollen Ordner im Finder bei der Sortierung die gleiche Gewichtung wie Dateien haben, warum läuft eine Anwendung noch wenn ich sie eigentlich wie gewohnt beende und warum kann ich eine Anwendung nicht einfach und schnell auf die gesamte Bildschirmfläche maximieren? Pathfinder (als Finder-Alternative meiner Meinung nach unschlagbar .. und noch dazu deutlich cooler und funktionaler als der Windows-Explorer), ein wenig googeln und BetterTouchTool später (geniales Tool für verschiedenste Zwecke .. z.B. um Shortcuts zum Fenster-Management zu definieren) sah die Welt schon wieder besser aus. Das MBPr lief die versprochenen >6h, war dabei quasi unhörbar und das Retina-Display zeigte wiederholt seine Stärken. Es spiegelte wenig, bot die Möglichkeit bedarfsweise eine sehr hohe Auflösung anzuzeigen und brilliert besonders bei feinen bzw. sehr kleinen Inhalten, die extrem scharf wiedergegeben werden. Alles hätte so gut sein können (Ausnahme: Mausgesten unter Chrome .. aber das ist ein anderes Thema).

Einfach nur elegant
Einfach nur elegant

Dann kam Microsoft Office for Mac – Office 2011. Die Installation war problemlos, doch bereits wenig später begann der Spaß. Ein Excel-Workbook mit Macros (.xslm; Zeitnachweis) ließ sich mit Hinblick auf die integrierten Formeln zum Handling von Datumsangaben gar nicht vernünftig bearbeiten, Outlook lässt verschiedene Funktionen vermissen (z.B. Signaturen bei internen E-Mails nicht standardmäßig einfügen) und irgendwie hat Word ja – ebenso wie jede andere Anwendung – da oben so eine komische Menüleiste? An diese habe ich mich mittlerweile gewöhnt .. ebenso an den Mix des Menüs mit der Ribbon-Leiste. Word unter MacOS würde sogar fast anstandslos laufen, wenn es nicht beim Einfügen von Multimediainhalten (z.B. aus Powerpoint) deutlich öfter abstürzen würde als sein Windows Pendant und die Grammatikkorrektur zumindest eine Grundintelligenz erkennen ließe (Word 2011: Ein Leerzeichen nach einem Komma ist böse und muss grundsätzlich entfernt werden – siehe auch hier). Aber gut .. mit kleineren Einschränkungen kann man sich auch an Word, Powerpoint und Excel 2011 gewöhnen. Man stößt zwar immer mal wieder auf gewohnte Funktionen die einfach nicht vorhanden sind, doch mit dem wiederholt in den Foren dieser Welt auftauchenden Hinweis „Melde es doch über dieses Formular dem zuständigen Microsoft Produktteam“ fühlt man sich zumindest nicht allein.

Elitebook vs. MacBook Pro Retina 13" - ein gewaltiger Unterschied
Elitebook vs. MacBook Pro Retina 13″ – ein gewaltiger Unterschied

Wirklich anstrengend finde ich Outlook 2011. Dies mag vor allem daran liegen, dass E-Mails naheliegender Weise auch immer eine gewisse Außenwirkung haben, und ich mich einfach darauf verlassen können muss, dass diese genauso beim Empfänger (der meist ebenfalls Outlook einsetzt) ankommen, wie ich sie erstelle. Klappt aber nicht. Da wäre zum einen der Trick mit der Schriftgröße (Arial 10 in Windows = Arial 13 unter MacOS .. warum nicht) und zum anderen der beinahe tägliche Kampf mit HTML-Formatierungen. Diese sind ja durchaus verpönt, doch zumindest was Aufzählungen angeht, erwarte ich einfach, dass diese beim Empfänger genauso ankommen, wie ich sie erstelle. Das Problem scheint serverseitig verursacht zu werden und ist durchaus bekannt – siehe z.B. dieser Blogbeitrag mit Gegenmaßnahmen. Gut, dafür hat uns Microsoft mit Outlook 2011 „Unified Inboxes“ gegeben .. ein nettes Feature, auf das Outlook 2010 noch verzichten muss.

Auch wenn die vorherigen Zeilen vielleicht von etwas Enttäuschung zeugen .. generell finde ich die Mac-Welt nicht schlecht. Ich finde sie jedoch nicht so unendlich viel besser als das Windows-Universum, wie es oft propagiert wird. Weder erledigt das Notebook meine Arbeit von allein, noch bleibe ich von Abstürzen und Programmaussetzern verschont. Wie schon beschrieben, hat Word ab und an keine Lust mehr, auch der Boxcrytor verweigert sporadisch seinen Dienst und besteht auf einen Neustart. Als letztlich sogar das USB-Tethering des iPhones ausgefallen ist (auch ein laut Recherchen recht verbreiteter Fehler) fiel ich temporär ganz vom Glauben ab. Aber gut, es gibt auch richtig tolle Dinge – iMessage zum Beispiel. Selten hat es so viel Spaß gemacht auch längere Dialoge via iMessage zu führen .. mit der hervorragenden Tastatur des MacBooks lassen sich Texte einfach viel schneller und komfortabler eingeben, als mit dem kleinen Touchscreen des iPhones. Die Synchronisation der Nachrichten erfolgt dabei übrigens (zumindest für mich) in aller Regel absolut problemlos; wird eine ankommende Nachricht nicht binnen einiger Sekunden am Mac gelesen, vibriert mein Smartphone. Im lebendigen Dialog merkt man überhaupt nichts davon, dass mehrere Geräte mit der gleichen Kennung am iMessage-Dialog teilnehmen .. genauso würde ich mir das ohne jegliches Vorwissen vorstellen.

Ende eines langen Tages .. und jeder sieht, dass es kein Ultrabook ist..
Ende eines langen Tages .. und jeder sieht, dass es kein Ultrabook ist..

Ein Wort auch noch zum Thema Peripherie: Von dem „Ich brauch kein Ethernet“-Ansatz musste ich ebenso schnell verabschieden, wie ich davon ausging, meine Logitech Maus einfach weiterzuverwenden. Der vom Unified Receiver der Maus blockierte USB-Anschluss sowie die in diesem Zusammenhang unförmige Erweiterung des sonst so schlanken Gehäuses gingen mir auf Dauer doch so sehr auf die Nerven, dass eine Alternative her musste. Hier denkt man natürlich zunächst an die Magic Mouse, welche mich bei einem Hands On Test im Apple Store (mittlerweile kannten wir uns dort ja so gut aus) jedoch nicht überzeugte. Nach längerem Hin und Her habe ich sie dann aber doch bestellt und muss sagen, dass sie das bisher beste Eingabegerät ist, dass mir soweit untergekommen ist. Obgleich die Maus recht flach ist, liegt meine Hand sehr ruhig darauf, die glatte Oberfläche fühlt sich einfach zu jedem Zeitpunkt sehr gut an. Das Scrollen per Wischgesten funktioniert hervorragend und dank BetterTouchTool sind die Möglichkeiten zur Gestensteuerung quasi nahezu unendlich. Einzig die Notwendigkeit extra eine maßgeschneiderte Tasche aus UK senden lassen zu müssen, fand ich nicht so toll .. dafür passt diese umso besser 😉 Auch eine Tasche für das Notebook insgesamt zu besorgen war übrigens gar nicht so einfach; nicht zu groß, nicht zu klein, kein allzu hohes Eigengewicht .. da war schon eine längere Recherche erforderlich.

Nach knapp 2,5 Monaten mit dem MacBook bleibt zu sagen: Interessant. Doch obgleich ich nie eine Parallelinstallation von Windows wollte (also kein Bootcamp) und eigentlich auch vor hatte auf Virtualisierung zu verzichten, muss wohl doch Parallels her. Zu sehr stört es mich kein vernünftiges / vertrautes Pendant zu Visio zu haben (OmniGraffle ist irgendwie nicht so mein Fall), zu sehr fehlt mir OneNote (Evernote mochte ich gar nicht, Circus Ponnies Notebook ist ganz nett, aber nicht auf Augenhöhe) und das totale Fehlen von Microsoft Project ist auch nicht gerade hilfreich. In diesem Kontext finde ich es umso deplatzierter, dass Apple für das Upgrade auf eine 256GB SSD mehr als doppelt so viel Geld haben möchte (299€), als ein vergleichbares Gerät generell (ca. 150€) kostet.

Eine kurze Notiz noch zu den häufig angeschnittenen Themen „eingeklebter Akku“ bzw. „mangelnde Wartungsfreudigkeit“: Ist mir völlig egal. So lange ich das Gerät benutze, hat es Garantie bzw. wird diese durch ein Protection Plan verlängert. Bevor selbiger ausläuft, wird mich das Gerät mit Hinblick auf die stetige Weiterentwicklung im Hardwaremarkt (verbesserte GPU-Einheit lässt grüßen) und dank vergleichsweise extrem stabiler Preise auf dem Gebrauchtgerätemarkt mit wenig Schmerzen verlassen – hier sehe ich also zunächst keine Schwierigkeiten. Was die Aspekte Nachhaltigkeit angeht, sind diese Themen sicher abermals differenziert zu betrachten, doch dies soll nicht Fokus dieses Artikels sein.

Ansonsten sehe ich den nahezu täglichen Wechsel von MacOS zu Windows und zurück primär als Gehirnjogging: Cmd + C oder doch Strg + C? Und warum fehlt Chrome unter Windows eigentlich plötzlich die mittlerweile so vertraute Menüleiste? 😉 Man arrangiert sich..

ZBOX ID82: Wir basteln einen Mini-PC

Wer mich kennt (oder die wenigen IT-Beiträge hier im Blog in den letzten Jahren verfolgt hat), weiß, dass ich eine Schwäche für unkonventionelle, manchmal nicht ganz vernünftige und allgemein eher außergewöhnliche Gadgets habe. So musste unsere ESXi-Whitebox zu Virtualisierungszwecken unbedingt in ein quadratisches Lian Li-Gehäuse gepfercht werden (für einen Server nicht unbedingt gewöhnlich), im Wohnzimmer dient ein HTPC  für alle Multimediaaufgaben und mein Heimrechner versteckt sich in einem „Ich bin leise“-Gehäuse.

Vor dem Hintergrund dieser Historie ist es sicherlich nicht schwer zu ahnen, dass ich seit geraumer Zeit auch mit einem Mac mini liebäugle. Leider gibt es keinen wirklich praxisnahen Verwendungszweck um das Gerät und mich zusammenzubringen: Mein Heimrechner dient (primär) dem ein oder anderen Spiel, unterwegs nutze ich ein Notebook und zwischendurch ein iPhone oder iPad. So blieb mir der Wunsch nach einem kompakten, leisen und einfach faszinierenden Desktop-PC lange verwährt. Es gab aber Hoffnung am Horizont: Der Rechner meiner Eltern wurde zunehmend langsamer und im Vergleich zur heimischen IT-Infrastruktur wollte ich bei der Arbeit mit besagtem Gerät am liebsten zu einem Schallschutzkopfhörer greifen. Das deutlich vernehmbare Rattern der mittlerweile recht betagten Festplatten verstärkte mein Vertrauen in eben jenes System ebenfalls nicht.

Zur Ablösung dieser „Kiste“ erwog ich daher schon seit fast einem Jahr die Anschaffung eines Nettops: Notebook-Technik, kompakte Abmessungen, günstige Anschaffung .. könnte gut passen. Weniger ermutigend fand ich die verfügbaren Benchmarks der Geräte, welche allesamt auf eine katastrophale CPU- und Grafikperformance hinwiesen. Ein wenig Vernunft muss schon sein, so dass ich mir (da kommt der Berater durch) Gedanken zum Use Case gemacht hab: Hochauflösende Flash-Videos und eine Runde Moorhuhn-Remake, sowie gelegentliches Blättern im riesigen, digitalen Fotoarchiv trafen auf wenig ressourcenintensive Standardaufgaben wie Office, Thunderbird und Chrome. Alles in allem also ein Zwiespalt zwischen „wenig Leistung reicht“ und „a bisserl mehr geht immer“.

Eben diesen Konflikt schien Zotac im Rahmen der Cebit 2012 mit der Vorstellung der IDBox 82 zu lösen. Dieses kompakte Gerät verfügt im Gegensatz zu den meisten anderen Nettops über eine relativ leistungsstarke CPU vom Typ Core i3 (2330m, 2x 2,20 GHz), welche von einer OnBoard-Grafik in Form des Intel HD3000 Chipsatzes unterstützt wird. Erste Benchmarks bei Tomshardware.de bescheinigten dem Gerät eine hervorragende Performance (zumindest den avisierten Aufgaben gegenüber), weshalb sich hier alle meine Anforderungen in einer kleinen Kiste zu konzentrieren schienen.

Gab es nur noch zwei Probleme: 1. Der vergleichsweise unerfreuliche Preis, 2. Die schlecht Verfügbarkeit. Da 2. langsamer besser wurde als ich bereit war 1. zu akzeptieren, dachte ich zwischendurch über einen selbstständigen Nachbau der Lösung nach (Board, CPU und co gibt es ja regulär zu kaufen). Leider war die Verfügbarkeit auch hier eingeschränkt und der Kostenaspekt ebenfalls eher suboptimal .. die Mühe hätte schlicht nicht gelohnt. Irgendwann Mitte Juni war es dann aber soweit: Die üblichen Verdächtigen des Online-Handels meldeten eine kurzfristige Verfügbarkeit des Produkts. Nach kurzem Grübeln setzte ich dann auch eifrig eine Bestellung für den „Barebone“ (Festplatte und RAM mussten noch manuell ergänzt werden) ab. Ich entschied mich an dieser Stelle bewusst gegen das fertige Produkt ZBOX ID82 Plus, da dieses (meiner Meinung nach völlig unzeitgemäß) auf eine klassische 300GB Magnet-Festplatte setzte.

Normalerweise bastle ich unsere Rechner ja alle selbst, so dass die Zusammenstellung von RAM und Festplatte zumindest ein wenig „Restspannung“ bot. So entschied ich mich nach kurzer Überlegung für eine 128GB große SSD von SanDisk sowie 2×2 GB RAM (Hochrechnungen ergaben, dass meine Eltern einfach nie von 8 GB profitieren würden). Nach nur 2 Tagen konnte ich das knapp 500€ teure Gesamtpaket vom lokalen Händler (Computeruniverse) abholen und mich nach dem ersten Öffnen der Box zu Hause über die faszinierenden Abmessungen sowie den tollen Lieferumfang freuen: Wand/Vesa-Halterung, Standfuß, DVI auf VGA-Adapter, Schrauben zur Montage, WLAN-Antenne, Empfänger für eine Fernbedienung und natürlich eine Windows Media Center kompatible (sehr angenehm anzufassende) Fernbedienung warteten darauf ausgepackt zu werden. Der Ersteindruck war hier insgesamt sehr positiv und auch die ZBOX selbst weiß in Form und Gestaltung durchaus zu begeistern. Klar handelt es sich nicht um einen durchgestylten Mac mini, dafür verfügt das Gerät mit einem integrierten Kartenleser und insgesamt 6 USB Anschlüssel (davon 2x USB 3.0) über einen hohen Nutzwert. Auch die integrierten SATA 6G Anschlüsse empfand ich mit Hinblick auf die Systemperformance ebenso wie die 2 DDR3 Bänke sehr positiv.

Schlicht, aber nicht plump

Der weitere Zusammenbau des Systems gestaltete sich dann wie erwartet sehr einfach und ging leider viel zu schnell vorbei: Gehäuse mittels Rändelschrauben öffnen, Abdeckung aufschieben, SO-DIMMs einklippsen, Fixierung der Festplattenhalterung öffnen, SSD einklippsen, Fixierung schließen, Gehäuse schließen, fertig. Alles in allem ein nicht mal 10 Minuten dauernder Prozess. Anschließend schloss ich mein USB-DVD-Laufwerk an und installierte wie gewohnt Windows 7. Weniger gewohnt: Die USB 3.0 Ports, die integrierte WLAN-Karte sowie die Netzwerkkarte (sowie ein paar andere unwichtige Geräte) wurden von den integrierten Treibern nicht erkannt. Das erste mal seit ca. 3 Jahren musste ich Treiber auf einem zweiten Rechner herunterladen, bevor ich das kleine Kistchen überhaupt ins Netz bekam. Dafür lief ansonsten alles sehr schnell und zumindest weitestgehend so leise, wie ich es erwartet hätte.

Fertig zusammengesetztes Innenleben

Insgesamt muss man sich aber in jedem Fall darüber bewusst sein, dass in der ZBOX Notebooktechnik steckt. In der Praxis bedeutet dies, das der Lüfter  relativ klein ist und im Bedarfsfall spontan und hörbar aufdreht. Dies ist nicht wirklich störend und erzeugt eine Geräuschkulisse, die z.B. mit meinem HP Elitebook 8560p vergleichbar ist. Beim ruhendem Desktop ist das Gerät beispielsweise nahezu unhörbar. Bedingt durch die SSD (deren Firmwareupdate übrigens mittels intuitiv bedienbarem Windows-Tool sehr schnell durchgeführt werden kann), bootet das Gerät natürlich sehr schnell (ca. 12 Sekunden vom Anschalten bis zum fertigen Desktop) und fühlt sich auch sonst im Alltag äußerst performant an. Alle avisierten Aufgaben (Moorhuhn, Full-HD-Videos auf YouTube, Blättern in der Bilderbibliothek) lassen sich sehr angenehm, schnell und wie erwartet bewältigen. Die Idee der Wandmontage mussten wir jedoch verwerfen, da die doch recht zahlreichen Kabel eine optisch ansprechende Montage unwahrscheinlich erscheinen ließen.

Wie so oft zeigte sich bei der praktischen Verwendung nach wenigen Minuten dann doch ein erstes (und bisher ungelöstes) Problem: Die USB 3.0 Ports reagieren gar nicht gut auf den Energiesparmodus. Selbigen benötigt man zwar nicht wirklich, da die ZBOX fast so schnell bootet, wie sie aus dem Standby erwacht .. aber letztendlich möchte man ja doch alle Funktionen nutzen können. Konkret stellt es sich übrigens so dar, dass an den USB 3.0 Ports nach einem Nickerchen keine Geräte mehr erkannt werden. Teilweise verschwand der gesamte Controller aus dem Geräte-Manager, was auch über Ab- und Anschalten im BIOS nicht gelöst werden konnte. Im Netz gibt es hierzu allerlei Empfehlungen (Energiesparmodus der Ports deaktivieren etc.), die jedoch nicht zielführend waren. Ich glaubte bereits die Störung durch ein Firmware-Update des NEC Chips gelöst zu haben, was jedoch nur bis zum nächsten Abstecher in den Standby-Mode half. Abschließend müssen wir die USB 3.0 Energiesparthematik vermutlich bis zu einem weiteren Treiber- und/oder Firmwareupdate aussitzen (temporäre Lösungsansätze wären natürlich die Unterdrückung oder Umschaltung des Standby-Modus).

Insgesamt finde ich die ZBOX nach wie vor als eine empfehlenswerte Lösung, die ich so jederzeit wieder einsetzen würde. Das System ist insgesamt stimmig, bietet ausreichend Leistungsreserven (in Abhängigkeit davon, was man damit vor hat) und funktioniert mit sehr wenig Bastelaufwand genau wie gewünscht. Die kleineren Schwächen sind vertretbar und werden durch den bzw. die Hersteller hoffentlich demnächst behoben. In jedem Fall stellt die ZBOX einen im Vergleich zum davor eingesetzten Rechner einen gigantischen Sprung in Sachen Lautstärke und Geschwindigkeit dar .. und ich konnte mir einen lange geplanten Wunsch erfüllen 😉

Welcome (back) to the bright side – iPhone 4s

Es war ein sonniger aber recht kühler Samstag, der 12.05.2012, an dem mir final klar wurde: Ich habe die Nase voll von mangelnder Akkulaufzeit, schlechter E-Mail-Darstellung, knarxenden Gehäusen, überhöhtem Datenverkehr und der täglichen Sichtung von neuen (inoffiziellen) Weiterentwicklungen.

Es war der Tag an dem ich mich entschied: Meine Android-Zeit ist (erneut) vorbei.

Nach 226 (viel zu langen) Tagen Abstinenz vom Apfel habe ich mein niemals wirklich gemochtes HTC Sensation endlich durch ein zeitgemäßes iPhone 4s ersetzt – das Exil ist vorbei. Endlich.

Der angebissene Apfel ist zurück - endlich!

Man mag mich jetzt als blinden Apple-Fanboy verschreien .. mir ist es egal. Ebenso wie das etwas zu kleine Display mit dem fast schon nicht mehr zeitgemäß dicken Rahmen. Für diese kleinen Nachteile (zugegeben, es gibt da noch einige mehr .. allen voran der Krampf mal eben neue Musik auf das Ding zu bringen) bekomme ich in Form einer phänomenalen Haptik, einer deutlich besseren Akkulaufzeit, toller Apps (joggen jetzt endlich mit Zombies Run!) und eines coolen iCloud-Konzepts jede Menge Kompensation geboten. Falls ich dann doch mal grübeln sollte, frage ich einfach Siri .. die muntert mich definitiv immer wieder auf (und das tut sie sogar hervorragend über die Freisprecheinrichtung im Auto .. sogar bei geöffnetem Verdeck).

Damit der kleine Barren aus Aluminium und Glas etwas handhabbarer wird, steuerten wir direkt nach der Abholung übrigens den Apple Store in Frankfurt an. Hier gelang es einer sehr freundlichen Bedienung mir recht zügig ein Case zu vermitteln, dass hinsichtlich Beschaffenheit, Gewicht und Dicke quasi perfekt meine Anforderungen erfüllt (Incase Snap Case).

Dünn, haltbar, griffig. Genau was ich gesucht habe..

Manchmal muss man auch emotional sein dürfen .. und heute bin ich einfach nur glücklich, mir diesen lange gehegten Wunsch nun doch endlich erfüllt zu haben.

Vom Verlust des Glaubens an die Technik

Heute ist es wohl Zeit für einen Beitrag, der mir schon sehr lange durch den Kopf geht .. er handelt von enttäuschenden Erlebnissen mit den von mir sonst so gemochten Technik-Gadgets, welche in den letzten 5 Monaten machen musste.

Dabei ist mir mein derzeitiger Alltagsbegleiter ein ganz besonders großer Dorn im Auge: Mein HTC Sensation. Ein Oberklassesmartphone sollte aus meiner Sicht vor allem eins tun: Den Benutzer bzw. Anwender möglichst intuitiv und zuverlässig im Alltag begleiten. Ferner sollte es Spaß machen und idealerweise auch den Businessalltag erleichtern.

Nur ist das HTC Sensation bekannterweise ein Vertreter des Android-Lagers, dass vieler Orten und von zahlreichen Kollegen als die „bessere Plattform“ gepriesen wird. Nun beschäftige ich mich durchaus gern mit konträren Meinungen und lerne auch gern dazu .. trotzdem gibt es einfach mehrere Aspekte des Google-Smartphone-Betriebssystems, die mir noch kein Befürworter dieses Ansatzes schön reden konnte.

Aber halt – man soll ja immer erst mit etwas Positivem anfangen. Daher gehe ich zunächst kurz auf das hervorragend große Display des Sensation ein, dass ich im Vergleich zum iPhone tatsächlich einigermaßen überlegen finde. Sicher, auch die Möglichkeiten Daten mit dem Gerät einfach so via USB als Massenspeicher austauschen zu können ist nett und ich denke es gab noch keinen Tag, an dem ich iTunes vermisst habe.

Ferner ist es in der Theorie sicherlich nachvollziehbar vorteilhaft einen wechselbaren Akku zu haben (in meinem Fall erst recht .. später dazu mehr) und auch der SD-Karten-Slot erscheint sinnvoll (ich versteh zwar in Zeiten von 64GB eingebautem Speicher nicht warum, aber Erweiterbarkeit ist ja per Definition toll). Zu guter Letzt hat das HTC Sensation eine ganz toll hochauflösende Kamera (nutzt einem zwar nichts, da jedes Motiv lange Geschichte ist, bevor das Gerät auslöst) aber die superhelle Doppel-LED hilft bei der nächtlichen Schatzsuche im Wald sehr.

Gut, damit sind die positiven Aspekte wie ich finde ausreichend gewürdigt (vielleicht habe ich noch den Market vergessen, der ja abermals größer als der AppStore ist aber dafür noch viel viel mehr sinnfreie, hässliche, instabile Software enthält) und ich kann vermutlich reinen Gewissens zum „Heulen“ übergehen.

Ich werde dabei mit „weichen“ Faktoren anfangen, die sich leicht weg diskutieren lassen. Argumente wie „Montagsgerät“ oder „Einzelfall“ helfen hier sicherlich sehr, wenn man als Android-Freund schnell die Position „Was für ein Depp“ beziehen möchte.

Also nun denn, was ich an meinem HTC-Sensation hasse, Part I:

  • Es knarxt wie ein absolutes billiges Nokia-Handy aus den 90er Jahren, wenn ich oben rechts auf das Gehäuse drücke. Mein Problem ist jedoch, dass ich dies beim Betätigen der Sperrtaste recht oft tue .. aber gut, dass ist sicherlich so eine unpassende Eigenart von mir. Das Knarxen können laut Berichten in den Foren dieser Welt zwar ziemlich viele Anwender nachvollziehen, doch angeblich ist es in einer aktualisierten Revision des Geräts beseitigt (meins ist ja erst aus 10/2011 und damit quasi uralt)
  • Die Funktion „Automatische Helligkeit“ (zur automatischen, sensorbasierten Steuerung der Helligkeit des Displays) liebt es sich abzuschalten. Das wäre per Definition gar nicht so schlimm .. aber sie verabschiedet sich grundsätzlich damit das Display auf maximale Helligkeit einzustellen. Dies führt zum einen zu einer sagen wir reduzierten Akkulaufzeit und zum anderen dazu, dass mich mein Telefon sehr häufig halb erblinden lässt. Hat auch seine guten Seiten .. man fällt im Kino sofort auf, muss nach dem Aufstehen nicht erst das Licht anschalten, kann das Display als Taschenlampe benutzen .. lauter so nette Dinge. Ich habe bisher noch nicht erforscht und gegoogled unter welchen Bedingungen dieser Bug auftritt (hab ich auch gar keine Lust zu) aber ich kann sagen: Mindestens drei mal pro Tag beglückt mich mein HTC auf diesem Weg. Eine dauerhafte Festlegung der Helligkeit funktioniert übrigens auch nicht; auch dann wechselt das Gerät häufig auf 100% Leuchtkraft

    Volle Kraft voraus..
  • Die Auslöseverzögerung der Kamera ist schlichtweg eine Frechheit. Motiv, Klick, Warten, eine Aufnahme von irgendetwas entsteht. Spontan eine Stimmung einfangen? Niemals! Ich bin mir durchaus bewusst, dass eine Handykamera keine „richtige“ Digicam ersetzen kann .. aber wenn die Hersteller schon 8MP Chips verbauen, dann kann ich doch bitte auch eine einigermaßen zeitgemäße Reaktionsgeschwindigkeit erwarten. Das die Fotos ansonsten relativ brauchbar werden, möchte ich auch gar nicht leugnen .. aber die Entstehung dauert halt eine gefühlte Ewigkeit. Auch dies ist ein Punkt, der aus meiner Sicht kaum diskutabel ist .. er tritt bei jedem Sensation auf und lässt das „Ding“ sogar im Vergleich zu einem mittlerweile recht alten iPhone 3GS alt aussehen.
  • Die Akkulaufzeit (welche?) ist in meinem Fall eine absolute und nicht zumutbare Frechheit. Warum? Weil das Gerät bei mir im Schnitt weniger als 13h bei geringer Benutzung durchhält .. und das ist einfach so. Ich weiß, dass ich hier mehr oder weniger ein Einzelfall bin; dass es viele glückliche Anwender gibt. Doch wenn ich zwischendurch versuche GPS, Bluetooth, WLAN und UMTS abzuschalten und trotzdem keine Besserung erziele, dann läuft irgendetwas falsch. Auch ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen habe ich (natürlich) erfolglos versucht .. Fazit bleibt: Mein Sensation bringt mich unter gar keinen Umständen durch den Tag. Meine aktuelle Vermutung lautet dahingehend, dass sich ab und an ein Task aufhängt und den Akku dann genüsslich leersaugt. Kann passieren .. aber bitte nicht monatelang. Insgesamt hatte ich noch nie ein Telefon, dass derart oft geladen werden musste und dazu geführt hat, dass das 12V-Ladekabel im Auto mein bester Freund geworden ist..

    So ein halber Tag reicht doch eigentlich auch völlig, oder?

Okay, bis hierhin kann man mir sicher technische Unfähigkeit unterstellen („dann installier halt mal ein Custom ROM“) oder behaupten, ich sei Apple-verblendet. Trotzdem wäre dies schon der Punkt, an dem ich das Gerät nie im Leben auch nur einem Interessenten empfehlen würde. Aber .. es gibt ja noch 1,2 weitere Dinge, die mich stören:

  • Der absolut Business-untaugliche und stümperhafte eMail-Client. Ja, es ist einfach so .. da Hilft auch keine Diskussion. Was stört mich an dem Ding? Primär eines: Die Ordner-Darstellung. Genau das ist dann der Punkt, an dem sich Diskussion mit jedem Android-Freund entscheidet .. die zentrale Frage: Nutzt du Ordner? Verschachtelte Ordner? Lautet die Antwort „Nö“, dann wird er wohl mit Android-basierten Geräten glücklich sein .. lautet die Antwort schlicht „Ja“, dann habe ich sicherlich einen weiteren Menschen von den Unzulänglichkeiten des offenen Mobilbetriebssystems überzeugt. Bilder sagen mehr als tausend Worte, weshalb ich als Erklärung einfach kurz einen Screenshot meiner Inbox-Struktur anhänge. Zur Erklärung: Während das iPhone diese Ordner-Struktur ähnlich wie der Windows-Explorer (oder Outlook oder Thunderbird) als Baumansicht darstellen würde, verarbeitet der native Android-Client Verschachtelungen durch vollständige Pfade (Inbox\Ebene1\Ebene2\Ebene3) auf. Wenn man nun nicht mit sehr (!) kurzen Ordnernamen arbeitet, hat man (wie ich) recht schnell verloren. Sicherlich liegt auch das an meinen persönlichen Schwächen. Wer jetzt jugendlich naiv den Vorschlag bringt „Nimm doch einen alternativen Client“, dem sei gesagt: Ich hab sämtliche prominenten Alternativen probiert und es gibt aus meiner Sicht aktuell keine, die multiple Exchange-Konten gleichzeitig verwenden kann und dabei keine signifikante Limitation aufweist. Wie hat Apple das nur gemacht…?

    Maildarstellung (Auszug) - Android und Outlook
  • Dem Ordner-Problem des Mail-Clients möchte ich gleich noch eine weitere Schwäche von Android anhängen, die mich primär beim Bearbeiten von Mails stört: Die Möglichkeit auf Links und Telefon-Nummern zu tippen und diese spontan zu öffnen. iPhone-User kennen das .. die Telefonnummer in der Signatur des Geschäftspartners einfach kurz antippen und schon steht das Gespräch. Android-User quälen sich erst aufwändig damit die Nummer zu markieren, sie zu kopieren und dann anschließend im Telefon-Bereich wieder einzufügen. Richtig elegant, oder? Wenn ich korrekt informiert bin, hängt dies mit einem Patent von Apple zusammen .. aber das ist mir schlicht egal!

    Ganz komfortabel anrufen .. oder auch nicht (die Maildarstellung ist insgesamt nicht so toll, aber was soll's)

Eigentlich .. war es das fast schon. Das der Browser manchmal hängt, tabbed browsen nochmals schlechter als beim iPhone funktioniert, Tab to Zoom auch sporadisch keine Lust hat und ich schon vier mal ob eines schlicht ausfallenden Weckers verschlafen habe (jaja, da hat sich Apple auch mehr als blamiert) fällt eher unter „kleinere“ Probleme. Auch die Update-Politik (die dazu führt, dass ich nie weiß ob das Ding nochmal eine Aktualisierung bekommt und falls ja: Ist es noch in diesem Jahrzehnt. Gleiches gilt übrigens auch für herstellereigene Erweiterungen wie HTC Sense) finde ich bei Android ebenso schlimm wie die sich ständig verändernde Modellpalette bei HTC (Sensation, Sensation XE, Sensation XL..) aber gut, alles Geschmackssache.

Zusammenfassend ist mein auf Android-basierendes HTC Senstion mit absoluter Sicherheit das schlechteste Gadget, was mir in den letzten 36 Monaten untergekommen ist (da hat mich mein Motorola Milestone auf Android-Basis mehr überzeugt und auf das Windows Phone 7 von Dani könnte ich Lobeshymnen singen). Obgleich hier sicherlich persönliche Präferenzen eine Rolle spielen, gibt es doch verschiedene Fakten, die auch möglichst objektiv betrachtet einfach nur enttäuschend sind.

Okay .. mit dieser leicht negativen Einstellung gegenüber meines aktuellen Smartphones ging ich also durch die Welt, versorgte es konstant mit Spannung und wartete auf die Firmware-Upates von Morgen. Doch dann kam ein Gerät, dass dem Sensation in seiner absolut nicht vorhandenen Vollkommenheit Konkurrenz macht .. und nebenbei gesagt mit ihm auch noch um die 12V Steckdose im Auto buhlt: Mein TomTom Go 1005. Gleich vorweg: TomTom-Freunde können mich bereits ab diesem Punkt als „Depp“ abstempeln, habe ich doch das völlig veraltete und sowieso gar nicht mehr auf das TT-Homepage gelistete 1005 und nicht das aktualisierte „damit wird alles gut“ 1015. Das die Probleme weitestgehend die selben sind, kann man ja einfach leugnen.

Also nun .. was ist denn so schlimm an dem Ding? Auch hier wieder kurz die (durchaus vorhandenen) guten Seiten zuerst: Großes Display, schnelle Routenberechnung, oftmals überzeugende Live-Services, sehr gute magnetische Halterung). Auch sonst ist das Gerät ja eigentlich okay .. wenn, ja wenn ich nicht ältere TomToms kennen würde. Und genau da kommt der Punkt wo ich als technikaffiner Mensch das Verständnis verliere. In diesem Kontext ein paar provokante Fragen:

  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 erkennen, ob ein Punkt von Interesse (z.B. eine Schule .. oder eine Geschwindigkeitsmessung) in Fahrtrichtung liegt oder eben nicht?
  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 auf Basis eines Lichtsensors von Tag auf Nachtfarben umschalten .. warum geht das heute nur noch Standort- und Uhrzeitbezogen? (echt doof im Tunnel und zudem mit einiger Verzögerung beim morgendlichen Einschalten)
  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 korrekt „abbiegen“ sagen anstelle von „abbiggggen“ (ist ja nur ein Softwareproblem, dass vor mehreren Monaten durch ein Update kam und immer noch nicht gelöst wurde)
  • Warum gab es schon beim TomTom Go 710 eine weibliche, Text-To-Speech fähige Stimme (Stand heute gibt es bei den aktuellen TT-Geräten nur eine männliche TTS Stimme .. das ist Fakt!)
  • Warum konnte schon das TomTom Go 710 zuverlässig in den Standby schalten anstatt nach ein paar Stunden abgeschaltet im Auto zu liegen schon einen leeren Akku zu haben?

Das sind Dinge .. die versteh ich einfach nicht (und die haben laut Foren die meisten Benutzer aktueller TomTom-Geräte). Vor allem der letzt genannte Punkt führt zu einer Überlastung meines „Technik ist cool“-Gens. Tatsächlich kommt es nun nämlich zu einem Konflikt zwischen meinem stromsüchtigen und quasi spannungsinkontinenten HTC Sensation und eben dem TomTom-Gerät. Ziemlich blöd, denn das zwingt mich (falls ich nicht mit einem Adapter aufrüsten möchte) zu der schmerzlichen Wahl, welchen meiner Freunde ich am Leben erhalten will. Meistens entscheide ich mich für das TomTom .. denn ein paar Minuten ohne Telefon haben noch nie geschadet 😉

Tja .. soviel zu ein paar Impressionen aus dem Leben eines technikverliebten ITlers, der so manchmal den Glauben an die Moderne verliert. Softwareprobleme sind völlig okay .. wenn neue Geräte aber einen Rückschritt gegenüber der letzten Generation darstellen, fehlt sogar mir das Verständnis.

Edit: Wie der Zufall es will, gibt es tagesaktuell einen Artikel auf SPon über das große tolle Android.

Android your life!

Ein Überschrift, als sei sie dem Sloganizer entsprungen – auch mal eine interessante Art einen Artikel zu eröffnen 😉

Einige würden an dieser Stelle vielleicht einen kurzen Erwartungsbericht über meine empirische Erhebung bezüglich der Fahrtzeit von Karlsruhe nach Weingarten zur Rush-Hour erwarten – aber da die Untersuchungen noch andauern und Zahlen doch eh so dröge sind, geht es heut ein spannenderes Thema.

Nein, auch nicht Autos .. wobei, das wäre auch mal wieder einen Bericht wert. Der folgt dann vielleicht wenn die Arbeit etwas weniger wird und das Formel 1 Rennen am Wochenende zu langweilig ist 😉

Ich bevorzuge es heute von meinem neusten technischen Spielzeug zu erzählen: Meinem Motorola Milestone.

Wie haben Droidy und ich zusammengefunden? Nun gut .. das iPhone 3GS musste auf Grund organisatorischer Veränderungen weichen und als Nachfolger wurde ich mit einem eigenartigen Samsung Omnia B7610 bedacht. Eigentlich gar nicht so alt der kleine Backstein aber in der Praxis leider völlig unbrauchbar. Der Browser? Eine Zumutung. Das gesamte Interface? Träger als ein iPhone Classic mit 100 Apps. Der Bedienkomfort? Nicht vorhanden!

Nein, im Ernst, das Ding war langsam ohne Ende und das gesamte Benutzerinterface einfach nur inkonsistent. Mal kommt man an jener Stelle eine Menüebene nach oben, mal an einer anderen. Nach drei Tagen überstieg mein Frustlevel den Enthusiasmus am neuen und es blieb nur noch ein positiver Fakt über: Die Akkulaufzeit war sehr befriedigend. Okay, könnte auch daran gelegen haben, dass man einfach keine Lust hatte mit dem Gerät zu arbeiten und sich die Betriebszeit daher mit großen Schritten der möglichen Standbyzeit annäherte.

Eine Alternative musste her! Das iPhone 3GS ist quasi schon so gut wie veraltet, von Windows Mobile basierten Geräten war ich geheilt und Nokia (N97) hat eine Browserdarstellung wie aus dem letzten Jahrtausend. Dann kam ich irgendwann auf den entscheidenden Gedanken: Ein auf Android basierendes Telefon muss her. Da ich unbedingt Android 2.0 / 2.1 wollte kamen für mich nur zwei Geräte in Frage: Das HTC Desire oder das Motorola Milestone. Letzteres hat eine Tastatur und ist günstiger – die Wahl fiel schnell.

Keine 12h Recherche später fand ich mein Wunschgerät. Es befand sich sogar genau auf der, zur Erhebung der mittleren Fahrtzeit, genutzten Laborstrecke in Darmstadt – also bei strömendem Regen ein fixer Abstecher in die hessische Metropole. Dort lief die Abholung sogar fast gut .. zwar ließ mich die GPS-Funktion des Samsungs im Stich (was mich wenig verwunderte), doch Dani half mir telefonisch und mit Google Maps das Ziel zu finden.

Nach einem 14h Tag kam ich dann abends zu Haus an und befreite Droidy aus seiner Hülle.

Erster Eindruck: Sehr nett .. nicht zu groß, nicht zu klein, nicht klapprig, sehr definierter Schiebemechanismus.

Lass mich dein iPhone sein!

Als iPhone verwöhnter Benutzer hat man natürlich hohe Ansprüche an Bedienbarkeit und Haptik. Ganz kurz gesprochen: Der Meilenstein erfüllt diese in fast allen Punkten. Okay, das Zoomen (Multitouch unterstützt das gute Stück natürlich) geht manchmal etwas hakelig von statten aber die hohe Auflösung und knackige Darstellung des Displays wissen dies absolut zu kompensieren.

Was vor allem im Vergleich zum Apple-Gerät auffällt, ist die Offenheit der Systems. Während ich das iPhone jailbreaken musste um so sinnvolle Erweiterungen wie SBSettings (kleine App um Bluetooth, WiFi etc. an- und abschalten zu können) installieren zu können, gibt es diese ganz nativ im Google Market. So gesellen sich zum Basisbetriebsumfang schnell sinnvolle Tools, die Standortbasiert das WLAN an- und abschalten, Nachts das Funkmodul vollständig abschalten und detailliert den Akkuverbrauch überwachen.

Erweiterung des Speicherplatzes durch SD Karten? Kein Problem! Wechseln von einer App in die andere mittels Multitasking? Kein Problem! Längere eMails schreiben? Kein Problem!

Schieb! Mich! Auf!

Natürlich könnte ich jetzt noch lang über die Texteingabe mittels Bildschirmtastatur im Vergleich zum iPhone, der Reichhaltigkeit des Appstores (bzw. Markets) und der Akkulaufzeit schreiben .. aber die Zeit drängt etwas.

An dieser Stelle gibt es also nur ein kurzes Fazit verbunden mit der Aussage: Mehr Details folgen bald! Insgesamt ist das Androidbasierte Milestone ein sehr cooles Gadget am Puls der Zeit. Es versprüht ein wenig den Charme eines iPhone Classic, als es noch keinen Appstore gab. Man hält etwas in der Hand, dass Teil einer technischen Bewegung ist, die enormes Potential hat. Sicherlich ahmt das Gerät das iPhone an vielen Stellen nach – manchmal besser, manchmal schlechter .. aber es hat durchaus Punkte, an denen es dem Produkt aus dem Hause Apple überlegen ist.

Mal schauen wie es so mit dem iPhone der vierten Generation weitergeht 😉

EEE 1000H Skin

Nach genau 10 Tagen mit meinem EEE PC 1000H sind er und ich gute Freunde geworden. Er steht mir bei Vorlesungen und auch außerhalb davon mit langer Akkulaufzeit und brilliantem Display zur Seite und im Gegensatz dazu habe ich mich mit seiner vergleichsweise geringen Auflösung und der leicht unergonomischen rechten Shifttaste arrangiert.

Um unsere Beziehung gleich von vornherein für Höchstleistungen zu motivieren habe ich ihm ja wie bereits erläutert einen neuen RAM Riegel spendiert (unsinnigerweise sogar OCZ High Performance mit 667 MHz – was anderes war halt gerad nicht am Lager bei K&M) und sein Betriebssystem mit viel Liebe auf Frischzellenkur (Windows Vista statt XP) geschickt.

Leider hatte unser Zusammenleben bisher einen Makel: sein Äußeres. Nicht das mich Größe oder Verarbeitung (selbige könnte übrigens besser sein) stören würden, auch seine Hautfarbe finde ich ganz toll. Viel mehr ist es die Empfindlichkeit eben jener. Leider hat der Store meines Vertrauens versagt und so muss der EEE PC Zeit seines Daseins mit mehreren kleinen Kratzern auf der Oberfläche leben. Macht nix, die sind jetzt gut abgedeckt:

Die Anbringung war übrigens laut Dani ziemlich unerfreulich, dafür ist die Passform umso besser. Darüber hinaus macht das Vinyl einen sehr robusten Eindruck und wird fortan lästige Fingerabdrücke und Kratzer hoffentlich auf lange Zeit sicher verbannen.

EEE 1000H und Vista

Neues Spielzeug, neue Wünsche: Windows XP passt irgendwie nicht zu meinem Wunsch nach einer neuen technischen Spielerei. Es muss daher – aller Vernunft zum trotz – auch auf dem EEE 1000H Vista weichen. Im Netz finden sich dazu einige negative aber mindestens soviele positive Stimmen. Bevor ich zu einer Wertung komme, möchte ich zunächst die notwendigen Schritte zur Installation erläutern.

Problem 1: Die Installation

Eine schöne neue Vista DVD und ein schönes neue Netbook (bereits auf 2GB RAM aufgerüstet) – die beiden wollen irgendwie nicht so recht zueinander finden. Logisch, der EEE 1000H hat kein Laufwerk für optische Medien und ich keine entsprechende externe Lösung. Macht aber nix, es liegen ja noch genug USB Sticks rum. Da aber keiner von denen größer als 2GB ist, muss wohl zunächst das Installationsmedium etwas geschrumpt werden.

Also fix vLite herunterladen, die im Rahmen der Installation angeforderten Pakete besorgen, das Installationsmedium einbinden und los geht das fröhliche abspecken. Durch das entfernen der Sprachpakete, der Sprachsteuerung sowie einiger Einführungsvideos gibt sich das neue Installationsmedium erfreulich schlank: 1,4GB. Dieser Artikel erläutert kurz und schmerzlos die Erstellung des fertigen USB Sticks. Ein paar Reboots und ca 40 Minuten später startet der 1000H mit einem verzerrten Windows.

Problem 2: Keine Treiber, kein Internet

Man könnte meinen das eine schließt der andere ein: stimmt. Aber dem EEE Zugang zum Netz zu verschaffen, löst schon die Hälfte aller Sorgen. Spontan bieten sich zwei Möglichkeiten: LAN oder WLAN. Da ich gern vom Bett aus installiere entscheide ich mich für WLAN.

Kurze Hürde zwischendurch: Das WLAN Modul ist möglicherweise im BIOS deaktiviert, was es daher zu beheben gilt. In diesem Zusammenhang kann auch gleich die Kamera aktiviert werden.

Die Herstellerwebseite bietet entsprechende Treiber für das Produkt RT2860. Im Rahmen der Installation entschied ich mich für „Driver only“, denn mir reicht Vistas eigenes UI zum konfigurieren von WLAN Verbindungen.

Problem 3: Verzerrtes Bild

So langsam reicht es die verzerrte Darstellung auf dem Display ertragen zu müssen und daher sollten neue Treiber her. Man könnte selbige über die Intel Homepage beziehen aber dann läuft man Gefahr in böse Fehlermeldungen zu laufen, was zumindest mir so erging. Vista sei Dank kann man es sich aber auch einfacher machen: Gerätemanager öffnen, Grafikkarte auswählen, Treiber aktualisierien klicken, Online nach Software suchen und viel Geduld mitbringen. Nach einigen langen Minuten sollte Vista Erfolg bei der Treiberinstallation melden und möchte in eine entzerrte Welt starten. Während der langen Suche wurden vermutlich auch gleich alle erforderlichen Updates heruntergeladen – warum auch nicht. Vorsicht, der Reboot wird nun vermutlich auf Grund der zu installierenden Updates ein wenig länger dauern (und der Lüfter umso lauter rauschen).

Problem 4: Touchpad, Bluetooth, Kamera – alles doof?

Diese tolle Website hilft ungemein bei der Treibersuche. Ich habe zumindest den für das Touchpad und den LAN Controller installiert. Ausserdem kann es ganz nützlich sein das EEECap Utility sowie InstantKey von der Asus Webseite herunterzuladen.

Problem 5: Wie sieht’s mit Funktionstasten und ACPI aus?

Der EEE 1000H ist nicht für Vista und es wird von Asus auch keine Vistaunterstützung geben. Also müssen wohl oder übel die ACPI Treiber für Windows XP ran. Selbige gibts auf der Asus Homepage und lassen sich auch erstaunlich problemfrei installieren. An diesem Punkt sei angemerkt, dass ich die Benutzerkontensteuerung stets deaktiviert habe und daher alle Setuproutinen als Administrator ausführe.

Sind die ACPI Treiber installiert scheinen auch alle Funktionstasten zu gehen; nur die Lautstärkesteuerung macht ausser einer netten OSD Einblendung nichts. Zusätzlich käme es beim nächsten Reboot zu zwei Fehlermeldunge für die Audio- und Grafiktreiber.

Problem 6: XP Treiber, Vista Lautstärkeverwaltung

Einem geschickten EEE PC Freund sei dank lässt sich das Problem sehr einfach lösen. Einfach diesen ACPI Fix nach der beiliegenden Anleitung einspielen, rebooten und glücklich sein.

Fazit:

Vista läuft, die Performance ist sehr in Ordnung und ich muss kein veraltetes Windows XP ertragen.

Was bleibt ist eine Optimierung des Powerplans, um die Laufzeit in den gewünschten Bereich drücken zu können.