Januar 2012: Jahresbeginn im Schnee

– „Weu Schifoan is‘ des Leiwandste, wos ma si nur vurstö’n ko“ –

treffender als mit diesem Zitat von Wolfgang Ambros (aus dem universell verwendbaren und mitsingfreudigem Werk „Schifoan“) kann ich diesen Beitrag eigentlich gar nicht eröffnen.

Wie so oft stellt sich nun natürlich die Frage: Was ist passiert? Nachdem ich vor rund 10 Jahren (oh Gott ist das lang her) das erste Mal auf Carving-Skiern den Berg runter gefahren bin, ist viel Zeit vergangen. Obgleich ich das Skifahren schon damals absolut begeisternd und spaßig fand, sollte nach einem weiteren Trip in die Berge im Folgejahr mit Ausnahme eines Ausflugs in die Skihalle bei Bispingen 2010 eine lange Zeit vergehen, bevor das Thema wieder aktuell werden würde.

Obgleich ich die Begeisterung nie verloren hatte, ergab sich einfach mangels Geld, Zeit und Ausrüstung nie die Möglichkeit. Glücklicherweise gibt es ja aber nun in Form uralter Freundschaften eine Zweitbasis in München (mit gratis Strom und gratis Wasser :P), welche als idealer Ausgangsort für Kurzurlaube in nahegelegenen Skigebieten zu viert perfekt geeignet ist. So kam es dann also auch, dass wir uns recht früh am zweiten Wochenende des noch sehr jungen 2012 ins Auto setzten um Kurs in Richtung des nur 85km entfernten Skigebiets Schliersee / Spitzingsee zu setzen (an dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass ich mir einen Tag zuvor einen Nerv eingeklemmt hatte und daher eigentlich alles andere als prädestiniert für Sport war). Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt allerdings keineswegs gelöst, sondern primär beherrscht von einer gewissen Anspannung und vielleicht sogar Angst. Schon gegen 09:45 Uhr erreichten wir unser Ziel (und damit nur rund 1:45h zu spät) und durften uns nach dem Erwerb des obligatorischen Tagespasses sogleich in die nicht enden wollende Schlange des lokalen Skiverleihs einreihen. Suboptimal war in diesem Zusammenhang vermutlich die rund 20 Personen starke Gruppe schnee-freudiger Asiaten, die uns rund 2h Wartezeit von Ankunft bis Schneekontakt bescherten.

Eindeutig erkennbare Skepsis..

Irgendwann war es dann aber soweit und wir rutschten ausgerüstet mit (Achtung, Ironie) äußerst bequemen und perfekt sitzenden Skistiefeln nebst preisgünstigen Standardskiern die ersten Hänge herunter. Die ersten Meter schienen noch recht gut zu gehen, doch wie sich in den nächsten Stunden zeigen sollte, hatten wir doch unsere Mühen mit Schleppliften, buckligen Pisten und etwas steileren Passagen. So herausgefordert wollte die Stimmung nicht so ganz wie erwartet im positiven Sinne explodieren ..  aber am Ende des Tages waren allen eigentlichen zwei Dinge klar:

  1. Skifahren macht Spaß .. aber es fehlt noch ein wenig Übung
  2. Ausgeliehenes Equipment bietet viel Raum nach oben.

Idealistisch wie wir denn nun mal alle sind, studierten wir noch am Abend eBay. Was die Skistiefel angeht würde man wohl um eine einmalige, etwas schmerzende Investition nicht herumkommen .. aber bei Skiern kann man bestimmt was machen. Ja .. mit dieser naiven Einstellung ging unser erster Ausflug in den Schnee zu ende.

Die kommende Woche stand dann ganz im Zeichen des Ausrüstungserwerbs. Foren wurden studiert, Anfängerguides gelesen, Testberichte gewälzt und abschlussorientierte Verkäufer in vielen verschiedenen Läden bemüht. Von Tag zu Tag wurde klarer, dass das richtige Equipment zum einen gar nicht so einfach zu erkennen und bekommen war und vor allem der eBay-Gedanke mitten zur Saison eher weniger zielführend sein würde. Nachdem Dani und ich jeder „nur“ rund 10 paar verschiedene Skistiefel anhatten und an einem Tag bei vier Händlern waren, war dieses Kapitel zum Glück abgehakt. Damit neigte sich dieser Abschnitt dem Ende und einer neuer tat sich auf: Auswahl und Beschaffung  der richtigen Ski.

Um den geneigten Leser an dieser Stelle nicht zu langweilen sei gesagt: Die Kombination aus Internet, lokalen Fachgeschäften, Hartnäckigkeit und finanzieller Leidensfähigkeit sorgte dafür, dass wir am Freitag morgen um 09:30 Uhr alles zusammen hatten, was eine (erfolgreiche) Wiederholung des letzten Skiwochenendes ermöglichen sollte. Um uns stapelten sich Kartons, aus denen zwei paar Ski (Rossignol Temptation 74 Light, Atomic Vario Carbon), zwei paar Skistiefel (Salomon Quest Access 60w, Head Vector 110), Helme, Handschuhe sowie Skistöcke hervorgingen.

Viel unscheinbarer als man denkt..

Anschließend musste nur noch schnell der Privatskilehrer für 4 Personen für 3h gebucht werden, und schon konnte es erneut in Richtung München gehen, wo uns dankenswerterweise erneut ein bequemes Bett (nebst Cocktails, Strom und Wasser) erwartete. Samstag Morgen sollte dann auch alles besser werden, weshalb wir abermals früher aufstanden und das Frühstück ins Auto verlegten. Dank so diszipliniertem Vorgehen waren wir dann auch (mit Zwischenstopp an der Skischule) sehr früh im Skigebiet, welches in den Morgenstunden noch herrlich leer war. Bereits die ersten Meter auf den eigenen „Brettern“ fühlten sich super an und insgesamt war jetzt irgendwie alles besser.

Macht schon mal einen professionellen Eindruck

Von 10:00 bis 13:00 Uhr füllte der Skilehrer dann die noch vorhandenen Lücken hinsichtlich der richtigen Technik zur eleganten Abfahrt und unterstützte uns dabei endlich das richtige Feeling für den Berg zu entwickeln. Obgleich die vorhergesagten 6 Sonnenstunden leider ausblieben und wir auch sonst mit -11°C etwas auf die Probe gestellt wurden, gelang es den äußeren Einflüssen nicht unsere Stimmung zu drücken.

Sieht doch schon viel überzeugter aus, oder?

Einzig während der stärkenden Mittagspause wurde es dann doch etwas kühl, was vermutlich auf fehlenden Jägertee zurückzuführen war 😉

"Weu so a Tee mocht den Schnee erscht so richtig schee" (W. Ambros, schon wieder)

Gegen 16:00 Uhr und damit rund 8h nach unserer Ankunft im Skigebiet traten wir erschöpft aber auch etwas traurig (schließlich war der Tag im Schnee schon wieder vorbei) den Rückzug an. Die Grundstimmung war dieses mal jedoch deutlich positiver, hatte sich doch die Anzahl der Stürze gefühlt auf 1/10 verringert, während die Pistenkilometer antiproportional zunahmen. Spätestens jetzt war klar: Dies sollte nicht der letzte Ausflug in die Berge dieses Jahr bleiben 🙂

Ski Bunny 🙂
Hatte ich erwähnt das wir alle ziemlich erschöpft waren? Mehr Fotos vom Abend gibt es aber nicht 😉

 

Reisetagebuch Warnemünde Tag 8 – Abschied

Es war ein recht trauriger Sonntagmorgen, an dem wir unsere Augen wie immer gegen 08:00 Uhr öffneten, denn unser Warnemünde-Urlaub näherte sich unaufhaltsam seinem Ende. Die meisten Sachen hatten wir schon am Vorabend gepackt und so minimierten sich die Spuren unserer Präsenz an der Ostsee auf ein kleines Häufchen an Koffern und Tüten, die schon bald erneut im Auto verstaut werden sollten. Entgegen der sonstigen Urlaubs-Routine bestand die erste Handlung nach den üblichen Hygiene-Maßnahmen also im finalen Verpacken aller noch herumliegenden Dinge und einem anschließenden Spaziergang zur Tiefgarage – Schnappi sollte noch einmal auf den Alten Strom fahren dürfen.

Noch einmal in erster Reihe geparkt

Anders als bei unserer Ankunft vor genau einer Woche (aber zu einer deutlich populäreren Zeit) war die Flaniermeile jedoch so gut wie leer, so dass wir nach einer sehr kurzen Fahrt zügig ein letztes Mal unsere Ferienwohnung erreichten. Schnell war unser Hab und Gut erneut im Porsche verstaut und nach einer kurzen, herzlichen Verabschiedung von unseren Vermietern fuhren wir direkt auf den Kirchenplatz .. irgendwo muss der Wagen ja auch in den letzten Stunden geparkt werden. So früh am Morgen waren (erfreulicherweise) auch noch jede Menge Stellplätze verfügbar, so dass wir eilig den Obolus von 3€ für die Maximalparkdauer von 3h entrichteten.

Deutlich später als gewohnt steuerten wir die Stadtbäckerei am Teepott an – mein Magen war an eine so späte Nahrungsaufnahme mit vorhergehender sportlicher Einlage definitiv nicht mehr gewöhnt 😉 Während Dani uns eine stärkende Mahlzeit besorgte, konnte ich uns durch Glück und mittels schneller Reaktionen einen Platz in einem der beiden bereitstehenden Strandkörbe der Bäckerei ergattern – ideale Bedingungen für ein letztes maritimes Frühstück! Unsere „Henkersmahlzeit“ (man muss auch mal ein bisschen auf die Tränendrüse drücken dürfen) bestand in einem warmen Franzbrötchen nebst warmem Schokocroissant für mich („Schatz, überrasch mich!“ ..-„Es ist warm, das ist die Überraschung“) und einem frischen Rührei für Dani.

Ein nahezu idealer Platz für ein tolles (letztes) Frühstück

So gestärkt und mit viel küstischem Flair im Kopf begaben wir uns an der Promenade entlang in Richtung Neptun und bogen einige Strandaufgänge nach selbigem in Richtung Meer ab. Obgleich das Wetter recht grau war, erzeugte das leise Rauschen des ansonsten recht ruhigen Meeres in Kombination mit dem omnipräsenten Geschrei der Möwen und dem Plätschern und Schlagen des sich brechenden Wassers eine tolle Atmosphäre. Fast wortlos gingen wir am Strand entlang zurück in Richtung Mole und bogen dort angekommen nach links in Richtung Seezeichen ab.

Abschiedsstimmung am Strand

Erstaunlicherweise bot sich uns von dort aus der Anblick zahlloser kleinerer und größerer Boote, während auch im Hafen bereits rege Betriebsamkeit herrschte. Spontan entschlossen wir uns auf einem der einladenden Steine Platz zu nehmen und dem munteren Treiben ein paar Minuten zuzuschauen .. die letzten Stunden wollten schließlich standesgemäß ausgenutzt werden.

Gewusel im morgendlichen Hafen

Vom Leuchtfeuer aus begaben wir uns am zunehmend mehr frequentierten Alten Strom entlang über die Drehbrücke zur Mittelmole, die wir langsam bis zum alten Yachthafen entlang spazierten. Dort angekommen bewunderten wir ein weiteres mal die kleineren und größeren Boote, bevor die Uhr uns dringend ermahnte zum Auto zurückzukehren: 2,5h der bereits entrichteten Parkdauer waren bereits vergangen. Brav legten wir weitere 1,5€ nach und erkauften uns damit einen Stellplatz für die letzten Stunden in Warnemünde.

Den Abschluss des Urlaubs wollten wir – mit Rücksicht auf unsere bereits recht geschundenen Füße und schon wieder einigermaßen leeren Bäuche – ganz standesgemäß im Pier 7 verbringen. Da am Seekanal außer der recht alten und auf ersten Blick wenig attraktiven Braemar kein neues Schiff festgemacht hatte, entschlossen wir uns spontan sofort die Premium-Sessel direkt an das Glasfront (Meeresseite, versteht sich) des „Erlebnispunktes“ (nennt die Webseite so) zu verbringen. Da dieser Platz – ähnlich wie Sitzplätze in erster Reihe beim McDonalds im Frankfurter Airport – jedoch sehr oft „langzeitbelegt“ ist, freuten wir uns sehr nach mehreren Anläufen endlich auch mal zum Zuge gekommen zu sein.

Zum Abschied nochmal ein leckeres Essen..
...mit idealer Aussicht

Als Mittagessen teilten wir uns ein gigantisches Stück Apfelkuchen nebst heißer Schokolade, wobei das bereits mehrfach erwähnte Hafeninformationssystem leider durch eine unangenehme Fehlermeldung verdrängt wurde („…funktioniert nicht mehr“). Mit einer gewissen Genugtuung stellte ich fest, dass IT offensichtlich immer bzw. überall benötigt wird 😉

Nach rund einer Stunde beschlossen wir spontan einen kurzen Abstecher in die Souvenirabteilung von KARLs zu machen und rangen uns endlich zum Kauf zweier Muschelketten nebst verschiedenen Kleinteilen durch. Die größte Herausforderung bestand hierbei übrigens in der Selektion der „richtigen“ Kette, wobei die Auswahl mit rund 50 Exemplaren nicht gerade klein war. Ob wir die ideale Wahl getroffen haben, wird sich erst deutlich später zeigen, wenn die maritimen Accessoires ihren Weg in unser heimisches Domizil gefunden haben. Auch bei diesem Besuch im Pier 7 fiel uns ein weiteres Mal das äußerst zuvorkommende und freundliche Personal auf .. ein Lichtblick inmitten der sonst etwas rauen Nordlichter 😉

Den kulinarischen Abschluss unseres Ostseeaufenthalts bildete ein finales Fischbrötchen – hier hat Dani definitiv eine neue Leidenschaft gefunden. Ohne groß zurückzuschauen oder zu grübeln begaben wir uns anschließend zum Auto, gaben zielstrebig das Zwischenziel (Hauptbahnhof Hannover .. Danis und meine Wege sollten sich für ein paar Tage trennen) ein und fuhren direkt los. Nach einigen Kilometern wich dann auch die leichte Betroffenheit so langsam von uns und spätestens auf der A20 wurde der Wehmut vom Kreischen des Motors verdrängt (die A20 ist fast vollständig nicht tempolimitiert).

Rund 1,5h nach unserem Start erreichten wir Hamburg und hatten damit bereits einen großen Teil der Strecke zurückgelegt. Leider gab es zwischen Soltau und Hannover-Nord einen 18km langen Stau (trotz der an sich sehr günstigen Uhrzeit), weshalb wir die letzten 40km über die blitzerträchtige B3 zurücklegen mussten. Nach insgesamt 3,5h kamen wir am sehr stark frequentierten Hauptbahnhof an und um Dani zum Gleis zu bringen bzw. zu verabschieden, musste ich anschließend nur noch die Kleinigkeit von 2€ für 9 Minuten im Parkhaus entrichten.

Die letzten Kilometer auf dem Weg zu meinen Eltern vergingen dann recht schnell, da die rund 170km in 1:10h zurückgelegt waren (bei meiner Ankunft roch es auch nur ein ganz kleines bisschen nach verbrannten Gummi). Mit dem erneuten Ausladen unserer Habseligkeiten war der Warnemünde-Urlaub dann leider (und wie immer viel zu schnell) beendet.

Etwas wehmütig kann man zurückblickend nur sagen, dass wir dieses mal ganz sicher nicht erst in vier Jahren wiederkommen werden. Zusammenfassend ist die Woche an der Ostsee mit vielen, ganz tollen Erinnerungen, Momenten und Stimmungen verbunden. Insbesondere der Aufenthalt im Strandkorb unter einem strahlend blauen Himmel, der Zwischenstopp in Herberts Stromdampferlounge mit perfekter Aussicht, der Abend in Schusters Strandbar in einer einfach nur genialen Atmosphäre und die Erkundung der Steilküste mit dem Segway wecken schon jetzt wieder Fernweh.

Mit Hinblick auf tolle anstehende Events (wie u.A. die Warnemünder Woche sowie das Stromerwachen) ertappe ich mich jedenfalls regelmäßig beim Besuch der üblichen Flugportale – Frankfurt –> Rostock für 55€ pro Person und Strecke lassen das wunderbar maritime Warnemünde jedenfalls sehr nah rücken.

Weitere Impressionen dieses letzten Tages gibt es (erneut) drüben in der Gallery: Link.

Damit geht das Reisetagebuch Warnemünde nach rund 15 000 Wörtern zu Ende – vielen Dank und meine aufrichtige Anerkennung an alle, die es tatsächlich geschafft haben uns in diesem Blog vom Sonntag bis zum Sonntag zu begleiten. In jedem einzelnen Tagesbericht stecken übrigens inklusive Sichtung, Auswahl und Bearbeitung der Fotos rund 4h Arbeit .. ich habe mich also ziemlich intensiv mit der Nachbereitung unseres Urlaubs beschäftigt (und diesen Prozess das erste mal erfolgreich abgeschlossen). In den nächsten Tagen gibt es dann wieder eher leichtere bzw. kürzere Kost .. versprochen 😉

Reisetagebuch Warnemünde Tag 7 – Vertrautes und Neues

Nach einer unruhigen Nacht (Dani hat sich leider ganz termingerecht vor dem Urlaub einen Schnupfen eingefangen) starteten wir mit gewohnter Pünktlichkeit in unseren letzten vollen Tag in Warnemünde. Bereits beim Öffnen der noch kleinen Augen bemerkte ich eine signifikante Abweichung der Wetterprognose von den aktuellen Bedingungen: Die vorhergesagte Sonne war recht diesigen Bedingungen mit schlechter Sicht gewichen. Ein kurzer Griff zum Smartphone später bestätigte die aufkeimenden Befürchtungen: 4h Sonnenscheindauer waren 0,1h gewichen. An dieser Stelle musste ich zwangsläufig an einen Artikel auf Spiegel Online denken, den ich wenige Tage vorher gelesen hatte. Selbiger sagte aus, dass drei von vier Wetterprognosen für die kommenden drei (!) Tage im Wesentlichen korrekt sind. Merke: Die Sonnenscheindauer ist also unwesentlich.

Ein wenig enttäuscht begaben wir uns also aus dem Feriendomizil auf den Alten Strom, wo uns eine recht herbstliche Atmosphäre erwartete. Da wir am Vortag von der Aussicht der Stadtbäckerei Junge am Teepott sehr angetan waren, beschlossen wir die allmorgendliche Stärkung zwar beim gewohnten Bäcker aber in einer anderen Filiale zu uns zu nehmen. Wie an jedem Tag waren wir vor den meisten Touristen dran und konnten uns daher über ein angenehm ruhiges Frühstück in einer relativ leeren Bäckerei mit toller Aussicht auf die morgendliche Ostsee freuen. Bereichert wurde unsere übliche Produktauswahl diesmal übrigens von einem sehr geschmacksintensiven Apfel-Zimt-Muffin, der weihnachtliche Gefühle aufkommen ließ und durchaus weiterempfohlen werden kann 😉

Wetter suboptimal, Aussicht ideal

Nach der obligatorischen Stärkung entschlossen wir uns zunächst zu einem kurzen Spaziergang durch das erwachende Warnemünde. Als erstes begaben wir uns in diesem Zusammenhang auf die Mole, die – wie immer – mit einem tollen Blick auf die See, den Alten Strom und den Seekanal lockte und ebenfalls noch angenehm leer waren. Unterwegs hatten wir die Gelegenheit einen ufernah arbeitenden Fischer zu beobachten, der eine unbedarfte Urlauberin zu dem wahnsinnig zweckmäßigen (und mehrmals ausgeführten) Zuruf „Herr Fischer, Herr Fischer, wie tief ist das Wasser“ ermunterte. Spätestens an dieser Stelle konnte ich die nordische Ignoranz zu einem guten Stück nachvollziehen 😉

Ehrliches Handwerk früh am Morgen

Mit einer frischen Brise Meeresluft in der Nase begaben wir uns zielsicher auf die schon recht bevölkerte Mittelmole, auf welcher am Samstag der Warnemünder Fischmarkt stattfindet. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Touristen schoben wir uns Schritt für Schritt durch das Gedränge, atmeten die vom Geruch von Räucherfisch geschwängerte Luft und beobachteten Fischer beim Anlanden ihrer Beute. Inmitten dieses Getummels kriegt man auch mal einen anderen Eindruck vom sonst vordergründig so touristisch orientierten Warnemünde und erkennt durchaus dessen Wurzeln in der Fischerei .. Den Fischmarkt sollte man bei Gelegenheit also durchaus mal mitnehmen.

Weiter ging es mit einem Abstecher an den Seekanal um anschließend zur Touristeninformationen zu wandern: Da die abendliche Nachtwächterführung ja leider ausfallen musste, wollten wir zumindest an einer regulären Stadtführung teilnehmen. Selbige war auch schnell für 11:00 Uhr terminiert, so dass wir nur noch einige Minuten Wartezeit überbrücken mussten. Die Führung selbst begann dann recht pünktlich bei frischen 12°C, drohenden Regenwolken und bestand aus einer recht großen Gruppe von ca. 25 Personen. In den anschließenden zwei Stunden erfuhren wir recht viele (für uns neue) Hintergrundinformationen über die Geschichte von Warnemünde und dessen ganz spezielles Verhältnis zu Rostock. Akustisch konnte man dem Guide zumindest dann sehr gut folgen, wenn man an den verschiedenen Stationen der Tour (es waren nur ca. 5) Erfolg bei der passenden Platzwahl hatte 😉 Besonders im Gedächtnis ist mir die Tatsache geblieben, dass Warnemünde bereits im 13. Jahrhundert an Rostock verkauft wurde, seit dem quasi „unterworfen“ war und die Einwohner keinerlei Gewerbe außer dem Fischfang sowie der Seefahrt ausüben durften. Dieser Umstand wurde erst im 19. Jahrhundert durch die Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit beendet, wonach sich rasch die verschiedensten Gewerke ansiedelten und auch die bis dahin über mehrere Jahrhunderte stabile Einwohnerzahl von ca. 700 Personen langsam anstieg. In etwa zum gleichen Zeitraum begann übrigens auch der Tourismus, welche heute einen Löwenanteil der lokalen Wirtschaft ausmacht. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass die ersten Gäste („Berliners“) Teile der Fischerkaten mieteten und diese für den Zeitraum des Besuchs selber möblieren mussten. Zumindest als (natürlich deutlich kurzweiligerer) Urlauber heute, wäre es jedenfalls unvorstellbar neben jeder Menge Klamotten, Schuhen und technischen Spielereien auch noch eigene Möbel nebst Geschirr etc. in den Kurzaufenthalt mitzunehmen. Um den Bade- bzw. Erholungsgästen mehr Platz für ihr zahlreich mitgebrachtes Gut zu geben, kamen die Warnemünder übrigens auf die Idee die bestehenden Gebäude durch den Anbau von Veranden zu erweitern, was in der jüngsten Zeit zu finanziellen Forderungen seitens der Stadt an die Eigentümer führte (und vermutlich in einen andauernden Rechtsstreit mündete). Interessant war es auch den gen Westen doch deutlich anderen Baustil im Vergleich zu den „historischen“ Quartieren in Stromnähe zu sehen, an welchem man das Wachstum der Siedlung doch sehr gut erkennen konnte.

Oben mittig: Unser Wohnzimmer

Nachdem uns die Tour direkt an unserer FeWo vorbei den Strand führte und mit nur 10 Minuten Überlänge pünktlich gegen 13:00 Uhr am Leuchtturm endete, begaben wir uns nach einem kurzen Zwischenstopp in unserer Unterkunft direkt zum Pier 7. Dort ließen wir uns in sehr bequemen Ledersesseln nieder und stärkten uns mit Blick auf das (bereits an anderer Stelle beschriebene) Infosystem von Digital-Seas.com bei zwei extrem leckeren Stückchen Torte (Schokosahne bzw. Himbeerkäse) und einer heißen, sehr süßen Schokolade. In diesem tollen, maritimen Ambiente, begleitet von entspannter Musik und mit dem Blick auf den Seekanal, könnte man gefühlt den gesamten Tag verbringen. Dies wäre mit Hinblick auf die vergleichsweise entspannende Ruhe und die Freundlichkeit des Personals auch durchaus machbar, hätte sicher aber nicht mit unserer restlichen Tagesplanung vertragen 😉

Ich krieg schon Appetit beim Hinsehen..

Gegen 14:00 Uhr sah der strickte Zeitplan nämlich eine kurze Fährfahrt nach Hohe Düne vor, dass wir während unseres diesjährigen Aufenthalts an der Ostsee noch gar nicht besucht hatten. Bevor wir uns jedoch der Aussicht von der vergleichsweise einsamen Mole und dem „neuen“ Yachthafen widmeten, begaben wir uns auf die relativ neu (2008) eingerichtete Seehundforschungsstation der Universität Rostock. Selbige besteht aus einem umgebauten Flussschiff und bietet in einem abgetrennten Bereich des Hafens ein 30mx60mx6m großes Becken um das Verhalten und die Fähigkeiten von 9 Seehunden und einem (manchmal etwas aggressiven und daher isolierten) Seebären zu untersuchen. Um das ganze Unterfangen zu finanzieren, kann man die Station nach Entrichtung des üblichen Obolus betreten und sich dann in regelmäßig stattfindenden Führungen über die Aktivitäten und Vorgänge auf dem Schiff informieren. Wem das nicht reicht, der kann das Programm „Seehund hautnah“ buchen und darf dann u.a. direkt an den Rand des Forschungsbeckens .. wir haben uns dagegen entschieden 😉

Ein Seehund! (rechts im Bild natürlich)

Alle Tiere wurden übrigens in Gefangenschaft bzw. Zoos geboren und sind daher an den engen Kontakt mit Menschen gewöhnt. Eine Auswilderung ist in diesem Kontext ebenso wenig vorgesehen wie die Zucht; die Seehundstation ist daher als reine Männer-WG angelegt (wer da wohl Ordnung hält?). Rund 1h haben wir uns ausgiebig Zeit genommen den leicht erhöhten Blick über den Hafen und die See zu genießen und die recht strenge Forscherin dabei zu beobachten, wie sie die Seehunde wiederholt verschiedene Übungen wie z.B. Reifen apportieren sowie aus dem Becken springen, durchführen ließ. Die Tiere wirkten dabei sehr neugierig und verspielt, weshalb das Zusehen durchaus Spaß machte und zum Verweilen einlud.

Nach dieser „tierischen Einlage“ entschlossen wir uns die Mole einmal bis zum Seezeichen entlang zu gehen, was in der Tat eine deutlich längere Strecke ist, als man zunächst vermuten würde. Obgleich das Wetter nach wie vor recht trüb und der Blick auf den spätsommerlichen Alten Strom daher einigermaßen getrübt war, ließen wir uns den Besuch auf der „falschen Seite“ nicht vermiesen. Vom roten Leuchtfeuer aus ging es zurück in Richtung Yacht Hafen Residenz, die auf ersten Blick gar nicht so riesig wirkt, wie sie eigentlich ist und ad hoc auch noch sehr neu aussieht. Bei näherer Betrachtung zeigen sich dann doch bereits erste Spuren des Alters an den Fassaden der einzelnen Bauten und Schritt für Schritt wird einem das Ausmaß der Anlage bewusst. Gebäude reiht sich an Gebäude, dazu kommen verschiedene Häuser für Spa, Gastronomie, Seglerbedarf und sonstige kleinere Shops. Die gesamte Aufmachung der YHD ist dabei sehr schön, als Gast würde ich mir aber einfach nur verloren vorkommen.

Durchaus imposant und sehr großzügig dimensioniert: Die Yacht Hafen Residenz

Als chronisch neugierige Menschen mit einem gewissen Interesse an Booten entschlossen wir uns spontan zu einer etwas ausführlicheren Besichtigung der Marina, in welcher zahlreiche beeindruckende Segel- und Motoryachten vor Anker lagen.  Neben einigen Katamaranen gab es auch das ein oder andere motorisierte Modell von Sunseeker zu bewundern, dass doch durchaus Fernweh wecken kann 😉 Die sehr schön angelegten Steganlagen waren zum Zeitpunkt unseres Besuchs nur mittelgut besetzt, weshalb wir nach rund einer halben Stunde auch langsam den Rückweg gen Fähre antraten. Dabei fiel abermals die Außergewöhnlichkeit der Anlage auf, in der sich die Angestellten mit Golf-Karts von Gebäude zu Gebäude bewegen und sogar ein eigener Hubschrauberlandeplatz nicht fehlen darf.

Sunseeker beim Auslaufen *yam yam*

Nach der neuerlichen Fährtfahrt entschlossen wir uns zu einer spontanen Besichtigung des Warnemünde Cruise Centers, an das man – da zu diesem Zeitpunkt ausnahmsweise kein Kreuzfahrtschiff vor Ort war – ungewohnt nah heran kam. Bei näherer Betrachtung des Glaspalasts überkam uns übrigens recht schnell der Eindruck einer überdimensionalen Bushaltestellte .. von Außen schick aber letztendlich primär zweckmäßig 😉 An das Cruise Center schließt sich der „Zwiebelschuppen“ von Karls an, an dem wir (natürlich) nicht vorbei kamen. Da hier jedoch im Wesentlichen die gleichen Waren wie im Pier 7 bzw. in Rövershagen angeboten werden, war unser Besuch dort eher von kurzer Dauer.

Haltestelle für Kreuzfahrer

Nach einem schönen und interessanten Tag auf der einen und anderen Seite des Seekanals wurde es so langsam Zeit für die obligatorischen Formalitäten: Die Ferienwohnung musste bezahlt werden. Selbiges war jedoch schnell erledigt, so dass wir uns zügig mit einem Fischbrötchen und einem separaten warmen Brötchen gewappnet in Richtung Strand begaben. Dabei fiel auf, dass ganz offensichtlich das Wochenende in Warnemünde angekommen war, denn im Vergleich zu den letzten Tagen bevölkerten ungewohnt viele Menschen den Alten Strom.

Bei wenig Wind und angenehmen 16°C spazierten wir am Strand die mittlerweile schon fast ausgetretene Strecke bis zum Neptun und entschlossen uns auf der Rückkehr zur spontanen Einkehr bei Schusters Strandbar. Obgleich ich die Location ja bereits an anderer Stelle umfänglich und intensiv gelobt habe, kann ich diesen Aspekt auch diesmal nicht aussparen: Dezente Beleuchtung, strahlend weiße Möbel, eine freundliche Bedienung gepaart mit toller Aussicht auf Promenade und Ostsee – was will man mehr? Genau .. eines der kuschligen „Betten“, auf welchen man es sich auch an kühlen Abenden (und es war ein eben solcher) mit Decken und Kissen gemütlich machen kann. Inmitten eines solchen Betts, dezent beleuchtet von blauen Deckenspots und bestens versorgt mit einer heißen Schokolade, ließen wir den Ostsee-Urlaub so langsam ausklingen. Mit Blick auf den langsam einsetzenden Sonnenuntergang klingt die Cafe del Mar-Musik abermals stimmiger und neben dem Besuch bei Herberts, zählte unser Aufenthalt in der Strandbar defintiv zu den Highlights der gesamten Woche.

Abendstimmung in der Strandbar

Nach rund 1h im Kuschelbett wurde uns dann aber doch etwas kühl und wir entschieden uns – auch mit Hinblick auf die angreifenden Mücken – erneut in Richtung Alter Strom aufzubrechen. Dabei kamen wir nicht ohne einen Zwischenstopp beim dänischen Softeis-Stand aus, der uns ein weiteres mal mit seinen leckeren Spezialitäten versorgte. So gewappnet begaben wir uns auf einen letzten nächtlichen Spaziergang an der Mittelmole und dem Seekanal, bevor wir zum Tagesabschluß einem Musiker am Alten Strom bei seiner sehr gelungenen Interpretation von Mecky Messer lauschten.

Viel zu schnell ging dieser letzte Tag in Warnemünde zu Ende, was sicher auch der (leider) viel zu früh einsetzenden Dunkelheit geschuldet war.

Weitere Eindrücke des Samstags gibt es drüben in der Gallery: Link.

Reisetagebuch Warnemünde Tag 6 – Ein Tag am Meer

Am Freitag wollten wir nun endlich nachholen, was am Donnerstag schon spontan ausfallen musste: Unseren Tag am Meer. Wie auch schon am Vortag wurden wir von wärmenden Sonnenstrahlen pünktlich um 08:00 Uhr geweckt, obgleich das Thermometer kaum 13°C anzeigte. Bei leckeren Franzbrötchen nebst Quarkbällchen – diesmal sogar frisch warm gemacht (die Brötchen, versteht sich) – machten wir es uns erneut am Alten Strom bequem und starteten so langsam in einen tollen Spätsommertag.

Bevor wir aber so richtig starten konnten, galt es einen kurzen Abstecher zum Kirchenplatz zu unternehmen, denn die Bargeldreserven waren bedrohlich gesunken. Frisch bereichert ging es anschließend direkt zurück zur Flaniermeile, wo wir zielstrebig die äußerlich einladende und zum Zeitpunkt unseres Eintreffens nur wenig belegte „FGS Käpp’n Brass“ für eine Hafenrundfahrt enterten. Nach der Entrichtung der obligatorischen 8€ Eintrittsgebühr begaben wir uns sofort in Richtung Oberdeck und suchten uns zwischen den weiteren Fahrgästen eine kuschlige Bank mit Aussicht. Die Wartezeit bis zum Ablegen (ca. 15 Minuten) verging recht zügig und bereits beim Anwerfen des erst 2006 erneuerten (bzw. ersetzten) Rundfahrtdampfers, waren wir vom geringen Geräuschpegel begeistert. Auch bei der Verwendung des Bugstrahlruders – sonst von einem heftigen, blechernen Scheppern begleitet – war kein Mucks zu hören. Als regelmäßiger Warnemünde-Tourist mit langjährige Historie und bereits mehreren Hafenrundfahrten im Gedächtnis, ist man von solchen Neuerungen doch durchaus begeistert 😉

Der Tag erwacht .. heute auf See

Während der Captain also sehr gut verständlich und informativ unsere Route und die sehenswerten Highlights kommentierte, erfreuten wir uns an der doch etwas ungewohnten Perspektive über den Hafen. So tuckelten wir also den Alten Strom entlang und drehten anschließend (was auch sonst) in den Seekanal ein. Vorbei ging es am alten Yachthafen und den bereits lange außer Betrieb gesetzten Fährlaschen (die demnächst im Rahmen des Umbaus der Mittelmole zugeschüttet werden sollen) entlang in Richtung Empress, die verkehrtherum am Pier 7 geparkt lag. Anschließend passierten wir den Bereitschaftschlepper Baltic, bevor wir die in den letzten Jahren stark heruntergewirtschaftete und kaum noch belebte Warnow Wert erreichten. Weitere Highlights waren die in der Neptun Werft im Bau befindlichen Flussfahrtschiffe, die beeindruckenden Aktivitäten im Stadthafen sowie das aus der Ferne erkennbare Schnellbootgeschwader der Marine. Insgesamt ist es immer wieder toll den Seekanal mal von einer für uns eher neuen Seite – also aus dem Rostocker Hafen heraus – zu sehen.

Blick auf den Alten Strom aus einer mal etwas anderen Perspektive
Blick aus dem Seekanal auf die Ostsee

Während der gesamten Rundfahrt fegte jedoch ein recht kühler Wind über uns hinweg, so dass wir uns streckenweise schon nach den vorhergesagten 17°C nebst 8 Sonnenstunden sehnten. Wie so oft erreichten wir viel zu schnell den Alten Strom und nutzten ganz flink die letzte Chance unser Urlaubsdomizil von der Seeseite aus zu fotografieren.

Man beachte das Haus mit dem orangen Giebel

In selbiges kehrten wir unmittelbar nach unserer Rundfahrt zurück und wärmten uns kurz auf, denn unsere Extremitäten hatten eine Temperatur deutlich außerhalb des Wohlfühlbereichs angenommen. Anschließend zogen wir uns etwas wärmer an und begaben uns – begleitet von guten Vorsätzen – zum Strand. Bei nach wie vor recht kühler Morgenluft spazierten wir langsam in Richtung Neptun und entdeckten dabei einigermaßen neugierig eine kleine Gruppe von Menschen, die im Bereich des ersten Dünenaufgangs eifrig anfingen verschiedene größere und kleinere Drachen in die Luft zu bringen. Spontan entschlossen wir uns daher umzukehren und – eine absolute Premiere für mich – einen Strandkorb anzumieten. Schnell beglichen wir die fällige Saison-Gebühr von 2,50€ für eine Stunde am ersten Tag nach der offiziellen Saison und begaben uns bereichert um einen kleinen Schlüssel zum selektierten Objekt der Begierde.

Relaxen am Meer

Nachdem wir das einsam wartende Schloss von unvermutet viel Sand befreit (hätte nie vermutet, dass soviel von dem Zeugs in ein so kleines Gehäuse passt), den Schlüssel dabei unter dem Korb versenkt und anschließend wieder geborgen und abschließend auch das Schutzgitter entfernt hatten, konnten wir es in unserer neuen Behausung bequem machen. Dabei war ich sehr überrascht, wie modern die Warnemünder Strandkörbe sind und wieviele Verstellmöglichkeiten es hinsichtlich „Verdeck“, Fußbank, Esstisch und Ausrichtung des Sitzmöbels gab. Als wir uns fertig eingerichtet hatten, war wir von der Zugfreiheit im Korb und der äußerst bequemen Sitzposition beeindruckt. Während hinter uns das Meer leise vor sich hin rauschte und vor uns ein Drachen nach dem anderen begleitet vom Schreien der Möwen in die Luft ging, zogen die Wolken ganz langsam ab und es wurde zunehmend wärmer am Strand. Diese Stunde im Strandkorb war zurückblickend die enspannteste und vermutlich auch schönste Zeit am Meer, welche wir in diesem Urlaub verbracht haben.

Fantastische Aussicht aus dem Strandkorb

Viel zu schnell war unsere Mietperiode erschöpft und so begaben wir uns – gemessen an den neuen Bedingungen deutlich zu dick angezogen – zurück in unsere Ferienwohnung. Da nun endlich das erhoffte Spätsommerwetter mit wenig Wind, noch weniger Wolken und ganz viel Sonne eingetreten war, begaben wir uns etwas dünner gekleidet sofort erneut in Richtung See. Unser Plan die Seehundstation auf der anderen Seite des Seekanals zu besuchen wich spontan einem Besuch in Schusters Strandbar, die meiner Meinung nach eine der aktuell schönsten Locations in Warnemünde ist. Umgeben von Palmen, stylishen Sitzmöbeln und begleitet von ChillOut-Musik gönnten wir uns zwei Eisbecher mit Blick aufs Meer und genossen das Leben. Die Bedienung in der Strandbar war übrigens sehr freundlich und auch die Bestellung wurde ungewöhnlich schnell bearbeitet – nett. So gestärkt ging es anschließend erneut zum Strand, wo wir mutig die Schuhe auszogen und – ganz wie im Hochsommer – unseren Spaziergang in den brandenden Wellen fortsetzten. Selbige erreichten den Strand zwar recht gewaltarm, dabei jedoch sehr kühl. In direkter Konsequenz brauchten wir ein paar hundert Meter, bevor sich unsere Füße an das kühle Nass gewöhnt hatten, was der Sache jedoch keinen Abbruch tat. In wirklich toller Atmosphäre (leises Rauschen des Meeres, tiefblaues Wasser, strahlendblauer Himmel, wenige Menschen) spazierten wir bis zur einsetzenden Steilküste und nutzten dabei mehrere seenahe „Wasserbecken“ um uns kurz wieder aufzuwärmen.

Schattenspiele im seichten Wasser

Bei so tollen Bedingungen wanderten wir – natürlich – direkt am Meer zurück in Richtung Warnemünde und genossen beim Blick auf die ruhige See die Leichtigkeit des Seins, ganz ausnahmsweise mal komplett ohne Uhr und Smartphone. An der Mole angekommen war unser Bewegungsdrang ungebremst, weshalb wir beschlossen nur einen kurzen Zwischenstopp zur Nahrungsaufnahme einzulegen. Da alle auffindbaren Bäcker unerfreulich stark frequentiert waren (es war Mittagszeit), entschieden wir uns ein weiteres Mal für ein Mittagessen-To-Go bei einem der schwimmenden Futterkutter (diesmal Tilos Backfisch).

Mit leicht gefülltem Bauch ging es erneut zurück zum Strand, wo wir abermals bis weit hinter das Neptun flanierten. Der geneigte Leser wird an dieser Stelle eventuell mangelnde Kreativität oder gar Langeweile vermuten .. doch im Spätsommer muss man die Chance bei schönster Sonnen und angenehmen Temperaturen im seichten Wasser spazieren gehen zu können ausnutzen, wann immer man kann.

Noch mehr Meer

Wieder zurück im Feriendomizil sprangen wir ad hoc in die warme Wanne, denn nach viel kühlem Wasser, konnte etwas heißes nicht schaden. Eine Stunde später stellten wir dann leicht enttäuscht fest, dass die für diesen Abend geplante Teilnahme an der Nachtwächterführung ausfallen musste: Selbige findet in Rostock selbst und nicht in Warnemünde statt. Trotzdem begaben wir uns frisch aufgewärmt und warm bekleidet hinaus in ein abendliches Warnemünde, dass von einer langsam untergehenden Sonne in ein tolles Licht getaucht wurde.

Allzu weit kamen wir mit unserem Spaziergang aber nicht, da wir bereits auf der Mittelmole auf Höhe von Herberts Stromdampferlounge einer spontanen Eingebung folgten und dieses endlich einmal besuchten (geöffnet nur von Freitag bis Sonntag). Eine kurze Fahrstuhlfahrt später fanden wir in wirklich tollem Ambiente über den Dächern von Warnemünde wieder und wurden sogleich sehr freundlich von der Bedienung begrüßt. Da außer uns nur sechs weitere Gäste den Weg auf die Lounge-artige Terrasse gefunden hatten, blieb uns jede Menge Raum und Ruhe um den phantastischen Rundumblick zu genießen. Während die freundliche Bedienung eifrig die Heizstrahler in Stellung brachte und dazu leise Entspannungsmusik gespielt wurde, beobachteten wir das friedliche Treiben im abendlichen Hafen.  Auf Grund der Höhe der Terrasse wirkte das Gewusel aus der Vogelperspektive dabei fast wie beim Blick auf eine Modelllandschaft (Achtung Insider: Stichwort „Hafen“). Die letzten Fischer steuerten ihre Kutter an den Kai und eine stetig größer werdende Zahl von Touristen und Einheimischen bahnte sich ihren Weg entlang am Alten Strom. Das Bild der untergehenden Sonne vor malerischer Kulisse genossen wir bei einer sehr guten heißen Schokolade (mit ohne Sahne, die war nämlich aus) und beobachteten dabei, wie das traditionsreiche Hotel Neptun bald nur noch als Silhouette zu erkennen war.

Eine tolle Aussicht auf den alten Strom

Gegen 19:30 Uhr verließen wir die Lounge in Richtung Seekanal, da für 20:00 Uhr das feierliche Ablegen der MS Empress terminiert war. Unterwegs genossen wir noch ausgiebig die Impressionen des sich im Wasser des Hafens spiegelnden Sonnenuntergangs, bevor wir kurz vor acht einen aussichtsreichen Platz direkt an der Fähre ergattern konnten.

Abendstimmung in voller Breite

Reizvoll am Ablegen des Kreuzfahrers war zudem die Tatsache, das selbiger (was recht ungewöhnlich ist) noch in Richtung Seehafen festgemacht war und dem eigentlichen Auslaufen daher ein Wendemanöver vorausgehen musste. Wir waren offensichtlich nicht die einzigen, die von diesem Umstand angezogen wurden, denn von Minute zu Minute drängten sich mehr Menschen an den Kai. Dies verärgerte jedoch die ebenfalls direkt an dieser Stelle jagenden Angler, denen ihre Ruhe offenkundig deutlich wichtiger war als einen alten Stahleimer beim Auslaufen zu beobachten.

Ready? Eher nicht..

In dieser – mit recht unterschiedlichen Interessen versehenen – Gemeinschaft harrten wir also der einsetzenden Kälte, beobachteten die Weiße Flotte munter beim Hin- und Herfahren und warteten auf das geplante Ablegen. Erst gegen 20:45 Uhr zeigten sich erste Aktivitäten und das Warnemünde Cruise Center begann erwartungsgemäß „Time to say Good Bye“ zu spielen. Weitere 15 Minuten und recht kalte Knochen später löste sich der Koloss dann tatsächlich vom Kai und begab sich – kaum hörbar – in Richtung Stadthafen. Dies dauerte jedoch so lange, dass wir uns nach über einer Stunde Warten und Frieren in Richtung Stadtzentrum verabschiedeten .. so spannend kann eine Drehung mitten auf dem Wasser jetzt auch nicht sein. Zum schnellen Aufwärmen gab es schnell noch eine frische Portion Pommes von McDonalds, bevor wir unseren Tag am Meer gegen 21:30 Uhr in der Ferienwohnung zu Ende gehen ließen. Insgesamt war es wirklich toll, dass wir auch Ende September und damit in der Nachsaison nochmal zumindest einen Tag mit tollem Strandfeeling verbringen konnten.

Weitere Impressionen (man ahnt es schon) drüben in der Gallery: Link.

Reisetagebuch Warnemünde Tag 5 – Karl, hilf!

Nach mehreren Tagen mit starkem Wind und vergleichsweise wenigen Sonnenstunden sollte am Donnerstag alles besser werden: 9 Sonnenstunden und laut Wetterbericht der wärmste Tag unseres gesamten Aufenthalts in Warnemünde weckten Lust auf einen Strandtag. Diese Hoffnungen hielten sich zumindest noch beim morgendlichen Erstkontakt der Augen mit dem Tageslicht, wurden jedoch beim ersten Schritt heraus aus dem schützenden Domizil in die Wahrheit der Morgenluft zu nichte gemacht.

Auf Grund recht kühler 13°C und nach wie vor vergleichsweise kräftigem Wind, entschlossen wir uns spontan in den Innenbereich der Stadtbäckerei zu flüchten. Als kleine Kompensation gab es für Dani frisches Rührei, während ich mich (wie jeden Tag) mit einem leckeren Franzbrötchen begnügte. So gestärkt wollten wir eigentlich zu einer Hafenrundfahrt aufbrechen und unternahmen in diesem Zusammenhang einen kurzen Spaziergang am Alten Strom um den attraktivsten Anbieter bzw. das einladendste Schiff auszuwählen. Dabei wurde uns jedoch recht schnell klar, dass die aktuellen Witterungsbedingungen besser zu einem (bereits im Vorfeld angedachten) zweiten Kulturtag in MV passen würden, so dass wir nach einem kurzen Zwischenstopp in der FeWo zielstrebig gen Tiefgarage aufbrachen.

Morgenstimmung am noch leeren Alten Strom

Unser erstes Tagesziel bestand im (privaten) Pilzmuseum in Neuheide, welches gemäß des Werbeplakats ein „Feuerwerk für die Sinne“ versprach. Ferner darf sich die Sammlung einer Empfehlung von MARCO POLO („Insider-Tipp“) rühmen, weshalb die Erwartungen recht hoch waren. Da ich ja gelernt habe, dass man immer mit etwas Positivem anfangen soll, will ich diesem Ansatz auch Folge leisten: Die Anreise (durch Graal-Müritz) war sehr schön, es standen ausreichend Parkplatzkapazitäten zur Verfügung und bereits vor dem eigentlichen Eingang gab es einen großen (künstlichen) Pilz und ein paar Schnitzerein zu sehen. Leider wurde dieser positive Ersteindruck bereits an der Kasse je zunichte gemacht. Neben dem bereits recht sportlichen Eintrittspreis von 6€ pro Person wurde ein weiterer Euro für eine Fotoerlaubnis (schriftlich gab es da aber gar nichts) von der recht unfreundlichen Kassiererin verlangt. Auf zackige Art und Weise wurden wir in Richtung Bernsteinausstellung, Tierpräparatemuseum und Paradiesgarten geschickt, ein Besuch im Museumsshop sollte unser Erlebnis abrunden.

Gratis Exponate noch außerhalb des Geländes

Leider war das Feuerwerk der Sinne für uns nach bereits 35 Minuten abgebrannt, denn wir hatten genug tote Steine (Mineralienausstelung), tote Tiere (Präparate), tote Steine mit toten Tieren (Bernstein) und tote Pilze (Pilzausstellung) gesehen und auch der Spaziergang durch den Paradiesgarten war schneller beendet, als zunächst erhofft. Enttäuscht war ich ferner von der meiner Meinung nach vergleichsweise lieblosen Aufbereitung der Exponate, welche zum einen recht inkonsistent und zum anderen fast schon unleserlich von Hand beschriftet sind; auch die Beleuchtung war an einigen Stellen (vielleicht war das jedoch so gewünscht) recht dürftig (auch dies spiegelt selbstverständlich nur mein persönliches Empfinden wieder).

Durchaus beeindruckende Bernsteinsammlung
Sehr fotogene Frischlinge gab es auch zu sehen

Mit so vielen neuen Eindrücken (…) ging es zügig weiter zum Freilichtmuseum nach Klockenhagen. Zwar fuhren wir zuerst munter daran vorbei, doch dann wurde alles gut. Vielleicht lag es daran, dass Dani dieses touristische Highlight ausgesucht hatte (während das Pilzmuseum auf meine Kappe ging), in jedem Fall aber war der Besuch im „Dorf im Dorf“ einfach nur schön. Stimmungsvoll fügten sich die liebevoll hergerichteten Reeddach-Häuschen im Fachwerkstil in die Landschaft ein und in nahezu jeder Ecke gibt es etwas Interessantes zu entdecken und / oder zu lesen. Den Beginn machte hier die historische Schmiede, in welcher zum Zeitpunkt unseres Besuchs sogar ein „Showschmieden“ mit „Hands On“ für die Kinder stattfand – toll. Als Kind der Computerspielgeneration fühlte ich mich ein wenig wie beim „Siedler“ spielen in maximaler Zoomstufe – mir hat es gefallen 😉

Showschmieden im historischen Gebäude

Während Dani diesmal Herrin der Kamera war (ich hatte mich vom Pilzmuseum noch nicht so recht erholt), erkundeten wir tolle Gebäude und Einrichtungen wie die Mühle, den Kräutergarten, verschiedene Katen nebst zeitgemäßer Innenausstattung und bewunderten antike (Feld)Maschinen. Durch die vergleichsweise geringe Besucherzahl und die Weitläufigkeit des Geländes, kann man sehr schön in die Atmosphäre früherer Zeiten eintauchen und sich in die alten Zeiten zurückversetzen. Insbesondere durch den starken Wind, welcher die Reeddachkaten förmlich zum Leben erweckte, war unsere kurze Zeitreise in Klockenhagen sehr beeindruckend. Positiv ist mir auch das szenisch sehr passende Gasthaus, in welchem verschiedene Speisen (künstlich) vor sich hin köchelten, in Erinnerung geblieben. Insgesamt war der Besuch im Freilichtmuseum sehr schön und kann uneingeschränkt empfohlen werden.

Wirklich tolle Gebäude in malerischer Landschaft

Nachdem wir bereits zwei touristische Highlights der Region erkundeten hatten, entschlossen wir uns spontan zur Weiterfahrt in die abermals ca. 12km entfernte Bernsteinschaumanufaktur in Ribnitz-Dammgarten. Bereits im Vorfeld unseres Besuchs hatte ich jedoch leichte Zweifel, ob nicht auch in dieser Schmuckwerkstatt der kommerzielle Aspekt im Vordergrund stehen würde .. aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Leider zeigte sich nach unserer Ankunft in der Manufaktur, dass man seiner ersten Ahnung manchmal vertrauen sollte 😉 Wir haben trotzdem das beste daraus gemacht und uns relativ viel Zeit dabei gelassen den Spezialisten in der Schauwerkstatt durch die Glasscheiben über die Schulter zu schauen und die ausgestellten Bernsteinkunstwerke ausgiebig zu bewundern. Die sich an den Herstellungsbereich anschließende Verkaufsausstellung erstreckt sich anschließend über recht drei Stockwerke, in welchen es sehr viel teuren (aber teilweise auch wirklich enorm aufwändig hergestellten) Schmuck zu sehen gibt.

Eingangsbereich der Schaumanufaktur mit Vertriebsschwerpunkt

Nach rund 45 Minuten verwandelten wir unsere beiden Wertmünzen (die im Rahmen des Eintritts zwangsläufig erworben werden müssen) in 2 x Lachgummi und eine Prinzenrolle Mini und steuerten zielgerichtet zurück in Richtung Warnemünde. Leider näherten wir uns unserem Ziel nur langsam über schlechte und zugleich viel befahrene Straßen, so dass ich unseren Urlaub schon so langsam dahin schwinden sah. Dem aufkommenden Frust konnte nur noch einer Einhalt gebieten, und so entschlossen wir uns in Rövershagen spontan erneut bei KARLS Halt zu machen.

Um den doch spürbaren Frust des bisherigen Tages zu bekämpfen, entschlossen wir uns spontan zum neuerlichen Kauf eines Bechers Erdbeeren für 3€ – äußerst hilfreich und wahnsinnig lecker.

Erstes kulinarisches Highlight

Anschließend holten wir nach, was schon lange geplant war: Eine Runde Minigolf. Gegen eine Gebühr von nur 2€ pro Person und der Überlassung eines Pfands (in Form meines Persos) erhielten wir einen Besen, zwei Schläger, zwei Bälle sowie einen Lageplan nebst Regeln und Punkten auf einem handlichen Board mit Stift. Das alles packten wir in einen der bereitstehenden Caddys und starteten auf unsere Golf-Runde im Erlebnisdorf, in welchem die verschiedenen Stationen verteilt sind. Während der ersten Runde kam mir dabei die Rolle des Bahnreinigers zu, während Dani anfangen durfte und ich nachlegen musste. Dabei trafen wir von Loch zu Loch auf andere Herausforderungen, welche sich zumindest teilweise zu größeren Katastrophen entwickelten. Insbesondere die grundsätzliche Abschüssigkeit der Bahnen führte an mindestens einem Parcours dazu, dass mich die „maximal 7 Punkte“-Regel nach dem 15. erfolglosen Schlag zum Aufgeben bewegte 😉 Trotzdem stellte sich beim finalen Zusammenzählen der Punkte heraus, dass ich Dani mit einem hauchdünnen Vorsprung von 31 zu 34 überraschend geschlagen hat .. was sich nicht ausschließlich positiv auf die Stimmung auswirkte.

Die klare Favoritin beim Abschlag
Ich krieg das auch schon recht gut hin (man beachte die relative Position des Schlägers zum Ball)

Spontan entschlossen wir uns zu einer zweiten Runde, wobei es mir schließlich auch gelang meinen Angstparcours zu besiegen. Nebenbei unternahmen wir eine kleine Ausfahrt auf den Hügelfahrrädern (bewegen sich während der Fahrt ständig auf und ab), genossen die Atmosphäre im Dorf und lauschten der sich recht häufig wiederholenden Musik. Auch meine ehrenvolle Rettung von Danis Golfball aus den Tiefen des Ziegengeheges soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben 😉 Durch günstige Witterungsbedingungen, unglaublich viel Glück und vermutlich nur dank einer seltenen Mondkonstellation, konnte ich auch den zweiten Durchgang mit 27 zu 31 für mich entscheiden.

Die Stimmung wurde .. angespannter

Gezeichnet vom Wettkampf tauschten wir Equipment abermals gegen Ausweis und entschlossen uns zu einem weiteren Spaziergang über das Gelände. Dabei begegneten wir ganz ungeplant dem absoluten kulinarischen Highlight des Tages: Frischen Mutzen-Pommes mit Erdbeerketchup in Tills Backhaus. Bei dieser Delikatesse handelt es sich tatsächlich um Schmalzgebäck (auch Kreppelchen genannt) in Pommesform, welche mit Erdbeermarmelade garniert gereicht werden und unglaublich gut schmecken.

Zweites kulinarisches Highlight

Gegen 17:00 Uhr verließen wir Karls schließlich in Richtung Ferienwohnung, welche wir nach einem sehr kurzen Zwischenstopp sofort wieder in Richtung Strand verließen. An selbigem herrschte nach wie vor ein recht starker Wind (Stärke 6), welcher sehr viele Kite-Surfer anlockte. Diese boten vor dem Anblick der untergehenden Sonne einen tollen Anblick und sorgten bei dem ein oder anderen sehr hohen und beeindruckend anzusehenden Sprung für ein deutlich wahrnehmbares Kribbeln in der Magengegend 😉

Kite-Surfer-Treffen am Strand
Flieger, grüß mir die (untergehende) Sonne

Nach einem langen Tag machte sich (erneut) unser Magen bemerkbar, so dass wir uns gegen 19:00 Uhr an der CuBar – direkt am Alten Strom gelegen – einfanden. Trotz deutlich fallender Temperaturen erklommen wir einen Tisch in erster Reihe und ließen und stimmten uns mit zwei leckeren und recht kräftigen Cocktails (Ernest Hemmingway und Flying Kangaroo) auf den Abend ein. Mit Blick  auf den Hafen und begleitet von den langsam schaukelten Schiffen schmeckte das Essen (Salat sowie Hähnchen mit Kartoffelcken) mindestens doppelt so lecker und wurde dabei stimmungsvoll vom Gesang der (gierigen) Möwen untermalt.

Wärmende Kleidung und wärmende Cocktails

Unser eigentlicher Plan der am Pier 7 liegenden Saga Ruby beim Auslaufen zuzuschauen ging anschließend jedoch nicht auf, da die Kreuzfahrer ohne Vorankündigung etwas verfrüht aufbrachen. Diese kleine Enttäuschung kompensierten wir durch einen kleinen Abendspaziergang, bei dem es – ergänzend zum gesunden Grünfutter in der CuBar – weniger gesunde aber dafür extrem frische Pommes von McDonalds gab 😉 Unser Abend endete nach einem einigermaßen ereignisreichen und insgesamt gelungenen fünften Tag gegen 21:15 Uhr in unserer kuschlig warmen Ferienwohnung.

Abendstimmung

Weitere Fotos finden sich wie immer in der Gallery: Link.



							

Reisetagebuch Warnemünde Tag 4 – Auf flinken Rollen

Der Start in den Mittwochmorgen schloß sich ziemlich nahtlos an das Ende des vorherigen Tages an – tolle Sonne bei relativ viel Wind (Windstärke 5 mit zunehmender Tendenz). Trotzdem begaben wir uns in gewohnter Pünktlichkeit zu unserem Lieblingsbäcker und konnten erneut leckere Franzbrötchen nebst einem sehr diliziösen Schokocroissant in der Morgensonne, an einem herrlich ruhigen Alten Strom sitzend, genießen.

Leckeres Frühstück mit tollem Ausblick

Auf Grund eines bereits seit mehreren Wochen für den Nachmittag terminierten Highlights entschlossen wir uns den Vormittag mit einer kleinen Shoppingtour durch die alt eingesessenen und neuen Ladengeschäfte von Warnemünde zu füllen. Hoch motiviert ging es also am Alten Strom, der Mittelmole, der Alexandrinenstraße und der Mühlenstraße entlang, wobei wir zwischendurch auch einen Abstecher zur am Morgen eingelaufenen Seabourn Pride unternahmen. Während unser Einkaufstrip eher weniger erfolgreich war, war der Besuch der Seabourn Pride doch durchaus interessant. Selbige ist zwar bereits etwas älter und hinsichtlich ihrer Dimensionen auch (im Vergleich zu anderen, bekannten Kreuzfahrtschiffen) recht klein, gehört jedoch zur Kategorie „Luxus“. Als direkte Konsequenz verfügt nahezu jede (wenn nicht alle) Kabine(n) über einen Balkon, was in Kombination mit zeitlosen, modern wirkenden Designs des Schiffs durchaus ansehnlich ist.

Nach der Shoppingtour fassten wir den Entschluss zu einem Abstecher an den windigen Strand, wobei wir unterwegs in weiser Voraussicht fünf ofenfrische, heiße Brötchen im Bäcker des lokalen Edekas erstehen konnten. Mit einer so leckeren und warmen Stärkung im Bauch konnte uns dann auch der mit rund 35km/h heranbrausende Westwind nichts ausmachen. Während die See aufgewühlt neben uns auf den Strand brandete, feiner Sand dicht über dem Boden flog und Meerluft unsere Nasen umfing, begaben wir uns mühelos (da mit dem Wind) in Richtung Leuchtturm. Dank verhältnismäßig angenehmer Temperaturen taten es uns ziemlich viele Menschen gleich, so dass der breite Ostseestrand in Warnemünde auch an diesem spätsommerlichen Tag einigermaßen frequentiert war. Die ständigen Strandbewohner wie Strandkörbe und Wassertreter waren bereits ziemlich von den zwei Tagen Starkwind gezeichnet, denn ihre sonst so malerische Einbettung in das harmonische Bild, wandelte sich zunehmend zu einer Kraterlandschaft 😉

Sandsturm

An der Mole angekommen bogen wir sofort zielstrebig links in Richtung Seezeichen ab, da mich bereits kurz nach dem Aufstehen die Impressionen der gegen die Kaimauer schlagenden Wellen begeistert haben. Dank des saugfähigen Betons ließen sich die wassergefährdeten Abschnitte der Mole sehr gut erkennen, so dass wir mal schnell, mal langsamer immer weiter auf den kleinen, recht nassen Vorposten kurz vor dem Hafen zusteuerten. Während uns der Wind mit nunmehr Stärke sechs um die Ohren sauste, kamen wir – beinahe unfähig zur Kommunikation – am Ziel unserer Wanderung an. Das wir nicht die einzigen sind, die das Gefühl haben wollten in mitten der Wellen auf das Meer herauszusehen, wurde recht schnell klar, da der Platz rund um das grüne Seezeichen recht gut besucht war.  In Abhängigkeit der Höhe der herannahenden Wellen zeigten sich die anderen Besucher – genau wie wir – mal forscher , mal zurückweichender und suchten in beschaulicher Regelmäßigkeit Schutz hinter dem Leuchtfeuer. Die tollsten Impressionen ergeben sich übrigens dann, wenn eine Woge fast so hoch wie die Mole gegen selbige schlägt und man – bevor man die Flucht ergreift – in die offene Gischt schaut .. einfach toll.

Fels in der Brandung
Mittendrin, statt nur dabei
Hart an den Wind!

Beeindruckend war in diesem Zusammenhang übrigens auch der mutige Skipper, welcher während unseres Besuchs am Seezeichen mehrmals aus dem Hafen auslief, seine Yacht äußerst gekonnt durch die See steuerte, um einige hundert Meter vor Warnemünde umzudrehen und mindestens so schnell wieder einzulaufen, wie er gekommen ist. Offensichtlich wurden hier mehrere Versuche unternommen unbedarften Freunden die Kraft des Meeres zu demonstrieren 😉

Nach soviel frischer Brise begaben wir uns zunächst für einen kurzen Zwischenstopp in die FeWo und bereiteten uns dort seelisch und moralisch auf das Tageshighlight vor: Die Segway-Tour. Um für das drohende schlechte Wetter ideal gewappnet zu seien – und im Falle eines Sturzes über möglichst viel Polsterung zu verfügen – entschlossen wir zu mehreren Lagen weicher Kleidung und möglichst wenig Gepäck. Einzig die kleine Digitalkamera durfte uns für ein paar Erinnerungsfotos begleiten. Neugierig und voller Spannung verließen wir unser Urlaubsdomizil also gegen 13:45 Uhr um vor dem Start des Ausflugs nochmal Zeit für eine Stärkung zu haben. Dies ging einigermaßen schief, denn erst war die Schlange vor dem dänischen Eisladen mit Hinblick auf unsere Zeitplanung viel zu lang und dann klaute eine dreiste Möwe 2/3 von Danis mühsam bei Udos Fischerkutter erstandenen Fish an Chips. Obgleich wir dieses gierige Verhalten schon mehrmals bei anderen Hungernden beobachten konnten und daher die freche Art der fliegenden Küstenbewohner bereits kannten, hielt Dani ihr Essen für einen kurzen Augenblick zu weit abgewandt vom Körper und gab es daher der freimütigen Verteilung preis. Glücklicherweise hielt sich die Sauerei an den Klamotten in Grenzen und die Menge der für mich vorgesehenen Pommes reichte in Kombination mit der verbleibenden Mini-Portion Fisch um den Nachmittag zu überstehen 😉

Nach einem kurzen Abstecher zur Mittelkonsole war es dann endlich so weit: Wir fanden uns am vereinbarten Treffpunkt zu unserem Segway-Ausflug ein. Schon aus größerer Entfernung sahen wir den symbolhaft aufgestellten Roller und als wir den „Stützpunkt“ umrundeten, standen unsere beiden Boliden bereits rennbereit vor uns. Schnell wurde uns mit Hinblick auf die bereitgestellten Systeme klar, dass wir vermutlich allein mit dem Tourguide sein würden. Selbiger bog dann Augenblicke später auch schon um die Ecke und einige Minuten später wurden mir mit ersten Infos, dem „InfoKey“ genannten Zündschlüssel und einem Helm gewappnet gefragt, wer denn den Anfang machen möchte. Die Segways waren zu diesem Zeitpunkt noch auf den sogenannten Schildkrötenmodus konfiguriert, in welchem sie auf eine (durch unseren Verleiher individuell festgelegte) Maximalgeschwindigkeit von 8 km/h begrenzt waren. In Folge dessen sind die Roller etwas gutmütiger zu fahren und reagieren auf Bewegungen des noch unbedarften Piloten gutmütig und recht träge. Die größte Herausforderung am Segway-Fahren ist (zumindest aus meiner Sicht) immer noch das Auf- und Absteigen, weshalb der Guide hier zunächst unterstützte und den Roller im Gleichgewicht hielt, während ich mutig mit rechts voran das Gefährt erklomm. Die ersten Sekunden auf dem rollenden Etwas waren dann doch ein wenig wackliger, als ich mir das zunächst vorgestellt hatte. Zwar überprüft ein Mikroprozessor mehrere hundert Mal pro Sekunde die Ausrichtung des Segways, doch reagiert das Gefährt folglich sehr zeitnah und detailliert bereits auf kleine Gewichtsverlagerungen des Fahrers. Ohne große Umwege bat mich unser Tourguide mich „einfach mal einzufahren“ und so befuhr ich die Fläche um den Stützpunkt munter vorwärts und (zumindest ein klein wenig rückwärts) und versuchte mich in kleineren und größeren Kurvenradien. Während ich so langsam sicherer wurde, rollte plötzlich auch Dani leise surrend dahin .. augenscheinlich hatte sie mindestens soviel Spaß wie ich.

Ready to rumble

Nachdem die Einfahrphase erfolgreich abgeschlossen war, instruierte uns der Tourleiter souverän in Richtung Ende des Alten Stroms zu rollen, wo wir ein paar interessante Details zu Bauweise der typischen Warnemünder Häuser erhielten („Die Gänge zwischen den Gebäuden sind genauso breit, dass eine schwangere Kuh durchpasst. Wie breit auch immer nun eine schwangere Kuh ist.“).  Beeindruckend war bereits an diesem Punkt die enorme Gutmütigkeit des Segways, welcher Souverän auch über Gras, flache Bordsteine und holprige Bordsteine rollte. Nach einigen Minuten erreichten wir die Drehbrücke am Alten Strom und rückten spätestens zu diesem Zeitpunkt in den Mittelpunkt des Geschehens. Nahezu alle Menschen starren einen an, während mal möglichst behutsam versucht so vor sich hin zu rollen und nahezu lautlos hingleitet .. ein sehr lustiges Gefühl. Immer mal wieder stoppte der Guide unsere kleine Gruppe um ein wenig Smalltalk über private Themen, die Segways, die Tour und touristische Themen zu führen, was insgesamt sehr interessant und angenehm war, nie aber gezwungen wirkte. Auf dem Weg zur Mole und dem Seezeichen (an welchem wir ja gerade einige Stunden zuvor waren) wurden wir langsam immer sicherer mit dem Roller, wobei mich der Schildkrötenmodus etwas zu nerven begann. Selbiger wird nämlich dergestalt realisiert, dass die rollende Plattform leicht vor die Füße des Steuermanns fährt und dem Fahrgast die Haltestange quasi entgegen drückt. In meinem Fall führte das mehrfach dazu, dass ich – beim Versuch die konfigurierte Maximalgeschwindigkeit zu erreichen – meinen Körper kräftig gegen die Stange lehnte und mich quasi halb über diese drückte .. nicht so toll. Trotzdem erreichten wir wohlbehalten das Leuchtfeuer, wo es ein paar erste Erinnerungsfotos gab.

Absolut witterungsbeständig - die Segways genauso wie wir

Anschließend steuerten wir durch einen kleinen Sandsturm zurück zur Promenade, welcher wir in Richtung des Kurparks folgten. Dort angekommen wurde dann auch der Schildkrötenmodus des Systems deaktiviert, wodurch die Höchstgeschwindigkeit auf 19 km/h (theoretisch möglich wären 20 km/h) angehoben wurde. Sofort reagierte der Segway deutlich agiler und feinfühliger und begleitet von einem nunmehr intensiveren Surren und Summen (beim Beschleunigen bzw. Bremsen) fuhren wir uns auf den Wegen des Kurparks ein. Spätestens jetzt kam richtig viel Freude auf, da der Fahrer die Beschleunigung des Vehikels recht intensiv erlebt und sich durch Verlagerung des Gleichgewichts sehr schnelle Geschwindigkeits- und Richtungswechsel durchführen lassen. An diesem Punkt sei übrigens angemerkt, dass der Roller ganz eigenartig trötet, wenn der Fahrgast gerade dabei ist das Gleichgewicht zu verlieren bzw. etwas Doofes zu tun 😉

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht steuerten wir das elektrische Gefährt zielsicher in Richtung Wilhelmshöhe – unserem Tagesziel. Dabei ging es auf mehr oder weniger ebenen Waldwegen entlang der Steilküste, wobei uns eine immer mal zwischen den Wolken durchscheinende Sonne anlächelte. Das Gefühl auf dem agilen Roller entlang bei bester Stimmung und mit Adrenalin im Blut direkt am Meer (bzw. der Steilküste mit Blick auf selbiges) entlang zu rollen, war wirklich toll. Immer mal wieder stoppten wir unsere Reise für kurze Gespräche, während das Wetter leider zunehmend schlechter wurde und wir streckenweise von etwas Nieselregen geärgert wurden.

Selbigen bekam man jedoch kaum mit, da die Augen permanent damit beschäftigt waren die nächste Wurzel im lockeren Waldboden zu erspähen, welcher man besser ausweichen sollte. Persönliche Erfahrungen zeigen zumindest, dass der Roller recht wenig federt und der Hieb eines überfahrenen Hindernisses relativ direkt weitergereicht wird 😉

Zwei Elektromobilisten auf großer Fahrt

Von Kilometer zu Kilometer wurden wir sicherer im Umgang mit den Segways und recht bald erreichten wir eine vergleichsweise abschüssige Abfahrt zur Steilküste. Auch hier war ich erneut von der einfachen und intuitiven Handhabung des elektrischen Rollers begeistert. Wie ganz von selben sucht sich dieser einen Weg den ausgewaschenen und lockeren Pfad entlang .. das hätte ich im Vorfeld nicht so vermutet. Während wir gehalten waren den tieferen Sand zu vermeiden, konnte man sich auf befestigterem, auch sandigen Terrain durchaus in der Handhabung des Segways üben. Munter versuchte ich mich in Vorwärts- und Rückwärtsdrehungen, während man im Hintergrund einen tollen Blick auf Warnemünde genießen konnte.

Geht auch auf einem Bein .. aber nicht gut 😉

Nach fast 2h erreichten wir unser Zwischenziel in Wilhelmshöhe, wo uns der Tourguide (nebenbei Besitzer mehrerer Segway-Verleihe und selbstständiger Webdesigner) zu einem leckeren Heißgetränk einlud. Bei frischem Wind und relativ zugezogenem Himmel unterhielten wir uns locker über die verschiedensten Dinge (nebenbei bemerkt für die Neugierigen: So ein Segway ist für rund 9000€ zu haben, hat weder Probleme mit Sand noch mit Feuchtigkeit, kommt mit einer Akkuladung ca. 30km weit und wiegt rund 40kg).

Die Rückfahrt in Richtung Warnemünde erfolgte dann auf asphaltierten Wegen recht zügig und bot viel Gelegenheit zum Carven mit dem Roller .. man fühlt sich ein wenig ans Skifahren erinnert. Kurz vor Schluss gewann der Speedfreak in mir so langsam überhand und unser Tourguide prophezeite mir in den nächsten 30 Minuten den Erwerb der „Schürfrechte“ (scheinbar ging er davon aus, dass mich der Roller früher oder später abwerfen würde) 😉

Nach rund 3:15h ging unser Segway-Abenteuer, welches übrigens Teil meines Geburtstagsgeschenks von Dani dieses Jahr war (an dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank, Schatz!), viel zu schnell zu Ende. Die ersten Meter ohne den Roller waren dann anschließend auch gefüllt mit Gesprächen über den Roller und fest verbunden mit dem Wunsch sofort weiterzufahren.

Anschließend die GPS-Aufzeichnung ca. der Hälfte unserer Tour:

GPS-Aufzeichnung der Segwaytour[deltazoom=0;gpxelevation=hide;gpxspeedchart=hide;gpxcheckpointinterval=10;urldisplaymode=none;]

Mit viel Adrenalin im Blut begaben wir uns in den gastronomischen Bereich des Pier 7 von Karls, wo wir (erneut) von einer unglaublich tollen Atmosphäre empfangen wurden. Mit dem Blick auf insgesamt drei Bildschirme, welche die Schiffsbewegungen um den Rostocker Hafen ebenso zeigten wie Live-Bilder des Seekanals, Informationen zu den nahen Seefahrzeugen sowie Zeitrafferaufnahmen verschiedener Webcams (Seekanal, Panoramacafe im Neptun) machten wir es uns bei ruhiger Musik in äußerst einladenden Sesseln bequem.

Anschließend arbeiteten wir eifrig den nächsten Punkt unserer „Da müssen wir diese Woche mal etwas essen oder trinken“-Liste ab und begaben uns in das prominent gelegene Warnemünder Schokoladenhaus. Obwohl dieses bereits um 18:00 Uhr schließt und wir erst gegen 18:10 Uhr dort ankamen, wurden wir freundlich auf die Öffnungszeiten und die bevorstehende Schließung hingewiesen (wir waren uns der Uhrzeit gar nicht bewusst, sonst wären wir eigentlich gar nicht so dreist gewesen) und anschließend sehr nett bedient. Um dem kalten Wetter zu trotzen, gönnten wir uns beide eine sehr leckere heiße Schokolade, die unbedingt weiterempfohlen werden kann. Insgesamt ist das Schokoladenhaus sehr schön und bietet bei klassischer Musik und antik wirkenden Möbeln ein stimmiges Ambiente, was jedoch (zumindest für unseren Geschmack) etwas düster wirkt. Als wir wieder am Alten Strom standen, freuten wir uns zunächst über das noch recht helle Tageslicht (soviel zu düster) und begaben uns abermals für einen kurzen Boxenstopp in die FeWo.

Mit warmer Kleidung und einer noch nicht gestillten Sehnsucht nach Meer gingen wir erneut in Richtung Mole, wobei wir unterwegs auf einen Fischerchor aufmerksam wurden, welcher sich in unmittelbarer Nähe zu unserer Unterkunft auf ein Konzert vorbereitete. Am Strand angekommen wurden wir ein weiteres mal von einer steifen Brise in Kombination mit einem tollen Sonnenuntergang erwartet und kämpften uns bei sehr tollem abendlichen Licht langsam in Richtung Neptun.

Vorn: Dani, Hinten: Sonnenuntergang

Kurz hinter selbigem bogen wir auf die gut geschützte Promenade ein, wo wir jedoch (wie auf dem gesamten Rückweg in Richtung Alter Strom) von einem riesigen Schwarm Mücken erwartet wurden. Insgesamt habe ich selten so viele Blutsauger gesehen, wie während dieses Urlaubs..

1, 2, 3, viele (genauer hinschauen..)

Kurz vor der Ankunft an der FeWo klangen dann tiefe Männerstimmen an unser Ohr – der Fischerchor hatte sich stilecht und im Schein zahlreicher Fackeln auf einem der Kutter postiert und sorgte für ein sehr maritimes Feeling. Spontan verlängerten wir unseren Spaziergang mit einem dänischen Softeis und reflektierten begleitet von „My Bonny lies over the ocean“ den vergangenen Tag. Dieser Tolle und sehr impressionsreiche Tag in Warnemünde neigte sich gegen 20:20 Uhr dem Ende, als wir etwas frierend und mit schmerzenden Füßen (man glaubt gar nicht, wie weh einem die Füße vom Segwayfahren) die FeWo erreichten.

Tagesabschluss mit akustischer Untermalung

Auch vom Mittwoch gibt es weitere tolle Impressionen in der Gallery: Link.

An dieser Stelle sei übrigens angemerkt, dass das Reisetagebuch momentan zwar etwas stockt aber fortgesetzt wird .. kostet halt nur alles ziemlich viel Zeit 😉

Reisetagebuch Warnemünde Tag 3 – Sightseeing

Was sich am Montag bewährt hat, haben wir am Dienstag übernommen: Aufstehen pünktlich um acht und anschließend zügig  ein paar Meter den Alten Strom entlang zum Lieblingsbäcker. Dank wärmender Morgensonne konnten wir es uns diesmal sogar auf den Außensitzplätzen direkt an der Flaniermeile Warnemündes bequem machen, was bei dem langsam einsetzenden Tagesgeschäft und blauem Himmel wirklich sehr schön war.

Noch bevor wir unserer eigentlichen Tagesplanung nachgingen, nutzten wir daher das erwachende Leben des Küstenstädtchens aus und machten zunächst ein paar Fotos des einsetzenden Hafenlebens. Während die Besitzer der Geschäfte in erster Reihe nach und nach die Pforten öffnen, ihre Waren vor den Läden postieren und die Scheiben putzen, kommen die Kapitäne der Hafenrundfahrtdamper nach und nach am Strom an und die ersten Fischer bringen ihren Anfang an Land. Dank der Nachsaison wird dieses Treiben von relativ wenigen Touristen begleitet, wodurch eine angenehme Ruhe über dem beginnenden Tag liegt.

Ein offensichtlich erfolgreicher Fischer bei der Rückkehr

Warnemünde scheint von Minute von Minute wacher zu werden und so begeben wir uns langsam in Richtung Kirchenplatz, nicht ohne auf dem Weg ein paar (obligatorische) Fotos vom morgendlichen Blick von der Drehbrücke auf den Alten Strom zu machen. Wenngleich dieses Motiv schon unendlich oft auf den verschiedensten Postkarten abgebildet ist, weiss es doch jederzeit wieder mit einer malerischen, maritimen Stimmung zu begeistern.

Panorama mit Blick auf den Alten Strom

Hoch motiviert starteten wir nun also mit dem Schnappi (mal wieder durch den Tunnel) in Richtung Landesinnere – die Tagesplanung sah den Besuch zweier touristischer Empfehlungen vor. Die erste Station bestand im relativ oft beworbenen Miniland-MV, welches Meckenlenburg-Vorpommern mit seinen wichtigen Straßen, größten Städten und einmaligen Sehenswürdigkeit recht detailgetreu im Maßstab 1:25 wiedergibt. Die rund 50km Anreise waren schnell hinter uns gebracht und so erreichten wir das relativ abgeschiedene Gelände in Göldenitz mit viel Neugier. Schnell war der Eintritt von 4,50€ pro Person entrichtet und schon fanden wir uns irgendwo an der A20 in der Nähe von Stettin wieder. Ein kühler Wind fegte über das gepflegte und erstaunlich weitläufige Gelände und gewappnet mit einer (im Eintrittspreis inbegriffenen) Landkarte ging es auf Urkundungstour.

Gleich am Eingang wartete Godzilla auf uns, was ich mir als Fotomöglichkeit natürlich nicht entgehen lassen konnten 😉 Anschließend passierten wir verschiedene uns bekannte und teilweise unbekannte touristische Highlights, welche mal mehr, mal weniger detailgetreu nachgebildet wurden. Während die Größe und Machart der Modelle im Wesentlichen zu überzeugen weiss, vermisst man als verwöhnter Besucher des MiniaturWunderLandes einfach die Liebe zu den in Hamburg unzählbar vielen Details. Wenngleich die Gebäude ihren realen Vorbildern natürlich sehr ähnlich sehen, gibt es leider kaum Bäume, keinerlei Dekoration, keine Fahrzeuge und auch keine Menschen. Sicherlich gehört das alles auch gar nicht zum Konzept und zum Ziel des Minilandes-MV .. aber als naiver Besucher der nun beide Attraktionen kennt, drängte sich uns der Vergleich einfach auf.

Gewisse Ähnlichkeiten sind durchaus beabsichtigt 😉
Ein Teil des Minilandes im Überblick

Nachdem wir verschiedene Gebäude die wir schon besucht hatten und in den nächsten Tagen noch besuchten sollten bewundert hatten, widmeten wir uns der Sammlung optischer Täuschungen. Die meisten davon sind wir in Zeiten des Internet ein alter Hut und schon hinlänglich bekannt, aber in der gezeigten Größe und bei wärmender Morgensonne (und kühlendem, auffrischenden Wind) hat es durchaus Spaß gemacht die Effekte von Station zu Station nachzuvollziehen.

Nach etwas weniger als einer Stunde im Park traten wir um einige Eindrücke reicher aber durchaus etwas enttäuscht die Weiterfahrt in Richtung Güstrow an. Während ich innerlich etwas damit haderte die so lockende Ostseeküste Kilometer um Kilometer hinter mir zu lassen (es ging schließlich ziemlich direkt nach Süden) freute sich Dani umso mehr auf unser Ziel – den Natur und Umweltpark. Auch auf dem Anreise zu selbigem wählte das Navi seltsamerweise recht schlechte Straßen, weshalb wir gut geschüttelt (und nicht gerührt) das Ziel nach Beachtung gefühlt unendlich vieler Tempolimits erreichten. Bereits vom Parkplatz aus gab es neben der großen Schafherde eine großzügig dimensionierte Solaranlage zu sehen, welche durch ihre Position und Form (mehrere große Dreiecke) sehr reizvoll und gut in die Landschaft integriert wirkte. Neugierig traten wir den Weg in Richtung Eingang über offensichtlich recht neu ausgelegte Holzplanken an .. stimmig!

Das bereits von außen sehr interessant wirkende Gebäude offenbarte im Inneren dann gleich nach dem Betreten einen wirklich tollen Anblick: Ein kreisrunder, flacher, recht kleiner Goldfischteich (als „Quelle bezeichnet“) bildete den Ursprung eines kleinen Baches, welcher sich malerisch in den hinteren Teil der Ausstellung schlängelte. Erhellt wurde das Ganze durch ein großzügiges, ebenfalls kreisrundes Dachfenster genau über dem Basin. Die angrenzende Infofläche bot dann allerlei Sehenswertes zu den Themen Tierlauten, Baumarten, Fischarten, dem Kreislauf des Wassers und vielem anderen. Dabei gab es nicht nur visuelle Reize für die Augen, sondern oftmals wurden die Informationen durch akustisch perfekt präsentierte Audioinformationen (z.B. das dezent eingeblendete Zirpen einer Grille sowie das Grollen des Donners, wenn man zwei bewegliche Gewitterwolken aufeinander prallen lässt) ergänzt. Ein so tolle Präsentation des Themas Wald bzw. Natur habe ich bisher selten erlebt.

Die Quelle
Auf den Spuren der Wildnis

Unsere Begeisterung ob der tollen Anlage steigerte sich immer weiter, je mehr wir das Gebäude erkundeten. Wie sich herausstellen sollte, grenzt selbiges zur Hälfte an einen Teich, weshalb man durch die großzügigen Fenster der linken Gebäudeseite tiefe Einblicke in das lichtdurchströmte (Sonne sei Dank) Gewässer gewinnen konnte. Während sehr große Exemplare heimischer Fische an uns vorbei schwammen, konnten wir uns durch realistisch anmutende Modelle ein Gefühl verschaffen, wie Seerosen, Enten und Co. von unten – also aus Sicht eines Fischs – wirken.

FishEye View
Auge um Auge

Diese Eindrücke wurden nur noch vom Aqua-Tunnel übertroffen, welcher aus einer kreisrunden Röhre besteht, die mitten durch den an das Gebäude angrenzenden Teich verläuft. Während man also im Tunnel steht, kann man direkt über sich die Sonne und Wolken sehen, während zahlreiche Fische neben und über einem ihre Bahnen ziehen. Da dieses Highlight während unserer Zeit im NUP angenehm leer war (die ersten Schulklassen trafen erst ein, als wir schon wieder draußen waren), genossen wir das Feeling mitten im Wasser ausgiebig und ließen uns viel Zeit das Leben unter Wasser aus grundnaher Sicht zu studieren.

Wir mitten drin

Trotz dieser tollen Aussichten entschlossen wir uns dem terminlichen Druck der anstehenden Tierfütterung nachzugeben und so langsam den Weg in das innere des Parks zu suchen. Dabei legten wir zunächst einen Zwischenstopp am Streichelzoo ein, welcher ebenfalls sehr schön umgesetzt ist. Im NUP müssen sich die anfassbaren Kaninchen, Ziegen, Schafe und Meerschweinchen nämlich nicht mit einem einfachen Gatter zu frieden geben, sondern das äußerst großzügig angelegte Gehege ist rund um einen Bachlauf angelegt. Den Tieren scheint das zu gefallen, denn sie waren zum einen sehr neugierig und zum anderen äußerst streichelfreudig. Positiv war in diesem Zusammenhang sicher auch der Umstand, dass wir auch hier die einzigen im Streichelzoo waren.

"Mach genau da weiter!"

Gegen 13:00 Uhr traten wir dann den Marsch zum Damwildbereich an, wo sich rund 40 Tiere zur Fütterung einfinden sollten. Während auch dieses Gehege enorm weitläufig und natürlich angelegt ist, sehen die Bewohner den Esszeiten eher gelassen entgegen. Ca. 5 Damhirsche bzw. Damtiere fanden sich an den recht großzügig verteilten Brot- und Apfelhaufen ein und trotzen mit ihrem Hunger den neugierigen Blicken der zahlreichen Besucher. Wer den Wildtierpark in Bretten kennt, wird hier jedoch nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen 😉 Wir entschlossen uns also zeitnah dazu den Park weiter zu erkunden und bogen dabei recht Zeitnah zum Torf- und Moorerlebnispfad ab. Selbiger führt (naheliegenderweise) mehrere hundert Meter durch das Moor und wurde ebenfalls sehr liebevoll umgesetzt. Überall finden sich (künstliche) Irrlichter und sogar ein inszenierter Moorleichenfund (nebst entsprechenden Erklärungen) ist zu sehen. Während wir den recht langen aber hervorrangend gewarteten Steg entlang wandelten, zeigten sich uns aller Orten Salamander, Liebbellen und verschiedenste Insekten .. ein tolles Bild, welches bei Nacht (insbesondere mit Hinblick auf die Moorlichter) sicher abermals interessanter ist.

Zurück auf dem Hauptpfad kamen wir am Wildschweingehege vorbei, in welchem grad die Fütterung mit frischer Torte stattfand. Beim Geruch von leckerem Apfelkuchen stieg so langsam der Hunger in mir auf, während sich die Schweinchen glücklich wälzten und dabei munter die Farbe des Futters annahmen. Folglich bevölkerten nach einiger Zeit grüne, gelbe und rosa Tierchen das Gehege 😉

Weiter ging es dann durch den abgeschotteten aber ebenfalls sehr schön angelegten Eichhörnchen-Kobel. Insgesamt drei putzige und sehr aufgeweckte Hörnchen bildeten in dem großzügigen Käfig ein spannendes Suchbild, wobei ins besonders ein Tierchen durch eine (uns schon aus dem Opel Zoo bekannte) Hyperaktivität auffiel 😉 Der Kleine sprang so wild durch die Gegend, das trotz regelmäßig wiederkehrender Wege kaum ein Foto möglich war. Dani verleitete dieses recht vorhersagbare Verhalten zu der nüchternen Aussage: „Ich glaube, dass Große ist etwas kaputt!“ 😉 Insgesamt haben die Eichhörnchen jedoch sehr viele Versteck- und Spielmöglichkeiten, weshalb es viel Spaß macht den größeren und kleineren Exemplaren beim Putzen, Fressen und Erkunden zuzusehen.

Auch rot ist offensichtlich pflegeintensiv

Das einsetzende Hungergefühl versuchten wir am nahegelegenen „Spinnenhaus“ durch den Verzehr einer kleinen und mit 2,20€ recht überteuerten Brezel zu bekämpfen, was jedoch nur bedingt gelang. Mit bereits recht schmerzenden Füßen machten wir einen Abstecher zur nahegelegenen Wiese um anschließend zum Hindernisparcours am Versorgungsstand zurückzukehren. Während Dani clever genug war vor dem drehbargelagerten Baumstamm halt zu machen, überschätzte ich die Fähigkeiten meines Gleichgewichtsinns hoffnungslos. In Folge dessen kam es zu einem kurzen aber recht schmerzvollen Abflug, an den mich mein Hintern noch mehrere Tage lang erinnern sollte.

Dani beim Geschicktlichkeitstest

Um dieses Missgeschick wenigstens etwas auszugleichen, erklomm ich anschließend mutig die stählerne Spinne mittels der bereitgestellten Kletterstange, was sogar reibungslos klappte. Aus dem Bauch des Ungeheuers heraus bot sich eine ideale Perspektive um Danis Aufstieg(sversuch) aufmerksam zu verfolgen 😉 Nach einer kurzen Verweildauer verließ ich den knapp geschnittenen Leib des silbernen Krabbeltiers und wir brachen zum nächsten Highlight des Tages auf: der Raubtier-WG.

Kurz vorm Erfolg
Auch fast oben 😉

Was ich zunächst als überdimensionales Sammelgehege für Luchse, Wildkatzen, Wölfe und Bären verstanden hatte, entpuppte sich zu einer äußerst aufwändig angelegten Anlage zur möglichst unauffälligen Beobachtung der genannten Tiere. Dazu wurden mehrere hundert Meter ca. 5m über dem Boden platzierter Wege angelegt, auf welchen man mitten durch den überdimensionalen Käfig wandern kann. In diesem Kontext sei unbedingt erwähnt, dass es sich dabei nicht etwa um sterile Brücken o.ä. handelte; viel mehr wechselte der Bodenbelag zwischen schräg und gerade, Netze, hölzerne Hängebrücken usw. erinnerten stellenweise mehr an einen Kletterwald als an einen Naturpark. An verschiedenen, besonders interessanten Punkten gibt es zudem Aussichtsplattformen, welche einen ungestörten Blick in alle Richtungen auf die Tiere ermöglichen.

Auf tollen Pfaden direkt über den Tieren

Entlang von tollen, hölzernen Geländern (absolut frei von scharfen Kanten aber einfach stimmig umgesetzt) und Wandelgängen erreichten wir irgendwann den Palisadenhof – einem gesicherten Fort inmitten der Anlage. In selbigem gibt es vielfältiges Informationsmaterial und durch relativ dunkle und enge Tunnel können verschiedene Aussichsstationen im Gehege erreicht werden – auf allen Vieren versteht sich. Insgesamt ist die Raubtier-WG also wirklich ganz toll umgesetzt und unbedingt einen Besuch wert. Für weitere Impressionen empfiehlt sich an dieser Stelle übrigens die entsprechende Rubrik der Website des NUP: Link. Auch die Raubtier-WG, welche eine ungestörte und möglichst naturnahe Beobachtung der Tiere ermöglicht, kann im Rahmen einer Abendführung besichtigt werden. Obgleich wir an diesem Highlight nicht teilnehmen konnten, ist ein nächtlicher Rundgang durch das Reich der Luchse und Co. sicher äußerst interessant.

Den Abschluß unseres Besuchs im Natur und Umweltpark bildete der Besuch der Bärenanlage. Während selbige in Zoos und Tierparks ja häufig eher traurig ist, bietet sich dem Besucher in Güstrow in gänzlich anderes Bild. Zu unserem Glück vergnügten sich die beiden Bewohner der Anlage gerade im Wasser und boten dabei ein äußerst amüsantes Bild. Einige der zu beobachten Verhalten erinnerten doch stark an menschliche Zusammenleben (Beispiel: Bär 1 nähert sich Bär 2, Bär 2 schubst Bär 1 weg, Bär 1 schwimmt leise heulend zur anderen Seite des Teichs) 😉 Dank der sehr eifrigen Tiere boten sich viele tolle Impressionen, weshalb wir relativ lange am sonst eher wenig besuchten Gehege verbrachten.

Öhrchen juckt..

Nach über 4,5h im NUP begaben wir uns – bereichert um viele tolle Eindrücke und mit rund 250 Fotos im Gepäck – auf rund die 40 Minuten dauernde Rückfahrt in Richtung Ferienwohnung. Dort angekommen lockte dann das bereits etwas vermisste Meer, weshalb wir zügig ein Eis mit Sahne und Erdbeeren bei unserem dänischen Liebligseiscafe erstanden (extrem lecker) und in Richtung Strand aufbrachen. Während das Wetter auf dem Weg vor zur Mole eher einladend wirkte, merkten wir erst beim Erklimmen selbiger, dass der Wind mittlerweile mit Stärke 5 aus Westen wehte und uns jede Menge frischer Meerluft ins Gesicht trug. Interessiert beobachteten wir die ambitionierten Segelschüler beim Kampf mit dem Naturgewalten und bewunderten auch den offensichtlich recht mutigen Kite-Surfer, welcher mit viel Körperbeherrschung an einem ca. 5m großen Drachen durch die Fluten jagte.

Abendstimmung
Sich sanft (...) wiegendes Gras

Bei so tollen Bedingungen konnten wir einem weiteren Strandspaziergang (trotz bereits sehr schmerzender Füße) nicht widerstehen und traten mit viel Motivation den anstrengenden Marsch in Richtung Neptun an. Dabei tauchte die Sonne den flach über den Strand fliegenden Sand in eine tolle Atmosphäre und ließ Leuchtturm und Teepott auf der einen Seite sowie Wassertreter, Strandkörbe und Spaziergänger auf der anderen Seite in einem tollen Licht erstrahlen. Obgleich eine Unterhaltung ob des starken Winds schwierig war und die Wellen laut rauschten, war die Abendstimmung doch sehr schön und vermittelte viel Urlaubsfeeling.

Sitzmöglichkeiten im Sonnenuntergang

Als wir das Neptun einigermaßen erschöpft erreichten, begaben wir uns langsam von Strand in Richtung Promenade, wo wir unerfreulicherweise (mal wieder) von sehr vielen Mücken erwartet wurden. Etwas schneller als zunächst gedacht traten wir daher den Rückweg zur Ferienwohnung an, wo ich beim Versuch die mühevoll gesammelten Bilder zu sichern von einem Festplattendefekt überrascht wurde. Mit bereits relativ kleinen Augen gelang es mir mühsam nahezu alle Fotos auf eine andere Disk zu kopieren, während Dani uns eine stärkende Mahlzeit (eine von insgesamt drei, wie wir in dieser Woche in der FeWo zu uns nehmen sollten) bereitete.

Ein toller Tag geht zu Ende

So ging ein sehr eindrucksvoller, vielfältiger und ereignisreicher Tag in Warnemünde zu Ende. Viele weitere Impressionen gibt es (thematisch geordnet) in der Gallery: Link.

Reisetagebuch Warnemünde Tag 2 – Angriff der Mücken

Da wir uns ja zu Urlaub im (positiv gesprochen) Spätsommer entschieden hatten und daher naturgemäß abends recht früh von der Dunkelheit eingeholt werden, entschlossen wir uns den Tagesbeginn möglichst früh nach vorn zu verlegen. In Folge dessen klingelte der Wecker bereits um 08:00 Uhr, was erfreulicherweise ganz gut zu den Arbeitszeiten der Baustelle unter unserem Wohnzimmerfenster passte 😉

Der Start in den Tag wurde uns (wie fast jeden Morgen) durch die hereinblinzelnde Sonne vereinfacht, welche sich ihren Weg durch niedlichen Dreiecksfenster des Schlafzimmers suchte und dank des Dachfensters im Flur auch selbigen erhellte. Dank der äußerst zentralen Lage unserer FeWo erreichten wir bereits wenige Meter nach dem Verlassen unseres Urlaubsdomizils zielsicher die Stadtbäckerei Junge, welche uns während des letzten Aufenthalts in Warnemünde mit ihren einmaligen Franzbrötchen (warmer Blätterteig mit Zimt .. ganz grob gesprochen) begeisterte. Erfreulicherweise wurde die Produktion dieser tollen Teigwaren in der Zwischenzeit von „manchmal“ auf „jeden Tag“ umgestellt und zur Standard-Version mit Zimt gesellte sich nun auch eine Ausprägung mit Schoko. Natürlich hat die Bäckerei neben den Franz-Brötchen auch alle anderen Arten von leckeren Frühstücks- bzw. Kaffeeprodukten. Angefangen von frischen Muffins über Croissants und Quarkbällchen bis hin zu frischem Rührei gibt es quasi alles, was der hungernde Tourist begehrt. Das äußerst umfangreiche Produktsortiment wird zudem von ausgesprochen freundlichen Verkäuferinnen und Verkäufern feilgeboten, was bereits früh am Morgen unweigerlich zu einem Lächeln auf den Lippen des noch müden Urlaubers führt. Auch ansonsten ist die Stadtbäckerei Junge (mit mindestens drei Niederlassungen allein in Warnemünde) absolut modern und innovativ, gibt es doch neben einem Allergieinspektor auf der Homepage auch eine eigene iPhone App. Offensichtlich hat der Betrieb nicht umsonst den Bäckerei-Oscar gewonnen 😉

So frisch gestärkt (und nach soviel Schwärmerei für einen Bäcker) ging es gegen 10:00 Uhr mit dem frisch aus der Tiefgarage geborgenen Schnappi in Richtung Graal-Müritz – erneut durch den Tunnel. Während die letzten Kilometer auf dem Weg zum Ostseebad für mich mit sehr vielen (positiven) Kindheitserinnerungen verbunden waren und ich vieles wiedererkannt habe, gelang uns selbiges bei der Suche des von uns angesteuerten Fahrradverleihs eher weniger. Obgleich wir vor vier Jahren schon mal die Promenade mit eine Spaßmobil unsicher gemacht hatten, fanden wir auch dieses Jahr den Ort des Geschehens erst im zweiten Anlauf (nein, dass Navi hat nicht versagt .. aber bei einer falschen Adresse kann die Routenführung noch so gut sein). Trotzdem erreichten wir mit leichter Verspätung den Parkplatz am Rhododendronpark um 10:30 Uhr und waren bereits wenige Minuten später stolze Mieter eines zweisitzigen, per Heckantrieb beschleunigtem und mittels Sonnendach geschütztem Tretmobils. Selbiges wies erstaunlich viele Parallelen zum Porsche auf, so dass ich mich sofort wohl fühlte und selbstbewusst das Steuer übernahm. Bereits beim Versuch anzufahren und dem offensichtlichen Eingreifen der Berganfahrhilfe (es ging einfach mal sau schwer) keimten jedoch leichte Zweifel in mir auf, ob wir das gute Stück tatsächlich gleich 3h hätten mieten sollen (Preis übrigens glatt 20€).

Egal, hochmotiviert gaben wir beide unser bestes und tatsächlich bewegte sich das Monstrum dann langsam aber stetig gen Waldweg, Ziel: Promenade. Auch das Fahrwerk lässt sich durchaus mit dem eines Porsche vergleichen .. allerdings maximal wenn man das adaptive Fahrwerk im Sportmodus (Federung? Nee..lass mal) als Gegenstück heranzieht 😉 Wir hoppelten also lustig über einigermaßen hindernisbewährte Pfade, lachten viel und wurden dabei von dem ein oder anderen Fahrradfahrer überholt .. Raser gibt es halt überall. Nach einigen Minuten erreichten wir die Seebrücke und machten für eine erste Fotosession kurz Halt. Während uns das überwiegend etwas ältere Publikum intensiv musterte, fühlte ich mich schon ein wenig an die Anreise gestern am Alten Strom erinnert 😉 Da Dani offensichtlich der Meinung war ich würde den Boliden nicht so zielsicher um die Schlaglöcher steuern, wie das im Idealfall möglich wäre, übernahm sie das Steuer und ich durfte fortan wirkungslos am zweiten Lenkrad kurbeln.

Eisberg voraus
Frau am Steuer

Durch eifriges Treten, mit viel Enthusiasmus und dem Druck der laufenden GPS-Aufzeichnung im Nacken gewannen wir das ein oder andere Duell mit radfahrenden Familien und wurden maximal zwei bis dreimal durch notgedrungene Boxenstopps ausgebremst, wenn mal wieder ein unwichtiges Accessoire (wie z.B. die Kameratasche oder das Sonnenbrillenetui) durch die unglaublichen Fliehkräfte aus dem, offensichtlich nicht bis zum Ende durchdachten, vorderen Korb fiel. Nach nur rund einer halben Stunde bei halsbrecherischen Geschwindigkeiten (das Tretmobil verfügt leider über keinerlei Schaltung) erreichten wir unser Tagesmindestziel: Das Windrad. Bei der Dokumentation dieses denkwürdigen Moments wurden wir leider je von einem Schwarm ausgehungerter Mücken überfallen, was die Stimmung insbesondere bei der Pilotin schlagartig verschlechterte.

Futter!

In einem Notstartmannöver setzten wir das Vehikel erneut in Gang und merkten zu diesem Zeitpunkt erstmals, dass die vielen kleinen Wasserlachen rechts des Weges (quasi am Übergang des Waldes zur Promenade) offensichtlich als Aufzuchtstation für die gierigen Blutsauger ideal geeignet waren. Sogar während der Fahrt landeten ständig neue Mücken auf uns, so dass wir mehr mit Wegschlagen als mit Lenken beschäftigt waren und der Adrenalinausstoß auf diese Weise weiter angekurbelt wurde. Leider mussten wir am Abend feststellen, dass Dani trotz aller Bemühungen mehr als 20 Mückenstiche davontrug .. ich übrigens maximal zwei 😉

Kurz vor Nienhagen war die Luft dann quasi raus, wir aktivierten die Feststellbremse des Mobils, legten das Schloss an und begaben uns mit stärkender Nahrung und einer Decke auf den Strand. Selbiger war – obwohl relativ abseits gelegen – erstaunlich belebt, was jedoch nicht weiter störte. Schnell packten wir das Handtuch aus, zogen die Schuhe aus und freuten uns über einen absolut mückenfreien Moment. Während dank des angenehmen Windes der Himmel immer mal wieder aufriss und ein strahlendes blau durch die Wolken schien, erholten wir uns bei Schokolade und Brötchen von der anstrengenden Anreise. Nach einigen Minuten der Ruhe, Entspannung und dem romantischen Klang der Wellen ging es – unter deutlich wahrnehmbaren Protest seitens der Copilotin – erneut zurück zu unserem fahrbaren Untersatz.

Stärkung am Meer

Da die iPhone-Recherche während des Strandaufenthalts keine alternativen Wege für die Rückfahrt zu Tage förderte, mussten wir erneut mitten durch den gierigen Schwarm steuern. Mutig ergriff ich das Steuer und mit dem Summen der gefürchteten Blutsauger im Ohr legten wir die 4,5km bis zur Seebrücke über Stock und Stein, die Dühnen rauf und runter quasi in Rekordzeit zurück.

Angekommen an der einigermaßen menschenbevölkerten Promenade parkten wir leicht abseits, holten uns bei der nahegelegenen Eisdiele ein paar Kugeln nicht schmeckenden Eises und begaben uns nach ganz vorn auf die Seebrücke – ein toller Platz um das Meer zu beobachten und dem Klang der Wellen zu lauschen.

Im Vordergrund: Wir, Im Hintergrund: Graal-Müritz

So langsam neigte sich unser Zeitfenster mit dem Tretmobil dann jedoch seinem Ende, so dass wir recht zeitnah die letzten Meter zurück zur Vermietstation antraten und dabei nach einem kurzen Abstecher in Richtung Aquadrom erneut den Rhododendronpark durchquerten. Am Zielort angekommen hatten wir dann noch kurz Zeit für ein paar letzte Sportwagenvergleichsfotos sowie Erprobungsfahrten (Stichwort „Elchtest“), bevor wir so langsam zur nächsten Station des Tages weiterfuhren.

Mehr Ähnlichkeiten als man denkt
Ob das Ding kippt? (immer bremsbereit!)

GPS-Aufzeichnung der Tretmobiltour[deltazoom=0;gpxelevation=hide;gpxspeedchart=show;gpxcheckpointinterval=10;urldisplaymode=none;]

Den Plan im Ostseecamp (Torfbrücke) Minigolfen zu gehen verwarfen wir übrigens sehr zeitnah wieder, da uns bereits die Atmosphäre an der Pforte ganz und gar nicht zusagte. Stattdessen ging es nahtlos weiter zu Karls Erlebnishof inRövershagen, was zurückblickend eine sehr gute Entscheidung war – ein Besuch bei Karl ist nämlich sehr zeitintensiv 😉 Bereits auf den letzten Metern zum Ziel war ich von den absolut riesigen Parkplatzkapazitäten beeindruckt und auch die vom Stellplatz aus ersichtlichen Gebäude erzeugten sofort einen sehr stimmigen, modernen, authentischen und einladenden Eindruck. Der Eingangsbereich erwartet den Besucher dann auch mit einer sehr liebevollen Mischung aus szenisch-gestalteten Verkaufsständen und thematisch angepasster Dekoration. Dabei hat man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass hier der Kommerz im Vordergrund steht .. viel mehr geht es um das Flair und den Charme eines bäuerlichen Erdbeerhofs. Selbiger versorgte uns dann dankenswerterweise mit einem stärkenden Mittagessen, welches durch frische Erdbeeren abgerundet wurde.

Steinbeeren

So gestärkt ging es zunächst in die schier endlosen Hallen des Marktes, in welchen es von maritimer Dekoration über maritime Kleidung, Osterschmuck, Weihnachtsschmuck, selbstgezogenen Kerzen und selbstgebrannten Gefäßen bis hin zu tausenden Kaffeekannen schier alles zu geben scheint. Die Preise sind dabei insgesamt sehr fair, die Qualität überzeugt und die Verkaufsfläche ist allerorten mit Fotomotiven und „Unterhaltungsstationen“ (z.B. singendes Pferd etc.) aufgelockert. Inmitten sehr stimmiger Atmosphäre kann man es hier an Regentagen sicherlich mehrere Stunden aushalten .. wir erblickten nach ca. 1h und mit einigen Mitbringseln für die heimische Wohnung unter dem Arm erneut das Tageslicht 😉

Hoch hinaus!
Mussten leider da bleiben (die Erdbeerpantoffeln, natürlich!)

Nachdem selbige im Auto verstaut waren, begaben wir uns in Richtung Erlebnisdorf – auf dem Tagesplan stand schließlich der Besuch eines weiteren Maislabyrinths. Bis wir selbiges erreichen sollten, verging jedoch noch eine geraume Zeit. Das Erlebnisdorf mit kostenlosem Eintritt ist nämlich das eigentliche Highlights von Karls in Rövershagen und kommt – ganz grob gesagt – im Stil eines szenisch umgesetzten Minierlebnisparks daher. So gibt es verschiedene fahrende Geschäfte (z.B. elektrisch fahrende Trecker auf Gleisen .. dabei akustische Untermalung und Durchfahrung eines liebevoll hergerichteten Parcours), eine fliegende Kuh (hydraulisch bewegte Kabine, welche Besucher in der Luft herumwirbelt), Kartoffelsackrutschen, Kletterburgen, Hüpfburgen, Streichelgehege und vieles mehr. Zwischen den vielen kleinen und etwas größeren Attraktionen stehen Futterbuden mit treffendenNamen und thematisch-angepasstem Design. Insgesamt fühlt man sich ein wenig wie in einer Bauernhof-Version eines kleinen Heideparks Soltau – absolut empfehlenswert!

Bereits am Eingang zum Maislabyrinth wurden wir dann gefragt, ob wir denn lieber Barfuß oder mit geliehenen Stiefeln auf das Gelände möchten .. etwas irritiert entschieden wir uns für die zweite Version. Obgleich wir ja bereits den ein oder anderen leicht schlammigen Irrgarten im Mais erlebt hatten, waren wir auf das, was nach einer kurzen Mini-Eisenbahnfahrt zum Eingang des Labyrinths auf uns wartete, nicht gefasst. Stellenweise versanken wir beim Entlangschreiten der Wege über 10cm im Matsch, wodurch abschnittsweise der Verlust des schützenden Schuhwerks drohte – ein Riesenspaß. Dank mitgeführter Karte (was so vorgesehen ist, denn man erhält sie extra am Eingang) konnten wir alle gesuchten Stationen recht zügig finden und fanden uns schon nach rund 30 Minuten wieder am Eingang des Irrgartens ein. Schnell putzten wir die geliehenen Stiefel wieder auf Hochglanz und tauschten unser Lösungswort gegen preisreduziertes, lecker aussehendes aber bereits echt abgelagertes PopCorn – geschmeckt hat es anschließend trotzdem 😉

Wir sinken!

Da sich der Tag so langsam dem Ende neigte, machten wir auf dem Weg zum Ausgang nochmal kurz Station an einem riesigen Trampolin, einer tollen Partnerschaukel für zwei sowie einem überdimensionalem Strandkorb. In letzterem entspannten wir uns dann nochmal kurz beim besagten PopCorn und traten anschließend die Rückfahrt gen Warnemünde an.

Dort angekommen ging es – wie könnte es anders sein – sofort wieder raus ans Wasser. Während unserer Abwesenheit hatte am Seekanal das relativ große Kreuzfahrtschiff Norwegian Sun festgemacht, welchem wir natürlich unbedingt einen Besuch abstatten wollten. Obgleich man mittlerweile ja nicht mehr auf die letzten Meter an die großen Schiffe heran darf, war der Eindruck des Koloss aus Stahl durchaus begeisternd. Souverän, gepflegt und dezent beleuchtet lag das Schiff der Norwegian Cruise Line am Kai und wir mussten uns zwangsläufig Gedanken darüber machen, wie es wohl sein muss an Bord eines solchen Schiffs mit allen möglichen Einrichtungen und Attraktionen von Hafen zu Hafen zu fahren.

Eine der letzten Anläufe für diese Saison

Nachdem Besuch des Liegeplatz 7 bekamen wir übrigens noch den Abtransport riesiger Stahlrohre für den OffShore-Windpark auf einem gigantischen, von zwei Schleppern gezogenen Ponton zu sehen – absolut beeindruckend!

Etwas träumerisch ging es anschließend zur Mittelmole, welche in den letzten 10 Jahren ja aufwändig umgebaut wurde. Neben den Liegeplätzen für die Fischerboote nebst entsprechenden Verkaufsständen sind sehr schöne Geschäfte und Restaurants (z.B. Herberts, CasaMia, La Villa) entschanden, welche allesamt zu einem Besuch locken. Nach einem kurzen Abstecher an den ebenfalls frisch umgebauten Yachthafen (der leider ebenfalls von zahlreichen Mücken bewacht wurde), begaben wir uns für eine abendliche Stärkung in Richtung Promenade. Unglücklicherweise erwischte uns dabei ein etwas stärkerer Regenguss in Kombination mit kaltem Seewind – weniger schön. Recht nass aber bei guter Laune fanden wir uns schließlich im Steakhouse „Hurricane“ ein, wo wir den Tag an einem ruhig gelegenen Tisch mit netter Aussicht auf die Kurhausstraße bei schmackhaftem Essen und leckeren Cocktails ausklingen ließen.

Tagesausklang bei Kerzenschein

Weitere Impressionen gibt es wie immer drüben in der Gallery: Link.



							

Reisetagebuch Warnemünde Tag 1 – Wiedersehen

Vor knapp vier Jahren waren Dani und ich – damals noch ganz frisch liiert – das letzte Mal zusammen in Warnemünde – jenem schönen Vorort von Rostock, der wohl so viel maritimes Flair versprüht und mit seinem ganz eigenen Charme lockt, wie kaum ein anderer Ferienort an der deutschen Ostsee.

Während in den letzten Jahren eher Umzüge und im Vordergrund standen, haben wir es in diesem Jahr endlich mal wieder geschafft uns eine Woche im Spätherbst gen Norden loszuschlagen und gewappnet mit jeder Menge warmer Klamotten die lange Reise von Frankfurt an die Ostsee anzutreten. Damit der Trip nicht allzu lang wird, entschlossen wir uns spontan einen Zwischenstopp nebst Übernachtung in der elterlichen Heimat einzulegen, wodurch wir zum einen nur rund 2x 400km zurücklegen mussten und zum anderen eher als zunächst geplant in Warnemünde ankommen konnten. Während die Fahrt am Samstag morgen von Frankfurt nach Quedlinburg absolut problemlos verlief, kam unsere Reise Sonntag (Beginn ab Basis: 08:50 Uhr) gegen 11:00 Uhr am Dreieck Havelland und damit 190km von Ziel entfernt zum Erliegen – eine Vollsperrung raubte uns rund 30 Minuten unseres verdienten Urlaubs.

Spaßbremse im Nirgendwo

Glücklicherweise ging es irgendwann weiter und so erreichten wir Warnemünde etwas später als zunächst erhofft gegen 13:50 Uhr – dafür bei blauem Himmel, wenig Wolken und bester Stimmung. Die letzten Meter legten wir übrigens entgegen alter Traditionen nicht mittels der Warnow-Fähre sondern durch den (zumindest für uns) neuen Tunnel zurück. Selbiger macht die Querung der Warnow sehr einfach und zeitlich sehr flexibel, zudem ist die Benutzung mit 3,20€ pro Strecke und Sportwagen etwas preiswerter als der Überwasserweg. Bereits auf den letzten Metern mit dem Auto durch Warnemünde kam schon Urlaubsstimmung auf .. gemächlich rollten wir mit vielen anderen Reisenden durch die Kurhausstraße unmittelbar am Strand entlang und während andere schon in der Sonne lagen, näherten wir uns der Ferienwohnung Meter um Meter.

Kurz vorm Ziel bekam ich dann – ich gebe es offen zu – nochmal kalte Füße. Als das Navi ganz sportlich die Anweisung gab direkt auf den Alten Strom (Straße: „Am Strom“) einzubiegen und das Schild „Fußgängerzone“ mit keinem Wort erwähnte, weigerte ich mich mit Hinblick auf die Menschenmassen dann doch erstmal. Ein kurzes Telefonat mit unseren Vermietern bekräftige jedoch die Anweisung des PCMs mit den Worten: „Sie dürfen das. Fahren Sie einfach direkt auf den Strom und halten Sie dann auf Höhe des Kutters Freiheit .. gegenüber des orangen Hauses mit der Terrasse!“. Mutig bog ich also in den Strom ein und während die Touristen uns mit „Wieder so ein Porsche-Idiot der keine Schilder lesen kann“-Blicken bestraften, schaltete ich ganz schüchtern die Warnblinkanlage ein und versuchte im Kriechgang die genannte „Freiheit“ zu erreichen. Dies gelang uns dann auch nach einigen Minuten im ersten Gang und bei getretener Kupplung, wobei uns der Vermieter dankenswerterweise direkt auf am Strom winkend erwartete.

Darf ich bitte durch?

Spätestens als ich das Auto dann derart zentral geparkt abstellte und sich der jünglich aussehende Bayer (Kennzeichen M-Q) aus der Protzkarre schelte, war uns die Sympathie der Menge sicher 😉 Trotzdem wurden wir sehr nett von unserem Gastgeber begrüßt und trugen gemeinsam mit ihm die vielen Koffer, Beutel und Taschen vom Schnappi aus ein paar Meter am Alten Strom entlang, durch die unscheinbar aussehende Tür auf den „Hof“ des Anwesens, den Gang des 42m langen Hauses folgend bis in unsere Unterkunft.

Der erste Eindruck von selbiger war sofort überaus positiv. Die Inneneinrichtung war mindestens genauso idyllisch und atmosphärisch wie die Lage, die Ausstattung sehr umfangreich, der Zustand ebenso wie die Reinlichkeit bestens und insgesamt herrschte viel Liebe zum Detail.

Wohnzimmer
Schlafzimmer
Zugang über den Hof

Zeit zum Genießen blieb jedoch nicht, denn der Porsche musste schließlich irgendwo sicher verstaut werden. Da uns der Vermieter seiner Frau mit den Worten „Die beiden fahren ein sehr wertvolles Auto, wir müssen ihnen den Tiefgaragen-Stellplatz geben“ vorgestellt hat, sollte dieser Part jedoch sehr angenehm und schmerzfrei ablaufen. Okay, bis auf die Tatsache, dass der Wagen ja immer noch inmitten der Menschenmassen stand und von der FeWo bis zur TG ca. 1km vorbei an Gaffenden, Sympathisanten, Umweltverbesserern und Ignoranten zurückzulegen waren. Insbesondere als es galt die Warnemünder Bimmelbahn zu umfahren, bewunderte ich die tiefe Entspanntheit unseres Gastgebers, der mich auf dem Beifahrersitz zum Stellplatz lotste. Glücklicherweise kamen wir irgendwann (der Kupplungsfuß wurde schon arg schwer) an der Garage an und nach einer kurzen Einweisung zur korrekten Verwendung der Fernbedienung mit insgesamt vier Knöpfen (welche alle in der richtigen Reihenfolge betätigt werden müssen) stand der Porschi sicher und in einer sehr großzügig dimensionierten Bucht zwei Etagen unter dem Edeka am Kirchenplatz.

Bei lockeren Gesprächen über Frankfurt, Warnemünde, IT, Apple und Virtualisierung begab ich mich dann abermals geführt von unserem Vermieter zurück gen Ferienwohnung. Selbige lag rund 5 Minuten vom Stellplatz des Wagens entfernt und wurde während unseres Urlaubs leider ein wenig (aber durchaus erträglich) von Baulärm durch eine Nahe Baustelle beschallt. In jedem Fall war ich sehr froh, nach dieser längeren Tour das erste Mal rund 5h nach unserer Abfahrt tief durchzuatmen und gemeinsam mit Dani die wichtigsten Sachen aus den Koffern zu bergen: Kamera, kurze Klamotten und leichtere Schuhe.

Bei 23°C, Sonne und wenig Wolken traten wir hoch motiviert unseren Weg gen Strand an. Direkt vor dem Haus wartete bereits der „Futterkutter“ auf uns, welcher uns – an diesem sowie an allen weiteren Tagen – schnell und preisgünstig mit leckerer Nahrung versorgte. Für Dani gab es das erste Fischbrötchen der Woche, während ich mich (wie so oft) mit Pommes begnügte. Mit ein wenig Angst vor den gierigen Möwen begaben wir uns anschließend mit warmem Futter in der Hand am Alten Strom entlang in Richtung Mole und gleich bis zum grünen Seezeichen vorzulaufen. Bereits während dieses ersten Spaziergangs kamen Erinnerungen an frühere Aufenthalte in Warnemünde auf und schnell wurde klar, dass sich insgesamt wenig verändert hat. Zwar gab es in den letzten 10 Jahren (glücklicherweise) die ein oder andere Modernisierung des maritimen Örtchens, doch die meisten Dinge sind noch so, wie sie immer waren. Gemeinsam mit vielen anderen Touristen genossen wir das Meeresrauschen, den Blick auf die Ostsee und die malerischen Impressionen, die die Sicht auf den Hafen bietet.

Blick auf den Hafen

Frisch gestärkt ging es (natürlich) sofort weiter in Richtung 150m breitem Sandstrand, wo wir uns sogleich unserer Schuhe entledigten und mit hochgekrempelten Hosen (zumindest ich) die ersten vorsichtigen Schritte ins Wasser taten. Selbiges war recht kühl, aber durch die kraftvolle Sonne durchaus angenehm. Nach ein paar Minuten setzte die Gewöhnung an das kalte Nass ein und nach und nach wurden nicht nur die Zehen sondern die Beine insgesamt bis zu den Knien mit den kalten Fluten benetzt. Das war so unterhaltsam, dass ich das iPhone und die Kamera in meinen Beintaschen ganz vergaß und so ich die mitgeführte Technik etwas Kontakt mit der Ostsee hatte 😉 Zum Glück wurde ich auf dieses Missgeschick aufmerksam, bevor Schäden entstanden und wir konnten die Gadgets in höher gelegene Aufbewahrungsmöglichkeiten evakuieren.

Kalt!

Vorbei ging es am Wasservertreterverleih (zurückblickend gesprochen wäre dieser Tag der beste zum Ausleih eines solchen Vehikels gewesen) und Neptun vorbei Richtung Steilküste, während auf dem Meer ein ambitionierter Jetski-Fahrer den Spätsommer mindestens so sehr genoss wie wir. Irgendwann entschlossen wir uns dann zu drehen und erneut Richtung Teepott zu wandern. Dort angekommen ging es barfuß über den alten Strom zur Ferienwohnung, wo wir uns abermals umzogen (die nasse Hose war auf Dauer doch nicht so angenehm) und anschließend den Autoschlüssel zur Bergung letzter Accessoires holten.

Vorher ging es jedoch über die Drehbrücke in Richtung Mittelmole und Seekanal, wobei wir unterwegs am Bahnhof den Gedenkbereich zu Ehren des am Herrentag hier Verstorbenen bemerkten (an dieser Stelle könnte man viele Worte über die Sicherheit an öffentlichen Orten und die Hemmungslosigkeit bzw. Gleichgültigkeit die man haben muss um jemanden unter der Beobachtung von Kameras derart zu malträtieren verlieren .. aber ich lasse das einfach mal). Durch die relativ unschöne Unterführung des Bahnhofs erreichten wir den Seekanal, wo ein repräsentativer Dreimaster aus Amsterdam festgemacht war. Nach dessen Bewunderung ging es direkt weiter zum (zumindest aus unserer Sicht) neugebauten Pier 7 von Karls – ein Ort, der im weiteren Verlauf des Urlaubs zu einer unserer Lieblingslocations werden sollte. An diesem ersten Tag begutachteten wir jedoch zunächst die Sandworld 2 und waren bereits auf den ersten Blick von der Detailverliebtheit und dem Umfang des Souvenirshops mit toller maritimer Atmosphäre begeistert.

Feine Details in Sand gearbeitet - sehr beeindruckend

Nun galt unser Interesse aber endgültig dem Auto, wo die bereits schmerzlich vermisste Spiegelreflex-Kamera auf uns wartete. Mit dieser unterm Arm traten wir erneut den Rückweg gen FeWo an, wobei die ersten Regentropfen das Kopfsteinpflaster am Alten Strom benetzten. Das minimal schlechter werdende Wetter machte uns jedoch nichts aus, denn wir waren ob der vielen neuen Eindrücke so überwältigt, dass wir statt auf den Regen zu achten viel mehr damit beschäftigt waren zu planen, welche Locations und Restaurants wir in unserer Urlaubswoche besuchten wollten. Nach einem ganz kurzen Zwischenstopp in unserer Unterkunft ging es dann auch gleich wieder raus auf die Flaniermeile. Dankenswerterweise befand sich direkt neben dem Eingang zu „unserem“ Haus ein dänischer Eisladen, welche uns mit je einem Softeis für 2€ inklusive Kakao-Topping versorgte. So ausgestattet ging es gemeinsam mit der nun geholten Kamera erneut in Richtung Mole bzw. Seezeichen, wobei wir einen eindrucksvollen Katamaran beim Auslaufen in einen blau/lilanen Horizont beobachten konnten.

Bis zum Horizont

An der Mole angekommen namen wir uns Zeit, um etwas „runter zu kommen“ und diesen ersten Abend in Warnemünde ausgiebig zu genießen. Die Wellen schlugen dabei leise gegen die Befestigungen der Mole, wenig Menschen trotzen gemeinsam mit uns dem leichten Nieselregen und rundernde Surfer komplettierten das Bild des abendlichen Meeres – einfach schön. Mit so vielen maritimen Eindrücken im Gepäck ging es gleich nochmal an der Strandpromenade, beginnend am Teepott, entlang, vorbei am Neptun und der neugebauten Villa Strandläufer  ein ganzes Stück in Richtung Wilhelmshöhe.

Endlich angekommen

Auf dem Rückweg hatten wir eigentlich den Plan an der (ebenfalls neugebauten) Schusters Strandbar auf eine heiße Schokolade einzukehren. Leider waren alle trockenen Plätze auf der Seeseite belegt, so dass wir uns gegen einen Platz im Innenraum entschieden und daher unverrichteter Dinge gen FeWo weitergingen. Unabhängig von unserem Misserfolg bot die Strandbar jedoch ein absolutes einladendes Flair aus Chillout Musik, indirekter Beleuchtung und absolut bequem aussehenden Sitzmöglichkeiten – mehr dazu an Tag sechs 😉 ).

Karibisches Flair an der Ostsee

In unserer Unterkunft angekommen, verließen uns dann so ganz langsam (man glaubt es kaum) die Kräfte. Nachdem das Wichtigste aus den Koffern befreit war, fielen wir matt aber voller neuer Impressionen in das Doppelbett mit Sicherheitsfunktion (zwei getrennte 90cm Matratzen), wo wir sehr schnell einschliefen .. ein schönes Ende für den ersten halben Tag in Warnemünde.

Weitere Impressionen dieses ersten schönen Tages gibt es drüben in der Gallery: Link.

Urlaub in Dänemark 2011

Nach den vielen Einträgen im Juni und der darauf folgenden Stille im Juli könnte man fast glauben, dass momentan so gar nichts bei uns los ist. Dem ist jedoch ganz und gar nicht so, doch einige (tiefgreifende) Veränderungen sind einfach kein Fall für Blogs 😉

Trotzdem gehe ich aktuell davon aus, dass in Folge der aktuellen Umgestaltungen im August und September wieder eine erhöhte Anzahl von Posts zu sehen sein wird .. vor allem solche mit vielen Fotos und noch mehr Emotionen 😉

Neben soviel Geheimniskrämerei gab es in der letzten Woche endlich auch mal wieder etwas Meeresluft zu schnuppern, denn wir waren gemeinsam mit meinen Eltern eine Woche in Dänemark. Das tolle an Dänemark ist (neben vielen anderen Dingen), dass wir es schon so gut kennen 😉 Nach zehn schönen Urlauben dort, kennt man einfach die Gegend, wird vom Vermieter der Angelboote mit Namen begrüßt und weiß auch ganz genau welches das schönste Ferienhaus ist und wo sich dieses befindet.

Eine tolle Unterkunft für eine Woche Erholungsurlaub

Genauer gesagt durften wir zum zweiten Mal in einem recht neuen Haus in einer ganz neuen Siedlung von Spodsbjerg gastieren, von wo aus man (dank Hügellage) einen unvergleichlichen Blick auf das Meer hat. Durch ein zu drei Seiten verglastes Wohnzimmer sieht man quasi alles .. den Sonnenauf- und Untergang, die Wälder in Blickrichtung Spodsbjerg genauso wie den Langelandbelt .. für mich gibt es auf dieser schönen Insel keinen tolleren Ort zum Wohnen.

Nach soviel netten Worten vielleicht zunächst etwas Realität: Die Anreise war grausam. Zur allerbesten Reisezeit traten wir am Freitag gegen 17:00 Uhr unsere Tour gen Norden (Zwischenziel: Büsum .. an der Nordsee sollt die Niederschlagswahrscheinlichkeit angeblich 60% niedriger als an der Ostseeküste sein) an .. ca. 608km und schon nach weniger als 3km davon standen wir im ersten Stau – Die A5 ist Freitag Abends halt eine sehr suboptimale Wahl. Doch mit viel Verpflegung, guter Laune und Schnappi unter dem hintern rollten wir langsam bis zum Gambacher Kreuz um dann die lange und schmerzliche Tour über Dortmund, Bremen und Hamburg an die Nordsee anzutreten. Zwischendurch gab es einen langen Landstraßenabschnitt und immer mal wieder zähe Passagen (und noch mehr Baustellen), bis wir um 23:00 Uhr und damit 2h nach unserer Planung und 2h nach der offiziellen Öffnungszeit der Hotelrezeption unserer Unterkunft Büsum erreichten. Dank sehr freundlicher Hotelbesitzer erledigten wir schnell den Checkin und begaben uns anschließend in Büsums Nachtleben. Okay, bei horizontal ankommendem Wind Sturm war davon nicht allzu viel übrig .. doch dank Google Maps, Kompass und mit viel Enthusiasmus erkundeten wir die Altstadt und unternahmen sogar noch einen Abstecher zum (in der Dunkelheit kaum sichtbaren) Meer.

Angekommen in unserem Hotelzimmer schliefen wir nach einem sehr langen Tag dann auch recht zeitnah ein .. begleitet wurden wir dabei vom Rauschen des Sturms, der unablässig gegen die nicht mehr ganz neuen Fenster drückte.

Unseren eigentlichen Anreisetag, den Samstag, begannen wir zunächst mit einem anständigen Frühstück bei tollem Ausblick. Obgleich das Wetter erneut mit heftigen Winden und Nieselregeln wenig sommerliches Flair versprühte, war die Sicht auf den Hafen trotzdem sehr schön und lockte uns einige Minuten später erneut zu einem kleinen Spaziergang. Dieser führte uns zunächst auf den Deich, wo auch bei diesen unwirtlichen Bedingungen zunächst vorschriftsgemäß die Gästekarten (Kurkarten) kontrolliert wurden. Anschließend ließen wir uns die kräftige Brise um die Nase wehen und begaben uns nach einigen stürmischen Minuten erneut Richtung historischem Hafen und Innenstadt. Hier trotzten erstaunlich viele andere Touristen dem Wetter, so dass durchaus maritimes Flair aufkam.

Hunger...
Blick auf das einladende Sommerwetter in Büsum 😉

Gegen 11:00 Uhr setzten wir den vollgepackten Schnappi dann erneut in Bewegung – Ziel: Spodsbjerg. Bereits die ersten Kilometer gestalteten sich sehr zäh-fließend, denn ich hatte nicht mit den vielen Besuchermassen gerechnet, deren Urlaub an diesem Tag enden sollte. Irgendwann erreichten wir jedoch die letzte Tankstelle vor der Auffahrt auf die Autobahn und fanden uns Minuten später in einer großen, trägen Masse von Fahrzeugen mit dem Ziel „Dänemark“ wieder. Immer wieder kam der Verkehr zum Stocken und nur durch trickreiche Umfahrungen und mit viel Geduld erreichten wir nach erneut rund 3,5h Fahrt gegen 14:30 Uhr unser Ziel – den Hafen von Spodsbjerg auf Langeland. Erfreulicherweise holten wir auf den letzten 20km auch noch meine Eltern ein, welche jedoch aufmunternderweise solange hinter Wohnmobilen herfuhren, bis wir mit unglaublichen 110km/h auf den dänischen Autobahnen die Lücke geschlossen hatten.

Was nun folgte war die fast schon routinemäßige Anmietung des Boots für die gesamte Woche (inklusive spontanem Wechsel des Boots, weil das erste doch nicht so recht passte) sowie der Bezug des bereits bekannten Hauses. Obgleich ich selbiges wenige Tage zuvor auf Fotos bewundert hatte, hatte ich ganz vergessen wie schön und beeindruckend die Aussicht von der umlaufenden Terrasse ist.

Blick auf den vielbefahrenen Belt

Pünktlich mit dem Eintreffen meiner Eltern mit dem Schlüssel (dieser musste zunächst aus einem separaten Büro abgeholt werden), begannen sich die Himmelspforten so langsam zu öffnen. Ein fast schon romantischer Landregen setzte ein, der in den Abendstunden bedingt durch zunehmenden Wind seine Ausrichtung von vertikal zu horizontal veränderte. Dieser Anblick sollte uns den gesamten Sonntag über erhalten bleiben, so dass ich viel Zeit hatte mein neues Buch („iLeadership“ .. keine Empfehlung) zu studieren, während der Regen leise gegen die bodentiefen Fenster prasselte.

Erfreulicherweise wurde das Wetter (schon) am Montag besser, so dass wir das gemietete Boot erstmals nutzen und die diesjährige Fangfreudigkeit des bekannten Langelandbelts testen konnten. Dank GPS mit entsprechenden Seekarten, Echolot, viel Erfahrung und einem routinierten Captain (mir) gelang es und recht bald die ersten Fische ins Boot zu hieven. Was jetzt so heroisch klingt, sollte sich im Laufe der Woche als ein wenig enttäuschend herausstellen. Die Fangergebnisse der letzten Jahre (teilweise 150 Fische pro Person) ließen sich nicht erreichen und was (fast) viel schlimmer war: Den schlimmsten Rückschlag musste ich selbst hinnehmen. Als mehrfacher (die Angaben sind hier nicht genau .. aber mindestens 3-facher) Dorsch-König in den Jahren 2007, 2009 und 2010 traf es mich sehr  hart, gemeinsam mit Dani am Ende der Woche nur Rang 3 von 3 erreicht zu haben.

Der (verdiente) Champion beim Drill

Zumindest in diesem Jahr haben scheinbar überlegene Vorbereitung und viel Glück über Ehrgeiz und Kampfgeist gesiegt .. mit ca. 40 zu 16 Fischen ging der Sieg diesmal ohne jede Diskussion an meinen Dad. Nun gut, so ist bereits der erste Anreiz für den Dänemark Urlaub 2012 geschaffen (An dieser Stelle sei gesagt: Die Schlacht ist vielleicht verloren, aber der Krieg noch nicht vorbei ;-))

Nachdem dieses schmerzliche Kapitel ausreichend besprochen wurde, nun zurück zum Tagesgeschehen in Dänemark – genauer gesagt den Nebenbeschäftigungen des Angelns: Diese bestanden auch in diesem Jahr im Konsum viel zu leckeren Softeises, der Besichtigung der üblichen touristischen Highlights, abendlichen Spaziergängen, dem Füttern hilfsbedürftiger Katzen mit frisch gefangenem Fisch (offensichtlich nicht von mir) sowie ein wenig Geocaching (was uns tatsächlich für uns neue Ecken der Insel zeigen sollte).

Panoramablick auf den Hafen in Spodsbjerg

Da ich in diesem Jahr ja das große Glück hatte mit dem (für dänische Verhältnisse wohl extrem seltenen) Cayman Anreisen zu dürfen, nutzten wir natürlich die ein oder andere Gelegenheit ein paar szenische Fotos zu machen .. manche Chancen darf man sich halt nicht entgehen lassen. In diesem Rahmen lässt sich übrigens festhalten, dass die Reaktionen auf das Fahrzeug doch durchaus gemischt ausfallen. Während dem Wagen (gefühlt) noch deutlich mehr Aufmerksamkeit als „zu Hause“ entgegen gebracht wird, erntet häufiger als gewohnt böse Blicke.

Schnappi mit Blick auf das Meer

Anders als in den letzten Jahren verschlug es uns dieses mal übrigens nicht nur in die bereits wohl vertrauten Häfen von Rudkøbing und Lohals um maritimes Flair zu tanken, sondern ganz spontan (während der Schatzsuche) auch nach Bagenkop. Selbiges haben wir zuletzt vor mindestens 7 Jahren besucht und waren ob der vielen Veränderungen sehr positiv überrascht. Eine fast vollständig umgebaute Marina, neue kleine Wohnhäuser direkt am Wasser, ein szenisch sehr passender Aussichtsturm (der sogar noch nach frischer Farbe roch) und zahlreiche Segelboote bildeten einen schönen Kontrast vor dem doch eher traditionellen Fischereihafen. Insgesamt haben wir einen sehr schönen Nachmittag in Bagenkop verbracht, was ich nur jedem Langeland-Urlauber empfehlen kann.

Blick vom Aussichtsturm im Hafen von Bagenkop

Leider verging die Woche in Dänemark (wie immer) viel zu schnell und so setzten wir am Freitag Nachmittag, gegen 17:00 Uhr, mit traurigem Blick erneut die Segel gen Heimat. Das Boot war abgegeben, die Niederlage kassiert, das Haus gereinigt .. wie auch in den letzten Jahren gab es also keinen Grund die Rückreisewelle am Samstag abzuwarten. Über weitestgehend leere Autobahnen erreichten wir nach 2h die deutsche Grenze und nach rund einer Woche freuten sich die sechs Zylinder auf unserer Rückbank endlich wieder „spielen“ zu dürfen. Während der ca. 500km in Dänemark hatte ich übrigens den geringsten Verbrauch seit Besitz des Caymans: 8,5l/100km (im Rahmen der Anreise übrigens zeitweise sogar nur 8,2l auf rund 300km .. weniger scheint kaum möglich).

Bis zum Horizont .. mit nur einer Tankfüllung

Gegen 21:00 Uhr erreichten wir unser Zwischenziel in Soltau: Ein amerikanisches Diner, welches mittlerweile zur Mrs. Peppers Kette gehört. Obgleich wir recht lange auf unser Essen warten mussten (und dafür mit gratis Getränken entschädigt wurden), kann die Lokation übrigens durchaus empfohlen werden. Genügend Parkplätze, schönes Flair, gut Besucht, nette Bedienung .. ich würde wiederkommen.

Auch während der Rückfahrt holten wir meine Eltern übrigens gleich zwei mal ein (ihr Navi hat sich um Braunschweig besser angestellt als die Kombination aus dem PCM und Danis Tipps ;-)), so dass wir gegen 00:30 Uhr gemeinsam zu Hause eintrafen. Rund 5:30h von Spodsbjerg nach Hause (ohne Pausen gerechnet) stehen den rund 10,5h Anreisedauer übrigens sehr positiv gegenüber.

Insgesamt war der Urlaub wieder einmal sehr schön .. vertraut aber doch friedlich, mit genügend Zeit und Raum zum Abschalten. Die Niederlage beim Angeln nagt zwar noch etwas an mir .. aber auch Sebastian Vettel kann ja offensichtlich nicht jedes Rennen gewinnen 😉

Fernweh..

Viele weitere – teilweise wirklich sehr schöne Fotos mit intensiven landschaftlichen Eindrücken und tollen Farben – gibt es drüben in der Gallery: Viel Spaß!