Eventful June: Besuch im Vulkanpark

*puff* (ausschließlich als onomatopoetisches Stilelement zu verstehen)

Ein Feiertag an einem Donnerstag, kein Urlaub am Freitag .. was macht man da? Ausschlafen, Entspannen, Autowaschen? Alles gar nicht so schlecht .. aber da sich über so „spannende“ Tage ja keine Blogbeiträge schreiben lassen, entschieden wir uns für eine spannende Alternative 😉 Dank Danis allwöchentlichem, intensivem Studium der lokalen Werbeblättchen, erfuhren wir vom Vulkanpark im Landkreis Mayen-Koblenz. Selbiger besteht aus einer ganzen Reihe spannender Attraktionen rund um das Thema Vulkanismus und vereint die Abenteurergene (60 Minütige Höhlenführung) mit der Sehnsucht nach Urlaub (15 Minütige Bootsfahrt zu einem Kaltwassergeysir).

Vor dem Hintergrund derart lockender Sehenswürdigkeiten, quälten wir uns auch an einem freien Tag um 07:30 Uhr aus dem Bett um pünktlich gegen 08:30 Uhr Kurs gen Koblenz zu setzen. Das tolle an einem Feiertag sind die tollen leeren Autobahnen .. und die Strecke zwischen unserer Wohnung und der ersten Station des Tages (Vulkanpark Informationszentrum in Plaidt) besteht dankenswerterweise zu 95% aus Autobahnen. Das wir auf der Anreise auch noch auf einen gut aufgelegten Audi S3 trafen, führte schließlich dazu, dass wir 70 Minuten nach Abfahrt das Ziel erreichten 😉 An dieser Stelle sei übrigens gesagt, dass ein S3 mit S-Tronic kein allzu dankbarer „Gegner“ für einen Basis Cayman ist..

Blick auf Koblenz kurz vor dem Ziel

Bei überraschend gutem Wetter (in Plaidt schien sogar die Sonne) enterten wir also bestgelaunt das Informationszentrum und erwarben direkt die vergleichsweise sehr günstige Kombicard für alle fünf avisierten Attraktionen. Anschließend ging es nach einem kurzen Rundgang durch die Ausstellung zielstrebig zum Kinosaal, wo eine ca. 25 Minütige und durchaus sehenswerte Produktion über Vulkanismus mit Schwerpunkt auf die geografische Vergangenheit der Eifel gezeigt wurde.

Beeindruckende Aufnahmen in stimmigem Ambiente

Nach einem anschließenden Besuch im Steinerlebnisgarten enterten wir erneut das Auto und begaben uns mit guter Musik und offenen Fenstern ins Richtung Station 2: dem römischen Bergwerk. Selbiges sollte unserer Entdecker- und Sammlertriebe etwas ansprechen und liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Informationszentrum. Nach einem kurzen Fußmarsch enterten wir auch sogleich die optisch sowohl von Außen wie auch von Innen äußerst ansprechende Halle. Das professionelle, hoch motivierte und überaus freundliche Personal versorgte uns dann auch augenblicklich mit Audioguides, so dass es neben den Resten der Abbaustätte auch ein paar spannende Informationen zu hören gab.

Dani bei der Wissensbetankung in Stereo

Trotz der auf den ersten Blick etwas „langweilig“ wirkenden Stätte, ist das Museum doch durchaus interessant umgesetzt und bietet einen sehr interessanten atmosphärischen Eindruck. Bei hörspielähnlichen Erklärungen vor Leuchtbildern und unter dem Einfluss einer tiefen und drückenden Decke, kann man sich (auf Wunsch) doch recht gut in die damaligen Verhältnisse hineinversetzen .. toll gemacht! Auch vor der Tür gibt es ein paar sehr interessante und beeindruckende Exponate, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Insgesamt war das römische Bergwerk sicherlich nicht das absolute Tageshighlight, aber durchaus einen Besuch wert!

Nur gucken, nicht anfassen!

Nach soviel Input für den Kopf knurrte dann auch so langsam unser Magen. Mit Hinblick auf die Zeitplanung ergab sich hier jedoch eine gewisse Inkompatibilität, denn bei unserer nächsten Station – dem Lava Dome mit geführtem Besuch im Lava Keller – gab es nur 12:00 und 13:30 Uhr Führungen. Dies allein wäre noch unkritisch gewesen, doch Seiteneffekte auf den anschließenden Besuch beim Kaltwassergeysir (15:00 oder 17:00 Uhr) ließen sich nicht leugnen. Also vernaschten wir kurzer Hand die letzten bereits leicht abgelagerten M&Ms im Porsche (Notration) und stürzten hochmotiviert in den Lava Dome. Selbiger ist ein ebenfalls recht neu errichtetes Gebäude, welches eine sehr mutlimedial angehauchte Ausstellung zum Thema Lava und Vulkanismus beinhaltet. Noch etwas spannender als die Exposition ist der Lava Keller, welchen man nur im Rahmen einer Führung betreten darf. Also bekamen wir Schutzhelme und Regenmäntel und durften gemeinsam mit einer ca. 30 Personen umfassenden Gruppe 150 Stufen hinab in ein erkaltetes Lava Feld steigen.

Der Beweis: Ich war auch da!
Auch Dani trug an diesem Tag modisches gelb

Unten angekommen (für die weniger trainierten unter uns hätte es auch einen Fahrstuhl gegeben .. aber das ist ja langweilig) konnten wir dann bei fachkundiger Erklärung das Abbaugebiet für Basalt (Endprodukt waren primär selbstschärfende Mühlensteine) bewundern. Thematisch haben sich die Höhlen unter Mendig stets weiterentwickelt und so gab es neben Lagerbereichen für Bier ebenso einen Raum für standesamtliche Trauungen zu bewundern. Rund 1h verbrachten wir bei frischen 6-8 °C unter Tage, was für mich als Allergiker (Pollen und Gräser) übrigens äußerst wohltuend war.

Auch ein Spiegelreflexblitz kommt an seine Grenzen..

Nach Besichtigung des Lavadoms und dem Keller waren unsere Mägen dann aber endgültig dem Kollaps gefährliche Nahe. Nicht zuletzt durch den Aufstieg der 150 Stufen nach oben, waren die Kraftreserven aufgebraucht und brauchten dringend eine stärkende Mahlzeit. Diese gab es beim wenige Kilometer entfernten McDonalds, welcher an diesem Tag übrigens sogar von einem roten Ferrari F430 besucht wurde (*sabber*).

Allzu viel Zeit hatten wir jedoch auch für die Mahlzeit nicht, denn bereits um 15:00 Uhr war die Überfahrt zum Geysir in / von Andernach geplant. Also bei einsetzendem Regen schwupps wieder ins Auto und ab Richtung Ziel. Dort angekommen herrschte kurze Verwirrung über die Parktarife (muss trotz Feiertag gezahlt werden oder nicht) mit anschließender Hatz zum Geysir-Museum. Selbiges ist logistisch recht unflexibel, denn es kann ausschließlich in der Reihenfolge „Erst Museum, dann Fahrt zum Geysir“ besucht werden. Wir entschlossen uns trotz der recht knapp bemessenen verbleibenden Zeit von 25 Minuten die Exposition sofort zu besuchen um schon (wie geplant) 15:00 Uhr gen Geysir aufbrechen zu können. Auch diese Ausstellung ist recht neu gemacht, multimedial stark angehaucht und zu einem guten Teil auf Kinder ausgerichtet. Wenn man etwas in Zeitnot ist, kann einen der sprechende Fahrstuhl zu beginn schon etwas nerven .. aber was soll’s 😉 Im Schnelldurchgang gab es einen Crashkurs zum Theme Geysire und anschließend eine tolle Aussicht auf den Rhein bei Andernach.

Blubb blubb blubb (erneut onomatopoetisch zu verstehen)
Panorama mit Blick auf den Rhein von der Dachterasse des Museums aus

Dank einem hohen Maß an Konzentration und einer enormen Auffassungsgabe (wahrscheinlich bedingt durch die Fastfood-Stärkung) schafften wir es mit einem Vorlauf von 3 Minuten pünktlich auf die Namedy, unserem Transporter zum Geysir. Die Namedy ist eine recht nett anzusehende Fähre mit drecks Decks, wovon zwei ziemlich perfekt auf die Verköstigung hungriger Touristen eingestellt sind. Während unserer Überfahrten waren jedenfalls nahezu alle Tische sehr gut besucht und die Anzahl der verkauften Stückchen Käsetorte lag sicher im dreistelligen Bereich 😉

Pünktlich startete die Fähre ihre Reise stromabwärts und bot uns dabei einen imposanten und sehr empfehlenswerten Blick auf die Weinhänge und Dörfer direkt am Rhein. Obgleich der Himmel etwas zugezogen war, waren die Impressionen doch wirklich sehr schön und werden uns in absehbarer Zukunft sicher noch einmal in diese schöne Region locken.

Dani vor malerischer Kulisse

Am Naturschutzgebiet beim Geysir Andernach angekommen, ging dann alles recht schnell. Ein paar hundert Meter Fußweg, verwirrtes Fragen wann denn nun wo was genau passieren würde, interessiertes Studium der Wikipedia (hilft immer, Geysir bricht alle 100 Minuten für 8 Minuten aus) und schon begann der „Kleine“ zu brodeln. Der Kaltwassergeysir in Andernach ist im Übrigen mit einer Höhe von ca. 50 – 60m (bei Windstille, die an diesem Tag nicht gegeben war) der höchste seiner Art weltweit und absolut empfehlenswert. Trotz wiederkehrender Scherze wo denn nun die Pumpe versteckt sei, war die Erscheinung einer derart hohen Fontäne sehr beeindruckend und ein Besuch kann definitiv empfohlen werden. Sehr schön in diesem Zusammenhang auch die 8 Minuten andauernde „Show“, so dass man genügend Zeit hat Fotos aus der Nähe zu machen, nass zu werden, die Kamera zu trocknen, Fotos aus größerer Entfernung zu machen und gegen Ende des Ausbruchs sogar gemeinsam mit einem „Guide“ ganz nah an de Geysir herantreten zu können.

Jetzt geht's los..
Geysir in (fast) voller Pracht bei suboptimalen Witterungs- und Lichtverhältnissen

Nach der „Eruption“ ging es dann wieder fix zur Namedy, für die Rentner zum zweiten Stückchen Käsekuchen und für uns erneut aufs Oberdeck zur ungetrübten Bewunderung der Landschaft. Anschließend folgte die (viel zu kurze) Rückfahrt zum Anleger nach Andernach und direkt danach das Entern des Porsches mit ziemlich schweren Füßen aber vielen neuen Erinnerungen.

Die Rückfahrt war übrigens weit weniger spannend als die Hinfahrt, hat aber (ab Bad Camberg) quer über den Taunus durchaus Spaß gemacht.

Für alle die bis hierher durchgehalten haben (>1300 Wörter .. vielen Dank für eure Ausdauer) gibt es jetzt noch den Link zur frisch reparierten Galerie mit vielen weiteren Impressionen: Klick.