Das war 2013 – ein Ausnahmejahr

Bevor jemand fragt: „Was will der denn jetzt noch mit 2013?“ .. ja, ich bin ein klein wenig spät dran 😉 Aber eigentlich habe ich in den letzten Jahren immer versucht einen kurzen Rückblick zu schreiben und eigentlich war 2013 derart außergewöhnlich, dass ich dies – wenn auch mit einigen Monaten Verspätung – gern noch nachholen möchte.

Obwohl das „neue“ Jahr 2014 fast schon wieder zu einem Drittel vorbei ist, sind mir die Erinnerung an unsere Highlights letztes Jahr noch ziemlich transparent .. in mancher Hinsicht könnte man gar davon sprechen, dass sie mir noch in den Knochen stecken 😉 Dabei ging das Jahr gesundheitlich angeschlagen nur fast ideal los und konzentrierte sich in den ersten Monaten nahezu vollständig auf unseren Umzug. Planungen wurden erarbeitet, 3D-Modelle erstellt, Möbelhäuser auswendig gelernt, Umzugsfirmen abgeklappert und immer wieder sprachen wir uns Mut zu, dass „dieses Mal“ alles glatt und ganz tiefenentspannt ablaufen würde.

Tat es nicht 😉 Obwohl wir ja bereits reichlich Erfahrung damit haben unseren Wohnort zu wechseln und unser Hab und Gut durch einen oder (wie in diesem Fall) mehrere Laster durch die Gegend fahren zu lassen, ist es doch immer wieder aufs neue körperlich und mental eine große Herausforderung, wie wir auch dieses Mal lernen (oder zumindest auffrischen) mussten und mit unendlich vielen Details verbunden, die man entweder gern verdrängt oder zumindest gefährlich unterschätzt. Aber wir haben es geschafft, der Lebensmittelpunkt wurde erfolgreich verlagert und nach rund einem Jahr kann ich erleichtert verkünden, dass wir kaum glücklicher sein könnten. Der logistische Vorteil nicht jeden Morgen und jeden Abend quer durch Bad Homburg fahren zu müssen und binnen weniger als 2 Minuten auf der A661 bzw. in weniger als 15 Minuten (an einem Samstag Morgen) im MyZeil-Parkhaus zu sein, ist doch sehr angenehm. Auch die Flucht aus dem Erdgeschoss und das „Upgrade“ unserer sonnenfreien Terasse auf unser neues, lichtdurchflutetes Domizil bereitet einem im Alltag doch mehr Freude, als man zunächst erwarten würde. Insgesamt hatte der Umzug einen sehr viel größeren, positiven Effekt auf unsere Lebensqualität, als ich dies zuvor vermutet hatte. Einzig die Garage fehlt mir ein wenig, aber es muss halt immer noch Steigerungspotential geben 😉

Beim Einzug - aber schon fast am Ziel
Beim Einzug – aber schon fast am Ziel

Obwohl mir zum Thema Wohnung noch viel mehr (tolle) Dinge durch den Kopf gehen, möchte ich thematisch gern zum nächsten Highlight übergehen .. denn mindestens so zeitlich komprimiert lief es in 2013 ja tatsächlich auch ab: Teichis Hochzeit. Kaum war mein Rechner im neuen Arbeitszimmer aufgebaut und war es möglich zwischen den Umzugskartons einen Bürostuhl aufzustellen, wurde es allerhöchste Eisenbahn meinen Pflichten als Trauzeuge nachzukommen. Wie bei vielen anderen wichtigen Dingen im Leben stellt man sich auch diesen Job möglicher Weise zu leicht vor und tendiert stark dazu sich selbst zu belügen: Na, das wird schon .. ein paar Spiele ausdrucken, ein paar Leute anrufen und dann machen wir noch eine Hochzeitszeitung .. so als ITler geht das doch schnell und es gibt doch GARANTIERT eine App dafür, mit der wir relativ fix damit fertig sind. Naja und dann drucken wir das farbig (Oh Gott nein, wir müssen nicht zu einer Druckerei gehen!) und besorgen uns eine Bindemaschine und quasi an einem verlängerten Wochenende ist alles fertig. Ja, so KANN man sich das vorstellen .. so wird es aber (je nach persönlichem Anspruch) niemals ablaufen.

Wie jeder SEO-Berater predigt: Content ist King! Also muss erstmal Inhalt her. Nun habe ich das Glück Teichi schon lange, sehr lange zu kennen und konnte daher glücklicher Weise neben einem hervorragenden Freundeskreis und vielen eigenen Erinnerungen auch auf ziemlich viel Bestandsmaterial zugreifen. Bei Sandy lagen die Dinge (für mich) nicht ganz so einfach, aber auch hier haben wir versucht nach Kräften so viele Infos wie möglich zusammen zu tragen. Naja und dann liest man ganz viele Referenzdokumente, gruselt sich vor deren Qualität, stellt sich vor wie man bei der Ausgabe der Zeitung schief angeguckt wird, liest noch mehr Vorschläge und beschließt vielleicht doch etwas mehr Gas zu geben. Also fing ich an mir Software anzuschauen und überlegte kurz darauf in welches Land unser One-Way-Flug gehen sollte – Flucht! Tja und ab da ging es bergauf: Video-Schulungen wurden angesehen, Konzeptseiten wild auf Papier aufgemalt und das Grundgerüst unseres Werks entstand .. natürlich mit einer renommierten, absolut genialen und uneingeschränkt empfehlenswerten Software namens InDesign (ich komme jetzt noch ins Schwärmen). Der Teich wurde zwar von Woche zu Woche tiefer und meine One-Man-Show musste ganz schnell zu einer One-Couple-Show werden, aber zu sehen, was da Abend für Abend entstand, hat einfach Spaß gemacht. Die Dateigröße wuchs, die Backups wurden häufiger (wenn jetzt etwas schief geht..) und die Spannung stieg ins Unermessliche: Was würden Gäste und Brautpaar wohl dazu sagen?

Dem ist nichts hinzuzufügen ;-)
Dem ist nichts hinzuzufügen 😉

Der Tag, als das fertige Resultat, gedruckt (NATÜRLICH in einer Druckerei .. der Kostenfaktor war dann irgendwie auch völlig egal), gebunden und in exakt jener Qualität wie von uns erwartet hier auf dem Tisch lag, zählt sicherlich zu den stolzesten meines Lebens (ich denke er rangiert irgendwo kurz hinter dem Moment, als klar war, dass ich mein Studium bestanden habe ;-)) Ich nahm mir die Freiheit das Dokument, welches das Ergebnis von ganz viel Liebe (nicht nur von Dani und mir, sondern auch von vielen anderen Freunden, die zugeliefert haben) und mindestens ähnlich viel Zeit war, einigen Kollegen zu zeigen und spätestens da war ich mir sicher, dass wir uns mit dem Resultat nicht verstecken müssen („Kann ich bitte eine Kopie davon behalten?“).

Ein erhebendes Gefühl - ehrlich! (Aus Gründen der Privatsphäre an dieser Stelle keine weiteren Eindrücke der Zeitung)
Ein erhebendes Gefühl – ehrlich! (Aus Gründen der Privatsphäre an dieser Stelle keine weiteren Eindrücke der Zeitung)

Viel Zeit zur Selbstbewunderung blieb nicht (deshalb war ich einfach mal so frech dies hier nachzuholen, es sei mir verziehen), da die sonstigen Vorbereitungen eher noch schleppend verliefen. Tatsächlich ging ab hier aber eigentlich alles relativ schnell: Ganz viele Anrufe, ganz viele helfende Hände, ganz viele Bestellungen und nochmals einige Abende später, waren wir hier so gut wie fertig (wurde auch höchste Zeit, da der Countdown zu diesem Zeitpunkt glaube ich bei weniger als sieben Tagen stand). Natürlich hatte ich mir selbst auch eine Rede auferlegt, so dass auch diese noch fix zu Papier gebracht werden musste (Gott sei Dank gab es zu diesem Zeitpunkt eine relativ langweilige Meetingserie..). Leider musste ich in diesem Aspekt hinter meinem eigenen Anspruch zurückbleiben: Ich konnte die kurze (..) Ansprache nicht vollständig auswendig vortragen .. sie kam aber glaube ich trotzdem ganz gut an 😉 Tja .. die Hochzeit war ein toller Tag .. bestimmt auch unter den Top 5 in den letzten 28 Jahren.

Gefühlt ist es jetzt ganz früh morgens am 02.06.2013 und Dani und ich waren einfach nur durch. Umzug erledigt, Teichis Hochzeit erledigt, Kraft alle. Wir waren ausgebrannt (jeden Tag 8-10h arbeiten, dann essen, dann wieder bis 23:30 Uhr arbeiten, jeden Samstag, jeden Sonntag, jeden Feiertag) drückt doch ein wenig auf die Energiebilanz. So wurde uns um ganz offen zu sein relativ klar, dass wir unsere eigene Hochzeit (eigentlich für den September geplant und eigentlich auch schon mit erfolgter Reservierung von Lokation und Unterkunft) nicht auch noch so kurzfristig stemmen wollten. Also entschlossen wir uns dazu, uns selbst etwas mehr Zeit zu geben (so ein Gespräch ist gar nicht so einfach und es ist auch relativ herausfordernd den Gästen diese Kunde zu übermitteln) und schoben auf. War zwar schwierig, fühlte sich aber richtig an.

Also tankten wir eifrig Kraft, genossen den nicht so richtig vorhandenen Sommer, beschäftigten uns mal wieder mit bekannten, aber vernachlässigten Hobbys und atmeten durch. Natürlich durfte uns dabei nicht zu langweilig werden, so dass mal wieder ein Autotausch anstand (treue Leser neigen möglicherweise dazu ein Muster zu erkennen). Der rückblickend betrachtet sehr gediegene, aber für mich einfach zu langweilige 5er (trotzdem ein tolles Auto) sollte durch einen alltagstauglichen, kompakten, lauten, schnellen, teil-vernünftigen Sportler ersetzt werden .. und so fand mein geliebtes Audi TTRS Coupe in suzukagrau mit völlig unvernünftigen Bicolor-Leder Schalensitzen, Sportabgasanlage, S-Tronic, Carbon-Außenspiegeln, Alcantara-Himmel und druckvollem 5-Zylinder Turbomotor den Weg zu uns. Ich durfte ja schon einige Autos „besitzen“ (das ist heutzutage ja ein ganz schön dehnbarer Begriff), aber mittelfristig betrachtet hat mir noch kein Gefährt soviel Spaß gemacht. Es vergeht wirklich so gut wie keine Fahrt (eigentlich kann ich mich offen gesagt an gar keine erinnern .. und das meine ich ernst), bei der ich mich nicht über den gewaltigen Schub und den ansprechenden (um nicht zu sagen GEILEN) Sound des 2,5l-Motors freue. Egal wie hart der Tag war, wenn ich mich in die Schalensitze kuschle, meine Hand den Schlüssel dreht und meine Ohren das unangemessene Blubbern aus den mattschwarzen Endrohren vernehmen, ist die Welt kugelrund. Wenn die „Kiste“ dann auch noch bei Tag, Nacht, Regen, Trockenheit (Schnee gab es dieses Jahr ja nicht) stoisch ihrer Linie folgt, Traktionsmangel ein Fremdwort ist und auch sonst alles passt (okay, mein Getriebelager braucht Liebe .. das scheint aber ein bekanntes Problem zu sein), dann macht mich das aus automobiler Sicht einfach nur glücklich. Wie auch an anderer Stelle geschrieben: Bei gefühlt 70% aller Fahrten würde ich einen Cayman (S, 981 versteht sich) vorziehen, doch die Alltagstauglichkeit des RS, kombiniert mit seiner Unkompliziertheit und gepaart mit relativ viel Leistung, macht ihn als Gesamtpaket doch sehr attraktiv. Der Audi TTRS zählt sicherlich zu den Top 5 Anschaffungen in meinem Leben (ich vermute irgendwo HINTER dem Ehering und in der Nähe meines ersten iPhones .. das war prägend!).

Was soll ich sagen: Grau, schwarz, schnell, toll (Danke, Frau, dass du soviel Unvernunft erträgst)
Was soll ich sagen: Grau, schwarz, schnell, toll (Danke, Frau, dass du soviel Unvernunft erträgst)

Moment mal .. Ehering? Tja .. manchmal geht Regeneration ja schneller als man denkt und wahrscheinlich noch viel öfter muss man auf sein Bauchgefühl hören .. und so verdichteten sich im Oktober 2013 plötzlich alle Anzeichen für eine romantische Hochzeit auf dem herbstlichen (winterlichen?) Sylt. Es war eine beruflich stressige Zeit und wie bereits berichtet, hatte 2013 uns schon ziemlich herausgefordert .. und so lockte uns die Vorstellung ein paar ruhige Tage, fernab allen Trubels und mit dem Höhepunkt einer Hochzeit im kleinen, ganz eng ausgewählten Kreis, mit unerwarteter Intensität in den hohen Norden. Plötzlich fühlte sich alles richtig an, schien die relativ schnell gefundene Unterkunft perfekt, passte das Datum, klappte alles beim Aussuchen der Ringe und binnen weniger Tage war alles abgestimmt und unter Dach und Fach. Da ich allzu persönliche Beiträge an dieser Stelle eigentlich eher meide und es über die Hochzeit (und die tolle Woche auf Sylt) ja bereits einen ausführlichen Bericht gibt, möchte ich mich an dieser Stelle darauf beschränken zu sagen, dass alles perfekt war. Und das meine ich sehr ernst – vom Wetter, über die Wahl der Lokation, die Wahl der Kleidung, die Wahl des Restaurants, die Wahl des Tagesablaufs, die Wahl des Fotografen hat einfach alles gepasst. Würden wir diesen Tag – selbst mit dem Wissen von heute – nochmals planen, ich würde nichts anders machen und ich könnte mir auch keine Verbesserungen oder anderen Umstände wünschen.

Ein wirklich perfekter Tag..
Ein wirklich perfekter Tag..

Das war das Jahr 2013 .. auch wenn es schon ein wenig zurückliegt, war es doch bemerkenswert und daher aus meiner Sicht einen kurzen Abriss wert. Aus aktueller Sicht kann ich mir zumindest nicht vorstellen, wie wir diese Häufung intensiver Erlebnisse in kurzer Zeit (Umzug, Hochzeit, Auto, Hochzeit) zukünftig nochmals erreichen oder sogar übertreffen sollen 😉 DANKE an alle, die 2013 zu dem gemacht haben, was es war: Unserem bisher intensivsten und ziemlich sicher auch schönsten Jahr (sprich der Nummer 1 in den letzten 28).

Alle Jahre wieder – Endlich Weihnachtszeit

Es weihnachtet!
Es weihnachtet!

Es ist mittlerweile vier Jahre her, als ich das erste Mal zum Thema Weihnachtsdeko einen Beitrag an dieser Stelle geschrieben hab .. dem folgte eine entsprechende Analogie in 2010 (ein wenig wie die Herr der Ringe Filme damals .. jedes Jahr kurz vor Weihnachten war es wieder soweit) und seit dem war Ruhe (keine Rückkehr des Königs..).

Frage ich mich warum, dann ist dies vermutlich dem doch ein wenig gestiegenen Stresspegel der vergangenen beiden Jahre geschuldet. 2011 fordert mich ein Jobwechsel verbunden mit einem relativ arbeitsintensiven Beratungsmandant in der Finanzbranche, während ich mit 2012 zumindest in Q4 wirklich kaum andere Gedanken als Job, lange Abende und wenig Erholung verbinde. Aber man reift ja, so dass ich in 2013 zwar erneut von einem interessanten Mandat beschäftigt gehalten werde, wir aber trotzdem die Zeit hatten ausgiebig zu dekorieren und ein paar Zeilen an dieser Stelle nieder zu schreiben.

Gleichzeitig ist die Weihnachtszeit 2013 die erste in unserer neuen Wohnung (und mit unserem neuen Auto), so dass an dieser Stelle Vereinfachungen in der Form „Same procedure as every year“ bzw. der Gedanke „Ah .. schon wieder die gleichen Bilder“ eher weniger wahrscheinlich sind.

Angefangen hat – mal abgesehen von diversen Bestellungen im Vorfeld – wie immer alles mit der Suche nach einem stattlichen Weihnachtsbaum. Da wir über die eigentlichen Feiertage ja grundsätzlich nicht in unserem trauten Heim weilen, halten wir seit unser ersten gemeinsamen Wohnung an der Prämisse fest, dass es legitim ist, die weihnachtliche Dekoration inklusive Baum ab 01.12. vollständig zu etablieren. Dieses Jahr ging diesem Vorgang noch eine gewisse Diskussion voraus, da Uneinigkeit darüber herrschte, ob sich ein 170cm+ großer Baum doch besser in einem Roadster mit offenem Verdeck oder einem Coupe mit umgelegter Rücksatzbank transportieren lassen würde. Wie eigentlich immer in den letzten vier Jahren verlor ich die Diskussion, so dass auch dieses Mal mein Vehikel das Opfer von Nadeln und eventuell austretendem Harz werden sollte.

Meine Bedenken in dieser Sache wurden abermals intensiviert, als der einzige Baum, welcher Dani wirklich gefiel, mich doch um ein bis zwei Köpfe überragte. Die zuvor partnerschaftliche (in Projektsprache „bilateral“) getroffene Vereinbarung von 170cm Maximalgröße, wurde daher schlichtweg ignoriert. Noch dazu hatte es am Vortag geregnet, so dass sich das „Bäumchen“ frisch gereinigt und quasi noch triefend vor der offenen Kofferraumklappe mit dem „TTRS“-Schriftzug einfand. In weiser Voraussicht hatte Dani jedoch geistesgegenwärtig eine Bauplane für wenige Cent mit auf den Wagen geworfen, so dass sich ein Transport des grünen Ungetüms plötzlich doch erstaunlich unkompliziert darstellen ließ. Das gesamte Projekt war ein derart großer Erfolg, dass wir auf dem Rückweg vom Baumarkt sogar noch einen ausgedehnten Spaziergang einlegen konnten, ohne das das Nadelgeschöpf eine intensive Reinigung des Innenraums erforderlich gemacht hätte. Fazit: Alles toll!

Nächstes Jahr darf der Baum dann durchaus noch etwas größer sein..
Nächstes Jahr darf der Baum dann durchaus noch etwas größer sein..

Zu Hause angekommen ließen wir das Bäumchen erstmal abtrocknen und widmeten uns der Dekoration der restlichen Wohnung sowie unseres für jegliche Art von Beleuchtung fast schon prädestinierten Balkons. Da es hier zu keinen überraschenden Neuentwicklungen kam, verzichte ich an dieser Stelle auf weitere Schilderungen. In jedem Fall aber haben wir durch Zufall eine Lichterkette gewählt, die nahezu perfekt mit unseren Nachbarn harmoniert, so dass unsere Wohnung nun bereits von Weitem einen unwiderstehlichen Festtagscharakter versprüht (siehe Foto ganz oben). Dieser wird abermals durch die per extrem energieeffizienter LED-Lichterkette beleuchtete Laterne intensiviert, die auch dem letzten Spaziergänger signalisiert: Hier wird Weihnachten zelebriert! Wenn dann noch der Weihnachtsstern leuchtet, dass Bäumchen funkelt und das Weihnachtsradio per Stream leise im Hintergrund läuft, ist die Welt richtig schön!

Weihnachtliche Abendstimmung - stromsparend und sicher
Weihnachtliche Abendstimmung – stromsparend und sicher

Parallel zur Dekoration unserer Räumlichkeiten hatte ich für dieses Jahr ein weiteres Teilprojekt ausgeschrieben: Das Plätzchenbacken. Das haben wir zwar auch letztes Jahr schon versucht, aber bei Weitem nicht so intensiv und – wie ich stolz verkünden darf – nicht mit soviel Erfolg wie dieses Mal. Dani schiebt es übrigens darauf das unsere letzte Wohnung ja nachweislich viel zu feucht und der rasche Konsistenzverlust der von uns erzeugten Backwaren daher alternativlos war. Wie so oft ging dem eigentlichen Prozess des Schaffens eine ausgedehnte Materialbesorgung voraus. Und so konnten wir uns in 2013 endlich – nach vielen Jahren des Wünschens – alle Förmchen kaufen und auch einsetzen, auf die wir es schon so lange abgesehen hatten. Drachen, Monster, Kühe, Äxte, Schildkröten, Leuchttürme, Kühe, Esel, Kronen, Elche, Kühe und natürlich die obligatorischen Sterne, Herzen und Bäume – all das wollte von uns liebevoll in Teigform gebracht werden. Der aufmerksame Leser stellt fest: Ja, wir haben drei Kuh-Formen. Das kommt davon, wenn man einfach immer nachkauft und erst später eine sorgfältige Sichtung des Lagerbestandes durchführt. Zum Glück sind alle Förmchen unterschiedlich. Außerdem hat Dani gleich getestet, wie ernst die Hersteller es meinen, wenn sie mit so unwichtigen Adjektiven wie „rostfrei“ und „rostabweisend“ um sich werfen (nächtliches Testbad) .. und da kann etwas Reserve ja nicht schaden 😉

Förmchen sind durch nichts zu ersetzen - außer durch noch mehr Förmchen (es wurden später auch noch mehr..)
Förmchen sind durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr Förmchen (es wurden später auch noch mehr..)

Bei allem Optimismus und allen schönen Gedanken zu Weihnachten muss auch an dieser Stelle ehrlich gesagt werden: Es gab auch Rückschläge. Unsere erste Iteration des Zielprodukts „Plätzchen“ zum Beispiel war zumindest optisch stets bemüht, konnte aber spätestens geschmacklich etwaig vorhandenes Optimierungspotential nicht mehr verbergen. Um es mit Danis Worten zu sagen: „Wenn du drei Wochen nichts gegessen hast .. und kriegst die .. dann verhungerst du lieber!“. Und sie hatte Recht; Schoko-Diät-Plätzchen und Häufchen-Form waren scheinbar nicht unsere Kernkompetenz.

Hier sehen wir Dani und die leicht "optimierungsbedürftigen" Plätzchen
Hier sehen wir Dani und die leicht „optimierungsbedürftigen“ Plätzchen

Bereits die zweite Version unseres vorweihnachtlichen Gebäcks war jedoch deutlich besser – Farbe: Toll. Form: Toll. Verarbeitbarkeit: Toll. Allerdings hatte ich schon beim Ausstechen irgendwie Bedenken hinsichtlich der Dimensionen unseres Produkts – insbesondere mit Hinblick auf seine Mächtigkeit; sprich Dicke. Diese vagen Zweifel transformierten sich später im Ofen zusehends in eine leicht frustrierende Sicherheit: Unsere Plätzchen waren zu dick. Trotzdem kann und muss man ganz klar betonen: Bereits die zweite Iteration unser Kreation hätte Verhungernden geholfen über die Runden zukommen. Und sie sahen toll aus. Mehr leider auch nicht 😉

Da hat man was im Mund!
Da hat man was im Mund!

Die dritte Version sollte dann alles richten. Ausgestattet mit einem Rezept mit dem Titel „Gelingt immer“ machten wir uns erneut ans Werk. Gelingt immer war schon nicht schlecht, brachte uns aber an unsere fachlichen Grenzen. Weniger leistungsfähige Projektmitarbeiter (ich zum Beispiel) wurden daher kurzer Hand ausgeschlossen („Schatz, dass ist jetzt eine kritische Phase“) und das Unterfangen damit zur Chef(in)-Sache erklärt. Nun, was soll ich sagen, immerhin kamen wir so zum Ziel und hielten nach gefühlten 3h endlich warme, leckere, wohlgeformte, angemessen dicke Weihnachtsplätzchen in unseren Händen. Als ich schon dachte es wäre so langsam Zeit für einen kuschligen Abend auf der Couch – mit Plätzchen – kramte Dani all ihre vorbereitete Deko raus: Schoko-Streusel, bunte Streusel, Raspelschokolade, weiße Schokolade, dunkle Schokolade, helle Schokolade … es zeigte sich, dass wir noch ganz am Anfang standen.

Leckeres Chaos!
Leckeres Chaos!

In jedem Fall aber hat uns das Plätzchenbacken so viel Spaß gemacht, dass wir es rund eine Woche später gleich wiederholt haben. Dieses Mal natürlich mit noch mehr Deko (endlich gab es auch bunte Kugeln und einen Schoko-Verzierstift) und noch mehr Förmchen (den Jolly Roger hätten wir gleich mitnehmen sollen..). Ausgestattet mit einer neuen Küchenmaschine, den „Lessons learned“ unserer ersten Session und einem noch besseren Rezept konnte gar nichts mehr schief gehen und ein überwältigender Projekterfolg wurde uns auch ohne weitere Eskalation zu Teil – so behält man das partnerschaftliche Backen gern im Hinterkopf 🙂

Arbeitsproben
Arbeitsproben
Mehr Arbeitsproben
Mehr Arbeitsproben

Noch mehr Arbeitsproben gibt es in der Gallery: Link – viel Spaß beim Ansehen und guten Hunger 😉

13.11.13 – Wir haben uns getraut!

Man könnte sagen, dass unser Urlaub auf Sylt so toll war, dass er gleichzeitig ideale Bedingungen für eine Hochzeit bot – also haben wir diese Gelegenheit direkt beim Schopfe gepackt 😉

Nein, Spaß bei Seite .. eigentlich haben wir die lange Reise in den hohen Norden explizit aus diesem Grund angetreten – um uns nach 6,5 Jahren glücklicher Beziehung auf Probe endlich das berühmte „Ja-Wort“ zu geben.

Welcher treffendere Einleitung könnte es für diesen Beitrag geben :-)
Welch treffendere Einleitung könnte es für diesen Beitrag geben 🙂

Vorher haben wir über Monate bzw. fast ein Jahr hinweg die verschiedensten Szenarien und Optionen mal mehr, mal weniger intensiv durchgespielt: In den Alpen heiraten, größer Heiraten, kleiner Heiraten, Durchbrennen; es gab sozusagen keine geistigen Tabus.

Die zunächst favorisierte Variation lautete: Hochzeit im kleinen Kreis in Übersee, am Chiemsee. Es gab sogar schon ein Datum, ein Hotel und ein gewisses Rahmenprogramm. Aber bedingt durch verschiedene ungeplante Herausforderungen standen wir irgendwann an einem Moment, an dem wir sagten „Jetzt bitte erstmal durchatmen und nicht schon wieder Vollgas geben“. Auch wenn die Entscheidung „Besser doch nicht 2013“ schwierig zu treffen war, fühlte sie sich gut an. Wir konnten zur Ruhe kommen, uns wieder etwas mehr dem Alltag zuwenden, verschiedene Dinge im Job auf den Weg bringen (, das Auto tauschen, yeah!) und nach und nach neue Pläne schmieden.

Der mit Abstand kühnste Plan sah eine Trauung am Strand vor .. auf Hawaii. Wie bei allen Dingen waren wir auch hier sehr engagiert und fingen sofort an Reiseführer und Erfahrungsberichte zu verschlingen. Dies klang eigentlich auch alles ganz toll und schien sogar einigermaßen machbar .. aber plötzlich stellten wir doch fest: Ist nett, aber nichts für uns.

In einem sehr friedlichen Moment, ich denke es war bei einem herbstlichen Spaziergang, kam uns (ich bin sogar so frech die Idee als „meine“ zu deklarieren) dann der Gedanke: Mit den wichtigsten Menschen in unserem Leben auf Sylt zu heiraten, im November, inmitten der rauen Natur .. das würde eigentlich zu uns passen. Urlaubstechnisch würde es zwar bei uns beiden schwierig werden, wäre aber grundsätzlich machbar. Auch die Vorlaufzeit für den Juwelier wurde zwar bereits knapp, hätte aber nach letztem Kenntnisstand gereicht. Also grübelten wir noch etwas, suchten kurz Unterkünfte, führten ein weiteres Vorgespräch mit unserem Goldschmied und kontaktieren dann unsere Familien. Vier Wochen Vorbereitungszeit sind doch eigentlich für alle genug, oder? 😉

Teures Strandgut ;-)
Teures Strandgut (Platin / Rotgold / Platin) 😉

Glücklicherweise – und dafür möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei allen Anwesenden bedanken – konnten tatsächlich alle geladenen Gäste die Woche mitten im November, abseits aller Ferien und verdächtig dicht an Weihnachten, freischaufeln. Unser Wunschtermin lautete nämlich 13.11.13 – und welcher Wochentag könnte für Weitgereiste günstiger sein, als ein Mittwoch 😉

So verbrachten wir also ein weiteres Mal 2h beim Juwelier unseres Vertrauen (wirklich coole Arbeitszeiten .. Dienstag Abend von 19:00 bis 21:00 Uhr) um Mittwoch früh zu entscheiden: Jap, wir ziehen das jetzt durch. Mit viel Engagement konnten wir auch die notwendigen Dokumente von den verschiedenen Standesämtern in letzter Minute ergattern und so unsere Anmeldung in Westerland verbindlich machen. Ein eigenartiges Gefühl. Danach organisierten wir noch fix einen Fotografen, optionierten einige Restaurants, kauften Kleid nebst Anzug und buchten adäquate Unterkünfte für unsere Gäste und uns – was hier so nebensächlich beschrieben steht, gestaltete sich in der Realität jedoch zumindest ein wenig herausfordernder. Ich vermute jedoch dies ist jedem, der diese einmalige Zeremonie schon miterlebt hat, durchaus transparent 😉

Schnellvorlauf zum 12.11.2013, abends 19:00 Uhr, Morsum, Sylt: Bis auf Danis Familie sind schon alle Gäste angereist und lernen sich beim gemeinsamen Abendessen in unserem Feriendomizil kennen. Die Ringe sind bereits beim Trauzeugen hinterlegt, der Brautstraus wenige Stunden zuvor geordert (gut zu wissen: Auf Sylt ist es inselbedingt NICHT möglich Blumen mit 48h Vorlaufzeit zu ordern), das Auto gewaschen, das richtige Wetter bestellt. Bei lockerer Stimmung und leckeren Spaghetti lassen wir die Vorfreude bzw. Anspannung auf uns wirken und sind gespannt, was da so auf uns zukommen wird. Während wir das Dessert zu uns nehmen, legt Danis Familie die letzten Kilometer vom Sylt Shuttle zu unserer Ferienwohnung zurück; glücklicherweise schaffen sie es noch zu uns, bevor die Küche kalt wird 😉 Irgendwann gegen 23:00 Uhr sind wir dann wieder ganz allein, ziemlich aufgeregt und treffen die letzten Vorbereitungen.

13.11.13 – 07:30 Uhr: Der Wecker klingelt; es ist so weit .. der Tag unserer Trauung. Fünf Tage bevor die Jahresfrist nach der Verlobung abgelaufen wäre und damit keine Minute zu früh. Draußen geht eine leuchtende Sonne hinter dunklen Wolken auf und während wir durch einen romantischen Herbstregen zum Bäcker gehen, schreibt mein Trauzeuge „Wetteränderung jetzt !!!! Hier Sturm mit viel Regen …. Das ist mega uncool …“ – er hatte ja Recht, aber laut Wetterbericht sollte ganz schnell alles gut werden. Unglücklicherweise hat die Verkäuferin des Sylter Traditionsbäckers nicht die Güte uns zu beruhigen: „Sonne .. heut? Glaub ich erst, wenn ich sie sehe!“. Macht nichts, wir sind immer noch optimistisch. Der Wetterbericht sagte zwar seit einer Woche für Dienstag und Donnerstag Regen an, aber am Mittwoch .. an DEM Mittwoch .. sollte über 6h lang die Sonne scheinen. Noch während wir so gut wie möglich versuchten ein wenig stärkende Nahrung zu uns zu nehmen (klappte irgendwie nicht ideal) hörte der Regen auf und es hellte sich zunehmend auf – gut so. Voller Optimismus bereiten wir uns also vor, bis meine Mama um 10:35 Uhr die nächste gute Nachricht überbringt: „Die Bäckerei hat die Hochzeitstorte vergessen. Mal gucken, ob sie bis 14:00 Uhr noch was hinbekommen“. Nagut, irgendwas muss ja schief gehen 😉

13.11.13 – 10:55 Uhr: Zehn Minuten später als geplant fahren wir endlich mit vier Autos los in Richtung Standesamt. Die Dekoschleifen für die Außenspiegel sind gut verknotet, alle sind bei bester Laune und auch die Sonne lacht. Wir fühlen uns großartig .. und etwas aufgeregt. Ganz meinem persönlichen Wunsch entsprechend darf ich „mein“ Hochzeitsauto selber fahren 🙂

Elvis has left the building..
Elvis has left the building..

13.11.13 – 10:57 Uhr: Wir sind wieder zu Hause. Der „just in time“ angefertigte Hochzeitsstrauß sollte dann doch mit.

13.11.13 – 11:15 Uhr: Ankunft am Standesamt (letzter Song auf der Fahrt: Seeed – Shake Baby Shake Live .. Stimmung!). Unsere Gäste dürfen auf einem Parkplatz direkt hinter dem Rathaus (sehr repräsentatives Gebäude, leider im Eingangsbereich vom jüngsten Sturm ein wenig gezeichnet) parken, während wir standesgemäß direkt auf den Vorplatz fahren dürfen. Noch während ich Dani die Tür aufhalte, gratulieren uns die ersten Passanten – ein tolles Gefühl. Weniger toll ist die Tatsache, dass der gebuchte Fotograf leider nirgends zu sehen ist .. leichte Unruhe kommt auf. Die Gäste frieren, Dani sucht die Telefonnummer des Fotografen, mein Trauzeuge sagt „Tut bitte für ein Foto ganz kurz so, als ob ihr euch mögt“ – ein kurzer Moment einsetzender Panik. Drin angekommen dann endlich ein Mann mit Vollformat-Spiegelreflex – puh, alles nochmal gut gegangen. Schnell legitimieren sich unsere Trauzeugen noch bei der leitenden Standesbeamtin und nach einigen Minuten des Wartens vor dem Trauzimmer (einer gefühlten Ewigkeit) geht es dann auch endlich los.

Showtime mit bester Stimmung (merke: Schalensitze nur bedingt kleidkompatibel)
Showtime mit bester Stimmung (merke: Schalensitze nur bedingt kleidkompatibel)

13.11.13 – 11:30 Uhr: Wir nehmen im kleinen, aber sehr schön ausgestatteten Trauzimmer Platz. Dani und ich auf einem kleinen Sofa, unsere Trauzeugen auf separaten Sesseln direkt an unserer Seite; unsere Familien rechts von uns. Noch bevor die Standesbeamtin mit der Zeremonie beginnt, strahlt uns die Sonne durch das große Friesenfenster an: Es ist ein schöner Tag. Dann beginnt die eigentliche Trauung, welche im „informellen“ Teil aus einer methapherreichen und nordisch angepassten Beschreibung der Ehe besteht. Diese – so erklärt uns die Standesamtin – entspräche ja einem Schiff (im Hafen der Ehe). Schiffe seien aber nun mal für die Fahrt gemacht und durchquerten daher sowohl ruhigere, als auch stürmischere Gewässer .. eine sehr stimmungsvolle und schöne Adaption der üblichen Eheweisheiten. Viel schneller als gedacht, ist es dann so weit: Ringe tauschen, Küssen, formelle Verlesung, einige Unterschriften (für mich ganz einfach, für Dani noch sehr ungewohnt) und dann sind wir nach 2342 glücklichen Tagen Mann und Frau.

Fotofinish nach 6,5 Jahren :-)
Fotofinish nach 6,5 Jahren 🙂
Erst der Kuss, dann die (neue) Unterschrift
Erst der Kuss, dann die (neue) Unterschrift

13.11.13 – 12:00 Uhr: Beglückwünscht von Freunden und Familie verlassen wir bei Sonnenschein als Eheleute das Rathaus – Fotosession. Die Hochzeitsgesellschaft, die Familien, die Trauzeugen .. alle denkbaren Konstellationen, die an diesem denkwürdigen Tag wichtig sind. Um ehrlich zu sein, fühlt sich alles noch ein wenig unwirklich an. Mit Hinblick auf die möglicherweise nicht konstanten Witterungsbedingungen plagt uns außerdem eine gewisse Unruhe und wir sind zudem sehr gespannt auf das folgende Shooting.

Gruppenfoto vor dem Rathaus in Westerland
Gruppenfoto mit Stimmung vor dem Rathaus in Westerland (minimale Sturmschäden erkennbar)

13.11.13 – 12:30 Uhr: Unser Fotoshooting in den Dünen sowie am Strand von Kampen beginnt. Gleich zu Beginn haben wir strahlenden Sonnenschein und Danis Kleid scheint die fast ideale Bekleidung für die 9°C „warme“ Luft zu sein; ein seichter Wind umspielt unsere Haut mit 30km pro Stunde 😉 Begleitet vom Rauschen des Meeres und mit einer tollen Küstenlandschaft im Hintergrund fühlen wir uns ziemlich wohl – auch die Chemie zum Fotografen passt perfekt. Als technik-affiner Mensch erfreue ich mich zudem an einer reichhaltigen Ausrüstung, die neben der gut ausgestatteten Vollformat-Spiegelreflex auch verschiedene, hochwertige Objektive umfasst. Als sich der Himmel nach einigen Minuten verdunkelt, leitet uns der Fotograf zu einigen Standkörben, in denen wir es uns zunächst bequem machen.

Sonne, blauer Himmel, Strand - ein ideales Setup
Sonne, blauer Himmel, Strand – ein ideales Setup

Ohne jeden Zeitdruck beginnen wir über die Insel, die Fotografie, das Segeln und die Welt zu quatschen und ich bewundere Danis Intuition einen derart guten Mann vom Fach gebucht zu haben. Da ich mein Handy im Auto gelassen habe, kann ich zu diesem Zeitpunkt nur hoffen, dass es unserem am Wagen wartenden Trauzeugen samt Familie mindestens genauso gut ergeht (an dieser Stelle nochmals ein großes „Sorry“, Philipp). Irgendwann wird es glücklicherweise wieder heller; die Wolken ziehen vorbei und wir werden erneut von einer hellen November-Sonne erleuchtet. Schnell geht es direkt runter ans Wasser, wo wir nochmals die verschiedensten Aufnahmen machen. Die Stimmung ist dabei stets erfreulich locker und wir fühlen uns im Wesentlichen sehr wohl. Leider wird uns nach etwas mehr als einer Stunde dann doch so langsam kalt.

Anleihen an Bond erkennbar ;-)
Anleihen an Bond erkennbar 😉

13.11.13 – 14:05 Uhr: Der Fotograf ist am Bahnhof abgesetzt und wir treffen mit zwei Autos wieder am Ferienhaus ein. Unsere Familien erwarten uns bereits und kaum ist der TT in seinen Stellplatz rangiert, steigen zur Begrüßung Helium-Ballons in Herzform gen Himmel auf – eine tolle Idee, über die wir uns sehr freuen. Bevor wir uns endlich aufwärmen dürfen, gilt es eine letzte Hürde in Baumform zu nehmen, welche bereits verheißungsvoll vor der Tür zum kuschligen Schloss mit Kaffee und Kuchen wartet. Da die Tradition des Baumstammsägens an der Nordsee offensichtlich nicht sehr verbreitet bzw. fast schon unbekannt zu sein scheint, musste meine Papa das gesamte Equipment mitbringen bzw. sogar eigens dafür anfertigen – auch hierfür nochmals ein ganz herliches Dankeschön! Auch wenn wir zunächst wohl nicht ideal begonnen haben, war der Stamm am Ende übrigens schneller durch, als gedacht. Mit Hinblick auf die vorherrschenden Außentemperaturen kann ich zumindest von keiner Schweißbildung berichten 😉

Hochzeitsworkout
Hochzeitsworkout

Nach der körperlichen Ertüchtigung steht nun endlich das leibliche Wohl im Vordergrund. Glücklicherweise ist die Hochzeitstorte in der Zwischenzeit aufgetaucht, so dass Dani und ich mit einem WMF-Messer gewappnet die Hierarchie in unserer jungen Ehe ausdiskutieren können 😉 Ich denke ich spreche für alle Gäste, wenn ich an dieser Stelle festhalte, dass diese Stärkung eine sehr willkommene Pause darstellte und die Kombination aus gekauftem und mitgebrachtem Kuchen – ergänzt durch herzhafte Brötchenvariationen – allen wieder auf die Beine geholfen hat.

Die sagenumwobene Hochzeitstorte - hier noch ganz jungfräulich
Die sagenumwobene Hochzeitstorte – hier noch ganz jungfräulich
Da ich schon fahren durfte, setzte sich Dani am (mit dem?) Messer durch ;-)
Da ich schon fahren durfte, setzte sich Dani am (mit dem?) Messer durch 😉

13.11.13 – 15:10 Uhr: Etwa 10 Minuten später als geplant sitzen wir erneut im Auto – Ziel: Kampen, Kurhausstraße, Rotes Kliff. Zuvor konnten wir die Eindrücke des Tages bei einer tollen und geselligen Kaffeetaffel sacken lassen und uns ein wenig erholen. Da nun auch der formelle Teil des Tages beendet war, wechselten wir zudem auf ein wenig „Outdoor-tauglichere“ Kleidung, um für das lockere Abendprogramm ideal gerüstet zu sein. Am Roten Kliff angekommen erfüllen sich unsere Hoffnungen: Das Wetter ist toll, wenige Minuten zuvor ist Niedrigwasser eingetreten und ein höchstwahrscheinlich toller Sonnenuntergang steht bevor. Auf dem Weg vom Parkplatz zur Uwe Düne bzw. zum Strand haben wir Zeit für ein paar schöne Gespräche, bevor wir uns wenige Minuten später über die staunenden Blicke unserer Gäste freuen dürfen: Die Stimmung am Kliff, mit Blick auf den breiten Weststrand und das intensive Blau der Abenddämmerung, weiß zu faszinieren. Unsere Zeitplanung war auf diesen Augenblick ausgerichtete (die Tage im November sind halt doch recht kurz) und so sind wir sehr glücklich, dass alles „plangemäß“ funktioniert. Schnell nutzen wir die Gelegenheit für ein paar schöne Fotos, bevor wir uns begleitet von der untergehenden Sonne am Strand entlang ganz langsam zurück in Richtung Parkplatz begeben. Unterwegs werden Muscheln gesammelt, Erinnerungen ausgetauscht und eifrig Fotos geschossen – genau wie es an einem so einmaligen Tag eben sein soll! Zwischendurch bleiben wir immer wieder stehen und genießen – das Panorama des Kliffs, der Sonnenuntergang und die Stimmung bilden eine tolle Einheit. Mehr hätte man von einem Novembertag (immerhin der Monat mit den zweit meisten Regentagen) auf Sylt selbst mit viel Optimismus nicht erhoffen dürfen.

Ein perfekter Sonnenuntergang für einen perfekten Tag
Ein perfekter Sonnenuntergang für einen perfekten Tag
Hochzeitsgesellschaft auf Abwegen
Hochzeitsgesellschaft auf Abwegen

13.11.13 – 17:30 Uhr: Erneut sind alle Gäste in unserem Ferienhaus versammelt; auf dem Ambilight-Fernseher läuft eine Fotoshow die die lustigsten, bezeichnensten und schönsten Momente unserer letzten 6,5 Jahre zusammenfasst. Unsere noch sehr junge Ehe besteht auch direkt die erste Zereiß-Probe, da bedingt durch (m)eine (zu) minimalistische Nachbearbeitung bei einigen Fotos der Bildausschnitt nur suboptimal gewählt wurde 😉 Bei einer weiteren heißen Tasse Kaffee und Kuchen lassen wir den Tag Revue passieren .. außerdem dürfen Dani und ich uns über wirklich sehr individuelle und tolle Geschenke freuen, bei denen zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ganz klar ist, wie wir sie mit unsern begrenzten Transportkapazitäten nach Hause kriegen sollen 😉

Hier der Beweis: Originelle Geschenke führen zu bester Stimmung
Hier der Beweis: Originelle Geschenke führen zu bester Stimmung

13.11.13 – 19:10 Uhr: Erneut im Auto sitzend telefoniert Dani mit dem „Beach House – Seeblick“ in Westerland und warnt davor, dass wir ein paar Minuten zu spät sein werden. Guter Laune, hungrig und zudem bereits ein klein wenig erschöpft steuern wir den Parkplatz des Sylt Aquariums an (gemäß Vorerkundung im Hellen der ideale Stellplatz um zum Restaurant zu gelangen). Gemeinsam müssen wir uns beim Aufstieg auf die Düne über die scheinbar endlose Treppe (Übertreibung verdeutlicht) das Abendessen verdienen – quasi eine letzte  Herausforderung an diesem langen Tag 😉 Auf der Düne angekommen werden wir mit einem tollen Blick auf das Meer belohnt, welches durch einen kraftvollen Vollmond bei nahezu klarem Himmel erhellt wird. Vor uns liegt – romantisch beleuchtet – der Steg in Richtung Hauptpromenade. Etwas frierend erreichen wir gegen 19:30 Uhr das Restaurant, wo wir sehr freundlich empfangen werden. Unser Tisch ist für die „Größe“ der Hochzeitsgesellschaft ideal, so dass wir nicht zu eng, nicht zu weit auseinander fast kreisrund zusammen sitzen können. Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen zu wollen, kann das Beach House uneingeschränkt empfohlen werden – definitiv 10/10 Punkten. Leckere Speisen, freundliche und zuvorkommende Bedienung, schnelle Servicezeiten .. wir hätten uns das gemeinsame Abendessen wirklich nicht besser vorstellen können.

13.11.13 – 22:00 Uhr: Wir sind wieder zu Haus im Ferienhaus; zu zweit, allein. Stille. Nach einem letzten Spaziergang vom Beach House zum Auto mit toller Sicht auf das nächtliche Westerland haben wir uns von den Gästen verabschiedet und reflektieren nun auf der Couch-liegend recht erschöpft den Tag. Endlich haben wir die Chance die 655 Fotos (nur vom Fotografen .. es kommen also noch einige dazu) zu sichten und bekommen schnell Gewissheit: „Da ist was Tolles dabei“. Erleichterung. Noch fühlt sich alles etwas unreal an; ist der Ring am rechten Ringfinger noch sehr ungewohnt und unerwartet schwer. Wir sind erschöpft, glücklich, zufrieden – der gesamte Tag verlief genauso so, wie wir es uns gewünscht hatten. Im Kreis der für uns wichtigsten Menschen und mit genau jener Mischung aus Festlichkeit, Geselligkeit, Andacht, Natur und Spaß, wie von uns zuvor erhofft.

Projektabschluss ;-)
Projektabschluss 😉

14.11.13 – 01:30 Uhr: Die ersten Fotos sind bearbeitet, die Wohnung aufgeräumt, Facebook informiert (wenn unsere Freunde aufstehen, sollen sie zumindest eine interessante Meldung auf dem Bildschirm haben ;-)) wir fallen in einen sehr festen Schlaf.

Ich erlaube mir an dieser Stelle nur am Rande zu erwähnen, dass wir ab 08:00 Uhr das gemeinsame Frühstück vorbereiteten, da wir gegen 10:00 Uhr mit allen Gästen zu einem weiteren Spaziergang um Hörnum aufbrachen. Aber nach dem perfekt getakteten Vortag stellte dies quasi nur noch die Kür da 😉

An dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank an alle Gäste dafür, dass ihr mit uns und für uns den weiten Weg nach Sylt angetreten habt, dass ihr quasi wider jeder Vernunft mitten im November eine so tolle Woche mit uns an der Nordsee verbracht habt und das ihr einen riesigen Teil dazu beigetragen habt, dass unser „Hochzeitstag“ genauso ablaufen konnte, wie wir es uns gewünscht haben.

Als Autonarr sei mir dieses Bild mit unserer "Kutsche" vergönnt :-)
Als Autonarr sei mir dieses Bild mit unserer „Kutsche“ vergönnt 🙂
Ein blumiger Gruß zum Abschluss
Ein blumiger Gruß zum Abschluss

Sylt Hideout.

Wenn man nach dem ersten Aufwachen im heimischen Bett als erstes den Kopf hebt, um zu prüfen, ob die Sonne über dem Meer schon aufgegangen ist, dann muss die Urlaubswoche davor wirklich sehr schön gewesen sein. Ein wenig traurig ist es, wenn der zweite Gedanke dann lautet: Hübsche Plissees, aber das Watt ist leider nicht mehr aus dem Schlafzimmer zu sehen .. denn das Watt liegt nun rund acht Autostunden nördlich. Mit ihm sind nun auch Erinnerung an tolle Orte wie Kampen, Wenningstedt, Hörnum, List, Keitum, die Braderuper Heide, das Rote Kliff, das Süd Kap und der Ellenbogen (viel zu weit) entfernt.

Fernweh (Bild aus dem Schlafzimmerfenster der Unterkunft auf Sylt)
Fernweh (Bild aus dem Schlafzimmerfenster der Unterkunft auf Sylt)

Mit dieser authentischen Nach-Urlaubs-Erfahrung eines Herbstreisenden auf Deutschlands nördlichste Insel möchte ich meinen Bericht zu unserem dringend erforderlichen Kurzurlaub in den hohen Norden eröffnen und damit jeden Interessierten dazu ermutigen der rauen Natur der Nordsee auch zu einer Jahreszeit zu entgegnen, in der man sich gemeinhin eigentlich nur auf die Couch kuscheln möchte.

Selbst wenn es mal geregnet hat, war es eigentlich sonnig .. zumindest meistens ;-)
Selbst wenn es mal geregnet hat, war es eigentlich sonnig .. zumindest meistens 😉

Natürlich hatten auch wir diesen Gedanken: Sylt im November .. das kann doch eigentlich nur Sturm, Nebel, Regen, kurze Tage und viel Kälte bedeuten. Aber bedingt durch diverse berufliche Herausforderungen waren wir eigentlich auch genau nach diesen Dingen auf der Suche. Nach dem idealen Setup, dass einen ausgedehnten Spaziergang pro Tag zulässt und ansonsten viel Raum für Erholung und Ruhe bietet. Daher legten wir bei der Wahl der Unterkunft auch von vornherein viel Wert auf einen hohen Wellness-Faktor: Großes Wohnzimmer, kuschlige Betten, ein Kamin, eigene Sauna und nach Möglichkeit ein eigener Whirlpool sollten es sein. Glücklicherweise gibt es auf Sylt nicht wenige solcher Objekte, so dass sich all unsere Anforderungen relativ einfach (über)erfüllen ließen. Das wir am Ende 218qm, 4 Bäder, 4 Schlafzimmer, 4 Etagen, 3 BOSE-Anlagen, eine Unterkunft mit Bus-gesteuerter Beleuchtung – das alles in einem 2011 gebauten Reetdach-Haus  im Retro-Lock und mit vielen hochwertigen Möbeln – haben sollten, war eher nicht geplant.

Unsere "kleine" Residenz
Unsere „kleine“ Residenz

Es trug jedoch dazu bei, von der ersten Minute an eine absolute Wohlfühlumgebung zu kreieren. Schon der erste Moment nach dem Öffnen der Tür, in dem wir das vorgeheizte Haus betraten, war rundum gelungen. Ein Willkommensgruß an der Tafel in der Küche, des „365 Tage Sylt“-Buch auf das richtige Datum aufgeschlagen, das Kamin-Holz bereitgestellt, den Sauna-Aufguss frisch aufgefüllt, alle Räume perfekt gereinigt .. ich denke so positiv und makellos (mir fällt wirklich kein „aber“ ein) begann unser Urlaub noch nie.

Ankommen, auspacken, Urlaub genießen - so muss es sein
Ankommen, auspacken, Urlaub genießen – so muss es sein
Lokale Wellnessoase
Lokale Wellnessoase

Obgleich wir unsere Unterkunft in Morsum erst gegen Abend und nach einer rund 8h langen Fahrt erreichten, waren wir so von Anfang an euphorisiert und sofort in Urlaubsstimmung. Auch sonst verlief die Anreise übrigens absolut unproblematisch – gähnende Leere am Sylt-Shuttle, vergleichsweise wenig frequentierte Straßen ohne jeden Stau und die wenigen Regenschauer konnten unserem Allrad-Langstrecken-Transporter auch nichts anhaben 😉 Generell ist an dieser Stelle (mit Bezug auf den letzten Urlaubseintrag) positiv hervorzuheben, dass wir bedingt durch den Umstieg auf den TT nun endlich wieder eine Herausforderung beim Packen hatten. Sportliche Klamotten, chice Klamotten, warme Klamotten, regenfeste Klamotten, festliche Klamotten .. das alles und noch viel mehr wollte auf den Kofferraum und die Rücksitzbank verteilt werden. Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen zu wollen: Klappt alles ohne Probleme und auch ohne Umklappen der Rücksitzbank. Nur um sperrige Dinge zu laden, sollten man zu zweit sein, da größere Taschen doch nur sehr schwierig zwischen Schalensitz und Dachholm hindurchgleiten wollen .. eine Bestückung über die Hutablage ist hier deutlich empfehlenswerter (und schont den Alcantara-Dachhimmel).

Da ist noch Platz ohne Ende ;-)
Da ist noch Platz ohne Ende 😉

Eine gewisse Müdigkeit bedingt durch einen sehr langen Tag wurde also durch die vielen Details unserer Unterkunft sehr schnell kompensiert und erst nach rund 2h hatten wir alles erkundet, probiert und gesichtet, so dass unsere Erkundung der Insel nach und nach starten konnte. Um an dieser Stelle ausnahmsweise auf den sonst hier verwendeten chronologischen Erzählstil zu verzichten, werde ich einfach zeitlich-übergreifend von den Sylt-Highlights 2013 berichten. Alle angesprochenen Ziele bieten ihre ganz eigenen Facetten und können jedem Urlauber nur wärmstens ans Herz gelegt werden.

Highlight I – Das Rote Kliff

Obgleich wir das Rote Kliff von Kampen aus „erst“ am Nachmittag unseres zweiten Tages auf Sylt das erste Mal besuchten, wurde es doch unser häufigstes und damit beliebtestes Ziel. Auch nach unserer zweiten Woche auf der Insel ist und bleibt der breite Weststrand, der mit dem Wechsel der Gezeiten stets neue Eindrücke bietet, mein liebster Ort auf dem Eiland im Norden. Bedingt durch den vergleichsweise festen Sand, den faszinierenden Anblick der Klippen und den flachen Charakter der Küstenlinie lassen sich von Wenningstedt und Kampen aus ausgedehnte Spaziergänge unternehmen, die die Zeit und jeden Stress vergessen lassen. Insbesondere wenn der Wind von hinten kommt und man daher gefühlt mit dem Rauschen des Meeres und den wenigen anderen Spaziergängern alleine ist, übt das Rote Kliff eine ganz eigene Faszination aus. Der Anblick der Wellen, die sich immer und immer wieder kurz vor dem Strand brechen und dann – je nach Windrichtung und Stand der Gezeiten – in eigenartigsten Weisen den Strand überspülen, ist jede noch so weite Anreise wert. Ob bei Sturm oder Regen, bei Sonne, bei Tagesanbruch oder einsetzendem Sonnenuntergang: An diesem Ort kann man sich kaum satt sehen.

Nordseeidyll Kampen - Das Rote Kliff bei Sonnenuntergang
Nordseeidyll Kampen – Das Rote Kliff bei Sonnenuntergang

Ergänzend zu unseren Erfahrungen von 2011 haben wir das Rote Kliff dieses mal auch von Wenningstedt aus mehrfach erkundet, was ebenfalls dringend empfohlen werden kann. Während der Pfad direkt in den Dünen von Kampen aus eher naturbelassen ist, kann man von Wenningstedt aus auf einem vergleichsweise langen Holzsteg wandern, der später in einen beeindruckenden Naturpfad übergeht. Dabei hat man stets einen direkten Blick auf das Meer und den breiten Sandstrand einige Meter tiefer – toll.

Abendstimmung am Weststrand
Abendstimmung am Weststrand

 

Schöne Sichtachse in Wenningstedt
Schöne Sichtachse in Wenningstedt

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: 7.

Highlight II – Keitum

Ich denke kaum ein anderer Ort auf Sylt bietet eine so hohe Dichte malerischer Kapitänshäuser und perfekt integrierter Shopping- und Versorgungsmöglichkeiten wie Keitum. Egal ob man spät abends bei Regen und Sturm (so wie wir am ersten Abend um 21:00 Uhr) oder Mittags bei schönstem Sonnenschein hier spazieren geht – in Keitum findet sich keine Schmuddelecke, kein überquellender Mülleimer, kein ungepflegtes Grundstück. Ein Reetdachhaus schmiegt sich hier an das nächste, hell erleuchtete Flagship-Stores sind nahtlos eingebettet und man fühlt sich fast ein wenig in eine andere Zeit zurückversetzt.

Da kein Bild aus Kampen: Allgemeine Küstenstimmung - im Bild von klein: Ich
Da kein Bild aus Keitum vorhanden: Allgemeine Küstenstimmung – im Bild vorn, klein: Ich

Insbesondere in der „dunklen Jahreszeit“ bietet das Frisendorf meiner Meinung nach den großen Vorteil auch im Dunkeln ein schönes Ausflugsziel zu sein, so dass man auch nach dem (viel zu frühen) Sonnenuntergang hier ein paar schöne Eindrücke gewinnen und überschüssige Energie abbauen kann. Parken sollte man dabei allerdings nach Möglichkeit auf den großzügig bemessenen Stellflächen am Rand des hübschen Dörfchens, denn quasi die gesamte „Innenstadt“ ist Parkverbotszone. Wer auf der Suche nach ein paar schönen Accessoires und / oder Kleidungsstücken ist, wird Keitum ebenfalls schnell in sein Herz schließen. Nicht umsonst befindet sich hier der – zumindest nach meinem Kenntnisstand – einzige La Martina Store (nicht franchise) Deutschlands. Jüngste Erfahrungen zeigen übrigens, dass man hier ganz hervorragend und mit einem tollen „Shoppingerlebnis“ einkaufen kann – kein Vergleich mit den entsprechenden Abteilungen bzw. Nischen der üblichen Herrenausstatterketten.

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: ca. 4 (ein wenig schwer zu zählen .. manchmal galt es nur kurze Besorgungen in Keitum zu erledigen)

Highlight III – Der Lister Ellenbogen

Das privatisierte „Nordend“ Sylts hatten wir 2011 eindeutig unterbewertet – anders kann man unsere jüngsten Erfahrungen fast nicht zusammenfassen. Meiner Meinung nach gibt es kaum einen anderen Ort auf der nördlichsten deutschen Insel, an dem man so gut in die außergewöhnliche Natur Sylts vorstoßen kann. Auf kleinen Pfaden geht es legal durch die Dünen, nach dem man wenige Minuten zuvor über eine Betonpiste nur einige Meter entfernt von den freilaufenden Schafen vorbei gerumpelt ist. „Nebenbei“ gibt es hier auch noch zwei schöne Leuchttürme und einen tollen Blick auf List zu sehen.

Ein Tarnschaf auf dem Ellenbogen
Ein Tarnschaf auf dem Ellenbogen

Unser Highlight war jedoch – sicherlich hatten wir hier auch gleich zwei Mal sehr viel Glück mit dem Wetter – eine unglaublich friedliche und beruhigende Atmosphäre am extrem weitläufigen Strand erleben zu dürfen. Bei jedem unserer zwei Besuche war es sehr windstill, dazu recht sonnig und das Meer war so ruhig, dass man es fast für einen großen See hätte halten können. So konnten wir also Muscheln suchen, den Herbst genießen, die Seele baumeln lassen und dabei dem leisen „Schwappen“ der Wellen lauschen, dass schon fast wie von einer „Nature Sounds“-CD zu stammen schien. Nie im Leben hätte ich gedacht die Nordsee Mitte November so friedlich erleben zu können. So rau die Natur an diesem schönen Fleck sein kann, so beruhigend kann sie auch wirken. Windstille + Sonne = Unbedingt auf den Ellenbogen und ab dem Königshafen eine ausgedehnte Umrundung unternehmen – nur so kann unsere Empfehlung lauten. Wer bei „etwas“ weniger Sonne die drei einzelstehenden Häuser am Ende des Ellenbogens betrachtet, kann sich jedoch gut in die Bilder von „Der Ghostwriter“ versetzen, welcher hier zu Teilen gedreht wurde.

Morgenstimmung am Ellenbogen
Morgenstimmung am Ellenbogen
Baywatch auf nordisch ;-)
Baywatch auf nordisch 😉

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: 2 – dafür ausgedehnt.

Highlight IV – Hörnum und das Südkap

Eine ausgedehnte Wanderung um das Südkap – ausgehend vom Parkplatz am Hafen von Hörnum – das zählte schon zu meinen persönlichen Highlights aus unserem Urlaub auf der Insel in 2011. Wenn man bereit ist der Natur zu trotzen und auch einige hundert Meter gegen den Sturm wandern mag, bieten sich hier auf wenigen Kilometern schöne Impressionen über Naturgewalten, die Hilflosigkeit des Menschen beim Kampf gegen selbige und die Kühnheit (Unvernunft?) trotzdem wider jeder Vernunft Häuser mitten in den Dünen und teilweise ungeschützt von jedem Sturm zu bauen.

Toller Sonnenuntergang in Hörnum
Toller Sonnenuntergang in Hörnum

Etwas freundlicher formuliert erinnert die Siedlung in den Dünen nach wie vor an Schlumpfhausen und bietet einen Anblick, der so sicherlich absolut nicht alltäglich ist. Auch sonst bietet der südliche Zipfel Sylts viel für das Auge: Wassermassen die mit unterschiedlicher Dynamik auf einander treffen und „futuristisch“ aussehende Betonformen (Tetrapoden) die helfen sollen die Insel zu erhalten. Ich finde, dass diese Konstruktionen einen ganz eigenen Reiz ausüben und das man dem Meer stundenlang dabei zusehen könnte, wie es sich wieder und wieder an den künstlichen Fingern bricht und seine Kraft in hohen Gischtfontänen ergeht.

Tetrapoden am Abend
Tetrapoden am Abend

Im Herbst muss man jedoch – zugegebenermaßen – schon etwas „entschlossener“ sein, um der kühlen Luft und dem doch meist etwas strammeren Wind zu entgegnen und die vergleichsweise lange Wanderung anzutreten. Da es zwischendurch nicht sinnvoll ist abzukürzen, sollte man hier ein wenig wissen, ob man bereit ist der Natur auch bei ggf. einsetzendem Regen ca. 2h zu trotzen. Falls man dies tut, wird man jedoch mit sehr wechselnden Impressionen beeindruckt, die während unseres Besuchs zudem noch lebendig widerspiegelten, welche Spuren der jüngste Sturm hier hinterlassen hat. Auch für Muschelsammler und Strandgutsucher ist Hörnum übrigens das vermutlich interessanteste Ziel.

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: 2 – ebenfalls sehr ausgedehnt.

Highlight V – Die Braderuper Heide

Wer genug von kilometerlangen Stränden und wilder Dünung gesehen hat, dem sei ein Spaziergang durch die Braderuper Heide (Adresse für das Navi: Üp de Hiir, in Braderup-Wenningstedt) empfohlen. Hier kann man – recht modular und damit flexibel – auf schönen Stegen durch eine tolle Heidelandschaft wandern und dabei den Blick auf das Watt und den weiter entfernt liegenden Leuchtturm von Kampen genießen. Wir hatten das Glück die Braderuper Heide auch im November (an unserem zweiten Urlaubstag) bei Morgensonne zu erleben und waren von der friedlichen Stimmung sehr beeindruckt.

Die Braderuper Heide - fern jeden Trubels
Die Braderuper Heide – fern jeden Trubels

Sicherlich ist es hier im Sommer noch ein klein wenig schöner, wenn das Heidekraut dann auch blüht. Trotzdem bietet die Landschaft um Braderup tolle Impressionen, die man von der Nordsee so vielleicht nicht unbedingt erwarten würde. Auf dem Rückweg zum Auto gibt es zudem einige sehr schöne alte, aber extrem liebevoll hergerichtete Häuser zu sehen, wodurch sich ein Spaziergang durch die Siedlung unbedingt empfiehlt.

Erholung. Endlich. Und Dani :-)
Erholung. Endlich. Und Dani 🙂

Das Positive an einem Rundgang durch die Heide: Man ist hier einigermaßen windgeschützt und kann zudem an verschiedensten Punkten den Rückweg auf unterschiedlichen Pfaden antreten, wodurch man auch auf wechselhafte Bedingungen gut reagieren kann. Außerdem wird der Boden auch bei viel Niederschlag nicht allzu schlammig und bietet daher gute Bedingungen für einen entspannten Spaziergang.

Beeindruckende Lichtverhältnisse in der Heide
Beeindruckende Lichtverhältnisse in der Heide

Anzahl der Besuche in unserer Urlaubswoche: 2.

Sylt im November – Ein Fazit

Insgesamt hat unser Urlaub auf Sylt sehr viele schöne und zugleich facettenreiche Eindrücke bei mir hinterlassen. Es war viel wärmer aus vermutet (und auch viel wärmer als aktuell hier in Frankfurt .. meist 10°C vs. 3 °C), es war viel trockener und sonniger als vermutet (obgleich doch jeden Tag einige Tropfen Niederschlag fielen .. an zwei Tagen etwas mehr davon) und es war deutlich weniger windig als erwartet (zwei Tage mit <10km/h Windgeschwindigkeit – quasi Windstille). Zudem hatten wir kaum Nebel und daher fast immer sehr gute Bedingungen – inklusive drei Sonnenaufgängen direkt über dem Wattenmeer, die wir (ebenfalls nicht so erwartet) von unserem Schlafzimmerfenster aus bewundern konnten.

Sonnenaufgang über dem Watt (Blick aus dem Schlafzimmerfenster)
Sonnenaufgang über dem Watt (Blick aus dem Schlafzimmerfenster)

Auch sonst wurden wir von unserem Trip in den Norden im November ausschließlich positiv überrascht: Die Unterkunft war toller als gedacht, die Menschen freundlicher, es war mehr los als wir dachten und trotz weniger Tageslichtstunden haben wir alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben. Die starken Kontraste von der friedlich plätschernden Nordsee auf der einen Seite und der rauen See, die sich wieder und wieder am Strand bricht auf der anderen Seite, haben mich tief beeindruckt. Selten gelang es uns – unterstützt durch ein nahezu perfektes Gesamtsetup – derart schnell so gut abzuschalten. Obgleich ich normalerweise immer einen Hang dazu habe meine Mails auch während des Urlaubs zu lesen, verleitet Sylt in einem bisher ungekannten Maß dazu die Seele einmal baumeln zu lassen und sich der nordisch-rauen Natur hinzugeben.

Der Herbst auf Sylt - viel schöner als zunächst gedacht!
Der Herbst auf Sylt – viel schöner als zunächst gedacht!

Zusammenfassend bin ich mir sicher, dass wir Sylt nicht das letzte Mal im November besucht haben werden.

Viele weitere Impressionen gibt es wie immer in der Gallerie: Link.

Auf dem Floß da ist was los – Erlebnisbericht einer besonderen Isartour

Nachdem wir am Vortag ja bereits die Alpen unsicher gemacht und die Idylle des Chiemsees genossen hat, stand für diesen Freitag (den 16.08. übrigens) eine ganz besondere Gaudi auf dem Plan: Eine organisierte Floßfahrt auf der Isar. Ursprünglich gedacht als Hochzeitsgeschenk zeigten sich die Beschenkten so angetan, dass sie den Spaß gern auch mit einigen Kollegen und Freunden teilen wollten. Zurückblickend eine super Idee, denn so richtig Stimmung kommt auf dem Wasser halt doch erst auf, wenn man sich kennt und ein paar Spaßgaranten dabei hat 😉

Stimmungsbild zur Einleitung :-)
Stimmungsbild zur Einleitung 🙂

Doch der Reihe nach: Unsere Floßfahrt startete früh, eigentlich sogar viel zu früh. Denn obgleich der Erstkontakt mit dem Wasser erst gegen 09:30 Uhr geplant war, galt es doch zuvor via Bustransfer von München aus zum Startplatz der lustigen Tour gebracht zu werden. So mussten wir schon 08:30 Uhr in der Nähe des Hauptbahnhofs sein und dazu abermals einige Minuten eher in Ismaning mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aufbrechen (Autofahren möchte nach so einem Tag sicher niemand mehr..). Kurz gesagt mussten wir verdammt früh aufstehen, um nach einem Zwischenstopp beim Bäcker pünktlich den Rendevouz-Punkt zu erreichen. Wie auch am Vortag lachte uns die Sonne dabei mit ihrem breitesten Grinsen an und glücklicherweise sollte es auch den gesamten Tag über so bleiben. Die Maximaltemperaturen für diesen schönen Sommertag waren mit 24°C zudem auch sehr „human“ angesagt, so dass man zusammenfassend von besten Voraussetzungen sprechen kann.

Nach einigen Minuten des Wartens gesellten sich immer mehr „Seefahrer“ zu unserem Sammelpunkt und irgendwann durften wir die hochmodernen Reisebusse (sehr sauber, absolut geruchsneutral, Daumen hoch) dann auch betreten. Wenige Augenblicke später schunkelte das Monster über die Straßen Münchens und brachte uns langsam aber stetig vom Zentrum weg. Dabei erklang nach einigen Minuten eine zünftige Blasmusik, die immer mal wieder von (professionell aufgezeichneten) Erklärungen und Hinweisen unterbrochen wurde. Bereits nach wenigen Minuten war ich recht überrascht von der insgesamt sehr gut vorbereiteten und recht „kommerzialisierten“ Organisation der Fahrt .. ich hatte mir die ganze Sache naiverweise etwas hemdsärmeliger vorgestellt. Nach rund einer halben Stunde Fahrt (können auch 45 Minuten gewesen sein) hielt der Bus auf einem mittelgroßen Platz, der zudem das Ende eines recht kleinen Feldweges darstellte. Eifrig verließen wir unser Vehikel und warteten auf die Dinge die da kommen mögen, während die Band (welche wir unterwegs aufgesammelt hatten) als erstes an Bord ging. Wenige Minuten später war es dann soweit: Wir enterten einer nach dem anderen das Floß. Das Floß, dass ist ein 18m langes und 7m breites Wasserfahrzeug, dass aus Stämmen aus den Alpen (müssen eine Saison halten) vor der Tour von den Flößern in 90 Minuten zusammengebaut und unmittelbar nach der Ankunft wieder zerlegt und per Tieflader zurück zum Ausgangsort der Reise gebracht wird. Beeindruckt? Ich war es zumindest.

Das noch jungfräuliche Floß am Startplatz
Das noch jungfräuliche Floß am Startplatz

Auf dem „Kahn“ angekommen, zeigte sich dann ein weiterer Aspekt der Kommerzialisierung: Auf recht engen Bänken mussten wir rund 70 Reiselustige uns zusammendrängen – auf Gruppen konnte hierbei natürlich nur bedingt Rücksicht genommen werden. So saßen wir also eng an eng (um ehrlich zu sein sogar enger als in der Economy Class eines Inlandsflugs) und warteten auf den Beginn der Tour, während wir als erstes von einem lust’gen Fotografen abgelichtet wurden. Irgendwann ging es dann aber los und noch während unser Floß rückwärts zur Fließrichtung der Isar trieb, begann der Chefentertainer Werner ein paar interessante Dinge zur Natur, dem Floß und dem Ablauf unserer Reise zu berichten – sympatisch. Zeitgleich begann auch der Ausschank des (im Preis inkludierten) Biers, was quasi eine Schlüsselstellung im Stimmungsverlauf der weiteren Odyssee einnahm. Keine 15 Minuten nach dem Ablegen gab es ein erstes Prosit und während es rund um uns herum lustig plätscherte, wurden die Kehlen mit bestem bayrischen Bier befeuchtet. Da so ein Gerstensaft aus dem eigens dafür übergebenen Krug (Aufdruck: Auf dem Floß da ist was los) natürlich eine Grundlage benötigt, wurden auch Brezen, Semmeln mit Leberkäs und (etwas später) auch Würstchen, Käsesemmeln und saure Gurken gereicht. Für die Damen an Bord unseres Dampfers standen zudem wunschweise Piccolos bereit. Was ich damit sagen will: Es war an alles gedacht, es war alles sehr lecker und alles war in rauen Mengen verfügbar. Während der gesamten Fahrt (d.h. auch nicht fünf Minuten vor dem Anlegen am Abend) hatte man niemals das Gefühl, dass hier irgendetwas abgezählt war oder nicht alle werden sollte – ein ganz großes Lob.

Stimmungsvoller Start in einen tollen Tag
Stimmungsvoller Start in einen tollen Tag
Dani: Ohne Tracht, aber mit vollem Krug
Dani: Ohne Tracht, aber mit vollem Krug

Während wir so dahin schwammen und Flößer (Förg) und Steuermann (Stürer) uns auf Kurs bzw. in sicheren Bereichen der Isar hielten, berichtete uns Werner von der Geschichte des Floßes, dass vom Lastschiff zum Lustschiff wurde .. und gab im späteren Verlauf des Tages auch so manchen Witz von sich. Auch sonst wurde die Stimmung von Minute zu Minute besser, spielte die Band auf und floss das Bier in Strömen. So angeheitert (einmal im Jahr darf man das auch schon vor 10:00 Uhr sein) lockerte sich auch nach und nach die Sitzordnung, so dass wir uns irgendwann im vorderen Bereich des Floßes (also in der Nähe des Flößers mit seinem Ruder) mit unserer Gruppe trafen. Spätestens ab jetzt steuerte der Tag direkt darauf zu ein insgesamt perfektes Erlebnis zu werden, denn unter schönster Sonne, mit netten Menschen und bei bester Stimmung kann man sich einfach nur wohlfühlen. Mit zunehmender Feierlaune wurden wir uns auch immer sicherer, dass früher oder später jemand (unfreiwillig) über Bord gehen würde, denn die schmalen Pfade an den Außenseiten der Bänke waren doch – insbesondere Barfuß – sehr glitschig. Das uns noch nicht einmal die ambitionierten Mitfahrerinnen auf Highheels diesen Spaß gönnten, ist zurückblickend fast schon etwas schade.

Stimmung!
Stimmung!
Ein paar Leute mussten auch arbeiten - bei Niedrigwasser vermutlich sogar noch mehr
Ein paar Leute mussten auch arbeiten – bei Niedrigwasser vermutlich sogar noch mehr als sonst

Die unterhaltsamen Gespräche auf unserem Wasserfahrzeug wurden mal mehr, mal weniger deutlich vom friedlichen Brummen des Außenbordmotors untermalt – andernfalls hätten wir die rund 30km lange Strecke mit Hinblick auf das zu diesem Zeitpunkt vorherrschende Niedrigwasser der Isar vermutlich nicht zurückgelegt. Aus jetziger Sicht betrachtet gebe es natürlich schlimmere Szenarien als dieses .. schließlich waren die Vorräte mehr als ausreichend dimensioniert 😉 Wenn wir wegen des Motors schon über das Heck des Floßes sprechen, möchte ich an dieser Stelle noch kurz auf eine weitere Besonderheit der urigen Tour auf dem Wasser eingehen: Dem Isar Wasser Closett, kurz IWC. Wer sich hier ein von Planen verstecktes Dixie-Klo vorstellt, denkt übrigens zu optimistisch 😉 So sollte man schon durchaus „abenteuerlustig“ sein, oder die individuellen menschlichen Bedürfnisse auf die Mittagsrast im Biergarten beschränken.

Mindestens zwei Personen auf diesem Bild haben das Essen genossen ;-)
Mindestens zwei Personen auf diesem Bild haben das Essen genossen 😉

Auch selbige war übrigens absolut perfekt organisiert: Anlegen, reservierte Plätze einnehmen, kurz warten, lecker essen (im Preis inkludiert), dabei die Floßrutsche bewundern und anschließend wieder das Wasserfahrzeug besteigen. Auch auf Sonderwünsche bezüglich des Essens wurde eingegangen und man fühlte sich rundum gut betreut – klasse. Direkt nach der rund 60 minütigen Pause steuerte unsere Floßbesatzung dann zielsicher auf die bereits angesprochene Rutsche zu, welche mit 365m Länge und 18m Höhenunterschied zudem die längste ihrer Art in Europa ist. Wie wir nach kurzer Zeit feststellen durften, war die Passage dieses interessanten Abschnitts gleichzeitig die feuchteste Erfahrung des Tages, kamen uns während der lustigen Fahrt im Kanal doch sogar die Bretter der Passagierplattform entgegen. Danach ging es so weiter wie davor – zünftige Musik, lockere Gespräche und jede Menge guter Stimmung. Irgendwann erreichte selbige ein derart hohes Niveau, dass sogar die ersten Tourteilnehmer (mehr oder weniger unabgesprochen) ein erfrischendes Bad in der Isar nahmen. Obgleich ich von dieser verlockenden Option nicht Gebrauch gemacht habe, waren die Bilder der schwimmend „nachtankenden“ Freunde schon durchaus witzig 😉 Ebenso unterhaltsam waren auch die immer mal wieder am Ufer sichtbaren Radfahrer und Spaziergänger, die in der Regel sehr neugierig schauend (zurück) winkten – macht Spaß!

Trinken geht offensichtlich in jeder Lage
Trinken geht offensichtlich in jeder Lage

Gegen 16:45 Uhr erreichten wir (gefühlt viel zu schnell) unsere Anlegestelle, nicht ohne auf den letzten Kilometer vorher noch mehrmals von unten gewässert worden zu sein. Mit gekonnten Handgriffen legte unser Floß an, und wenige Augenblicke nach der herzlichen Verabschiedung von der „Besatzung“ saßen wir auch schon wieder leicht geschafft, aber ziemlich guter Laune, im Bus. Nach einem Tag voller Sonne, Wasser und vielen Prosits ging es zurück in Richtung München Zentrum, wo schon ein weiterer Biergarten auf uns wartete. Spätestens nachdem ich unterwegs den Flüssigkeitshaushalt meines Körpers wieder auf ein normales bzw. erträgliches Level bringen konnte, konnte ich mich dann auch so richtig auf den Ausklang des Tages freuen. Bei frischen Pommes und einer Maß Radler (es war dann doch genug Bier für diesen Tag) rekapitulierten wir das Erlebte .. und schmiedeten bereits erste Pläne bezüglich einer möglichen Wiederholung.

Das Ende der Tour aus Sicht des Floßes
Das Ende der Tour aus Sicht des Floßes

Fazit: Eine Floßfahrt auf der Isar kann ich – insbesondere bei gutem Wetter und mit den richtigen Leuten (je mehr, desto besser) nur uneingeschränkt empfehlen. Die Organisation war tadellos, die (von der Band und der Besatzung auch etwas forcierte) Stimmung hervorragend und die Tour durch die bayerische Natur entlang der Isar einfach nur sehr schön. Als „Zuageroaster“ haben wir uns übrigens (trotz fehlender Tracht) die gesamte Tour über nicht gefühlt – hier muss man also keine Bedenken haben. Definitiv ein Highlight des Jahres 2013!

Ein toller Tag auf dem Wasser!
Ein toller Tag auf dem Wasser!

Weitere Eindrücke gibt es drüben in der Galerie: Klick.

Wieder geht ein Jahr .. Geburtstagswanderung in die Alpen

Wenn das Wetter so toll wie in diesem Jahr ist und der Job einen permanent fordert, dann vergeht die Zeit – beruflich wie privat – besonders schnell. So kam es dann auch, dass ganz plötzlich mein Geburtstag und unser direkt im Anschluss geplanter Sommerurlaub unmittelbar bevor standen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren kam diese Unterbrechung des täglichen Trotts jedoch mehr als willkommen, da ein paar Tage ohne Meetings, Eskalationen und Statusreports wirklich sehr dringend nötig waren.

Nach einem recht langen letzten Arbeitstag (sind die das nicht eigentlich immer?) setzten wir also gegen 17:30 Uhr endlich Kurs in Richtung München, um ein paar entspannte Tage im sonnigen Süden zu verbringen. Das obligatorische Packen und Beladen des Autos war dieses Jahr ein einziges Trauerspiel. Kofferraum auf, Koffer, Stapelboxen und Beutel rein, Kofferraum  zu, losfahren. Was war das noch in 2012 ein Spaß – und ein anschließendes Hochgefühl – das Gepäck für zwei Personen und einen Herbsturlaub an der Nord- und Ostsee auf die vergleichsweise kleinen Laderäume des Boxsters zu verstauen. Wenn dann noch alle Klappen zugingen, zeichnete sich gleich das erste, breite Lächeln auf den Gesichtern der Urlaubssuchenden ab. Aber gut, temporär (!!) mussten wir uns mit dem unnützen Luxus von viel zu viel Ladekapazität abfinden und starteten daher umso komfortabler unsere 1,5 Wochen lange Tour.

Da die Reise und unsere Ankunft unauffällig verliefen, erspare ich dem geneigten Leser an dieser Stelle weitere Details. Interessante wurde es wieder am Morgen des 15.08. – in Bayern vernünftigerweise in den meisten Gemeinden ein Feiertag und nebenbei mein 30 – 2. Geburtstag. Mit kleinen Augen durfte ich mich über die Geburtstagstorte in Herzform mit akustisch höchst professionell begleiteter Übergabe freuen (vielen Dank nochmals :-)), bevor wir bereits wenige Minuten später in Richtung der Alpen aufbrachen. Gefrühstückt wurde daher gegen 09:00 Uhr in Grassau mit tollem Blick auf die Berge – quasi eine letzte Stärkung vor dem bevorstehenden Aufstieg.

Auf geht's - finde den Fehler ;-)
Auf geht’s – finde den Fehler 😉

Die Sonne hätte nicht schöner Lachen können, als wir unsere Wanderung in Richtung Staffen begannen (Details zur Tour siehe OutdoorActive: Klick). Nach einem zunächst recht flachen Beginn (vermutlich ähnlich der Start- und Zielgerade bei einem Grand Prix) trafen wir zügig auf schmaler werdende Pfade, die sich gemütlich den Berg hinauf wanden. So trat schon einmal die ein oder andere Schweißperle zu Tage, während unsere Sicht auf das Tal von Mal zu Mal besser wurde. Unterwegs trafen die ersten Gratulationsanrufe ein, die ich (überraschenderweise) auch mitten während der Wanderung annehmen konnte. Im Vorfeld hatte ich hier eher vermutet, in den Bergen generell nicht erreichbar zu sein. So bot sich die Möglichkeit den sanften Aufstieg mit schönen Gesprächen ein wenig anspruchsvoller und kurzweiliger zu gestalten – auch eine durchaus neue Erfahrung für Geburtstagsgespräche 😉

Da haben meine Eltern gratuliert :-)
Da haben meine Eltern gratuliert 🙂

Nach den ersten ca. 2-3km hatten wir dann das erste Mal das Gefühl in der näheren Umgebungen Kuhglocken gehört zu haben .. leider ließ sich zunächst kein Sichtkontakt herstellen. Ein paar Minuten später fanden wir uns dann aber auf der ersten größeren Alm unserer Wanderung ein und trafen auf mehrere, etwas verteilte Kuhherden. Teils neugierig, teils völlig desinteressiert schauten uns die allesamt mit Glocken ausgestatteten Tierchen an (oder auch nicht) und boten gemeinsam mit dem beeindruckenden Panorama auf das Tal eine Ansicht, die bleibende Erinnerungen schuf. Als erklärte Kuhfreunde setzten wir unseren Tripp daher schnellen Fußes fort, um endlich in „Streichelentfernung“ zu kommen. Da wir den verwöhnten bayrischen Rindern nichts anbieten konnten, was sie nicht sowieso schon im Überfluss vorfanden, gestaltete sich dieser Teil übrigens gar nicht so einfach 😉 Glücklicherweise führte uns der (GPS-gestützte) Pfad quer über die Weide, so dass wir letztendlich doch noch Gelegenheit für einige intensive Kennenlerngespräche auf Augenhöhe fanden 😉

Das bayrische Natur in schönster Idylle
Das bayrische Natur in schönster Idylle
Dani auf Kuschelkurs
Dani auf Kuschelkurs

Im Anschluss wurde der Weg erneut etwas steiler, was die kommenden Anrufe gar nicht so einfach gestaltete. Gleichzeitig gewann die Sonne immer mehr an Kraft, so dass es bereits gegen 10:00 Uhr recht „kuschlig“ wurde – auch auf ca. 900m. Bald erreichten wir die Staffnalm, die wir – ebenso wie den hier ankommenden Lift – recht schnell wieder hinter uns ließen. Den „Torkopf“ (Berg) hinter uns lassend ging es flinken Fußes (das Höhenprofil wurde ab hier deutlich entspannter) weiter Richtung Kleinstaffen und quasi fast in Rundform vorbei an der Fahrpoint-Alm. Dabei boten sich uns immer wieder tolle Ausblicke auf den Chiemsee, tiefer liegende Almen und höherliegende Gehöfte (sowohl mit, als auch ohne Kühe). Bei soviel Idyll, Ruhe und Abgeschiedenheit drängt sich förmlich der Gedanke auf, dass es sich hier womöglich doch deutlich angenehmer aushalten lässt, als in einer Metropolregion (wie gesagt, dass Wetter war perfekt, die Stimmung gut und es ist schließlich der erste Eindruck, der zählt ;-)). Kurz vor unserer Zwischenstation zur mittlerweile dringend benötigten Nahrungsaufnahme trafen wir dann auf eine weitere große Kuhherde, die teilweise sogar in einem ansprechenden Häuslein residierte. Hier fand sich mindestens ein besonders neugieriges Rind, dass zunächst etwas zögerlich, dann aber doch recht bereitwillig den „Streicheln!“-Trieb über sich ergehen ließ.

"Zuagroaste .. scho wieder"
„Zuagroaste .. scho wieder“
Aschi stellt den Erstkontakt her
Aschi stellt den Erstkontakt her

Kurze Zeit später und nach rund 2/3 unserer Wanderung erreichten wir mit der Hefter-Alm das Zwischenziel der Tour. Hier war bereits einiges los, so dass wir uns flux einen schönen Platz auf einer bequemen Bierbank unter freiem Himmel suchten. Anschließend ließen wir bei sehr leckeren, üppig dimensionierten Speisen (zu übrigens sehr fairen Konditionen) die Seele baumeln. Hühner hüpften zwischen unseren Beinen hindurch, Bergbewohner genossen die kräftige August-Sonne und irgendwann begann sogar ein Ureinwohner einige Lieder auf dem Akkordeon zu spielen – einen besseren Eindruck von Bayern kann auch eine touristische organisierte Tagesfahrt nicht bieten 😉

Geburtstagseinkehr - richtig gelungen!
Geburtstagseinkehr – richtig gelungen!

Nach einigen Minuten der Erholung setzten wir unseren Weg hochmotiviert fort .. schließlich hatten wir an diesem schönen Feiertag noch viel vor. Der Rest der Wanderung war dann deutlich frequentierter (die Hefter-Alm ist definitiv ein beliebtes Ziel) und führte nahezu die gesamte Zeig bergab über asphaltierte Wege. Das war zwar nicht ganz so malerisch, brachte uns aber zügig zurück zum Auto. Nach 14km und etwas mehr als 700m Aufstieg (bzw. Abstieg) erreichten wir 13:30 Uhr erneut das Auto. Anschließend setzten wir sofort Kurs in Richtung des nahe gelegenen Chiemsees, da uns Aschi eigentlich noch von seinen Segelkünsten überzeugen wollte. Auf diesen Vorschlag hatte ich mich schon sehr lange gefreut .. leider hatte der Wind deutlich weniger Lust als wir. So verbrachten wir ein paar tolle Stunden an einer ruhigen Ecke des Chiemsees .. ließen unsere Beine im kühlen Nass baumeln, stärkten uns mit Kuchen und kalten Getränken, testeten das Trampolin (Dani), fuhren mal wieder Ketcar (Micha .. leider bin ich diesen Dingern unerwartet deutlich entwachsen) und genossen ein weiteres Mal die bayrische Natur und ihre beruhigende Wirkung. Insgesamt ein toller Zwischenstopp, den wir in dieser Form gar nicht geplant hatten.

Da mir vom See selbst ein Bild fehlt, gleiche ich einfach mit einer "Luftaufnahme" aus
Da mir vom See selbst ein Bild fehlt, gleiche ich einfach mit einer „Luftaufnahme“ aus

Da zum Ausklang des Tages ein entspannter Grillabend geplant war, fuhren wir irgendwann am späten Nachmittag zurück gen Ismaning – nicht ohne die Berge mit einem gewissen Gefühl der Trauer wieder zu verlassen. Aber da gab es ja noch ein weiteres Highlight: Eine Flugstunde mit dem Profi-Heli-Piloten Teichi und seiner neuesten Errungenschaft. Zwar konnte ich mich bisher noch nicht dazu durchringen in das augenscheinlich kostenintensive und vor allem komplexe Hobby Modellflug einzusteigen, doch die fliegenden Rasenmäher in Aktion zu bewundern, ist doch durchaus faszinierend. Vor allem Teichis TREX mit einem Hauptrotordurchmesser von 1,40m ist doch schon eine beachtliche Erscheinung am Himmel bzw. in der Luft einige Meter über dem Feld 😉

Die Hände eines Chirurgen - ganz sicher
Die Hände eines Chirurgen – ganz sicher
Das Monster im Ladeanflug
Das Monster im Ladeanflug

Beim anschließenden Abendbrot machten sich die in letzten Stunden zurückgelegten 25.000 Schritte doch deutlich bemerkbar, rutschten wir doch erstaunlich schnell sehr tief in die weichen Auflagen der Gartenstühle. So ging ein toller 28. Geburtstag (wie immer) viel zu schnell, aber mit vielen neuen Erinnerungen im Kopf, zu Ende. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Sandy, Dani, Aschi und Teichi für diesen tollen und rundum gelungenen Tag!

Ein perfekter Feiertag fern ab von Eskalationen und Statuscalls
Ein perfekter Feiertag fern ab von Eskalationen und Statuscalls

Weitere Eindrücke finden sich wie so in der Galerie: Klick.

In eigener Sache: Redesign 2013

Dem ein oder anderen ist es sicher schon aufgefallen: SlashHo.me erstrahlt in neuem Glanz. Nach mehreren Jahren (ich vermute mal rund zwei bis drei Jahre waren wir mit dem bisherigen Outfit „chocotheme“ von CSS mayo unterwegs), wurde es endlich Zeit für etwas Neues.

Der Wunsch rein optisch zu renovieren bestand schon recht lang, doch mit den Anforderungen „klassisches“ Blog-Design (ich brauch keine Featured Posts, keine Imageslider und auch sonst die meisten Spielereien nicht), eine Seitenleiste (die finde ich doch ganz praktisch) und vor allem Responsiveness (d.h. adaptiv für unterschiedlichste Auflösungen und Displaygrößen) fallen doch recht viele WordPress-Vorlagen durch das Suchraster. So verbrachte ich über Monate hinweg – immer mal wieder – schon die ein oder andere Stunde damit, ein (für meine subjektive Wahrnehmung) ansprechendes Template zu finden.

Wie so oft ist mir der „Durchbruch“ jetzt mit Hilfe von Dani gelungen und dieses Mal stammt das gewählte Design auch ganz langweilig aus der internen Suche von WordPress. Ich hoffe nun eine Vorlage gefunden zu haben, die von den Entwicklern auch weiter gepflegt wird und daher hoffentlich das ein oder andere Update erfährt (war bei der bisher eingesetzten Lösung leider nicht der Fall).

Ansonsten hoffe ich mit dem leicht maritimen Hintergrund im Landhausstil (falls man sehr hell gestrichene Bretter in der Endlosschleife so nennen mag) und den dezenten Grün/-Türkistönen einen gefälligen Stil- und Farbmix gefunden zu haben. Entgegen der eigentlichen Vorlage habe ich den oberen Banner etwas verkleinert und die vermutlich so gut wie nie verwendeten Buttons (Über mich, Impressum etc.) mit einem dezenten CSS3-Gradient-Effekt versehen (da gibt es tolle Generatoren für: Klick). Auch bei den Darstellungsoptionen der Bilderkästen und -unterschriften habe ich die Vorgaben des Stripes & Blue genannten Designs leicht verändert – hoffentlich zum Positiven 😉

Und hier geschieht die Magie ;-) (so nebenbei bemerkt)
Und hier geschieht die Magie 😉 (so nebenbei bemerkt)

Mit diesem sommerlichen Outfit starten wir nun also in die schönsten Tage des Jahres .. und wie dem geneigten Leser sicher schon aufgefallen ist, tun wir dies mit der lange überfälligen Vervollständigung des Reiseberichts 2012, bevor es in den nächsten Wochen an dieser Stelle auch neue Eindrücke aus diesem Jahr geben sollte. Wie immer wünsche ich viel Spaß beim Lesen 🙂

P.S.: Entgegen der bisher eingesetzten Vorlage sind wir nun natürlich nicht mehr saisonal-unabhängig. Folglich kann das nun gewählte Design in dieser Form die Zeiten diesmal nicht unverändert überdauern 😉

Dem Himmel ganz nah: Tag der Luftfahrt 2013

Als ich vor wenigen Tagen morgens leicht verschlafen auf dem Weg zu meinem derzeitigen Lieblingskunden war, weckte plötzlich ein Werbespot im Radio meine Aufmerksamkeit: Historische Flugzeugausstellung, der A380 ganz nah sein, Fahrzeugausstellung, Einblick in die Welt der Flugsicherung .. das klang ziemlich spannend. Geboten wurde all dies und mehr im Rahmen des ersten Tages der Luftfahrt am Flughafen Frankfurt.

Wie auch schon bei Happy Landings waren wir sofort Feuer und Flamme und versuchten augenblicklich Tickets zu ergattern. Im Gegensatz zum Eröffnungsevent der neuen Landebahn (Los-System, bei dem wir Glück hatten) verlief beim Tag der Luftfahrt alles ganz zivil: Auf die Webseite des Partner-Radiossenders (FFH) gehen, kurz ein paar Daten eintragen und schon hielten wir zwei personalisierte Tickets in unseren Händen. Zum Zeitpunkt unserer Anmeldung standen noch fast alle Zeiträume (Samstag und Sonntag, jeweils zwischen 10:00 und ich glaube 18:00 Uhr) zur Verfügung, so dass wir für den frühestmöglichen Terminkorridor entschieden (the earyly bird catches the worm und so).

Das wir mit unserem Interesse für diese spannend klingende Veranstaltung nicht alleine dastanden, zeigte sich bereits wenige Tage später, als alle 40.000 Tickets vergeben waren. Auf Grund der geringen Vorlaufzeit zwischen Anmeldung und Event vergingen die verbliebenen Tage wie im Flug (übrigens eine thematisch hervorragend passende Metapher) und ehe wir uns versahen, fanden wir uns im Parkhaus P4 Business Parking (meine absolute Empfehlung – geringer Mehrpreis, viele Vorteile) wieder. Einige Meter später erspähten wir auch schon die lange Reihe wartender Shuttlebusse, welche die neugierigen Besuchermassen gen Veranstaltungsfläche transportieren sollten. In die erste Reihe schafften wir es zwar nicht mehr rechtzeitig, doch kurz nach 10:00 Uhr saßen wir neugierig im Bus gen Ausstellung. Was würde uns erwarten? Wie würde es im Vergleich zu Happy Landings sein?

"Soooo groß!"
„Soooo groß!“
Dani hat dann mal in erster Reihe geparkt und freut sich ;-)
Dani hat dann mal in erster Reihe geparkt und freut sich 😉

Der Massentransport ruckelte und zuckelte überraschend lange, bevor er uns nach einigen Minuten am Rande einer Baustelle absetzte. Eifrig gliederten wir uns in den Menschenstrom gen Eingang ein, die im Hintergrund wartende A380 schon fest im Blick. Die weiteren Formalien gestalteten sich dann erstaunlich minimalistisch: Kein Sicherheitscheck, keine Identitätskontrolle. Einfach zwei mal kurz „Beep“ und schon befanden wir auf dem großzügig dimensionierten Veranstaltungsgelände. Selbstredend steuerten wir als erstes zielsicher auf die A380 zu – zu groß war die Neugier darauf den Riesenvogel aus allen Winkeln betrachten zu können. Majestetisch, riesig, modern, elegant .. so stand die „Frankfurt am Main“, D-AIMA, bekannt aus verschiedenen Reportagen und Dokumentationen auf dem Vorfeld. Es gab auch eine Gangway gen Einstieg und die Schlange der Wartenden vor selbiger erschien sogar akzeptabel kurz. Leider mussten wir Augenblicke später erfahren: Nur mit Bordkarte. Selbige gab es angeblich „irgendwo bei FFH“. Na gut, also wieder ganz grob zurück Richtung Eingang gedreht und dann Kurs auf das weitere Veranstaltungsgelände gesetzt.

Zu sehen gab es alles, was so im Flughafenbetrieb in Bodennähe herum wuselt
Zu sehen gab es alles, was so im Flughafenbetrieb in Bodennähe herum wuselt

Selbiges wurde zunächst von einem gefühlt überdimensionierten E-Bike-Verleih gekennzeichnet, kurze Zeit später folgte dann eine eindrucksvolle Ausstellung wirkungsvoll geparkter und auf Hochglanz polierter Flughafenfahrzeuge. So inspizierten wir Schneefräsen, bewunderten Enteisungsfahrzeuge und betatschen die harten Borsten der Kehrmaschinen. Bei einer angenehm geringen Besucherdichte fühlte man sich nie gehetzt oder bedrängt und konnte die Ausstellung bei bestem Sonnenschein und seichtem Wind ausgiebig genießen. Auf unserem weiteren Weg kamen wir dann auch an der FFH-Bühne vorbei, wo es jedoch ad-hoc gar keine Bordkarten (und auch keine Hinweisschilder zu selbigen) gab. Um es kurz zu machen: Irgendwann fanden wir durch mehrfaches Fragen heraus, dass pro Stunde 50 Bordkarten verlost werden. Darauf hatten wir dann jedoch keine Lust und setzten unseren Spaziergang einfach fort. Nach einem Besuch am Absperrzaun zum eigentlichen, produktiv genutzten Flughafen (inklusive toller Impressionen und ungewohnter Perspektiven) ging es langsam wieder zurück gen Eventfläche. An diesem Punkt fiel uns übrigens auf, wie „dezent“ die Abtrennung zwischen Ausstellung und eigentlichem Flughafen war .. für Neugierige wäre der Besuch des Tags der Luftfahrt daher vermutlich sogar ohne jegliche Ausstellung lohnenswert gewesen.

Stand nicht nur rum, sondern startete auch (zumindest ein Schwesterflieger): Die A380
Stand nicht nur rum, sondern startete auch (zumindest ein Schwesterflieger): Die A380

Auf dem Rückweg lag unser Fokus nun auf den vielfältigen ausgestellten Feuerwehr-, Zoll- und Polizeifahrzeugen. Während Dani mal die Rolle als Bediener einer Drehleiter probte, begutachtete ich die funktionale Innenausstattung eines Polizei 5ers .. sowas brauch ich auch 😉 Während wir an verschiedenen Positionen Platz nahmen, fiel immer wieder auf, wie freundlich und gut gelaunt die anwesenden „Bewacher“ waren – so macht die Kontaktaufnahme Spaß!

Dani probiert sich mal in einer anderen Jobrolle
Dani probiert sich mal in einer anderen Jobrolle

Auch eine kurze Demonstration der Zollhundestaffel sahen wir uns eher aus Zufall an – zum Glück war es nach wie vor problemlos möglich einen freien Platz am Absperrband zu finden. Ein stärkendes Eis später näherten wir uns dann erneut dem Highlight des Tages: Der Flugzeugausstellung. Dabei war es für mich sehr überraschend, wie nah man den Exponaten kommen konnte und durfte. Dies gilt sowohl für die gezeigte Boing 737-500 der Lufthansa Technical Training, als auch für die verschiedenen historischen Flieger und sogar die A380. Großflächige Absperrungen gab es nicht, so dass man bis auf wenige Meter an die Hightech-Vögel und Oldies heran kam. Letztere wurden dann aber doch durch ihre Besitzer / Aussteller akribisch bewacht, so dass der nötige Respekt dem Material gegenüber quasi passiv eingefordert wurde 😉  Insbesondere um den riesigen Airbus schlichen wir daher mehrmals herum; begutachteten ihn aus allen möglichen Winkeln und Perspektiven. Auch wenn ich rational nicht so recht erklären kann warum, übt die A380 doch eine große Faszination aus und zieht den Blick immer und immer wieder auf sich. So bot sie auch eine tolle Kulisse für die sonstigen Exponate, welche von modernen Kunstfliegern bis zu historischen Maschinen reichte.

Auf Hochglanz polierte Oldtimer
Auf Hochglanz polierte Oldtimer
Dimensionen, die faszinieren
Dimensionen, die faszinieren

Insbesondere der LEOS Schlepper vom Typ AST-1X verdeutlicht einem dabei, wie gigantisch die Ausmaße der Maschine sind und welche Kräfte erforderlich sind, um das Monster am Boden zu bewegen. Auch hier galt erneut: Keine Berührungsängste – das Inspizieren mit Augen und Händen war problemlos möglich.

Ich war auch da .. gemeinsam mit dem LEOS-Schlepper ;-)
Ich war auch da .. gemeinsam mit dem LEOS-Schlepper 😉

Nach rund 3h hatten wir das Gefühl genug „Luftfahrt-Feeling“ aufgesogen zu haben – die Ausstellungsfläche wurde zunehmend voller, die Sonne brannte und wir hatten schließlich noch weitere Pläne für das erste richtige Sommerwochenende (oder zurückblickend betrachtet den ersten Sommer Samstag). Kaum waren wir am Ausgang angekommen, fanden wir auch schon einen Platz im erstbesten (klimatisierten) Bus zurück – perfekte Organisation sei Dank. So ging ein sehr spannender Vormittag zu Ende und wir freuen uns schon jetzt auf den Tag der Luftfahrt 2014. Abschließend betrachtet muss ich jedoch zugeben, dass Happy Landings doch eine ganz Nummer größer war: Viel umfangreichere Ausstellung, deutlich mehr Erlebnismöglichkeiten, ganz andere Dimensionen. Trotzdem gibt es sonst wohl (abgesehen von Rundfahrten) kaum eine Möglichkeit so nah an das Erlebnis „Airport“ heranzukommen, wie zum Tag der Luftfahrt.

An dieser Stelle sei übrigens ergänzt, dass die für den Sonntag angemeldeten Besucher weniger Glück hatten. Zwar konnte ich morgens (08:00 Uhr) noch bei Sonnenschein und 20°C mit offenem Verdeck zum Bäcker fahren, doch leider kam eine große Gewitterfront rasch näher. Während bei uns dadurch „nur“ der Besuch des Opel-Zoos ausfiel, mussten am Flughafen mehrere Flüge gestrichen und das Veranstaltungsgelände leider völlig geschlossen werden.

Weitere Impressionen finden sich übrigens drüben in der Gallery: Klick.

„Wir sind Seeed“ – Ein Kurztrip in die SAP-Arena

Um es ohne Umschweife zu sagen (derer gab es ja in den vorhergehenden Beiträgen schon genug ;-)): Wir waren – mitten in unserem Umzug – beim Seeed Konzert in Mannheim.

Falls der geneigte Leser sich an dieser Stelle die Fragen stellen sollte, ob es denn wirklich so eine gute Idee sei mitten im Umzugschaos und -stress auch noch zu einem Konzert zu fahren, dann kann ich dies relativ ruhigen Gewissens verneinen 😉 Aber unsere Idee auf ein Konzert der Berliner Jungs zu gehen stammte aus einer Zeit, als der Umzug, ja die ganze Wohnung, noch gar kein Gesprächsthema war. Es müsste der 03.12.2012 gewesen sein, als Seeed in der Frankfurter Festhalle auftraten und wir – ohne zuvor überhaupt etwas davon mitbekommen zu haben – den ganzen Tag über von den hiesigen Radiosendern heiß auf das Konzert gemacht wurden.

Derart kurzfristig gab es natürlich keine Karten mehr (zurückblickend betrachtet hätte man sein Glück einfach direkt vor der Halle versuchen sollen), so dass wir diesee Abend leicht bedröppelt auf der heimischen Couch verbrachten. Zeitgleich wurde aber die Idee geboren nach einem alternativen Termin zu suchen, welcher sich auch recht zügig in Form der SAP Arena, an einem Dienstag Abend im März, fand. Auf Grund der Rahmenparameter konnten wir mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es unter nahezu allen Umständen (Kundentermine, Skitripps etc.) klappen sollte das Konzert auch zu besuchen.

Vernünftige Tickets gab es zwar keine mehr, aber die üblichen Verdächtigen verhelfen dem hoffnungslos zu späten Interessenten ja gegen bare Münze gern die eigene Schusseligkeit zu kompensieren. Nachdem wir verschiedene Platzoptionen gewürfelt hatten (die ich zurückblickend anders gewürfelt hätte), war recht schnell alles entschieden. So landeten die Karten einige Tage später in unserem Briefkasten und wurden fortan sicher verwahrt. Irgendwann kamen wir dann darauf, dass das Event ja unmittelbar nach unserem Umzug sein würde .. macht ja nichts .. ist ja bestimmt auch mal ganz cool.

Diese Ansicht hatte ich ziemlich lange .. Gefühlt in etwa bis zum Vorabend des Termins 😉 Spätestens am Konzert-Dienstag, wir waren immer noch im anhaltenden Kampf mit den Kartons gebunden, kam uns die Erkenntnis: Mal eben nach Mannheim zu fahren, wird ganz schön anstrengend. Für einen kurzen Augenblick spielte ich mit dem Gedanken das Event sausen zu lassen, doch dann nahmen wir eine Koffein-Tablette zu uns und setzten kurzer Hand Kurs gen Süden. Auf Grund sehr guter Verkehrsverhältnisse trafen wir genau zum geplanten Einlass-Zeitpunkt gegen 18:30 Uhr im Parkhaus der SAP Arena ein. Nachdem wir uns erst ganz naiv auf dem oberen Parkdeck positionierten, kam uns glücklicherweise doch noch die Eingebung, dass es durchaus clever sein könnte näher an der Ausfahrt zu parken. So setzten wir flux nochmals um und hinterließen den 5er in unmittelbarer Sichtdistanz zur Exit-Schranke des Parkhauses.

Auf dem Weg zum noch unbekannten UFO
Auf dem Weg zum noch unbekannten UFO

Positiv fiel mir bereits an diesem Punkt die logistische Abwicklung auf – alle Zufahrtsstraßen waren mehrspurig ausgelegt, Ausfahrtticket konnte man bereits vor der Veranstaltung kaufen und es gab auch genügend Schilder, die auf diesen Umstand hinwiesen  Frohen Mutes  legten wir also die letzten Meter zur Arena zurück, die zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich leer war. Entsprechend schnell ging es auch am Einlass, so dass wir wenige Minuten nach unserer Ankunft den Innenraum der SAP-Arena betraten und uns schlagartig zwei Dinge klar wurden: Zum einen, dass 15.000 Sitzplätze doch ziemlich wenig sind (wie ein etwas größerer, überdachter Sportplatz) und zum anderen, dass unsere Plätze auf Grund einer unerwarteten Nummerierung (Google hätte geholfen) ein wenig schlechter als erwartet waren. Macht aber nix, da die gesamte Halle ja relativ überschaubar war, sollte dies nicht allzu schlimm sein.

Wir saßen relativ weit hinten - und das im Bild (hinter Dani) ist vorn ;-)
Wir saßen relativ weit hinten – und das im Bild (hinter Dani) ist vorn 😉

Die dritte Erkenntnis bestand im übrigen darin, dass wir hoffnungslos zu früh waren 😉 So schlichen wir neugierig durch die Gegend, schauten uns die Vorräume zur Arena an, aßen eine Bretzel, bewunderten die multimediale Bandenwerbung .. und stellten dann fest, dass erst 20 Minuten vergangen waren 😉 Relativ pünktlich gegen 20:00 Uhr legte übrigens die Vorband los, was uns soundtechnisch schon mal einen Vorgeschmack auf Seeed geben sollte. Die paar wenigen Songs waren absolut okay und die gesamte Performance mit 30 Minuten auch eher kompakt. Danach folgte eine ca. 30 Minuten dauernde Umbausession hinter einem sichtschützenden Tuch, bevor die Arena ziemlich genau gegen 21:00 Uhr endlich wieder dunkel wurde. Die Massen begannen zu kreischen, als die ersten, vereinzelten Klänge der Drumms durch die Halle wummerten. Einige Augenblicke später ging es dann richtig los, und spätestens als die drei Frontmänner begleitet von einer beeindruckenden Lichtkulisse „Wir sind Seeed“ in den Äther sendeten, kam richtig Stimmung auf.

"Wir sind Seeed!"
„Wir sind Seeed!“

Wenn ich in wenigen Worten sagen sollte, wie das Konzert war, dann würde eigentlich folgende Aussage reichen: „Zwei Stunden Party. Laut, Vollgas, Spaß“. Obgleich ich die Live-DVD bzw. die entsprechende Ton-Spur aus 2006 schon in und auswendig kannte (beim Laufen und im Auto oft genug gehört), ließ sich diese absolut nicht mit dem Konzert vergleichen. Das Johlen der Menge, die Lichtshow, die Bühnenperformance, der Sound .. das alles machte die rund 2h mit Seeed zu einem absolut empfehlenswerten Erlebnis. Insbesondere die Showeinlagen der Trommler mit ihrer Perfekten Choreographie wissen uneingeschränkt zu begeistern und bringen eine unvergleichliche Coolness in den Konzert-Abend. Dabei fühlt sich der gesamte Abend wie schon beschrieben wie eine einzige laute Party an – keine politischen Statements, keine Erklärungen zwischen den Stücken, kein „sich feiern lassen“ auf der Bühne (obwohl das okay gewesen wäre), sondern einfach nur ein toller Track nach dem anderen .. mit erstaunlich kurzen Pausen dazwischen.

Eine absolut coole Bühnen-Performance
Eine absolut coole Bühnen-Performance

Im Gegensatz zur aktuellen bzw. letzten Grönemeyer Tournee besteht die Seeed-Trackliste nahezu vollständig aus den Titeln, auf die die meisten Konzertbesucher hoffen bzw. warten. Dies beginnt bei den absoluten Klassikern (u.a. Dickes B) und geht über Music Monks, Release, Schwinger, Waterpumpee, Shake Baby und Aufstehn bis hinzu coolen Peter Fox Remixes (Alles neu etc.) und natürlich aktuellen Stücken (hier vor allem Augenbling). Auch einige (leider wenige) richtig coole Remixes durften nicht fehlen, ebenso wie eine Parodie (oder wie auch immer der korrekte Begriff dafür sein mag) zu Britney Spears „Slave“. Die Stimmung war nahezu die gesamte Zeit über extrem gut, die Menschen sangen mit, sprangen, winkten, klatschten .. im Innenraum ebenso wie auf der Tribüne. Insbesondere die Aufforderung zur zweiten Zugabe führte zu einem derart lauten Pfeifen und Trampeln, dass der Lärm fast schon ohrenbetäubend war. Um an dieser Stelle auch nur einen kleinen Textausschnitt zu zitieren, der passender nicht sein könnte: „Du warst Samstag feiern auf unserer geilen Show, Sonntag warst du leider taub und low…“.

Jederzeit nochmal!
Jederzeit nochmal!

Rein auf Seeed bezogen bleibt mir daher nichts anderes zu sagen als: Unbedingt hingehen, weil live absolut nicht zum Album vergleichbar und jeden Cent wert! Nach dem Konzert hört man die Titel definitiv mit ganz anderen Erinnerungen, auch wenn mir die Stimmlage von Peter Fox währen des Events irgendwie .. ungewohnt vorkam.

An dieser Stelle auch noch ein paar abschließende Worte zur Logistik der SAP-Arena: Wir saßen weniger als 45 Minuten nach Ende des Konzerts schon wieder auf unserer heimischen Couch, obgleich zwischen dem Parkhaus und unserer Wohnung schlappe 92km liegen. Nach der letzten Zugabe war es absolut kein Problem im breiten (zugegeben nicht allzu eiligen) Strom gen Auto zu kommen und mit selbigem fanden wir uns nach nicht mal 10 Minuten auf der Autobahn wieder (was zum Teil sicher auch arg sorgsam ausgewählten Parkplatz lag, s.o.). So machen Massenevents Spaß und so steht auch das Konzert selbst im Vordergrund, und nicht die An- oder Abreise. Insgesamt also ein wirklich toller Abend, der eine willkommene Abwechslung zum Umzugschaos darstellte.

Zwei Stunden Party ohne Angst die Nachbarn zu verärgern ;-)
Zwei Stunden Party ohne Angst die Nachbarn zu verärgern 😉

(Anmerkung: Ich habe mich bewusst dazu entschieden nur wenige Fotos mit einfachem Equipment machen. Für hochqualitative Eindrücke von Konzerten gibt es professionelle Fotografen und ich denke bei einem derartigen Event steht das aktive Erleben im Fokus)

Umzugsvorbereitungen Part IV: Es wird ernst

Auch wenn die großen Themen bezüglich unseres Umzugs an dieser Stelle schon recht ausführlich beschrieben wurden, möchte ich auf diesem Weg zumindest gern ein kleines Update zu den neuesten Entwicklungen geben.

Der „bemerkenswerteste“ Durchbruch ist uns nach langem Hoffen und Harren doch noch bezüglich des Tisches geglückt. Obgleich wir hier schon fast die Hoffnung aufgegeben hatten, gab es in Form eines neuerlichen Angebots des Steinmetz inklusive Kostenschätzung des Schlossers plötzlich endlich eine Faktenlage. Selbige war sogar sehr gut, denn uns wurden sowohl alle angefragten Materialien, als auch unterschiedlichste Gestell-Arten angeboten.

Um die Entscheidungsfindung nicht mit Hinblick auf kurzfristige Interesseren zu verzerren, deckten wir die Preise der verschiedenen Versionen einfach ab und versuchten uns so weitestgehend „wertneutral“ an der Bewertung der Optionen. Beim Gestell / Fuß kummulierten unsere Meinungen recht schnell zu zwei rechteckigen „Kufen“ mit abgerundeten Ecken. Minimalistisch, nicht zu langweilig, stabil. Als weiteres Adjektiv könnte ich an dieser Stelle durchaus auch „teuer“ ergänzen, denn von den vier in Frage kommenden Versionen entschieden wir uns intuitiv für die mit einigem Abstand (ca. 25%) teuerste.

Die Wahl der Platte fiel uns bedeutend schwerer, inbesondere weil einer der beiden favorisierten Materialien gemäß der Google Bilder Suche eine extreme Streuung hinsichtlich von Muster und Farbton aufweisen kann. Um auch hier möglichst schnell Klarheit zu kriegen, entschlossen wir uns kurzerhand zu einem weiteren Besuch beim Steinmetzbetrieb unseres Vertrauens. Dort gab es zwar keine Platten in Vollformat, aber immerhin „Demo-Fliesen“ der beiden interessantesten Optionen zu bestaunen. Nach kurzer Untersuchung derselben waren wir uns dann erneut ganz schnell einig: Die Oberfläche unseres Couchtischs soll Granit des Typs „Labrador Antik“ bilden. Die weiteren Details (Lieferung, Preis, Datum) waren schnell fixiert, so dass dieser Aspekt nach einigen Bemühen ein glückliches Ende fand (hoffentlich gefunden hat).

So soll die Tischplatte also aussehen .. idealerweise etwas weniger staubig ;-)
So soll die Tischplatte also aussehen .. idealerweise etwas weniger staubig 😉

Mit Ausnahme der Gardinen waren somit zumindest die großen Anschaffungen erledigt. Leider kann ich zu diesem Punkt wenig mehr Details besteuern, als dass wir bedingt durch die abgehängten Decken und die ungewöhnlichen Abmessungen der Fenster quasi keine Chance haben auf Standardware im Bereich der Gardinenstangenhalter und Vorhänge zurückzugreifen. Wir eruieren also verschiedenste Optionen, waren mehrmals in diversen Baumärkten und Dani studierte lang alle möglichen und unmöglichen Angebote bei eBay. Wenn ich sie recht verstanden habe, werden wir jetzt Halter von eBay mit Stangen aus dem Baumarkt kombinieren (2,60m lange Träger kriegt man einfach nicht via Versand) und daran Stores anbringen, welche vom Schneider angepasst werden. Aktuell haben wir zwar weder Stange, noch Halter, noch Stoff .. aber ich bin optimistisch, dass sich der Nebel der Ungewissheit noch fristgerecht auflösen wird 😉

Ansonsten sind wir weiterhin mit dem beschäftigt, was einen Umzug wohl maßgeblich am meisten ausmacht: Möbel zerlegen, Möbel verkaufen, Kisten packen und Räume streichen. Eine besondere „Begeisterung“ habe ich dabei für die Verpackung von Dekoartikeln entwickelt. Fragiles Objekt nehmen, vorsichtig in mehrere Meter Luftpolsterfolie einwickeln, maßgerechte Schnittkanten setzen, Fixierung mit drei Streifen Klebeband – weiter geht’s. In diesen durchaus eingängigen Arbeitsablauf kann man sich so vertiefen, dass man über mehrere Stunden hinweg fast unmerklich das Wohnzimmer ausräumt. Auf die Frage „Schatz, du verpackst einen Stein?“ fiel mir dann auch nichts anderes mehr ein als zu entgegnen, dass bei mir „jeder erster Klasse reise“.

Nachdem die ersten 30m Luftpolsterfolie alle waren, tat der Rücken schon etwas weh..
Nachdem die ersten 30m Luftpolsterfolie alle waren, tat der Rücken schon etwas weh..

Im Rahmen der Auszugsvorbereitung haben wir uns mittlerweile auch erfolgreich des Themas „Streich das Schlafzimmer“ angenommen. Zwar fand ich unser cappucino / mokka / light-brown deutlich schöner als das sonst omnipräsente schlachthaus-weiß, aber der Mietvertrag lässt hier nunmal keinen Spielraum zu. Bedingt durch ein gutes Angebot beim Praktiker kamen wir recht günstig an passende Farbe von Alpina – nur echt mit der Katze 😉 Als Streichwerkzeug eruieren wir zunächst die Verwendung eines Wandsprühsystems, griffen dann aber auf Drängen von Dani doch zu einem innovativen Streichkissen. Wie sich nach den ersten „Gehversuchen“ an der Wand etwas später herausstellte, empfiehlt sich selbiges übrigens eher für Zebralooks, als für einheitliche Flächen. Darüber hinaus war die Gummitransportrolle zur Befüllung des Wischers mit Farbe zwar gut gedacht, präferierte es jedoch munter in der Farbe zu schwimmen, als sich um ihre Achse zu drehen. Dies, in Kombination mit einem lauten „Platsch“ als sich das Kissen das erste Mal vom Griff löste (..), veranlasste uns dazu dann doch auf die gute alte Rolle zurückzugreifen. Mit selbiger (und zwei Pinseln und einer kleinen Rolle für die Kanten) gelang es uns das Schlafzimmer binnen 5h (inklusive vorhergehendem Abkleben) in den gewünscht sterilen Zustand zurückzuversetzen. An dieser Stelle kann ich die Alpina Farbe wirklich nicht genug loben: Ergiebig, äußerst deckend (nahezu keine Flecken oder Streifen), sehr einfach zu verarbeiten (auch für Laien) und schon nach kurzer Zeit berührungsfest getrocknet. Am Abend stand dann fest, dass die gesamte Operation geglückt war und auch die zuvor via Spachtel ausgebesserten Stellen verschwunden sind.

Das ursprüngliche Werkzeug der Wahl - im Hintergrund auch die Transportrolle mit Hang zum Freischwimmer
Das ursprüngliche Werkzeug der Wahl – im Hintergrund auch die Transportrolle mit Hang zum Freischwimmer
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Das Ergebnis der „Berg- und Talfahrt“ – ein Zebra an der Wand!
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Das (sterile) Ergebnis nach ein paar Stunden Arbeit mit der guten alten Rolle

Am gleichen Tag (es war der Sonntag vor dem Umzug) bewältigen wir dann noch eine weitere Herausforderung, in dem wir unseren Abstellraum (ob des in diesem verlegten Kunstrasens „grüner Salon“ genannt) ausräumten. Über fast drei Jahre gesellten sich hier Kartons zu Altreifen, welche sich wiederum mit nicht mehr benötigten Möbeln vergnügten. Komplettiert wurde das illustre Ensemble von vielen Spinnen(netzen), die ein stimmiges Gesamtbild ergaben 😉 Schon recht erschöpft, aber mit viel Tatendrang und dem Wissen ob des näherrückenden Umzugstermins, machen wir uns also ans Werk. So fand das ein oder andere Billy-Regal sein jähes Ende im Schneegriesel auf unserer Terrasse, wo es nach einer fachmännischen (…) Demontage die letzten Tage vor dem Transport zum Sperrmüll verbringt. Auch die Berge an alten Kartons und unterlagen wurde immer größer, so dass wir am kommenden Mittwoch (quasi bei T minus einem Tag) ein weiteres mal Kurs Richtung Wertstoffhof setzen werden (ein 5er Touring wäre doch die bessere Wahl gewesen). Nach weiteren 2,5h der unermüdlichen Arbeit stand unser Wohnzimmer voller neuer, alter Schätze und der „grüne Salon“ war ausgeräumt. Das ein oder andere Erinnerungsstück (siehe Bild unten .. das Studium lässt grüßen) wird zukünftig Obdach bei meinen Eltern finden, was mich dann übrigens doch beruhigt einschlafen ließ 😉

Das stand da ganz schön lange .. und zum Glück traf / trifft es zu
Das stand da ganz schön lange .. und zum Glück traf / trifft es zu

Vier Tage vor dem Umzug sieht unsere Wohnung nun auch so aus. 34 Kartons frequentieren das Wohnzimmer, ihnen leisten weitere bereits verstaute „Schätze“ in Originalverpackung Gesellschaft. Insgesamt sind wir also auf einem guten Weg (hoffe ich zumindest) und die Spannung steigt!

Ideale Kulisse für ein Suchbild
Ideale Kulisse für ein Suchbild (in der Mitte: Kamera auf neuem Stativ ohne Ladegerät)

Ich könnte an dieser Stelle übrigens noch von völlig überteuertem Bad-Zubehör, sonstigen Deko-Artikeln und kleinen Gimmicks berichten (und traurig darüber klagen, dass trotz Google Docs Umzugsinventarliste das Ladgerät meiner Spiegelreflexkamera verschwunden ist), aber in diesen Tagen ist Schweigen silber und Räumen gold.

So ein Umzug ist eine prima Gelegenheit den Hausstand etwas zu "streamlinen"
So ein Umzug ist eine prima Gelegenheit den Hausstand etwas zu „streamlinen“