Auf dem Floß da ist was los – Erlebnisbericht einer besonderen Isartour

Nachdem wir am Vortag ja bereits die Alpen unsicher gemacht und die Idylle des Chiemsees genossen hat, stand für diesen Freitag (den 16.08. übrigens) eine ganz besondere Gaudi auf dem Plan: Eine organisierte Floßfahrt auf der Isar. Ursprünglich gedacht als Hochzeitsgeschenk zeigten sich die Beschenkten so angetan, dass sie den Spaß gern auch mit einigen Kollegen und Freunden teilen wollten. Zurückblickend eine super Idee, denn so richtig Stimmung kommt auf dem Wasser halt doch erst auf, wenn man sich kennt und ein paar Spaßgaranten dabei hat 😉

Stimmungsbild zur Einleitung :-)
Stimmungsbild zur Einleitung 🙂

Doch der Reihe nach: Unsere Floßfahrt startete früh, eigentlich sogar viel zu früh. Denn obgleich der Erstkontakt mit dem Wasser erst gegen 09:30 Uhr geplant war, galt es doch zuvor via Bustransfer von München aus zum Startplatz der lustigen Tour gebracht zu werden. So mussten wir schon 08:30 Uhr in der Nähe des Hauptbahnhofs sein und dazu abermals einige Minuten eher in Ismaning mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aufbrechen (Autofahren möchte nach so einem Tag sicher niemand mehr..). Kurz gesagt mussten wir verdammt früh aufstehen, um nach einem Zwischenstopp beim Bäcker pünktlich den Rendevouz-Punkt zu erreichen. Wie auch am Vortag lachte uns die Sonne dabei mit ihrem breitesten Grinsen an und glücklicherweise sollte es auch den gesamten Tag über so bleiben. Die Maximaltemperaturen für diesen schönen Sommertag waren mit 24°C zudem auch sehr „human“ angesagt, so dass man zusammenfassend von besten Voraussetzungen sprechen kann.

Nach einigen Minuten des Wartens gesellten sich immer mehr „Seefahrer“ zu unserem Sammelpunkt und irgendwann durften wir die hochmodernen Reisebusse (sehr sauber, absolut geruchsneutral, Daumen hoch) dann auch betreten. Wenige Augenblicke später schunkelte das Monster über die Straßen Münchens und brachte uns langsam aber stetig vom Zentrum weg. Dabei erklang nach einigen Minuten eine zünftige Blasmusik, die immer mal wieder von (professionell aufgezeichneten) Erklärungen und Hinweisen unterbrochen wurde. Bereits nach wenigen Minuten war ich recht überrascht von der insgesamt sehr gut vorbereiteten und recht „kommerzialisierten“ Organisation der Fahrt .. ich hatte mir die ganze Sache naiverweise etwas hemdsärmeliger vorgestellt. Nach rund einer halben Stunde Fahrt (können auch 45 Minuten gewesen sein) hielt der Bus auf einem mittelgroßen Platz, der zudem das Ende eines recht kleinen Feldweges darstellte. Eifrig verließen wir unser Vehikel und warteten auf die Dinge die da kommen mögen, während die Band (welche wir unterwegs aufgesammelt hatten) als erstes an Bord ging. Wenige Minuten später war es dann soweit: Wir enterten einer nach dem anderen das Floß. Das Floß, dass ist ein 18m langes und 7m breites Wasserfahrzeug, dass aus Stämmen aus den Alpen (müssen eine Saison halten) vor der Tour von den Flößern in 90 Minuten zusammengebaut und unmittelbar nach der Ankunft wieder zerlegt und per Tieflader zurück zum Ausgangsort der Reise gebracht wird. Beeindruckt? Ich war es zumindest.

Das noch jungfräuliche Floß am Startplatz
Das noch jungfräuliche Floß am Startplatz

Auf dem „Kahn“ angekommen, zeigte sich dann ein weiterer Aspekt der Kommerzialisierung: Auf recht engen Bänken mussten wir rund 70 Reiselustige uns zusammendrängen – auf Gruppen konnte hierbei natürlich nur bedingt Rücksicht genommen werden. So saßen wir also eng an eng (um ehrlich zu sein sogar enger als in der Economy Class eines Inlandsflugs) und warteten auf den Beginn der Tour, während wir als erstes von einem lust’gen Fotografen abgelichtet wurden. Irgendwann ging es dann aber los und noch während unser Floß rückwärts zur Fließrichtung der Isar trieb, begann der Chefentertainer Werner ein paar interessante Dinge zur Natur, dem Floß und dem Ablauf unserer Reise zu berichten – sympatisch. Zeitgleich begann auch der Ausschank des (im Preis inkludierten) Biers, was quasi eine Schlüsselstellung im Stimmungsverlauf der weiteren Odyssee einnahm. Keine 15 Minuten nach dem Ablegen gab es ein erstes Prosit und während es rund um uns herum lustig plätscherte, wurden die Kehlen mit bestem bayrischen Bier befeuchtet. Da so ein Gerstensaft aus dem eigens dafür übergebenen Krug (Aufdruck: Auf dem Floß da ist was los) natürlich eine Grundlage benötigt, wurden auch Brezen, Semmeln mit Leberkäs und (etwas später) auch Würstchen, Käsesemmeln und saure Gurken gereicht. Für die Damen an Bord unseres Dampfers standen zudem wunschweise Piccolos bereit. Was ich damit sagen will: Es war an alles gedacht, es war alles sehr lecker und alles war in rauen Mengen verfügbar. Während der gesamten Fahrt (d.h. auch nicht fünf Minuten vor dem Anlegen am Abend) hatte man niemals das Gefühl, dass hier irgendetwas abgezählt war oder nicht alle werden sollte – ein ganz großes Lob.

Stimmungsvoller Start in einen tollen Tag
Stimmungsvoller Start in einen tollen Tag
Dani: Ohne Tracht, aber mit vollem Krug
Dani: Ohne Tracht, aber mit vollem Krug

Während wir so dahin schwammen und Flößer (Förg) und Steuermann (Stürer) uns auf Kurs bzw. in sicheren Bereichen der Isar hielten, berichtete uns Werner von der Geschichte des Floßes, dass vom Lastschiff zum Lustschiff wurde .. und gab im späteren Verlauf des Tages auch so manchen Witz von sich. Auch sonst wurde die Stimmung von Minute zu Minute besser, spielte die Band auf und floss das Bier in Strömen. So angeheitert (einmal im Jahr darf man das auch schon vor 10:00 Uhr sein) lockerte sich auch nach und nach die Sitzordnung, so dass wir uns irgendwann im vorderen Bereich des Floßes (also in der Nähe des Flößers mit seinem Ruder) mit unserer Gruppe trafen. Spätestens ab jetzt steuerte der Tag direkt darauf zu ein insgesamt perfektes Erlebnis zu werden, denn unter schönster Sonne, mit netten Menschen und bei bester Stimmung kann man sich einfach nur wohlfühlen. Mit zunehmender Feierlaune wurden wir uns auch immer sicherer, dass früher oder später jemand (unfreiwillig) über Bord gehen würde, denn die schmalen Pfade an den Außenseiten der Bänke waren doch – insbesondere Barfuß – sehr glitschig. Das uns noch nicht einmal die ambitionierten Mitfahrerinnen auf Highheels diesen Spaß gönnten, ist zurückblickend fast schon etwas schade.

Stimmung!
Stimmung!
Ein paar Leute mussten auch arbeiten - bei Niedrigwasser vermutlich sogar noch mehr
Ein paar Leute mussten auch arbeiten – bei Niedrigwasser vermutlich sogar noch mehr als sonst

Die unterhaltsamen Gespräche auf unserem Wasserfahrzeug wurden mal mehr, mal weniger deutlich vom friedlichen Brummen des Außenbordmotors untermalt – andernfalls hätten wir die rund 30km lange Strecke mit Hinblick auf das zu diesem Zeitpunkt vorherrschende Niedrigwasser der Isar vermutlich nicht zurückgelegt. Aus jetziger Sicht betrachtet gebe es natürlich schlimmere Szenarien als dieses .. schließlich waren die Vorräte mehr als ausreichend dimensioniert 😉 Wenn wir wegen des Motors schon über das Heck des Floßes sprechen, möchte ich an dieser Stelle noch kurz auf eine weitere Besonderheit der urigen Tour auf dem Wasser eingehen: Dem Isar Wasser Closett, kurz IWC. Wer sich hier ein von Planen verstecktes Dixie-Klo vorstellt, denkt übrigens zu optimistisch 😉 So sollte man schon durchaus „abenteuerlustig“ sein, oder die individuellen menschlichen Bedürfnisse auf die Mittagsrast im Biergarten beschränken.

Mindestens zwei Personen auf diesem Bild haben das Essen genossen ;-)
Mindestens zwei Personen auf diesem Bild haben das Essen genossen 😉

Auch selbige war übrigens absolut perfekt organisiert: Anlegen, reservierte Plätze einnehmen, kurz warten, lecker essen (im Preis inkludiert), dabei die Floßrutsche bewundern und anschließend wieder das Wasserfahrzeug besteigen. Auch auf Sonderwünsche bezüglich des Essens wurde eingegangen und man fühlte sich rundum gut betreut – klasse. Direkt nach der rund 60 minütigen Pause steuerte unsere Floßbesatzung dann zielsicher auf die bereits angesprochene Rutsche zu, welche mit 365m Länge und 18m Höhenunterschied zudem die längste ihrer Art in Europa ist. Wie wir nach kurzer Zeit feststellen durften, war die Passage dieses interessanten Abschnitts gleichzeitig die feuchteste Erfahrung des Tages, kamen uns während der lustigen Fahrt im Kanal doch sogar die Bretter der Passagierplattform entgegen. Danach ging es so weiter wie davor – zünftige Musik, lockere Gespräche und jede Menge guter Stimmung. Irgendwann erreichte selbige ein derart hohes Niveau, dass sogar die ersten Tourteilnehmer (mehr oder weniger unabgesprochen) ein erfrischendes Bad in der Isar nahmen. Obgleich ich von dieser verlockenden Option nicht Gebrauch gemacht habe, waren die Bilder der schwimmend „nachtankenden“ Freunde schon durchaus witzig 😉 Ebenso unterhaltsam waren auch die immer mal wieder am Ufer sichtbaren Radfahrer und Spaziergänger, die in der Regel sehr neugierig schauend (zurück) winkten – macht Spaß!

Trinken geht offensichtlich in jeder Lage
Trinken geht offensichtlich in jeder Lage

Gegen 16:45 Uhr erreichten wir (gefühlt viel zu schnell) unsere Anlegestelle, nicht ohne auf den letzten Kilometer vorher noch mehrmals von unten gewässert worden zu sein. Mit gekonnten Handgriffen legte unser Floß an, und wenige Augenblicke nach der herzlichen Verabschiedung von der „Besatzung“ saßen wir auch schon wieder leicht geschafft, aber ziemlich guter Laune, im Bus. Nach einem Tag voller Sonne, Wasser und vielen Prosits ging es zurück in Richtung München Zentrum, wo schon ein weiterer Biergarten auf uns wartete. Spätestens nachdem ich unterwegs den Flüssigkeitshaushalt meines Körpers wieder auf ein normales bzw. erträgliches Level bringen konnte, konnte ich mich dann auch so richtig auf den Ausklang des Tages freuen. Bei frischen Pommes und einer Maß Radler (es war dann doch genug Bier für diesen Tag) rekapitulierten wir das Erlebte .. und schmiedeten bereits erste Pläne bezüglich einer möglichen Wiederholung.

Das Ende der Tour aus Sicht des Floßes
Das Ende der Tour aus Sicht des Floßes

Fazit: Eine Floßfahrt auf der Isar kann ich – insbesondere bei gutem Wetter und mit den richtigen Leuten (je mehr, desto besser) nur uneingeschränkt empfehlen. Die Organisation war tadellos, die (von der Band und der Besatzung auch etwas forcierte) Stimmung hervorragend und die Tour durch die bayerische Natur entlang der Isar einfach nur sehr schön. Als „Zuageroaster“ haben wir uns übrigens (trotz fehlender Tracht) die gesamte Tour über nicht gefühlt – hier muss man also keine Bedenken haben. Definitiv ein Highlight des Jahres 2013!

Ein toller Tag auf dem Wasser!
Ein toller Tag auf dem Wasser!

Weitere Eindrücke gibt es drüben in der Galerie: Klick.

Kurztrip mit dem Touareg nach Garmisch

Es war ein ziemlicher heißer Sommertag, genauer gesagt der 04.07.2012 und ich war gerade das erste Mal erfolgreich von zu Haus auf die Saalburg gelaufen (Anstieg ca. 350m, die meisten davon verteilt auf einen ca. 3km langen Abschnitt, der quasi permanent bergan geht). Oben angekommen war ich total fertig, außer Atem und weit weniger glücklich als ich mir das wochenlang vorgestellt hatte .. als plötzlich mein iPhone in seiner Oberarmtasche lustig vor sich hin brummte. Neugierig befreite ich das gute Stück aus seiner Nylon Tasche und wunderte mich bereits beim Betreff der eingetroffenen Mail: „Einladung zum Sommerfest“. Einladung klingt immer gut, Fest auch und die weiteren Details waren nicht weniger positiv: In gut zwei Wochen (sprich am 20.07.) sollte es zu einer kleinen Zusammenkunft an den Eibsee in der Nähe von Garmisch gehen.

Merke: Nimm immer ein interessantes erstes Foto 😉

Das Rahmenprogramm machte wirklich Lust auf den Trip, denn Grillen direkt am See nebst Zugspitzenbesuch am Folgetage klangen absolut klasse. Da die Strecke mit knapp 500km jedoch relativ lang war und ich zudem (mit Ausnahme eines Basis Caymans mit PDK für einen Tag) schon länger kein „fremdes“ Auto gefahren bin, machte ich mich auf die Suche nach einem Mietwagen. Nach dem Studium der üblichen Foren sowie längerer Suche auf den Webseiten der einschlägigen Anbieter, herrschte zunächst Ratlosigkeit. Sixt und Europcar sind mit Hinblick auf die 900 Freikilometer pro Wochenende für diesen Zweck eigentlich nicht zu gebrauchen und Hertz, Avis und Enterprise begeistern mich mit ihrem Fuhrpark nicht so wirklich (Ausnahmen soll es natürlich geben!). Das sich anbahnende Dilemma wurde durch ein interessantes Angebot einer Euromobil-Station in Frankfurt gelöst: Ein Audi Q5 3.0 TDI mit 1500km – klasse. Also schnell die Reservierung eingetippt und gefreut.

Die Enttäuschung kam dann auch erst rund 24h später: Der Q5 sei nicht mehr im Programm .. man könne mir als Alternativ einen A6 Avant 3.0 TDI anbieten *gähn*. Also wieder gesucht und verglichen .. und nochmal etwas gezögert .. und dann endlich Plan B gebucht: Einen VW Touareg 3.0 TDI .. ebenfalls von Euromobil. Die Buchung verlief problemlos und die betreuende Station zeigte sich sehr großzügig. So wurden auf Kulanz sowohl die Freikilometer deutlich erhöht als auch der frühestmögliche Übernahmezeitpunkt signifikant nach vorn verlegt. Sehr positiv ist bei Euromobil auch die Tatsache, dass die Autohäuser in der Regel viel Platz haben und man das eigene Fahrzeug (wie in unserem Fall dringend erforderlich) problemlos auf dem Gelände des Anbieters abstellen kann.

Rund zwei Wochen später war es also soweit: Gegen Mittag begaben wir uns zur Station, erledigten schnell die notwendigen Formalitäten und saßen Augenblicke später im Touareg. Nun war ich in den letzten Jahren zwar schon drei mal Passagier auf der Rückbank eines solchen Fahrzeugs im Offroad Parcours der Autostadt, selbst gefahren bin ich jedoch noch nie. So fühlten sich dann die ersten Minuten auf dem Fahrersitz des „Dicken“ auch recht gut an, Material und Verarbeitung entsprachen weitestgehend meinen Erwartungen. Positiv ist an dieser Stelle auch die relativ umfangreiche und freundliche Einweisung des Euromobil-Mitarbeiters zu nennen, der sich wirklich Mühe gab das Fahrzeug zu erklären.

Das sollte er also sein, unser Begleiter für das Wochenende

An dieser Stelle kurz ein paar Details zum Wagen: Silber (langweilig aber am Touareg recht schick), 3.0 TDI, 204 PS (*schnief*), Xenon, Bluetooth, RNS810 inklusive DAB-Tuner (wollte ich schon immer mal haben), Tempomat, Sitzheizung, schwenkbare Anhängerkupplung .. und ich glaub das war’s. Wünschenswert wäre neben einem adaptiven Tempomaten (ACC, eher nice to have) vor allem das Luftfahrwerk gewesen, denn ohne selbiges schwankte das Dickschiff in Kurven derart stark, dass mir als Beifahrer an einem der Folgetage relativ schnell schlecht wurde. Diesen Eindruck bestätigten auch Bekannte, die das SUV aus dem Hause Volkswagen sowohl mit als auch ohne dieses Extra kennen.

Vor allem das Heck der Facelift-Modells wirkt doch angenehm modern

Wie dem auch sei .. schnell steuerte ich das relativ übersichtliche Fahrzeug (ernsthaft .. durch die riesigen Spiegel geht das schon) neben unseren Boxster und wir luden die wichtigsten Dinge um. Dabei fiel mir bereits nach 10m die Start/Stopp-Automatik auf, an welche man sich im Zusammenspiel mit der Automatik ziemlich gewöhnen muss. Minuten später setzte sich der knapp 2200kg schwere Koloss mit uns in Bewegung und ich hatte meine Freude am drehmomentenstarken Dieselaggregat, welches hervorragend mit der 8-Gang-Automatik harmoniert (und dabei akustisch sehr dezent daher kommt). Geleitet vom RNS und optisch durch das riiiiesige Multifunktions-Display im Kombiinstrument sehr gut instruiert, ging es gen Autobahn. Bis hier hin war noch alles lustig .. die erwartete Ankunftszeit entsprach unseren Planungen, die Sonne schien, die Stimmung im äußerst geräumigen Innenraum war super .. ein tolles Wochenende lag vor uns.

Blick auf das riesige und sehr praktische Multifunktionsdisplay

Auf der A3 .. irgendwo zwischen dem Frankfurter Kreuz und Aschaffenburg trübten sich unsere Erwartungen für den weiteren Reiseverlauf dann mehr und mehr. Eifrig meldete das Navigationssystem Störung um Störung und auch der Verkehr unmittelbar vor uns war nicht gerade „fluffig“. Beim lustigen Mitrollen im Bereich zwischen 70 – 140 km/h fühlt sich das Baby-Diesel mit 204PS wohl. Er schöpft aus dem vollen, beschleunigt sauber hoch, dröhnt nicht und stellt somit auch kein Verkehrshindernis dar. Noch weniger Mühe hatte er nach Aschaffenburg, denn hier fingen die Sorgen richtig an. Stockender Verkehr, stehender Verkehr, zähfließender Verkehr und wieder stockender Verkehr .. so in etwa könnte man einen Großteil der Reise bis Ingolstadt beschreiben. Das Radio bestätigte uns, was unsere Augen schon länger wahrnahmen: Durch den Ferienbeginn in 5 Bundesländern und in Teilen der Niederlande sei mit außergewöhnlich viel Reiseaufkommen zu rechnen. Tatsächlich war der Anteil an gelben Kennzeichen mindestens so hoch wie die relative Menge an Pampersbombern (überladenen) Fahrzeugen mit Dachboxen. Das spätestens mit Beginn des einsetzenden Regens alle Verkehrsregeln als nichtig zu betrachten sind, wurde uns dann auf den letzten 100km vor München besonders klar. Blinken? Rechtsfahrgebot? Alles eher Richtlinie als Regeln.

Dank viel Verkehr blieb jede Menge Zeit die Schokoladenseite für die Kamera rauszukramen..

Da sowieso alles verloren und unsere Ankunftszeit jenseits von gut und böse war, entschlossen wir uns dann quer durch die bayerische Landeshauptstadt über die B2R zu fahren .. warum auch nicht. Während ich erkannte wie frustrierend DAB (Digitalradio) in der Praxis ist (nix mit bundesweiten Sendern .. fährt man aus Hessen raus, wird es einfach mal still. Einziger Vorteil gegenüber FM: Es rauscht nicht .. es wird gleich ganz lautlos), krochen wir mit unter 30km/h auf Garmisch zu.

Dieser Anblick bot sich im Prinzip fast 8h lang in ähnlicher Form

Irgendwann wurde es besser .. irgendwann verließen wir die A99, die Umrisse der Berge zeichneten sich ab, malerische Dörfer säumten unseren Weg und mir wurde ein weiteres mal klar, dass ich ganz vergessen hatte, wie schön dieses Fleckchen Deutschland ist. Zwar sank unser Reisetempo und auch die Dunkelheit kehrte so langsam ein, doch dafür konnten wir unsere Augen mit tollen Bergflüssen ablenken, die sich liebevoll durch das Tal schlängelten. Nach ungefähr acht Stunden (zur Erinnerung: 496km) erreichten wir unser Ziel, stellten das Monster auf einem ausreichend dimensionierten Stellplatz ab und checkten ein. Da wir sowieso schon viel zu spät waren, blieb uns nur wenig Zeit das wunderschöne Ambiente des Eibsees zu genießen (hier müssen wir bei besserem Wetter unbedingt noch mal hinfahren). Schnellen Schrittes ging es zum Seepavillion, wo meine Kollegen auf uns warteten und uns sehr herzlich zu einem tollen Buffet mit Barbecue empfingen.

Eibsee am Abend .. Dani war auch da .. traumhaft!

Am nächsten Tag zeigte sich das Wetter nicht unbedingt von seiner besten Seite, so dass mehr als Hälfte meiner Kollegen nach dem Frühstück wenig Begeisterung für die geplante Wanderung empfanden. Der ursprünglich geplante Ausflug auf die Zugspitze musste dann auch entfallen, da selbige bei prognostiziertem Schneefall nicht stattfindet (…). Macht nix, frisch gestärkt begaben wir uns mit ca. 10 Personen auf eine kleine Tour (pro Strecke ca. 6km) zur Höllentaleingangshütte (allein der Name klingt schon beeindruckend, oder?). Um hier nicht zu ausschweifend zu werden, sei gesagt, dass die kleine Tour einfach herrlich war. Auf unscheinbaren Pfaden ging es durch die bayerische Natur, welche immer mal wieder einen Blick auf das im Tal liegende Garmisch freigab. Nebel durchstreifte das Bild von Zeit zu Zeit und auch der ein oder andere Wasserfall ließ sich mal aus der Nähe, mal aus der Entfernung erspähen. An einigen Stellen des Weges wurde es dann bei Bachüberquerungen fast schon abenteuerlich (glitschige Steine), so dass wir jeden etwas dabei war.

Wilde Natur, tolle Eindrücke!

Dank interessanter Gespräche erreichten wir unser Ziel eher als erwartet und bei bester Laune. Die von uns zur Einkehr gewählte Hütte war zwar relativ klein, aber dafür sehr traditionell und durchaus einladend. Zügig wurden leckere Speisen und Getränke gereicht, so dass dieses Mittagessen allen Beteiligten in guter Erinnerung geblieben ist.

Allein der Name ist doch schon imposant, oder?

Leider führte unser Rückweg über genau die gleichen Pfade wie der Hinweg, wovon wir jedoch durch den einsetzenden Nieselregen wirkungsvoll abgelenkt wurden 😉 Wieder zurück am Hotel waren wir nicht unglücklich uns in die schützende Kabine des Touaregs zu begeben und diesen wieder zurück in Richtung München zu steuern.

Da dieser Artikel schon wieder deutlich umfangreicher als geplant geworden ist, überlasse ich die Erinnerungen zum super leckeren Essen beim Griechen, dem sturzbachartigen Regen beim Modellfliegen, dem abendlichen Zusammensein sowie den Ausflug zum Ammersee den Beteiligten – trotzdem noch einmal vielen Dank für die schönen 24h an Sandy und Teichi!

Aschi zeigt sein ganzes Können (Fotos bei der Bergung der Maschine hab ich auch noch 😉 )

Die Rückfahrt mit dem Touareg verlief übrigens generell etwas entspannter als die Hinreise. Über die A8, die A81 und anschließend die A3 kamen wir zwar etwas später als geplant, aber weniger genervt als befürchtet zu Hause an. Anschließend gab es noch eine kurze Fotosession, bevor ich das Monster mit angehaltener Luft in unsere Garage manövrierte (und genau hier ist die Alltagstauglichkeit zumindest für unsere Anforderungen dann doch etwas eingeschränkt). Am nächsten Tag gab ich das Fahrzeug mit 1177 gefahrenen KM wieder ab; der Gesamtdurchschnittsverbrauch lag hierbei übrigens bei 9,5l / 100km. Diesen Wert konnte das Fahrzeug, welches ich keine 30 Minuten später übernahm nicht ganz erreichen .. doch dazu später mehr 😉

Januar 2012: Jahresbeginn im Schnee

– „Weu Schifoan is‘ des Leiwandste, wos ma si nur vurstö’n ko“ –

treffender als mit diesem Zitat von Wolfgang Ambros (aus dem universell verwendbaren und mitsingfreudigem Werk „Schifoan“) kann ich diesen Beitrag eigentlich gar nicht eröffnen.

Wie so oft stellt sich nun natürlich die Frage: Was ist passiert? Nachdem ich vor rund 10 Jahren (oh Gott ist das lang her) das erste Mal auf Carving-Skiern den Berg runter gefahren bin, ist viel Zeit vergangen. Obgleich ich das Skifahren schon damals absolut begeisternd und spaßig fand, sollte nach einem weiteren Trip in die Berge im Folgejahr mit Ausnahme eines Ausflugs in die Skihalle bei Bispingen 2010 eine lange Zeit vergehen, bevor das Thema wieder aktuell werden würde.

Obgleich ich die Begeisterung nie verloren hatte, ergab sich einfach mangels Geld, Zeit und Ausrüstung nie die Möglichkeit. Glücklicherweise gibt es ja aber nun in Form uralter Freundschaften eine Zweitbasis in München (mit gratis Strom und gratis Wasser :P), welche als idealer Ausgangsort für Kurzurlaube in nahegelegenen Skigebieten zu viert perfekt geeignet ist. So kam es dann also auch, dass wir uns recht früh am zweiten Wochenende des noch sehr jungen 2012 ins Auto setzten um Kurs in Richtung des nur 85km entfernten Skigebiets Schliersee / Spitzingsee zu setzen (an dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass ich mir einen Tag zuvor einen Nerv eingeklemmt hatte und daher eigentlich alles andere als prädestiniert für Sport war). Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt allerdings keineswegs gelöst, sondern primär beherrscht von einer gewissen Anspannung und vielleicht sogar Angst. Schon gegen 09:45 Uhr erreichten wir unser Ziel (und damit nur rund 1:45h zu spät) und durften uns nach dem Erwerb des obligatorischen Tagespasses sogleich in die nicht enden wollende Schlange des lokalen Skiverleihs einreihen. Suboptimal war in diesem Zusammenhang vermutlich die rund 20 Personen starke Gruppe schnee-freudiger Asiaten, die uns rund 2h Wartezeit von Ankunft bis Schneekontakt bescherten.

Eindeutig erkennbare Skepsis..

Irgendwann war es dann aber soweit und wir rutschten ausgerüstet mit (Achtung, Ironie) äußerst bequemen und perfekt sitzenden Skistiefeln nebst preisgünstigen Standardskiern die ersten Hänge herunter. Die ersten Meter schienen noch recht gut zu gehen, doch wie sich in den nächsten Stunden zeigen sollte, hatten wir doch unsere Mühen mit Schleppliften, buckligen Pisten und etwas steileren Passagen. So herausgefordert wollte die Stimmung nicht so ganz wie erwartet im positiven Sinne explodieren ..  aber am Ende des Tages waren allen eigentlichen zwei Dinge klar:

  1. Skifahren macht Spaß .. aber es fehlt noch ein wenig Übung
  2. Ausgeliehenes Equipment bietet viel Raum nach oben.

Idealistisch wie wir denn nun mal alle sind, studierten wir noch am Abend eBay. Was die Skistiefel angeht würde man wohl um eine einmalige, etwas schmerzende Investition nicht herumkommen .. aber bei Skiern kann man bestimmt was machen. Ja .. mit dieser naiven Einstellung ging unser erster Ausflug in den Schnee zu ende.

Die kommende Woche stand dann ganz im Zeichen des Ausrüstungserwerbs. Foren wurden studiert, Anfängerguides gelesen, Testberichte gewälzt und abschlussorientierte Verkäufer in vielen verschiedenen Läden bemüht. Von Tag zu Tag wurde klarer, dass das richtige Equipment zum einen gar nicht so einfach zu erkennen und bekommen war und vor allem der eBay-Gedanke mitten zur Saison eher weniger zielführend sein würde. Nachdem Dani und ich jeder „nur“ rund 10 paar verschiedene Skistiefel anhatten und an einem Tag bei vier Händlern waren, war dieses Kapitel zum Glück abgehakt. Damit neigte sich dieser Abschnitt dem Ende und einer neuer tat sich auf: Auswahl und Beschaffung  der richtigen Ski.

Um den geneigten Leser an dieser Stelle nicht zu langweilen sei gesagt: Die Kombination aus Internet, lokalen Fachgeschäften, Hartnäckigkeit und finanzieller Leidensfähigkeit sorgte dafür, dass wir am Freitag morgen um 09:30 Uhr alles zusammen hatten, was eine (erfolgreiche) Wiederholung des letzten Skiwochenendes ermöglichen sollte. Um uns stapelten sich Kartons, aus denen zwei paar Ski (Rossignol Temptation 74 Light, Atomic Vario Carbon), zwei paar Skistiefel (Salomon Quest Access 60w, Head Vector 110), Helme, Handschuhe sowie Skistöcke hervorgingen.

Viel unscheinbarer als man denkt..

Anschließend musste nur noch schnell der Privatskilehrer für 4 Personen für 3h gebucht werden, und schon konnte es erneut in Richtung München gehen, wo uns dankenswerterweise erneut ein bequemes Bett (nebst Cocktails, Strom und Wasser) erwartete. Samstag Morgen sollte dann auch alles besser werden, weshalb wir abermals früher aufstanden und das Frühstück ins Auto verlegten. Dank so diszipliniertem Vorgehen waren wir dann auch (mit Zwischenstopp an der Skischule) sehr früh im Skigebiet, welches in den Morgenstunden noch herrlich leer war. Bereits die ersten Meter auf den eigenen „Brettern“ fühlten sich super an und insgesamt war jetzt irgendwie alles besser.

Macht schon mal einen professionellen Eindruck

Von 10:00 bis 13:00 Uhr füllte der Skilehrer dann die noch vorhandenen Lücken hinsichtlich der richtigen Technik zur eleganten Abfahrt und unterstützte uns dabei endlich das richtige Feeling für den Berg zu entwickeln. Obgleich die vorhergesagten 6 Sonnenstunden leider ausblieben und wir auch sonst mit -11°C etwas auf die Probe gestellt wurden, gelang es den äußeren Einflüssen nicht unsere Stimmung zu drücken.

Sieht doch schon viel überzeugter aus, oder?

Einzig während der stärkenden Mittagspause wurde es dann doch etwas kühl, was vermutlich auf fehlenden Jägertee zurückzuführen war 😉

"Weu so a Tee mocht den Schnee erscht so richtig schee" (W. Ambros, schon wieder)

Gegen 16:00 Uhr und damit rund 8h nach unserer Ankunft im Skigebiet traten wir erschöpft aber auch etwas traurig (schließlich war der Tag im Schnee schon wieder vorbei) den Rückzug an. Die Grundstimmung war dieses mal jedoch deutlich positiver, hatte sich doch die Anzahl der Stürze gefühlt auf 1/10 verringert, während die Pistenkilometer antiproportional zunahmen. Spätestens jetzt war klar: Dies sollte nicht der letzte Ausflug in die Berge dieses Jahr bleiben 🙂

Ski Bunny 🙂
Hatte ich erwähnt das wir alle ziemlich erschöpft waren? Mehr Fotos vom Abend gibt es aber nicht 😉