New England States Tag 15: ein perfekter Tag am Meer

Ich weiß, die letzten Tage waren unsere Reisebericht durchaus ambivalent und zwischen der ein oder anderen Zeile ließ sich auch Enttäuschung über verschiedene Kleinigkeiten recht deutlich herauslesen. Aber so ist das halt, wenn sich auf einer großen Tour befindet, große Erwartungen hat und diese dann nicht immer erfüllt werden. Zum Teil müssen wir uns sicherlich falsche bzw. unrealistische Ansprüche eingestehen, einen weiteren Teil macht vermutlich das immer benötigte Quäntchen Glück (mit dem Wetter, den Walen, dem Stau, …) aus und manche Dinge, sind einfach doof (z.B. unrealistische Beschreibungen, Fälle von klassischem Touristennepp). Je nach Zusammensetzung der genannten Faktoren kann die Stimmung dann schon mal eine gewisse Tendenz entwickeln und dann ist er plötzlich da – der Frust – zumindest kurz. Wie man über die letzten 14 Tage sicherlich gemerkt hat, fiel es mir zudem schwer unsere Rundreise durch die Neu England-Staaten nicht immer wieder mit dem Benchmark aus dem letzten Jahr, Kalifornien, zu vergleichen. Auch an der Westküste war nicht immer alles perfekt, aber wenn etwas mal etwas nicht so toll war, dann lag es eigentlich immer an uns (zu müde, zu erschöpft, leicht kränkelnd .. und nach zwei Wochen auf Tour mit immer neuen Eindrücken zeigt das dicke Fell hat langsam Aufallerscheinungen). Warum jetzt aber diese eher philosophische Einleitungen? Weil heute endlich mal wieder ein perfekter Tag war. Vom Frühstück in der Sonne, über das Mittagessen am Meer bis zum Sonnenuntergang am Strand war es ein Urlaubstag wie aus dem Bilderbuch, einer der hilft wieder aufzutanken und der die notwendige Kraft für anstehende Herausforderungen nach der Reise gibt.

Wie bereits gestern angekündigt, fuhren wir wesentliche Stationen des zuvor bei Regen absolvierten Trips ab und steuerten daher zunächst Chatham im Südosten an. Den touristischen Ortskern durchfuhren wir ohne Stopp und stellten unseren schneeweißen Ford Escape an einem der wenigen, legalen Parkplätze in der Nähe des Strandes ab. Die künstliche Verknappung der freien Stellflächen und deren schlechte Ausschilderung ist auch in Chatham (ähnlich wie in den Hamptons) signifikant, so dass man sich häufig auf ein winziges Stück Seitenstreifen quetscht, während nebenan ein parkähnliches Grundstück mit einem kleinen Haus darauf steht. Nun, Exklusivität hat halt ihren Preis.

Der Spaziergang direkt entlang des Wassers war erneut sehr faszinierend. Da die Tide gegen 06:00 Uhr am höchsten war, lief während unseres Besuchs ein breiter und erstaunlich kräftiger Strom in Richtung der offenen See – kein Wunder, dass das Baden hier verboten ist. An einigen Stellen scheint es zusätzliche Unterströmungen zu geben, so dass die Wassermassen richtig laut plätschern. Ab und an treibt dann schon mal eine Robbe (oder ein Seehund?) vorbei, der die Strömung wie ein Anhalter nutzt. Je weiter man auf der trocken gelegten Landzunge spaziert, desto lauter wird das Meer – bis zu einem Punkt, an dem man denkt, man stünde neben einem sehr hohen Wasserfall. Ab und an kämpfen einlaufende Fischerboote gegen die Strömung an, was man an der geringen Geschwindigkeit und dem auffällig lauten Motorgeräusch hört – durch die außergewöhnliche Form der Bucht fahren die Kutter ja auch in weniger als 50m Entfernung vorbei.

Nach einem sehr ausgedehnten und landschaftlich beeindruckenden Spaziergang kehrten wir zu unserem Ausgangspunkt zurück, um anschließend einige Meilen weiter nach Norden zu fahren – zum Fischerhafen von Chatham. Hier wollten wir gestern schon kurz halten, scheiterten aber an fehlenden Parkmöglichkeiten (die überall präsenten „No parking anytime, 50$ fine“-Schilder schrecken dann doch etwas ab). Heute hatten wir etwas mehr Glück und so endlich Gelegenheit die Besucherterrasse im Hafen näher zu erkunden. Wie sich kurze Zeit später herausstellte, war dieser Tipp aus dem Reiseführer wirklich ein Volltreffer. Von der Plattform aus kann man Fischern zuschauen, die unmittelbar vor- und unter den neugierigen Zuschauern ihre Fracht löschen, begleitet von verspielten (und vermutlich hungrigen) Seehunden. Außerdem hat man eine sehr schöne Weitsicht über die Bucht und das bunte Treiben darin, so dass man – entsprechendes Interesse vorausgesetzt – hier ganz locker eine Stunde zubringen kann.

Von Chatham aus fuhren wir weiter gen Norden, genauer gesagt zum Fort Mills Trail. Dieser ist recht kurz (1,2 Meilen) und führt durch eine recht schöne Marschlandschaft direkt am Meer. Etwas problematisch sind die erstaunlich großen Hirschzecken – man sollte den Weg besser nicht allzu weit verlassen 😉 Ansonsten ist der Pfad aber recht ereignisarm, weshalb ich zurückblickend empfehlen würde die Aussicht von einem anderen Punkt zu genießen und die Wanderung bei Zeitknappheit eher auszulassen.

Im weiteren Verlauf steuerten wir – wie gestern – den Coastguard Beach (an diesem gab es heute keinen einzigen Parkplatz, weshalb wir weiterfuhren), die Three Sisters (die bei Sonnenschein eigentlich nur wie drei größere Littfaßsäulen aussehen) und schließlich den Great Island Trail im Westen an. Über einen ziemlich ausgewaschenen, aber kurzen Weg gelangten wir bei bester Musik (Ultra Japan über Sirius war wirklich fantastisch) auf einen abgelegenen Parkplatz in unmittelbarer Wassernähe. Etwas nervös machte mich zunächst das dezente Schild mit der Aufschrift „Attention: This lot is affected by high tide“ (Achtung: Der Parkplatz säuft bei Hochwasser ab – salopp übersetzt), Augenblicke später hatte ich beim Aussteigen ein Déjà-vu an „Die Mumie“. Sobald ich einen Fuß auf den Boden gesetzt hatte, schreckten hunderte kleiner Winkerkrabben (das kommt heraus, wenn man „Krebs mit einer großen Schere“ googled) auf und bewegten sich in Richtung des schützenden Schilfs. Die unerwartete Menge dieser kleinen Krabbler und ihre schnellen Bewegungen können durchaus einschüchternd wirken, so dass ich meine nur sandalen-bewährten Füße nur noch mit Vorsicht aufsetzte. Je näher man hinschaut, desto mehr neugierige Krabben entdeckt man, die in meist sehr geringer Entfernung mal schnell, mal langsam über den Boden huschen. Nach einigen Minuten beschlossen wir für die geplante Wanderung einen anderen Parkplatz zu wählen und überließen unsere kleinen Voyeure wieder sich selbst – sicherlich zur Erleichterung auf beiden Seiten.

Der sich nun anschließende Spaziergang entlang des Great Island Trails war ebenfalls nett, aber nicht außergewöhnlich. Auch hier gab es sehr schöne Aussichten über das Umland zu bewundern, wobei der Strand nicht allzu toll war (recht viel Seegrass, rauer Sand), weshalb wir den Ausflug etwas verkürzten und nach rund 3km zum Auto zurückkehrten. Mit knurrenden Mägen stoppten wir im Anschluss für eine kurze Stärkung bei Ben & Jerrys, da wir wenigstens einmal in diesem Urlaub einen Eisbecher nach amerikanischer Art essen wollten. Daraus wurde leider nichts, da auch dieser Ben & Jerrys „nur“ Kugeleis und andere Kleinigkeiten verkauft, aber keine richtigen Eisbecher. Die Wahl des Stopps hat zudem zumindest meinem Bauch nicht gefallen, da ich die nächsten 1,5h mit eher unangenehmen Gefühlen zu kämpfen hatten. Unseren Besuch am Race Point in der Nähe von Provicetown ließen wir uns trotzdem nicht nehmen. Auch hier müsste man – wenn die Saison nicht bereits vorbei wäre – eigentlich 20$ für’s Parken bezahlen, wobei der Strand auch wirklich sehr lang und „einigermaßen“ weich ist. Theoretisch dürfte man Teile der Küstenlinie übrigens sogar befahren, wobei hierfür eine separate Genehmigung erforderlich ist. Ab und an gab es sogar Seelöwen in unmittelbarer Ufernähe zu sehen, was schon schön war. Nach einem kurzen Spaziergang fanden wir einen schönen Platz um unsere Decken auszubreiten und eine kleine Pause einzulegen (fand mein Bauch ganz toll). Als wir wieder aufwachten, war das Rauschen des Meeres erstaunlich laut, was daran lag, dass das Wasser auf 2m an uns herangekommen war – ganz offensichtlich war die Flut auf dem Vormarsch.

Also packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren ein weiteres Mal nach Provincetown. Das „Flair“ der sehr individuellen Stadt entsprach nach wie vor dem am Vortag. Ein buntes Gewusel, sehr viele Menschen, sehr viele unterschiedliche Geräusche und Gerüche – in P-Town ist schon echt viel los. Im Gegensatz zu unserem Besuch gestern hatten wir jedoch etwas mehr Zeit, so dass wir den Hafen ausgiebig besichtigten und uns auch das Angebot der lokalen Souvenir-Künstler-Stände („Crafted here on site“ / Hier vor Ort hergestellt) näher ansahen. Die feilgebotenen Waren waren zum Teil schon durchaus nett, die Preisgestaltung scheint aber einen heftigen Touristen-Zuschlag zu beinhalten (geschnitzte Schilder in mittlerer Größe ab 140$ etc.). Zum Abendessen gab es Lobsterroll (also zumindest für Dani) direkt am Wasser – quasi als Übung für den vollen Lobster, der morgen auf dem Programm steht.

Als sich die Sonne langsam dem Horizont näherte, steuerten wir erneut den Race Point, genauer gesagt die Herring Cove an. Es handelt sich hierbei um einen sehr langen Parkplatz, der leicht erhöht an einem Strand liegt. Man hat also eine hervorragende Sicht auf die Küste, das Meer und den Sonnenuntergang und kann diesen wunschweise – wie wir – direkt aus dem geöffneten Kofferraum genießen. Das Panorama und die Farben des Sonnenuntergangs waren dabei wirklich schön – ganz, wie man sich das Ende eines perfekten Tags am Meer vorstellt. So haben wir Cape Cod nach einem langen und facettenreich Tag ziemlich lieb gewonnen. Die sanften Landschaften sind zum Teil sehr reizvoll und die vielen verschiedenen Strände bieten jeweils ganz eigene Reize. Im Gegensatz zu den Hamptons ist die kleine Insel im Osten Massachusetts‘ stark bewaldet, weshalb sie einen ursprünglichen, natürlicheren Charakter versprüht. Die starke Tourismus-Industrie, die Exklusivität inkl. riesiger Prunkbauten und die z.T. künstliche Parkplatzknappheit hat man jedoch genauso. Ernsthaft, insbesondere zur Saison kann eine mehrtägige Rundtour auf Cape Cod mit wechselnden Stationen pro Tag schon durchaus preisintensiv werden, kostet doch nahezu jeder Parkplatz in der Regel zwischen 15 und 25$ pro Tag – Stellflächen mit stundengenauer Abrechnung gibt es tendenziell eher selten. In den Touristeninformationen wird ein Seasonal Park Sticker für 60$ angeboten, wobei wir uns mangels Bedarf nicht näher mit den zugehörigen Bedingungen beschäftigt haben – die Anschaffung könnte sich aber ggf. schnell amortisieren. In jedem Fall sollte man die Distanzen auf der Insel nicht unterschätzen. Selbst zur Nebensaison mit wenig Verkehr dauert die Fahrt von P-Town im Norden zu unserer Unterkunft in Dennis Port (ziemlich in der Mitte des horizontalen Teils von Cape Cod gelegen) etwas über 1h – man darf halt niemals vergessen, dass man meist mit maximal 80 km/h pro Stunde unterwegs ist, häufig weniger).

Morgen endet dann leider unser Abenteuer an der Ostküste – glücklicherweise erst um 22:10 Uhr in Boston. So bleibt uns fast der gesamte Tag, um nochmals das Maximum aus unserem letzten Tag auf Cape Cod zu holen. Ideen und Möglichkeiten gibt es so viele (eine Fahrradtour auf den sehr gut ausgebauten Wegen, eine Kajak-Tour durch die Marsch-Landschaften, eine Stand Up Paddle Tour und so vieles mehr), wobei wir vermutlich auf eine Kombination aus Mini Golf, Hafen in Chatham, Strandspaziergang und Lobster essen setzen werden. Ich vermute den morgigen Beitrag nicht zur gewohnten Zeit veröffentlichen zu können und bitte daher um etwas Geduld.

Ein Ausflug in die bayerische Natur

Während des draußen friedlich vor sich hin plätschert, möchte ich an dieser Stelle gedanklich gern genau eine Woche zurückspringen – mitten in ein frühsommerliches Wochenende auf wirklich tollen Wanderwegen rund um Garmisch-Partenkirchen.

Nachdem Teichi bereits im Vorfeld auf Outdoor Active eine landschaftlich extrem reizvolle und auch für uns Gelegenheitswanderer nicht zu herausfordernde Strecke herausgesucht hatte, starteten wir pünktlich um 07:30 Uhr gen Garmisch. Unsere Reise wurde jedoch nach wenigen hundert Metern bereits unterbrochen, da stärkendes Futter zum vollkrümeln des (Miet)Wagens eingekauft werden musste 😉 Anschließend stoppten wir noch kurz in der Studentenstadt, um einen indischen Arbeitskollegen einzusammeln.

Mit multikultreller Verstärkung begaben wir uns also zügig in Richtung Süd-Westen und sahen die lockenden Berge dabei schnell näher kommen. Ein Blick auf das TomTom bestätigte das, was schon einige Tage zuvor angesagt war: Absolut traumhafte Bedingungen für eine Wanderung durch die bayerische Frühlingsidylle.

Vorschau: Für Details weiter lesen!

Rund 90 Minuten später erreichten wir dann auch planmäßig unser Ziel und fanden einen fast völlig leeren Parkplatz direkt an der Skisprungschanze vor. Trotzdem entschied sich Teichi dazu die 2,50€ Parkgebühren für 12h zu sparen und eine wenig frequentierte Seitenstraße als Stellplatz auszusuchen 😉 Schnell waren die erforderlichen Dinge zusammengepackt und dann konnte unsere rund 12km lange Wanderung über den Wamberg, Graseck und die Partnachklamm auch schon starten.

Vorbei ging es – wie schon erwähnt – zunächst an der Skisprungschanze, die fast schon unwirklich in der Landschaft steht. Obgleich wir die Arena in Oberstdorf – mit Hinblick auf die thronende Lage über der Ortschaft – abermals imposanter fanden, kam auch hier Bewunderung für die mutigen Athleten auf. Mit Hilfe der hervorragenden Streckenbeschreibung von Outdoor Active und der Routenverfolgung unseres Garmin Oregons fanden wir schnell die richtigen Pfade in Richtung Wamberg. Nach ca. 1km verließen wir die Ortschaft und die vor uns liegenden Wege wurden gleichzeitig steiler und schmaler.

Auf gut  beschaffenen Trails legten wir die ersten ca. 150 Höhenmeter zurück und brachten unser Blut dabei das erste mal einigermaßen in Wallung 😉 Dabei wurden wir jedoch stets durch den phantastischen Ausblick in Richtung der von der Sonne angestrahlten Berge unter einem Rittersport-Vollmilchblauen Himmel motiviert. In Kombination mit den grünen Wiesen, die größtenteils bereits durch ein Meer von Löwenzahn überzogen wurden, bot sich uns ein wahrlich frühlingshafter Anblick.

Sonne, Berge, Abgeschiedenheit

Kilometer um Kilometer schwand dahin und entgegen unserer Erwartungen waren wir fast völlig allein auf diesen malerischen Pfaden oberhalb von Garmisch. Einziger Wermutstropfen: Der Almauftrieb stand noch bevor, so dass wir auf den saftigen Wiesen (noch) keine Kühe im Wind bewundern konnten 😉

In unregelmäßigen Abständen – oder wenn es die Beschaffenheit der Wege bzw. deren Neigungswinkel gerad verlangte – stoppten wir und bewunderten immer wieder die tollen und fast schon unwirklichen Impressionen der schneebedeckten Berge bei deutlich über 20°C. Rund um uns herum nur malerische Wiesen, sanfte Hügel und allgegenwärtig das muntere Zwitschern der Vögel – so stellt man sich eine Alpenwanderung vor. Als wir dann zwischendurch auf rund 1000m auch noch auf einige Reste Altschnees stießen (für unseren indischen Begleiter der erste Kontakt mit Schnee überhaupt) war das von Kontrasten geprägte Bild perfekt.

Bergpanorama mit Blick auf Garmisch

Die letzten Kilometer auf dem Weg zur Bergwirtschaft – unser Zwischenziel – fand ich landschaftlich besonders schön. Ein malerischer, gut ausgetretener Weg schlängelte sich durch die Alm und führte uns direkt zum verdienten Radler. Selbiges nahmen wir im kühlenden Schatten glücklich zu uns und lauschten dabei dem beruhigenden Mähen der Bergschafe – „Life could be worse“ wie Teichi passenderweise zusammenfasste. Nach rund 1,5h gelang es uns Dani von den Schafen zu trennen und unsere Wanderung wieder zurück in Richtung Garmisch fortzusetzen. Dabei wurde schnell klar, dass die Wege hier deutlich frequentierter waren und von sehr vielen naturbegeisterten Mitmenschen aufgesucht wurden.

Bilderbuchidylle
Pausenimpression sponsored by Teichi

Wirklich beeindruckt war ich von dem in auffälligen gelb gekleideten Wanderer, den wir aus einiger Entfernung als Postmitarbeiter belächelten. Wie sich Augenblicke später herausstellen sollte, hatte er nicht nur ein Posthorn auf seiner Jacke aufgedruckt sondern auch einige Briefe unterm Arm – damit rechnet man nun wirklich nicht (und fragt sich was passiert, wenn hier oben ein LCD-Bildschirm geliefert werden soll).

Nach ca. 8km dachten wir eigentlich den schönsten Part der Wanderung bereits gesehen zu haben und nun auf ähnlichen Pfaden zurück in Richtung Auto zu wandern. Tatsächlich wandelte sich das Bild der Natur aber recht schnell, als wir uns plötzlich der rund 80m tiefen Partnachklamm näherten. Auf kleinen, serpentinenartigen Pfaden kamen wir dem Flüsschen rasch näher und spätestens als wir von einer Brücke aus in die Tiefe schauten, waren wir vollends begeistert.

Zu viert (+1) in der Partnachklamm (auch sponsored by Teichi)

Gemeinsam mit vielen anderen Naturbegeisterten bahnten wir uns den Weg zurück ins Tal, vorbei an einigen kleineren Wasserfällen und stets begleitet vom lautschen Rauschen des Wassers. Unten angekommen landeten wir Mitten im Trubel des üblichen touristischen Ansturms an einem derart perfekten Frühlingstag. Die letzten Kilometer auf dem Rückweg zum Auto verkürzten wir dann durch ein leckeres Eis und erreichten so gestärkt nach rund  5h erneut die Skisprungschanze.

So ging unsere wirklich tolle und absolut machbare Wanderung viel zu schnell zu Ende. Insgesamt lag ein unerwartet beeindruckender Tag mit vielen Impressionen hinter uns, die man als unbedarfter „Fremdling“ in deutschen Gefilden gar nicht erwarten würde.

Den Tagesabschluss bildete übrigens – vor dem abendlichen Grillen – wieder mal ein Besuch am Feringasee. Wie gesagt: Life could be worse 😉

Zum Wohl!

Abschließend noch die GPS-Aufzeichnung unserer Wanderung, bei der wir ca. 600 Höhenmeter überwunden haben:
GPS-Aufzeichnung unserer Wanderung[deltazoom=0;maptype=G_MAP_TYPE;gpxelevation=show;gpxelevationcolor=green;gpxspeedchart=hide;gpxheartratechart=hide;gpxheartratechartcolor=red;urldisplaymode=none;gpxcheckpointinterval=none]

Für weitere Fotos verweise ich diesmal übrigens an Teichi: Klick.

Taunusexploration Part 2

Rund einen Monat nach unserer anstrengenden aber schönen Wanderung durch den Taunus, zog es uns gestern erneut ins Gebirge. Im Rahmen unseres 675sten Geocaches beschlossen wir  erneut unsere Füße im Auftrag der Schatzsuche zu quälen und dabei natürlich auch die „neue Heimat“ etwas besser kennen zu lernen.

Bei allerschönstem Herbstwetter (kaum windig, 20°C, geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit) begaben wir uns also erneut zum Parkplatz Hohemark (in Oberursel), beluden den Sherpa und machten uns mit großen Schritten auf in Richtung Taunus.

Sherpa Micha - Auf den ersten Metern noch ziemlich fit

Unsere Runde sollte uns diesmal weniger zu den touristischen Highlights (wie dem großen und kleinen Feldberg) sondern eher zu den verborgenen Schätzen des Taunus‘ führen. Leider stellte sich heraus, dass selbige nicht ganz so beeindruckend sind und vor allem die Wege waren doch weit weniger abwechslungsreich als das letzte mal.

So kam es bei Kilometer 9, 14 und 21 doch zu starken Motivationsschwierigkeiten und der innere Kampf: „Bushaltestelle gegen Weiterlaufen“ musste das ein oder andere mal ausgefochten werden. Doch mutig wie wir sind bezwangen wir diesmal die insgesamt 27km lange Runde.

Dabei wurden wir u.a. mit tollen Impressionen an der Saalburg belohnt, welche für sich allein schon recht sehenswert ist (aber auch gut mit dem Auto erreicht werden kann):

Kurz vor der Saalburg - Die Jupitersäule
Kilometer 8: Dani ist noch völlig fit

Weiter ging es dann auf einsamen Pfaden und quer durch die Wälder zum Herzberg, wo wir uns die erste längere Pause und ein Eis gönnten. Überraschend übrigens wie gut diese von Meridian empfohlene aber doch ziemlich im Nirgendwo befindliche Gaststätte besucht ist. Gleichzeitig markierte diese Rast übrigens den Gipfel unserer zweiten Taunustour..fortan ging es nur noch „ebenerdig“ bzw talwärts weiter.

Am Herzberg (nach 11km) traten bereits leichte Ermüdungserscheinungen auf

Nachdem wir am Herzberg die Motivation wieder auf einen Gipfelpunkt getrieben hatten, folgte ein eher langweiliger Part der Reise. Schritt um Schritt trugen uns unsere immer müder werdenden Füße vorwärts und vorbei am Sandplacken und Fuchstanz ging es zur Weißen Mauer, wie sich dem Auge endlich mal wieder ein beeindruckender Anblick bot:

Die Weiße Mauer und im Hintergrund der Herzberg (den wir ca 8km zuvor besucht hatten)
Stolze Bergsteigerin vor toller Kulisse

An der Weißen Mauer angekommen, lag der anstrengenste Part der Wanderung übrigens hinter uns. Nach leichten organisatorischen Diskussionen ob des besten Weges zur nächsten Station mussten uns unsere Füße jetzt nur ca. 8km in Richtung Tal tragen – was sich als gar nicht so leicht herausstellte. Offensichtlich hatte ich die falschen Socken gewählt, denn irgendwann schmerzte jeder Schritt und auch ein Blasenpflaster aus Danis „kompakter“ Hausapotheke vermochte keine Linderung herbeizuführen.

Letzte Rettung am Wegesrand? Lieber nicht...

Nach rund 5h reiner Laufzeit erreichten wir das Ziel unserer Wanderung: Den gesuchten Geocache. Glücklick und recht stolz verewigten wir uns standesgemäß im sogenannten Logbuch.

Kompakter Beweis im Gipfelbuch

Nachdem unsere Tour um 10:15 Uhr begann erreichten wir den Parkplatz übrigens erneut um 17:40 Uhr. Die reine Laufzeit betrug knapp unter sechs Stunden – das Beobachten der Natur und das Lösen der verschiedenen Aufgaben im Rahmen des Caches haben also ebenso wie die Pausen ein wenig ihren Tribut gefordert.

Folgend noch der elektronische Beweis unserer Taten. Jedem Nachahmer sei gesagt: Die Füße brannten uns danach wirklich höllisch – Spaß gemacht hat es trotzdem und besonders angetan waren wir von der ausgesprochenen Freundlichkeit der uns immer wieder entgegenkommenden Wanderer und Mountainbikefahrer.

Verlauf der Wanderung[gpxelevation=show;gpxspeedchart=hide]

Bezwingung des Großen Feldbergs

Eine harte Arbeitswoche, ein entspannter Freitag Abend und tolles Wetter am Samstag – was liegt da näher als ein entspanntes Wochenende.

Anonymer seriöser Consultant: "Eisberg voraus!"

Danis Definition eines relaxten Wochenendes sah jedoch die Besteigung des Großen Feldbergs (sowie des Kleinen Feldbergs und des Altkönigs) im Rahmen eines lediglich 21km langen Geocaches vor.

Keine 21km Anreise, auch keine 21 km Bahnfahrt .. nein, tatsächlich 21km wandern ganz zu Fuß und ohne Hilfsmittel. Eine Ausnahme gab es: Der 4kg schwere Rucksack, der mir mit viel Vertrauen übergeben wurde. Natürlich durften neben zwei Wasserflaschen, der halben Hausapotheke, einer Notration für das einmonatige Überleben in der Wildnis auch dicke Klamotten nicht fehlen. Wer konnte schon wissen, wie das Wetter in rund 1000m Höhe ist.

Voll bepackt ging es los in die Natur – den Blick immer nach vorn und damit nach oben gerichtet.

Bis zum Horizont - und 18km weiter!

Eifrig kämpften wir uns also Berg auf und nahmen Kilometer um Kilometer. Dabei nahm die Anzahl der mit uns Wandernden immer mal zu und wieder ab – ihren Höhepunkt erreicht sie aber definitiv am Großen Feldberg. Dort angekommen gönnten wir uns zwei Eis (vom letzten Bargeld) und genossen (wie viele andere Biker auch) die herrliche Aussicht. Gut, hier kann man übrigens auch mit dem Fahrzeug bis ganz nach oben fahren 😉

Blick vom Feldberg ins Tal

Nachdem wir am Feldberg noch nicht einmal 40% unserer Wegstrecke für diesen Tag erreicht hatten, ging es schnellen Fußes weiter – wir wollten ja keinen Nachtcache aus der Wanderung machen. Wenige Minuten später erreichten wir den unspektakulären kleinen Feldberg um danach den nächsten Anstieg zum felsigen Altkönig zu meistern.

Hier sah die Natur dann doch etwas anders als im Tal aus und wir erfreuten uns der wirklich idyllischen Graslandschaft, welche durch die warme Sonne in ein herrliches Licht gesetzt wurde.

Sanfte Hügel, das Tal im Hintergrund und sich wiegendes Gras im Vordergrund

Nach rund 16km erreichten wir den Altkönig und konnten trotz dunstiger Luft einen tollen Blick auf Frankfurt erhaschen. Aus diesem Blickwinkel habe ich die Metropole bisher auch noch nicht gesehen 😉

Da irgendwo arbeite ich...

Danach folgten dann nur noch 6km fast reinen Abstiegs – auch nicht wirklich entspannend. Zwischendurch dann immer mal etwas Quängelei ob der mittlerweile wirklich schmerzenden Füße und Kilometer um Kilometer nahm die Bevölkerungsdichte dann auch wieder merklich zu. Irgendwann dezimierten wir dann auch Nahrungsmittelvorräte etwas .. man war schließlich optimistisch die Zivilisation wieder zu erreichen…

Eine stolze Dani beim Auftanken

Den Cache fanden wir dann übrigens auch, die Suche danach wurde jedoch eher zur Kür dann zur Pflicht.

Anbei noch eine Aufzeichnung des Höhenprofils, damit auch niemand auf die Idee kommt das ganze wäre allzu entspannt gewesen 😉 Aus den 21km wurden am Ende übrigens sogar 23km .. aber den Unterschied habe ich dann nicht mehr wirklich gespürt.

Verlauf der Wanderung[gpxelevation=show;gpxspeedchart=hide]

Und noch ein paar Impressionen dieses spannenden aber doch sehr anstrengenden Erlebnisses…